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Pflanze Details
Der Alpen-Ehrenpreis (Veronica alpina), auch SĂŒdlicher Alpen-Ehrenpreis genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung Ehrenpreis (Veronica) innerhalb der Familie der WegerichgewĂ€chse (Plantaginaceae).
Der Alpen-Ehrenpreis wÀchst als ausdauernde krautige Pflanze und erreicht eine Wuchshöhe von 5 bis 15 Zentimetern. Die oberirdischen Pflanzenteile sind abstehend behaart bis fast kahl.
Die gegenstĂ€ndig angeordneten LaubblĂ€tter sind sitzend. Eine Grundblattrosette wird nicht ausgebildet. Die in der Mitte des reich beblĂ€tterten StĂ€ngels sitzenden LaubblĂ€tter sind am gröĂten. Die einfache Blattspreite ist bei einer LĂ€nge von 5 bis 20 Millimetern eiförmig. Der Blattrand ist mehr oder weniger ganzrandig. Die Blattspreite ist drĂŒsig bewimpert.
Die BlĂŒtezeit erstreckt sich von Juni bis August. Die BlĂŒten stehen in einem kurzen endstĂ€ndigen doldentraubigen BlĂŒtenstand dicht gedrĂ€ngt zusammen. Die TragblĂ€tter sind relativ klein und laubblattĂ€hnlich.
Die zwittrigen BlĂŒten sind leicht zygomorph mit doppelter BlĂŒtenhĂŒlle. Es sind meist fĂŒnf KelchblĂ€tter vorhanden. Die vier blauen KronblĂ€tter sind 5 bis 7 Millimeter breit. Die sehr kurze Kronröhre endet in einem ungleich vierteiligem, falschen Kronsaum. Der Kronsaum wird wie bei allen Ehrenpreisarten von zwei StaubblĂ€ttern und einem fadenförmigen Griffel ĂŒberragt.
Die drĂŒsenlos behaarte Kapselfrucht ist bei einer LĂ€nge von 5 bis 7 Millimetern sowie einem Durchmesser von 4 bis 5 Millimetern elliptisch, ausgerandet und nicht drĂŒsig. Unreife FrĂŒchte sind meist tĂŒrkis ĂŒberlaufen. Die Frucht mindestens doppelt so lang wie der Griffel.
Die Chromosomenzahl betrÀgt 2n = 18.
Durch unterirdische AuslÀufer wird die vegetative Vermehrung sichergestellt.
BlĂŒtenökologisch handelt es sich um Lippenblumen vom Verbascumtyp mit völlig verborgenem Nektar. Als BestĂ€uber gelten Bienen, Hummeln, Wespen, Bombyliden sowie Syrphiden. Der Alpen-Ehrenpreis ist fakultativ autogam, das bedeutet: Fremdbefruchtung ist die Ausnahme und Selbstbefruchtung ist die Regel.
Der Alpen-Ehrenpreis wird vom Rostpilz Puccinia albulensis mit Telien befallen.
Das Verbreitungsgebiet des Alpen-Ehrenpreis liegt in Europa in den Alpen und von den PyrenĂ€en bis zum Balkan und in Skandinavien einschlieĂlich Island, Spitzbergen und Grönland. Er fehlt in Europa nur in den LĂ€ndern Portugal, Irland, Belgien, Niederlande, DĂ€nemark, Ungarn, Griechenland, in der TĂŒrkei, im Baltikum und in Belarus. AuĂerhalb Europas kommt er in Pakistan, Indien, Tibet, Sibirien, Grönland und Kanada vor. In Ăsterreich ist der Alpen-Ehrenpreis hĂ€ufig von der alpinen bis zur subnivalen Höhenstufe und fehlt im Burgenland sowie Wien. In Deutschland kommt der Alpen-Ehrenpreis nur in den bayrischen Alpen vor. In den bayrischen Alpen steigt er von einer Höhenlage von 1400 Metern (Hinteres Traufbachtal im AllgĂ€u) bis zu 2870 Metern auf.
Der Alpen-Ehrenpreis ist ein arktisch-alpines Florenelement. Er besiedelt feuchte, lange schneebedeckte und leicht saure Böden, Feinschutt, LĂ€gerstellen und SchneetĂ€lchen in Höhenlagen von 1200 bis 3400 Metern. Die Höhenlage von 3400 Metern erreicht er in den Ătztaler Alpen. Er ist eine Charakterart der Klasse der Salicetea herbaceae, kommt aber auch in Pflanzengesellschaften des Verbands Poion alpinae oder in feuchten Gesellschaften des Verbands Nardion vor.
Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 4 (sehrfeucht), Lichtzahl L = 4 (hell), Reaktionszahl R = 2 (sauer), Temperaturzahl T = 1+ (unter-alpin, supra-subalpin und ober-subalpin), NÀhrstoffzahl N = 2 (nÀhrstoffarm), KontinentalitÀtszahl K = 2 (subozeanisch).
Die Erstveröffentlichung von Veronica alpina erfolgte 1753 durch Carl von Linné in Species Plantarum, Tomus I, S. 11.
Nahe verwandt mit Veronica alpina ist Veronica pumila All. Beide Arten werden von manchen Autoren auch als zwei Unterarten einer Art (Veronica alpina) angesehen. Dies wird kontrovers diskutiert und oft gelten auch viele veröffentlichte Namen einfach als Synonyme fĂŒr Veronica alpina. Arten der Nordhalbkugel werden auch in einen Veronica alpina-Komplex gestellt.
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Fotos: Veronica alpina (1)