Gebirgs-Rose Rosa pendulina
Alpen-Hagrose, Berg-Rose
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Pflanze Details
Die Gebirgs-Rose (Rosa pendulina), auch Alpen-Rose, Alpen-Heckenrose, Berg-Rose oder HĂ€ngefrucht-Rose genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Rosen (Rosa) innerhalb der Familie der RosengewĂ€chse (Rosaceae). Sie ist in den Gebirgen Mittel-, SĂŒd- und SĂŒdosteuropas verbreitet. Die Trivialnamen Alpen-Rose und Alpenrosen (Rhododendron) bezeichnen Arten aus verschiedenen Familien.
Die Gebirgs-Rose wĂ€chst als sommergrĂŒner, gedrungener Strauch und erreicht Wuchshöhen von 0,5 bis 2 Metern. Die Ăste sind locker verzweigt. Die Zweige sind meist stachellos, nur im unteren Teil und an jungen Zweigen finden sich gerade, borstenartige Stacheln.
Die wechselstĂ€ndig angeordneten LaubblĂ€tter sind in Blattstiel sowie -spreite gegliedert und insgesamt 10 bis 12 Zentimeter lang. Die unpaarig gefiederte Blattspreite besteht aus sieben bis elf dĂŒnnen, 2 bis 6 Zentimeter langen BlĂ€ttchen. Zur Blattspitze hin nimmt die GröĂe der einzelnen BlĂ€ttchen deutlich zu. Der Blattrand ist zweifach drĂŒsig gesĂ€gt. Die Blattoberseite ist matt blĂ€ulich grĂŒn, die -unterseite heller und spĂ€rlich behaart.
Die BlĂŒten stehen fast immer einzeln. Die zwittrigen BlĂŒten sind radiĂ€rsymmetrisch und fĂŒnfzĂ€hlig mit doppelter BlĂŒtenhĂŒlle. Die fĂŒnf einfachen KelchblĂ€tter sind nach dem BlĂŒhen (Anthese) auffĂ€llig aufgerichtet und fallen nicht vor der Fruchtreife ab. Die fĂŒnf rosafarbenen bis leuchtend dunkel-purpurroten KronblĂ€tter sind in der Mitte heller.
Die hÀngende Frucht (Hagebutte) ist bei einer LÀnge von bis zu 2,5 Zentimeter eiförmig bis lÀnglich-flaschenförmig, selten kugelförmig und sie reift rot-orangefarben ab.
Die Chromosomenzahl betrÀgt 2n = 28.
Die BlĂŒtezeit reicht von Mai bis Juli. Die Fruchtreife tritt ab August ein.
Die Hagebutten werden von Kolkraben, KrĂ€hen, SeidenschwĂ€nzen, TannenhĂ€hern, BirkhĂŒhnern und FĂŒchsen gefressen.
Das Verbreitungsgebiet umfasst die Gebirge in Mittel- und SĂŒdeuropa sowie den Balkan bis nördliche Griechenland. In den Alpen steigt sie bis in Höhenlagen von etwa 2000 Metern in den Bereich der Baumgrenze. In den AllgĂ€uer Alpen wurde sie am Gipfel des Laufbacher Ecks bei einer Höhenlage von 2175 Metern beobachtet.
Die Alpen-Rose gedeiht meist in offenen GebĂŒschen an sonnigen Standorten, Felsfluren, Hochstaudenfluren, Zwergstrauchheiden sowie alpine Grasmatten. Sie kommt besonders im Alnetum viridis, aber auch in anderen Pflanzengesellschaften etwa der VerbĂ€nde Calamagrostion, Tilio-Acerion, Erico-Pinion oder Berberidion vor.
Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 3+w (feucht aber mĂ€Ăig wechselnd), Lichtzahl L = 3 (halbschattig), Reaktionszahl R = 4 (neutral bis basisch), Temperaturzahl T = 2+ (unter-subalpin und ober-montan), NĂ€hrstoffzahl N = 3 (mĂ€Ăig nĂ€hrstoffarm bis mĂ€Ăig nĂ€hrstoffreich), KontinentalitĂ€tszahl K = 3 (subozeanisch bis subkontinental).
Die Erstveröffentlichung von Rosa pendulina erfolgte 1753 durch Carl von Linné in Species Plantarum, Tomus I, S. 492. Rosa pendulina ist eine sehr variable Art, die eng mit der Zimt-Rose (Rosa majalis) verwandt ist. Sie wurde unter vielen Synonymen, besonders auch als Rosa alpina, beschrieben.
Rosa pendulina ist winterhart bis â33 °C (USDA-Zone 4).
Die Hagebutten von Rosa pendulina finden in der Volksheilkunde Ă€hnliche Verwendung wie die ScheinfrĂŒchte von Hundsrose, Kartoffelrose und Weinrose. Sie enthalten Flavonoide, die Vitamine B1 und B2 sowie C (AscorbinsĂ€ure), GerbsĂ€uren, Gerbstoffe, Pektin, Saccharose, Carotinoide (ÎČ-Carotin, wirksam als Provitamin A), Geraniol, Saponine, bis zu 0,02 % Ă€therisches Ăl, Flavonolglykoside, Anthocyane, Vanillin und ChinasĂ€ure. Sie werden als NahrungsergĂ€nzungsmittel bei Vitamin-C-Mangel oder bei erhöhtem Bedarf, z. B. bei ErkĂ€ltungskrankheiten eingesetzt. Die Kommission E hat aufgrund des schnell abnehmenden Vitamin-C-Anteils in der Droge eine negative Monographie veröffentlicht, das EuropĂ€ische Arzneibuch fordert einen Mindestgehalt an AscorbinsĂ€ure. Bei vorhandenen Nierensteinen sollten höhere Dosen vermieden werden.
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Fotos: Rosa pendulina (1)