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Staat Informationen : Saint-Pierre und Miquelon

Informationen:


Saint-Pierre und Miquelon ist ein französisches Überseegebiet (CollectivitĂ© d’outre-mer, COM). Die kleine Inselgruppe östlich der kanadischen KĂŒste, etwa 25 Kilometer sĂŒdlich von Neufundland, stellt das letzte Überbleibsel der französischen Kolonie Neufrankreich dar. Saint-Pierre und Miquelon hat 5985 Einwohner (Stand 1. Januar 2018). Haupterwerbszweige der Französisch sprechenden Bevölkerung sind Fischerei und Tourismus. Die Hauptstadt heißt Saint-Pierre.

Geographie

Die Inselgruppe besteht aus den Inseln Saint-Pierre (26 kmÂČ), Miquelon-Langlade (205 kmÂČ) sowie weiteren kleineren Inseln und hat eine GesamtflĂ€che von 242 kmÂČ. FrĂŒher waren die Inseln Miquelon und Langlade getrennt, heute sind sie ĂŒber einen schmalen Isthmus verbunden.

Das Klima ist rau und windig. Die Jahresdurchschnittstemperatur liegt bei rund 5 °C, die Luftfeuchtigkeit bei ĂŒber 80 %. Demzufolge herrscht starker Nebel vor, insbesondere im FrĂŒhjahr und im FrĂŒhsommer. Im VerhĂ€ltnis zum benachbarten Kanada sind die Winter mild, doch gibt es immerhin 120 Frosttage im Jahr. Die sommerlichen Durchschnittstemperaturen liegen meist zwischen 10 und 20 °C.

Bevölkerung

Auf den Inseln leben 5985 Einwohner (Stand 1. Januar 2018), davon mit 5400 Einwohnern der ĂŒberwiegende Teil auf Saint-Pierre, auf Miquelon zusammen mit Langlade leben nur 585. 1967 hatte Saint-Pierre 4565 Einwohner, Miquelon-Langlade 621, insgesamt also 5.186.

Die Katholiken auf den Inseln sind organisatorisch dem Apostolischen Vikariat Saint-Pierre und Miquelon zugehörig.

Sprachen

Auf Saint-Pierre und Miquelon wird Französisch gesprochen. Bis ins 20. Jahrhundert sprach ein Teil der Bevölkerung Baskisch.

Geschichte

FrĂŒhgeschichte

Ausgrabungen auf Saint-Pierre lassen darauf schließen, dass PalĂ€o-Eskimos und Beothuk dort bereits um 6000 v. Chr. Lager aufschlugen.

EuropÀische und indianische Fischer

1497 erkundete der italienische Seefahrer Giovanni Caboto, unter dem Namen John Cabot in englischen Diensten, das Seegebiet um Neufundland und nahm die Inseln in Besitz. Um diese Zeit kamen normannische, bretonische und portugiesische Fischer in das Seegebiet, um die reichen FischgrĂŒnde auszubeuten. Basken lassen sich erst ab 1579 nachweisen, sie erschienen dort bis ins 19. Jahrhundert.

Vom 11. bis 16. Juni 1536 hielt sich Jacques Cartier bei „sainct Pierre“ auf und berichtet von bretonischen und baskischen Fischern, Alonso de Santa Cruz berichtet 1541 von Iren und Bretonen, ansonsten seien die Inseln unbewohnt. Jean Alfonse nannte Miquelon-Langlade drei Jahre spĂ€ter die „terre des Dunes“.

Der Venezianer Gian Battista Ramusio berichtet 1556, dass die „Wilden“ im Sommer in der Region leben, um zu fischen. Er konnte allerdings nicht sagen, wohin sie im Herbst zogen. Sie trockneten den Fisch, gewannen aus dem Fett Öl und reisten in hölzernen Kanus. Nach seinen Angaben waren die Inseln 1521 von MĂ€nnern aus der Normandie und der Bretagne entdeckt worden. Auch berichtet er von einem „maĂźtre Thomas Aubert“ aus Dieppe, der sich dort 1508 aufgehalten haben soll.

Die Inseln wechselten mehrmals ihre Bezeichnung. Der Portugiese João Álvares Fagundes gab ihnen 1521 den Namen Ilhas das Onze Mil Virgens (Inseln der Elftausend Jungfrauen) nach der Legende der Hl. Ursula. In Frankreich wurden sie nach dem Apostel Petrus Les Îles de Saint-Pierre genannt.

Französische Siedler

1670 wird erstmals eine kleine Siedlung französischer Fischer auf Saint-Pierre erwĂ€hnt, die vermutlich schon seit dem frĂŒhen 17. Jahrhundert bestand. HĂ€ndler aus Saint-Malo waren gleichfalls anwesend. Antoine Parat berichtet 1690 von 12 bis 15 Schiffen, die dort auf Fang gingen, sowie einem kleinen Ort von vielleicht 15 Einwohnern.

Jacques Simon Belleorme war ab 1694 der erste Kommandant der Insel. 1705 beschĂ€ftigte er allein 80 MĂ€nner fĂŒr den Fang von Kabeljau. Seine Schwester Françoise Simon war die Verbindungsfrau fĂŒr seinen weitrĂ€umigen Handel in Saint-Malo. Als Kommandant folgte ihm 1702 SĂ©bastien Le Gonard de Sourdeval.

Englische Eroberungen, Vertreibungen

Im Krieg zwischen Frankreich und England von 1689 bis 1697 wurde die Inselgruppe mehrfach von EnglĂ€ndern angegriffen. Vom 11. September bis zum 7. Oktober 1702 attackierten EnglĂ€nder die Insel. Angriffe mit bis zu 400 Mann erfolgten im nĂ€chsten Jahr. 1703 handelte der Kommandant mit ihnen einen Frieden aus. 1713 mussten die Franzosen unter FĂŒhrung von Philippe Pastour de Costebelle die Inseln Richtung Isle Royale (Cape Breton, Nova Scotia) verlassen. William Taverner fĂŒhrte die Landvermessungen fĂŒr die neuen Herren durch. Er geriet in Streit mit einigen EnglĂ€ndern, die ihm vorwarfen, mit Franzosen GeschĂ€fte auf eigene Rechnung zu machen.

Nach dem Ende des SiebenjĂ€hrigen Krieges im Jahr 1763 verlor Frankreich seine kanadischen Besitzungen, erhielt aber die Inseln zurĂŒck. Erster Gouverneur wurde François-Gabriel Dangeac (bis 1773); ihm folgte bis 1778 Charles Gabriel Baron de l’EspĂ©rance. WĂ€hrend des Amerikanischen UnabhĂ€ngigkeitskrieges wurden Waffen von hier in die USA geschmuggelt.

1778 brachen britische Truppen den Widerstand der 200 Einwohner und der 50 Soldaten unter FĂŒhrung des Kommandanten de l’EspĂ©rance. Sie vertrieben die 1200 Bewohner nach Frankreich. Herr der Inseln war nun Commodore Evans. Nach dem Frieden von 1783 konnten die Bewohner und der Kommandant erneut zurĂŒckkehren. Das Amt des Gouverneur et d’Odonnateur aux Ăźles St-Pierre et Miquelon wurde 1785 aufgehoben, neuer Kommandeur wurde von 1783 bis 1793 Antoine-Nicolas Dandasne-Danseville. Er war Kommandeur der Fußtruppen und fĂŒllte die Funktionen eines Gouverneurs aus, wobei er dem FĂŒhrer der französischen Flotte in Amerika unterstand, deren Hauptquartier in Santo Domingo war. Die Inseln wiesen noch 60 MĂ€nner auf. Die Teneraire segelte mit dem neuen Gouverneur und Siedlerfamilien an Bord von Brest nach St. Pierre. Dort durften keine Forts zur Verteidigung errichtet werden. 1784 waren 200 französische und 200 britische Schiffe in den GewĂ€ssern um die Inseln. 18 britische Schiffe segelten mit ihrem Fang ins Mittelmeer, das sie als erste erreichten, womit sie auch die besten Preise erzielten. Insgesamt suchten im Laufe des 18. Jahrhunderts 12.000 Schiffe und 450.000 Mann die Region auf.

Französische Revolution und die erneute britische Herrschaft

Am 25. September 1789 kollidierte Vigneau, ein Bewohner von St. Pierre, mit seiner Schaluppe mit einer königlichen Corvette. De Fabry, der Kommandant, ließ ihn daraufhin auspeitschen. Daraufhin versammelte sich eine empörte Menge vor dem Haus von Dumesnil-Ambert. Als er nicht reagierte, drangen am nĂ€chsten Tag ĂŒber 300 Menschen in das Haus ein und forderten Gerechtigkeit. Mit 28 von ihnen verhandelten Dumesnil und Fabry.

Genau in diesem Moment kam die Nachricht von der Französischen Revolution auf den Inseln an, doch dauerte es bis Oktober 1790, bis die Bevölkerung von de Broves die Erlaubnis erhielt, eine Generalversammlung einzuberufen. Sie kĂŒmmerte sich zunĂ€chst um Lebensmittel und Proviant, um die Konkurrenz der auslĂ€ndischen Fischer oder um die ortsansĂ€ssigen Amerikaner.

Im SpĂ€therbst 1791 entstand ein Club der „Amis de la Constitution“, der aus jungen MĂ€nnern und französischen Fischern bestand, die auf der Insel ĂŒberwintern wollten. Im Februar 1792 kam eine Frau bei Unruhen ums Leben. Die Älteren forderten Danseville auf, der AssemblĂ©e GĂ©nĂ©rale vorzusitzen. Sechs MĂ€nner und drei Frauen wurden nach Frankreich zurĂŒckgeschickt. In Brest angekommen, wurden die neun zu VorkĂ€mpfern der Revolution, durch die Straßen getragen, und man forderte den RĂŒcktritt des Kommandanten Danseville.

Danseville behielt die ZĂŒgel in der Hand, doch die Amis de la Constitution arbeiteten weiter gegen ihn. Die Spannungen wuchsen, als revolutionsfreundliche Fischer im nĂ€chsten Jahr ankamen und die Nachricht vom Tod des Königs mitbrachten. Die 502 verbliebenen Einwohner wurden im Zuge der Revolutionskriege 1793 abermals von Briten unter Edgell nach Nova Scotia vertrieben. Eine Frau von den Inseln, wohl auf der Flucht, erschien 1792 in Frankreich vor Gericht und erbat fĂŒr sich und ihre vier Kinder Aufenthaltsrecht. Zum dritten Mal waren die Inseln britisch.

Wieder französisch

Im Friedensvertrag von Paris (1814) wurden die Inseln wieder Frankreich zugesprochen und 1816 ĂŒbergeben. Eine Gruppe von 645 ehemaligen Bewohnern kehrte an Bord der Fregatten La Salamandre und La Caravanne am 22. Juni 1816 abermals auf die Inseln zurĂŒck. Als militĂ€rischer Schutz der Inselbevölkerung wurden zwei französische Infanterie-Kompanien auf den Inseln stationiert. Kommandant war in den ersten beiden Jahren Jean-Philippe Bourrilhon. Ihm folgte bis 1819 Augustin-Valentin Borius, dann bis 1825 Philippe-Athanase-HĂ©lĂšne Fayolle, Augustin-Valentin Borius (bis 1828), Joseph-Louis-Michel BruĂ« (bis 1832). Ab 1887 wurden Gouverneure ernannt, ab 1906 Administrateurs.

Am 14. November 1846 berichtete der New York Courier and Enquirer, dass im grĂ¶ĂŸten Fischfanggebiet des Ostens, um die französischen Inseln, rund 400 französische Fangschiffe mit 12.000 Mann an Bord tĂ€tig waren, diese wurden vom französischen Fischereihafen St. Malo entsandt. Die Inselbevölkerung, die mehrfach hatte fliehen mĂŒssen, war auf rund 2000 Einwohner angewachsen. Auch Amerikaner wollten am FanggeschĂ€ft teilhaben. Ihr Vertreter war von 1850 bis 1864 George Hughes. Ihm folgte im Auftrag Abraham Lincolns William Mc Laughlin.

St. Pierre galt als Schmugglerinsel. Die Fangschiffe hatten auf der Anreise aus Frankreich Schmuggelware (Spirituosen und Tabakwaren) an Bord, die zunĂ€chst in Verstecken auf den Inseln verblieb. Über die dĂŒnn besiedelte KĂŒste von Labrador wurde die Schmuggelware dann nach und nach von Franko-Kanadiern in die Provinz Kanada und in die Nordstaaten der USA verbracht. Auf Druck der Regierung von Kanada besuchte James Haywarth, Leiter der Zollverwaltung von QuĂ©bec, die Inseln im Jahr 1864. Auch Charles Freeman, amerikanischer Konsul 1905, versuchte, den Schmuggel in die USA einzudĂ€mmen, der vor allem auf amerikanischen Schiffen stattfand. 1903 bestanden 33 CafĂ©s im Ort, wie das New England Magazine im Mai berichtete.

Am 1. November 1902 brannte St. Pierre weitgehend ab. So wurden die katholische Kirche, Gerichts- und RegierungsgebÀude, Schulen und viele WohnhÀuser zerstört. Dabei war die Stadt bereits im Mai von einem Erdbeben betroffen gewesen. Auch hatte es bereits 1865, 1867 und 1879 schwere BrÀnde gegeben.

Weltkriege

Im Ersten Weltkrieg kam ĂŒber ein Viertel der zum Kriegsdienst Eingezogenen ums Leben. Ansonsten profitierten die Bewohner von hoher Nachfrage und entsprechenden Preisen beim Fisch. Administrateur war Ernest Philippe François Lachat (1915 bis 1922). Ab 1923 wurden Gouverneure eingesetzt, der erste war Jean Henri Émile Bensch (bis 1928). WĂ€hrend der Prohibitionszeit in den USA und Kanada von 1919 bis 1932 boten sich den Inselbewohnern glĂ€nzende Verdienstmöglichkeiten.

Am 26. Dezember 1941 verhafteten gaullistische Soldaten unter FĂŒhrung des ehemaligen Admirals Muselier den seit 1936 amtierenden Gouverneur de Bournat. Die Regierung in Vichy protestierte. Die Regierung Kanadas hatte BefĂŒrchtungen, die deutsche Regierung könnte eine Invasion planen. Zahlreiche Inselbewohner engagierten sich fĂŒr das freie Frankreich und dessen StreitkrĂ€fte. Erster Nachkriegsgouverneur war Pierre Marie Jacques François Garrouste. Ab 1976 wurden PrĂ€fekten ernannt, erster PrĂ©fet war Jean MassendĂšs, seit 2018 ist es Thierry Devimeux. 1947 hatten die Inseln rund 4.500 Einwohner.

Auseinandersetzungen mit Kanada

1976 warf man Frankreich vor, die UnabhĂ€ngigkeit QuĂ©becs zu unterstĂŒtzen und auf den Inseln eine starke MilitĂ€rprĂ€senz zu errichten, insbesondere der Luftwaffe, dazu Propagandasender. Seit 1985 ist das Gebiet collectivitĂ© territoriale (C.T.). GemĂ€ĂŸ der Änderung der französischen Verfassung vom 28. MĂ€rz 2003 werden die Inseln als collectivitĂ© d’outre-mer (COM) bezeichnet.

Ein weiterer Streitpunkt mit Kanada war die Frage der Hoheit ĂŒber die kĂŒstennahen GewĂ€sser und der darunter befindlichen BodenschĂ€tze. Kanada dehnte diese Zone bereits 1977 einseitig auf 200 Seemeilen aus, wobei weniger Fischereirechte als Hoffnungen auf große Ölfunde dazu beitrugen, die sĂŒdlich der Inselgruppe liegen. 1984 entschied der Internationale Gerichtshof in einer Ă€hnlichen Frage, nĂ€mlich der KĂŒste des US-Bundesstaats Maine, zugunsten Kanadas. Noch komplizierter wurde die Lage dadurch, dass Frankreich ebenfalls eine Hoheitszone um Saint-Pierre et Miquelon beanspruchte, wĂ€hrend Kanada dort bereits Fangverbote anordnete. Kanada wollte verhindern, dass die gewaltig angewachsene spanische Fangflotte – 1969 waren allein 619 der 1104 Schiffe spanisch – die GewĂ€sser leerfischte. Zwar versuchte ab 1994 eine französisch-kanadische Kommission eine Regelung zu finden, doch 1998 waren die Spannungen so scharf, dass sie nicht tagen konnte. 1997 einigte man sich darauf, dass den Franzosen 15,6 % der FĂ€nge zustehen sollten. 70 % sollten allerdings auf kanadischen Schiffen durch kanadische Mannschaften befördert werden. 30 % sollten den Inseln zustehen. Trotz Ausweichens auf andere Fischarten brachen die BestĂ€nde jedoch weiter ein oder wanderten ab. Auf dem kanadischen Festland, etwa der Burin-Halbinsel ging parallel dazu die Bevölkerung stark zurĂŒck, da dem rĂŒcklĂ€ufigen Fischfang kein wirtschaftliches Konzept entgegengestellt worden war, das fĂŒr BeschĂ€ftigung in anderen Bereichen hĂ€tte sorgen können. Allein 16 % der Bevölkerung verließen zwischen 1991 und 2001 die Insel, ihre Zahl sank von 2940 auf 2470.

Politik

Der Generalrat (conseil général) hat 19 Mitglieder. Davon wird jeweils ein Vertreter in die französische Nationalversammlung und den Senat entsandt. Die Wahlen finden alle sechs Jahre statt.

Saint-Pierre und Miquelon gehören gemĂ€ĂŸ Art. 4 Abs. 1 UZK nicht zum Zollgebiet der EuropĂ€ischen Gemeinschaft.

Zur Einreise benötigen alle Reisenden, auch BĂŒrger der EuropĂ€ischen Union aus dem Schengen-Raum, einen gĂŒltigen Reisepass. Nur kanadische Staatsangehörige dĂŒrfen mit einem gĂŒltigen Identifikationsnachweis einreisen, wenn sie nicht lĂ€nger als drei Monate auf den Inseln bleiben.

Wirtschaft

Die WĂ€hrung ist seit 2002 der Euro, zuvor zirkulierten der Französische Franc (zeitweise mit eigenen Banknoten) und der Kanadische Dollar. Die Wirtschaft ist von Fischfang und Tourismus dominiert. Als EWG-Hafen hatte St. Pierre zwischen 1965 und 1975 fĂŒr die bundesdeutsche Hochseefischerei im Nordwest-Atlantik eine besondere Bedeutung, da die kanadischen HĂ€fen fĂŒr Trawler gesperrt waren. Durch die Anwesenheit von sechs deutschen Fabrikschiffen 1966 und zehn deutschen Loggern 1968 zwecks Befischung der HeringsbestĂ€nde der Georges Bank profitierte St. Pierre so zumindest vorĂŒbergehend von einem kleinen Wirtschaftsaufschwung. Seit dem Kabeljaufang-Moratorium vor der KĂŒste Neufundlands von 1992 ist der Wirtschaft der Inselgruppe die frĂŒhere Hauptgrundlage entzogen. Fisch- und Muschelzucht konnten den Ausfall des Kabeljaus nicht kompensieren. Seit Beginn der Wirtschaftskrise 1992 ist das Überseegebiet verstĂ€rkt von Subventionen des Mutterlandes abhĂ€ngig.

Rund 700 ha werden landwirtschaftlich genutzt. HĂ€ufig in GewĂ€chshĂ€usern wird GemĂŒse angebaut, da das raue Klima und der arme Boden extensive agrarische Nutzungen kaum zulassen. Der Tierbestand ist gering, allenfalls HĂŒhner und Eier spielen eine Rolle. Die Inselgruppe produzierte 1994 804.540 Eier und 2.725 HĂŒhner.

Seit 2009 ist Saint-Pierre und Miquelon, nach Beschluss des EuropÀischen Zahlungsverkehrsausschusses (EPC), Teil des EuropÀischen Zahlungsraumes (SEPA).

Bei weitem grĂ¶ĂŸter Arbeitgeber ist der öffentliche Dienst. Der Tourismus ist auf den Inseln zurĂŒckgegangen.

Seit 1885 (mit einer Unterbrechung von 1978 bis 1986) bildet Saint-Pierre und Miquelon ein eigenstÀndiges Postgebiet, das Briefmarken herausgibt.

Umwelt

Schwere Belastungen der Umwelt treten durch die Tatsache auf, dass MĂŒll nicht sachgemĂ€ĂŸ entsorgt wird. Daher entstanden unkontrollierte MĂŒllhalden und der MĂŒll wird einfach verbrannt.

Bis 1992, als die Kabeljaufischerei durch ein französisch-kanadisches Moratorium untersagt wurde, weil es die Fische kaum noch gab, beruhte die Wirtschaft der Inseln auf dem Fischfang. Die Schleppnetzfischerei, auch von kanadischen und spanischen Trawlern ließen die scheinbar unerschöpflichen BestĂ€nde einbrechen. Sie haben sich bis heute nicht erholt, und die Inseln sind auf Subventionen und öffentliche Arbeiten angewiesen. Die BestĂ€nde der nordischen Eismeerkrabben sind inzwischen gleichfalls um die HĂ€lfte eingebrochen, so dass die Zahl der ArbeitsplĂ€tze sehr gering geworden ist. Aquakulturen sollen hier Abhilfe schaffen, doch zeigen Erfahrungen in anderen Gebieten, dass damit die WildbestĂ€nde noch stĂ€rker bedroht werden. Auch werden Jakobsmuscheln gezĂŒchtet, deren AbfĂ€lle den Fischen in den Aquakulturen verfĂŒttert werden. Auch hier waren die WildbestĂ€nde um fast 90 % eingebrochen. Mit öffentlichen Mitteln wird inzwischen die Wiederauswilderung gefördert.

Schutzmaßnahmen richten sich auf den borealen Nadelwald. Der Weißwedelhirsch, der 1952 von JĂ€gern eingefĂŒhrt wurde, und dessen BestĂ€nde nicht kontrolliert werden, trug dazu bei, dass seit 1952 fast ein Drittel des Waldes verschwand. Über 500 JĂ€ger verhindern die Lösung des Problems, zumal es praktisch keinerlei BeschrĂ€nkungen gibt. Die Regierung in Paris bemĂŒht sich, auch wenn es auf diesem Teil des französischen Territoriums keinerlei Naturschutzgesetzgebung gibt, wichtige Habitate zu kennzeichnen. Das gilt vor allem fĂŒr die Brutgebiete seltener Vogelarten, z. B. den Gelbfußregenpfeifer, der vom Aussterben bedroht ist. HĂ€ufig anzutreffen sind hingegen Seeschwalben und andere Schwalben. Die Insel Grand Colombier ist eines der bedeutendsten Refugien fĂŒr Seevögel wie Tordalke, Papageitaucher (etwa 10.000 Brutpaare) und zahlreiche Watvögel.

Eine Robbenauffangstation existiert nicht, so dass, wenn von Fahrzeugen auf dem Strand aufgescheuchte Muttertiere ihren Nachwuchs verlassen, die Jungtiere keine Überlebenschance haben.

Verkehr

Straßenverkehr

Die LĂ€nge der befestigten Straßen betrĂ€gt insgesamt 114 km, weitere 45 Straßenkilometer sind unbefestigt. Auf beiden Inseln gibt es keinen Schienenverkehr.

Das Format der Kraftfahrzeugkennzeichen entspricht dem in Frankreich. Allerdings folgt man nicht dem französischen Autonummernsystem, denn die Inseln sind kein DĂ©partement, die auf französischen Kennzeichen bis 2009 in alphabetischer Reihenfolge durchnummeriert wurden. Bis 1952 wurden alle Fahrzeuge von 1 aufsteigend durchnummeriert. Anschließend setzte man hinter diese „Seriennummer“ noch die Codebuchstaben „SPM“. Seit 2000 werden Kennzeichen verwendet, die aus den Codebuchstaben „SPM“, einer Seriennummer und einem Kennbuchstaben bestehen.

Schiffsverkehr

Von St. Pierre nach Fortune auf Neufundland verkehrt eine KatamaranfÀhre, die keine Fahrzeuge befördert.

Luftverkehr

Der Flughafen St. Pierre hat eine Start- und Landebahn von 1800 Metern LĂ€nge. Miquelon verfĂŒgt ĂŒber eine Bahn von 1000 Metern.

Die Fluggesellschaft Air Saint-Pierre verbindet St. Pierre mit Miquelon und verschiedenen Orten auf dem kanadischen Festland. Reisen nach und von Frankreich erforderten bis Juni 2018 ein Umsteigen, in der Regel in Montreal. Die Flugroute von St. Pierre nach Miquelon gehört zu den kĂŒrzesten Linienflugrouten der Welt.

Seit dem 2. Juli 2018 verbindet ASL Airlines France den Flughafen St. Pierre im Sommer wöchentlich nonstop mit dem Flughafen Paris-Charles-de-Gaulle. FĂŒr den Flug wird das Mittelstreckenflugzeug Boeing 737-700 eingesetzt.

Literatur

  • Christian Fleury: Saint-Pierre et Miquelon, Ăźles frontiĂšre. In: Norois. Band 190, 2004, S. 25–40.
  • H. Bourde de Larogerie: Saint-Pierre et Miquelon (des origines Ă  1778) (PDF; 580 kB), Mortain 1937.

Weblinks

  • Le GrandColombier. L'histoire des Ăźles Saint-Pierre et Miquelon
  • Saint-Pierre und Miquelon Tourismus (französisch und englisch)
  • Le Phare: Tourismusseite (französisch und englisch)
  • The World Factbook des CIA mit Daten ĂŒber Saint-Pierre und Miquelon (englisch)
  • Radio Atlantique
  • PrĂ©sentation – Saint-Pierre-et-Miquelon, L'Outre Mer

Einzelnachweise


 

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Flagge: Saint Pierre and Miquelon

Name englisch: Saint Pierre and Miquelon
Hauptstadt: Saint-Pierre
Kfz:
ISO: PM
ISO3: SPM
Fläche: 242 km²
Tld: .pm
Wärung Einheit: EUR
Währung: Euro
Vorwahl: 508

Ausdehnung / Grenzen (nach WGS 84 dezimal):
nördlichster Punkt: 47.1442704
südlichster Punkt: 46.7491058
westlichster Punkt: -56.405632
östlichster Punkt: -56.1189376


 
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