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Staat Informationen : Sierra Leone

Informationen:


Sierra Leone (deutsch [siˈɛʁa leˈoːnə], englisch [sÉȘˈɛəÉčə lÉȘˈoʊni], [sÉȘˈɛəÉčə lÉȘˈoʊn]), offiziell Republik Sierra Leone (englisch Republic of Sierra Leone), ist ein Staat in Westafrika, der im Norden und Osten an Guinea, im SĂŒdosten an Liberia und im Westen an den Zentralatlantik grenzt. Die Hauptstadt und grĂ¶ĂŸte Stadt des Landes ist Freetown.

Nach einem Jahrzehnt blutigen BĂŒrgerkrieges von 1991 bis 2002, der zehntausende Todesopfer forderte, ist das Land mit seinem Wiederaufbau und der Aufarbeitung der jĂŒngeren Geschichte beschĂ€ftigt. Das Land ist hoch verschuldet und zĂ€hlt zu den Ă€rmsten LĂ€ndern der Welt. Der Index der menschlichen Entwicklung zĂ€hlt Sierra Leone zu den niedrig entwickelten LĂ€ndern. Die 2014 ausgebrochene Ebolafieber-Epidemie hat die humanitĂ€re Notlage weiter verschlimmert.

Im Gegensatz zu der weiter nördlich gelegenen Sahelzone bestanden im Gebiet des heutigen Sierra Leone keine Großreiche wie das Malireich. Im 17. Jahrhundert dominierten die EnglĂ€nder den Sklavenhandel an der sierra-leonischen KĂŒste. 1808 wurde die Halbinsel formell zur britischen Kronkolonie erklĂ€rt. Nachdem das Land 1961 die UnabhĂ€ngigkeit von Großbritannien erlangt hatte, wurde es knapp zehn Jahre spĂ€ter nach heftigen Kontroversen zur Republik erklĂ€rt.

Etymologie und Verwendung des Namens

Der portugiesische Entdecker Pedro da Cintra erreichte die sierra-leonische KĂŒste im Jahre 1460. Der von da Cintra verliehene Name Serra Lyoa stammt aus dem Portugiesischen und bedeutet „Löwengebirge“. Er bezog sich ursprĂŒnglich nur auf die gebirgige Region sĂŒdlich von Freetown, wurde aber schon kurze Zeit nach der Entdeckung als Toponym fĂŒr den ganzen KĂŒstenabschnitt der heutigen Western Area verwendet.

Wie Duarte Pacheco Pereira mitteilt, hatte da Cintra nach eigener Auskunft den Gebirgszug so benannt, weil ihm die Gebirgslandschaft „rau und wild“ erschien und er damit metaphorisch einen Löwen assoziierte. Im Laufe des 16. Jahrhunderts wurde der Name von englischen Seeleuten in Sierra Leoa und spĂ€ter in Sierra Leone geĂ€ndert.

Laut StAGN heißen im deutschsprachigen Raum Personen dieses Landes Sierra-Leoner oder Sierra Leoner.

Geographie

Das Land liegt in Westafrika an der westafrikanischen AtlantikkĂŒste und besetzt die Breitengrade von 7°–10° nördlicher Breite und die LĂ€ngengrade von 10°–13° westlicher LĂ€nge.

Sierra Leone grenzt im Nordwesten, Norden und Nordosten an Guinea und im SĂŒdosten an Liberia. Im Westen und SĂŒdwesten liegt der Atlantik. Die Landesgrenzen sind insgesamt 1495 Kilometer lang, davon 794 Kilometer mit Guinea und 299 Kilometer mit Liberia. Die KĂŒstenlĂ€nge belĂ€uft sich auf 402 Kilometer.

Eine bis zu 110 Kilometer breite Ebene zieht sich an der KĂŒste entlang, auf der Freetown Peninsula erheben sich die Löwenberge (portugiesisch Serra Lyoa) mit dem Picket Hill als höchster Erhebung (888 Meter). Einigen KĂŒstenregionen sind bis zu 112 km lange SandbĂ€nke vorgelagert. Hinter der feuchten KĂŒstenebene beginnt das zum Teil landwirtschaftlich genutzte Waldgebiet. Das Land steigt zu den östlichen Guinea Highlands an, einem Hochplateau mit Erhebungen von ĂŒber 1830 Meter in den Loma Mountains und Tingi Hills. Der höchste Berg ist der Bintumani mit 1948 Meter.

Die wichtigsten Inseln und Inselgruppen sind:

  • Banana Islands
  • Turtle Islands
  • Sherbro-Insel
  • Inseln, z. B. Tasso, im MĂŒndungsgebiet des Sierra Leone River

Die grĂ¶ĂŸten StĂ€dte in Sierra Leone sind (Stand 2015): Freetown mit 1,056 Millionen Einwohnern, Waterloo mit 208.000, Kenema mit 200.000, Bo mit 174.000, Port Loko mit 160.000, Koidu-Sefadu mit 128.000 und Makeni mit 126.000 Einwohnern.

Klima

Das Klima ist tropisch-feucht mit NiederschlĂ€gen bis zu 5000 Millimeter (entspricht Liter pro mÂČ) pro Jahr an den KĂŒstenregionen und gehört damit zu den feuchtesten Regionen Westafrikas. Das Jahr unterteilt sich in eine Regen- und eine Trockenzeit. Da Sierra Leone nördlich des Äquators liegt, beginnt die Regenzeit des westafrikanischen Monsuns Mitte Mai und ist gekennzeichnet durch tĂ€gliche Gewitter und RegenfĂ€lle. In den Monaten August und September kann es auch ununterbrochen regnen.

Mitte Oktober beginnt die Trockenzeit, NiederschlĂ€ge werden seltener. Im Dezember und Januar ist das Klima durch den Harmattan geprĂ€gt, einem Wind aus der Sahara, der Staub und kĂŒhle Luft mit sich bringt. Februar, MĂ€rz und April sind die heißesten Monate mit seltenen NiederschlĂ€gen.

Die durchschnittlichen Temperaturen liegen im Norden des Landes in Kabala bei 25,5 °C, im SĂŒden in Bo liegen sie zwischen 20 und 37 °C, an der KĂŒste in Freetown zwischen 23 und 32 °C. Das KĂŒstenklima in Freetown ist tendenziell milder und angenehmer als im Inland.

Wegen des Harmattans sprechen die Einheimischen auch von drei Jahreszeiten: rainy season (Regenzeit), harmattan season (windige Zeit) und dry season (Trockenzeit).

FlĂŒsse

Das gesamte niederschlagsreiche Land entwĂ€ssert ĂŒberwiegend relativ geradlinig von Nordosten nach SĂŒdwesten in den Atlantik. Die meisten FlĂŒsse in Sierra Leone sind kleinere bis mittlere KĂŒstenflĂŒsse oder deren NebenflĂŒsse. Es gibt sieben grĂ¶ĂŸere FlĂŒsse, von denen sechs ihr Quellgebiet in, beziehungsweise an der Grenze, zu Guinea haben. Der Mano und der Moa entspringen auf oder am Rand der Hochebene von Beyla, der Little Scarcies (Kava; Kaba) und der Great Scarcies (KolentĂ©) auf Beziehungsweise am Rande des Fouta Djallon. Dabei bilden der Great Scarcies, der Moa, der Mano und deren NebenflĂŒsse, Teile der sĂŒdlichen und nördlichen Landesgrenze. Die nordöstliche Landesgrenze entspricht der Einzugsgebietsgrenze zum Fluss Niger, wo die beiden FlĂŒsse Rokel (Seli) und Sewa ihre Quellgebiete haben. Ausnahme ist der Taia (Jong; Taye), der mitten im Land seine Quellen hat.

Eine Besonderheit der Region ist, wie auch in den benachbarten LĂ€ndern, dass die FlĂŒsse hĂ€ufig in Ästuare wie den Sherbro oder den Sierra Leone River mĂŒnden.

Flora

Sierra Leone verfĂŒgt aufgrund unterschiedlichster Habitate von KĂŒstengebieten ĂŒber MangrovensĂŒmpfe und Savannen bis zum primĂ€ren und sekundĂ€ren Urwald ĂŒber eine reichhaltige Flora und Fauna. Im Norden befinden sich heiße Savannen, wo wĂ€hrend der Regenzeit sogenanntes Elefantengras wĂ€chst. Im SĂŒden findet sich niedriges Gras wieder, im SĂŒdosten befinden sich RegenwĂ€lder mit hohem Gras. Der Großteil dieser RegenwĂ€lder ist sekundĂ€r.

Wichtigster Baum im Sumpfland ist die Rote Mangrove, die bis zu 30 m Höhe erreicht. Die Ölpalme ist im ganzen Land verbreitet und wichtig fĂŒr die Bevölkerung, da das Öl der Pflanze sowohl fĂŒr den Eigenbedarf als auch fĂŒr den Verkauf gebraucht wird. Weitere wichtige Nutzpflanzen sind MangobĂ€ume, RosenapfelgewĂ€chse, Guaven und Papaya (lokale Bezeichnung: „Pawpaw“).

Fauna

WĂ€hrend des BĂŒrgerkriegs wurden viele Wildtiere fĂŒr sogenanntes Bushmeat getötet. War bis vor dem Krieg die Fauna von Wildtieren geprĂ€gt, sind nach dem BĂŒrgerkrieg nur noch kleine Populationen oder gar keine Vertreter ĂŒbrig geblieben. Der grĂ¶ĂŸte Vertreter der Familie der SĂ€ugetiere ist der Elefant. Vereinzelt trifft man auf Zwergantilopen.

Das Zwergflusspferd kommt fast nur in Sierra Leone und dem Nachbarland Liberia vor, in Sierra Leone lebt es auf Tiwai Island und ist nur nachts anzutreffen. In den FlusslĂ€ufen leben ebenfalls verschiedene Krokodilarten, die grĂ¶ĂŸte ist das Nilkrokodil. Weiterhin sind Panzer- und Stumpfkrokodile zu finden. Sierra Leone gilt als eines der artenreichsten RĂŒckzugsgebiete von Primaten weltweit.

Administrative Gliederung

Sierra Leone ist aufgeteilt in die vier Provinzen (Provinces; bis Mitte 2017 drei) Northern, North West, Southern und Eastern sowie das Gebiet (Area) um die Hauptstadt Freetown (Western Area). Die Western Area besteht aus der ehemals britischen Kronkolonie mit Freetown und der Halbinsel. Die Provinzen sind wiederum in insgesamt 16 Distrikte (bis Mitte 2014 14) und diese in 190 (bis Mitte 2017 149) Kommunalvolksgebiete (Chiefdoms) aufgeteilt. Die Chiefdoms besitzen eigene ZustÀndigkeiten hinsichtlich Polizeigewalt und Rechtsprechung.

Bevölkerung

Demographie

Im Jahr 2015 belief sich die Bevölkerung auf etwa 7,076 Millionen Menschen, die Wachstumsrate pro Jahr betrĂ€gt etwa 2,1 Prozent. Die Gesamtbevölkerung hat sich von 1960 bis heute fast verdreifacht und seit 1985 verdoppelt. Die Bevölkerungsdichte in Sierra Leone ist sehr unterschiedlich. Der Western Area (einschließlich Freetown) hat eine Bevölkerungsdichte von 2700 Personen pro Quadratkilometer. Der flĂ€chenmĂ€ĂŸig grĂ¶ĂŸte Bezirk des Landes, Moyamba, hat eine Dichte von etwa 46 Personen pro Quadratkilometer. Insgesamt betrĂ€gt die Bevölkerungsdichte in Sierra Leone 99 Personen pro Quadratkilometer.

Die Fruchtbarkeitsziffer lag 2019 bei 4,17 Kindern pro Frau, sinkt aber nach einem Höchststand von fast 7 Kindern pro Frau in den 1980er Jahren kontinuierlich. Entsprechend sind 40,7 Prozent der Bevölkerung jĂŒnger als 15 Jahre und nur 3 Prozent Ă€lter als 65 Jahre. Die Lebenserwartung lag 2019 bei 54,7 Jahren.

Nach Angaben der World Refugee Survey 2008 lebten in Sierra Leone 8700 FlĂŒchtlingen und Asylsuchenden. Diese kamen fast alle aus dem Nachbarland Liberia.

Ethnien

Die Bevölkerung setzt sich aus offiziell 15 verschiedenen ethnischen Gruppen mit ebenso vielen Sprachen zusammen. Zwar gibt es seit der Kolonialisierung BemĂŒhungen, eine nationale IdentitĂ€t zu schaffen, jedoch bleibt der wichtigste Bezugsrahmen fĂŒr die meisten Einwohner die Familie und ihre Kultur. Die Mehrheit der Bevölkerung stellen die Temne und Mende dar.

Im Jahre 2017 waren 1,3 % der Bevölkerung AuslÀnder.

Sprachen

Außer der Amtssprache Englisch gibt es in Sierra Leone viele weitere Sprachen, die vor allem von den jeweiligen Ethnien gesprochen werden. Etwa 10 Prozent sprechen das auf dem Englischen basierende Krio als Muttersprache; zudem dient es fĂŒr die Mehrheit der Bevölkerung als Lingua Franca. Die temnische Sprache wird von gegen 30 Prozent der Bevölkerung als Muttersprache gesprochen. Das Mende ist im SĂŒden des Landes verbreitet. Weitere Sprachen sind Kono, Kissi, Limba, Susu, Bassa, Bom, Gola, Jalonke, Kirim, Fulfulde, Sherbro und Vai.

Ob das Bengali zu Ehren der bangladeschischen Friedensmission seit 2002 als offizielle oder Minderheitensprache Sierra Leones anerkannt sei, ist umstritten.

Religion

In Sierra Leone sind mehr als zwei Drittel aller Bewohner muslimischen Glaubens, etwa 20 Prozent folgen christlichen Glaubensrichtungen. Traditionelle Religionen spielen kaum eine Rolle.

Bildungswesen

In Sierra Leone gilt auf Grundlage der Verfassung und des Bildungsgesetzes eine neunjĂ€hrige Schulpflicht. Allerdings macht ein Mangel an Schulen und Lehrern die Einhaltung der Schulpflicht kaum möglich. Die Alphabetisierungsrate betrug 2015 48,1 % der erwachsenen Bevölkerung (Frauen: 37,7 %, MĂ€nner: 58,7 %). In Sierra Leone stieg die mittlere Schulbesuchsdauer von 1,6 Jahren im Jahr 1990 auf 3,5 Jahre im Jahr 2017 an. Im August 2018 wurde die kostenlose Bildung im Primar- und Sekundarsektor angekĂŒndigt. Eltern, die ihre Kinder dennoch nicht zur Schule schicken, wurde mit Haftstrafen gedroht.

Das sierra-leonische Schulsystem orientiert sich an dem Großbritanniens. Im Idealfall besuchen die SchĂŒler fĂŒr sechs Jahre die Primary School (Grundschule), dann fĂŒr drei Jahre die Junior Secondary School (Sekundarstufe I), anschließend fĂŒr ebenfalls drei Jahre die Senior Secondary School (Sekundarstufe II) und abschließend vier Jahre lang die Tertiary Education (TertiĂ€re Stufe) oder eine UniversitĂ€t.

Im Land befinden sich mehrere UniversitĂ€ten. Das Fourah Bay College wurde im Jahre 1827 gegrĂŒndet und ist die Ă€lteste UniversitĂ€t in Westafrika, die UniversitĂ€t von Makeni wurde ursprĂŒnglich im September 2005 als The Fatima Institut gegrĂŒndet, und die Njala UniversitĂ€t in Bo wurde im Jahr 1910 als landwirtschaftliche Versuchsstation gegrĂŒndet und 2005 zu einer UniversitĂ€t umstrukturiert. Heute gibt es in den grĂ¶ĂŸeren StĂ€dten weiterfĂŒhrende Colleges und technische Institute, die jedoch keinen international anerkannten Hochschulabschluss anbieten können. Dies ist den UniversitĂ€ten von Sierra Leone vorbehalten.

WĂ€hrend des BĂŒrgerkriegs in Sierra Leone wurden ĂŒber 1270 Schulen zerstört und 2001 besuchten nur rund ein Drittel der Schulpflichtigen die Schule. Zwischen 2001 und 2005 hat der Wiederaufbau vieler Schulen seit dem Ende des Krieges zu einer Verdopplung der GrundschĂŒler gefĂŒhrt.

Mit Stand Mai 2020 gibt es etwa 1600 Vorschulen, 7000 Grundschulen, 1500 Schulen der Sekundarstufe I und 581 Schulen der Sekundarstufe II. 4750 von diesen werden durch religiöse Gemeinschaften oder privat betrieben und 2300 durch den Staat bzw. Kommunen.

Gesundheitswesen

Das staatliche Gesundheitswesen in Sierra Leone ist unzureichend ausgebaut und entspricht in keinem Bereich internationalen Anforderungen an Ausstattung und Hygiene.

Die SĂ€uglingssterblichkeit ist im weltweiten Vergleich extrem hoch. 2019 starben knapp 77 von 1000 Kindern bei der Geburt. Die MĂŒttersterblichkeit ist mit 1360 von 100.000 MĂŒttern extrem hoch und weltweit einmalig. Mittlerweile zeichnet sich eine leichte Verbesserung ab. Im Jahr 2000 lag die Sterblichkeitsrate bei Kindern unter fĂŒnf Jahren bei ĂŒber 20 %, wĂ€hrend die Zahl nun noch bei etwas mehr als 10 % liegt. Nur 43 Prozent der Geburten können medizinisch betreut werden (Stand 2008). Die Rate der HIV-positiven Erwachsenen wird mit etwa 1,4 Prozent (Stand 2017) angegeben.

Die Wasserversorgung stellt in Sierra Leone ein großes Problem dar. 2015 hatten knapp 85 Prozent der Stadtbevölkerung, allerdings nur 48 Prozent der Gesamtbevölkerung Zugang zu einer verbesserten Wasserquelle. Die Wasserversorgung in lĂ€ndlichen Gebieten ist fast nur durch Brunnen möglich. 50 Prozent der Landbevölkerung lebt von OberflĂ€chenwasser. Nur 20 Prozent der stĂ€dtischen und 1 Prozent der lĂ€ndlichen Bevölkerung haben Wasserrohre in ihrem Haus.

Seit Anfang 2014 breitete sich in Sierra Leone, Liberia und Guinea das hĂ€ufig tödlich endende Ebolavirus aus. Es handelt sich um die grĂ¶ĂŸte Ebolafieber-Epidemie seit Entdeckung des Virus im Jahr 1976. Am 7. November 2015 wurde das Land von der Welt-Gesundheitsorganisation WHO Ebola-frei erklĂ€rt, nachdem es 42 Tage lang keine Neuansteckungen gab. Bis dahin starben 3589 Menschen.

Geschichte

FrĂŒhere Besiedlung

ArchĂ€ologische Funde zeigen, dass das Gebiet Sierra Leones bereits seit Tausenden von Jahren besiedelt ist. Die Bullom gehören mit den Lokos zu den ersten Einwohnern des heutigen Gebietes von Sierra Leone. Bis zum 14. Jahrhundert waren die Krims und die Golas auch dort ansĂ€ssig. Erst wĂ€hrend des 15. Jahrhunderts drangen die Mende und Temne in je zwei aufeinanderfolgenden Wellen in die Bullom- und Lokogebiete ein. Mitglieder der Mende wanderten im 18. Jahrhundert aus Liberia aus und ließen sich im SĂŒden Sierra Leones nieder. Im 19. Jahrhundert rĂŒckten die Yalunkas und die Fullas in die nördlichen Gebiete ein und verdrĂ€ngten die anderen Ethnien nach SĂŒden und Osten.

Entdeckung und Sklavenhandel

1440 erreichte der erste EuropĂ€er, der portugiesische Seefahrer Gil Eanes, die KĂŒste Sierra Leones. 1462 benannte der Portugiese Pedro da Cintra den zerklĂŒfteten (wild aussehenden) Gebirgszug an der KĂŒste Serra Lyoa, also „Löwenberge“, woraus der Name des Staates entstand, der heute auf Portugiesisch Serra Leoa und auf Spanisch Sierra Leona geschrieben wird.

Mit der Ankunft der Portugiesen in Sierra Leone und der Eroberung von Teilen des amerikanischen Kontinents durch die EuropĂ€er bestand eine Nachfrage nach ArbeitskrĂ€ften, die mit Sklaven aus Westafrika gedeckt wurden. 1562 begann er mit dem ersten Sklavenschiff des englischen HĂ€ndlers John Hawkins. EnglĂ€nder dominierten fortan den Sklavenhandel an der westafrikanischen KĂŒste, ab 1672 war es die British Royal African Company, welche befestigte StĂŒtzpunkte an den Inseln Bunce und Sherbro errichteten. Viele Sklaven versuchten ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen und kĂ€mpften fĂŒr ihre Freiheit. Ein bekanntes Beispiel war der ehemalige Sklave Sengbe Pieh, dessen Geschichte in Buchform veröffentlicht und verfilmt wurde. Mit seinem Aufstand auf dem Schiff Amistad gewann er viele Abolitionisten.

Islamisierung

Anfang des 18. Jahrhunderts breitete sich im nördlich gelegenen Gebiet des heutigen Guinea eine kriegerische und missionarische Form des Islam aus und das Reich Fouta Djallon entstand. Der Norden Sierra Leones wurde zunehmend islamisiert, wĂ€hrend die missionarischen BemĂŒhungen der EuropĂ€er an der KĂŒste nur geringe Erfolge zeigten.

Die Errichtung der „Province of Freedom“ und die Kronkolonie des 19. Jahrhunderts

Ende des 18. Jahrhunderts lebten 5.000 bis 7.000 ehemalige Sklaven in englischen StĂ€dten und hĂ€ufig in Ă€ußerster Armut. Die Abolitionisten entwickelten daraufhin die Idee, die ehemaligen Sklaven an einem Ort auf dem afrikanischen Kontinent anzusiedeln. Die Wahl fiel auf das Territorium der heutigen Hauptstadt Sierra Leones, Freetown. Hinzu kamen schwarze Loyalisten, die man – in Dankbarkeit fĂŒr ihre Dienste in den britischen Kolonialtruppen – zunĂ€chst in Nova Scotia angesiedelt hatte, die sich dort aber (teils aufgrund von Anfeindungen durch ihre weißen Nachbarn) nicht halten konnten und so ebenfalls in die „Province of Freedom“ kamen, wie Sierra Leone damals genannt wurde. Neben der alten, spĂ€ter aufgegebenen Hauptstadt Granville Town grĂŒndeten die Nova Scotian Settlers Freetown.

Mit dem Verbot des Sklavenhandels durch Großbritannien 1807 und dem Beginn der regelmĂ€ĂŸigen Kontrollfahrten britischer Kriegsschiffe vor der westafrikanischen KĂŒste zur Unterbindung dieses Handels wuchs die Bevölkerung der Kronkolonie Sierra Leone betrĂ€chtlich. Befreite Sklaven, sogenannte „Recaptives“, wurden mit den Sklavenschiffen in ihre Kolonie zurĂŒckgebracht. Unter ihnen waren Zehntausende von Schwarzen aus sĂ€mtlichen LĂ€ndern der WestkĂŒste Afrikas, von Senegal bis Angola, die ihre je eigene Kultur mitbrachten. Obwohl die Neuangekommenen hĂ€ufig Kenntnisse der tropischen Landwirtschaft mitbrachten, siedelten sich viele von ihnen nicht in den Dörfern um Freetown an, da die Gegend fĂŒr die Landwirtschaft kaum geeignet war. Viele blieben in Freetown, arbeiteten dort als Handwerker und bildeten eine eigene kreolisierte Bevölkerungsgruppe. Andere handelten mit den Einwohnern des Hinterlandes. In Sierra Leone selbst saßen bereits seit 1808 Vertreter der kreolischen Bevölkerung im sogenannten Gouverneursrat der Kolonie. 1893 bekam Freetown einen eigenen BĂŒrgermeister.

Mende-Temne-Krieg

Die lokale Bevölkerung begehrte wiederholt gegen die britischen Besatzer auf. Der Temne-Herrscher Bai Bureh (1840–1908) aus dem Norden des Landes gilt als der AnfĂŒhrer des Mende-Temne-Kriegs, der 1898 begann. TatsĂ€chlich aber waren mehr ethnische Gruppen als die Mende und Temne im Krieg beteiligt.

WĂ€hrend die Briten die Absicht hatten, Bai Bureh gefangen zu nehmen, organisierte er einen zehnmonatigen Guerilla-Krieg gegen die britische Polizei und Armee. Das waren insbesondere die Kreolen. Mehrere hundert, nach anderen Angaben mehr als 1000 Menschen, ĂŒberwiegend Kreolen und unter ihnen viele Frauen und Kinder, wurden getötet, bis der Porobund die KĂ€mpfer anwies, die Frauen zu verschonen. Der Aufstand wurde schließlich von den britischen Kolonialherren niedergeschlagen, nachdem Bai Bureh gefunden wurde. Obwohl die Kreolen mitunter die Opfer des Krieges waren, stellten sie sich nach Kriegsende auf die Seite der Besiegten und unterstĂŒtzen deren Forderungen. Bureh gilt heute als Nationalheld und ist auf vielen öffentlichen Abbildungen wiederzufinden.

UnabhÀngigkeit

Die Verfassung von 1951 sah einen Legislativrat mit 30 teils direkt, teils indirekt gewĂ€hlten Mitgliedern vor. Davon waren 20 Sitze entweder den EuropĂ€ern vorbehalten oder gingen an die traditionellen Chiefs des Protektorats. Mitte der 1950er Jahre erlebte das Land vor dem Hintergrund rascher sozialer UmwĂ€lzungen schwere Unruhen. 1956 protestierten die 57 000 DiamantenschĂŒrfer erfolgreich gegen Konzessionsvergaben der Regierung an den Sierra Leone Selection Trust. 1956 wurde im Einvernehmen von Kolonialverwaltung und Regierung das allgemeine Wahlrecht in Sierra Leone eingefĂŒhrt, und 1958 kam es zum Ausscheiden der letzten Briten in der Regierung.

Eng verbunden mit der Entstehung des heutigen Staates ist der Name von Sir Milton Margai. Er fĂŒhrte Sierra Leone nach Verhandlungen mit Großbritannien ĂŒber Verfassungsfragen am 27. April 1961 in die UnabhĂ€ngigkeit und wurde fĂŒr seine Partei Sierra Leone People’s Party (SLPP) erster Premierminister. 1930 erhielt eine kleine Minderheit wohlhabender, gebildeter Frauen, die bestimmte Anforderungen an Eigentum und das Bezahlen von Steuern erfĂŒllten, das Wahlrecht. Mit der UnabhĂ€ngigkeit wurde das allgemeine aktive und passive Wahlrecht am 27. April 1961 eingefĂŒhrt. Nach Sir Milton Margais Tod 1964 ĂŒbernahm sein Halbbruder Sir Albert Margai das Amt. Gewaltsame Auseinandersetzungen fĂŒhrten jedoch wenige Tage vor der UnabhĂ€ngigkeit zur Ausrufung des Ausnahmezustands. Nachdem ethnische GegensĂ€tze folgten, beruhigte sich die Situation. 1968 ĂŒbernahm Siaka Stevens die Macht. Er trat 1985 zurĂŒck.

BĂŒrgerkrieg

Sierra Leone ist reich an Diamanten und Rohstoffen; die Macht befand sich seit der UnabhĂ€ngigkeit 1961 in den HĂ€nden weniger, die exklusiv von dem Diamantenreichtum profitierten und die Bevölkerungsmehrheit kaum daran teilhaben ließen. Die starke Benachteiligung einzelner Bevölkerungsgruppen fĂŒhrte immer wieder zu Protesten. Die Protestierenden kĂ€mpften dabei auch gegen die Einparteienherrschaft mit Siaka Stevens. Solche Proteste endeten hĂ€ufig mit Eskalationen und schließlich mit Auswanderung einzelner Gruppen. Die Probleme des Staates verschĂ€rften sich noch wĂ€hrend der anschließenden Regierungszeit Joseph Saidu Momohs in den 1980er Jahren.

1991 begann die Rebellenbewegung Revolutionary United Front (RUF) den bewaffneten Kampf im Osten des Landes. Daraufhin verpflichtete Valentine Strasser vier Jahre spĂ€ter ein anderes Unternehmen, Executive Outcomes (EO). Gemeinsam mit den Milizen konnte EO unter Einsatz ĂŒberlegener technischer Mittel wie Kampfhubschrauber die RUF schnell zurĂŒckschlagen und die wichtigsten Devisenquellen, die Diamantenminen von Koidu, zurĂŒckerobern und die dortige Zivilbevölkerung befreien. Am 16. Januar 1996 putschte sich der Verteidigungsminister und General Julius Maada Bio an die Macht. Unter Bio konnten die BĂŒrger erstmals seit 1967 wieder frei wĂ€hlen, was die RUF allerdings durch eine Terrorkampagne zu verhindern versuchte. Im November 1996 war die RUF schließlich gezwungen, in Abidjan ein Friedensabkommen mit der Regierung Kabbahs zu unterzeichnen. Kabbah kĂŒndigte diesen Vertrag jedoch im selben Jahr wieder. So wurde der FĂŒhrer der grĂ¶ĂŸten Selbstverteidigungsmiliz, Chief Hinga Norman, unter Kabbah de facto zum Verteidigungsminister und organisierte die Milizen als Ersatzarmee unter der Sammelbezeichnung Civil Defence Forces (CDF), wĂ€hrend er die unzuverlĂ€ssige Armee massiv verkleinern wollte.

1997 ergriffen Offiziere unter FĂŒhrung von Johnny Paul Koroma die Macht. Sie verbĂŒndeten sich mit RUF und machten den Staat autoritĂ€r. Die Verfassung wurde außer Kraft gesetzt und Demonstrationen sowie die GrĂŒndung von Parteien wurde verboten. Kabbah musste ins Exil in Guinea ausweichen und suchte daraufhin internationale Hilfe. Die Staatsarmee wurde mit der Terrormiliz RUF zusammengeschlossen. Schließlich griff die Westafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft ECOWAS im MĂ€rz 1998 in das Kriegsgeschehen ein und konnte die gewĂ€hlte Regierung mit Kabbah wieder einsetzen. Eine neue, zuverlĂ€ssigere Armee entstand unter dem Kommando der ECOWAS. Zur UnterstĂŒtzung versammelten sich ECOWAS-Truppen im Land, wodurch die KĂ€mpfe zwischen CDF, Regierungsarmee, ECOWAS und Rebellen anhielten. Doch im Mai 1999 griffen Rebellen erneut die Hauptstadt Freetown an. Nach wochenlangen KĂ€mpfen in der Stadt gewann die Organisation ECOWAS wieder die Oberhand.

Im Juli 1999 unterzeichneten RUF und Regierung in LomĂ© ein weiteres Friedensabkommen. Dadurch konnte die Gewalt jedoch zunĂ€chst nicht verhindert werden, die UNAMSIL-Friedensmission der Vereinten Nationen konnte die Gewalt zunĂ€chst nicht unter Kontrolle bringen. Daraufhin griffen britische Armeen in ihrer ehemaligen Kolonie ein und konnten die Situation entscheidend wenden. Zur gleichen Zeit konnte die UNAMSIL robust durchgreifen und der RUF-FĂŒhrer Foday Sankoh wurde von britischen Soldaten gefangen genommen. Daraufhin konnte die Entwaffnung der Rebellen beginnen.

Das offizielle Ende des BĂŒrgerkrieges wurde am 18. Januar 2002 verkĂŒndet, zwei Tage nachdem die Errichtung des Sondergerichtshofs fĂŒr Sierra Leone beschlossen worden war.

An der Folge des BĂŒrgerkriegs starben unterschiedlichen Angaben zufolge zwischen 20.000 und 200.000 Menschen.

JĂŒngere Geschichte

Am 18. Januar 2002 wurde im Rahmen einer Feierstunde im Nationalstadion, bei der mehrere tausend Waffen verbrannt wurden, das offizielle Ende des Rebellenkrieges verkĂŒndet — zwei Tage zuvor war ein bilateraler Vertrag zwischen Sierra Leone und den Vereinten Nationen zur Errichtung des Sondergerichtshofs fĂŒr Sierra Leone unterzeichnet worden. Ein vom United Nations High Commissioner for Refugees (UNHCR) initiiertes Repatriierungsprogramm fĂŒr BĂŒrgerkriegsflĂŒchtlinge wurde im Juli 2004 abgeschlossen. So konnten insgesamt fast 300.000 FlĂŒchtlinge in ihre Heimat zurĂŒckkehren. 2005 zogen die UNAMSIL-Truppen ab. Stattdessen wurde das Integrierte BĂŒro der Vereinten Nationen in Sierra Leone (UNIOSIL) geschaffen, das die Regierung unterstĂŒtzen sollte und bei der Organisation der Wahlen im Jahr 2007 mithelfen sollte. Am 23. Juni 2006 wurde Sierra Leone als eines der ersten LĂ€nder vom UN-Sicherheitsrat auf die Agenda der 2005 ins Leben gerufenen Peacebuilding Commission (PBC) gesetzt.

Neuwahlen fanden am 11. August 2007 statt. Die jahrelang regierende Einheitspartei All People’s Congress (APC) ging als Sieger hervor und gewann 59 der 112 direkt gewĂ€hlten Sitze im Parlament. Die bisher regierende Sierra Leone People’s Party (SLPP) gewann hingegen ĂŒberraschenderweise nur 43 Sitze. PrĂ€sident Ahmad Tejan Kabbah, der 2002 die Wahlen unter UN-Aufsicht gewonnen hatte, stellte sich nicht zur Wiederwahl. Als aussichtsreicher Kandidat galt der bisherige VizeprĂ€sident Solomon Berewa, der jedoch bei der Wahl nur 38 Prozent gewann. Sein grĂ¶ĂŸter Herausforderer Ernest Bai Koroma von der APC gewann hingegen 44 Prozent. Bei der Stichwahl ging Koroma als Sieger hervor und wurde am 17. September 2007 als PrĂ€sident vereidigt. Am 4. April 2018 wurde der Oppositionspolitiker Julius Maada Bio als neuer StaatsprĂ€sident vereidigt.

Zum 1. Oktober 2008 wurde UNIOSIL in das Integrierte Friedensschaffende BĂŒro der Vereinten Nationen in Sierra Leone (UNIPSIL) umgewandelt. In der Resolution S/RES/2097/(2013) des UN Sicherheitsrates wurde das Mandat des UNIPSIL zum letzten Mal bis nun MĂ€rz 2014 verlĂ€ngert. Am 14. Juni 2010 sagte UN-GeneralsekretĂ€r Ban Ki-Moon in Freetown: Sierra Leone represents one of the world’s most successful cases of post-conflict recovery, peacekeeping and peacebuilding. (ĂŒbersetzt etwa: „Sierra Leone ist einer der weltweit erfolgreichsten FĂ€lle fĂŒr Wiederaufbau, Friedenswahrung und Friedensaufbau nach einem Konflikt.“)

Politik

Politisches System

Sierra Leone ist nach der Verfassung von 1991 eine PrĂ€sidialrepublik im Rahmen des Commonwealth. Staatsoberhaupt, Regierungschef und Oberbefehlshaber der StreitkrĂ€fte ist der StaatsprĂ€sident, der auf 5 Jahre direkt gewĂ€hlt wird. Falls er im ersten Wahlgang die erforderliche Mehrheit von 55 Prozent verfehlt, ist ein zweiter Wahlgang mit Stichwahl erforderlich. Das Parlament von Sierra Leone besteht aus einer Kammer und hat 124 Sitze, von denen 112 Abgeordnete gleichzeitig mit dem PrĂ€sidenten alle 5 Jahre direkt gewĂ€hlt werden und 12 fĂŒr StammeshĂ€uptlinge (die sogenannten Paramount Chiefs) reserviert werden.

Die beiden einflussreichsten Parteien sind der derzeit regierende All People’s Congress (APC), die frĂŒhere Einheitspartei, sowie die Volkspartei Sierra Leones (Sierra Leone People’s Party, SLPP), die grĂ¶ĂŸte Oppositionspartei. Des Weiteren gibt es die ebenfalls mitregierende Volksbewegung fĂŒr Demokratischen Wandel (People’s Movement for Democratic Change, PMDC), die Partei fĂŒr Frieden und Befreiung (PLP), die Partei der Vereinigten RevolutionĂ€ren Front (RUFP) und die Vereinigte Nationale Volkspartei (UNPP).

Rechtssystem

Die Gesetzgebung in Sierra Leone basiert auf dem britischen Common Law. In lĂ€ndlichen Gebieten mit muslimischer Mehrheit gilt teilweise auf lokaler Ebene noch die Scharia. Gleichgeschlechtliche Liebe und gleichgeschlechtlicher Geschlechtsverkehr werden strafrechtlich verfolgt. Die Todesstrafe besteht fĂŒr schwerste Vergehen wie Mord und Landesverrat.

Die Richter fĂŒr die drei höchsten Gerichte werden vom PrĂ€sidenten ernannt, mĂŒssen aber vom Parlament bestĂ€tigt werden. Die Gerichte der Chiefdoms sind mit Laienrichtern besetzt. Gegen Urteile dieser Gerichte kann Berufung eingelegt werden. Der Mangel an Richtern fĂŒhrt immer wieder zur AusĂŒbung von Selbstjustiz.

Die Polizei und das Ministry of Internal Affairs, Local Government and Rural Development sind fĂŒr die innere Sicherheit des Landes zustĂ€ndig. Allerdings kommt dort Korruption hĂ€ufig vor.

Menschenrechte

Die Sicherheitslage nach den Kommunalwahlen 2009 in Sierra Leone wird von Amnesty International als stabil beschrieben und auch gibt es Erfolge bei der BekÀmpfung der Korruption im Lande zu verzeichnen.

Bei gewalttĂ€tigen Auseinandersetzung zwischen den politischen Gruppen kommt es jedoch immer wieder zu schweren sexuellen Übergriffen und Vergewaltigungen. Laut einem Bericht der Menschenrechtsorganisation Amnesty International von 2010 gibt es in Sierra Leone nach wie vor sexuelle und geschlechtsspezifische Gewalt gegen Frauen. GefĂ€hrliche traditionelle Praktiken wie die weibliche GenitalverstĂŒmmelung finden weiter Anwendung. Obwohl sich einige traditionelle FĂŒhrungspersönlichkeiten fĂŒr die Abschaffung der GenitalverstĂŒmmelung bei Frauen aussprachen, ist sie weiterhin noch sehr weit verbreitet.

Homosexuelle werden in Sierra Leone verfolgt, gedemĂŒtigt und mit Haftstrafen bis zu lebenslanger Dauer bestraft (siehe HomosexualitĂ€t in Sierra Leone). 2004 wurde die Menschenrechtsaktivistin und Leiterin der Sierra Leone Lesbian and Gay Association Fannyann Eddy ermordet in ihrem BĂŒro aufgefunden. Im November 2013 erkannte der EuropĂ€ische Gerichtshof HomosexualitĂ€t als Asylgrund unter anderem fĂŒr einen Mann aus Sierra Leone an, da dieser strafrechtlich verfolgt wird.

Außenbeziehungen

Das sierra-leonische Außenministerium (englisch Ministry of Foreign Affairs and International Cooperation) ist fĂŒr die Außenpolitik von Sierra Leone verantwortlich. Sierra Leone hat diplomatische Beziehungen mit China, Libyen, Iran, Kuba und allgemein gute Beziehungen mit dem Westen der Welt, einschließlich mit den Vereinigten Staaten. Außerdem hat das Land historische Beziehungen mit dem Vereinigten Königreich und anderen ehemals gehaltenen britischen Kolonien durch die Mitgliedschaft im Commonwealth of Nations. Das Vereinigte Königreich hat eine wichtige Rolle in der Geschichte Sierra Leones gespielt. Dank der Hilfe Großbritanniens konnte der blutige BĂŒrgerkrieg beendet werden.

Der ehemalige PrĂ€sident Siaka Stevens hat schon immer engere Beziehungen mit den NachbarlĂ€ndern Sierra Leones gesucht. Zusammen mit Liberia, Guinea und der ElfenbeinkĂŒste bildet Sierra Leone die Mano River Union (MRU). Sie wurde in erster Linie gegrĂŒndet, um Entwicklungsprojekte durchzufĂŒhren und die regionale wirtschaftlichen Integration zwischen den vier LĂ€ndern zu fördern.

Beziehungen zu Deutschland

Die Bundesrepublik Deutschland hat Sierra Leone unmittelbar nach Erlangung seiner UnabhÀngigkeit 1961 völkerrechtlich anerkannt und eine Botschaft in Freetown eröffnet. Im Jahre 2002 besuchte der damalige PrÀsident Kabbah die Bundesrepublik. Im Februar 2011 reiste der damalige PrÀsident Ernest Koroma nach Deutschland.

Nationale Symbole

Am 27. April 1961 wurde die Flagge mit der UnabhĂ€ngigkeit von Großbritannien eingefĂŒhrt. Die Flagge besteht aus horizontalen Streifen: oben grĂŒn, in der Mitte weiß und unten blau. Das GrĂŒn stellt die Natur und die Landwirtschaft, das Weiß die Einheit und die Gerechtigkeit und das Blau die KĂŒste des Landes dar.

Der Löwe ist das Wappentier Sierra Leones. Im grĂŒnen Schildteil, der von zwei goldenen Löwen gehalten wird, befindet sich ein weiterer goldener Löwe und außerdem die drei Farben der Nationalflagge. Oben auf dem Schild sind drei Fackeln zu sehen, die die Freiheit symbolisieren. Die zwei Löwen, die als Schildhalter fungieren, halten einen Ölpalmbaum mit vier FrĂŒchten in ihren HĂ€nden. Darunter steht auf einem weißen Band das Motto von Sierra Leone: Unity, Freedom, Justice (Einheit, Freiheit, Gerechtigkeit).

Die Nationalhymne High We Exalt Thee, Realm of the Free wurde von Clifford Nelson Fyle geschrieben und von John Akar komponiert.

StreitkrÀfte

Die nach Ende des BĂŒrgerkrieges 2002 gegrĂŒndeten Sierra Leone Armed Forces sind die StreitkrĂ€fte Sierra Leones. Sie untergliedern sich in die TeilstreitkrĂ€fte Heer, Marine und LuftstreitkrĂ€fte. Die GesamttruppenstĂ€rke belĂ€uft sich auf etwa 13.000 Freiwillige, eine Wehrpflicht gibt es nicht. Sierra Leone gab 2017 knapp 0,7 Prozent seiner Wirtschaftsleistung oder 29 Millionen US-Dollar fĂŒr seine StreitkrĂ€fte aus. Das Hauptquartier der Armee und das Verteidigungsministerium befinden sich in Freetown.

Wirtschaft

Etwa 70 Prozent der Bevölkerung leben in extremer Armut und mĂŒssen mit weniger als einem US-Dollar am Tag auskommen. Folglich belegt die ehemalige britische Kolonie seit Jahren den letzten Platz auf der Liste des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen, gleichbedeutend mit dem Status des am wenigsten entwickelten von 179 untersuchten LĂ€ndern (siehe auch Least Developed Countries). Nur 2,207 Millionen Menschen, etwa ein Drittel der Bevölkerung, sind erwerbstĂ€tig. Die Verschuldung im Ausland betrĂ€gt 1,61 Milliarden US-$. Zwei Drittel der Bevölkerung betreibt Subsistenzwirtschaft. Im Global Competitiveness Index, der die WettbewerbsfĂ€higkeit eines Landes misst, belegt Sierra Leone Platz 132 von 138 LĂ€ndern (Stand 2016–17). Im Index fĂŒr wirtschaftliche Freiheit belegt das Land 2017 Platz 145 von 180 LĂ€ndern.

Die WĂ€hrung in Sierra Leone ist der Leone. Die Zentralbank des Landes, die Bank of Sierra Leone, befindet sich in der Hauptstadt Freetown. Diese gibt MĂŒnzen zu 100 und 500 Leones und Banknoten zu 500, 1000, 2000, 5000 und 10.000 Leones heraus. Die Nutzung von Kreditkarten ist begrenzt, auch wenn sie in einigen Hotels und Restaurants verwendet wird.

Export-Partner sind Belgien, Deutschland und die USA; Import-Partner sind Deutschland, ElfenbeinkĂŒste, das Vereinigte Königreich, die USA, China, die Niederlande und SĂŒdafrika. Sierra Leone ist Mitglied der International Cocoa Organization, der ECOWAS und der WTO. Mit den NachbarlĂ€ndern Liberia und Guinea bildet das Land die Mano River Union.

Die Arbeitslosigkeit betrug 2015 8,6 Prozent.

Landwirtschaft und Fischerei

FĂŒr den ĂŒberwiegenden Teil der Bevölkerung ist die Landwirtschaft die Existenzgrundlage. Man wendet dabei Brandrodung und Wanderhackbau an. Allerdings werden nur etwa 6 Prozent der FlĂ€che landwirtschaftlich genutzt. HauptsĂ€chlich wird dabei Reis, Hirse und Maniok produziert, meist fĂŒr den Eigenbedarf. FĂŒr den Export sind Kaffee, Palmkerne und Kakao bestimmt. Knapp 1,3 Millionen Hektar wurden fĂŒr die Landwirtschaft genutzt (Stand 2015). Hiervon wurden 871.000 Tonnen landwirtschaftliche Produkte gewonnen.

Der Fischfang nimmt wegen der noch fischreichen KĂŒste ebenfalls eine wichtige Rolle in Sierra Leone ein. Der Fisch, vor allem Hering und Thunfisch, wird frisch oder getrocknet, beziehungsweise gerĂ€uchert, verkauft. Die Statistik der FAO geht von einem Fang von ca. 200.000 t jĂ€hrlich aus. Der Fischereisektor trĂ€gt zu 10 Prozent zum BIP bei und beschĂ€ftigt rund eine halbe Million Menschen in Sierra Leone.

Rohstoffe

Das Land ist reich an BodenschĂ€tzen wie Bauxit, Braunkohle, Chrom, Diamanten, Eisenerz, Gold, Graphit, Columbit, Mangan, MolybdĂ€n, Platin, Rutil (Titanoxid) und Rhodium. Mit dem Beginn der RebellenĂŒbergriffe aus Liberia im Jahre 1991 kam die formelle Diamantenförderung praktisch zum Stillstand. Eisenerz wird seit 1985 wegen mangelnder Auslandsnachfrage nicht mehr gefördert. Der Export von Gold und Diamanten wird durch die hohe SchmuggeltĂ€tigkeit sehr stark beschrĂ€nkt.

Wirtschaftssektoren

Staatshaushalt

Der Staatshaushalt umfasste im Jahr 2016 Ausgaben von umgerechnet 739 Mio. US-Dollar, dem standen Einnahmen von umgerechnet 558 Mio. US-Dollar gegenĂŒber. Daraus ergibt sich ein Haushaltsdefizit in Höhe von 4,5 Prozent des BIP.
Die Staatsverschuldung betrug 2006 1,6 Mrd. US-Dollar oder 125,0 Prozent des BIP, seitdem wurden Sierra Leone große Teile der Staatsschulden erlassen. 2016 betrug die Staatsverschuldung 53,4 % der BIP.

2010 betrug der Anteil der Staatsausgaben (in Prozent des BIP) folgender Bereiche:

  • Gesundheit: 11,1 Prozent
  • Bildung: 3,8 Prozent (2005)
  • MilitĂ€r: 2,3 Prozent

Infrastruktur

Verkehr

In Sierra Leone besteht Rechtsverkehr. Es gibt 11.300 Kilometer Straßen, von denen 1234 Kilometer (etwa elf Prozent) asphaltiert sind. Der Zustand der Straßen entspricht zu einem großen Teil nicht westlichen Standards. Die kaum ausgebaute Infrastruktur der Straßen behindert zudem den Handel außerhalb der grĂ¶ĂŸeren StĂ€dte. So sind wĂ€hrend der Regenzeit viele Straßen unpassierbar, was die Erreichbarkeit lĂ€ndlicher Gebiete erschwert.

Neben dem Internationalen Flughafen Lunghi bei Freetown verfĂŒgt Sierra Leone noch ĂŒber weitere sieben FlughĂ€fen. Aufgrund minderwertiger Sicherheitsstandards stehen die Fluggesellschaften aus Sierra Leone in der Liste der Luftfahrtunternehmen, denen der Betrieb in der EU untersagt ist.

Im September 2014 hatten viele StĂ€dte Sierra Leones, einschließlich Kailahun, Kenema, Bombali, Tonkolili und Port Loko, ReisebeschrĂ€nkungen, die auf die Ebola-Epidemie zurĂŒckzufĂŒhren sind.

Der öffentliche Schienenverkehr in Sierra Leone wurde 1974 eingestellt und beschrÀnkt sich derweil auf ein privates Schienennetz von 120 Kilometer LÀnge.

Sierra Leone verfĂŒgt außerdem ĂŒber circa 800 Kilometer schiffbare Wasserwege. Zu den wichtigsten HĂ€fen gehören der Hafen Freetown und Hafen Pepel.

Energie

Im Jahr 2005 wurden 250 Millionen kWh elektrische Energie erzeugt, wobei die Erzeugung seit 20 Jahren stagniert. Die Energie stammt zur GĂ€nze aus WĂ€rmekraftwerken. Die Infrastruktur wurde wĂ€hrend des BĂŒrgerkrieges beschĂ€digt und der Neubau verzögert. Die Regierung sucht momentan Möglichkeiten, die Infrastruktur mit Hilfe der internationalen Gemeinschaft wieder aufzubauen; eine durchgĂ€ngige öffentliche Stromversorgung ist, nach jahrelanger ElektrizitĂ€tskrise, erst seit Weihnachten 2007 offiziell in Freetown sichergestellt, wird jedoch praktisch maximal 4 Stunden am Tag zur VerfĂŒgung gestellt. Ende 2009 wurde nach mehr als 30 Jahren der Planung und des Baus das „Bumbuna Hydro Power Plant“ fertiggestellt.

2015 hatten 13,5 Prozent der Bevölkerung Zugang zu ElektrizitÀt. Bis 2030 soll dieses auf 30 Prozent gesteigert werden. Hierzu ist das Wasserkraftprojekt Bumbuna II mit einer KapazitÀt von 143 Megawatt geplant. Derzeit (Stand 2015) betrug die installierte KapazitÀt in Sierra Leone etwa 100 Megawatt.

Bis Ende 2016 soll etwa ein Viertel des erzeugten Stroms aus erneuerbaren Energien, vor allem aus Solarenergie, stammen. In der NĂ€he der Hauptstadt Freetown soll mit sechs Megawatt Leistung Westafrikas grĂ¶ĂŸter Solarpark entstehen. Solarenergie spielt auch zur Beleuchtung von Straßen, zum Beispiel in Koindu, eine zunehmend grĂ¶ĂŸere Rolle.

Bauwerke

Kultur

Medien

Bei der Rangliste der Pressefreiheit 2017, welche von Reporter ohne Grenzen herausgegeben wird, belegte Sierra Leone Platz 85 von 180 LĂ€ndern.

In den 1980er Jahren wurde ein fast landesweites Fernsehnetz durch die europĂ€ische Entwicklungshilfe aufgebaut. Das Studio hierfĂŒr befand sich in Freetown, die Verteilung erfolgte ĂŒber Relaisstellen. Das Fernsehnetz konnte sich jedoch nicht lange halten und wurde bereits wenige Jahre darauf wieder abgeschaltet. Die nationale Telefongesellschaft wurde bis 1988 von der britischen Cable & Wireless unterstĂŒtzt, ab 1989 erfolgte eine UnterstĂŒtzung und DurchfĂŒhrung von Restrukturierungsmaßnahmen durch die Deutsche Telekom.

Ein weiteres wichtiges Medium, das sowohl in den StĂ€dten als auch in den Dörfern eine essentielle Rolle spielt, ist das Radio, welches speziell nach dem BĂŒrgerkrieg an Bedeutung gewann.

Zugang zum Internet hatten 2016 nur 2,4 % der Bevölkerung.

Kunst

Kunst in Sierra Leone hat eine lange Tradition des Schnitzens und zeremonieller Arbeiten wie Masken und TĂŒcher. Sie ist eine Mischung aus traditionellen und hybriden afrikanischen und westlichen Stilen.

Literatur

Es gibt eine reiche Tradition an Gedichten und ErzÀhlungen, die meisten sind in lokalen Sprachen oder Krio geschrieben. Die bekanntesten zeitgenössischen Schriftsteller des Landes sind Ishmael Beah und Syl Cheney-Coker. Die britische Schriftstellerin Aminatta Forna hat Vorfahren aus Sierra Leone.

Musik

In Bars sind immer wieder Auftritte von bekannten Musikern zu sehen. Die bekannten Refugee All Stars spielen regelmĂ€ĂŸig auf internationalen Festivals und in sierra-leonischen Clubs. Beginnend mit Friedenskonzerten entstand in Sierra Leone eine sehr lebendige Musikszene. So wurden in den Jahren nach dem Krieg in den Radios ĂŒberwiegend sierra-leonische Musik gespielt. Mittlerweile wird wieder mehr internationale Popmusik gespielt, was auch auf die neuen sierra-leonischen Copyright-Gesetze zurĂŒckzufĂŒhren ist.

Film und Tanz

In sierra-leonischen Kinos werden hauptsĂ€chlich Übertragungen von Fußballspielen und Nollywood-Filme gezeigt. Angelehnt an die aus Nigeria stammenden Nollywood gibt es erste in Sierra Leone produzierte Sollywood-Filme. 2012 fand das Sierra Leone International Film Festival statt.

Ein herausragendes Merkmal des kulturellen Lebens in Sierra Leone ist der Tanz. Es gibt sehr viele Theatergruppen im ganzen Land verteilt. Neben Unterhaltung und traditionellen Inhalten beschÀftigen sich die Texte auch mit der Vermittlung von Wissen, GesundheitsaufklÀrung und mit der Friedenssicherung. Besonders bekannt sind die Freetong Players.

KĂŒche

Reis ist das Grundnahrungsmittel in Sierra Leone und wird dort praktisch jeden Tag gegessen. Eintöpfe sind ebenfalls ein wesentlicher Bestandteil und werden auch als Nationalgericht bezeichnet. Solche Eintöpfe bestehen aus HĂŒhnerfleisch, gebratenem Fisch und GemĂŒse, die mit CashewnĂŒssen und ErdnĂŒssen gewĂŒrzt werden. Alternativ können in den Eintopf Cassava-BlĂ€tter, die zunĂ€chst gewaschen und vor dem Kochen fein zerkleinert werden, hineingetan werden. Um dem Ganzen einen exquisiten Geschmack zu verleihen, wird Kokosöl anstelle von Palmöl verwendet.

Ingwerbier ist in Sierra Leone ein typisches GetrĂ€nk. Es wird in der Regel selbstgebraut und mit reinem Ingwer und gesĂŒĂŸtem Zucker abgeschmeckt. Gelegentlich werden Nelken oder Limetten fĂŒr den Geschmack hinzugefĂŒgt.

Sport

Fußball ist mit Abstand die beliebteste Sportart in Sierra Leone. Die Sierra-leonische Fußball-Nationalmannschaft, im Volksmund bekannt als die Leone Stars, vertritt das Land in internationalen Wettbewerben. Sie hat sich noch nie fĂŒr eine Weltmeisterschaft qualifiziert, nahm aber 1994 und 1996 an der Fußball-Afrikameisterschaft teil. Im Jahr 2009 erlangte das U-19-Team von Sierra Leone den zweiten Platz in der afrikanischen U-19-Meisterschaft in Sambia. Die meisten Fußballer der Nationalmannschaft ĂŒben ihren Berufsfußball in der landeseigenen Sierra Leone Premier League aus, einige spielen auch fĂŒr Teams in Europa. Auch Rugby Union wird in Sierra Leone, organisiert durch die Sierra Leone National Rugby Association gespielt.

Siehe auch

Literatur

  • John Birchall et al: Journal of Sierra Leone Studies, Makeni University, 2012–2019. ([7])
  • S. Balimo Jalloh: Sierra Leone — Ein LĂ€nderbericht. New Africa Verlag, Bergisch Gladbach 1995.
  • S. Balimo Jalloh: Conflicts, Resources and Social Instability in Subsahara Africa. The Sierra Leone Case. In: Internationales Afrikaforum, 37. Jg. 2/2001, S. 166–180.
  • S. Balimo Jalloh: The Sierra Leone Regiment, The Royal West African Frontier Force and the Burma War. An Exploratory Essay. In: Internationales Afrikaforum, 40 Jahrgang, Heft 4/2004, S. 369–378.

Weblinks

  • Datenbank inhaltlich erschlossener Literatur zur gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Situation in Sierra Leone
  • Regierung von Sierra Leone (englisch, nicht erreichbar)
  • Website des PrĂ€sidenten von Sierra Leone (englisch)
  • Informationen auf der Seite des AuswĂ€rtigen Amtes
  • Juliane Westphal: Sierra Leone auf LIPortal

Einzelnachweise



Quelle: Wikipedia

 

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Flagge: Sierra Leone

Name englisch: Sierra Leone
Hauptstadt: Freetown
Kfz: SLE
ISO: SL
ISO3: SLE
Fläche: 71740 km²
Tld: .sl
Wärung Einheit: SLL
Währung: Leone
Vorwahl: 232

Ausdehnung / Grenzen (nach WGS 84 dezimal):
nördlichster Punkt: 9.9999724
südlichster Punkt: 6.8990253
westlichster Punkt: -13.3020067
östlichster Punkt: -10.271651


 
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