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Staat Informationen : Komoren

Informationen:


Die Komoren (arabisch¬†ō¨ō≤ōĪ ōßŔĄŔāŔÖōĪ¬†Dschuzur al-Qumur, komorisch ŔāŔÖōĪ Komori, franz√∂sisch Comores [k…Ēňąm…Ēňź Ä]), amtlich seit 2001 Union der Komoren, bilden einen f√∂deralen Inselstaat im Indischen Ozean am n√∂rdlichen Ausgang der Stra√üe von Mosambik zwischen Mosambik und Madagaskar. Sie umfassen drei der vier Hauptinseln des Komorenarchipels. Diese sind Grande Comore (Njazidja), Anjouan (Nzwani), Moh√©li (Mwali) sowie einige kleinere Inseln. Die vierte Hauptinsel Mayotte (Mahor√©) ist ein √úbersee-D√©partement Frankreichs und wird von der Union ebenfalls beansprucht.

Die Komoren wurden 1975 von Frankreich unabh√§ngig und erlebten seither eine wechselvolle Geschichte mit Putschen und Sezessionsbestrebungen. Ihre Einwohner sind von gemischter, vorwiegend ostafrikanischer und arabischer Abstammung und gr√∂√ütenteils Muslime. Der Landesname ist vom arabischen Dschuzur al-Qumur (ō¨ō≤ōĪ ōßŔĄŔāŔÖōĪ) abgeleitet, was ‚ÄěMondinseln‚Äú bedeutet.

Geographie

Naturraum

Die Inselgruppe der Komoren erhebt sich auf einem unterseeischen R√ľcken. Alle Inseln sind vulkanischen Ursprungs und haben ein gebirgiges Relief. Vulkanberge mit tief zerfurchten H√§ngen, Plateaus, H√ľgelketten und meist nur schmale K√ľstenstreifen charakterisieren das Landschaftsbild. Die K√ľsten der Inseln sind √ľberwiegend felsig und von Korallenriffen ges√§umt. Im Zentrum der Hauptinsel Grande Comore liegt der 2361¬†Meter hohe aktive Vulkan Karthala. Der letzte gr√∂√üere Ausbruch geschah 1977, hierbei wurde ein ganzes Dorf von der Lava √ľberrollt. Anfang 2005 gab es einen kleineren Ausbruch, der ohne Explosion oder Lavaaustritt verlief. Nur Asche bedeckte nach dem Ausbruch einen betr√§chtlichen Teil des Vulkanes. Ende Mai 2006 √ľberzog der Vulkan die Hauptstadt Moroni mit einer Wolke aus Staub und Rauch, was lokal zu Evakuierungen f√ľhrte.

Klima

Das tropisch-maritime Klima weist im Jahresgang nur geringe Temperaturschwankungen auf. Die Durchschnittstemperatur der k√ľhlsten Monate (Juli/August) liegt bei 22¬†¬įC, die der w√§rmsten Monate (Februar/M√§rz) bei 27¬†¬įC. Zwischen Mai und Oktober herrscht der trockene S√ľdostpassat, von November bis April der regenbringende Nordwestmonsun. Feuchtester Monat ist der Januar. Je nach H√∂henlage werden zwischen 1000 und 4000¬†mm Jahresniederschlag registriert. In der hei√üen Jahreszeit ziehen √∂fter tropische Wirbelst√ľrme √ľber die Inseln.

Flora und Fauna

Die urspr√ľngliche Vegetation ‚Äď dichter tropischer Regenwald mit wertvollen Holzarten ‚Äď ist stark zur√ľckgedr√§ngt und fast nur noch in h√∂heren Lagen erhalten. Plantagen und Savannen pr√§gen heute die Landschaft. In Niederungen kommen vor allem Kokospalmen, Bananen und Mangob√§ume vor. Die K√ľsten sind teilweise von Mangroven bewachsen. Die Landfauna ist relativ artenarm und zeigt √Ąhnlichkeit mit derjenigen Madagaskars. Es gibt seltene Vogel- und Schildkr√∂tenarten sowie eine nur hier anzutreffende Feuchtnasenaffenart, den Mongozmaki. Die K√ľstengew√§sser samt den Korallenriffen sind dagegen reich an vielerlei Wassertieren. Eine Besonderheit ist der Quastenflosser; 1938 wurde vor den Komoren erstmals ein Vertreter dieser bis dahin nur als Fossil bekannten Gattung gefangen.

Wichtigste Städte

Die größten Städte sind laut Zensus:

  • Moroni (75.000 Einw., 2017)
  • Mutsamudu (23.594 Einw., 2021)
  • Fomboni (17.000 Einw., 2017)
  • Domoni (14.509 Einw., 2021)
  • Mirontsi (12.000 Einw., 2017)

Bevölkerung

Wie in allen Entwicklungsl√§ndern ist die Bev√∂lkerung der Komoren recht jung. 39,4¬†% der Bev√∂lkerung waren 2019 j√ľnger als 15 Jahre. Das Medianalter lag 2020 bei gesch√§tzten 20,4 Jahren. Dies liegt auch an der Fertilit√§tsrate von 4,1 Kindern pro Frau, wobei dieser Wert Mitte der 1970er Jahre noch bei etwa 7 Kindern lag. Das Bev√∂lkerungswachstum lag 2019 bei 2,2¬†%. Anjouan ist die am dichtesten besiedelte Insel des Archipels. 2004 lebten noch 64¬†% der Einwohner auf dem Lande,

Amtssprachen sind Komorisch (verwandt mit Swahili), Arabisch und Franz√∂sisch. Die Komorer (97¬†% der Gesamtbev√∂lkerung) stammen von Arabern, Madagassen, Bantu, Indern, Schirasi und Indo-Melanesiern ab. Daneben leben einige hundert Europ√§er auf den Inseln. Das Bev√∂lkerungswachstum und die hohe Arbeitslosigkeit f√ľhren zu Auswanderung, vor allem nach Mayotte und Madagaskar.

Die Komoren gehören zu den ärmsten Ländern der Welt.

Religionen

Die Staatsreligion des Landes ist der sunnitische Islam der schafiitischen Rechtsschule. Ihm gehören etwa 99 % der Einwohner an. Daneben besteht auf den Komoren eine kleine Minderheit indischer Ismailiten (Schia) sowie eine katholisch-karitative Missionstätigkeit; ca. 1 % der Bevölkerung bekennt sich zum Christentum.

Bildung

Nach Erlangung der Unabh√§ngigkeit und dem Abzug der franz√∂sischen Lehrer war das Bildungswesen mit m√§√üig ausgebildeten Lehrkr√§ften von schlechter Qualit√§t. Seit der Bildungsreform 1975 besteht Schulpflicht f√ľr die Dauer von acht Jahren, einschlie√ülich der zweij√§hrigen Koranschule f√ľr Vorschulkinder. Die Analphabetenrate wird auf 50¬†% gesch√§tzt.

Gesundheit

Sozialf√ľrsorge und Gesundheitswesen weisen erhebliche L√ľcken auf. Unterern√§hrung ist einer der Gr√ľnde f√ľr die hohe S√§uglingssterblichkeit (2004: 5,2¬†%). Malaria ist weit verbreitet. 2004 kamen im Land 15 √Ąrzte auf 100.000 Personen. Die S√§uglingssterblichkeitsrate lag 2019 bei 52 pro 1000 Lebendgeborenen, die Kindersterblichkeitrate bei 68 pro 1000. Die Lebenserwartung betrug 2019 etwa 64,3 Jahre.

Geschichte

Urgeschichte

Es ist nicht genau bekannt, wann und woher die fr√ľhesten Einwohner des Archipels kamen; Arch√§ologen haben auf Anjouan Spuren einer Siedlung aus dem 6. Jahrhundert gefunden. Es wird vermutet, dass austronesische Einwanderer, die im 1. Jahrtausend n. Chr. auf dem Seeweg aus Indonesien kamen und auf Madagaskar landeten, auch auf den Komoren siedelten. Daneben kamen Bantu aus Ostafrika (vor allem Mosambik).

Islamisierung

Araber und Perser besuchten die Inseln ebenfalls; ab dem 15. Jahrhundert lie√üen sie sich vermehrt auf den vier Hauptinseln nieder, f√ľhrten den Islam ein, gr√ľndeten Sultanate vorwiegend in der K√ľstengegend und dr√§ngten die alte Bev√∂lkerung in das Innere der Inseln ab. Im 16. Jahrhundert waren die Komoren ein regionales Handelszentrum, das Reis, Gew√ľrze, Ambra und Sklaven in ostafrikanische und nah√∂stliche Hafenst√§dte exportierte.

Dominanz arabischer Sultanate

Die ersten europ√§ischen Besucher waren Portugiesen, die 1505 auf Grande Comore landeten. 1527 erscheinen die Komoren erstmals auf einer portugiesischen Karte. Die Europ√§er vermochten jedoch lange keinen pr√§genden Einfluss auszu√ľben. Die von Portugiesen, Niederl√§ndern und Franzosen im 16. Jahrhundert gegr√ľndeten Niederlassungen wurden schon bald wieder aufgel√∂st. Bis Mitte des 19. Jahrhunderts blieb der arabisch-islamische Einfluss dominierend. Die Shirazi-Sultane eigneten sich gr√∂√üere L√§ndereien an, die sie von einheimischen Arbeitskr√§ften, h√§ufig aber auch von aus Ostafrika importierten Sklaven bewirtschaften lie√üen. 1865 waren sch√§tzungsweise 40¬†% der Bev√∂lkerung Sklaven. Ab dem sp√§ten 18. Jahrhundert f√ľhrten die Sakalava aus Madagaskar Sklavenjagden auf den Komoren durch und entv√∂lkerten Mayotte nahezu; diese √úberf√§lle endeten, nachdem die Merina die K√∂nigreiche der Sakalava erobert hatten. Danach lie√üen sich Gruppen von Sakalava und Betsimisaraka auf Mayotte und Moh√©li nieder.

Französisches Schutzgebiet (ab 1841), dann Überseegebiet (ab 1946)

In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts begann die Rivalität zwischen Frankreich und Großbritannien um die Inseln im westlichen Indischen Ozean. Im Raum der Komoren setzte sich Frankreich durch, das 1841 Mayotte in seinen Besitz nahm; 1886 kamen auch die restlichen drei Inseln unter französisches Protektorat. 1912 dankte der letzte Sultan ab, und die Komoren kamen unter eine Kolonialverwaltung mit Hauptort Dzaoudzi auf Mayotte. Unter der Kolonialherrschaft wurde die Sklaverei abgeschafft; die Wirtschaft wurde auf den Anbau von Vanille, Ylang-Ylang und weiteren Produkten ausgerichtet, wobei die Gewinne daraus kaum auf den Komoren reinvestiert wurden.

W√§hrend des Zweiten Weltkriegs wurden die Inseln, die sich f√ľr die Vichy-Regierung von Marschall Philippe P√©tain erkl√§rt hatten, vor√ľbergehend von britischen Truppen besetzt. 1946 erhielten die nun nicht mehr von Madagaskar aus verwalteten Komoren den Status eines franz√∂sischen √úberseegebiets mit administrativer Autonomie. Entsprechend der Loi Lamine Gu√®ye von 1946 hatten alle B√ľrgerinnen und B√ľrger bei Wahlen zum franz√∂sischen Parlament und auch bei lokalen Wahlen ein Wahlrecht. Damit war ein beschr√§nktes Frauenwahlrecht eingef√ľhrt. Das passive Wahlrecht wurde in dem Gesetz nicht ausdr√ľcklich erw√§hnt, war aber auch nicht ausgeschlossen. Es herrschte ein Zweiklassenwahlrecht, das die franz√∂sischst√§mmigen B√ľrgerinnen und B√ľrger bevorzugte.

Am 23. Juni 1956 wurde die loi-cadre Defferre eingef√ľhrt. Damit garantierte Frankreich das Wahlrecht und den √úbergang zu voller innerer Autonomie, die allerdings erst im Januar 1968 schlie√ülich endg√ľltig gew√§hrt wurde. In einem Referendum 1958 entschieden sich die Abstimmenden mit klarer Mehrheit f√ľr den Verbleib bei Frankreich. Die zwei etablierten politischen Parteien in den 1960er Jahren ‚Äď der von Sa√Įd Mohamed Cheikh gef√ľhrte Parti Vert und der Parti Blanc unter Prinz Sa√Įd Ibrahim Ben Ali ‚Äď waren beide pro-franz√∂sisch, konservativ und von den Nachkommen der Sultane dominiert.

Die Unabh√§ngigkeitsbewegung Mouvement de la Lib√©ration Nationale des Comores (Molinaco) wurde 1962 von Komorern in Tansania gegr√ľndet und begann ab 1967, ihren Einfluss auf die Komoren selbst auszuweiten. Das verbreitete Gef√ľhl, von Frankreich vernachl√§ssigt zu werden, verbunden mit der Unabh√§ngigkeit des nahegelegenen Tanganjika und Sansibar und beginnenden Unabh√§ngigkeitsbestrebungen in Mosambik, vergr√∂√üerte vor allem unter j√ľngeren Komorern die Zustimmung f√ľr die Unabh√§ngigkeit. Unter der seit 1972 amtierenden Regierung unter Ahmed Abdallah wurde 1974 ein erneutes Referendum √ľber die Unabh√§ngigkeit abgehalten, bei dem sich etwa 95¬†% f√ľr die Unabh√§ngigkeit aussprachen, auf Mayotte jedoch etwa 63¬†% f√ľr den Verbleib bei Frankreich votierten.

Unabhängigkeit (seit 1975)

Am 6. Juli 1975 wurde einseitig die Unabhängigkeit der Komoren erklärt. Das allgemeine Wahlrecht wurde bestätigt.

Der erste Pr√§sident Ahmed Abdallah wurde am 3. August 1975 bei einem Putsch gest√ľrzt und 1978 bei einem weiteren Putsch gegen seinen Nachfolger Ali Soilih wieder eingesetzt, bei einem dritten Putsch 1989 wurde er ermordet. Alle drei Putsche wurden ma√ügeblich vom franz√∂sischen S√∂ldner Bob Denard unterst√ľtzt, der die Wirtschaft der Komoren unter seine Kontrolle brachte und damals als inoffizieller K√∂nig des Inselstaats galt. Zun√§chst setzte er franz√∂sische Interessen durch, sp√§ter stellte er sich auch gegen Frankreich. Nach einem vierten Putsch 1995 wurde er von einem franz√∂sischen Expeditionskorps, das die Regierung wieder einsetzte, festgenommen und nach Frankreich gebracht.

Nach dem Putsch 1989 wurde Said Mohamed Djohar, zuvor Präsident des Obersten Gerichtshofs, automatisch Präsident des Landes. Trotz Anschuldigungen gegen ihn, die Ermordung seines Vorgängers betrieben zu haben, gelang es ihm, sich in Wahlen 1990 knapp durchzusetzen, womit er der erste demokratisch gewählte Präsident seines Landes wurde.

Auf den Komoren gab es von 1975 bis 2008 insgesamt 20 verschiedene bewaffnete Putsche und Sezessionsbestrebungen.

Politik

Festnahmen von Journalisten sind selten. Jedoch gehören Geldverschwendung, Korruption sowie Kritik an der Armee zu den verbotenen Themen.

Politisches System

Gemäß der Verfassung von 2001 sind die Komoren eine Bundesrepublik. Staats- und Regierungschef ist der direkt gewählte Präsident. Seit dem Verfassungsreferendum 2009 ist der Islam Staatsreligion.

Die Verfassung von 2001 sah das Rotationsprinzip vor. Das Pr√§sidentenamt rotierte im Vier-Jahres-Rhythmus zwischen Bewohnern der drei Hauptinseln Grande Comore (Njazidja), Anjouan (Nzwani) und Moh√©li (Mwali), wobei jeweils ausschlie√ülich die Bev√∂lkerung einer einzelnen Insel abstimmen durfte. 2002 war dies Grande Comore. Bei den Pr√§sidentschaftswahlen 2006, als nur Kandidaten der Insel Anjouan antreten durften, setzte sich der gem√§√üigte Islamist Ahmed Abdallah Mohamed Sambi mit 58¬†% der Stimmen gegen den vom bisherigen Pr√§sidenten unterst√ľtzten Ibrahim Halidi (28¬†%) durch. Der sunnitische Unternehmer Sambi, auf den Komoren wegen seiner theologischen Studien in Iran auch ‚ÄěAjatollah‚Äú genannt, bestritt nach seiner Wahl vehement, die Komoren in einen islamischen Staat verwandeln zu wollen. Die Pr√§sidentenwahl 2016 gewann der ehemalige Putschist Azali Assoumani.

Bei einem Verfassungsreferendum am 31. Juli 2018 wurde die Rotation des Pr√§sidentenamtes im Vier-Jahres-Rhythmus abgeschafft. Unabh√§ngig von der Herkunft kann ein Pr√§sident jetzt zwei f√ľnfj√§hrige Amtszeiten lang regieren. Es stimmten nach Angaben der Wahlkommission 92,74 Prozent mit Ja, bei einer Wahlbeteiligung von 63,9 Prozent. Die Opposition hatte zum Wahlboykott aufgerufen, weil sie bef√ľrchtete, dass die Verfassungs√§nderung die Macht von Pr√§sident Azali Assoumani festigen und verl√§ngern soll. 2019 wurde der Pr√§sident mit 60,8¬†% der abgegebenen Stimmen im ersten Wahlgang wiedergew√§hlt. Die Opposition und internationale Wahlbeobachter kritisierten Unregelm√§√üigkeiten und Intransparenz.

Die Legislative liegt bei der Unionsversammlung mit 33 Mitgliedern, von denen 24 alle f√ľnf Jahre gew√§hlt werden, w√§hrend die √ľbrigen 9 Sitze Abgeordneten der regionalen Parlamente vorbehalten sind. Seit 1990 gibt es ein Mehrparteiensystem. Aus den Wahlen 2004 ging das Camp of the Autonomous Islands (CdIA) mit 12 Sitzen vor der Convention for the Renewal of the Comoros (CRC) mit 6 Sitzen als Sieger hervor. 2009 gewann die CdIA die Wahlen erneut. Bei den Wahlen 2015 wurde die Union for the Development of Comoros (UPDC) mit 11 Sitzen st√§rkste Kraft, gefolgt von den der Partei Juwa mit 10 und der Democratic Rally of the Comoros (RDC) mit vier Sitzen. 2020 errang die CRC 20 der 24 durch Direktwahl bestimmte Mandate, jeweils zwei Sitze gingen an die Parti orange und Unabh√§ngige. Die ehemals st√§rksten Parteien CdIA und UPDC zogen nicht mehr ins Parlament ein.

Höchste juristische Instanz ist der Oberste Gerichtshof, der zu gleichen Teilen von allen Inseln beschickt wird.

Außenpolitik

Die Komoren sind Mitglied der Vereinten Nationen, der Afrikanischen Union, der Arabischen Liga, der Organisation f√ľr Islamische Zusammenarbeit sowie der Gemeinschaft der Sahel-Sahara-Staaten (CEN-SAD).

Militär

Das Land verf√ľgt mit der Arm√©e nationale de d√©veloppement √ľber eine 800 Soldaten starke Armee mit polizei√§hnlichem Charakter. Das Land wird milit√§risch von Frankreich unterst√ľtzt, das auf Mayotte kleine Marine- und Fremdenlegionsverb√§nde stationiert hat. S√ľdafrika gew√§hrt Milit√§rhilfen.

Verwaltungsgliederung

Die föderale Republik der Komoren gliedert sich seit der Verwaltungsreform vom 28. Juli 2011 in drei bereits existierende autonome Inseln mit 16 Präfekturen (préfectures). In den Präfekturen gibt es 54 Gemeinden (communes), die aus mehreren Dörfern und Städten oder einer Stadt bestehen.

Autonome Inseln

Die folgende Tabelle enthält die drei autonomen Inseln:

Präfekturen

Auf allen drei autonomen Inseln gibt es insgesamt 16 Präfekturen.

Wirtschaft und Infrastruktur

Der wirtschaftlich wenig entwickelte Inselstaat ist in hohem Ma√üe auf ausl√§ndische Unterst√ľtzung angewiesen. Die wichtigste Quelle zur Finanzierung des Staatshaushalts sind Budgethilfen aus Frankreich. Die Komoren z√§hlen zu den von den Vereinten Nationen festgelegten Am wenigsten entwickelten L√§ndern der Welt.

Wirtschaftssektoren

Die Landwirtschaft einschlie√ülich des Fischfangs, der Jagd und der Forstwirtschaft bildete 2001 f√ľr 73¬†% der Bev√∂lkerung die Existenzgrundlage und stellte 2004 mit 41¬†% den gr√∂√üten Anteil am BIP. Kleine Selbstversorgungsbetriebe bauen haupts√§chlich Maniok, Mais, Yams, S√ľ√ükartoffeln, Bananen und Reis an. Auf Plantagen, die sich meist im Eigentum franz√∂sischer Gesellschafter befinden, wachsen Vanille, Gew√ľrznelken, Pfeffer, Kakao, Sisal und Kokospalmen. √úberdies sind die Komoren ein bedeutender Produzent von Ylang-Ylang-√Ėl.

Hauptenergietr√§ger f√ľr die Bev√∂lkerung sind Brennholz und landwirtschaftliche Abf√§lle. Die kommerzielle Energieerzeugung basiert vor allem auf importiertem Erd√∂l. Die Industrie ist kaum entwickelt; kleine Betriebe versorgen den Binnenmarkt, einige verarbeiten Agrarprodukte f√ľr den Export. Hauptausfuhrg√ľter waren 2003 Vanille (78¬†%), Nelken (13¬†%) und Ylang-Ylang (6¬†%), von denen 2000 39¬†% nach Frankreich, 20¬†% in die Vereinigten Staaten und 7¬†% nach Deutschland gingen. Importiert wurden zu 20¬†% Erd√∂lprodukte, zu 18¬†% Nahrungsmittel, zu 13¬†% Fahrzeuge und zu 5¬†% Zement, und zwar zu 37¬†% aus Frankreich, zu 14¬†% aus Pakistan, zu 11¬†% aus Kenia und zu 9¬†% aus S√ľdafrika.

Das gesamte Stra√üennetz umfasst rund 900¬†km, davon sind etwa 500¬†km befestigt. Grande Comore und Anjouan besitzen ringf√∂rmige K√ľstenstra√üen. Es bestehen Schiffs- und Flugverbindungen zwischen den Inseln. Der wichtigste Hafen ist Mutsamudu auf Anjouan. Auf Grande Comore gibt es einen internationalen Flughafen. Der bislang unbedeutende Tourismus wird mit franz√∂sischer und s√ľdafrikanischer Unterst√ľtzung gef√∂rdert. Die meisten G√§ste kommen aus Frankreich. Das Bildungsniveau ist gering und beg√ľnstigt so die Subsistenzwirtschaft, eine hohe Arbeitslosigkeit von etwa 20¬†% in (1996) ist die Folge.

Staatshaushalt

Der Staatshaushalt umfasste im Jahr 2016 Ausgaben von umgerechnet 186 Millionen US-Dollar bei Einnahmen von umgerechnet 165 Millionen US-Dollar. Daraus ergibt sich ein Haushaltsdefizit in Höhe von 3,3 % des BIP.

Sport

Die beliebteste Sportart auf den Komoren ist Fußball. Der Verband wurde am 12. September 2005 zusammen mit Osttimor in die FIFA aufgenommen. 1979 trug die Nationalmannschaft ihr erstes Freundschaftsspiel aus, das mit 1:6 gegen Réunion verloren ging. Das erste offizielle Spiel nach der Aufnahme in die FIFA war eine Partie im Jahr 2006 gegen Jemen, die mit 0:2 verloren wurde. Der erste Sieg (1:0) gelang 1990 in einem erneuten Spiel gegen Réunion.

Siehe auch

Literatur

  • Christina Westenberger: Komoren. Reise-Handbuch. 2., √ľberarbeitete Auflage. Stein, Kronshagen 1998, ISBN 3-89392-221-0 (Erstausgabe: 1995).¬†
  • Katrin Schrickel: Komoren. In: Wolfgang Gieler (Hrsg.): Handbuch der Ausl√§nder- und Zuwanderungspolitik. Lit, Hamburg 2003, ISBN 3-8258-6444-8.¬†
  • Franz Stadelmann, Ellen Spinnler: Reise durch die Komoren und Mayotte. Verlagshaus W√ľrzburg, W√ľrzburg 2018, ISBN 978-3-8003-4294-5 (Bild- und Text-Reisebuch).¬†

Alte Beschreibungen

  • F. A. Ukert (Bearb.): Vollst√§ndige und neueste Erdbeschreibung der S√ľdh√§lfte von Afrika¬†: mit einer Einleitung zur Statistik der L√§nder. (= Vollst√§ndiges Handbuch der neuesten Erdbeschreibung. Band 22). Verlag des Geographischen Instituts, Weimar 1826, S. 783ff. (books.google.de)

Weblinks

Quellen

  • Countrystudies.us: Comoros
  • CIA World Factbook: Komoren (englisch)

Einzelnachweise



Quelle: Wikipedia

 

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Flagge: Comoros

Name englisch: Comoros
Hauptstadt: Moroni
Kfz: COM
ISO: KM
ISO3: COM
Fläche: 2170 km²
Tld: .km
Wärung Einheit: KMF
Währung: Franc
Vorwahl: 269

Ausdehnung / Grenzen (nach WGS 84 dezimal):
nördlichster Punkt: -11.3646394
südlichster Punkt: -12.4138212
westlichster Punkt: 43.2194215
östlichster Punkt: 44.5405698


 
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