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Gebirge Karte: Ibiza

Gebirge Lage und Zugehörigkeit

Zugehörigkeit: Ibiza
 

Gebirge Informationen zur Gebirgsgruppe: Ibiza

Informationen zur Lage und Bezeichnung:


ausführliche Beschreibung:

Ibiza (spanisch [iˈÎČiΞa], katalanisch und amtlich Eivissa [əjˈvisə] oder [əjˈbisə]) ist mit einer FlĂ€che von 572 kmÂČ die drittgrĂ¶ĂŸte Insel der spanischen autonomen Region Balearen im westlichen Mittelmeer.

Mit der sĂŒdlich gelegenen Insel Formentera und zahlreichen kleineren und unbewohnten Felseninseln bildet Ibiza die Inselgruppe der Pityusen. Amtssprachen sind Spanisch (Kastilisch) und Katalanisch, der auf der Insel vorherrschende katalanische Dialekt wird Ibizenk genannt. Die Insel hat 147.914 Einwohner (Stand: 2019), der AuslĂ€nderanteil betrĂ€gt etwa 20 Prozent, der Anteil deutscher Einwohner liegt bei rund 3 Prozent. Seit 2001 ist die Zahl der dauerhaft auf Ibiza lebenden Menschen um mehr als 60 Prozent gestiegen. Die grĂ¶ĂŸten Gemeinden sind der Hauptort Ibiza (katalanisch Eivissa) mit rund 50.000 Einwohnern, Santa EulĂ ria des Riu (rund 36.000 Einwohner), Sant Josep de sa Talaia (rund 26.000 Einwohner) und Sant Antoni de Portmany (rund 25.000 Einwohner).

Geografie

Lage

Die Insel liegt ungefĂ€hr 90 Kilometer östlich des spanischen Festlands. Die Entfernung San Antonio – DĂ©nia betrĂ€gt 111 km, Ibiza – Denia 146 km, Ibiza – Palma de Mallorca 154 km. Nach Alicante sind es ca. 200 km, San Antonio – Valencia 150 km, Ibiza – Barcelona 264 km und nach Algier 276 Kilometer.

Geologie

Die Balearen sind die abgesprengte Fortsetzung des andalusischen Felsengebirges, das sich von Gibraltar ĂŒber die Sierra Nevada hinzieht. Ein etwa 1.500 Meter tiefer Meeresgraben trennt die Inseln vom spanischen Festland. Die Pityusen haben einen eigenen Festlandsockel.

Beschreibung

Ibiza ist eine im Inneren hĂŒgelige Insel mit zerklĂŒfteter KĂŒste, die durch sandige Calas unterbrochen ist. Die KĂŒstenlĂ€nge betrĂ€gt etwa 210 Kilometer. Ibizas höchste Erhebung ist der Sa Talaia mit 476 msnm.

Die biologische Vielfalt und Kultur von Ibiza wurde 1999 zum Weltkulturerbe erklÀrt.

Fauna und Flora

Abgesehen von den vielen bekannten StrÀnden und Buchten weist die Insel Ibiza einen fast gÀnzlich unbekannten Reichtum an Tieren und Pflanzen auf.

Die Insel lĂ€sst sich grob in vier Landschaftszonen unterteilen: Die Nord- bzw. SteilkĂŒste, WĂ€lder und Garigue, Kulturland und Bauernland, StrĂ€nde und Buchten.

Die NordkĂŒste, es amunts, die Anhöhen, stehen weitestgehend unter Naturschutz. Das Gebiet reicht von dem Hochplateau bei Santa AgnĂšs de Corona bis zur Nord-Ostspitze der Insel zur Punta Grossa in der NĂ€he der Cala San Vicente. Diese Region ist dĂŒnn besiedelt, es gibt kaum Ortschaften und nur wenige zugĂ€ngliche Buchten oder StrĂ€nde und daher fast keinen Tourismus.

In den ausgedehnten immergrĂŒnen PinienwĂ€ldern und in der Garigue, dieser Landschaften, die oft mit WacholderbĂŒschen, Rosmarin, Thymian und anderen WildkrĂ€utern durchsetzt sind, wachsen u. a. auch die seltene Steineiche, autochthone Orchideen und Wildgladiolen. Es ist auch das RĂŒckzugsgebiet der sehr selten gewordenen Ginsterkatze.

An den KĂŒsten, StrĂ€nden und Buchten und in den Feuchtgebieten wie Ses Salines, den Wasserbecken zur Salz-Gewinnung und Ses Feixes, den vermutlich von den Mauren im 11. Jahrhundert angelegten beiden Kleingarten-Zonen um die Stadt Ibiza, die zum Unesco-Weltnaturerbe zĂ€hlen, wachsen besonders salzwasserresistente Pflanzen. Diese Feuchtgebiete sind außerdem die BrutplĂ€tze zahlreicher Wasservögel. Eine Flamingo-Kolonie lebt inzwischen wieder ganzjĂ€hrig in den alten Salzbecken von Ses Salines. Turmfalken (seltener Eleonorenfalken), Fischadler und viele weitere Vogelsorten wie Möwen (Lachmöwen, Silbermöwen, Sturmmöwen und seltener die Korallenmöwe). Schwalben, Reiher (Nachtreiher, Silberreiher, Seidenreiher), Kormorane und StelzenlĂ€ufer leben ebenfalls in diesen Zonen.

Das Kultur- und Bauernland der Insel Ibiza zeichnet sich vornehmlich durch eine bereits aus dem Mittelalter bekannte Form der Dreifelderwirtschaft aus. Meist wird auf diesen Feldern Weizen (trigo), Gerste (cebada) oder Hafer (avena) angepflanzt. Typischerweise wurden in lockerer AbstĂ€nden dazwischen Mandel-, Oliven-, Johannisbrot- und FeigenbĂ€ume kultiviert. An den RĂ€ndern der Felder, die oftmals terrassiert sind und traditionell mit Steinmauern in Trockenbauweise eingefasst wurden, wachsen Wildpflanzen und Weinstöcke fĂŒr den Bauernwein (vi payes). Klatschmohn, Margariten (Chrysanthemum coronarium), Scharfgarben, wilder Fenchel (Foeniculum vulgare) und wilder Spargel oder Zistrosen. Hier leben Milane, Schleiereule und Zwergohreneule oder Wiedehopfe. Außerdem Stieglitze, Finken, Drosseln, Samtkopf-GrasmĂŒcken oder Meisen, Ringel- und Turteltauben.

In Gegenden mit Grundwasservorkommen oder Tiefbrunnen wie bei San Antonio werden Obst und GemĂŒse angepflanzt. Hier insbesondere Melonen, Tomaten, Weintrauben, ZitrusfrĂŒchte, aber auch HĂŒlsenfrĂŒchte wie Bohnen, Linsen oder Erbsen. In der Gegend um Santa Gertrudis, die als ebenso fruchtbar gilt wie die große Ebene vor San Miguel, wachsen ObstbĂ€ume mit Kirschen, Pfirsichen, Aprikosen, Mangos oder Avocados. Das Tal von San Mateo ist fĂŒr seinen Weinbau bekannt. Neben der Hunderasse Podenco Ibicenco (katalanisch Ca Eivissenc), dem auffĂ€lligsten Tier der Insel, gibt es auf Ibiza noch eine Reihe weiterer autochthoner Tiere. So etwa das Bauernhuhn Pollo payes, die Oveja ibicenca, das ibizenkische Schaf, ein Wildkaninchen und die Pityusen-Eidechse (Podarcis pityusensis pityusensis).

Bedrohung der Fauna und Flora

Unbekannt waren bis vor einigen Jahren jegliche Art von Schlangen oder anderen Gifttieren. Erst im Zuge des Imports von OlivenbĂ€umen fĂŒr PlĂ€tze und GĂ€rten wurden Nattern (Hufeisennattern und Treppennattern) eingeschleppt, die sich mittlerweile verbreiten aber auch schon von der Inselregierung bejagt werden, da sie Niederwild und hier insbesondere Kaninchen und Eidechsen und Vogelgelege dezimieren.

Seit ca. 2005 werden auch auf Ibiza Palmen, meist die Kanarische Dattelpalme von dem PalmrĂŒssler dezimiert. Zwar besteht die Inselregierung darauf, dass von dem Insekt befallene Pflanzen umgehend mit Insektiziden besprĂŒht oder vernichtet werden, jedoch breitet sich der Befall noch weiter aus. Inzwischen werden auch andere Pflanzen wie FĂ€cherpalme, Zwergpalme oder Palmlilien befallen. Die geschĂ€digten Palmen sterben langsam vom Kern heraus ab. Sichtbar ist dies, wenn die frischen Palmwedel im Zentrum der Palme braun werden und herabhĂ€ngen.

Seit 2016/17 wurde auf den Balearen, hier insbesondere in Mallorca, aber auch auf Menorca und Ibiza das Feuerbakterium entdeckt. Dieses Bakterium befĂ€llt auch FruchtbĂ€ume wie Oliven- und MandelbĂ€ume oder Weinstöcke. Äußeres Merkmal ist das partielle Vertrocknen der Pflanze. Da es bislang kein geeignetes Gegenmittel gibt, verpflichtet die EU als Sofortmaßnahme sĂ€mtliche BĂ€ume und alle weiteren im Umkreis von 100 Metern zu den befallenen Pflanze zu fĂ€llen und zu verbrennen. Nach Untersuchungen des Bakteriums hat sich ergeben, dass es sich hierbei um die aggressive Form Xylella fastidiosa pauca handelt, die neben den schon oben erwĂ€hnten BĂ€umen auch KirschbĂ€ume, LorbeerbĂŒsche, Weidenblatt-Akazien, Lavendel, Rosmarin, Oleander, Australischen Rosmarin (Westringia fruticosa) und Kreuzblumen befallen kann.

Eine weitere Bedrohung der Insel-Flora ist der in den letzten Jahren vermehrt auftretende Große WaldgĂ€rtner (Tomicus piniperda und Tomicus destruens). So wundert man sich, dass in einem WaldstĂŒck plötzlich völlig braune, vertrocknete Pinien stehen. Es handelt sich dabei um einen KĂ€fer aus der Familie der BorkenkĂ€fer, der sich am Stamm der Pinien festsetzt und dort seine Brut in der Rinde ablegt, dies fĂŒhrt in kurzer Zeit zum absterben des Baumes.

Die auf den gesamten Balearen verbreitete Prozessionsspinner-Plage konnte in den letzten Jahren auf Ibiza relativ gut eingedĂ€mmt werden. So wird seit vielen Jahren in verschiedenen Regionen der Insel die Ausbreitung durch den Einsatz von Pheromonen reduziert und verhindert. Erkennbar an in Pinien befestigte weiße Plastikbecher mit dem Mittel. Inzwischen wird auch der Bacillus thuringiensis zur BekĂ€mpfung eingesetzt.

Neu um 2019/20 aufgetreten ist auch der Befall der Kakteen (Opuntia ficus-indica) durch die Cochenilleschildlaus. Die strauchartigen Gebilde der Pflanze sind mit weißen Flecken ĂŒberzogen und nach einiger Zeit fallen die verfaulten BlĂ€tter ab. Nach einer Zeit kann die Pflanze sich jedoch selbst regenerieren.

Erstmals aufgetreten ist 2019/20 der Picudo negro. Ein schwarzer KÀfer aus der Familie der Rhynchophorus der die Agaven bedroht. Der KÀfer bohrt sich in das Herz der Agave und legt dort seine Eier ab. Die Maden ernÀhren sich von den weichen Pflanzenteilen im Inneren der Pflanze. Offenbar wird dabei noch eine Bakterie freigesetzt. Die Pflanze stirbt in kurzer Zeit komplett ab. Der KÀfer greift auch Yuccas und DrachenbÀume an.

Klima

Ibiza hat das ausgewogenste Klima der Balearen. Die Durchschnittstemperaturen liegen im Sommer um die 26 °C, im Winter erreichen sie sehr milde 12 °C.

Kultur

Museen

Auf Ibiza gibt es verschiedene kulturelle Einrichtungen, wie Museen, Informationszentren zum Inselleben und Veranstaltungsorte.

  • In der zum UNESCO-Weltkulturerbe zĂ€hlenden Altstadt von Ibiza mit ihren Festungsmauern, die 1555 erneuert und erweitert wurden, kann an der Westflanke ein Freiluftmuseum besichtigt werden. Hier wird gezeigt, wie man sich gegen Feinde schĂŒtzte und die Festung verteidigte.
  • Am höchsten Punkt der Altstadt, in Dalt Vila, steht die Kathedrale aus dem 14. Jahrhundert. Der Hauptaltar ist Maria de las Nieves (Maria Schnee) gewidmet. In der Kathedrale befindet sich das Museo Diocesa, das Museum der Diözese.
  • Direkt an der Plaça de la Catedral befindet sich das Museo ArqueolĂłgico de Ibiza y Formentera.
  • Gleich nebenan liegt das Centro de Interpretation Medina Yabisa (C/ Major, 2 Edificio La CĂșria). Mittels einer Multimedia-Show und diversen Modellen wird das Leben zur Zeit der Mauren dargestellt.
  • Kurz bevor man die Altstadtfestung verlĂ€sst und in der unmittelbaren NĂ€he der ZugbrĂŒcke und Portal de ses Taules, befindet sich das Museo d'Art Contemporani d’Eivissa (MACE). Dieses Museum fĂŒr Zeitgenössische Kunst beherbergt in einem der Ă€ltesten noch erhaltenen GebĂ€ude der Altstadt von Ibiza eine Sammlung von auf Ibiza lebenden oder ehemals lebenden KĂŒnstlern. Auch verschiedene Arbeiten der internationalen KĂŒnstlergruppe Grupo Ibiza 59 sind zu sehen. DarĂŒber hinaus zeigt das Museum immer wieder Wechselausstellungen renommierter KĂŒnstler, so z. B. von Joan MirĂł oder Cy Twombly. Bei Erweiterungsmaßnahmen wurden vor einiger Zeit Grundmauern eines Hauses aus römischer Zeit und diverse Artefakte freigelegt, die unter begehbaren Glasplatten sichtbar sind. (Lage: Ronda Narcis Putget).
  • Ein weiteres archĂ€ologisches Museum befindet sich an der Nekropole von Ibiza, auf dem Puig des Molins (Eingang: VĂ­a Romana, 31). Hier können einige unterirdische Grabanlagen besichtigt werden; und in dem neu gestalteten Museum sind einige Objekte der phönizischen und römischen Epoche ausgestellt.
  • Reste einer der frĂŒhesten phönizischen Siedlungen des westlichen Mittelmeers können im Yacimiento fenicio de Sa Caleta besichtigt werden (zu Sant Josep gehörig an der SĂŒdkĂŒste gelegen). Auch dieser Teil gehört, wie andere Bereiche, zum UNESCO-Weltkulturerbe der Insel.

Theater und Musik

  • In der Hauptstadt Ibiza wird Can Ventosa als Konzert und Theaterveranstaltungsort genutzt (Avinguda d’Ignasi Wallis, 26).
  • In Santa Eulalia steht dafĂŒr das Kongresszentrum zur VerfĂŒgung (Palacio de Congresos de Ibiza, Avenida Salvador Camacho 9-11). Hier gibt es z. B. Konzerte von Jordi Savall oder Opern- und Tanz-AuffĂŒhrungen.
  • Die Karfreitagsprozession fĂŒhrt von der Kathedrale durch die engen Gassen der Altstadt in die Unterstadt. In der Passage der Torre de ses Taules kann man manchmal eine Saeta, einen spontanen, dem Flamenco Ă€hnlichen Bittgesang hören.
  • Auf den Patronatsfesten zeigen die Folkloregruppen der Insel ihre TĂ€nze in originalen Trachten zur Musik, die auf der Einhandflöte mit Trommel und besonders großen Kastagnetten begleitet werden.
  • Weihnachten und Ostern werden in manchen Dorfkirchen die Caramelles vorgetragen. Dies sind die Weihnachts- bzw. Ostergeschichten die mit der inseltypischen Musik und im Redoblar-Gesangsstil vorgetragen werden.

Architektur

Im 14. Jahrhundert wurde der erst im Jahr 1782 zur Kathedrale erhobene Kirchbau vollendet. Er steht auf dem höchsten Punkt der denkmalgeschĂŒtzten Altstadt (Dalt Vila) und ist umgeben von der bereits in der zweiten HĂ€lfte des 16. Jahrhunderts entstandenen Renaissance-Festung. Bereits in den 1930er Jahren kamen einige Intellektuelle wie Walter Benjamin, Wols, Raoul Hausmann, Walter Gropius oder Le Corbusier nach Ibiza. Alle erkannten das Besondere an der meist nur eingeschossigen Bauweise der alten BauernhĂ€user auf der Insel und berichteten darĂŒber. Die aneinander gesetzten Kuben dieser LandhĂ€user inspirierten auch die Bauhaus-Architektur. Auffallend sind neben den bis fast ein Meter dicken Steinmauern, die Anordnung der RĂ€ume. Fast immer ist der Eingang nach SĂŒden ausgerichtet. Man betritt die Finca Ibicenca ĂŒber eine Art Veranda (porxo), von der es zur einen Seite in die KĂŒche geht. An diese angebaut ist ein Brotbackofen, in der NĂ€he eine Zisterne fĂŒr Trinkwasser. An die KĂŒche schließt sich noch der Vorratsraum an. Vom Porxo gehen verschiedene SchlafrĂ€ume ab. Die HĂ€user haben ausschließlich FlachdĂ€cher, um das Regenwasser aufzufangen, welches in Zisternen gesammelt wird. Die Fenster sind sehr klein, so sind die RĂ€ume im Sommer kĂŒhl. Der deutsche Emigrant Erwin Broner, der lange Jahre auf Ibiza lebte, hat sich ausgiebig mit der Inselarchitektur befasst und einige alte BauernhĂ€user modernisiert. In spĂ€teren Jahren hat der Kanadier Rolph Blakstad die Inselarchitektur genau studiert und im Neo-Ibizenkischen Stil gebaut. Der in Ibiza lebende belgische Architekt Philippe Rotthier hat die ausfĂŒhrlichste Publikation zur Architektur der LandhĂ€user Ibizas verfasst.

KĂŒche

Die ursprĂŒngliche KĂŒche Ibizas ist eine rein bĂ€uerliche. Inzwischen gibt es auf Grund der vielen Touristen aus aller Welt ĂŒber die gesamte Insel verstreut viele Restaurants mit internationaler oder moderner katalanischer KĂŒche. Restaurants in den grĂ¶ĂŸeren Orten und Landgasthöfe konkurrieren in den Sommermonaten mit Strandrestaurants um zahlungskrĂ€ftige Individualreisende. Die Paella, das spanische Nationalgericht, eigentlich ein Resteessen, gibt es in vielen Varianten. Die bekanntesten sind die Mixta mit HĂŒhnchen-, Schweine- oder Kaninchenfleisch, etwas Fisch, einigen Garnelen und Muscheln und die Mariscos, nur mit MeeresfrĂŒchten. Die gelbe Farbe erhĂ€lt die originale Paella durch Safran. Es gibt die traditionellen Fischgerichte Bullit de Peix und Arroz a la Banda sowie die FritĂ  de Pulpo, eine Tapa aus Tintenfisch mit etwas Kartoffeln, Paprika, Zwiebeln und Knoblauch. Ebenfalls sind Lammfleischgerichte (Lammkoteletts, -spießchen, -keule) und die rote Paprikawurst Sobresada oder die dunkle sowie helle Blutwurst Butifarra verbreitet. Alioli ist ein inseltypisches Aioli, nur aus Knoblauch mit Olivenöl und Salz gefertigt. An SĂŒĂŸspeisen gibt es die Crema Catalana und den FlĂĄo, einen KĂ€sekuchen aus Ziegen- und Schafsmilch mit Anis und Hierbabuena (grĂŒne Minze).

Sport

Neben den eher ĂŒblichen Sport-Angeboten, wie Wandern, Laufen, Schwimmen, Reiten, Tennis oder Golf eignen sich auf Ibiza noch folgende Sportarten:

  • Tauchen – es gibt ungefĂ€hr zehn Tauchbasen, die alle entweder in den grĂ¶ĂŸeren Orten, in den Touristenzentren oder an den grĂ¶ĂŸeren StrĂ€nden zu finden sind. Auf der offiziellen Webseite der Inselregierung Deportes De Ibiza werden auf einer PDF-Liste 20 Tauchtouren mit Fotos, Karten und Schwierigkeitsgraden angezeigt. Durch die Seegraswiesen der Posidonia Oceanica ist das Wasser meist sehr klar. Die Fischvielfalt und -dichte ist eher gering. HauptsĂ€chlich sind zu sehen Meerjunker (Coris julis), Schriftbarsch (Serranus scriba), Dicklippige MeerĂ€sche (Chelon labrosus), Goldstrieme (Sarpa salpa), der Meerpfau (Thalassa pavo), manchmal auch Seesterne, Tintenfische, die Edle Steckmuschel (Pinna nobilis) oder die Mittelmeer-MurĂ€ne (Muraena Helena). Unangenehm können in bestimmten Jahren die Leuchtquallen (Pelagia noctiluca) sein, die wenn sie einen auf nackter Haut mit ihren Nesseln streifen, schmerzhaft brennen.
  • Kajak – wiederum auf der Seite Deportes De Ibiza werden auf einer weiteren PDF-Liste mit Fotos, Karten, Start und Ziel, Entfernung und ungefĂ€hrer Dauer 20 Kajak-Touren aufgefĂŒhrt.
  • Segeln, Windsurfen, Stand Up Paddling. Auch hier können in einigen Ortschaften, in Touristenzentren und an manchen StrĂ€nden Material ausgeliehen und Unterricht genommen werden.
  • Es gibt eine Trabrennbahn (Hipodromo de Sant Rafal)
  • Seit einigen Jahren werden auf Ibiza auch vermehrt Halb-Marathons, Strecken-LĂ€ufe und Mountainbike-Rennen veranstaltet.

Verwaltung

Bevölkerungsentwicklung

Siedlungsstruktur

Die drei grĂ¶ĂŸten Ortschaften der Insel Ibiza sind die Hauptstadt Ibiza sowie die Orte Santa EulĂ ria des Riu und Sant Antoni de Portmany. Diese drei Orte besitzen auch eigene HĂ€fen fĂŒr FĂ€hrbetrieb und Marinas, Yacht-Clubs und Fischer.

Im Unterschied zur Umgebung der Hauptstadt Ibiza, bei der sich auch der Flughafen (welcher jedoch eigentlich zur Gemeinde Sant Josep de sa Talaia gehört) befindet, ist die Besiedelung der ĂŒbrigen Regionen der Insel eher durch Weiler und Einzelhöfe geprĂ€gt. Einzelne und ĂŒber das Land verstreute Fincas sind typisch fĂŒr die Landschaft Ibizas.

Stadt Ibiza

Acht Kilometer nordöstlich des Flughafens liegt die Inselhauptstadt Ibiza. In der Altstadt und im Hafenviertel gibt es zahlreiche Restaurants und GeschĂ€fte, viele Unterhaltungsmöglichkeiten und das Nachtleben Ibizas mit bekannten, teuren Diskotheken und Bars. In der Stadt gibt es keinen Strand und nur relativ wenige, meist kleine TouristenunterkĂŒnfte.

Gemeinden

  • Ibiza (Eivissa)
  • Sant Antoni de Portmany
  • Sant Joan de Labritja
  • Sant Josep de sa Talaia
  • Santa EulĂ ria des Riu

Wirtschaft und Infrastruktur

Salinen, Landwirtschaft

Im Mittelalter verdankte Ibiza den Salzfeldern Ses Salines, im SĂŒdwesten beim Flughafen gelegen, einen gewissen Wohlstand. Die Salzfelder waren bis ins 19. Jahrhundert Gemeineigentum („Universida“) und jeder Ibizenko war verpflichtet, zur Bewirtschaftung der Salzfelder beizutragen. Auch heute noch wird in den Salinen von Ibiza Salz gewonnen und exportiert. So wurden im Jahr 2016 65.000 Tonnen Salz auf einer FlĂ€che von 450 Hektar abgeschöpft. Aufgrund der Trockenheit des Jahres war dies nach 18 Jahren die höchste Menge, die bislang gewonnen werden konnte. UngefĂ€hr 19.000 Tonnen des Salzes werden zur Enteisung in den Norden Europas verschifft. AbnehmerlĂ€nder sind Norwegen und Schottland. Die grĂ¶ĂŸte Menge wird allerdings zur Stockfischverarbeitung auf die FĂ€röer-Inseln und nach DĂ€nemark verkauft.

Das Innere der Insel wird fĂŒr Landwirtschaft und Viehzucht, insbesondere der Schafzucht genutzt. Bis Mitte der 1960er produzierten die Bauern der Insel autark fĂŒr den eigenen Gebrauch und nur zu einem geringen Teil fĂŒr den Export.

Tourismus – historisch

Die Insel wurde erstmals Mitte der 1930er Jahre von britischen Touristen entdeckt. Durch den Spanischen BĂŒrgerkrieg und kurze Zeit spĂ€ter durch den Zweiten Weltkrieg kam der Tourismus aber schnell wieder zum Erliegen. Kurz nach Kriegsende kehrten zwar die ersten Touristen (und in den 1960ern auch viele Aussteiger und Hippies) auf die Insel zurĂŒck, aber erst in den 1970ern entwickelte sich der Tourismus in grĂ¶ĂŸerem Maße.

Tourismus – aktuell

Heute reicht die geringe landwirtschaftliche Produktion nicht mehr aus, um die Insel selbst zu ernĂ€hren, so dass die meisten Waren vom Festland importiert werden mĂŒssen. Wie auch auf den ĂŒbrigen Balearen ist der Tourismus die Haupteinnahmequelle der Ibizenkos, auch wenn er nicht die GrĂ¶ĂŸenordnung wie auf Mallorca erreicht. Im Jahre 2002 wurde die Insel von ca. 1,5 Mio. Touristen besucht, fast die HĂ€lfte davon waren britische Urlauber, gefolgt von Deutschen, Italienern und Franzosen.

2016 war bislang fĂŒr die Pityusen (Ibiza und Formentera) das erfolgreichste Jahr, so wurden mehr als 3 Millionen Touristen auf den Inseln gezĂ€hlt. Im Gegensatz zu den anderen beliebten spanischen Touristenzielen wie Mallorca, den Kanarischen Inseln, Katalonien oder der Costa del Sol blieben die meisten Hotels (und Hotelketten wie Fiesta, Insotel, Sirenis und Invisa) jedoch bis heute in den HĂ€nden ibizenkischer Familien.

FĂŒr das Jahr 2017 rechnet die Balearische Hafenbehörde (Autoridad Portuaria de Balears) mit einer erneuten Zunahme des Kreuzfahrt-Tourismus. Es werden 191 Schiffe erwartet, die zusammen mehr als 340.000 Besucher nach Ibiza bringen werden. Eine Steigerung um 38,4 % zum vorangegangenen Jahr. Hiermit haben sich die Zahlen von 2009 bis 2017 der angelandeten Schiffe verdoppelt und die Passagierzahlen sind von 80.000 auf 340.000 angestiegen.

Veranstaltungen

Jeden Mittwoch zwischen 10 und 19 Uhr findet der Hippiemarkt Punta Arabi in der NĂ€he von Santa EulĂ ria des Riu statt.

Clubs

Seit Anfang der 1990er-Jahre hat sich die internationale Club-Szene mit ihren bekanntesten Disc-Jockeys auf Ibiza etabliert. Im Sommer steht den Besuchern darĂŒber hinaus ein internationales Angebot an Radioprogrammen mit den Insel-DJs zur VerfĂŒgung. In den Bergen Ibizas finden regelmĂ€ĂŸig zu Vollmond Goa-Partys statt, die mehrere Tage andauern können.

Die grĂ¶ĂŸten Diskotheken auf Ibiza:

  • Privilege, Sant Rafel: Das Privilege ist mit einem Fassungsvermögen von rund 14.000 Menschen die grĂ¶ĂŸte Diskothek der Welt (Eintrag im Guinness-Buch der Rekorde). In der Hauptsaison von Juli bis August sind im Durchschnitt pro Nacht 10.000 GĂ€ste auf den TanzflĂ€chen. In den 1970er und 1980er Jahren hieß das Privilege noch Ku und war ein Treffpunkt des internationalen Jetset.
  • Amnesia, Sant Rafel: GegrĂŒndet im Jahr 1970, bietet es heute rund 5.000 Menschen Platz. Das Amnesia wurde im Rahmen der Winter Music Conference zum „Best Global Club“ der Jahre 2006, 2007 und 2008 gewĂ€hlt. Die populĂ€rsten DJs sind Armin van Buuren, Paul van Dyk, Sven VĂ€th, Richie Hawtin, TiĂ«sto, Marco Carola, Carl Cox, Marco V oder Paul Oakenfold.
  • Es Paradis, Sant Antoni de Portmany: Es Paradis ist mit einem Fassungsvermögen von 1.675 Personen der kleinste unter den populĂ€ren Großclubs auf Ibiza. Bekannt ist es unter anderem fĂŒr seine Partys Twice As Nice oder Extreme Euphoria Vs Tidy. Es Paradis wird vor allem von Briten besucht.
  • Gatecrasher, Sant Antoni de Portmany: Das Gatecrasher (frĂŒher Eden) ist einer der jĂŒngsten Clubs auf Ibiza. Es entstand im Jahr 1999 aus dem Club Kaos und zog kurz darauf in ein neues GebĂ€ude um. Die Diskothek liegt in San Antonio direkt an der Strandpromenade und gleich neben dem Club Es Paradis. Das Gatecrasher ist vor allem durch Besucher aus Großbritannien frequentiert.
  • Space, Sant Jordi de ses Salines: Das Space lag in Laufweite zur bekannten Playa d’en Bossa, dem Strand der PartygĂ€nger. Der Club hatte wie die anderen bekannten Diskotheken der Insel viele Veranstaltungsreihen mit bekannten DJs anzubieten, unter anderem We love Space. Jeden Dienstag prĂ€sentierte Carl Cox mit Revolution eine weitere Partyreihe. Das Space erhielt bei den International Dance Music Awards die Auszeichnung Best Global Club im Jahr 2005 und erneut 2006. 2011 wurde das Space durch eine Leserumfrage des Musikmagazines DJ Mag zum besten Club der Welt gekĂŒrt. Am 2. Oktober 2016 wurde das Space nach 27 Jahren geschlossen. An der Abschlussfeier nahmen ca. 15.000 Personen teil. Am selben Ort eröffnete 2017 ein Luxus-Club mit dem Namen HĂŻ Ibiza, der ebenso wie der Club UshuaĂŻa zur Grupo Empresas Matutes gehört.
  • UshuaĂŻa Ibiza Beach Hotel, Sant Jordi de ses Salines: Das UshuaĂŻa liegt gegenĂŒber vom HĂŻ und ist Teil des UshuaĂŻa Hotel Komplex. So können HotelgĂ€ste die Shows abends von ihren Balkonen verfolgen. Der Club hat eine KapazitĂ€t von 5000 und wurde 2018 zum zweitbesten Club weltweit gewĂ€hlt. Wöchentliche Partyreihen sind unter anderem Ants, Tomorrowland Presents: Garden Of Madness und BIG By David Guetta. Avicii hatte seinen letzten Auftritt am 28. August 2016 in diesem Club.
  • Pacha, Ibiza: Das Pacha ist der einzige große Club in der Stadt Ibiza, der das gesamte Jahr ĂŒber geöffnet hat. Mit einer KapazitĂ€t von rund 3.000 Menschen zĂ€hlt es allerdings zu den kleineren Diskotheken. Bekannt geworden ist das Pacha vor allem durch seine Partyreihen Swedish House Mafia, David Guettas F*** Me I'm Famous und Erick Morillos Subliminal Sessions. Das Markenzeichen des Clubs ist sein Logo, bestehend aus zwei miteinander verbundenen Kirschen. 2016 verkĂŒndete der EigentĂŒmer der Grupo PachĂĄ Ricardo Urgell, dass der Club PachĂĄ inklusive Hotel, dem Cabaret LĂ­o und dem Hotel Destino fĂŒr 350 Millionen Euro an die Private Equity Gruppe Trilantic Capital Partners im Oktober verkauft werde.

Verkehr

Das Straßennetz der Insel ist auf die Hauptstadt Ibiza ausgerichtet. Die meist gut ausgebauten Straßen fĂŒhren durch die stark von HĂŒgeln geprĂ€gte Landschaft. Zwischen dem internationalen Flughafen Ibiza und dem nördlichen Stadtrand von Ibiza existiert eine autobahnĂ€hnliche Straße von etwa 10 km LĂ€nge, die E-20. DarĂŒber hinaus gibt es seit 2011 eine weitere Schnellstraße mit diversen Kreisverkehren von Ibiza nach San Antonio. Das Radwegenetz ist neueren Ursprungs und wird stĂ€ndig erweitert.

Energieversorgung

  • Liste der Kraftwerke auf den Balearischen Inseln

Geschichte

Ureinwohner (ca. 2000 v. Chr.)

Über die Ureinwohner der Pityusen ist nur wenig bekannt. Es wird jedoch vermutet, dass die Entwicklung Ă€hnlich wie auf den Nachbarinseln Mallorca und Menorca verlaufen ist.

Zwischen 2000 und 1600 v. Chr. entwickelte sich auf den Balearen die Talayot-Kultur (von arab. Atalayi, Ausblick). Die Talayots waren SteintĂŒrme, die als KultstĂ€tten dienten. Im Unterschied zu den Nachbarinseln hat man auf Ibiza und Formentera jedoch keine Reste solcher Bauten gefunden. Die Höhlenmalereien in Ses Fontenelles bei Sant Antoni sowie die Megalithen von Ca na Costa auf Formentera deuten jedoch darauf hin, dass die Pityusen um diese Zeit ebenfalls besiedelt waren. Es waren Iberer oder Okzitanier, die die Insel als erste erschlossen.

Phönizier (7. bis 2. Jahrhundert v. Chr.)

Im Jahre 654 v. Chr. grĂŒndeten die phönizischen Karthager an der Ostseite der Hafenbucht von Ibiza eine Kolonie, die sie Ibes bzw. Ebusim nannten, möglicherweise nach dem phönizischen Gott Bes. Andere Ansichten fĂŒhren den Namen der Insel auf das phönizische „i busim“ zurĂŒck, was „Insel des Wohlgeruchs“ oder „Duftinsel“ bedeuten wĂŒrde. Die Stadt Ibiza hatte das MĂŒnzrecht und war ein wichtiger Handelshafen. Die Phönizier beuteten auch die reichen Salzvorkommen sowie die Bleiminen bei Sant Carles aus. Die Nekropole Puig des Molins (MĂŒhlenberg) gilt als bedeutendste bekannte phönizische BegrĂ€bnisstĂ€tte. In der NĂ€he von Sant Vicent de sa Cala wurde 1907 der Grottentempel Es Culleram entdeckt, der der Göttin Tanit geweiht war. Hannibal soll, der lokalen Geschichtsschreibung zufolge, auf der Insel Sa Conillera bei Sant Antoni geboren worden sein. Offiziell wurde er in Karthago geboren, es ist aber verbĂŒrgt, dass Hannibal auf seinem Feldzug gegen Rom (Zweiter Punischer Krieg, 218–201 v. Chr.) die berĂŒchtigten Steinschleuderer Els Foners Balears mit sich fĂŒhrte, die den Balearen ihren Namen gegeben haben.

Römer (ab 123 v. Chr.)

Nachdem der Zweite Punische Krieg erst siegreich fĂŒr die Karthager begonnen hatte, wurden Hannibals Truppen 202 v. Chr. bei Zama vernichtend geschlagen, und Karthago wurde auf sein afrikanisches Gebiet beschrĂ€nkt.

123 v. Chr. wurden die Balearen von dem römischen Feldherrn Quintus Caecilius Metellus Balearicus erobert. Die Römer nannten die Stadt Ibiza Ebesus. Als konföderative Stadt konnte sie sich eine gewisse Autonomie bewahren. So brauchte sie zum Beispiel keinen Tribut zu zahlen und durfte weiterhin das MĂŒnzrecht ausĂŒben. 70 v. Chr. wurde Ebesus unter dem Namen Flavia Augusta dem römischen Reich eingegliedert. Kaiser Vespasian ließ Wirtschaft und Infrastruktur der Insel ausbauen. Die HĂ€fen Portus Salarius auf Formentera (heute La Savina) und Portus Magnus (Sant Antoni de Portmany) wurden errichtet.

Die Nachbarinsel im SĂŒden Ibizas erhielt von den Römern den Namen Frumentaria (die Weizenreiche). Aufgrund des fruchtbaren Bodens und der damals reichhaltigen SĂŒĂŸwasser-Vorkommen diente sie ihnen als Kornkammer.

380 n. Chr. wurde das Christentum Staatsreligion der Römer. Damit wurden auch die Balearen christianisiert. 391 erließ Theodosius das Verbot aller heidnischen Kulte. Nur wenige Jahre spĂ€ter zerbrach das Römische Reich in das West- und das Ostreich (Byzanz).

Einfall der Vandalen (5. Jahrhundert n. Chr.)

Im 5. Jahrhundert drangen die Vandalen unter Gunderich nach Ibiza vor. 426 wurde die Insel von ihnen komplett verwĂŒstet. Erst 533/534 gelang dem oströmischen Feldherrn Belisar die Vertreibung der Vandalen. Ibiza geriet unter die Oberherrschaft von Byzanz. Aus dieser Zeit ist jedoch nur wenig bekannt.

Maurische Herrschaft (8. bis 13. Jahrhundert)

711 eroberten die Mauren unter dem Feldherrn Tarik Spanien, aber bereits wenige Jahre zuvor waren sie auf den Balearen gelandet. 711 wurde Ibiza erstmals von den Mauren erobert. Sie nannten die Insel Yabisa (arabisch: „die Trockene“).

Es dauerte aber noch bis Anfang des 10. Jahrhunderts, bis die Mauren ihre Macht auf Ibiza stabilisieren konnten, zumal die Insel 859 einem Raubzug der Wikinger zum Opfer fiel. Die Mauren nannten die Balearen die Inseln östlich von Andalusien. Sie gehörten zum Kalifat von CĂłrdoba. 1009 wurden die Balearen mit der an der KĂŒste liegenden Stadt DĂ©nia unabhĂ€ngiges Königreich.

Etwa um diese Zeit nahmen aber auch die ÜberfĂ€lle arabischer Piraten zu, die vor allem von Mallorca und Menorca aus operierten. 1114 wurden deshalb die Balearen Ziel einer pisanisch-katalanischen Strafexpedition. Palma wurde dabei vollstĂ€ndig zerstört.

Doch die islamische Herrschaft ĂŒber Ibiza konnte sich noch ĂŒber Jahre halten. 1203 setzten sich auf den Balearen die Almoraviden fest, die sich bis 1235 dort hielten.

Katalanische Eroberung (ab 1229)

Im Jahr 1229 eroberten die Christen Mallorca im Zuge der Reconquista zurĂŒck; Ibiza wurde erst im Jahr 1235 eingenommen: Unter dem Befehl des Königs von AragĂłn, Jakob I. der Eroberer, wurde die Medina Yabisa von Guillermo de MontgrĂ­, dem Erzbischof von Tarragona belagert. Der Legende nach konnten die Christen die Stadt sehr schnell einnehmen, weil der regierende Sultan Yebusah seinem Bruder die Lieblingssklavin weggenommen und verfĂŒhrt hatte. Aus Rache ließ der Bruder die Christen in die Stadt. Ibiza wurde unter den Eroberern aufgeteilt, zu denen neben MontgrĂ­ auch der Infant (Prinz) von Portugal Don Pedro und der Graf von Roussillon Don Nuno Sans gehörten. Katalanisch wird als Sprache auf der Insel eingefĂŒhrt.

Königreich Mallorca (ab 1256)

1256 rief Jaume II. das Königreich Mallorca aus, zu dem neben den Balearen auch Montpellier und Roussillon gehörten. 1299 grĂŒndete er auf Ibiza die Universidad, eine Behörde zur Verwaltung öffentlicher Belange. Die Pityusen verfĂŒgten damit ĂŒber eine eingeschrĂ€nkte autonome Verwaltung, die bis ins 19. Jahrhundert bestehen blieb.

Das Königreich Mallorca fiel jedoch 1349 an Aragon zurĂŒck, nachdem Jaume III. von Peter IV. von Aragon getötet wurde. Mit der Heirat von Isabella von Kastilien und Ferdinand II. von Aragon kam es schließlich zur Einigung von Spanien. 1492 fiel Granada, die letzte Stellung der Mauren in Spanien. Damit endete die ĂŒber 500 Jahre dauernde Reconquista.

Ibizenkische Korsaren (16. bis 19. Jahrhundert)

Gegen Ende des 15. Jahrhunderts segelte der Genuese Christoph Kolumbus ĂŒber den Atlantik, um einen neuen Seeweg nach Indien zu finden. Durch die Entdeckung der Neuen Welt verloren der Mittelmeerhandel und damit auch die Balearen an Bedeutung. Das Interesse der spanischen Krone an Ibiza und Formentera ließ nach.

Da die Inseln mittlerweile nahezu unbefestigt waren, zogen sie nun das Interesse der Piraten auf sich, die vor allem auf Menschenraub spezialisiert waren. Formentera wurde in der Zeit vollkommen entvölkert und erst im 17. Jahrhundert wieder besiedelt. Historiker vermuten, dass die Ibizenkos ihre Fincas deshalb so weit auseinander bauten, weil große Siedlungen die Aufmerksamkeit der Piraten auf sich zogen. Allerdings war auch die Einwohnerzahl durch die zahlreichen Kriege dezimiert.

Zum Schutz gegen die Piraten errichteten die Ibizenkos WachtĂŒrme. Jeder Wachturm stand mit einem anderen in Sichtweite. Durch Feuerzeichen konnten Meldungen ĂŒber anrĂŒckende Piraten schnell weitergegeben werden, und die Bevölkerung konnte Zuflucht in den Wehrkirchen nehmen, die in dieser Zeit erbaut wurden.

Unter Philipp II. (Spanien), dem Sohn von Karl V. wurde 1556 mit dem Neubau der Stadtmauern von Ibiza begonnen. Die eindrucksvollen Mauern umschließen noch heute die Altstadt Dalt Vila, und nachdem Dalt Vila 1999 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklĂ€rt wurde, wurden sie sorgfĂ€ltig saniert und restauriert.

Die fortgesetzten Piratenangriffe, allerdings auch die spanische Inquisition, die jede Abweichung vom katholischen Glauben unbarmherzig verfolgte, brachten die Ibizenkos schließlich dermaßen in wirtschaftliche Not, dass sie in die Offensive gingen und das Mittelmeer auf der Jagd nach feindlichen Schiffen durchkreuzten.

Das Korsarentum blĂŒhte bis ins 19. Jahrhundert. Erst mit der Eroberung Algiers durch die Franzosen (1830) endete im Mittelmeer die Piraterie. Der bekannteste der ibizenkischen Korsaren war Antonio Riquer Arabi. Er brachte ĂŒber 100 Schiffe auf, darunter auch die schwer bewaffnete britische Brigg Felicity. Ihm zu Ehren wurde im Hafen von Ibiza ein Obelisk errichtet.

Galerie

Persönlichkeiten

  • Emili Pou y Bonet (1830–1888), Ingenieur und Baumeister
  • Abel Matutes Juan (* 1941), Unternehmer und Politiker
  • Alejandro Wilbrand (* 1967), deutscher Koch und Konditor
  • Yolanthe Sneijder-Cabau (* 1985), spanisch-niederlĂ€ndische Schauspielerin
  • Marcos Nader (* 1990), österreichischer Profiboxer, EBU-Champion

Trivia

WĂ€hrend die Balearen insbesondere in den 1960er Jahren als Zuflucht fĂŒr Aussteiger dienten, drehte Barbet Schroeder 1968 einen Großteil des Films More auf Ibiza, der ebendies thematisierte.

Die niederlĂ€ndische Band Vengaboys besang 1999 in ihrem Sommerhit We're going to Ibiza das Partyleben auf der Insel. Zwanzig Jahre spĂ€ter wurde der Song in Österreich im Zuge der Ibiza-AffĂ€re im Mai 2019, die zum Koalitionsbruch der ÖVP-FPÖ-Regierung fĂŒhrte, zu einer Hymne der Regierungsgegner.

Siehe auch

  • Liste katalanisch-spanischer Ortsnamen im katalanischen Sprachgebiet

Literatur

  • Hans Giffhorn: Ibiza – Ein unbekanntes Naturparadies. Braunschweig 1991; ISBN 3-926207-11-6.
  • Fauna EndĂšmica – Govern de les Illes Balears – Webseite der Balearischen Regierung zur endemischen Flora.
  • Die Mediterrane Natur – Webseite von Barbara Klahr mit Fauna und Flora Formenteras (Ähnlich wie auf Ibiza)
  • Raoul Hausmann: Hyle. Ein Traumsein in Spanien. Neuausgabe, hrsg. und mit einem Nachwort von Adelheid Koch-Didier. Belleville, MĂŒnchen 2006, (Erstausgabe bei Heinrich Heine, DĂŒsseldorf 1969.) ISBN 978-3-936298-03-1.
  • Raoul Hausmann: arquitecto – arquitecte 1933 IBIZA – EIVISSA 1936; Editions des Archives d' Architecture Moderne, BrĂŒssel; Hier: Edicions de SA NOSTRA. Caixa de Balears, Taller d'Estudis de l'Habitat PitiĂșs, 1991; Katalog zur Ausstellung des Museu D‘Art Contemporani D'Eivissa. Texte auf spanisch und in Catalan. ISBN 84-87128-18-1
  • Rafael GarcĂ­a Pascuet: arquitectura y espacio rural en ibiza; Publicacion De La Delegacion En Ibiza Y Formentera Del Colegio De Arquitectos De Baleares, Numero 4 y 5 Mayo 1982; ISBN 84-0780-098-1.

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Staaten die sich in dieser Gebirgsgruppe befinden (1):
Spanien Spanien

Ausdehnung / Grenzen (nach WGS 84 dezimal):
nördlichster Punkt: 43.357138
südlichster Punkt: 38.801457
westlichster Punkt: 1.167297
östlichster Punkt: 6.372070


Das Gebirge hat eine Fläche
von etwa
1241 km²

Die Länge der Grenze
beträgt ca.
116 km
 
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