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Gebirge Karte: Hochschwabgruppe

Gebirge Lage und Zugehörigkeit

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Gebirge Informationen zur Gebirgsgruppe: Hochschwabgruppe

Informationen zur Lage und Bezeichnung:


ausführliche Beschreibung:

Die Hochschwabgruppe ist eine Gebirgsgruppe der Nördlichen Ostalpen in der Steiermark. Höchster Gipfel ist mit 2277 m ü. A. der namensgebende Hochschwab.

Lage

Die Gebirgsgruppe befindet sich im östlichen Teil der Nordalpen in der Steiermark.

Die Gruppe umgrenzt sich nach der Alpenvereinseinteilung der Ostalpen (AVE):

Großreifling – Salza – Gußwerk – Wegscheid – Seebergsattel – Seegraben – Stübmingbach – Thörlbach bis Einmündung Mürz – Mürz bis Einmündung Mur – Mur bis Leoben – Vordernberger Bach – Präbichl – Erzbach – Hieflau – Enns bis Großreifling

Sie umfasst:

  • das Hochschwabmassiv (Hochschwabgruppe im eigentlichen Sinne):
    Das ausgedehnte Kalksteinplateau umfasst eine Fläche von ca. 400 km² und wird im Osten durch den Seebergsattel und im Westen durch den Präbichl begrenzt. Nur dieses Massiv gehört zu den Kalkhochalpen der Nördlichen Kalkalpen.
    • die Alfenzer Staritzen (kann auch als östlicher Ausläufer des Hochschwabstocks gesehen werden)
    • die Zeller Staritzen, ganz im Nordosten
    • Polster, Hochturm (Trenchtling), Pribitz, MeĂźnerin – das sind sĂĽdliche Vorstöcke des Hochschwabs östlich des Präbichl
    • die nördlichen Randberge des Aflenzer Beckens, zum Hochschwabmassiv im Norden wenig abgegrenzt und schon mittelgebirgig, mit Ilgner Alpl, Aflenzer BĂĽrgeralm, Oisching/SchieĂźlingalm
  • schon zur Grauwackenzone und zum zentralalpinen Kristallin gehörig:
    • die Berge zwischen Pichl-GroĂźdorf und EtmiĂźl
    • die beiden Gruppen um Kletschachkogel und Thalerkogel zwischen Vordernbergertal und Lamingtal
    • die Gruppe des Floning vom Lamingtal an den unteren Thörlbach

Landesüblich wird nur der kalkalpine Teil als Hochschwabgruppe bezeichnet, die von den Alpenvereinen systematischerweise (entlang der signifikanten orographischen Tallinie) dazugenommenen südlichen Teile, die gänzlich anderen landschaftlichen Gepräges sind, werden hierorts zu den Mürztaler Alpen (Mürzberge) gerechnet.

Geologie

Das Hochschwabmassiv war mehrmals Schauplatz riesiger Bergstürze. Insbesondere zu erwähnen ist der von Wildalpen, wo etwa 4000 v. Chr. eine gewaltige Felsmasse vom Ebenstein und Brandstein abbrach und nach Norden absackte. In weiterer Folge zerlegte sich die Sturzmasse und donnerte als Sturzstrom bis über das heutige Wildalpen hinaus in das Salzatal. Zwei weitere Bergstürze gab es in prähistorischer Zeit in Tragöß (von der Meßnerin unter Aufstauung des Grünen Sees und vom Trenchtling unter Aufstauung der Pfarrerlacke).
Das Hochschwabmassiv ist auch reich an Höhlen, so befindet sich hier die ausgedehnte Frauenmauerhöhle.

Vom Präbichl ziehen sich Werfener Schichten (die klastische Basis der Kalkalpendecken) und die Grauwackenzone (deren Schiefergrundgebirge mit Porphyroiden und Kalken, die auch bedeutende Bodenschätze führt) nördlich des Aflenzer Beckens entlang, was dieser Zone ihr mittelgebirgiges Relief gibt. Vom Präbichl zieht sich auch eine Ader von Werfener Schichten nordostwärts (Griesboden, Jassinggraben, Ochsenboden, Ghf. Bodenbauer), die die signifikante Südflanke des Hochschwabstocks im Quellgebiet von Laming und Ilgner Bach markiert. Die südlich davon befindlichen Berge Hochturm, Pribitz und Meßnerin sind aber reine Kalkstöcke.

Ganz anders stellt sich die SĂĽdteil der Gruppe dar, er besteht aus zentralalpinem Kristallin (Paragneis, Kletschachkogel- und Floningmassiv).

Natur und SehenswĂĽrdigkeiten

Zur intakten Fauna zählen unter anderem Alpenmurmeltiere, Gämsen, Alpensteinböcke, Auerhähne, Salamander und Kreuzottern. Am Hochschwab befindet sich das größte Gämsenrevier Europas. Dementsprechend ist auch die Gastronomie im ganzen Bereich auf diese Wildspezialitäten ausgerichtet. Die Flora ist besonders vielfältig: Unter anderem sind Aurikel, Frauenschuh, Kohlröschen, Edelweiß und verschiedene Arten von Enzianen zu finden.

Die Zweite Wiener Hochquellenleitung entnimmt ihr Wasser der Kläfferquelle im nördlichen Hochschwabgebiet (Gemeinde Wildalpen). Bei der Schneeschmelze fließen rund 10.000 Liter pro Sekunde. Zahlreiche Bauten der Leitung stehen unter Denkmalschutz.

Bemerkenswert ist das 2005 neu eröffnete Schiestlhaus des ÖTK (2154 m), das das weltweit höchstgelegene Passivhaus ist und den 120 Jahre alten Vorgängerbau ablöst. Auf der anderen Seite gibt es eine Reihe kleiner Almhütten, auf denen traditionelle Almwirtschaft, Gastronomie und einfache Übernachtung verbunden sind (Pfaffingalm, Fölzalm u. a.).

Beim Bodenbauer (Thörl) wurde vor einigen Jahren ein eigenes Hochschwabmuseum eröffnet. Einige Seen im Hochschwabgebiet, z. B. der Leopoldsteiner See bei Eisenerz, der Brunnsee bei Wildalpen oder der Grüne See von Tragöß, bieten Trinkwasserqualität. Weitere bekannte Stehgewässer sind der Sackwiesensee bei Tragöß und der Teufelssee zwischen Eisenerz und Wildalpen.

SchutzhĂĽtten in der Hochschwabgruppe

  • Voisthaler HĂĽtte (Ă–AV, 1654 m) – in zentraler Lage, am FuĂźe der Edelspitzen
  • SonnschienhĂĽtte (Ă–AV, 1523 m) – auf der gleichnamigen Alm, im Westen der Gebirgsgruppe, am FuĂźe des Ebensteins
  • Leobner HĂĽtte (Ă–AV, 1582 m) – im SĂĽdwesten der Gebirgsgruppe, erreichbar von der Präbichl – Passhöhe
  • Schiestlhaus (Ă–TK, 2154 m) – nordöstlich des Hochschwabgipfels
  • Fleischer-Biwak (Ă–AV, 2153 m, Biwakschachtel) – am westlichen Schwabenboden
  • Fölzalm (1484 m) – privat, zwei Almgasthäuser, umgeben von eindrucksvollen Fels- und Klettergipfeln (z. B. Winkelkogel, Schartenspitze)
  • Häuslalm (1526 m) – privat, auf der Hochfläche zwischen Sonnschienalm im Westen und Hochschwabgipfel im Osten
  • Gsollalm (1201 m) – privat, am FuĂźe der Frauenmauer, im Westen der Gebirgsgruppe
  • Pfaffingalm (1550 m) – privat, auf der gleichnamigen Almfläche im Westen zwischen Brandstein, Frauenmauer und Sonnschienalm

Markante Erhebungen bzw. Gipfel der Hochschwabgruppe

  • Hochschwab (2277 m)
  • Ringkamp (2153 m)
  • Ebenstein (2123 m)
  • Karlhochkogel (2096 m)
  • Trenchtling (Hochturm) (2081 m)
  • GroĂźer Griesstein (2023 m)
  • Beilstein (2012 m)
  • Hochweichsel (Aflenzer Staritzen) (2006 m)
  • Brandstein (2003 m)
  • Riegerin (1939 m)
  • Pfaffenstein (1871 m)
  • Festlbeilstein (1847 m)
  • MeĂźnerin (1835 m)
  • Hochblaser (1771 m)
  • Thalerkogel (1655 m)
  • Floning (1583 m)
  • Pribitz (1579 m)
  • Kampeck (1525 m)
  • Kletschachkogel (1457 m)

Liste von Gipfeln nach Schartenhöhe

Weitwanderwege

Die Hochschwabgruppe wird von den folgenden Weitwanderwegen durchquert:

  • Nord-SĂĽd-Weitwanderweg 05
  • Nordalpenweg 01
  • Europäischer Fernwanderweg E4 (alpin)
  • Europäischer Fernwanderweg E6
  • Steirischer Landesrundwanderweg
  • Vom Gletscher zum Wein

Wichtige Talorte

Hochschwabmassiv i. e. S.:

  • Seewiesen
  • Aflenz
  • Eisenerz
  • Vordernberg
  • Weichselboden
  • Wildalpen
  • Tragöß

Hochschwabgruppe i. w. S.:

  • Leoben
  • Bruck an der Mur
  • Trofaiach

Literatur

  • GĂĽnter und Luise Auferbauer: Hochschwab. Rother WanderfĂĽhrer ISBN 3-7633-4189-7
  • GĂĽnter und Luise Auferbauer: Hochschwab. Rother AlpenvereinsfĂĽhrer ISBN 3-7633-1261-7, 3. Auflage 1990.
  • Liselotte Buchenauer: Hochschwab, 1960 (2. Auflage 1974), Leykam Verlag ISBN 3-7011-7044-4
  • Rudolf Ă„gyd Lindner: Hochschwab. H. Weishaupt Verlag ISBN 3-900310-26-2
  • Ewald Putz: Hochschwab. ISBN 3-85498-325-5
  • Lukas Plan: Speläologisch-tektonische Charakterisierung der Karstwasserdynamik im Einzugsgebiet der bedeutendsten Quelle der Ostalpen (Kläfferquelle, Hochschwab) - Diplomarbeit am Institut fĂĽr Geologie der Universität Wien. (PDF; 3,2 MB) Verband Ă–sterreichischer Höhlenforscher, 2002, S. 9–15, abgerufen am 8. Dezember 2009. 

Weblinks

  • HĂĽtten der Hochschwabgruppe
  • Hochschwabmuseum Bodenbauer
  • Wasserleitungsmuseum Wildalpen
  • BergstĂĽrze in den Alpen (Christof Kuhn)
  • Eintrag zu Hochschwabgruppe im Austria-Forum (im AEIOU-Ă–sterreich-Lexikon)

Einzelnachweise



Quelle: Wikipedia
 

Kommentar Meinungen und Kommentare


Die höchsten Gipfel Die höchsten Gipfel

Die höchsten Hütten Die höchsten Hütten

Touren in diesem Gebirge Touren in diesem Gebirge

Bücher und Karten Bücher und Karten

AVE (Alpenvereinseinteilung der Ostalpen): 18

Staaten die sich in dieser Gebirgsgruppe befinden (1):
Ă–sterreich Ă–sterreich

Ausdehnung / Grenzen (nach WGS 84 dezimal):
nördlichster Punkt: 47.742325
südlichster Punkt: 47.37405840
westlichster Punkt: 14.72579999
östlichster Punkt: 15.33330917


Das Gebirge hat eine Fläche
von etwa
954 km²

Die Länge der Grenze
beträgt ca.
172 km
 
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