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Region Informationen Provinz,Territorium: Prince Edward Island

Informationen:


Prince Edward Island [ˌpÉčÉȘns‿ˌɛdwɚd‿ˈaÉȘÌŻlÉšnd] (dt. Prinz-Eduard-Insel; frz. Île-du-Prince-Édouard; Mi’kmaq Epekwitk oder Abegweit; kurz PEI oder P.E.I.) ist eine Insel im Atlantik und eine Provinz der drei Seeprovinzen im Osten Kanadas. Die Nachbarprovinzen der Insel im Westen sind New Brunswick und Nova Scotia, im Osten Neufundland. Prince Edward Island ist flĂ€chenmĂ€ĂŸig die kleinste Provinz des Landes. Benannt ist sie nach Edward Augustus, Duke of Kent and Strathearn, dem Vater von Königin Victoria.

Geographie

Die als „Garten des Golfs“ bezeichnete Insel liegt im Sankt-Lorenz-Golf westlich der Kap-Breton-Insel, nördlich der Halbinsel Neuschottland und östlich von Neubraunschweig. Die SĂŒdkĂŒste der Insel bildet die Meerenge Northumberlandstraße.

Es gibt zwei Ballungszentren: Das grĂ¶ĂŸere befindet sich um den natĂŒrlichen Hafen Charlottetown Harbour in der Mitte der SĂŒdkĂŒste und umfasst die Hauptstadt Charlottetown sowie die VorstĂ€dte Cornwall und Stratford. Die Stadt Summerside am gleichnamigen Summerside Harbour, einem durch eine Ria gebildeten natĂŒrlichen Hafen, bildet im Westen das zweite Ballungsgebiet.

Klima

Die Insel hat ein humides Kontinentalklima, im Vergleich zum Festland gemĂ€ĂŸigt durch die Lage am sĂŒdlichen Rand des St.-Lorenz-Golfes. Die Winter sind vergleichsweise mild mit Januar-Durchschnittstemperaturen von −7,7 °C. Aufgrund der KĂŒstenlage fĂ€llt viel Schnee, insgesamt 290,4 mm. Im FrĂŒhjahr erwĂ€rmt sich die Luft durch die maritime Lage vergleichsweise langsam. Die Sommer sind mild: Im Juli sind Höchsttemperaturen von 23,3 °C zu erwarten. Insgesamt erreichen die NiederschlĂ€ge 1158,24 mm pro Jahr, wobei von Oktober bis Januar etwas mehr fĂ€llt als in den ĂŒbrigen Monaten.

Geschichte

ArchĂ€ologische Spuren weisen auf eine erste Besiedlung um 9000 v. Chr. hin (vgl. Geschichte der First Nations), als eine BrĂŒcke zum Festland bestand. Die Insel wurde zu einem unbekannten Zeitpunkt von den VorgĂ€ngern der heutigen Mi’kmaq besiedelt, die sie Abegweit („Land in der Wiege der Wellen“) nannten. Ausgrabungen konnten an der Sutherland site in der St. Peters Bay eine Besiedlung mindestens von 800 bis 1400 n. Chr. nachweisen.

1534 entdeckte sie Jacques Cartier als erster EuropĂ€er. Es folgten zahlreiche Besuche französischer und baskischer Fischer, die die Insel jedoch vorlĂ€ufig nicht besiedelten. 1720 wurde Port-la-Joye gegrĂŒndet, die erste dauerhafte französische Siedlung auf der damals so bezeichneten Île Saint-Jean. Die Insel bildete einen Teil der Kolonie Akadien und war von rund 1000 französischsprachigen Akadiern bewohnt. Viele zogen 1755, ein Jahr nach Ausbruch des in Nordamerika als Franzosen- und Indianerkrieg bekannten Stellvertreterkrieges zwischen Frankreich und Großbritannien, auf die Insel, um sich der Deportation durch die Briten zu entziehen.

Nach der Eroberung der französischen Festung Louisbourg nahmen die Briten 1758 die Insel ein und vertrieben die meisten Akadier. Im Pariser Frieden 1763 trat Frankreich die Insel, die nun St. John’s Island genannt wurde, an Großbritannien ab. Samuel Holland fĂŒhrte 1764/65 umfangreiche Vermessungen auf der Insel durch, die als Grundlage zur Verlosung des Landes an britische Siedler dienten. 1765 erfolgte die GrĂŒndung von Charlottetown, der spĂ€teren Hauptstadt. Walter Patterson, der erste britische Gouverneur der Kolonie, trat sein Amt 1770 an. Als eine der ersten Amtshandlungen verfĂŒgte er die Umbenennung der Kolonie in New Ireland, um irische Siedler anzulocken und so die eher schleppend verlaufende Besiedlung voranzutreiben. Die britische Regierung widerrief diesen Beschluss umgehend, da es sich um eine KompetenzĂŒberschreitung handelte.

WĂ€hrend und nach dem amerikanischen UnabhĂ€ngigkeitskrieg (1776–1783) flohen zahlreiche Loyalisten auf die Insel. Am 29. November 1798 beschloss die britische Regierung, den Namen der Kolonie zu Ehren von Edward Augustus, Duke of Kent and Strathearn, in Prince Edward Island zu Ă€ndern, um Verwechslungen mit den StĂ€dten Saint John und St. John’s zu vermeiden. Im selben Jahr fand die erste VolkszĂ€hlung statt; die Zahl der Siedler betrug demnach 4372.

Im September 1864 fand die Charlottetown-Konferenz statt, an der erstmals ĂŒber den möglichen Zusammenschluss verschiedener britischer Kolonien zur Kanadischen Konföderation beraten wurde. Prince Edward Island war mit dem Verhandlungsergebnis nicht zufrieden und trat 1867 dem neuen Staat vorerst nicht bei. 1871 begannen auf der Insel die Bauarbeiten fĂŒr ein Eisenbahnnetz, außerdem fanden Verhandlungen ĂŒber einen möglichen Beitritt zu den Vereinigten Staaten statt. Der kanadische Premierminister John Macdonald wollte die amerikanische Expansion verhindern und fĂŒhrte daher ebenfalls Verhandlungen. Die kanadische Bundesregierung verpflichtete sich, die Kosten fĂŒr den Bau der Prince Edward Island Railway zu ĂŒbernehmen, woraufhin die Kolonie sich am 1. Juli 1873 der Konföderation anschloss.

WĂ€hrend des 20. Jahrhunderts blieb die Insel agrarisch geprĂ€gt. Neben der Landwirtschaft entwickelte sich der Tourismus zum wichtigsten Wirtschaftszweig. Der Bauernhof Green Gables diente der Schriftstellerin Lucy Maud Montgomery als Vorlage fĂŒr die Kinderbuchreihe Anne of Green Gables, die auf der Insel spielt. 1937 wurde der Prince-Edward-Island-Nationalpark eingerichtet. Seit 1997 verbindet die Confederation Bridge die Insel mit dem Festland.

Bevölkerung

Der Zensus von 2011 stellte eine Gesamtbevölkerung von 140.204 Einwohnern fest. Bei der VolkszĂ€hlung 2006 hatten sich 39 % der Bevölkerung als „Kanadier“ bezeichneten, 40 % waren dabei schottischer, 32 % englischer, 29 % irischer, 23 % französischer und 5 % deutscher Abstammung (Mehrfachantworten möglich). Die ursprĂŒnglichen Bewohner, die Mi’kmaq, stellen heute nur eine kleine Minderheit. Diese besteht aus der Abegweit First Nation (rund 300 Angehörige), die bei Charlottetown leben, und der Lennox Island First Nation. Die 245 Angehörigen dieser First Nation leben auf einer Insel in der Malpeque Bay nördlich von Tyne Valley. Im Juli 2016 waren von den Angehörigen der Abegweit First Nation 373 als Indianer registriert, von denen der Lennox Island First Nation waren es 950. Damit stellen die beiden StĂ€mme 1 % der Bevölkerung.

Die meistgesprochene Sprache ist Englisch mit 93,78 %, gefolgt von 4,00 %, die Französisch sprechen. 47,4 % der Bevölkerung sind römisch-katholisch, 19,9 % gehören der United Church of Canada an, 5,9 % sind Presbyterianer, 4,9 % Anglikaner und 4,5 % Baptisten.

Gliederung

Prince Edward Island wird in drei Bezirke (counties) unterteilt:

  • Kings County
  • Prince County
  • Queens County

Politik

Das politische System basiert auf dem Westminster-System, mit einem Einkammernparlament, der Legislativversammlung. Diese besteht aus 27 Mitgliedern, die in ebenso vielen, ungefĂ€hr gleich großen Wahlkreisen nach dem Mehrheitswahlsystem gewĂ€hlt werden. Die maximale Dauer einer Legislaturperiode betrĂ€gt fĂŒnf Jahre. Der Vizegouverneur kann jedoch auf Anraten des Premierministers das Parlament vorzeitig auflösen und Neuwahlen ansetzen. Amtierender Premierminister ist Wade MacLauchlan, Vizegouverneur ist Frank Lewis.

Zwei Parteien dominieren das politische Geschehen: Seit dem Beitritt zur Konföderation im Jahr 1873 wechseln sich die Prince Edward Island Liberal Party und die Prince Edward Island Progressive Conservative Party in der Regierung ab. Nur zweimal, bei den Wahlen 1996 und 2015, wurden Politiker anderer Parteien ins Provinzparlament gewĂ€hlt. Grund dafĂŒr dĂŒrfte sein, dass die Liberalen und Konservativen sich kaum voneinander unterscheiden und beide sich im Zentrum des politischen Spektrums positionieren.

Laut der kanadischen Verfassung stehen Prince Edward Island je vier Sitze im Senat und im House of Commons zu. Die Provinz gilt auf Bundesebene als Hochburg der Liberalen Partei, die seit 1988 sÀmtliche zu vergebenden Sitze hÀlt.

Wirtschaft

Die Wirtschaft der Provinz wird von Landwirtschaft, Tourismus und Fischerei dominiert. Industriebetriebe gibt es nur wenige und Prince Edward Insel verfĂŒgt ĂŒber keine bedeutenden mineralischen Rohstoffe. Vor der OstkĂŒste werden jedoch umfangreiche Erdgasvorkommen vermutet.

In der Landwirtschaft herrscht der Anbau von Kartoffeln vor. Rund ein Drittel der gesamten kanadischen Kartoffelernte, etwa 1,3 Millionen t, stammt von der Insel, weshalb der Spitzname „Kartoffelprovinz“ (potato province) weit verbreitet ist. In mehr als zwanzig LĂ€nder werden Saatkartoffeln exportiert. Die Fischerei basiert hauptsĂ€chlich auf dem Fang und der Verarbeitung von Amerikanischem Hummer, Austern und Muscheln.

Rund 25 % der ElektrizitĂ€t wird aus Windkraftanlagen mit einer GesamtkapazitĂ€t von 203,6 MW erzeugt. Der Bau einer weiteren großen Windkraftanlage mit 40 MW Leistung ist fĂŒr 2025 geplant.Und eine Windkraftanlage mit 30 MW Leistung wurde 2019 gebaut. Trotz EinfĂŒhrung der Windenergie ist die Provinz von Stromimporten durch eine Unterwasserleitung von New Brunswick her abhĂ€ngig. Die Charlottetown Thermal Generating Station, ein 112 MW Ölkraftwerk, produziert hauptsĂ€chlich wĂ€hrend Zeiten hohen Energiebedarfs Strom.

Verkehr

Das Verkehrsnetz der Insel entwickelte sich von den Hafenorten Charlottetown, Summerside, Borden, Georgetown und Souris aus. Die Canadian National Railway ĂŒbernahm 1918 die Prince Edward Island Railway, stellte jedoch den Eisenbahnverkehr 1989 gĂ€nzlich ein. Im Gegenzug versprach die Bundesregierung, das schlecht unterhaltene Straßennetz auszubauen. Die Bahntrassen wurden in ein Radwegesystem integriert.

Bis 1997 stellten drei FÀhrlinien die Verbindung zum Festland her. Die Gesellschaft Marine Atlantic betrieb ganzjÀhrig eine Linie zwischen Borden und Cape Tormentine in New Brunswick. Weiterhin in Betrieb sind saisonale Linien von Northumberland Ferries Limited zwischen Wood Islands und Caribou in Nova Scotia sowie von CTMA zwischen Souris und Cap-aux-Meules in Québec und zu den Magdalenen-Inseln.

Am 1. Juni 1997 wurde die Confederation Bridge zwischen Borden-Carleton und Cape Jourimain eröffnet, welche die FĂ€hrverbindung von Marine Atlantic ersetzte. Über die 12,9 km lange, zweispurige BrĂŒcke fĂŒhrt der Trans-Canada Highway. Eine Maut wird nur bei einer Fahrt zum Festland erhoben (47.75 kanadische Dollar (CAD), ca. 32 €, Stand 2019), die Benutzung der BrĂŒcke in der Gegenrichtung ist gratis. Überlandbusse verkehren zwischen Charlottetown und Moncton. Wichtigster Flughafen ist Charlottetown Airport mit zahlreichen Inlandsverbindungen.

Bildung

Die Provinz verfĂŒgt ĂŒber eine eigene UniversitĂ€t, die University of Prince Edward Island in Charlottetown. Sie entstand 1969 durch die Fusion des Prince of Wales College mit der Saint Dunstan’s University. Das Holland College ist eine technische Fachhochschule.

Persönlichkeiten aus Prince Edward Island

  • Martha MacIsaac, Schauspielerin (* 1984)
  • Adam McQuaid, Eishockeyspieler (* 1986)
  • Lucy Maud Montgomery, Schriftstellerin (1874–1942)
  • Brad Richards, Eishockeyspieler (* 1980)
  • Jacob Gould Schurman, US-amerikanischer Diplomat (1854–1942)

Literatur

  • Georges Arsenault: Initiation Ă  l'histoire acadienne de l'ĂŻle-du-Prince-Edouard. SociĂ©tĂ© Saint-Thomas d'Aquin, Charlottetown 1984
  • Douglas Baldwin: Abegweit. Land of the Red Soil. Ragweed Press, Charlottetown 1985
  • Anne V. Charlebois: The Conquest of Acadia and the Conquest of Canada. A Comparative Study. ThĂšse de B.A. (histoire), Mount Allison University, 1984
  • Jean Chaussade: La pĂȘche et les pĂȘcheurs des trois provinces maritimes du Canada. Contribution Ă  l'Ă©tude du sous-dĂ©veloppement Ă  l'intĂ©rieur d'un pays riche. Presses de l'UniversitĂ© de MontrĂ©al, MontrĂ©al 1983
  • Frank Cramm, Garfield Fizzard: Our Province. Newfoundland and Labrador. Fitzhenry & Whiteside, Markham (Ontario) 1983
  • Frank Cramm, Garfield Fizzard: The Atlantic Edge. Living in Newfoundland and Labrador. Breakwater, St. John's 1985

Weblinks

  • Regierung von Prince Edward Island (engl./franz.)
  • Geschichte von Prince Edward Island (engl.)
  • 1841: A Census of Prince Edward Island
  • Prince Edward Island (englisch, französisch) In: The Canadian Encyclopedia.

Einzelnachweise


 

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auch: Île de Saint-Jean; Île du Prince-Édouard, Île de Saint-Jean, Île du Prince-Édouard

ISO 3166-2:
Bezeichnung der Region: Provinz,Territorium

Fläche ca.: 5733.10 km²

Länge der Grenze ca.: km


Ausdehnung / Grenzen (dezimale Koordinaten nach WGS 84):
nördlichster Punkt: 47.067
südlichster Punkt: 45.951
westlichster Punkt: -64.417
östlichster Punkt: -61.977

 
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