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Pflanze Details
Der Prächtige Natternkopf (Echium nervosum) ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Natternköpfe (Echium) innerhalb der Familie der Raublattgewächse (Boraginaceae). Er ist ein Endemit auf der Inselgruppe Madeira.
Der Prächtige Natternkopf wächst als dicht verzweigter Strauch, der Wuchshöhen von bis zu 3,4 Metern erreicht. Die Rinde der Zweige ist gestreift und gräulich-weiß.
Von den Laubblättern sind die grundständigen gestielt und die wechselständig am Stängel angeordneten fast sitzend. Die einfachen Blattspreiten der Grundblätter sind bei einer Länge von 3,4 bis 12,8 Zentimetern sowie einer Breite von meist 0,7 bis 2,1 (0,6 bis 3,4) Zentimetern meist lanzettlich oder manchmal elliptisch, aber selten schmal-eiförmig mit spitzem bis kurz bespitztem oberen Ende. Ihre Blattoberseite ist grün, aber selten hell-grün und nur dicht behaart nahe des Blattstiel, ihre Spreitenflächen sind dicht striegelig behaart und es gibt einige bis viele weiße oder durchscheinende steife aufrechte Trichome. Ihre Blattunterseite ist hell-grün, aber selten silbrig-grün mit prominenten dicht behaarten Blattadern. Die einfachen Blattspreiten der unteren Stängelblätter sind etwa 4,5-mal länger als die oberen und bei einer Länge von bis zu 12 Zentimetern sowie einer Breite von 1 bis 3 Zentimetern eilanzettlich bis lanzettlich, grau-grün, rau, auf der Unterseite kurz behaart und mit markanten Blattadern. Die einfachen Blattspreiten der oberen Stängelblätter sind bei einer Länge von 0,6 bis 2,7 Zentimetern sowie einer Breite von 2 bis 5 Millimetern viel kleiner als die seitlichen Teilblütenstände und schmal-dreieckig bis schmal-eiförmig nur etwas herzförmiger Basis und spitzem oberen Ende.
Die Blütezeit reicht auf der Inselgruppe Madeira von Februar bus April. Die endständigen, bis zu 23 Zentimeter langen, rispigen Gesamtblütenstände enthalten Wickel als Teilblütenstände, in denen viele sitzende oder kurz gestielte Blüten dicht angeordet sind. Die Tragblätter sind bei einer Länge von 5 bis 16 Zentimetern länglich mit gerundetem oberen Ende.
Die zwittrigen Blüten sind schwach zygomorph und fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Die fünf haltbaren Kelchblätter sind an ihrer Basis verwachsen. Der Blütenkelch ist dicht rau bis steif behaart und 4,4 bis 7,6 Millimeter lang. Die fünf dunkel-grünen Kelchzähne sind bei einer Länge von 2,8 bis 5,9 Millimetern sowie einer Breite von 0,7 bis 2,7 Millimetern schmal-eiförmig mit spitzem oberen Ende; sie vergrößern sich bis zur Fruchtreife und sind an der Frucht ausgebreitet. Die fünf blass-blauen mit einer weißen Mittelrippe, selten weißlichen Kronblätter sind schmal-trichterförmig und zu einer 6 bis 15,6 Millimeter Blütenkrone verwachsen. Die 5,4 bis 9 Millimeter lange Kronröhre geht mit einem undifferenzierten Schlund in die Kronlappen über. Die fünf Kronlappen sind bei einer Länge von 2 bis 6,1 Millimetern sowie einer Breite von 0,8 bis 3,4 Millimetern breit-kantig-eiförmig mit gerundetem oberen Ende und außen schwach flaumig behaart. Es ist nur ein Kreis mit fünf ungleichen, fertilen Staubblättern vorhanden. Die langen, dünnen Staubfäden sind hell-rosafarben oder weißlich-durchscheinend und kahl. Die relativ kleinen, länglichen Staubbeutel sind hell-blau oder hell-cremefarben. Zwei Fruchtblätter sind zu einem vierkammerigen, oberständigen Fruchtknoten verwachsen. Der dünne, weißliche oder durchscheinende Griffel ist an seiner Basis etwas bortig behaart und am oberen Ende kurz zweispaltig mit jeweils einer kleinen, kopfigen Narbe und überragt die Blütenkrone.
Die Klausenfrucht zerfällt in vier Teifrüchte (Klausen). Die kahlen und bei Reife hell-braunen Klausen sind bei einer Länge von 2,1 bis 4 Millimetern sowie einem Durchmesser von 1,2 bis 2,7 Millimetern symmetrisch konisch mit vielen auffälligen Warzen, die manchmal in zwei Reihen angeordnet sind.
Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 16.
Der Prächtige Natternkopf kommt im Küstenstreifen der Hauptinsel Madeira bis zu einer Höhenlage von 300 Metern vor und gedeiht sowohl an den felsigen Hängen als auch auf felsigen Abhängen. Auf den Inseln Porto Santo und den Desertas ist er seltener.
Zwischen 1776 und 1779 unternahm der Schottische Pflanzensammler Francis Masso (1741–1805) eine Expedition durch Makaronesien. Er sendete Pflanzenmaterial an Sir Joseph Banks, Carl Linné dem Jüngeren sowie Nicolaus Jacquin. Pflanzenexemplare wurde im Royal Botanic Gardens, Kew kultiert und anhand dieser Exemplare erfolgten die Beschreibungen.
Diese Art wurde mehrmals beschrieben. Aber der Artikel 46.8 (Ex. 37) des Internationalen Code der Botanischen Nomenklatur (ICBN) legt fest, dass die Erstbeschreibung von Echium nervosum 1810 durch William Townsend Aiton in Hortus Kewensis; or, a Catalogue of the Plants Cultivated in the Royal Botanic Garden at Kew, 2. Auflage, Band 1, Seite 300 erfolgte. Das Artepitheton nervosum bedeutet „nervig“.
Der Prächtige Natternkopf wird als Zierpflanze verwendet.
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Fotos: Echium nervosum (4)