Pflanzen Wald-Geißbart Aruncus dioicus
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Informationen:


Der Wald-Geißbart (Aruncus dioicus) ist eine Pflanzenart aus der Unterfamilie der Spiraeoideae innerhalb der Familie der Rosengewächse (Rosaceae).

Beschreibung

Erscheinungsbild und Blatt

Beim Wald-Geißbart handelt es sich um eine ausdauernde krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 80 bis 150 Zentimetern erreicht. Sie besitzt ein kurzes, kräftiges, unterirdisches Rhizom. Aus diesem wachsen aufrechte und bis hinauf zum Blütenstand unverzweigte Stängel, die oft am Grunde verholzen.

Die bis zu 1 Meter langen Laubblätter sind zwei- bis dreifach dreiteilig oder fünfteilig. Die Fiederblättchen sind oval und vorne zugespitzt. Ihre Ränder sind scharf unregelmäßig bis doppelt gesägt. Es sind keine Nebenblätter vorhanden.

Blütenstand und Blüte

Die Blütezeit reicht von Juni bis Juli. Die relativ kleinen, weißen Blüten stehen in großen, 20 bis 30 Zentimeter langen, endständigen, oft leicht überhängenden Gesamtblütenständen, die aus rispig angeordneten schmalen ährigen Teilblütenständen bestehen. Der Wald-Geißbart sind meist zweihäusig getrenntgeschlechtig (diözisch). Die kurz gestielten, eingeschlechtigen Blüten haben einen Durchmesser von etwa 3 Millimetern. Die weiblichen Blüten sind reinweiß, die männlichen eher cremeweiß.

Frucht und Samen

Je Blüte entstehen drei meist gedrehte Balgfrüchte mit je drei bis fünf Samen. Die Samen sind etwa 2 Millimeter lang und nur 0,1 mg schwer, lanzettlich, und an den Enden geflügelt.

Chromosomensatz

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 14 oder 18.

Ökologie

Der Wald-Geißbart ist ein ausdauernder Hemikryptophyt mit holzigem Rhizom. Die vegetative Vermehrung erfolgt durch Rhizome, daher bildet der Wald-Geißbart oft ganze Bestände.

Blütenökologisch handelt es sich um „Pollen-Scheibenblumen“. Die Blütenstände enthalten bis zu 10.000 Einzelblüten. Es findet ein reicher Besuch von verschiedenen Insekten statt, außer von Hummeln besonders von Faltern.

Die Früchte sind Austrocknungsstreuer. Die Samen sind Kältekeimer. Sie unterliegen der Wind- und Wasserausbreitung. Der Wald-Geißbart ist ein Wintersteher, der oft noch im nächsten Frühjahr Samen enthält. Fruchtreife ist von September bis Oktober.

Vorkommen

Der Wald-Geißbart ist in den gesamten gemäßigten Gebieten der Nordhalbkugel weitverbreitet. Der Wald-Geißbart ist – wie beispielsweise in Norddeutschland, wo diese Art nicht natürlich vorkommt – gebietsweise ein „Gartenflüchtling“.

Er wächst an luftfeuchten, lichten oder halbschattigen Standorten, auf sickerfrischem, nährstoffreichen und basenreichen, oft kalkarmen, lockeren Mullböden in Schluchten und in Ahorn-Eschenwäldern auch in Buchen-Tannenwäldern oder in Buchenwäldern, oft in Säumen an Bächen oder an Böschungen. Er ist in Mitteleuropa pflanzensoziologisch eine Art des Verbands Tilio-Acerion und kommt oft im Arunco-Aceretum vor. Optimal gedeiht er in Saumgesellschaften des Verbands Arunco-Petasition.

Er steigt in Deutschland in den Alpen in Höhenlagen bis zu 1500 Metern auf; in den Allgäuer Alpen in Tirol am Hüttenwald oberhalb Petersberg bis 1450 Meter.

Taxonomie

Die Erstveröffentlichung erfolgte 1788 unter dem Namen (Basionym) Actaea dioica durch Thomas Walter in Flora Caroliniana, secundum ..., S. 152. Die Neukombination zu Aruncus dioicus (Walter) Fernald wurde 1939 durch Merritt Lyndon Fernald in Rhodora, Band 41 (489), S. 423 veröffentlicht. Weitere Synonym für Aruncus dioicus (Walter) Fernald sind: Aruncus sylvestris Kostel., Aruncus sylvester Kostel. ex Maxim., Spiraea aruncus L., Aruncus vulgaris (Maxim.) Raf. ex H. Hara.

Verwendung

Der Wald-Geißbart ist eine empfehlenswerte Garten- und Parkpflanze, sie ist auch für Wildpflanzengärten sehr geeignet. Ihre Vermehrung kann durch Teilung erfolgen.

In Norditalien werden die jungen Triebe als essbares Gemüse auf den Markt gebracht.

Giftigkeit

Die Pflanze enthält wenige Blausäure-Glykoside und sollte deshalb nur gekocht genossen werden. Die Samen enthalten Saponine.

Literatur

  • Henning Haeupler, Thomas Muer: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. Hrsg.: Bundesamt für Naturschutz (= Die Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. Band 2). Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2000, ISBN 3-8001-3364-4. 
  • Rudolf Schubert, Klaus Werner, Hermann Meusel (Hrsg.): Exkursionsflora für die Gebiete der DDR und der BRD. Begründet von Werner Rothmaler. 14. Auflage. Band 2: Gefäßpflanzen. Volk und Wissen, Berlin 1988, ISBN 3-06-012539-2. 
  • Werner Rauh: Flora von Deutschland und seinen angrenzenden Gebieten. Begründet von Otto Schmeil, Jost Fitschen. 84. Auflage. Quelle & Meyer, Heidelberg 1968.
  • Franz Fukarek (Hrsg.): Urania Pflanzenreich. Band 4: Blütenpflanzen 2, 1. Ausgabe. Urania, Leipzig 1994, ISBN 3-3320-0497-2.
  • Oskar Sebald, Siegmund Seybold, Georg Philippi (Hrsg.): Die Farn- und Blütenpflanzen Baden-Württembergs. Band 3: Spezieller Teil (Spermatophyta, Unterklasse Rosidae): Droseraceae bis Fabaceae. Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 1992, ISBN 3-8001-3314-8. 

Einzelnachweise

Weblinks

  • Aruncus dioicus im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am 4. November 2015.
  • Wald-Geißbart. In: BiolFlor, der Datenbank biologisch-ökologischer Merkmale der Flora von Deutschland.
  • Aruncus dioicus (Walter) Fernald, Wald-Geißbart. FloraWeb.de
  • Steckbrief und Verbreitungskarte für Bayern. In: Botanischer Informationsknoten Bayerns.
  • Aruncus dioicus (Walter) Fernald In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora.
  • Thomas Meyer: Datenblatt mit Bestimmungsschlüssel und Fotos bei Flora-de: Flora von Deutschland (alter Name der Webseite: Blumen in Schwaben)


Quelle: Wikipedia

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Bcher und Karten Bücher und Karten

Ordnung:
Rosales
Rosenartige
Familie:
Rosaceae
Rosengewächse
Gattung:
Aruncus
Geißbärte
Blütenfarbe:
weiß
giftig: ja
Die Pflanze enthält wenige Blausäure-Glykoside und sollte deshalb nur gekocht genossen werden. Die Samen enthalten Saponine
geschützt: k.A.
essbar: ja
Heilpflanze: k.A.

erstellt von Yvonne
- erstellt von Yvonne am 12.05.2019
Aruncus dioicus ( Wald-Geißbart )
Aruncus dioicus ( Wald-Geißbart )

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