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Region Informationen Region: Ptuj

Informationen:


Ptuj (, deutsch Pettau) ist die Àlteste Stadtgemeinde in Slowenien und die Àlteste Stadt des ehemaligen Herzogtums Steiermark. Sie liegt in der historischen Landschaft Spodnja Ơtajerska (Untersteiermark) und in der statistischen Region Podravska.

Geographie

Lage

Die Stadt Ptuj befindet sich in der östlichen Ecke des Dravsko polje (Draufeld) direkt am linken Ufer des Flusses Drau. Teile der Gemeinde liegen in den Slovenske gorice (Windischen BĂŒhel). Neben der Drau wird die Kommune noch von den BĂ€chen Grajena (Grajenabach) und Ragoznica (Ragosnitzbach) durchflossen, die kurz nach der Stadt in den Ptujsko jezero mĂŒnden, den Ptujsker Stausee des Wasserkraftwerks Formin.

Die nĂ€chsten grĂ¶ĂŸeren StĂ€dte sind Maribor etwa 23 km nordwestlich und VaraĆŸdin in Kroatien ca. 38 km östlich. Außerdem ist die Stadt Sitz der Verwaltungseinheit Ptuj (slow.: Upravna enota Ptuj). Diese administriert die Stadtgemeinde Ptuj sowie die Gemeinden Hajdina, Markovci, GoriĆĄnica, Dornava, Kidričevo, Destrnik, Trnovska vas, Sveti AndraĆŸ v Slovenskih goricah, JurĆĄinci, Videm, Zavrč, Podlehnik, Ćœetale und MajĆĄperk.

Stadtgliederung

Die Stadtgemeinde gliedert sich in acht Bezirksgemeinschaften (slowenisch: Četrtne skupnosti, AbkĂŒrzung: ČS). Sie stellen die ausfĂŒhrende Gewalt der Kommune dar und sammeln VorschlĂ€ge aus der Bevölkerung:

DarĂŒber hinaus ist die Gemeinde in 10 Ortschaften unterteilt, diese haben jedoch keine verwaltungsrechtliche Bedeutung. Die deutschen Exonyme in den Klammern wurden bis zum Abtreten des Gebietes an das Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen im Jahr 1918 vorwiegend von der deutschsprachigen Bevölkerung verwendet und sind heutzutage grĂ¶ĂŸtenteils unĂŒblich. (Einwohnerzahlen Stand 1. Januar 2017):

Nachbargemeinden

Geschichte

Das heutige Stadtgebiet wurde schon in der Jungsteinzeit besiedelt. Wesentlich fĂŒr die Entwicklung der Siedlung in vorrömischer Zeit und danach war deren Lage entlang der Bernsteinstraße. Die ErsterwĂ€hnung erfolgte 69. Relative Bedeutung gewann Pettau jedoch erst in der Zeit des Römischen Reiches. Im Lateinischen wird die Stadt auch als Petovio, Petabio, Petavio, Poetavio, Potabio und Patavio bezeichnet, im Altgriechischen Î ÎżÏ„ÏŒÎČÎčÎżÎœ Potabion und ΠαταÎČÎŻÏ‰Îœ Patabion. Im Jahr 69 n. Chr. wurde Vespasian in Ptuj zum römischen Kaiser ausgerufen. Unter Kaiser Trajan erhielt die Siedlung das Stadtrecht und wurde als Colonia Ulpia Traiana Poetovio zu einem wichtigen militĂ€rischen, kommerziellen und administrativen Zentrum. In der Schlacht bei Poetovio erlitt der Gegenkaiser Magnus Maximus im Juli 388 gegen Theodosius I. die entscheidende Niederlage. Bis zu seiner PlĂŒnderung durch die Hunnen lebten ungefĂ€hr 40.000 Menschen auf dem Gebiet der heutigen Stadt. Nach den Awaren besiedelten Slawen das Gebiet. Unter dem slawischen FĂŒrsten Pribina war Ptuj Teil des Pannonischen FĂŒrstentums.

Ab dem 9. Jahrhundert gehörte das Pettauer Gebiet den Erzbischöfen von Salzburg, deren bedeutendste Ministerialen in diesem Gebiet die Herren von Pettau waren. Erzbischof Konrad I. (1106–1147) schloss mit den immer wieder einfallenden Ungarn Frieden und ließ auf dem Berg oberhalb der Stadt eine Ă€ltere verfallene Burg zur Sicherung der Reichsgrenze wieder aufbauen. Das Burggrafenamt ĂŒbertrug er den Herren von Pettau, mit denen es in der Folgezeit immer wieder zu Auseinandersetzungen kam. Trotz der dominierenden Herren von Pettau entwickelte sich in Pettau ein BĂŒrgertum, das durch Handel an der Straße von Ungarn nach Venedig, die hier die Drau ĂŒberquerte, und durch die Schifffahrt auf dem Fluss zu erheblichem Wohlstand gekommen war. Um die Mitte des 13. Jahrhunderts wurde die Stadt Pettau ummauert, das Stadtrecht allerdings erst 1376 schriftlich aufgezeichnet und zwar auf ausdrĂŒcklichen Wunsch des Salzburger Vizedoms in Leibnitz, der fĂŒr die Verwaltung der Salzburger Besitzungen in der Mittel- und Untersteiermark zustĂ€ndig war. Das Pettauer Stadtrecht von 1376 mit seinen 195 Artikeln begĂŒnstigte Handel und Gewerbe und gehört zu den schönsten und geschlossensten RechtsdenkmĂ€lern des SĂŒdostalpenraums. 1458 rĂ€umte Kaiser Friedrich III. als Dank fĂŒr ein anderes Entgegenkommen des Salzburger Erzbischofs der Stadt Pettau eine Reihe von Handelsprivilegien ein. 1479 besetzten die mit Salzburg verbĂŒndeten Ungarn Burg und Stadt Pettau, die erst nach dem Tod von König Matthias Corvinus 1490 von König Maximilian I. eingenommen werden konnten. Maximilian verpfĂ€ndete 1511 Pettau an das Erzstift Salzburg und erst 1555 kaufte König Ferdinand I. Herrschaft, Stadt und Schloss Pettau/Ptuj wieder zurĂŒck, wonach es endgĂŒltig in das Herzogtum Steiermark eingegliedert wurde und bis zum Ende der Habsburgermonarchie 1918/1919 verblieb. In dieser Zeit kam es immer wieder zu Auseinandersetzungen mit dem Osmanischen Reich und auch Naturkatastrophen schĂ€digten Pettau/Ptuj betrĂ€chtlich.

Ein Einschnitt in die Geschichte der Stadt war der Bau der SĂŒdbahn zwischen Wien und Triest Ende des 19. Jahrhunderts. Damals verlief die Strecke ĂŒber Marburg/Maribor, und Pettau blieb ohne Förderung. Einwohnerzahl und Bedeutung schrumpften rapid.

Beim Zerfall Österreich-Ungarns 1918/19 beanspruchte die neu gegrĂŒndeten Republik Deutschösterreich das Gebiet von Pettau, es kam aber ohne Abstimmung zu Jugoslawien. Die ursprĂŒnglich ĂŒberwiegend deutschsprachige Stadtbevölkerung Pettaus (1910 in der Altstadt 86 %) verringerte sich durch die Slawisierungspolitik der Zwischenkriegszeit bereits betrĂ€chtlich. Die Bewohner der umliegenden Dörfer sprachen auch schon vor 1919 fast ausschließlich Slowenisch. WĂ€hrend der nationalsozialistischen Herrschaft und Besetzung durch die deutsche Wehrmacht 1941 bis 1944 wurde die slowenische Bevölkerung teilweise enteignet und deportiert. Im Rahmen des Abkommens zwischen Mussolini und Hitler von 1939 wurden ihrerseits aus ihrer Heimat vertriebene Deutsche aus SĂŒdtirol und der Gottschee (Krain) angesiedelt, die dann 1945 zusammen mit den alteingesessenen deutschen Pettauern vertrieben wurden bzw. flĂŒchteten und in Österreich, aber auch in Amerika Aufnahme fanden. Seit 1945 wird die Stadt fast ausschließlich von Slowenen bewohnt.

Bauwerke und GrĂŒnanlagen

Das neue Rathaus ist in einem frĂŒheren BĂŒrgerpalais aus dem Jahr 1906 untergebracht.

Im Kern des Ortes sind Bauwerke aus der Entwicklungszeit erhalten und denkmalgeschĂŒtzt. Dazu gehören das Alte Rathaus (siehe Bild), das neue Rathaus (ein ehemaliges BĂŒrgerpalais aus dem Jahr 1906), weiter BĂŒrgerpalĂ€ste, das Schloss (die Burg) auf der Spitze des Berges. Letzteres ist von mehreren Baustilen geprĂ€gt, unter anderem sind venezianische EinflĂŒsse erkennbar.
Seit dem Beginn der 1950er Jahre dient das Bauensemble als Regionalmuseum. In den folgenden Jahrzehnten wurden die Sammlungen stetig erweitert und vervollkommnet.

ErwÀhnenswerte KirchengebÀude sind St. Georg (in der Nachbarschaft des Rathauses), St. Peter und Paul, St. Oswald und die ehemalige Klosterkirche auf dem Berg, nun MariÀ Himmelfahrt.

Außerdem stehen auf dem Stadtplatz das Orpheus-Denkmal, laut Inschrift ist es der Grabstein von Marcus Valerius Verus, dem römischen Statthalter von Poetovio aus dem 2. Jahrhundert und vor allem der Stadtturm. Der Stadtturm ist ein kirchturmĂ€hnliches Bauwerk, das 1556 nach PlĂ€nen und unter Leitung von Antonio de Pivo errichtet wurde. Im Jahr 1830 mauerten die Bewohner im Sockel des Turmes antike DenkmĂ€ler ein. Weiter im Zentrum ist die Florians-Statue sehens- und erwĂ€hnenswert.

Kultur und Sport

In Ptuj und der Umgebung finden folgende Festivals und Veranstaltungen statt (Auswahl):

  • Kurentovanje – die grĂ¶ĂŸte organisierte Karnevalsveranstaltung in Slowenien und Mitteleuropa
  • Internationales Filmfestival Primus
  • Festival der Kammermusik Musica Poetovionis
  • Internationales Festival fĂŒr zeitgenössische Kunst
  • Ptujska noć (Kulturnacht in Ptuj)
  • Römer-Spiele und
  • drei Warenausstellungen (Messen; im April, im August und im November).

Am Rande des Ortes befindet sich ein Thermalbad.

In einer frĂŒheren runden Kapelle am Ufer der Drau hat sich eine Kunstgalerie eingerichtet. Außerdem haben sich zwei Ballsportvereine etabliert, der Fußballverein Drava sowie der Handballverein Drava Ptuj.

Gemeindepartnerschaften

Ptuj unterhÀlt Partnerschaften mit folgenden StÀdten und Gemeinden (Stand 2018):

  • Burghausen (Deutschland)
  • Seeboden am MillstĂ€tter See (Österreich)
  • VaraĆŸdin (Kroatien)
  • Aranđelovac (Serbien)
  • BanskĂĄ Ć tiavnica (Slowakei)
  • Saint-Cyr-sur-Loire (Frankreich)
  • Ohrid (Mazedonien)

Töchter und Söhne der Stadt

  • Marcus Valerius Maximianus (2. HĂ€lfte des 2. Jahrh. n. Chr.), römischer Senator und Feldherr in den Germanenkriegen des Kaisers Marcus Aurelius
  • Victorinus von Poetovio († 304), Bischof, Kirchenvater, Exeget, MĂ€rtyrer
  • Kajetan Hoffmann (1840–1907), Abt der Benediktinerabtei St. Blasius zu Admont
  • Alfred Amschl (1852–1926), österreichischer Jurist und Schriftsteller
  • Rudolf Thommen (1860–1950), Schweizer Historiker
  • Otto Johannsen (1864–1954), deutscher Ingenieur
  • Otto Wiesinger (1879–1962), österreichischer General der Infanterie
  • Luigi Kasimir (1881–1962), österreichischer Maler und Radierer
  • Walter von Semetkowski (1886–1965), steirischer Landes- sowie NS-Gaukonservator und Volksbildungsreferent
  • Franz Georg Strafella (1891–1968), österreichischer Unternehmer, Politiker und Direktor der Bundesbahnen
  • Balduin Saria (1893–1974), Historiker, ArchĂ€ologe und Autor
  • Hermann Pirich (1906–1980), Journalist und Schriftsteller
  • Linda Sadnik (1910–1998), österreichische Slawistin
  • Angela Salloker (1913–2006), Schauspielerin
  • Zdenko Verdenik (* 1949), Fußballtrainer
  • Vilko Filač (1950–2008), Kameramann
  • Martin Kmetec (* 1956) Ordensgeistlicher, römisch-katholischer Erzbischof von Izmir
  • Ćœeljko Spasojević (1973–2014), Fußballspieler
  • AleĆĄ Ć teger (* 1973), slowenischer Autor
  • Dejan Zavec (* 1976), Boxweltmeister
  • Matej Miljatovič (* 1979), Fußballspieler
  • Marko Bezjak (* 1986), Handballspieler
  • BlaĆŸ Rola (* 1990), Tennisspieler
  • Luka Krajnc (* 1994), Fußballspieler
  • Tim Gajser (* 1996), Motocrossfahrer
  • Nina Potočnik (* 1997), Tennisspielerin
  • Luka Ć alamun (* 1997), Fußballspieler
  • Kristjan Čeh (* 1999), Diskuswerfer

Literatur

  • Rudolf Pertassek: Pettau, Die Ă€lteste steirische Stadt, Graz 1992, Edition Strahalm, ISBN 3-900526-57-5

Weblinks

  • Stadtverwaltung (slowenisch)
  • TouristenbĂŒro Ptuj (slowenisch, deutsch, englisch)
  • Radio Ptuj online (slowenisch)
  • Wochenzeitung Ć tajerski Tednik (Steirer-Woche) erscheint seit 2005 zweimal wöchentlich (slowenisch)
  • Kommerzielles Nachrichtenportal (slowenisch)
  • InfoSlovenia.be (englisch)
  • Karte der Stadtgemeinde Ptuj
  • Ptuj auf 24cities.eu, Kompetenzzentrum Steirisches Thermenland-Oststeiermark

Einzelnachweise



Quelle: Wikipedia

 

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auch:

ISO 3166-2:
Bezeichnung der Region: Opcine

Fläche ca.: 71.60 km²

Länge der Grenze ca.: km


Ausdehnung / Grenzen (dezimale Koordinaten nach WGS 84):
nördlichster Punkt: 46.497
südlichster Punkt: 46.384
westlichster Punkt: 15.781
östlichster Punkt: 15.953

 
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