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Wander-Abenteuer mit Kindern in den Alpen: Tipps fürs Planen

Wandern boomt und gehört mittlerweile zu den beliebtesten Aktivitäten erwachsener Menschen. Etwas aufwändiger gestaltet sich das Outdoor-Abenteuer hingegen mit Kindern. Hierbei bedarf es einer umfassenderen Planung und ein paar Highlights entlang des Weges, damit auch die Kleinen gerne die Wanderschuhe schnüren.

Foto von Susanne Jutzeler, suju-foto : https://www.pexels.com/de-de/foto/zwei-madchen-sitzen-auf-der-braunen-bank-nahe-dem-gewasser-1292006/


Hohe Berge, sattgrüne Wiesen und wildromantische Wege, die sich von Hütte zu Hütte schlängeln – für viele Erwachsene sind Szenarien wie dieses das Nonplusultra, schließlich lässt sich der Alltagsstress beim Wandern rasch hinter sich lassen. So kann regelmäßiges Wandern etwa Stress reduzieren und positive Gefühle wie Zufriedenheit, Dankbarkeit, Demut oder Lebenssinn fördern. Insbesondere die Alpen faszinieren Menschen seit jeher und ziehen sie sowohl in der kalten, als auch in der warmen Jahreszeit in ihren Bann. Beliebt sind dabei kleine Ortschaften in Österreich wie beispielsweise Maria Alm oder auch das Gasteinertal. Dort können Familien der im Sommer oft drückenden Hitze entkommen und die angenehm warme Bergluft genießen. Auch für Kinder kann ein gemeinsamer Wanderurlaub zum Erlebnis werden. Hierfür solltest du vorab ein paar Punkte beherzigen:
 

Lass die Kinder mitplanen

Wer Kinder schon von Beginn an in die Planung miteinbezieht, mindert das Risiko, dass diese die Tour später langweilig oder langwierig finden. Erkläre deinem Kind daher, welche Wandermöglichkeiten es generell gibt und was es bei jeder der einzelnen Strecken so alles zu entdecken oder tun gibt. Wägt gemeinsam ab und entscheidet euch letztendlich für eine spezielle Tour. Packt im nächsten Schritt zusammen den Rucksack oder stellt den Proviant für den Tag zusammen. Achte bei all diesen Punkten nicht nur auf die Wünsche des Kindes, sondern auch auf die Fähigkeiten und bisherigen Wandererfahrungen. Du solltest dein Kind weder überfordern noch langweilen. Denn: Wer Kinder schon früh überfordert, riskiert, dass diese eine grundsätzliche Verweigerungshaltung in Bezug auf das Wandern entwickeln. Der Grund ist folgender: Kinder stoßen physisch wie psychisch schneller an ihre eigenen Grenzen. Du brauchst Unterstützung bei der Planung? Örtliche Tourismusverbände geben dir gerne Auskunft oder du suchst dir einen erfahrenen Wanderführer.

 

Achte auf das Alter der Kinder

Das Alter der Kinder spielt beim Wandern eine große Rolle:
 
  • Grundsätzlich kannst du schon Babys auf Touren mitnehmen, sofern du sie mittragen möchtest und kannst. Hierbei solltest du jedoch darauf achten, dass dein Nachwuchs ausreichend vor der Sonne geschützt ist, sicher in einer Trage sitzt und sich wohlfühlt.
  • Selbst zumindest kurze Teilstrecken zurücklegen können die meisten Kinder dann ab zirka zwei Jahren.
  • Ab etwa vier Jahren bewältigen sie schließlich schon so manche kurze Tour allein.
  • Ab sechs Jahren sind auch längere Routen und mehr Höhenmeter möglich.

Wichtig ist es in jedem Fall, die Kinder langsam an die Aktivität zu gewöhnen. Starte daher mit kurzen Touren von einer bis zwei Stunden und bedenke, dass Kinder ein langsameres Tempo an den Tag legen und mehr Pausen benötigen. Als Faustregel hat der Deutsche Wanderverband folgendes für entspannte Wanderungen mit Kindern definiert: Weglänge = Lebensalter mal 1,5. Mit Vierjährigen sind demnach maximal sechs Kilometer gut zu bewältigen, mit Sechsjährigen neun. Und auch die Höhenmeter spielen eine Rolle: Je 100 Höhenmeter gelten als ein Kilometer. Mehrtages-, Gletscher- oder Klettersteigtouren sind beispielsweise erst ab 11 bis 14 Jahren empfehlenswert.
 

Kümmere dich rechtzeitig um die passende Unterkunft

Wer ein mehrtägiges Wander-Abenteuer in den Alpen plant, sollte auch rechtzeitig Ausschau nach der perfekten Unterkunft halten. Und hierbei ist mittlerweile alles möglich: Von urigen Hütten über gemütliche Ferienwohnungen mit maximaler Freiheit bis hin zu all-inclusive Hotels reicht die Palette. Doch Achtung: Wanderurlaube sind mittlerweile sehr gefragt, weswegen es wichtig ist, möglichst früh zu buchen. Auch hierbei kannst du deine Kinder miteinbeziehen und sie mitentscheiden lassen, wo sie übernachten möchten.
 

Nimm Rücksicht auf die Bedürfnisse aller Familienmitglieder

Kleinkinder stehen bei Wanderungen oft im Mittelpunkt, schließlich sind sie auf die meiste Hilfe von außen angewiesen. Es sollten aber auch ältere Kinder, die zur Familie gehören, oder der Partner nicht zu kurz kommen. Bedenke: Bei einer Mehrtageswanderung seid ihr oft 24 Stunden durchgängig beisammen und schlaft im selben Raum. Eine solche Auszeit in den Bergen kann immens beglückend sein und euch als Familie zusammenschweißen, zeitgleich kann dies aber auch für Stress sorgen und so manchen an die eigenen Grenzen bringen. Startet daher mit kurzen Touren und gewöhnt euch aneinander, bevor ihr mehrtätige Outdoor-Abenteuer wagt.

Photo by Krivec Ales: https://www.pexels.com/photo/person-waking-on-hill-554609/

Sorge für Highlights entlang des Weges

Wer allein oder zu zweit wandern geht, wählt mitunter auch nicht so gut erschlossene Gebiete, um ungestört zu sein und rasch eins mit der Natur zu werden. Wer allerdings mit der Familie unterwegs ist, muss nicht nur für genügend Motivation sorgen, sondern auch die passenden Wege auswählen, die genügend Abwechslung bieten. Denn hierbei gilt die Devise: Kinder brauchen Highlights. Diese können natürlich vielfältig sein – Beispiele hierfür sind: Spielplatz, Wasserfall, Wissensstationen, Burgruine, Kletterfelsen, Aussichtspunkte, seltene oder typische Tiere, Picknickplatz, schöne Hütte etc. Auch der Weg an sich kann dazu beitragen, dass die Wanderlust bei den Kindern steigt. Zum Beispiel, indem viele Kurven und schmale Pfade immer wieder Neues für den Nachwuchs bereithalten, sich ein Bach entlang des Weges schlängelt oder die Kinder kleine Souvenirs wie interessante Steine, Zapfen oder Schneckenhäuser sammeln können. Wer möchte, wagt die Wanderung auch mit einer anderen Familie – Kinder motivieren sich nicht selten gegenseitig.
 

Setze auf die richtige Ausrüstung

Einer der wichtigsten Aspekte beim Wandern mit Kindern ist schließlich die Ausrüstung. Folgende Dinge sollte die Packliste auf jeden Fall enthalten:
 
  • Wanderschuhe: stabil, wasserdicht, mit gutem Profil und nicht zu schwer
  • Kindgerechter Rucksack, ebenso nicht zu schwer (Als Faustregel gilt: Der Rucksack sollte bei Kindern bis zu acht Jahren nicht schwerer als 3 Kilogramm sein, bei Kindern bis zwölf Jahren nicht schwerer als fünf Kilogramm und bei Jugendlichen bis 16 Jahren nicht schwerer als sieben Kilogramm sein).
  • Outdoor-Kleidung, die schmutzig werden darf inkl. Ersatzshirt bzw. -hose
  • Regenjacke
  • Mütze oder Kappe
  • Sonnenbrille
  • Sonnencreme
  • Erste-Hilfe-Set: Pflaster, Desinfektionsmittel, Rettungsdecke etc.
  • Trinkflasche bzw. Thermosflasche mit genügend Wasser
  • Kleine Snacks für zwischendurch: Obst, Gemüse, Müsliriegel, Trockenfrüchte, belegte Brote (Süßigkeiten als Belohnung sind – in Maßen – erlaubt)
  • Spiele für unterwegs

Wer mit den Kindern Bergsteigen geht, braucht darüber hinaus richtige Bergschuhe, dünne Handschuhe, einen Helm sowie Gurt und Seil zum Sichern.

 
 

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Wander-Abenteuer mit Kindern in den Alpen: Tipps fürs Planen - Berichte und Artikel rund um die Berge und die Natur
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