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Staat Informationen : Sierra Leone

Informationen:


Sierra Leone (deutsch [siňą…õ Āa leňąoňźn…ô], englisch [s…™ňą…õ…ô…Ļ…ô l…™ňąo äni], [s…™ňą…õ…ô…Ļ…ô l…™ňąo än]), offiziell Republik Sierra Leone (englisch Republic of Sierra Leone), ist ein Staat in Westafrika, der im Norden und Osten an Guinea, im S√ľdosten an Liberia und im Westen an den Zentralatlantik grenzt. Die Hauptstadt und gr√∂√üte Stadt des Landes ist Freetown.

Nach einem Jahrzehnt blutigen B√ľrgerkrieges von 1991 bis 2002, der zehntausende Todesopfer forderte, ist das Land mit seinem Wiederaufbau und der Aufarbeitung der j√ľngeren Geschichte besch√§ftigt. Das Land ist hoch verschuldet und z√§hlt zu den √§rmsten L√§ndern der Welt. Der Index der menschlichen Entwicklung z√§hlt Sierra Leone zu den niedrig entwickelten L√§ndern. Die 2014 ausgebrochene Ebolafieber-Epidemie hat die humanit√§re Notlage weiter verschlimmert.

Im Gegensatz zu der weiter n√∂rdlich gelegenen Sahelzone bestanden im Gebiet des heutigen Sierra Leone keine Gro√üreiche wie das Malireich. Im 17.¬†Jahrhundert dominierten die Engl√§nder den Sklavenhandel an der sierra-leonischen K√ľste. 1808 wurde die Halbinsel formell zur britischen Kronkolonie erkl√§rt. Nachdem das Land 1961 die Unabh√§ngigkeit von Gro√übritannien erlangt hatte, wurde es knapp zehn Jahre sp√§ter nach heftigen Kontroversen zur Republik erkl√§rt.

Etymologie und Verwendung des Namens

Der portugiesische Entdecker Pedro da Cintra erreichte die sierra-leonische K√ľste im Jahre 1460. Der von da Cintra verliehene Name Serra Lyoa stammt aus dem Portugiesischen und bedeutet ‚ÄěL√∂wengebirge‚Äú. Er bezog sich urspr√ľnglich nur auf die gebirgige Region s√ľdlich von Freetown, wurde aber schon kurze Zeit nach der Entdeckung als Toponym f√ľr den ganzen K√ľstenabschnitt der heutigen Western Area verwendet.

Wie Duarte Pacheco Pereira mitteilt, hatte da Cintra nach eigener Auskunft den Gebirgszug so benannt, weil ihm die Gebirgslandschaft ‚Äěrau und wild‚Äú erschien und er damit metaphorisch einen L√∂wen assoziierte. Im Laufe des 16.¬†Jahrhunderts wurde der Name von englischen Seeleuten in Sierra Leoa und sp√§ter in Sierra Leone ge√§ndert.

Laut StAGN heißen im deutschsprachigen Raum Personen dieses Landes Sierra-Leoner oder Sierra Leoner.

Geographie

Das Land liegt in Westafrika an der westafrikanischen Atlantikk√ľste und besetzt die Breitengrade von 7¬į‚Äď10¬į n√∂rdlicher Breite und die L√§ngengrade von 10¬į‚Äď13¬į westlicher L√§nge.

Sierra Leone grenzt im Nordwesten, Norden und Nordosten an Guinea und im S√ľdosten an Liberia. Im Westen und S√ľdwesten liegt der Atlantik. Die Landesgrenzen sind insgesamt 1495¬†Kilometer lang, davon 794¬†Kilometer mit Guinea und 299¬†Kilometer mit Liberia. Die K√ľstenl√§nge bel√§uft sich auf 402¬†Kilometer.

Eine bis zu 110¬†Kilometer breite Ebene zieht sich an der K√ľste entlang, auf der Freetown Peninsula erheben sich die L√∂wenberge (portugiesisch Serra Lyoa) mit dem Picket Hill als h√∂chster Erhebung (888¬†Meter). Einigen K√ľstenregionen sind bis zu 112¬†km lange Sandb√§nke vorgelagert. Hinter der feuchten K√ľstenebene beginnt das zum Teil landwirtschaftlich genutzte Waldgebiet. Das Land steigt zu den √∂stlichen Guinea Highlands an, einem Hochplateau mit Erhebungen von √ľber 1830¬†Meter in den Loma Mountains und Tingi Hills. Der h√∂chste Berg ist der Bintumani mit 1948¬†Meter.

Die wichtigsten Inseln und Inselgruppen sind:

  • Banana Islands
  • Turtle Islands
  • Sherbro-Insel
  • Inseln, z.¬†B. Tasso, im M√ľndungsgebiet des Sierra Leone River

Die größten Städte in Sierra Leone sind (Stand 2015): Freetown mit 1,056 Millionen Einwohnern, Waterloo mit 208.000, Kenema mit 200.000, Bo mit 174.000, Port Loko mit 160.000, Koidu-Sefadu mit 128.000 und Makeni mit 126.000 Einwohnern.

Klima

Das Klima ist tropisch-feucht mit Niederschl√§gen bis zu 5000¬†Millimeter (entspricht Liter pro m¬≤) pro Jahr an den K√ľstenregionen und geh√∂rt damit zu den feuchtesten Regionen Westafrikas. Das Jahr unterteilt sich in eine Regen- und eine Trockenzeit. Da Sierra Leone n√∂rdlich des √Ąquators liegt, beginnt die Regenzeit des westafrikanischen Monsuns Mitte Mai und ist gekennzeichnet durch t√§gliche Gewitter und Regenf√§lle. In den Monaten August und September kann es auch ununterbrochen regnen.

Mitte Oktober beginnt die Trockenzeit, Niederschl√§ge werden seltener. Im Dezember und Januar ist das Klima durch den Harmattan gepr√§gt, einem Wind aus der Sahara, der Staub und k√ľhle Luft mit sich bringt. Februar, M√§rz und April sind die hei√üesten Monate mit seltenen Niederschl√§gen.

Die durchschnittlichen Temperaturen liegen im Norden des Landes in Kabala bei 25,5¬†¬įC, im S√ľden in Bo liegen sie zwischen 20 und 37¬†¬įC, an der K√ľste in Freetown zwischen 23 und 32¬†¬įC. Das K√ľstenklima in Freetown ist tendenziell milder und angenehmer als im Inland.

Wegen des Harmattans sprechen die Einheimischen auch von drei Jahreszeiten: rainy season (Regenzeit), harmattan season (windige Zeit) und dry season (Trockenzeit).

Fl√ľsse

Das gesamte niederschlagsreiche Land entw√§ssert √ľberwiegend relativ geradlinig von Nordosten nach S√ľdwesten in den Atlantik. Die meisten Fl√ľsse in Sierra Leone sind kleinere bis mittlere K√ľstenfl√ľsse oder deren Nebenfl√ľsse. Es gibt sieben gr√∂√üere Fl√ľsse, von denen sechs ihr Quellgebiet in, beziehungsweise an der Grenze, zu Guinea haben. Der Mano und der Moa entspringen auf oder am Rand der Hochebene von Beyla, der Little Scarcies (Kava; Kaba) und der Great Scarcies (Kolent√©) auf Beziehungsweise am Rande des Fouta Djallon. Dabei bilden der Great Scarcies, der Moa, der Mano und deren Nebenfl√ľsse, Teile der s√ľdlichen und n√∂rdlichen Landesgrenze. Die nord√∂stliche Landesgrenze entspricht der Einzugsgebietsgrenze zum Fluss Niger, wo die beiden Fl√ľsse Rokel (Seli) und Sewa ihre Quellgebiete haben. Ausnahme ist der Taia (Jong; Taye), der mitten im Land seine Quellen hat.

Eine Besonderheit der Region ist, wie auch in den benachbarten L√§ndern, dass die Fl√ľsse h√§ufig in √Ąstuare wie den Sherbro oder den Sierra Leone River m√ľnden.

Flora

Sierra Leone verf√ľgt aufgrund unterschiedlichster Habitate von K√ľstengebieten √ľber Mangrovens√ľmpfe und Savannen bis zum prim√§ren und sekund√§ren Urwald √ľber eine reichhaltige Flora und Fauna. Im Norden befinden sich hei√üe Savannen, wo w√§hrend der Regenzeit sogenanntes Elefantengras w√§chst. Im S√ľden findet sich niedriges Gras wieder, im S√ľdosten befinden sich Regenw√§lder mit hohem Gras. Der Gro√üteil dieser Regenw√§lder ist sekund√§r.

Wichtigster Baum im Sumpfland ist die Rote Mangrove, die bis zu 30 m H√∂he erreicht. Die √Ėlpalme ist im ganzen Land verbreitet und wichtig f√ľr die Bev√∂lkerung, da das √Ėl der Pflanze sowohl f√ľr den Eigenbedarf als auch f√ľr den Verkauf gebraucht wird. Weitere wichtige Nutzpflanzen sind Mangob√§ume, Rosenapfelgew√§chse, Guaven und Papaya (lokale Bezeichnung: ‚ÄěPawpaw‚Äú).

Fauna

W√§hrend des B√ľrgerkriegs wurden viele Wildtiere f√ľr sogenanntes Bushmeat get√∂tet. War bis vor dem Krieg die Fauna von Wildtieren gepr√§gt, sind nach dem B√ľrgerkrieg nur noch kleine Populationen oder gar keine Vertreter √ľbrig geblieben. Der gr√∂√üte Vertreter der Familie der S√§ugetiere ist der Elefant. Vereinzelt trifft man auf Zwergantilopen.

Das Zwergflusspferd kommt fast nur in Sierra Leone und dem Nachbarland Liberia vor, in Sierra Leone lebt es auf Tiwai Island und ist nur nachts anzutreffen. In den Flussl√§ufen leben ebenfalls verschiedene Krokodilarten, die gr√∂√üte ist das Nilkrokodil. Weiterhin sind Panzer- und Stumpfkrokodile zu finden. Sierra Leone gilt als eines der artenreichsten R√ľckzugsgebiete von Primaten weltweit.

Administrative Gliederung

Sierra Leone ist aufgeteilt in die vier Provinzen (Provinces; bis Mitte 2017 drei) Northern, North West, Southern und Eastern sowie das Gebiet (Area) um die Hauptstadt Freetown (Western Area). Die Western Area besteht aus der ehemals britischen Kronkolonie mit Freetown und der Halbinsel. Die Provinzen sind wiederum in insgesamt 16 Distrikte (bis Mitte 2014 14) und diese in 190 (bis Mitte 2017 149) Kommunalvolksgebiete (Chiefdoms) aufgeteilt. Die Chiefdoms besitzen eigene Zuständigkeiten hinsichtlich Polizeigewalt und Rechtsprechung.

Bevölkerung

Demographie

Im Jahr 2015 belief sich die Bevölkerung auf etwa 7,076 Millionen Menschen, die Wachstumsrate pro Jahr beträgt etwa 2,1 Prozent. Die Gesamtbevölkerung hat sich von 1960 bis heute fast verdreifacht und seit 1985 verdoppelt. Die Bevölkerungsdichte in Sierra Leone ist sehr unterschiedlich. Der Western Area (einschließlich Freetown) hat eine Bevölkerungsdichte von 2700 Personen pro Quadratkilometer. Der flächenmäßig größte Bezirk des Landes, Moyamba, hat eine Dichte von etwa 46 Personen pro Quadratkilometer. Insgesamt beträgt die Bevölkerungsdichte in Sierra Leone 99 Personen pro Quadratkilometer.

Die Fruchtbarkeitsziffer lag 2019 bei 4,17 Kindern pro Frau, sinkt aber nach einem H√∂chststand von fast 7 Kindern pro Frau in den 1980er Jahren kontinuierlich. Entsprechend sind 40,7 Prozent der Bev√∂lkerung j√ľnger als 15 Jahre und nur 3 Prozent √§lter als 65 Jahre. Die Lebenserwartung lag 2019 bei 54,7 Jahren.

Nach Angaben der World Refugee Survey 2008 lebten in Sierra Leone 8700 Fl√ľchtlinge und Asylsuchende. Diese kamen fast alle aus dem Nachbarland Liberia.

Ethnien

Die Bev√∂lkerung setzt sich aus offiziell 15 verschiedenen ethnischen Gruppen mit ebenso vielen Sprachen zusammen. Zwar gibt es seit der Kolonialisierung Bem√ľhungen, eine nationale Identit√§t zu schaffen, jedoch bleibt der wichtigste Bezugsrahmen f√ľr die meisten Einwohner die Familie und ihre Kultur. Die Mehrheit der Bev√∂lkerung stellen die Temne und Mende dar.

Im Jahre 2017 waren 1,3 % der Bevölkerung Ausländer.

Sprachen

Au√üer der Amtssprache Englisch gibt es in Sierra Leone viele weitere Sprachen, die vor allem von den jeweiligen Ethnien gesprochen werden. Etwa 10 Prozent sprechen das auf dem Englischen basierende Krio als Muttersprache; zudem dient es f√ľr die Mehrheit der Bev√∂lkerung als Lingua Franca. Die temnische Sprache wird von 30 Prozent der Bev√∂lkerung als Muttersprache gesprochen. Das Mende ist im S√ľden des Landes verbreitet. Weitere Sprachen sind Kono, Kissi, Limba, Susu, Bassa, Bom, Gola, Jalonke, Kirim, Fulfulde, Sherbro und Vai.

Ob das Bengali zu Ehren der bangladeschischen Friedensmission seit 2002 als offizielle oder Minderheitensprache Sierra Leones anerkannt sei, ist umstritten.

Religion

In Sierra Leone sind mehr als drei Viertel aller Bewohner muslimischen Glaubens, etwa 20 Prozent folgen christlichen Glaubensrichtungen. Traditionelle Religionen spielen kaum eine Rolle.

Bildungswesen

In Sierra Leone gilt auf Grundlage der Verfassung und des Bildungsgesetzes eine neunj√§hrige Schulpflicht. Allerdings macht ein Mangel an Schulen und Lehrern die Einhaltung der Schulpflicht kaum m√∂glich. Die Alphabetisierungsrate betrug 2015 48,1¬†% der erwachsenen Bev√∂lkerung (Frauen: 37,7¬†%, M√§nner: 58,7¬†%). In Sierra Leone stieg die mittlere Schulbesuchsdauer von 1,6 Jahren im Jahr 1990 auf 3,5 Jahre im Jahr 2017 an. Im August 2018 wurde die kostenlose Bildung im Primar- und Sekundarsektor angek√ľndigt. Eltern, die ihre Kinder dennoch nicht zur Schule schicken, wurde mit Haftstrafen gedroht.

Das sierra-leonische Schulsystem orientiert sich an dem Gro√übritanniens. Im Idealfall besuchen die Sch√ľler f√ľr sechs Jahre die Primary School (Grundschule), dann f√ľr drei Jahre die Junior Secondary School (Sekundarstufe I), anschlie√üend f√ľr ebenfalls drei Jahre die Senior Secondary School (Sekundarstufe II) und abschlie√üend vier Jahre lang die Tertiary Education (Terti√§re Stufe) oder eine Universit√§t.

Im Land befinden sich mehrere Universit√§ten. Das Fourah Bay College wurde im Jahre 1827 gegr√ľndet und ist die √§lteste Universit√§t in Westafrika, die Universit√§t von Makeni wurde urspr√ľnglich im September 2005 als The Fatima Institut gegr√ľndet, und die Njala Universit√§t in Bo wurde im Jahr 1910 als landwirtschaftliche Versuchsstation gegr√ľndet und 2005 zu einer Universit√§t umstrukturiert. Heute gibt es in den gr√∂√üeren St√§dten weiterf√ľhrende Colleges und technische Institute, die jedoch keinen international anerkannten Hochschulabschluss anbieten k√∂nnen. Dies ist den Universit√§ten von Sierra Leone vorbehalten.

W√§hrend des B√ľrgerkriegs in Sierra Leone wurden √ľber 1270 Schulen zerst√∂rt und 2001 besuchten nur rund ein Drittel der Schulpflichtigen die Schule. Zwischen 2001 und 2005 hat der Wiederaufbau vieler Schulen seit dem Ende des Krieges zu einer Verdopplung der Grundsch√ľler gef√ľhrt.

Mit Stand Mai 2020 gibt es etwa 1600 Vorschulen, 7000 Grundschulen, 1500 Schulen der Sekundarstufe I und 581 Schulen der Sekundarstufe II. 4750 von diesen werden durch religiöse Gemeinschaften oder privat betrieben und 2300 durch den Staat bzw. Kommunen.

Gesundheitswesen

Das staatliche Gesundheitswesen in Sierra Leone ist unzureichend ausgebaut und entspricht in keinem Bereich internationalen Anforderungen an Ausstattung und Hygiene. Die Gesundheitsversorgung wird zum Teil von Nichtregierungsorganisationen geleistet.

Die S√§uglingssterblichkeit ist im weltweiten Vergleich sehr hoch, wenngleich sie seit Jahrzehnten sinkt. Bis 2008 war sie die h√∂chste weltweit. Die M√ľttersterblichkeit ist mit 1360 von 100.000 M√ľttern ebenfalls extrem hoch und weltweit einmalig. Bei Komplikationen w√§hrend der Geburt ist ein Krankenhaus und die notwendige Hilfe h√§ufig nicht schnell genug erreichbar. 2010 wurde daher mit der Unterst√ľtzung des Vereinigten K√∂nigreiches und der UN ein Programm zur kostenlosen Versorgung von schwangeren Frauen und M√ľttern mit Kindern unter f√ľnf Jahren eingef√ľhrt. 2019 starben 81 von 1000 Kindern vor ihrem ersten Geburtstag. Die Kindersterblichkeitsrate lag bei 109 von 1000.

Große Teile der Bevölkerung haben kaum Zugang zu ausreichender Gesundheitsversorgung, vor allem in ländlichen Regionen. Neben der unzureichenden finanziellen Ausstattung ist Korruption ein großes Problem.

In Sierra Leone kommen immer wieder Epidemien von Gelbfieber, Cholera, Lassa-Fieber und Meningitis vor. Malaria ist ebenfalls weit verbreitet. Die Rate der HIV-positiven Erwachsenen wird mit etwa 1,4 Prozent (Stand 2017) angegeben.

Die Wasserversorgung stellt in Sierra Leone ein großes Problem dar. 2017 hatten knapp 76 Prozent der Stadtbevölkerung und 50 Prozent der Landbevölkerung bzw. insgesamt 61 Prozent der Gesamtbevölkerung Zugang zu einer verbesserten Wasserquelle. Die Wasserversorgung in ländlichen Gebieten ist fast nur durch Brunnen möglich. 50 Prozent der Landbevölkerung lebt von Oberflächenwasser. Nur 20 Prozent der städtischen und 1 Prozent der ländlichen Bevölkerung haben Wasserrohre in ihrem Haus.

Seit Anfang 2014 breitete sich in Sierra Leone, Liberia und Guinea das häufig tödlich endende Ebolavirus aus. Es handelt sich um die größte Ebolafieber-Epidemie seit Entdeckung des Virus im Jahr 1976. Am 7. November 2015 wurde das Land von der Welt-Gesundheitsorganisation WHO Ebola-frei erklärt, nachdem es 42 Tage lang keine Neuansteckungen gab. Bis dahin starben 3589 Menschen.

Laut offiziellen Angaben sind (Stand 1. September 2021) nur 121 Menschen an COVID-19 gestorben. Nur rund 20 Prozent der 15- bis 19-j√§hrigen Frauen nutzen Verh√ľtungsmittel.

Geschichte

Fr√ľhere Besiedlung

Arch√§ologische Funde zeigen, dass das Gebiet Sierra Leones bereits seit Tausenden von Jahren besiedelt ist. Die Bullom geh√∂ren mit den Lokos zu den ersten Einwohnern des heutigen Gebietes von Sierra Leone. Bis zum 14.¬†Jahrhundert waren die Krims und die Golas auch dort ans√§ssig. Erst w√§hrend des 15.¬†Jahrhunderts drangen die Mende und Temne in je zwei aufeinanderfolgenden Wellen in die Bullom- und Lokogebiete ein. Mitglieder der Mende wanderten im 18.¬†Jahrhundert aus Liberia aus und lie√üen sich im S√ľden Sierra Leones nieder. Im 19.¬†Jahrhundert r√ľckten die Yalunkas und die Fullas in die n√∂rdlichen Gebiete ein und verdr√§ngten die anderen Ethnien nach S√ľden und Osten.

Entdeckung und Sklavenhandel

1440 erreichte der erste Europ√§er, der portugiesische Seefahrer Gil Eanes, die K√ľste Sierra Leones. 1462 benannte der Portugiese Pedro da Cintra den zerkl√ľfteten (wild aussehenden) Gebirgszug an der K√ľste Serra Lyoa, also ‚ÄěL√∂wenberge‚Äú, woraus der Name des Staates entstand, der heute auf Portugiesisch Serra Leoa und auf Spanisch Sierra Leona geschrieben wird.

Mit der Ankunft der Portugiesen in Sierra Leone und der Eroberung von Teilen des amerikanischen Kontinents durch die Europ√§er bestand eine Nachfrage nach Arbeitskr√§ften, die mit Sklaven aus Westafrika gedeckt wurden. 1562 begann er mit dem ersten Sklavenschiff des englischen H√§ndlers John Hawkins. Engl√§nder dominierten fortan den Sklavenhandel an der westafrikanischen K√ľste, ab 1672 war es die British Royal African Company, welche befestigte St√ľtzpunkte an den Inseln Bunce und Sherbro errichteten. Viele Sklaven versuchten ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen und k√§mpften f√ľr ihre Freiheit. Ein bekanntes Beispiel war der ehemalige Sklave Sengbe Pieh, dessen Geschichte in Buchform ver√∂ffentlicht und verfilmt wurde. Mit seinem Aufstand auf dem Schiff Amistad gewann er viele Abolitionisten.

Islamisierung

Anfang des 18. Jahrhunderts breitete sich im n√∂rdlich gelegenen Gebiet des heutigen Guinea eine kriegerische und missionarische Form des Islam aus und das Reich Fouta Djallon entstand. Der Norden Sierra Leones wurde zunehmend islamisiert, w√§hrend die missionarischen Bem√ľhungen der Europ√§er an der K√ľste nur geringe Erfolge zeigten.

Die Errichtung der ‚ÄěProvince of Freedom‚Äú und die Kronkolonie des 19. Jahrhunderts

Ende des 18. Jahrhunderts lebten 5.000 bis 7.000 ehemalige Sklaven in englischen St√§dten und h√§ufig in √§u√üerster Armut. Die Abolitionisten entwickelten daraufhin die Idee, die ehemaligen Sklaven an einem Ort auf dem afrikanischen Kontinent anzusiedeln. Die Wahl fiel auf das Territorium der heutigen Hauptstadt Sierra Leones, Freetown. Hinzu kamen schwarze Loyalisten, die man¬†‚Äď in Dankbarkeit f√ľr ihre Dienste in den britischen Kolonialtruppen¬†‚Äď zun√§chst in Nova Scotia angesiedelt hatte, die sich dort aber (teils aufgrund von Anfeindungen durch ihre wei√üen Nachbarn) nicht halten konnten und so ebenfalls in die ‚ÄěProvince of Freedom‚Äú kamen, wie Sierra Leone damals genannt wurde. Neben der alten, sp√§ter aufgegebenen Hauptstadt Granville Town gr√ľndeten die Nova Scotian Settlers Freetown.

Mit dem Verbot des Sklavenhandels durch Gro√übritannien 1807 und dem Beginn der regelm√§√üigen Kontrollfahrten britischer Kriegsschiffe vor der westafrikanischen K√ľste zur Unterbindung dieses Handels wuchs die Bev√∂lkerung der Kronkolonie Sierra Leone betr√§chtlich. Befreite Sklaven, sogenannte ‚ÄěRecaptives‚Äú, wurden mit den Sklavenschiffen in ihre Kolonie zur√ľckgebracht. Unter ihnen waren Zehntausende von Schwarzen aus s√§mtlichen L√§ndern der Westk√ľste Afrikas, von Senegal bis Angola, die ihre je eigene Kultur mitbrachten. Obwohl die Neuangekommenen h√§ufig Kenntnisse der tropischen Landwirtschaft mitbrachten, siedelten sich viele von ihnen nicht in den D√∂rfern um Freetown an, da die Gegend f√ľr die Landwirtschaft kaum geeignet war. Viele blieben in Freetown, arbeiteten dort als Handwerker und bildeten eine eigene kreolisierte Bev√∂lkerungsgruppe. Andere handelten mit den Einwohnern des Hinterlandes. In Sierra Leone selbst sa√üen bereits seit 1808 Vertreter der kreolischen Bev√∂lkerung im sogenannten Gouverneursrat der Kolonie. 1893 bekam Freetown einen eigenen B√ľrgermeister.

Mende-Temne-Krieg

Die lokale Bev√∂lkerung begehrte wiederholt gegen die britischen Besatzer auf. Der Temne-Herrscher Bai Bureh (1840‚Äď1908) aus dem Norden des Landes gilt als der Anf√ľhrer des Mende-Temne-Kriegs, der 1898 begann. Tats√§chlich aber waren mehr ethnische Gruppen als die Mende und Temne im Krieg beteiligt.

W√§hrend die Briten die Absicht hatten, Bai Bureh gefangen zu nehmen, organisierte er einen zehnmonatigen Guerilla-Krieg gegen die britische Polizei und Armee. Das waren insbesondere die Kreolen. Mehrere hundert, nach anderen Angaben mehr als 1000 Menschen, √ľberwiegend Kreolen und unter ihnen viele Frauen und Kinder, wurden get√∂tet, bis der Porobund die K√§mpfer anwies, die Frauen zu verschonen. Der Aufstand wurde schlie√ülich von den britischen Kolonialherren niedergeschlagen, nachdem Bai Bureh gefunden wurde. Obwohl die Kreolen mitunter die Opfer des Krieges waren, stellten sie sich nach Kriegsende auf die Seite der Besiegten und unterst√ľtzen deren Forderungen. Bureh gilt heute als Nationalheld und ist auf vielen √∂ffentlichen Abbildungen wiederzufinden.

Unabhängigkeit

Die Verfassung von 1951 sah einen Legislativrat mit 30 teils direkt, teils indirekt gew√§hlten Mitgliedern vor. Davon waren 20 Sitze entweder den Europ√§ern vorbehalten oder gingen an die traditionellen Chiefs des Protektorats. Mitte der 1950er Jahre erlebte das Land vor dem Hintergrund rascher sozialer Umw√§lzungen schwere Unruhen. 1956 protestierten die 57 000 Diamantensch√ľrfer erfolgreich gegen Konzessionsvergaben der Regierung an den Sierra Leone Selection Trust. 1956 wurde im Einvernehmen von Kolonialverwaltung und Regierung das allgemeine Wahlrecht in Sierra Leone eingef√ľhrt, und 1958 kam es zum Ausscheiden der letzten Briten in der Regierung.

Eng verbunden mit der Entstehung des heutigen Staates ist der Name von Sir Milton Margai. Er f√ľhrte Sierra Leone nach Verhandlungen mit Gro√übritannien √ľber Verfassungsfragen am 27. April 1961 in die Unabh√§ngigkeit und wurde f√ľr seine Partei Sierra Leone People‚Äôs Party (SLPP) erster Premierminister. 1930 erhielt eine kleine Minderheit wohlhabender, gebildeter Frauen, die bestimmte Anforderungen an Eigentum und das Bezahlen von Steuern erf√ľllten, das Wahlrecht. Mit der Unabh√§ngigkeit wurde das allgemeine aktive und passive Wahlrecht am 27. April 1961 eingef√ľhrt. Nach Sir Milton Margais Tod 1964 √ľbernahm sein Halbbruder Sir Albert Margai das Amt. Gewaltsame Auseinandersetzungen f√ľhrten jedoch wenige Tage vor der Unabh√§ngigkeit zur Ausrufung des Ausnahmezustands. Nachdem ethnische Gegens√§tze folgten, beruhigte sich die Situation. 1968 √ľbernahm Siaka Stevens die Macht. Er trat 1985 zur√ľck.

B√ľrgerkrieg

Sierra Leone ist reich an Diamanten und Rohstoffen; die Macht befand sich seit der Unabh√§ngigkeit 1961 in den H√§nden weniger, die exklusiv von dem Diamantenreichtum profitierten und die Bev√∂lkerungsmehrheit kaum daran teilhaben lie√üen. Die starke Benachteiligung einzelner Bev√∂lkerungsgruppen f√ľhrte immer wieder zu Protesten. Die Protestierenden k√§mpften dabei auch gegen die Einparteienherrschaft mit Siaka Stevens. Solche Proteste endeten h√§ufig mit Eskalationen und schlie√ülich mit Auswanderung einzelner Gruppen. Die Probleme des Staates versch√§rften sich noch w√§hrend der anschlie√üenden Regierungszeit Joseph Saidu Momohs in den 1980er Jahren.

1991 begann die Rebellenbewegung Revolutionary United Front (RUF) den bewaffneten Kampf im Osten des Landes. Daraufhin verpflichtete Valentine Strasser vier Jahre sp√§ter das private Sicherheits- und Milit√§runternehmen Executive Outcomes (EO). Gemeinsam mit den Milizen konnte EO unter Einsatz √ľberlegener technischer Mittel wie Kampfhubschrauber die RUF schnell zur√ľckschlagen und die wichtigsten Devisenquellen, die Diamantenminen von Koidu, zur√ľckerobern und die dortige Zivilbev√∂lkerung befreien. Am 16. Januar 1996 putschte sich der Verteidigungsminister und General Julius Maada Bio an die Macht. Unter Bio konnten die B√ľrger erstmals seit 1967 wieder frei w√§hlen, was die RUF allerdings durch eine Terrorkampagne zu verhindern versuchte. Im November 1996 war die RUF schlie√ülich gezwungen, in Abidjan ein Friedensabkommen mit der Regierung Kabbahs zu unterzeichnen. Kabbah k√ľndigte diesen Vertrag jedoch im selben Jahr wieder. So wurde der F√ľhrer der gr√∂√üten Selbstverteidigungsmiliz, Chief Hinga Norman, unter Kabbah de facto zum Verteidigungsminister und organisierte die Milizen als Ersatzarmee unter der Sammelbezeichnung Civil Defence Forces (CDF), w√§hrend er die unzuverl√§ssige Armee massiv verkleinern wollte.

1997 ergriffen Offiziere unter F√ľhrung von Johnny Paul Koroma die Macht. Sie verb√ľndeten sich mit RUF und machten den Staat autorit√§r. Die Verfassung wurde au√üer Kraft gesetzt und Demonstrationen sowie die Gr√ľndung von Parteien wurde verboten. Kabbah musste ins Exil in Guinea ausweichen und suchte daraufhin internationale Hilfe. Die Staatsarmee wurde mit der Terrormiliz RUF zusammengeschlossen. Schlie√ülich griff die Westafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft ECOWAS im M√§rz 1998 in das Kriegsgeschehen ein und konnte die gew√§hlte Regierung mit Kabbah wieder einsetzen. Eine neue, zuverl√§ssigere Armee entstand unter dem Kommando der ECOWAS. Zur Unterst√ľtzung versammelten sich ECOWAS-Truppen im Land, wodurch die K√§mpfe zwischen CDF, Regierungsarmee, ECOWAS und Rebellen anhielten. Doch im Mai 1999 griffen Rebellen erneut die Hauptstadt Freetown an. Nach wochenlangen K√§mpfen in der Stadt gewann die Organisation ECOWAS wieder die Oberhand.

Im Juli 1999 unterzeichneten RUF und Regierung in Lom√© ein weiteres Friedensabkommen. Dadurch konnte die Gewalt jedoch zun√§chst nicht verhindert werden, die UNAMSIL-Friedensmission der Vereinten Nationen konnte die Gewalt zun√§chst nicht unter Kontrolle bringen. Daraufhin griffen britische Armeen in ihrer ehemaligen Kolonie ein und konnten die Situation entscheidend wenden. Zur gleichen Zeit konnte die UNAMSIL robust durchgreifen und der RUF-F√ľhrer Foday Sankoh wurde von britischen Soldaten gefangen genommen. Daraufhin konnte die Entwaffnung der Rebellen beginnen.

Das offizielle Ende des B√ľrgerkrieges wurde am 18. Januar 2002 verk√ľndet, zwei Tage nachdem die Errichtung des Sondergerichtshofs f√ľr Sierra Leone beschlossen worden war.

An der Folge des B√ľrgerkriegs starben unterschiedlichen Angaben zufolge zwischen 20.000 und 200.000 Menschen.

J√ľngere Geschichte

Am 18. Januar 2002 wurde im Rahmen einer Feierstunde im Nationalstadion, bei der mehrere tausend Waffen verbrannt wurden, das offizielle Ende des Rebellenkrieges verk√ľndet ‚ÄĒ zwei Tage zuvor war ein bilateraler Vertrag zwischen Sierra Leone und den Vereinten Nationen zur Errichtung des Sondergerichtshofs f√ľr Sierra Leone unterzeichnet worden. Ein vom United Nations High Commissioner for Refugees (UNHCR) initiiertes Repatriierungsprogramm f√ľr B√ľrgerkriegsfl√ľchtlinge wurde im Juli 2004 abgeschlossen. So konnten insgesamt fast 300.000 Fl√ľchtlinge in ihre Heimat zur√ľckkehren. 2005 zogen die UNAMSIL-Truppen ab. Stattdessen wurde das Integrierte B√ľro der Vereinten Nationen in Sierra Leone (UNIOSIL) geschaffen, das die Regierung unterst√ľtzen sollte und bei der Organisation der Wahlen im Jahr 2007 mithelfen sollte. Am 23. Juni 2006 wurde Sierra Leone als eines der ersten L√§nder vom UN-Sicherheitsrat auf die Agenda der 2005 ins Leben gerufenen Peacebuilding Commission (PBC) gesetzt.

Neuwahlen fanden am 11. August 2007 statt. Die jahrelang regierende Einheitspartei All People‚Äôs Congress (APC) ging als Sieger hervor und gewann 59 der 112 direkt gew√§hlten Sitze im Parlament. Die bisher regierende Sierra Leone People‚Äôs Party (SLPP) gewann hingegen √ľberraschenderweise nur 43 Sitze. Pr√§sident Ahmad Tejan Kabbah, der 2002 die Wahlen unter UN-Aufsicht gewonnen hatte, stellte sich nicht zur Wiederwahl. Als aussichtsreicher Kandidat galt der bisherige Vizepr√§sident Solomon Berewa, der jedoch bei der Wahl nur 38 Prozent gewann. Sein gr√∂√üter Herausforderer Ernest Bai Koroma von der APC gewann hingegen 44 Prozent. Bei der Stichwahl ging Koroma als Sieger hervor und wurde am 17. September 2007 als Pr√§sident vereidigt. Am 4. April 2018 wurde der Oppositionspolitiker Julius Maada Bio als neuer Staatspr√§sident vereidigt.

Zum 1. Oktober 2008 wurde UNIOSIL in das Integrierte Friedensschaffende B√ľro der Vereinten Nationen in Sierra Leone (UNIPSIL) umgewandelt. In der Resolution S/RES/2097/(2013) des UN Sicherheitsrates wurde das Mandat des UNIPSIL zum letzten Mal bis nun M√§rz 2014 verl√§ngert. Am 14. Juni 2010 sagte UN-Generalsekret√§r Ban Ki-Moon in Freetown: Sierra Leone represents one of the world‚Äôs most successful cases of post-conflict recovery, peacekeeping and peacebuilding. (√ľbersetzt etwa: ‚ÄěSierra Leone ist einer der weltweit erfolgreichsten F√§lle f√ľr Wiederaufbau, Friedenswahrung und Friedensaufbau nach einem Konflikt.‚Äú)

Politik

Politisches System

Sierra Leone ist nach der Verfassung von 1991 eine Pr√§sidialrepublik im Rahmen des Commonwealth. Staatsoberhaupt, Regierungschef und Oberbefehlshaber der Streitkr√§fte ist der Staatspr√§sident, der auf 5 Jahre direkt gew√§hlt wird. Falls er im ersten Wahlgang die erforderliche Mehrheit von 55 Prozent verfehlt, ist ein zweiter Wahlgang mit Stichwahl erforderlich. Das Parlament von Sierra Leone besteht aus einer Kammer und hat 124 Sitze, von denen 112 Abgeordnete gleichzeitig mit dem Pr√§sidenten alle 5 Jahre direkt gew√§hlt werden und 12 f√ľr Stammesh√§uptlinge (die sogenannten Paramount Chiefs) reserviert werden.

Die beiden einflussreichsten Parteien sind der derzeit regierende All People‚Äôs Congress (APC), die fr√ľhere Einheitspartei, sowie die Volkspartei Sierra Leones (Sierra Leone People‚Äôs Party, SLPP), die gr√∂√üte Oppositionspartei. Des Weiteren gibt es die ebenfalls mitregierende Volksbewegung f√ľr Demokratischen Wandel (People‚Äôs Movement for Democratic Change, PMDC), die Partei f√ľr Frieden und Befreiung (PLP), die Partei der Vereinigten Revolution√§ren Front (RUFP) und die Vereinigte Nationale Volkspartei (UNPP).

Rechtssystem

Die Gesetzgebung in Sierra Leone basiert auf dem britischen Common Law. In l√§ndlichen Gebieten mit muslimischer Mehrheit gilt teilweise auf lokaler Ebene noch die Scharia. Gleichgeschlechtliche Liebe und gleichgeschlechtlicher Geschlechtsverkehr sind f√ľr M√§nner verboten, werden aber kaum noch strafrechtlich verfolgt.

Die Todesstrafe bestand f√ľr schwerste Vergehen wie Mord und Landesverrat, wurde allerdings Ende Juli 2021 vom Parlament einstimmig abgeschafft.

Die Richter f√ľr die drei h√∂chsten Gerichte werden vom Pr√§sidenten ernannt, m√ľssen aber vom Parlament best√§tigt werden. Die Gerichte der Chiefdoms sind mit Laienrichtern besetzt. Gegen Urteile dieser Gerichte kann Berufung eingelegt werden. Der Mangel an Richtern f√ľhrt immer wieder zur Aus√ľbung von Selbstjustiz.

Die Polizei und das Ministry of Internal Affairs, Local Government and Rural Development sind f√ľr die innere Sicherheit des Landes zust√§ndig. Allerdings kommt dort Korruption h√§ufig vor.

Menschenrechte

Die Sicherheitslage nach den Kommunalwahlen 2009 in Sierra Leone wird von Amnesty International als stabil beschrieben und auch gibt es Erfolge bei der Bekämpfung der Korruption im Lande zu verzeichnen.

Bei gewaltt√§tigen Auseinandersetzung zwischen den politischen Gruppen kommt es jedoch immer wieder zu schweren sexuellen √úbergriffen und Vergewaltigungen. Laut einem Bericht der Menschenrechtsorganisation Amnesty International von 2010 gibt es in Sierra Leone nach wie vor sexuelle und geschlechtsspezifische Gewalt gegen Frauen. Gef√§hrliche traditionelle Praktiken wie die weibliche Genitalverst√ľmmelung finden weiter Anwendung. Obwohl sich einige traditionelle F√ľhrungspers√∂nlichkeiten f√ľr die Abschaffung der Genitalverst√ľmmelung bei Frauen aussprachen, ist sie weiterhin noch sehr weit verbreitet.

Homosexuelle werden in Sierra Leone verfolgt, gedem√ľtigt und mit Haftstrafen bis zu lebenslanger Dauer bestraft (siehe Homosexualit√§t in Sierra Leone). 2004 wurde die Menschenrechtsaktivistin und Leiterin der Sierra Leone Lesbian and Gay Association Fannyann Eddy ermordet in ihrem B√ľro aufgefunden. Im November 2013 erkannte der Europ√§ische Gerichtshof Homosexualit√§t als Asylgrund unter anderem f√ľr einen Mann aus Sierra Leone an, da dieser strafrechtlich verfolgt wird.

Außenbeziehungen

Das sierra-leonische Au√üenministerium (englisch Ministry of Foreign Affairs and International Cooperation) ist f√ľr die Au√üenpolitik von Sierra Leone verantwortlich. Sierra Leone hat diplomatische Beziehungen mit China, Libyen, Iran, Kuba und allgemein gute Beziehungen mit dem Westen der Welt, einschlie√ülich mit den Vereinigten Staaten. Au√üerdem hat das Land historische Beziehungen mit dem Vereinigten K√∂nigreich und anderen ehemals gehaltenen britischen Kolonien durch die Mitgliedschaft im Commonwealth of Nations. Das Vereinigte K√∂nigreich hat eine wichtige Rolle in der Geschichte Sierra Leones gespielt. Dank der Hilfe Gro√übritanniens konnte der blutige B√ľrgerkrieg beendet werden.

Der ehemalige Pr√§sident Siaka Stevens hat schon immer engere Beziehungen mit den Nachbarl√§ndern Sierra Leones gesucht. Zusammen mit Liberia, Guinea und der Elfenbeink√ľste bildet Sierra Leone die Mano River Union (MRU). Sie wurde in erster Linie gegr√ľndet, um Entwicklungsprojekte durchzuf√ľhren und die regionale wirtschaftlichen Integration zwischen den vier L√§ndern zu f√∂rdern.

Beziehungen zu Deutschland

Die Bundesrepublik Deutschland hat Sierra Leone unmittelbar nach Erlangung seiner Unabhängigkeit 1961 völkerrechtlich anerkannt und eine Botschaft in Freetown eröffnet. Im Jahre 2002 besuchte der damalige Präsident Kabbah die Bundesrepublik. Im Februar 2011 reiste der damalige Präsident Ernest Koroma nach Deutschland.

Nationale Symbole

Am 27. April 1961 wurde die Flagge mit der Unabh√§ngigkeit von Gro√übritannien eingef√ľhrt. Die Flagge besteht aus horizontalen Streifen: oben gr√ľn, in der Mitte wei√ü und unten blau. Das Gr√ľn stellt die Natur und die Landwirtschaft, das Wei√ü die Einheit und die Gerechtigkeit und das Blau die K√ľste des Landes dar.

Der L√∂we ist das Wappentier Sierra Leones. Im gr√ľnen Schildteil, der von zwei goldenen L√∂wen gehalten wird, befindet sich ein weiterer goldener L√∂we und au√üerdem die drei Farben der Nationalflagge. Oben auf dem Schild sind drei Fackeln zu sehen, die die Freiheit symbolisieren. Die zwei L√∂wen, die als Schildhalter fungieren, halten einen √Ėlpalmbaum mit vier Fr√ľchten in ihren H√§nden. Darunter steht auf einem wei√üen Band das Motto von Sierra Leone: Unity, Freedom, Justice (Einheit, Freiheit, Gerechtigkeit).

Die Nationalhymne High We Exalt Thee, Realm of the Free wurde von Clifford Nelson Fyle geschrieben und von John Akar komponiert.

Streitkräfte

Die nach Ende des B√ľrgerkrieges 2002 gegr√ľndeten Sierra Leone Armed Forces sind die Streitkr√§fte Sierra Leones. Sie untergliedern sich in die Teilstreitkr√§fte Heer, Marine und Luftstreitkr√§fte. Die Gesamttruppenst√§rke bel√§uft sich auf etwa 13.000 Freiwillige, eine Wehrpflicht gibt es nicht. Sierra Leone gab 2017 knapp 0,7 Prozent seiner Wirtschaftsleistung oder 29 Millionen US-Dollar f√ľr seine Streitkr√§fte aus. Das Hauptquartier der Armee und das Verteidigungsministerium befinden sich in Freetown.

Wirtschaft

Etwa 70 Prozent der Bev√∂lkerung leben in extremer Armut und m√ľssen mit weniger als einem US-Dollar am Tag auskommen. Folglich belegt die ehemalige britische Kolonie seit Jahren den letzten Platz auf der Liste des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen, gleichbedeutend mit dem Status des am wenigsten entwickelten von 179 untersuchten L√§ndern (siehe auch Least Developed Countries). Nur 2,207 Millionen Menschen, etwa ein Drittel der Bev√∂lkerung, sind erwerbst√§tig. Die Verschuldung im Ausland betr√§gt 1,61 Milliarden US-$. Zwei Drittel der Bev√∂lkerung betreibt Subsistenzwirtschaft. Im Global Competitiveness Index, der die Wettbewerbsf√§higkeit eines Landes misst, belegt Sierra Leone Platz 132 von 138 L√§ndern (Stand 2016‚Äď17). Im Index f√ľr wirtschaftliche Freiheit belegt das Land 2017 Platz 145 von 180 L√§ndern.

Die W√§hrung in Sierra Leone ist der Leone. Die Zentralbank des Landes, die Bank of Sierra Leone, befindet sich in der Hauptstadt Freetown. Diese gibt M√ľnzen zu 100 und 500 Leones und Banknoten zu 500, 1000, 2000, 5000 und 10.000 Leones heraus. Die Nutzung von Kreditkarten ist begrenzt, auch wenn sie in einigen Hotels und Restaurants verwendet werden k√∂nnen.

Export-Partner sind Belgien, Deutschland und die USA; Import-Partner sind Deutschland, Elfenbeink√ľste, das Vereinigte K√∂nigreich, die USA, China, die Niederlande und S√ľdafrika. Sierra Leone ist Mitglied der International Cocoa Organization, der ECOWAS und der WTO. Mit den Nachbarl√§ndern Liberia und Guinea bildet das Land die Mano River Union.

Die Arbeitslosigkeit betrug 2015 8,6 Prozent.

Landwirtschaft und Fischerei

F√ľr den √ľberwiegenden Teil der Bev√∂lkerung ist die Landwirtschaft die Existenzgrundlage. Man wendet dabei Brandrodung und Wanderhackbau an. Allerdings werden nur etwa 6 Prozent der Fl√§che landwirtschaftlich genutzt. Haupts√§chlich wird dabei Reis, Hirse und Maniok produziert, meist f√ľr den Eigenbedarf. F√ľr den Export sind Kaffee, Palmkerne und Kakao bestimmt. Knapp 1,3 Millionen Hektar wurden f√ľr die Landwirtschaft genutzt (Stand 2015). Hiervon wurden 871.000 Tonnen landwirtschaftliche Produkte gewonnen.

Der Fischfang nimmt wegen der noch fischreichen K√ľste ebenfalls eine wichtige Rolle in Sierra Leone ein. Der Fisch, vor allem Hering und Thunfisch, wird frisch oder getrocknet, beziehungsweise ger√§uchert, verkauft. Die Statistik der FAO geht von einem Fang von ca. 200.000 t j√§hrlich aus. Der Fischereisektor tr√§gt zu 10 Prozent zum BIP bei und besch√§ftigt rund eine halbe Million Menschen in Sierra Leone.

Rohstoffe

Das Land ist reich an Bodensch√§tzen wie Bauxit, Braunkohle, Chrom, Diamanten, Eisenerz, Gold, Graphit, Columbit, Mangan, Molybd√§n, Platin, Rutil (Titanoxid) und Rhodium. Mit dem Beginn der Rebellen√ľbergriffe aus Liberia im Jahre 1991 kam die formelle Diamantenf√∂rderung praktisch zum Stillstand. Eisenerz wird seit 1985 wegen mangelnder Auslandsnachfrage nicht mehr gef√∂rdert. Der Export von Gold und Diamanten wird durch die hohe Schmuggelt√§tigkeit sehr stark beschr√§nkt.

Wirtschaftssektoren

Staatshaushalt

Der Staatshaushalt umfasste im Jahr 2016 Ausgaben von umgerechnet 739 Mio. US-Dollar, dem standen Einnahmen von umgerechnet 558 Mio. US-Dollar gegen√ľber. Daraus ergibt sich ein Haushaltsdefizit in H√∂he von 4,5 Prozent des BIP.
Die Staatsverschuldung betrug 2006 1,6 Mrd. US-Dollar oder 125,0 Prozent des BIP, seitdem wurden Sierra Leone große Teile der Staatsschulden erlassen. 2016 betrug die Staatsverschuldung 53,4 % der BIP.

2010 betrug der Anteil der Staatsausgaben (in Prozent des BIP) folgender Bereiche:

  • Gesundheit: 11,1 Prozent
  • Bildung: 3,8 Prozent (2005)
  • Milit√§r: 2,3 Prozent

Infrastruktur

Verkehr

In Sierra Leone besteht Rechtsverkehr. Es gibt 11.300 Kilometer Straßen, von denen 1234 Kilometer (etwa elf Prozent) asphaltiert sind. Der Zustand der Straßen entspricht zu einem großen Teil nicht westlichen Standards. Die kaum ausgebaute Infrastruktur der Straßen behindert zudem den Handel außerhalb der größeren Städte. So sind während der Regenzeit viele Straßen unpassierbar, was die Erreichbarkeit ländlicher Gebiete erschwert.

Neben dem Internationalen Flughafen Lunghi bei Freetown verf√ľgt Sierra Leone √ľber weitere Landepl√§tze. Am 22. M√§rz 2006 ordnete die Europ√§ische Kommission durch Verordnung ein Betriebsverbot in der Europ√§ischen Union f√ľr s√§mtliche in Sierra Leone registrierten Fluggesellschaften an, das bis heute wirksam ist (Stand 2021). Aus Sicht der Kommission verf√ľgt Sierra Leone √ľber kein angemessenes System zur Beaufsichtigung seiner Luftfahrtunternehmen oder deren Luftfahrzeuge und nicht √ľber die technische Kapazit√§t oder die Mittel zur Durchf√ľhrung dieser Aufgabe. Die Fluggesellschaften des Landes haben ihren Betrieb nach und nach eingestellt. Zum Ende des Jahres 2021 verf√ľgt Sierra Leone √ľber keine aktive Fluggesellschaft mehr. Die Flugh√§fen werden von ausl√§ndischen Airlines angeflogen.

Im September 2014 hatten viele St√§dte Sierra Leones, einschlie√ülich Kailahun, Kenema, Bombali, Tonkolili und Port Loko, Reisebeschr√§nkungen, die auf die Ebola-Epidemie zur√ľckzuf√ľhren sind.

Der öffentliche Schienenverkehr in Sierra Leone wurde 1974 eingestellt und beschränkt sich derzeit auf ein privates Schienennetz von 120 Kilometern Länge.

Sierra Leone verf√ľgt au√üerdem √ľber circa 800 Kilometer schiffbare Wasserwege. Zu den wichtigsten H√§fen geh√∂ren der Hafen Freetown und Hafen Pepel.

Energie

Im Jahr 2005 wurden 250 Millionen kWh elektrische Energie erzeugt, wobei die Erzeugung seit 20 Jahren stagniert. Die Energie stammt zur G√§nze aus W√§rmekraftwerken. Die Infrastruktur wurde w√§hrend des B√ľrgerkrieges besch√§digt und der Neubau verz√∂gert. Die Regierung sucht momentan M√∂glichkeiten, die Infrastruktur mit Hilfe der internationalen Gemeinschaft wieder aufzubauen; eine durchg√§ngige √∂ffentliche Stromversorgung ist, nach jahrelanger Elektrizit√§tskrise, erst seit Weihnachten 2007 offiziell in Freetown sichergestellt, wird jedoch praktisch maximal 4 Stunden am Tag zur Verf√ľgung gestellt. Ende 2009 wurde nach mehr als 30 Jahren der Planung und des Baus das ‚ÄěBumbuna Hydro Power Plant‚Äú fertiggestellt.

2015 hatten 13,5 Prozent der Bevölkerung Zugang zu Elektrizität. Bis 2030 soll dieses auf 30 Prozent gesteigert werden. Hierzu ist das Wasserkraftprojekt Bumbuna II mit einer Kapazität von 143 Megawatt geplant. Derzeit (Stand 2015) betrug die installierte Kapazität in Sierra Leone etwa 100 Megawatt.

Bis Ende 2016 soll etwa ein Viertel des erzeugten Stroms aus erneuerbaren Energien, vor allem aus Solarenergie, stammen. In der Nähe der Hauptstadt Freetown soll mit sechs Megawatt Leistung Westafrikas größter Solarpark entstehen. Solarenergie spielt auch zur Beleuchtung von Straßen, zum Beispiel in Koindu, eine zunehmend größere Rolle.

Bauwerke

Kultur

Medien

Bei der Rangliste der Pressefreiheit 2017, welche von Reporter ohne Grenzen herausgegeben wird, belegte Sierra Leone Platz 85 von 180 Ländern.

In den 1980er Jahren wurde ein fast landesweites Fernsehnetz durch die europ√§ische Entwicklungshilfe aufgebaut. Das Studio hierf√ľr befand sich in Freetown, die Verteilung erfolgte √ľber Relaisstellen. Das Fernsehnetz konnte sich jedoch nicht lange halten und wurde bereits wenige Jahre darauf wieder abgeschaltet. Die nationale Telefongesellschaft wurde bis 1988 von der britischen Cable & Wireless unterst√ľtzt, ab 1989 erfolgte eine Unterst√ľtzung und Durchf√ľhrung von Restrukturierungsma√ünahmen durch die Deutsche Telekom.

Ein weiteres wichtiges Medium, das sowohl in den St√§dten als auch in den D√∂rfern eine essentielle Rolle spielt, ist das Radio, welches speziell nach dem B√ľrgerkrieg an Bedeutung gewann.

Zugang zum Internet hatten 2016 nur 2,4 % der Bevölkerung.

Kunst

Kunst in Sierra Leone hat eine lange Tradition des Schnitzens und zeremonieller Arbeiten wie Masken und T√ľcher. Sie ist eine Mischung aus traditionellen und hybriden afrikanischen und westlichen Stilen.

Literatur

Es gibt eine reiche Tradition an Gedichten und Erzählungen, die meisten sind in lokalen Sprachen oder Krio geschrieben. Die bekanntesten zeitgenössischen Schriftsteller des Landes sind Ishmael Beah und Syl Cheney-Coker. Die britische Schriftstellerin Aminatta Forna hat Vorfahren aus Sierra Leone.

Musik

In Bars sind immer wieder Auftritte von bekannten Musikern zu sehen. Die bekannten Refugee All Stars spielen regelm√§√üig auf internationalen Festivals und in sierra-leonischen Clubs. Beginnend mit Friedenskonzerten entstand in Sierra Leone eine sehr lebendige Musikszene. So wurden in den Jahren nach dem Krieg in den Radios √ľberwiegend sierra-leonische Musik gespielt. Mittlerweile wird wieder mehr internationale Popmusik gespielt, was auch auf die neuen sierra-leonischen Copyright-Gesetze zur√ľckzuf√ľhren ist.

Film und Tanz

In sierra-leonischen Kinos werden hauptsächlich Übertragungen von Fußballspielen und Nollywood-Filme gezeigt. Angelehnt an die aus Nigeria stammenden Nollywood gibt es erste in Sierra Leone produzierte Sollywood-Filme. 2012 fand das Sierra Leone International Film Festival statt.

Ein herausragendes Merkmal des kulturellen Lebens in Sierra Leone ist der Tanz. Es gibt sehr viele Theatergruppen im ganzen Land verteilt. Neben Unterhaltung und traditionellen Inhalten beschäftigen sich die Texte auch mit der Vermittlung von Wissen, Gesundheitsaufklärung und mit der Friedenssicherung. Besonders bekannt sind die Freetong Players.

K√ľche

Reis ist das Grundnahrungsmittel in Sierra Leone und wird dort praktisch jeden Tag gegessen. Eint√∂pfe sind ebenfalls ein wesentlicher Bestandteil und werden auch als Nationalgericht bezeichnet. Solche Eint√∂pfe bestehen aus H√ľhnerfleisch, gebratenem Fisch und Gem√ľse, die mit Cashewn√ľssen und Erdn√ľssen gew√ľrzt werden. Alternativ k√∂nnen in den Eintopf Cassava-Bl√§tter, die zun√§chst gewaschen und vor dem Kochen fein zerkleinert werden, hineingetan werden. Um dem Ganzen einen exquisiten Geschmack zu verleihen, wird Kokos√∂l anstelle von Palm√∂l verwendet.

Ingwerbier ist in Sierra Leone ein typisches Getr√§nk. Es wird in der Regel selbstgebraut und mit reinem Ingwer und ges√ľ√ütem Zucker abgeschmeckt. Gelegentlich werden Nelken oder Limetten f√ľr den Geschmack hinzugef√ľgt.

Sport

Fu√üball ist mit Abstand die beliebteste Sportart in Sierra Leone. Die Sierra-leonische Fu√üball-Nationalmannschaft, im Volksmund bekannt als die Leone Stars, vertritt das Land in internationalen Wettbewerben. Sie hat sich noch nie f√ľr eine Weltmeisterschaft qualifiziert, nahm aber 1994 und 1996 an der Fu√üball-Afrikameisterschaft teil. Im Jahr 2009 erlangte das U-19-Team von Sierra Leone den zweiten Platz in der afrikanischen U-19-Meisterschaft in Sambia. Die meisten Fu√üballer der Nationalmannschaft √ľben ihren Berufsfu√üball in der landeseigenen Sierra Leone Premier League aus, einige spielen auch f√ľr Teams in Europa. Auch Rugby Union wird in Sierra Leone, organisiert durch die Sierra Leone National Rugby Association gespielt.

Siehe auch

Literatur

  • John Birchall et al: Journal of Sierra Leone Studies, Makeni University, 2012‚Äď2019. ([6])
  • S. Balimo Jalloh: Sierra Leone ‚ÄĒ Ein L√§nderbericht. New Africa Verlag, Bergisch Gladbach 1995.
  • S. Balimo Jalloh: Conflicts, Resources and Social Instability in Subsahara Africa. The Sierra Leone Case. In: Internationales Afrikaforum, 37. Jg. 2/2001, S. 166‚Äď180.
  • S. Balimo Jalloh: The Sierra Leone Regiment, The Royal West African Frontier Force and the Burma War. An Exploratory Essay. In: Internationales Afrikaforum, 40 Jahrgang, Heft 4/2004, S. 369‚Äď378.

Weblinks

  • Datenbank inhaltlich erschlossener Literatur zur gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Situation in Sierra Leone
  • Regierung von Sierra Leone (englisch, nicht erreichbar)
  • Website des Pr√§sidenten von Sierra Leone (englisch)
  • Informationen auf der Seite des Ausw√§rtigen Amtes
  • Juliane Westphal: Sierra Leone auf LIPortal

Einzelnachweise



Quelle: Wikipedia

 

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Flagge: Sierra Leone

Name englisch: Sierra Leone
Hauptstadt: Freetown
Kfz: SLE
ISO: SL
ISO3: SLE
Fläche: 71740 km²
Tld: .sl
Wärung Einheit: SLL
Währung: Leone
Vorwahl: 232

Ausdehnung / Grenzen (nach WGS 84 dezimal):
nördlichster Punkt: 9.9999724
südlichster Punkt: 6.8990253
westlichster Punkt: -13.3020067
östlichster Punkt: -10.271651


 
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