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Strom, wo eigentlich keiner ist

Die Berge sind seit jeher ein romantischer Rückzugsort. Fernab der Zivilisation lässt es sich so richtig ausspannen. Aber wirklich vollständig auf die Segnungen der Moderne möchten doch nur die Wenigsten verzichten. Neben Dusche und WC sind das vor allem elektrische Geräte wie das Smartphone, eine Musikbox, aber auch Möglichkeiten, Lebensmittel kalt zu halten oder eine warme Mahlzeit zuzubereiten. Die Fortschritte in der Akkutechnologie, sowie die Entwicklung mobiler Solarpaneele verheißen selbst den anspruchsvollsten Bergkletterern nie mehr vollständig auf den Komfort elektrischer Geräte verzichten zu müssen.


Bild von Tim Nöhrer auf Pixabay


Mit Elektrizität on Tour


Es klingt im ersten Moment widersinnig: Warum sollte man sich auf einen Weg fernab der Zivilisation begeben, nur um dort das Smartphone an eine Steckdose zu schließen und die schönsten Fotos des Tages auf Instagram hochzuladen? Aber andersherum gefragt: Wer möchte wirklich mehrere Tage am Stück auf sein Smartphone verzichten? Für die meisten Menschen hat das Smartphone doch längst den Fotoapparat ersetzt und auf die Möglichkeit, Fotos während einer Tour zu schießen, will niemand verzichten.

Selbst wenn die Erwachsenen sich tapfer zu einem ‘digital detox’ durchgerungen haben und eigentlich vollständig auf Smartphone und Internet verzichten wollen, werden die Kinder mit einer solchen Entscheidung kaum einverstanden sein. Dann stellt sich die Frage, ob man den Urlaub wirklich damit beginnen will, den Kindern zu erklären, dass sie in den nächsten Tagen oder Wochen auf ihre Lieblingsapps und -spiele zu verzichten haben. 

Spätestens wenn die heimlich ins Auto geschmuggelte portable Konsole den Geist aufgibt, werden die Kinder den Erwachsenen mitteilen, was sie von dieser Art des Urlaubs halten. Wer keine Lust auf diese Auseinandersetzungen hat oder selbst nicht auf ein geladenes Smartphone verzichten will, der kann den eigenen Strom heutzutage überall mit hinnehmen. Selbst wenn die Akkus oder die Powerbank leer gelaufen sind, können sie mittels Solarenergie wieder aufgeladen werden, zum Beispiel mit EcoFlow Solargeneratoren.

 

Tipps für Touren mit leichtem Gepäck

Wer mit leichtem Gepäck reist, kann natürlich keinen Generator mit sich herumschleppen, aber selbst Bergkletterer, die von Hütte zu Hütte wandern oder sogar nur mit dem Zelt bewaffnet ihre eigenen Touren gehen, müssen nicht vollständig auf Strom verzichten.


Als Erstes sollte darauf geachtet werden, dass alle Akkus zu Beginn der Reise vollständig geladen sind. Um das Smartphone zu entlasten, kann auch über eine Rückkehr zu einer Digitalkamera nachgedacht werden. Für Smartphones und Tablets können außerdem Ersatzakkus angeschafft werden, aber das ist meistens teurer als eine Powerbank anzuschaffen. Powerbanks gibt es in verschiedenen Kapazitätsgrößen und man sollte sich vor dem Kauf gut überlegen, wofür man sie braucht.

Rechnet man damit, lange nicht an einem richtigen Stromanschluss vorbeizukommen, sollte ein Modell mit einer hohen Kapazität gewählt werden. Eine Powerbank mit einer Ladekapazität von 10.000 Milliamperestunden (mAh) wird ein durchschnittliches Smartphone höchstens zweimal vollständig aufladen können. Bei einer Ladekapazität von 30.000 mAh sprechen wir schon von 5 bis 6 Aufladungen.

Wer es genau wissen will, der kann sich die effektive Kapazität einer Powerbank ausrechnen, indem man die Ladekapazität mit der Spannung, die am Stromausgang anliegt, multipliziert. Bei einer Kapazität von 10.000 mAh, die mit einer Spannung von 3,8 Volt (V) zum Beispiel in einen Smartphone-Akku entladen werden, ergibt das eine effektive Kapazität von 38 Wattstunden. Ein Gerät, welches nur 1 Watt verbraucht, könnte somit 38 Stunden lang betrieben werden.  

Selbst bei Reisen mit leichtem Gepäck muss somit nicht auf Strom verzichtet werden. Wer gar nicht plant, an echten Steckdosen vorbeizukommen, der kann auch überlegen, eine Powerbank mit Solarpaneelen anzuschaffen. Für die Minimalversorgung mit Strom kann es sich außerdem lohnen, einen normalen Wanderrucksack durch einen Solarrucksack zu ersetzen. Dieser beinhaltet einen Akku, der sich selbst durch Sonnenlicht auflädt und wahrscheinlich sogar bei schlechtem Wetter genug Strom generiert, um Smartphones und Musikboxen betreiben zu können.

 

Tipps für Wanderungen mit Basisstation


Wer mehr Gepäck mitnimmt und die schwereren Sachen auf dem Campingplatz, im Wohnmobil, Van oder auf der Basisstation zurücklässt, während man wandern geht, der sollte ruhig einmal über die Anschaffung eines solarbetriebenen Generators nachdenken. Da es sich noch um relativ neue Produkte handelt, ist auch noch mit sinkenden Preisen zu rechnen. Wobei auch jetzt schon durchaus erschwingliche Modelle auf dem Markt sind.

Solargeneratoren bestehen aus einem großen Akku, der sogenannten Powerstation, sowie Solarpaneelen, die die Sonnenenergie auffangen und an die Powerstation weiterleiten. Auch hier gibt es, wie bei den Powerbanks, unterschiedliche Ladekapazitäten, die jedoch deutlich höher sind als bei diesen.

Der Hersteller EcoFlow gibt zum Beispiel für sein marktgängiges Gerät DELTA 2 eine effektive Kapazität von 1024 Wattstunden (Wh) an. Wer mehr Geld in die Hand nehmen möchte, der findet aber auch Modelle mit der doppelten Kapazität oder mehr. Ein Minibackofen oder -grill, der mit 800 Watt läuft, könnte demnach etwa 75 Minuten an einer solchen Powerstation betrieben werden.

Geräte, die nicht ganz so stromhungrig sind wie Backöfen oder Grills, können an einer solchen Station also mehrere Stunden lang betrieben werden. Wer abends nach einer anstrengenden Wanderung zurück ins Wohnmobil oder den Van kommt, der kann sich zum Beispiel einen gemütlichen Fernsehabend machen und sogar Beamer und Konsolen betreiben.

Verbindet man eine Powerstation mit Solarpaneelen, geht der Strom auch im Urlaub in den entlegensten Ecken nicht mehr aus. Wenn man tagsüber wandern geht, kann im Wohnmobil, im Van, aber auch im Zelt der Kühlschrank laufen und man kommt abends trotzdem zu einem vollständig geladenen Akku zurück.

Tragbare Solarpaneele können bis zu 400 Watt Strom zur Verfügung stellen und sind außerdem kombinierbar. Selbst Einsteigermodelle produzieren in der Regel 200 Watt, womit zum Beispiel zwei Fernseher betrieben werden könnten, ohne dass auf Akkuladung zurückgegriffen werden müsste. Die Effizienz und Robustheit moderner Solarpaneele ist überdies so weit vorangeschritten, dass selbst bei Unwettern weiter Strom produziert werden kann.


Bild von Захари Минчев auf Pixabay
 

Fazit


Egal, ob man mit leichtem Gepäck von Hütte zu Hütte oder Zeltplatz zu Zeltplatz zieht oder mit dem umgebauten Van oder Wohnmobil neue Winkel erkundet, auf Elektrizität muss auch beim Wandern nicht mehr verzichtet werden. Für den Betrieb des Smartphones, einer Musikbox oder eines GPS-Geräts reicht in der Regel eine Powerbank, die bei Gelegenheit aufgeladen werden kann.

Wer sich autarker machen will, kann zudem auf Solarpaneele zur Aufladung der Powerbank oder -station setzen. Teilweise findet man diese auch schon clever verbaut in einem Rucksack.

Eine echte Powerstation mit Solarpaneelen ist allerdings für die Wanderung selbst zu schwer. Station plus Paneele wiegen zusammen schon mal mehr als 20 kg und sind wohl selbst dem stärksten Lastenträger nicht zuzumuten. Dafür kann man sie wunderbar im Basislager, im Van oder Wohnmobil oder auf dem Campingplatz zurücklassen. Bei der Rückkehr von einer anstrengenden Wanderung wartet somit der gesamte Komfort der Zivilisation bereits auf die erschöpften Wandersleute.

 
 

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Strom, wo eigentlich keiner ist - Berichte und Artikel rund um die Berge und die Natur
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