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Region Maluku Utara
Lage, Gebirge
Informationen Region: Maluku UtaraMaluku Utara, deutsch Nordmolukken, ist eine indonesische Provinz, die den nördlichen Teil der Inselgruppe der Molukken umfasst. Hauptstadt ist Sofifi, eine Küstenstadt mit ca. 3.000 Einwohnern. Andere Quellen geben Ternate an, die größte Stadt der Provinz.
Unter den 36 Provinzen und den beiden gleichberechtigten Städten (Regionen) Jakarta und Yogyakarta nimmt Maluku Utara einen 27. Platz ein, der Anteil an der Gesamtfläche Indonesiens beträgt 1,66 Prozent. Von der Region Maluku nimmt die Provinz ca. 40 Prozent der Fläche ein.
Die Nordmolukken werden von drei Randmeeren des Pazifik umgeben und schließlich von ihm im Norden selbst. Die Seramsee See im Süden trennt die Provinz von der „Mutterprovinz“ Maluku, die Molukkensee trennt von der Insel Sulawesi und die Halmaherasee im Osten trennt von der Region Papua, dem Westteil der Insel Neuguinea. Zur Provinz gehören 901 Inseln, 406 von ihnen werden dem Regierungsbezirk Halmahera Selatan zugeordnet. Von den 1209 Dörfern (2024) haben über drei Viertel (946) direkten Zugang zum Meer. Halmahera ist mit Abstand die größte Insel, größere Inseln sind Morotai, Bacan, Obi, Taliabu, Mangole und Sanana. Der Gunung Sibela, der höchste Berg misst 2110 Meter und liegt im Bezirk Halmahera Selatan.
Die Provinz liegt beidseits des Äquators und hat folgende äußere Grenzpunkte:
In der gesamten Provinz herrscht tropisches Regenwaldklima (feuchttropisches Klima). Man unterscheidet eine trockene Jahreszeit und die Regenzeit mit fließenden Übergängen. In der Provinz gibt es vier Wetterbeobachtungsstationen:
Im Jahr 2020 lagen die Temperaturen aller Stationen zwischen 19,4 und 35,6 °C, bei einem Mittel von ca. 27 °C. Die Feuchte lag zwischen 38 und 100 % (Mitte ca. 85 %), Regen fiel im genannten Zeitraum zwischen 159,18 und 220,06 mm pro Monat, an 18 bis 23 Tagen. Die tägliche Sonnenscheindauer lag zwischen 62,8 und 75 Prozent.
Die Provinz der Maluku Utara gliedert sich in acht Regierungsbezirke (Kabupaten) und zwei Städte (Kota). Eine weitere Gliederung erfolgt in 118 Distrikte (Kecamatan) mit 1067 Dörfern (2020). Davon haben 118 als Kelurahan städtischen Charakter. Im Zensusjahr 2020 existierten 288.895 Haushalte mit durchschnittlich 4,42 Personen.
Die Bevölkerung besteht aus etlichen malaiischen und papuanischen Völkern, die früher zusammen als Alfuren bezeichnet wurden. Die Mehrheit der Bevölkerung bekennt sich zum Islam. Die interreligiösen Konflikte, die insbesondere auf Ambon ausgebrochen sind, haben sich immer wieder auch auf den Nordmolukken ausgebreitet.
In der linken Tabelle sind Zensusergebnisse, Ergebnisse der beiden Zwischenzählungen (SUPAS: 2005 und 2015) sowie Ergebnisse aus der Fortschreibung der Einwohnermeldeämter zum Jahresende (ab 2015) chronologisch und mit den daraus berechneten Parametern (Prozentanteile und Geschlechterverhältnis) aufgeführt. Komplettiert wird die Tabelle mit den Halbjahresstand von 2025.
Die Tabelle daneben gibt Auskunft über die Ergebnisse der Volkszählungen und deren Anteile in Prozent bzw. den Geschlechterhältnis (Sex Ratio). Abweichende Zahlen basieren auf unterschiedlichen Quellen.
Nachfolgende Tabelle gibt die Einwohnerstände der letzten drei Volkszählungen sowie der Bevölkerungsfortschreibung am Jahresende für 2021 bis 2024 durch die örtlichen Einwohnermeldeämter (Zivilregistrierungsbüros, Disdukcapil, indonesisch Dinas Kependudukan dan Pencatatan Sipil) wieder. Der aktuelle Stand kann in einer interaktiven Karte abgerufen werden.
Die Inseln Ternate und Tidore waren im 16. Jahrhundert bedeutende Sultanate, die durch den Gewürzhandel Einfluss gewannen. Muskat und Gewürznelken wurden auf Ternate, Tidore, Motir, Makian und Bacan produziert. Später stritten Spanier, Portugiesen und Niederländer um die Vorherrschaft, ehe sich die Niederländer durchsetzen konnten und die Inseln in Niederländisch-Indien integrierten.
Die mehrheitlich muslimischen Einwohner der nördlichen Molukken schlossen sich bei der Unabhängigkeit Indonesiens dem neuen Inselstaat an, während die weitgehend christlichen Bewohner der Südlichen Molukken nach 1950 versuchten, mit der Republik der Südmolukken einen unabhängigen Staat zu bilden. Dies scheiterte aber.
Die gesamten Molukken bildeten bis 1999 eine gemeinsame Provinz Maluku. Durch das Gesetz Nr. 46 wurde Maluku Utara als neue Provinz abgetrennt. Zu diesem Zeitpunkt bestand die neue Provinz aus den beiden Kabupaten Maluku Utara (20 Kecamatan, 67,8 % der Fläche) und Halmahera Tengah (12 Kecamatan, 31,7 % der Fläche) sowie der autonomen Stadt Ternate (4 Kecamatan).
Wirtschaftlich dominiert die Landwirtschaft; auf Halmahera werden Gold, Nickel und Cobalt geschürft. Während der politischen Unruhen 1999 bis 2002 kam der Tourismus fast vollständig zum Erliegen. Seit 2006 hat sich die Lage weitgehend beruhigt.
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