RSS Magazin

Mit dem Mountainbike zum Gipfel



Es ist die größte Herausforderung, der Biker sich stellen können. Selbst hartgesottene Mountainbikeprofis kommen bei Touren durch die Alpen durchaus an ihre Grenzen. Nirgends geht es steiler bergauf und auch wieder bergab. Das Gelände ist felsig und oft geht es nur über einen schmalen Grat am Abgrund entlang. Je höher der Weg führt, desto dünner auch die Luft und auch das Wetter ist in den Bergen immer für eine Überraschung gut. Schien gerade noch die Sonne, kann sich wenige Minuten später schon ein handfestes Unwetter zusammenbrauen.

Eine Mountainbiketour durch die Berge ist ein echtes Abenteuer und in jeder Hinsicht eine Herausforderung, aber die Anstrengung lohnt sich auf jeden Fall. Ist der Gipfel erst bezwungen, lässt sich die Aussicht, die die Mountainbiker oben erwartet, wohl kaum mit etwas anderem vergleichen. Und nach einer wohl verdienten Rast kann sich am Ende des Tages auch die Abfahrt wirklich sehen lassen.

Wer sich an eine Alpencrosstour wagen möchte, sollte vorher sein Equipment noch einmal einer kritischen Prüfung unterziehen, denn eine Fahrt über die Alpen ist wirklich eine Extremerfahrung. Biker und Bike sollten sich in einem Topzustand befinden, um wirklich bis zum Gipfel durchhalten zu können. Nicht jedes Mountainbike ist tatsächlich für Alpencross geeignet. Eventuell empfiehlt es sich, zusätzliche Komponenten nachzurüsten, die eine Extraportion Sicherheit und Mobilität gewährleisten. Eine Internetrecherche kann schon viel Aufschluss über die Alpentauglichkeit des eigenen Bikes und mögliche Aufrüstungsoptionen geben. Eine gute erste Anlaufstelle ist zum Beispiel Das Radhaus, ein Internetportal rund ums Mountainbiken und das passende Equipment.

Über den Eisjöchl bis fast in den Himmel
Besonders beliebt sind Mountainbiketouren durch die Alpen. Hier gibt es vielfältige Strecken, auf denen sich begeisterte Biker bis zum Gipfel vorkämpfen können. Ein besonders herausfordernder Klassiker für Alpencross-Fans ist die Tour entlang des Eisjöchls. Das Eisjöchl liegt im italienischen Teil der Ötztaler Alpen und hat für Alpencrossfans eine Menge zu bieten.

Details zur Tour:

Beschreibung der Tour:
Das Eisjöchl ist nur für erfahrene und gut trainierte Mountainbiker zu empfehlen. Hier geht es nämlich ans Eingemachte. Rund 2500 Höhenmeter sind zu überwinden und dabei geht es über den Meraner Höhenweg kontinuierlich bergauf, denn der Anstieg wird auf einer Gesamtstrecke von 2895 Metern bewältigt. Eine echte Erholungspause ist erst am Ende in Sicht. Besonders anstrengend sind die letzten knapp 15 Kilometer, denn da geht es über sehr steile Serpentinen an der Bergflanke hinauf. Das Eisjöchl selbst beginnt ungefähr auf der Hälfte, bei 1211 Höhenmetern. Wem es nur auf das Herzstück des Trailklassikers ankommt, kann die Tour auch am Vorderkaser beginnen und damit die Gesamtstrecke auf 11 Kilometer verkürzen. Den anstrengendsten Teil nimmt man allerdings trotzdem mit, denn allein auf Kilometer 7 bis 11 sind 700 Höhenmeter zu überwinden. Hier wird der Trail nicht nur sehr eng sondern mit 17,5 Prozent Steigung auch ordentlich steil.

Erfahrene Mountainbiker, die die Tour ohne große Pausen schaffen können, sollten mindestens 5 Stunden für dieses Erlebnis der Superlative einplanen. Einige Wegabschnitte sollten allerdings zu Fuß eingeplant werden, da der Meraner Höhenweg in erster Linie für Bergsteiger eingerichtet wurde. Mountainbikes können sich an verschiedenen Stellen aufgrund des unwegigen Geländes schwer tun und müssen geschoben oder sogar geschultert werden, denn auf dem letzten Stück haben Lawinen in der Vergangenheit immer wieder für Einstürze und Verschüttungen gesorgt. Hier können Mountainbiker auf Geröllhaufen oder größere Schuttberge treffen, die nur zu Fuß überwunden werden können.

Die Mühe lohnt sich allerdings, denn auf dem Gipfel wartet eine phantastische Aussicht auf den Naturpark Texel mit seinen Gipfeln. Die Himmelsleiter ist jeden Tritt in die Pedale wert. In puncto Sicherheit und Fahrkomfort ist die Tour am Eisjöchl übrigens absolut zu empfehlen. Der Weg wurde erst 2012 erneuert und ist dadurch zwar fordernd aber wirklich gut befahrbar.

Eine Einkehr ist am Ende der Tour in der Stettiner Hütte möglich, bevor es an die Abfahrt geht.

Die Tour in Zahlen und Fakten:
Startpunkt: Sportplatz Naturns
Region: Südtirol
Gesamtstrecke: 2895 Meter
Anstieg: 2500 Höhenmeter
Streckentyp: Singletrail
Gelände: Größtenteils Schotter, zahlreiche Spitzkehren und Serpentinen, am Anfang und Ende des Trails jeweils gut ausgebaute Asphaltstraße
Gebirge: Eisjöchl / Alpen
Rastplatz am Gipfel: Stettiner Hütte
Endpunkt nach der Abfahrt: Lazinser Alm /Pfelderer Tal / Passeiertal / Naturns

Ausführliche Informationen zur Region rund um die Mountainbiketour am Eisjöchl gibt es unter https://www.merano-suedtirol.it.



Wohl verdiente Rast in der Stettiner Hütte
Wer es am Eisjöchl entlang bis zum Gipfel geschafft hat, hat sich wirklich eine ausgiebige Rast verdient. Nicht weit von der traumhaften Aussicht auf den Naturpark Texel lädt die Stettiner Hütte zum Ausruhen und Verweilen ein.

Wie wankelmütig der Berg seinen Bewohnern gegenüber sein kann, wissen die Wirte der Stettiner Hütte nur zu gut. 2014 gab es in der Wintersaison in der Region ein schweres Lawinenunglück, von dem auch die Stettiner Hütte nicht verschont blieb. Die abgehenden Schneemassen haben das Rasthaus so stark beschädigt, dass den Besitzern zur Sicherstellung der Statik nichts anderes übrig blieb, als große Bereiche vollständig abzureißen und neu zu errichten. Die Neubaumaßnahmen dauern noch an. Ein vollständiger Wiederaufbau war im Verlauf des Jahres 2018 angesetzt.

Ein Besuch lohnt sich für Mountainbiker und Wanderer aber trotzdem, denn die Stettiner Hütte hat geöffnet. Für den Übergang und die Bauphase haben die Eigentümer ein großes Holzgebäude errichtet, in dem die Gäste nach alter Gewohnheit empfangen und bewirtet werden können. Sogar eine Übernachtung in der Stettiner Hütte ist seit 2017 schon wieder möglich. Wer sich nach dem anstrengenden Aufstieg die rasante Abfahrt also für den nächsten Tag aufheben möchte, ist herzlich eingeladen, am Eisjöchl zu übernachten. Was als Notunterkunft für Bergsteiger und Wanderer anfing, ist mit einem Ausbau 2017 wieder soweit hergestellt, dass die Schutzhütte ihren Betrieb in vollem Umfang wieder aufnehmen konnte. Derzeit stehen Gästen 80 Betten und 20 Matratzenlager zur Verfügung. Eine Voranmeldung ist in jedem Fall empfehlenswert, vor allem wenn eine Übernachtung geplant ist.

Kontaktdaten:
Inhaber: Autonome Provinz Bozen Südtirol
Gastwirtin: Christa Anna Fontana
Telefonnummer: +39 0473 646789
Internetauftritt: http://13h.de/de/13-schutzhuetten/stettiner-huette/ (Dort steht auch ein kostenloser Wanderführer für das Gebiet Passeiertal zur Verfügung, der auch als Grundlage für die Planung einer Mountainbiketour genutzt werden kann.)

Die Stettiner Hütte ist als Schutzhütte mit Übernachtungsmöglichkeit in der Sommersaison vom 1. Juli bis 30. September bewirtschaftet.

Bildquellen:
Abbildung 1: @ Simon (CC0-Lizenz) / pixabay.com
Abbildung 2: @ fgmsp (CC0-Lizenz) / pixabay.com

 
 

Kommentar Meinungen und Kommentare

Kommentar schreiben Neuen Kommentar schreiben als Gast

 
Mit dem Mountainbike zum Gipfel - Berichte und Artikel rund um die Berge und die Natur
Mit dem Mountainbike zum Gipfel - Berichte und Artikel rund um die Berge und die Natur

deine-berge
Verhaltenskodex Datenschutz Impressum © 2009-2019 deine-berge.de by Tom Hofer
Twitter twitter.com/deinebergede google plus plus.google.com Facebook facebook.com/DeineBerge Frage Kontakt Fragen, Fehler, Lob, Kritik?
Schreib uns eine Nachricht.