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Karte Karte: Region Tarija

Lage Lage, Gebirge

Gebirge in Tarija: 1
SĂŒd-Amerika » Anden

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Region Informationen Region: Tarija

Informationen:


Tarija (San Bernardo de Tarija) ist die sĂŒdlichste Großstadt im sĂŒdamerikanischen Anden-Staat Bolivien. Die Stadt wurde am 4. Juli 1574 von Luis de Fuentes y Vargas mit dem Namen "Villa de San Bernardo de la Frontera de Tarixa" gegrĂŒndet.

Lage im Nahraum

Tarija ist zentraler Ort des Municipio Tarija und Hauptstadt der Provinz Cercado sowie des Departamento Tarija, das an Argentinien und im Osten an Paraguay grenzt. Die Stadt liegt östlich der Cordillera de Sama am linken, östlichen Ufer des Río Nuevo Guadalquivir, der 36 Kilometer unterhalb der Stadt nach der Vereinigung mit dem Río Camacho den Namen Río Tarija trÀgt.

Geographie

Tarija liegt gĂŒnstig zwischen den verschiedenen Klimazonen des Landes, am Rande der Anden in einer Höhe von rund 1900 m, so dass meist mildes und angenehmes Wetter herrscht (siehe Klimadiagramm Tarija). In der Regenzeit zwischen Dezember und Februar (Sommermonate) kommt es hĂ€ufig zu wolkenbruchartigen Gewittern. Der Rest des Jahres ist ausgesprochen niederschlagsarm.

Durch die jahrhundertelange Rodung ist die Landschaft erodiert und die Stadt von einer kahlen Bergkette umrahmt. FrĂŒher einmal war das Gebiet um Tarija die Getreidekammer Boliviens. Heute besteht der besondere Reichtum der Region im Erdgas.

Bevölkerung

Die Einwohnerzahl der Stadt ist in den vergangenen dreieinhalb Jahrzehnten auf ein Mehrfaches angestiegen:

Die alteingesessenen Einwohner von Tarija bezeichnen sich selbst als Tarijeños, vor allem die vom Umland (Campo) Zugezogenen auch als Chapacos. Sie sind als Nachfahren von EuropĂ€ern (vor allem andalusische Kolonisatoren) und der zur Zeit der Kolonialisierung in der Region lebenden Ethnien wie beispielsweise den Tomatas, Churumatas oder Chiriguanos ĂŒberwiegend relativ hellhĂ€utige Mestizen, die alle Spanisch sprechen und ĂŒberwiegend katholisch sind. Angehörige indigener Völker bilden nur eine Minderheit der Bevölkerung. Allerdings fĂŒhrt der seit Jahren starke Zuzug aus hochlĂ€ndischen Departamentos wie PotosĂ­ und Chuquisaca zu einer StĂ€rkung von Einwohnergruppen mit indigener IdentitĂ€t. Zuwanderer vor allem aus Argentinien, dem arabisch-tĂŒrkischen Raum (pauschal Turcos genannt, vergleiche Diaspora des Libanon), Kroatien (vergleiche Kroatische Diaspora in Übersee) und dem deutschsprachigen Raum haben die Bevölkerung und ihre Kultur ebenfalls maßgeblich beeinflusst.

Wirtschaft und Bildung

Die wirtschaftliche Leben der Stadt ist von Verwaltung, Versorgungsbetrieben, Handel sowie kleinen Service- und Handwerksbetrieben geprÀgt. Filialen der bolivianischen Banken und Telekommunikationsunternehmen spielen ebenfalls eine wichtige Rolle als Arbeitgeber. Internationale Handels- und Gastronomie-Ketten sind hingegen nicht prÀsent.

Obwohl es nur wenig Industrie gibt, ist Tarija doch eine der modernsten StÀdte Boliviens, mit vielen aufgeschlossenen Einwohnern, die sich am europÀischen Lebensstil orientieren. Neue Technologien, wie das Internet, werden mit Begeisterung aufgenommen. Der Stellenwert von Bildung steigt, immer mehr junge Menschen machen einen Abschluss an einer der UniversitÀten. Mit den der Stadt zugewiesenen Geldmitteln aus der Gasförderung des Departamentos konnten in den letzten Jahren neue Sport- und Gesundheitseinrichtungen, Verwaltungs-, Schul- und UniversitÀtsgebÀude, touristische Attraktionen sowie Markthallen finanziert werden.

Im nahen Umland wird hauptsĂ€chlich Landwirtschaft betrieben, wobei hier insbesondere Obst und Weinbau zu nennen sind. Die Wein- und Singani-Produktion gewann in den letzten Jahren eine immer grĂ¶ĂŸere Bedeutung. Mit modernen Produktionsanlagen und stetig verbesserter QualitĂ€t gelingt es der Branche zunehmend internationaler MĂ€rkte zu erschließen. Die Wurzeln des Weinbaus in Tarija fĂŒhren zurĂŒck bis in das 16. Jahrhundert, als spanische Missionare die ersten Reben pflanzten. Heute haben zahlreiche Bodegas Vertriebsstrukturen in Tarija etabliert und prĂ€gen Teile der Innenstadt.

Der bereits seit langem bestehende Plan zur Einrichtung eines leistungsfÀhigen Industrieparks (Parque industrial de Tarija) im Umfeld der Stadt konnte bislang noch nicht umgesetzt werden.

Tourismus

FĂŒr Touristen hat Tarija einiges zu bieten. Die Kirche San Francisco wurde im Jahr 1606 gegrĂŒndet und ist damit eine der Ă€ltesten im Departamento. Eine Bibliothek mit mehr als 15.000 BĂ€nden von hohem historischen Wert und eine kolonialzeitliche Pinakothek sind der Kirche angeschlossen. In der Metropolitankathedrale, die 1810 von den Jesuiten erbaut wurde, befindet sich heute eine öffentliche Schule und das Kathedralmuseum mit einer Sammlung von ÖlgemĂ€lden, SilbergerĂ€ten und mit Einlegearbeiten aus Stein verzierte goldene Kelche. Die Kirche San Roque ist das Zentrum fĂŒr Festlichkeiten. Die erhöhte Lage der 1632 gegrĂŒndeten Kirche San Juan erlaubt einen Rundblick ĂŒber die gesamte Stadt. Hier wurde nach der Schlacht von La Tablada am 15. April 1817 die Kapitulation der Spanier verkĂŒndet. Die Casa Dorada dient als Haus der Kultur und besitzt eine Fassade, an deren oberen Teil Statuetten zu sehen sind. Im Inneren existierte ein Atrium mit Statuetten von triumphierenden Frauen.

Im Museum fĂŒr PalĂ€ontologie, ArchĂ€ologie und Geschichte sind Exponate aus prĂ€historischer Zeit ausgestellt, darunter Funde von Dinosaurierarten. Etwa 500 der vorhandenen StĂŒcke können SĂ€ugetieren zugeordnet werden, stammen aus dem QuartĂ€r und wurden in der Höhle von Tarija gefunden. 200 Versteinerungen von wirbellosen Tieren stammen aus dem PalĂ€ozĂ€n. Etwa 5000 Stein- und KeramikstĂŒcke, wie Speere, Pfeilspitzen, KrĂŒge, Töpfe und SchmuckstĂŒcke, befinden sich in der archĂ€ologischen Abteilung.

In der NÀhe der Stadt liegt die Sternwarte der Akademie der Wissenschaften. Abends ist es der Bevölkerung zur Planeten-, Mond- und Sternenbeobachtung zugÀnglich. Bei HimmelsphÀnomenen, wie dem Vorbeiflug eines Kometen, kommen Wissenschaftler aus der ganzen Welt hierher, um mit Hilfe der modernen Teleskope eine Beobachtung vorzunehmen.

Der kulturelle Reichtum der Region zeigt sich in den farbenfrohen Festen, den besonderen Instrumenten und TÀnzen (z. B. Chacarera). Kulinarisch sind die vielfÀltigen Maisgerichte (choclos) und Erdnusssuppe (sopa de maní) zu nennen.

Als Ausgangspunkt fĂŒr AusflĂŒge in das Umland ist Tarija ebenfalls ideal. Die zum Teil spektakulĂ€re Flora und Fauna, die Berge, FlĂŒsse, Schluchten und TĂ€ler sowie Wein- und Wallfahrtsorte bieten dem Besucher zahlreiche Möglichkeiten fĂŒr Wanderungen, Radtouren oder Ausfahrten.

Siehe auch: Tourismus im Departamento Tarija

Verkehrsnetz

Durch Tarija verlĂ€uft ein Zweig des interamerikanischen Schnellstraßen-Systems Panamericana, das Alaska im Norden mit Feuerland im SĂŒden des Kontinents verbindet. Dieser Zweig ist die bolivianische Fernstraße Ruta 1, die von Desaguadero an der peruanischen Grenze im Norden ĂŒber die Metropolen El Alto/La Paz, Oruro, PotosĂ­ und Tarija bis Bermejo an der argentinischen Grenze im SĂŒden fĂŒhrt.

Über die Fernstraße Ruta 11 ist Tarija auch mit dem bolivianischen Tiefland verbunden, wo sie auf die Ruta 9 trifft, die das gesamte Tiefland von Yacuiba im SĂŒden ĂŒber die Metropole Santa Cruz bis nach GuayaramerĂ­n an der brasilianischen Grenze im Norden durchschneidet.

Es gibt keinen Schienenverkehr und die FlĂŒsse sind nicht schiffbar. Der innerhalb des Stadtgebiets liegende Flughafen wurde hingegen Ende 2014 zum internationalen Airport aufgewertet. Seither sind etwa Direktverbindungen nach Nordargentinien möglich. Mikrobusse dominieren den öffentlichen Verkehr der Region Tarija. Daneben gibt es zahlreiche Linientaxis, welche die Stadtteile mit der Innenstadt und dem Bauernmarkt (Mercado Campesino) verbinden. Auch zu entfernteren Zielen wie Bermejo oder Yacuiba verkehren PKWs mit Platz fĂŒr sechs bis acht Personen. Im Jahr 2015 wurde die Konstruktion des neuen, außerhalb der Kernstadt liegenden, Fernbusbahnhofs Tarijas fertiggestellt, zum Jahreswechsel 2016/2017 nahm er seinen vollen Betrieb auf.

Söhne und Töchter der Stadt

  • Horacio Gallardo (* 1981), Radrennfahrer
  • VĂ­ctor Paz Estenssoro (1907–2001), Politiker und PrĂ€sident von Bolivien
  • Óscar GonzĂĄlez Alfaro, bekannt als Óscar Alfaro (1921–1963), Dichter, Autor, ErzĂ€hler, Lehrer und Publizist
  • Aniceto Arce Ruiz (1824–1906), Silbermagnat, Politiker und PrĂ€sident von Bolivien
  • William Bluske Castellanos (1928–2005), Politiker und Diplomat

StÀdtepartnerschaften

  • Belgien Brasschaat, Belgien, seit 2003, Fokus auf Jugend und Sport
  • Salta, Argentinien, seit dem 8. MĂ€rz 2004
  • San Salvador de Jujuy, Argentinien, seit dem 8. MĂ€rz 2004

Weblinks

  • Reliefkarte der Region Tarija 1:250.000 (PDF; 5,07 MB)
  • Municipio Tarija - Übersichtskarten Nr. 60101
  • Municipio Tarija - Detailkarte und Bevölkerungsdaten (PDF; 629 kB) (spanisch)
  • Departamento Tarija - Sozialdaten der Municipios (PDF; 3,05 MB) (spanisch)

Einzelnachweise


 

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auch:

ISO 3166-2:
Bezeichnung der Region: Departamento

Fläche ca.: 36658.60 km²

Länge der Grenze ca.: km


Ausdehnung / Grenzen (dezimale Koordinaten nach WGS 84):
nördlichster Punkt: -20.891
südlichster Punkt: -22.872
westlichster Punkt: -65.329
östlichster Punkt: -62.272

 
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