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Karte Karte: Provinz Groningen

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Region Informationen Provinz: Groningen

Informationen:


Groningen (niederlĂ€ndisch [ˈɣroːnÉȘƋə, ˈɣroːnÉȘƋən] ()), in alten hochdeutschen Dokumenten: Gröningen, Groninger Platt Grönnen, ist die Hauptstadt der Provinz Groningen in den Niederlanden. Sie hat 234.977 Einwohner (Stand: 1. Januar 2022, mit dem Umland (Regio Groningen-Assen) 505.000 Einwohner). Die Gemeinden Ten Boer und Haren wurden zum 1. Januar 2019 nach Groningen eingemeindet.

Die Stadt hat seit 1614 eine UniversitĂ€t, außerdem befindet sich in Groningen die Fachhochschule Hanzehogeschool. Fast 50.000 Studenten sind in der Stadt eingeschrieben.

Geografie

Ortslage

Groningen liegt am nördlichen Ende des „Hondsrug“ (nicht zu verwechseln mit dem HunsrĂŒck), einer sandigen Erhebung mitten im ehemals ausgedehnten Moor, die sich vom „Drentschen Plateau“ bis ins Zentrum der Stadt zieht und in frĂŒherer Zeit die einzige Verbindung dieser beiden Gebiete war.

Groningen liegt 75 km westlich von Leer (Ostfriesland) und 180 km nordöstlich von Amsterdam an der A7 (E 22). Dank ihrer bevorzugten Lage wurde die Stadt zum Mittelpunkt der Region.

Die Stadt hat eine FlĂ€che von 76,77 kmÂČ und liegt an den KanĂ€len Winschoterdiep, Nord-Willemskanal, Van Starkenborghkanaal und am Eemskanaal, der Groningen mit Delfzijl an der EmskĂŒste verbindet. Die Innenstadt ist – historisch bedingt – sehr kompakt bebaut.

Stadtgliederung

Die Stadt Groningen (ohne Haren und Ten Boer) gliedert sich in fĂŒnf Stadtteile mit insgesamt 64 Vierteln (niederlĂ€ndisch „wijk“ und „buurt“).

  • Centrum (Stadtmitte)
mit den Vierteln: A-Kwartier, Binnenstad, Binnenstad-Oost, Hortusbuurt, Ebbingekwartier, Westerhaven, Stationsgebied
  • Oude Wijken („Alte Viertel“, die vor allem im 19. Jahrhundert entstandenen Wohngebiete unmittelbar westlich, nördlich und östlich der Altstadt)
mit den Vierteln: De Hoogte, Korrewegwijk, Indische buurt, Professorenbuurt, Noorderplantsoenbuurt, Oosterparkwijk, Oranjebuurt, Schildersbuurt, Kostverloren, Woonschepenhaven
  • Oost (der Norden, Nordosten und Osten des Stadtgebietes)
mit den Vierteln: Beijum, Drielanden, Engelbert, De Hunze, Van Starkenborgh, Lewenborg, Middelbert, Noorderhoogebrug, Oosterhoogebrug, Ruischerbrug, Meerstad, Noorddijk, Ulgersmaborg, Ruischerwaard, Woonschepenhaven
  • Zuid (der SĂŒden und SĂŒdosten des Stadtgebietes)
mit den Vierteln: Badstratenbuurt, Coendersborg, Corpus den Hoorn, Grunobuurt, Helpermaar, Helpman, Herewegbuurt, Hoornse Meer, Hoornse Park, Laanhuizen, Rivierenbuurt, Oosterpoortbuurt, De Linie, Europapark, Piccardthof, De Wijert, Zeeheldenbuurt, Klein Martijn, De Meeuwen, Villabuurt, Kop van Oost
  • West (der Westen und Nordwesten des Stadtgebietes)
mit den Vierteln: De Buitenhof, Dorkwerd, Gravenburg, De Held, Hoogkerk, Leegkerk, Paddepoel, Reitdiep, Selwerd, Tuinwijk, Vinkhuizen

Klimatabelle

Geschichte

Die Stadt Groningen oder Cruoninga – wie sie im Mittelalter hieß – entstand aus einem losen Zusammenschluss von drei oder vier verstreut gelegenen Bauernhöfen. Die ersten Spuren können auf ca. 300 v. Chr. datiert werden. Seit dem 7. Jahrhundert n. Chr. war der Kernbereich der jetzigen Altstadt – heute „de Grote Markt“ (deutsch: der Große Markt) – dauerhaft besiedelt. Dies ergaben Ausgrabungen des ArchĂ€ologen Albert Egges van Giffen und des Rijksdienst voor het Oudheidkundig Bodemonderzoek (Reichsamt fĂŒr archĂ€ologische Bodenuntersuchungen).

Mittelalter

Groningen wurde erstmals im Jahre 1040 urkundlich erwĂ€hnt, als die „villa Gruoninga“ durch eine Schenkung von Heinrich III. auf den Bischof von Utrecht ĂŒberging. In dieser Urkunde verlieh der König der jungen Stadt auch das MĂŒnzregal und das Zollregal.

Die Ortslage erwies sich als außerordentlich gĂŒnstig fĂŒr einen Umschlagplatz des Handels: Die Nordsee war ĂŒber die Drentsche Aa erreichbar. Der Hondsrug, der „stert van Drentland“ (Sterz von Drente), schuf die Verbindung nach SĂŒden. Viele Kaufleute, die mit England und den OstseelĂ€ndern handelten, ließen sich hier nieder. Ab 1260 wurde die Stadtmauer gebaut. Um die Schifffahrt von Groningen zur Nordsee zu erleichtern, wurde von der Drentschen Aa in Richtung Norden das Reitdiep gegraben, ein Kanal, der bei Wierumerschouw mit der Hunze (in ihrem damaligen Verlauf) verbunden und 1385 fertiggestellt wurde. Nach vergeblichen frĂŒheren AnlĂ€ufen wurde Groningen 1422 schließlich in die Hanse aufgenommen. Bis zum 17. Jahrhundert – dem „Goldenen Zeitalter“ der Niederlande – hatte Groningen sich zu einem blĂŒhenden Handelszentrum entwickelt, nicht zuletzt aufgrund des dort existierenden Gerichts, das auch fĂŒr die umliegenden Gebiete zustĂ€ndig war.

FrĂŒhe Neuzeit

Im „friesischen Aufstand“, dem Machtkampf zwischen dem Erbstatthalter von Friesland, Albrecht dem Beherzten, dem Herzog von Sachsen, und seinem Sohn Heinrich dem Frommen einerseits und den friesischen HĂ€uptlingen andererseits, stellte sich Groningen auf die Seite der Friesen. Daraufhin belagerte Herzog Albrecht die Stadt. Als im sĂ€chsischen Heer eine Seuche ausbrach, der auch der Herzog erlag, mussten die Sachsen die Belagerung zunĂ€chst aufheben. Doch 1506, als Herzog Albrechts Sohn, Herzog Georg der BĂ€rtige, in Friesland einrĂŒckte, musste Groningen kapitulieren.

Nur wenige Jahre spĂ€ter unternahm die Stadt Groningen einen weiteren Versuch, sich der kaiserlichen, durch den Erbstatthalter ausgeĂŒbten Macht zu entziehen. In der SĂ€chsischen Fehde ergriff Groningen die Partei des ostfriesischen Grafen Edzard I. Daraufhin verhĂ€ngte Kaiser Maximilian im April 1514 die Reichsacht ĂŒber Groningen. Als sich Graf Edzard dem Kaiser unterwarf, musste sich auch Groningen dem Kaiser und dem sĂ€chsischen Herzog Georg dem BĂ€rtigen unterwerfen.

In der Absicht, das weitere Vordringen der Reformation aufzuhalten, wurde 1559 das Bistum Groningen errichtet. Ab 1580 befand sich Groningen, nachdem die Stadt sich dem kaiserlichen Feldherrn Alessandro Farnese, dem Herzog von Parma, unterworfen hatte, unter spanischer Herrschaft. Im Jahre 1594 eroberte Moritz von Oranien, der KapitÀn-General der Vereinigten Niederlande, Groningen. Groningen wurde zusammen mit den umliegenden Gebieten, den Ommelanden, ein Teil der Republik der Vereinigten Niederlande und damit auch protestantisch. (Siehe Reductie van Groningen)

Im HollĂ€ndischen Krieg versuchte der FĂŒrstbischof von MĂŒnster, Christoph Bernhard von Galen, 1672 die Stadt durch Belagerung und Kanonenbeschuss einzunehmen. Sein Faible fĂŒr die Artillerie brachte ihm den Spitznamen „Bommen Berend“ („Bombenbernd“) ein. Am 28. August 1672 gelang es den BĂŒrgern von Groningen, seinen Angriff abzuwehren. An dieses Ereignis erinnert in Groningen bis heute ein lokaler Feiertag mit vielen AktivitĂ€ten, der sogenannte Gronings Ontzet (Entsatz von Groningen).

Im 17. und 18. Jahrhundert war – dank des Meereszugangs ĂŒber das Reitdiep und die Drentsche Aa – der Schiffsbau ein bedeutender Wirtschaftszweig; zahlreiche Werften entstanden. Im 18. und 19. Jahrhundert wurde ein Gutteil des niederlĂ€ndischen Ostseehandels ĂŒber Groningen abgewickelt. Dank des Meereszugangs entstand in Groningen zudem ein bedeutender Fischmarkt. Dieser wurde im 17. Jahrhundert zunĂ€chst am Zuiderdiep abgehalten, der Gracht im SĂŒden der Altstadt (heute, nach der VerfĂŒllung, die Straße „Gedempte Zuiderdiep“), dann an den Spilsluizen, der Gracht im Norden der Altstadt, und seither auf dem Platz in der Stadtmitte, dem der Fischmarkt den Namen gab. Die Stadt Groningen richtete dort „FischbĂ€nke“ genannte MarktstĂ€nde ein, die an die FischhĂ€ndler verpachtet wurden.

19. Jahrhundert

Ab 1810 war Groningen – wie die gesamten Niederlande – von Frankreich besetzt. Im Zuge der Befreiungskriege vertrieben russische Truppen der Nordarmee am 15. November 1813 die Franzosen aus Groningen; die Stadt war wieder frei.

Die Industrialisierung begann in Groningen mit dem Bau der ersten Fabrik im Jahre 1840, einer Flachsspinnerei in der Vlasstraat, deren Spinnmaschinen mit einer 20-PS-Dampfmaschine betrieben wurden. Unter den 130 dort beschÀftigten Arbeitern waren 87 Kinder.

1866 erhielt Groningen Anschluss an das Eisenbahnnetz, als letzte der grĂ¶ĂŸeren niederlĂ€ndischen StĂ€dte. Nicht weniger wichtig war die Fertigstellung des Eemskanaals 1876 als neuer und besserer Schifffahrtsweg zur Nordsee. 1880 wurde die erste Pferdestraßenbahn eröffnet. Die Stadtmauer, die bis 1874 weitgehend erhalten war, wurde in den Folgejahren niedergelegt. Danach, seit 1885, dehnte sich das Stadtgebiet weit ĂŒber den Grachtenring hinaus. So entstanden u. a. die Arbeiterviertel Oosterpoortbuurt und Noorderplantsoenbuurt und das Villenviertel am Zuiderpaark.

20. Jahrhundert

1914 wurde das Dorf Helpman sĂŒdlich der Stadt eingemeindet. Obgleich sich die Niederlande nicht am Ersten Weltkrieg beteiligten, wurden ab 1916 die Lebensmittel rationiert und Brotmarken eingefĂŒhrt (bis 1920). 1917 richtete die Stadtverwaltung eine ZentralkĂŒche ein, um bei den Herden Gas und Kohle einzusparen, Lebensmittel in großen Mengen gĂŒnstig einzukaufen und so BedĂŒrftigen eine preiswerte warme Mahlzeit anzubieten. Die Centrale Keuken blieb bis zum April 1919 in Betrieb.

Mit der EinfĂŒhrung des Frauenwahlrechts 1919 wurden im selben Jahr erstmals drei Frauen in den Stadtrat gewĂ€hlt. 1914 waren entlang des Bedumerweg die ersten Sozialwohnungen entstanden. Die WohnungszĂ€hlung 1919 ergab, dass damals 45 % der Familien in Ein- oder Zweizimmerwohnungen lebten. Nicht zuletzt unter dem Eindruck der Ergebnisse der WohnungszĂ€hlung wurde die erste HĂ€lfte der 1920er Jahre zu einer Hochzeit des Sozialwohnungsbaus. Nordwestlich der Altstadt, um die Oranjestraat, entstand der Stadtteil Oranjewijk. 1927 wurde der Stadtpark angelegt.

Im Zweiten Weltkrieg wurde Groningen im Mai 1940 ohne Widerstand von deutschen Truppen besetzt (→Die Niederlande unter deutscher Besatzung (1940–1945)). 3300 Einwohner kamen im Krieg unmittelbar zu Tode, darunter 2800 jĂŒdische BĂŒrger Groningens.

Bis zur Schoa bestand in Groningen eine jĂŒdische Gemeinschaft. So war beispielsweise Attila Groningen der Ă€lteste jĂŒdische Turn- und Sportverein in Europa, sechs Monate Ă€lter als Bar Kochba Berlin. Er war national orientiert und lehnte die Emigration nach PalĂ€stina sowie die Zusammenarbeit mit den zionistischen Makkabi-Vereinen ab. 1940 lebten 3000 Juden in Groningen, darunter 250 jĂŒdische FlĂŒchtlinge aus Deutschland. Die ersten 600 Groninger Juden wurden bereits im August 1942 deportiert; die Deportationen in die Arbeits- und Vernichtungslager endeten im April 1943. Nur wenigen Groninger Juden gelang es, unterzutauchen und zu ĂŒberleben.

Am Ende des Zweiten Weltkriegs erlitt die Stadt erhebliche SchĂ€den. Als die 2nd Canadian Infantry Division (Kommandeur: Albert Bruce Matthews) im April 1945 Groningen erreichte, stieß sie auf heftigen Widerstand der deutschen Besatzungstruppen, von Teilen des „Landstorm Nederland“ der Waffen-SS und von belgischen SS-Einheiten (Kommandeur: Karl Böttcher). Vom 13. bis zum 16. April kĂ€mpften 14.000 Kanadier gegen 7.500 Verteidiger; in der Innenstadt gab es StraßenkĂ€mpfe. Schließlich kapitulierten die Verteidiger.

Die Bauten, die anschließend im Rahmen des Wiederaufbaus entstanden, wurden spĂ€ter zum Teil durch Neubauten ersetzt.

SehenswĂŒrdigkeiten

GotteshÀuser

  • Die Martinikerk (Martinikirche) am „Grote Markt“, Ă€lteste und grĂ¶ĂŸte Kirche der Stadt, mit dem Martinitoren (Martiniturm) an der Westseite wurde zwischen 1469 und 1482 aus Bentheimer Sandstein errichtet. Von 1548 bis 1577 war der Turm 127 Meter hoch, bis die hölzerne Spitze anlĂ€sslich eines Freudenfeuers abbrannte, das nach dem Abzug der verhassten wallonischen Truppen infolge der Genter Pazifikation 1576 entzĂŒndet worden war. Die Orgel von Arp Schnitger wurde 1692 installiert.
  • Die im 15. Jahrhundert erbaute Aa-Kirche mit Arp-Schnitger-Orgel von 1702.
  • Pelstergasthuiskerk, geweiht 1267

Diese drei Kirchen wurden im Stil der Backsteingotik erbaut.

  • Die Nieuwe Kerk wurde ab 1660 in der ab 1625 angelegten Stadterweiterung Hortusbuurt inmitten des parkartigen Nieuwe Kerkhof errichtet.
  • Die neugotische Sint-Jozefkathedraal ist die katholische Hauptkirche der Stadt und die Bischofskirche des Bistums Groningen.
  • Synagoge: In der 1906 erbauten Synagoge in der Folkingestraat werden seit 1981 wieder jĂŒdische Gottesdienste gefeiert.

Weltliche Bauwerke

  • Das Haus Brugstraat 24 wurde im 15. Jahrhundert errichtet und ist das am besten erhaltene backsteingotische BĂŒrgerhaus der Stadt.
  • Provinzhaus, Sitz der Provinzregierung. Der Ă€lteste FlĂŒgel steht am Martinikerkof und wurde um 1550 als Lateinschule errichtet.
  • Mit dem Bau des Stadhuis (Rathauses) wurde 1792 begonnen, nachdem das mittelalterliche Rat- und Weinhaus 1775 abgebrochen worden war. Aber erst 1810 wurde es vollendet. 1872 wurde der bis dahin U-förmige Grundriss zu einem Rechteck geschlossen, wegen des angestiegenen Platzbedarfs. Das GebĂ€ude ist ein Rijksmonument.
  • Die Korenbeurs (ehemalige Kornbörse) an der Stirnseite des Vismarkt (Fischmarktes) ist ein (spĂ€t- oder auch neo-)klassizistischer Bau aus den Jahren 1862–1865.
  • Die ReichsuniversitĂ€t Groningen hat zwei markante GebĂ€ude in der Innenstadt:
    • Das Akademiegebouw entstand, nachdem das vorherige UniversitĂ€tsgebĂ€ude 1906 wĂ€hrend Renovierungsarbeiten ein Opfer der Flammen geworden war. Es wurde 1909 vom Reichsbaumeister Johannes Antonius Willibrordus Vrijman entworfen. Sieben Fenster im Treppenhaus schuf Otto Linnemann aus Frankfurt 1909/1914, das mittlere mit der Darstellung der UniversitĂ€tsgrĂŒndung, die seitlichen mit den allegorischen Darstellungen der FakultĂ€ten. Unterlagen hierzu befinden sich im Linnemann-Archiv. Das GebĂ€ude ist ein Rijksmonument.
    • Die UniversitĂ€tsbibliothek Groningen liegt gegenĂŒber dem AkademiegebĂ€ude.
  • Groninger Museum: Das 1994 eingeweihte GebĂ€ude wurde zwischen Altstadt und Hauptbahnhof in das Wasser des Zuiderhavens gebaut und ist ein spektakulĂ€res Werk der Moderne. Entworfen wurde es von dem Designer Alessandro Mendini in Zusammenarbeit mit den Architekten Michele De Lucchi, Philippe Starck und Coop Himmelb(l)au. Gezeigt werden neben wechselnden Ausstellungen auch Exponate der Vor- und FrĂŒhgeschichte der Provinz Groningen und die sehenswerte Sammlung chinesischen Porzellans.

Politik

Die letzte Kommunalwahl fand in Groningen am 16. MĂ€rz 2022 statt.

Sitzverteilung im Gemeinderat

Der Gemeinderat hat 45 Sitze und wird fĂŒr vier Jahre gewĂ€hlt. Seit 1982 wird er folgendermaßen gebildet:

Anmerkungen

Kollegium von BĂŒrgermeister und Beigeordneten

Seit dem 30. September 2019 ist Koen Schuiling (VVD) amtierender BĂŒrgermeister der Gemeinde.

Nach den Gemeinderatswahlen 2018 wurde eine Koalition aus PvdA, GroenLinks, D66 und ChristenUnie gebildet. Zum Kollegium zĂ€hlen die Beigeordneten Isabelle Diks (GroenLinks), Roeland van der Schaaf (PvdA), Paul de Rook (D66), Inge Jongman (ChristenUnie), Philip Broeksma (GroenLinks), Carine Bloemhoff (PvdA) und Glimina Chakor (GroenLinks). Das Amt des GemeindesekretĂ€rs wird seit Dezember 2019 von Christien Bronda ausgeĂŒbt.

Wirtschaft

Groningen ist in erster Linie Handels- und Dienstleistungszentrum, blickt aber auch auf eine industrielle Tradition in der Nahrungs- und Genussmittelproduktion. Eines der wirtschaftlichen Standbeine Groningens war die ZuckerrĂŒbenverarbeitung. 2008 beschloss der Mutterkonzern der Suiker Unie, Royal Cosun, die Zuckerfabrik an der Van Heemskerckstraat zu schließen. Der Konzern unterhĂ€lt unter anderen noch eine Fabrik in Hoogkerk.
In der Tabakindustrie machte sich das Unternehmen von Theodorus Niemeijer vor allem im 20. Jahrhundert auch außerhalb der Stadt einen Namen. Die noch bestehende Fabrik am Paterswoldseweg wird jetzt von der British American Tobacco Benelux betrieben.

Groningen ist Sitz des niederlĂ€ndischen Gashandelsunternehmens Nederlandse Gasunie NV, das 1963 gegrĂŒndet wurde, als in der Provinz Groningen die Erdgasförderung aufgenommen wurde.

Aus einem Gasfeld unter Groningen fördert heute die Nederlandse Aardolie Maatschappij B.V. (NAM). Wegen durch die Förderung ausgelöster Erdbeben, die SchÀden an GebÀuden verursachten, soll die Förderung bis 2022 auf etwa die HÀlfte (12 Mrd. m3 pro Jahr) reduziert und bis 2030 eingestellt werden.
Weitere bekannte Groninger Firmen sind die Destillerie Hooghoudt, die neben alkoholischen GetrĂ€nken Fruchtsirups herstellt, und der Verlag Noordhoff Uitgevers, der vorwiegend SchulbĂŒcher herausgibt.

Verkehr

Öffentlicher Nahverkehr

Groningen verfĂŒgt ĂŒber ein dichtes Stadtbusnetz mit insgesamt 37 Linien (dazu neun Nachtlinien), auf dem Busse jedoch meist nur im Halbstundentakt (sonntags gar nur im Stundentakt) fahren. Viele Buslinien erreichen den ZOB vor dem Hauptbahnhof. DarĂŒber hinaus ist Groningen Zentrum eines weitlĂ€ufigen Regionalbusnetzes. Sowohl Stadt- als auch Regionalbusse betreibt das Unternehmen Qbuzz Groningen Drenthe.

Alle Groninger Stadt- und Regionalbusse akzeptieren die OV-chipkaart. Gelegenheits-Passagiere kaufen beim Fahrer ein Eurokaartje (ab 2,50 Euro fĂŒr max. eine Stunde Fahrt ĂŒber max. zwei Zonen) mit verschiedenen Zeit- und TarifzonenbeschrĂ€nkungen.

Von 1880 bis 1949 verfĂŒgte Groningen ĂŒber ein Straßenbahnnetz, das zunĂ€chst durch O-Busse und schließlich durch konventionelle Dieselbusse ersetzt wurde. Eine WiedereinfĂŒhrung der Tram in Form eines Stadtbahnsystems mit zwei Linien war bis Ende 2012 in Planung, wurde aber aufgegeben.

Fahrrad

Nach einer Untersuchung des Verkehrsclub Österreich VCÖ aus dem Jahre 2013 gehört Groningen zu den fahrradfreundlichsten StĂ€dten Europas, was den Anteil des Fahrrads am Alltagsverkehr betrifft. Etwa 31 % der Wege der Einwohner werden hier mit dem Rad zurĂŒckgelegt, nur in Houten (44 %), Oldenburg (43 %), MĂŒnster (38 %), Kopenhagen (35 %) und Leiden (33 %) wird mehr Fahrrad gefahren. Streetfilms hat Groningen 2013 zur Welt-Fahrradstadt erklĂ€rt und in einem englischsprachigen Video EindrĂŒcke zum Verkehrsgeschehen, HintergrĂŒnde zur besonderen AttraktivitĂ€t des Fahrradverkehrs und Stimmen von Nutzern zusammengestellt. Das Fahrrad ist wegen bewusst geplanter EinschrĂ€nkungen fĂŒr den Autoverkehr – besonders im Stadtkern, aber auch in anderen Quell-Ziel-Verbindungen – deutlich zeitschneller als das Auto und der Bus. So gibt es spezielle BrĂŒcken fĂŒr FußgĂ€nger und Radfahrer ĂŒber einen vielbefahrenen Kanal; Autos mĂŒssen an einer DrehbrĂŒcke bis zu zehn Minuten auf passierende Schiffe warten. An einigen grĂ¶ĂŸeren Kreuzungen lĂ€sst die Ampelschaltung das zeitgleiche Befahren der Kreuzung des Radverkehrs in alle Richtungen zu. In einem Interview im Mai 2016 mit der Wochenzeitung Die Zeit sprach Verkehrsdezernent Paul de Rook von einem Radverkehrsanteil von 60 Prozent und davon, dass eine weitere Erhöhung angestrebt wird.

Straßenverkehr

Das eigentliche Stadtzentrum um den Großen Markt und Fischmarkt ist gĂ€nzlich autofrei, das Ă€ußere Zentrum ist in vier Sektoren unterteilt. Direkter Autoverkehr zwischen den Sektoren untereinander ist nicht möglich. Die Stadt ist umgeben von einem vierspurigen Ringweg, sowohl zur Anbindung der Außenbezirke als auch der Fernstraßen. Seit einigen Jahren wird daran gearbeitet, alle AnschlĂŒsse ampelfrei auszufĂŒhren, mit dem Abschluss der Arbeiten wird 2024 gerechnet, dann soll auch der SĂŒdring fertiggestellt sein.

In Ost-West-Richtung verlĂ€uft die Autobahn 7 und in Nord-SĂŒd-Richtung die A 28.

Wasserstraßen

In Groningen treffen bedeutende Binnenwasserwege aufeinander. Von Westen (Friesland/Amsterdam) der Van Starkenborghkanaal, von Osten (Delfzijl und MĂŒndung der Ems) der Eemskanaal, vom SĂŒdosten das Winschoterdiep und der Nord-Willemskanal aus dem SĂŒden.

Die erste Kanalverbindung zur Ems wurde schon im Mittelalter geschaffen und im 15. Jahrhundert zum Damsterdiep ausgebaut, das heute nur noch von Freizeitschiffern befahren wird.

WĂ€hrend im Mittelalter die Hunze durch die Stadt bzw. entlang der Stadtmauer nordwestwĂ€rts zum Reitdiep und damit zur Lauwers floss, liegt Groningen heute auf der Wasserscheide zwischen Lauwers und Ems. Zwei Schleusen an der sĂŒdwestlichen und der sĂŒdöstlichen Ecke der Innenstadt und eine dritte am nordwestlichen Stadtrand trennen die Stromgebiete voneinander. Das Wasser aus der Hunze (durch das Winschoterdiep) und dem Nord-Willemskanal (Einzugsgebiet der Drentsche Aa) fließt durch den Eemskanaal nach Delfzijl an der Unterems.

Eisenbahnverkehr

Der Bahnhof Groningen liegt an der Eisenbahnstrecke von Leeuwarden nach Deutschland (Ost-West-Verbindung, Bahnstrecke Leer–Groningen) und Richtung SĂŒden ĂŒber Assen nach Meppel (Nord-SĂŒd-Verbindung, Bahnstrecke Meppel–Groningen). Außerdem zweigen Richtung Norden zwei Nebenstrecken ab; die eine fĂŒhrt nach Delfzijl und die andere nach Eemshaven (Bahnstrecke Groningen–Delfzijl und Bahnstrecke Groningen–Eemshaven).

Flugverkehr

Groningen verfĂŒgt ĂŒber einen Verkehrsflughafen, den Groningen Airport Eelde, sĂŒdlich der Stadt bei Eelde gelegen.

Bildung

In Groningen leben insgesamt mehr als 50.000 Studierende.

Die Rijksuniversiteit Groningen (RUG) blickt auf eine vierhundertjĂ€hrige Geschichte als Forschungs- und LehrstĂ€tte zurĂŒck (gegrĂŒndet 1614). Die UniversitĂ€t ist in neun FakultĂ€ten untergliedert: Theologie, Philosophie, Medizin, Mathematik und Naturwissenschaften, Jura, Sprach- und Literaturwissenschaft, Sozialwissenschaften, Wirtschaftswissenschaften und Raumplanung.

Außerdem gibt es in Groningen die staatliche Hanze University Groningen, University of Applied Sciences (niederlĂ€ndisch: Hanzehogeschool). Dabei handelt es sich um keine UniversitĂ€t im deutschen Sinn, sondern um eine HBO, die etwa mit einer deutschen Fachhochschule vergleichbar ist.

Die Hanze University of Applied Sciences fĂŒhrt ihr GrĂŒndungsjahr auf 1798 zurĂŒck. In diesem Jahr wurde die erste Kunstakademie Minerva eröffnet. Die Hochschule bietet ihren mehr als 25.000 Studenten 70 verschiedene Master- und BachelorstudiengĂ€nge sowie Kursangebote des internen gewerblichen Dienstleisters HanzeConnect. StudiengĂ€nge gibt es in den Fachrichtungen Wirtschaft und Management, Technik, Gesundheit und Sport, Sozialwesen, Kunst, Musik und Tanz an insgesamt an 19 verschiedenen FakultĂ€ten.

Der Asteroid (12652) Groningen trÀgt den Namen der Stadt.

RegelmĂ€ĂŸige Veranstaltungen

  • Theaterfestival „Noorderzon“: das Theaterfestival lockt jĂ€hrlich Tausende von Besuchern an
  • Popfestival „Eurosonic Noorderslag“: findet jedes Jahr in Groningen statt und besteht aus einer Musikkonferenz und dem Showcase-Festival fĂŒr EuropĂ€ische Musik, außerdem werden einige Preise vergeben.

Kultur und Freizeit

In Groningen gibt es mehrere Museen. Neben dem Groninger Museum sind dies das „Noordelijke Scheepvaartmuseum“ und das „Universiteitsmuseum“. Das „Nederlandse Stripmuseum“, ein Comic-Museum, wurde nach fĂŒnfzehn Jahren im MĂ€rz 2019 geschlossen. Nachfolger ist „Storyworld“, das sich im Forum Groningen befindet. Das „Oosterpoort“ ist eine große Konzerthalle, die „Stadsschouwburg“ beherbergt das stĂ€dtische Theater. Die Discotheken der Stadt befinden sich am Grote Markt und in der Poelestraat. Das Holland Casino betreibt hier eine seiner zwölf Filialen.

Medien

Aus Groningen sendet die regionale Rundfunkanstalt RTV Noord, bestehend aus Radio Noord und dem tĂ€glich halbstĂŒndigen TV Noord. Die grĂ¶ĂŸte Tageszeitung von Groningen ist das Dagblad van het Noorden.

Sport

  • Die Stadt Groningen wird im niederlĂ€ndischen Fußball durch den FC Groningen vertreten. Die erste Fußball-Herrenmannschaft spielt in der höchsten niederlĂ€ndischen Spielklasse, der Eredivisie. Der FC Groningen trĂ€gt seine Heimspiele im heimischen Stadion Noordlease Stadion aus.
  • Der Studentensportverein UC Face Off wurde 1998 als einer der ersten Unihockeyvereine der Niederlande gegrĂŒndet.
  • Auch American Football wird in Groningen gespielt. Die im Jahre 2000 gegrĂŒndeten Groningen Giants tragen ihre Heimspiele im Sportpark Corpus den Hoorn aus, seit 2016 in der höchsten Spielklasse, der Eredivisie. Zur Saison 2018 wurde entschieden, in die Eerste Divisie (2. Liga) zurĂŒckzukehren, um wieder um die Meisterschaft mitspielen zu können.
  • 2011 und 2012 fand im Rahmen der Motorrad-Langbahnweltmeisterschaft auf der 1100 m langen Trabrenn-Sandbahn im Stadtpark von Groningen der Langbahn-WM Grand Prix der Niederlande statt.

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Stadt

Persönlichkeiten mit Beziehung zur Stadt

  • Johannes Corputius (gestorben 1611 in Groningen), Kartograf, MilitĂ€r und zuletzt Hauptmann in Groningen. Sein Epitaph befindet sich in der Martinikirche.
  • Ubbo Emmius (gestorben 1625 in Groningen), Pastor, Historiker, PĂ€dagoge und erster Rektor der UniversitĂ€t Groningen
  • Johann Heinrich Alting (1583–1644), seit 1627 Professor der Theologie in Groningen, gestorben in Groningen
  • Carl von Rabenhaupt (1602–1675), Feldherr bei „Gronings ontzet“ und BĂŒrgermeister von Groningen
  • Aletta Jacobs (1854–1929), studierte ab 1871 in Groningen Medizin und wurde die erste Ärztin der Niederlande; zudem war sie als Frauenrechtlerin aktiv.
  • Albert Egges van Giffen (1884–1973), ArchĂ€ologe
  • Frits Zernike (1888–1966), Professor an der UniversitĂ€t Groningen von 1920 bis 1958, erhielt 1953 den Nobelpreis fĂŒr Physik fĂŒr die Erfindung des Phasenkontrastmikroskops
  • Ben Feringa (geb. 1951), Professor an der UniversitĂ€t Groningen seit 1988, erhielt 2016 den geteilten Nobelpreis fĂŒr Chemie fĂŒr sein in Groningen entwickeltes „Nano-Auto“

StÀdtepartnerschaften

Groningen unterhÀlt mit folgenden StÀdten Partnerschaften:

Stedenbanden

Literatur

in der Reihenfolge des Erscheinens

  • Johann Gottfried Hoche: Reise durch OsnabrĂŒck und NiedermĂŒnster in das Saterland, Ostfriesland und Gröningen. Von J. G. Hoche, Doktor der Philosophie und Prediger in Rödinghausen in der Grafschaft Ravensberg, und Mitglied der Königl. litterarischen Gesellschaft in Halberstadt, Bremen, bei Friedrich Wilmans, 1800. Darin Reise durch Gröningen nach Westphalen zurĂŒck, S. 329–403, bes. S. 368–403 - Repr. Verlag Theodor Schuster, Leer, 1977 ISBN 3-7963-0137-1), 1978, ISBN 978-3-7963-0137-7. (Volltext)
  • Arent Toncko Schuitema Meijer: Groningen vroeger en nu. Fibula-Van Dishoeck, Bussum 1969.
  • Thomas Schumacher (Hrsg.): Grenzenlos an Deich und Dollart. Das Reise- und Lesebuch fĂŒr die Ems-Dollart-Region. Edition Temmen, Bremen 2003. ISBN 3-86108-903-3.
  • Maarten Duijvendak, Bart de Vries (Hrsg.): Stad van het Noorden. Groningen in de twintigste eeuw (= Groninger historische reeks, Bd. 25). Koninklijke Van Gorcum, Assen 2003, ISBN 90-232-3984-9.
  • Wolfgang Stelljes: Groningen. Die junge Kulturstadt. Edition Temmen, Bremen 2012. ISBN 978-3-8378-3004-0.

Weblinks

  • Website der Gemeinde Groningen (deutsch, niederlĂ€ndisch, englisch)
  • Touristische Website der Stadt und Provinz Groningen (deutsch, mehrsprachig)
  • StadtfĂŒhrungen mit deutschen Studenten (deutsch)
  • Website des Groninger Museum (deutsch, niederlĂ€ndisch, englisch)
  • NĂŒtzliche und aktuelle Infos aus Groningen (deutsch)

Einzelnachweise



Quelle: Wikipedia

 

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auch: Groninga; Groningue, Groninga, Groningue

ISO 3166-2:
Bezeichnung der Region: Provinz

Fläche ca.: 2395.50 km²

Länge der Grenze ca.: km


Ausdehnung / Grenzen (dezimale Koordinaten nach WGS 84):
nördlichster Punkt: 53.558
südlichster Punkt: 52.842
westlichster Punkt: 6.169
östlichster Punkt: 7.198

 
Niederlande - Provinz Groningen: Große Karte mit den Grenzen und allen POIs
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