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Gebirge in Adscharien: 1
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Region Informationen Region: Adscharien

Informationen:


Adscharien (georgisch აჭარა Atschara, offiziell აჭარიქ ავჱონომიური რესპუბლიკა Atscharis Awtonomiuri Respublika, deutsch auch Adschara) ist eine Autonome Republik Georgiens, begrenzt von der TĂŒrkei im SĂŒden und dem Schwarzen Meer im Westen.

Bevölkerung

Die FlĂ€che Adschariens umfasst 4,2 % des georgischen Territoriums. Die Bevölkerung setzt sich hauptsĂ€chlich aus Georgiern, TĂŒrken, Russen, Ukrainern, Armeniern und Griechen zusammen.

Ethnologisch gelten die Adscharen als muslimische (sunnitische) Georgier, da die Religionszugehörigkeit von nationalen Behörden statistisch nicht im ethnischen Sinn erfasst wird.

Zu Sowjetzeiten waren 150.000 (etwa 38 %) der damals 393.000 Einwohner der Republik muslimische Adscharen, inzwischen ist der Anteil der Muslime (einschließlich TĂŒrken, Lasen, Abchasen usw.) auf 30 % gefallen.

Heute leben 48 % der Bevölkerung in StÀdten.

Geschichte

Adscharien war im Mittelalter ein Teil Georgiens. Die seldschukischen TĂŒrken besetzten das Gebiet im 11. Jahrhundert, die Mongolen im 13. Jahrhundert. Georgien verlor das Territorium 1635 an das Osmanische Reich. In dieser Zeit konvertierten viele seiner Einwohner zum Islam. Als Ergebnis des Berliner Kongresses wurde Adscharien am 13. Juli 1878 Russland zugeschlagen und bildete die Oblast Batumi. Im Friedensvertrag von Brest-Litowsk vom 3. MĂ€rz 1918 trat Sowjetrussland das Land an die TĂŒrkei ab. Nach der Niederlage der MittelmĂ€chte wurde es von Großbritannien besetzt.

Nach dem Vertrag von Kars 1921 wurde Adscharien Sowjetrussland eingegliedert. Es wurde als Adscharische Autonome Sozialistische Sowjetrepublik Teil der Georgischen Sozialistischen Sowjetrepublik.

Im Prozess der Auflösung der Sowjetunion Ă€ußerte sich die UnabhĂ€ngigkeitsbewegung Adschariens nicht bĂŒrgerlich-demokratisch wie im restlichen Georgien, sondern in einer anti-georgischen Allianz von Separatisten und Kommunisten. Am 22. April 1990 demonstrierten Separatisten mit roten Fahnen auf dem Leninplatz in Batumi fĂŒr eine staatliche UnabhĂ€ngigkeit Adschariens. Bei den georgischen Parlamentswahlen im Oktober 1990 erhielten die Kommunisten in Adscharien 56 % der Stimmen.

Ära Abaschidse

Um eine kommunistisch gefĂŒhrte Abspaltung Adschariens zu verhindern, ĂŒbernahm Georgiens frĂŒherer Vizeminister fĂŒr Versorgungsbetriebe, Aslan Abaschidse, im April 1991 kommissarisch das Amt des adscharischen ParlamentsprĂ€sidenten. Er entließ das alte Parlament und verhinderte den Zusammentritt eines neuen. Abaschidse errichtete ein autokratisches Regime, das von Georgien weitgehend unabhĂ€ngig war. Adscharien wurde von Abaschidses Familie wie ein feudales FĂŒrstentum regiert.

1998 wurde er mit 93 % der abgegebenen Stimmen zum PrĂ€sidenten Adschariens gewĂ€hlt. Dabei half ihm die stille UnterstĂŒtzung Russlands, das Truppen in Adscharien und anderen Sezessionsgebieten Georgiens stationiert hat.

Unter der Herrschaft Abaschidses hatte Adscharien eigene StreitkrĂ€fte aufgestellt und zahlte keine Steuern an Georgien. An der Grenze zwischen Georgien und Adscharien wurden durch die lokale Polizei Grenzkontrollen eingefĂŒhrt und GebĂŒhren erhoben. Kritik am Staatschef wurde nicht geduldet. Politische Gegner Abaschidses wurden getötet, aus Adscharien verwiesen oder auf Grundlage konstruierter VorwĂŒrfe von Straftaten von Gerichten zu Haftstrafen verurteilt. Verschiedenen georgischen Fernsehsendern wurde die Ausstrahlung ihrer Programme in Adscharien verboten.

Georgiens StaatsprĂ€sident Eduard Schewardnadse hatte Adscharien wĂ€hrend seiner Amtszeit von 1992 bis 2003 mehrfach besucht, um eine Aussöhnung mit Abaschidse zu erreichen. 1995 trat die Partei Abaschidses, die Union fĂŒr Demokratische Wiedergeburt (georgisch Demokratiuli Agordsinebis Kawschiri) Georgiens zusammen mit Schewardnadses Georgischer BĂŒrgerunion zu den Parlamentswahlen an.

Konflikt mit Saakaschwili

Abaschidses Union fĂŒr Demokratische Wiedergeburt hatte im 1999 gewĂ€hlten georgischen Parlament 30 von 235 Sitzen. Im Oktober 2003 widersetzte sie sich der Rosenrevolution und stand in Opposition zum georgischen StaatsprĂ€sidenten Micheil Saakaschwili und seiner Regierung. Sie war besorgt, dass Saakaschwilis Politik die Rechte der adscharischen Regierung beschneiden und Abaschidse schließlich beseitigen könnte.

Die neue georgische Regierung hatte versprochen, die Interessen der Autonomen Republik zu wahren, doch sie bestand darauf, das georgische Recht und die Rechte der Zentralregierung auch in Adscharien durchzusetzen. Abaschidse signalisierte Tiflis im Januar 2004 zunĂ€chst Kompromissbereitschaft und fĂŒhrte erstmals seit Jahren Steuern ab. Eine Abspaltung Adschariens vom georgischen Staat schloss er wie in den vergangenen Jahren aus.

BeflĂŒgelt vom Erfolg der georgischen Rosenrevolution hatte sich in Adscharien eine breite Opposition gegen die Regierung Abaschidse gebildet. Am 27. Dezember 2003 grĂŒndete sich das OppositionsbĂŒndnis Unser Adscharien (georgisch Chweni Adschara). Ihm gehören Vertreter intellektueller Gruppen und Mitglieder georgischer Parteien an. Am 27. Januar 2004 entstand die Oppositionspartei Demokratisches Adscharien. Ihr Vorsitzender ist Eduard Surmanidse, zugleich Mitglied der georgischen Partei Vereinte Nationale Bewegung. Am 3. Februar 2004 hatte auch das georgische StudentenbĂŒndnis Kmara! (dt. Genug!), das eine wichtige Rolle bei der Vorbereitung der samtenen Revolution spielte, seine TĂ€tigkeit in Adscharien aufgenommen.

Die Regierung Abaschidse versuchte, die Opposition mit Gewalt einzudĂ€mmen. Oppositionspolitiker und Journalisten wurden verprĂŒgelt, OppositionsbĂŒros verwĂŒstet. Dabei trat eine von Abaschidse aufgestellte paramilitĂ€rische Miliz in Erscheinung, die von der Bevölkerung wegen ihrer schwarzen Bekleidung Men in Black genannt wurde.

Im MĂ€rz 2004 spitzte sich der Konflikt zwischen Adscharien und der georgischen Regierung erneut zu. PrĂ€sident Saakaschwili verlangte die unmittelbare Kontrolle ĂŒber den Hafen von Batumi sowie die Zollbehörden. Am 14. MĂ€rz verweigerte Adscharien dem PrĂ€sidenten die Einreise. Georgien verhĂ€ngte im Gegenzug eine Teilblockade ĂŒber Adscharien. Bis auf Russland stellte sich die internationale Gemeinschaft hinter Saakaschwili. Am 18. MĂ€rz 2004 rĂ€umte Regierungschef Abaschidse der Zentralregierung die Kontrolle ĂŒber den Hafen, den Zoll, die Grenzen, die Kommunikation und die Staatsfinanzen Adschariens ein. Er verpflichtete sich, die paramilitĂ€rischen Milizen in Adscharien zu entwaffnen, freie und demokratische Wahlen sowie die Meinungsfreiheit zu garantieren.

Trotz des Einlenkens Abaschidses kam es immer wieder zu Spannungen zwischen Batumi und Tiflis. Entgegen ihren Zusicherungen verstĂ€rkte die adscharische FĂŒhrung ihre paramilitĂ€rischen VerbĂ€nde. WĂ€hrend der georgischen Parlamentswahlen am 28. MĂ€rz 2004 wurden nach den Angaben der georgischen Zentralregierung in Adscharien Wahllokale ĂŒberfallen, Stimmen gestohlen und Wahlhelfer mit Gewalt bedroht. Am 24. April 2004 verhĂ€ngte sie zum dritten Mal innerhalb von fĂŒnf Monaten den Ausnahmezustand ĂŒber das Land.

Machtwechsel

Am 4. Mai 2004 kam es in Batumi zu Demonstrationen von Studenten und Oppositionellen gegen die adscharische Regierung. Sie wurden von der adscharischen Regierung mit Gewalt aufgelöst. Das georgische Parlament forderte einstimmig den RĂŒcktritt von Adschariens Regierungschef Abaschidse. PrĂ€sident Saakaschwili hob den Ausnahmezustand auf und appellierte an die bewaffneten VerbĂ€nde, Befehlen der autonomen Regierung keine Folge zu leisten.

Am 5. Mai 2004 wuchs die Zahl der Demonstranten von einigen Tausend auf 15.000 an. Große Teile der Polizei und des adscharischen Innenministeriums verweigerten Abaschidse die Gefolgschaft. Nach GesprĂ€chen des georgischen PrĂ€sidenten mit Russlands PrĂ€sident Wladimir Putin entzog auch Russland Abaschidse die UnterstĂŒtzung. Der Vorsitzende des russischen Sicherheitsrats, Igor Iwanow, flog nach Georgien und ĂŒberzeugte Adschariens Regierungschef, aufzugeben. Am Morgen des 6. Mai trat Abaschidse von seinem Amt zurĂŒck und flog gemeinsam mit seinem Sicherheitsminister und seiner Familie nach Moskau ins Exil.

Adscharien wurde vorĂŒbergehend von einer 20-köpfigen Kommission der Zentralregierung in Tiflis verwaltet. Georgiens Strafverfolgungsbehörden begannen, die frĂŒheren Machthaber zur Verantwortung zu ziehen. Im Juni 2004 wurden drei frĂŒhere Regierungsmitglieder und der frĂŒhere Parlamentssprecher Adschariens wegen Veruntreuung von Steuergeldern festgenommen.

Bei den Wahlen zum regionalen Parlament, dem Obersten Rat Adschariens, am 20. Juni 2004 errang die Partei Saakaschwili – Siegreiches Adscharien 72,1 % der WĂ€hlerstimmen (28 Sitze). Von den ĂŒbrigen acht Parteien ĂŒbersprangen nur die Berdsenischwili (Republikaner) die Sieben-Prozent-HĂŒrde. Sie erzielten 13,5 % der Stimmen (zwei Sitze). Am 20. Juli 2004 wĂ€hlte Adschariens Parlament den bisherigen Direktor der staatlichen Eisenbahn Georgiens, Lewan Warschalomidse, zum Premierminister der Autonomen Republik. Er geriet zehn Monate nach seiner AmtseinfĂŒhrung unter Verdacht, SchlĂŒsselpositionen seiner Regierung mit Familienangehörigen besetzt zu haben.

Die Autonomie Adschariens wurde am 1. Juli 2004 gesetzlich eingeschrĂ€nkt. Der adscharische Premierminister wird danach auf Vorschlag des georgischen PrĂ€sidenten gewĂ€hlt. Der PrĂ€sident darf das Regionalparlament jederzeit auflösen. Die BeschlĂŒsse des adscharischen Parlaments können vom Parlament in Tiflis suspendiert oder vom adscharischen Premier durch ein Veto gestoppt werden.

Im MÀrz 2005 unterzeichneten Adscharien und die ukrainische Oblast Odessa ein Kooperationsabkommen zur Zusammenarbeit auf den Gebieten Wirtschaft und Handel, Technik und Wissenschaft sowie humanitÀren Angelegenheiten.

Als Teil des innergeorgischen Ausgleichs verlegte im Juli 2007 der georgische Verfassungsgerichtshof seinen Sitz von Tiflis nach Batumi.

Verwaltung

Adscharien wird in sechs MunizipalitÀten verwaltet, die nach ihren Verwaltungssitzen Batumi, Chelwatschauri, Chulo, Keda, Kobuleti und Schuachewi benannt sind.

Wirtschaft

Wichtigste Industriezweige sind die Ölverarbeitung, Maschinenbau, Lebensmittelproduktion, Leichtindustrie und Bauholzherstellung. Die wichtigsten Erzeugnisse der Landwirtschaft sind Tee, ZitrusfrĂŒchte, Weintrauben und Mais. Die wichtigsten HĂ€fen sind Batumi und Kobuleti. BodenschĂ€tze sind Gold, Silber, Kupfer und andere Metalle.

Literatur

  • Mariam Lortkipanidse: Georgien und seine Autonomien. Kurzer Abriß der Geschichte Abchasiens, Atscharas und SĂŒdossetiens. In: Georgica. Bd. 15, 1992, ISSN 0232-4490, S. 34–37.
  • Hugo Greenhalgh, Robert L. Jarman: Adjara and the Ottoman Empire. 1830–1878. Archival Publications, London 2003, ISBN 1-903008-32-8.
  • Hugo Greenhalgh, Robert L. Jarman: Adjara and the Russian Empire. 1878–1917. Archival Publications, London 2003, ISBN 1-903008-32-8.
  • Hugo Greenhalgh, Robert L. Jarman: Adjara and the British Empire. 1918–1921. Archival Publications, London 2003, ISBN 1-903008-32-8.

Einzelnachweise

Quellen

  • Informationen des Statistischen Amts Georgiens

Siehe auch

  • Verwaltungsgliederung von Georgien
  • Geschichte Georgiens

Weblinks

  • BBC-LĂ€nderprofil Adscharien (englisch)
  • Regierung der Autonomen Republik Adscharien (englisch, georgisch)
  • Tourismusamt der Autonomen Republik Adscharien (Memento vom 5. MĂ€rz 2007 im Internet Archive) (englisch)
  • Wahlen in Adscharien: Beobachterbericht der Internationalen Gesellschaft fĂŒr faire Wahlen (Memento vom 12. Juli 2004 im Internet Archive) (englisch; PDF; 76 kB)
  • Englischsprachige und russischsprachige Kurznachrichten von Kawkaski Usel aus Adscharien



Quelle: Wikipedia

 

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auch: Batumi; Ajaria, Ajaria, Batumi

ISO 3166-2:
Bezeichnung der Region: Avtonomiuri Respublika

Fläche ca.: 2954.00 km²

Länge der Grenze ca.: km


Ausdehnung / Grenzen (dezimale Koordinaten nach WGS 84):
nördlichster Punkt: 41.903
südlichster Punkt: 41.422
westlichster Punkt: 41.521
östlichster Punkt: 42.587

 
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