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Staat Informationen : Lesotho

Informationen:


Das K√∂nigreich Lesotho (Sesotho [l…™‚Äôs äňźt į ä]), 1868 bis 1966 Basutoland, ist ein Binnenstaat im s√ľdlichen Afrika. Lesotho ist vollst√§ndig von der Republik S√ľdafrika umschlossen. Die Hauptstadt ist Maseru. Die Staatsform ist eine parlamentarische Monarchie. Seit 1966 geh√∂rt das Land nicht mehr zum Vereinigten K√∂nigreich, ist mit ihm aber weiterhin durch das Commonwealth verbunden. Der Unabh√§ngigkeitstag ist j√§hrlich ein Nationalfeiertag.

Lesotho bedeutet ‚ÄěLand der Sotho-sprechenden Menschen‚Äú, wobei hier Sesotho gemeint ist. Aufgrund seiner besonderen H√∂henlage wird das Land auch The Kingdom in the Sky (‚ÄěDas K√∂nigreich im Himmel‚Äú) genannt.

Geographie

Das K√∂nigreich Lesotho liegt zwischen 29 und 30 Grad s√ľdlicher Breite sowie zwischen 28 und 30 Grad √∂stlicher L√§nge. Das Land geh√∂rt zu den kleineren L√§ndern Afrikas (Platz 42 von 54) und hat mit 30.355¬†km¬≤ etwa die Gr√∂√üe Belgiens. Es wird vollst√§ndig von einem anderen Staat (S√ľdafrika) umgeben, was ansonsten nur bei San Marino und der Vatikanstadt der Fall ist. Mit seinem einzigen Nachbarland teilt es sich etwa 1106¬†Kilometer Grenze. Es grenzt im Westen und Norden an die s√ľdafrikanische Provinz Freistaat, im Osten an KwaZulu-Natal und im S√ľden an die Provinz Ostkap.

Der westliche Teil Lesothos liegt auf einem Hochplateau, dem sogenannten Highveld (wegen seiner relativen Lage innerhalb des Landes Lowlands genannt). Es ist das Hauptsiedlungsgebiet des Landes und besteht gr√∂√ütenteils aus Sandstein. Die Lowlands liegen etwa 1400 bis 1700 Meter √ľber dem Meeresspiegel. Die Landschaft ist von Tafelbergen und Flusst√§lern gepr√§gt. Dort liegt auch die Hauptstadt Maseru.

Die √∂stlichen Hochfl√§chen und Berge (Highlands) liegen hingegen teilweise √ľber 2000¬†Meter hoch und bestehen aus Basalt, der durch vulkanische Eruptionen vor etwa 170 bis 150 Millionen Jahren entstand. Die Highlands sind durch tiefe Flusst√§ler und zahlreiche Berge und Bergketten gekennzeichnet. Nahezu sichelf√∂rmig, beginnend im S√ľdwesten und endend im Norden, wird das Land von den Drakensbergen (in Lesotho Maloti genannt) durchzogen. Der h√∂chste Berg des Landes und des gesamten s√ľdlichen Afrikas ist der Thabana Ntlenyana mit 3482 Metern.

Der tiefste Punkt des Landes liegt am Zusammenfluss des Oranje (in Lesotho Senqu genannt) und des Makhaleng auf etwa 1390 Metern √ľber dem Meeresspiegel. Die H√∂henlage Lesothos ist eine einmalige geographische Gegebenheit: Als einziges unabh√§ngiges Land der Erde liegt das gesamte Staatsgebiet √ľber 1000¬†Meter, wobei zus√§tzlich etwa 80¬†% der Fl√§che √ľber 1800 Metern liegen.

In Lesotho entspringen die beiden bedeutenden s√ľdafrikanischen Fl√ľsse Oranje und Caledon. Sie haben wie andere Fl√ľsse Lesothos tiefe Canyons gebildet. An den Abbruchkanten des Basaltgesteins, aus denen die Drakensberge gebildet sind, findet man zahlreiche Wasserf√§lle, von denen der Maletsunyane-Wasserfall bei Semonkong mit etwa 192¬†Metern der h√∂chste ununterbrochene Wasserfall im s√ľdlichen Afrika ist. Der Boden der Plateaus am √úbergang zum Highveld im Westen besteht aus weichem Sandstein. Deshalb und auch wegen √úberbesiedelung und √úberforderung der B√∂den ‚Äď nur etwa elf Prozent der Landesfl√§che sind landwirtschaftlich nutzbar ‚Äď leiden diese hier besonders stark unter Bodenerosion.

Die nat√ľrlichen Ressourcen des Landes sind Wasser sowie in geringen Ma√üen auch Diamanten und sonstige Mineralien. Die reichen Wasserreservoirs mit einem gesch√§tzten t√§glichen Abfluss von 7.280 Millionen Litern sind Ausgangspunkt f√ľr gro√üangelegte Projekte zur Energie- und Wasserversorgung. Im Rahmen des Lesotho Highlands Water Project wurde mit dem Bau von mehreren Talsperren begonnen, von denen die Katse-Talsperre die gr√∂√üte ist.

Klima und Vegetation

Durch die Lage auf der S√ľdhalbkugel sind die Jahreszeiten in Lesotho denen auf der Nordhalbkugel entgegengesetzt. Das Klima ist durch die hohe Lage des gesamten Landes gem√§√üigt warm. Im Winter, zwischen Juni und August, wird es oft sehr kalt, und in den H√∂henlagen im Osten kann Schnee fallen. Tags√ľber ist es aber auch im Winter sonnig, w√§hrend des gesamten Jahres hat das Land im Schnitt etwa 300 Sonnentage. In den Sommermonaten zwischen November und M√§rz ist es in Lesotho √ľberwiegend hei√ü. An etwa 100 Tagen im Jahr, √ľberwiegend im Sommer, gibt es Gewitter. Durch die H√∂henlage k√∂nnen die Temperaturen w√§hrend des Tages sehr stark schwanken (zwischen ‚ąí15¬†¬įC nachts im Winter und bis √ľber 30¬†¬įC w√§hrend des Tages im Sommer). Die durchschnittliche Jahrestemperatur in der Hauptstadt Maseru betr√§gt 15¬†¬įC. In den Hochgebirgslagen der Drakensberge ist ganzj√§hrig Schneefall m√∂glich. Etwa 85¬†% der j√§hrlichen Niederschl√§ge ‚Äď im Landesdurchschnitt etwa 600 bis 800¬†mm ‚Äď fallen w√§hrend des Sommers, weshalb die Landschaft in den trockenen Wintermonaten meist ausged√∂rrt ist.

Flora und Fauna

Im gesamten Land gibt es nur wenige B√§ume. Diese beschr√§nken sich haupts√§chlich auf Lagen in gesch√ľtzten T√§lern oder Anpflanzungen. Am h√§ufigsten anzutreffende Baumarten sind Eukalyptusb√§ume, Akazien und in den D√∂rfern Pfirsichb√§ume. In den H√∂henlagen des Landes kommen in den Flusst√§lern Weiden vor. Ferner fallen viele Aloearten auf. Die Spiralaloe (Aloe polyphylla, Sesotho: lekhala) ist in Lesotho endemisch. Typisch ist auch der Bergkohlbaum (Cussonia paniculata), der bis zu drei Meter hoch werden kann. Die Wildformen der Cosmea, Zinnie und Tagetes sind recht h√§ufig. Einige Pflanzenarten, wie die beiden letztgenannten, sind von Mittel- und S√ľdamerika ins Land gebracht worden.

Die Fauna ist durch kleinere Tiere gepr√§gt. Gr√∂√ütes wild lebendes S√§ugetier ist die Rehantilope (Pelea capreolus, Sesotho: letsa), die knapp Rehgr√∂√üe hat. Auff√§llig sind V√∂gel wie Storch, Ibis, Reiher und Geier, darunter der seltene Bartgeier. Ein Wei√üstorch, der in Rossitten in Ostpreu√üen beringt worden war, wurde in den 1920er Jahren im heutigen Lesotho gefunden. Zu den kleineren V√∂geln geh√∂ren Weberv√∂gel und der Nektar saugende Malachit-Nektarvogel. Reptilien, darunter einige Schlangenarten, Amphibien und wenige Fische finden sich ebenfalls, sowie zahlreiche Insekten und andere kleine Tiere, √§hnlich wie in den benachbarten L√§ndern. An Haustieren werden vor allem Rinder gehalten, aber auch Pferde, Schafe, Ziegen, Esel, H√ľhner, Hunde und Katzen.

Um 1830 fand man noch Flusspferde, Zebras, Gnus, Strau√üe und vereinzelt L√∂wen im heutigen Lesotho. Der 65¬†km¬≤ gro√üe Sehlabathebe-Nationalpark im S√ľdosten des Landes besteht seit 1969. Der TŇ°ehlanyane National Park im Distrikt Butha-Buthe ist ein weiteres Schutzgebiet in Lesotho, ist aber nicht offiziell als Nationalpark anerkannt.

Geologie

Die Oberfl√§che wird durch die Drakensberge dominiert. Sie sind eine m√§chtige Erhebung von √ľberwiegend basaltischen Gesteinen, die vor etwa 180 Millionen Jahren durch einen auf der S√ľdhalbkugel weit verbreiteten Vulkanismus entstanden. Dabei durchbrachen die vulkanischen Kr√§fte die vorhandene Sedimentdecke des Karoo-Hauptbeckens und erzeugten im Randbereich dieser Zone weitere Anhebungen. Die flacheren Gebiete, vor allem in den westlichen Landesteilen, bestehen √ľberwiegend aus Sandsteinen, die an mehreren Stellen f√ľr den regionalen und s√ľdafrikanischen Bedarf gewonnen werden.

Bevölkerung

Lesotho ist einer der wenigen afrikanischen Nationalstaaten, die ein homogenes Staatsvolk mit einer gemeinsamen Kultur, Identit√§t und Tradition besitzen. Die √ľber zwei Millionen Einwohner des Landes sind ethnisch nahezu vollst√§ndig (etwa 99¬†%) dem s√ľdlichen Bantuvolk der Basotho zuzurechnen, das unter morena Moshoeshoe I. aus vielen Einzelst√§mmen vereinigt wurde. Kleine Minderheiten im Land sind Gruppen von Zulu, Xhosa, Europ√§ern und Asiaten.

Aufgrund der geographischen Gegebenheiten ist die Bev√∂lkerung innerhalb des Landes sehr ungleich verteilt. Etwa 70¬†% leben in den tieferen westlichen Landesteilen. Hier finden sich auch die fruchtbareren Gebiete des Landes. Der gr√∂√üte Ballungsraum ist die Hauptstadt Maseru und deren Umland. Die Arbeitslosigkeit im Land betr√§gt etwa 45¬†% (Stand 2002) und ist damit eine der h√∂chsten weltweit. Diese Quote stieg in der Zeit seit dem Ende der Apartheid in S√ľdafrika stark an, da viele Basotho, die als Wanderarbeiter haupts√§chlich in den Bergwerken S√ľdafrikas besch√§ftigt waren, nach deren Schlie√üung wieder zur√ľck ins Land kamen. Derzeit arbeiten noch 35¬†% der m√§nnlichen arbeitsf√§higen Einwohner Lesothos im Nachbarland S√ľdafrika (Stand 2011). Der Rest ist nahezu vollst√§ndig von der Landwirtschaft abh√§ngig. 2016 bewarben sich √ľber 100.000 lesothische Staatsb√ľrger f√ľr eine offizielle Aufenthaltserlaubnis in S√ľdafrika.

Im Jahr 2019 betrug der Bev√∂lkerungsanteil der √ľber 64-j√§hrigen Bewohner etwa 5¬†%, wohingegen etwa 33¬†% der Gesamtbev√∂lkerung unter 15 Jahren waren. Die durchschnittliche Anzahl der Kinder je Frau betrug 3,2 und die S√§uglingssterblichkeit lag bei 53 je 1000 Geburten. Die M√ľttersterblichkeit lag 2016 bei 4,87 je 1000 Geburten.

Sprachen und Religionen

Offizielle Amtssprachen des Landes sind Sesotho (S√ľdliches Sotho) und Englisch. Englisch als Amtssprache ist haupts√§chlich durch die Zeit als britische Kronkolonie bedingt, Muttersprache von 99¬†% der Bev√∂lkerung jedoch ist Sesotho. Andere Sprachen des Landes, die allerdings von sehr kleinen Bev√∂lkerungsgruppen gesprochen werden, sind isiZulu, Sephuthi und isiXhosa.

Etwa 90 % der Gesamtbevölkerung sind Christen. Rund die Hälfte der Christen sind Angehörige der römisch-katholischen Kirche, 40 % sind Protestanten (vor allem Anhänger der Lesotho Evangelical Church in Southern Africa und Anglikaner) und 10 % Anhänger weiterer, lokaler Konfessionen. Außerdem gibt es Angehörige traditioneller Religionen (rund zehn Prozent der Gesamtbevölkerung) sowie einige Muslime und Hindus.

Gesundheitswesen

AIDS ist in Lesotho, wie auch in allen anderen Staaten des s√ľdlichen Afrikas, das gr√∂√üte demographische Problem. Im Jahr 2017 waren gesch√§tzt rund 24¬†% der 15‚Äď49-J√§hrigen mit dem HI-Virus infiziert. Dies ist nach Eswatini und vor Botswana die zweith√∂chste Rate weltweit. Die absolute Zahl der Erkrankten betrug im Jahr 2017 etwa 320.000 Menschen. Bedingt durch die enorme Ausbreitung von Aids hat sich das Bev√∂lkerungswachstum in den vergangenen Jahren verlangsamt und liegt im Jahr 2012 gesch√§tzt bei 0,33¬†%. Die durchschnittliche Lebenserwartung betr√§gt etwa 53 Jahre. Frauen haben in Lesotho nur eine unwesentlich h√∂here Lebenserwartung als M√§nner, da im s√ľdlichen Afrika mehr Frauen als M√§nner mit dem HI-Virus infiziert sind.

Die Gr√ľnde f√ľr die gro√üe Zahl der Erkrankten liegen unter anderem bei der mangelnden Aufkl√§rungspolitik der Regierung. Erst nachdem sich die Krankheit √ľber Jahre hinweg nahezu ungehindert verbreiten konnte, starteten die Regierung und die K√∂nigin im Jahr 1999 ein landesweites Programm zur Aufkl√§rung und Bek√§mpfung von Aids sowie zur Unterst√ľtzung Infizierter. Seit 2005/2006 wird in verschiedenen staatlichen und privaten Krankenh√§usern eine antiretrovirale Therapie (ART) f√ľr Aids-Kranke angeboten. Diese Programme leiden jedoch unter dem zunehmenden Personalmangel im Gesundheitswesen, da ein gro√üer Teil des medizinischen Personals ins Ausland ‚Äď vor allem nach S√ľdafrika und in das Vereinigte K√∂nigreich ‚Äď abwandert. Die Anzahl der Neuinfizierten ist von rund 30.000 im Jahr 2005 auf etwa 15.000 im Jahr 2017 gesunken.

Neben Aids ist die Tuberkulose in Lesotho sehr weit verbreitet. Über 70 Prozent der Aids-Kranken leiden aufgrund ihres geschwächten Immunsystems auch an dieser Krankheit.

Bildung

Die Analphabetenquote lag 2015 bei 20¬†%. 88,3¬†% der Frauen und 70,1¬†% der M√§nner ab 15 Jahren konnten damals lesen und schreiben. Die Staatsausgaben f√ľr das Bildungswesen lagen 2008 bei 13¬†% des Staatshaushaltes, womit Lesotho den ersten Rang unter allen Staaten belegte. Zahlreiche Schulen werden von kirchlichen Institutionen gef√ľhrt. Der Besuch der Grundschule ist obligatorisch und seit 2000 kostenlos. Es besuchen aber nur 89¬†% der M√§dchen und 83¬†% der Jungen die Grundschule (primary school). 27¬†% bzw. 18¬†% von ihnen besuchen nach der 7. Klasse eine weiterf√ľhrende Schule (secondary school bzw. high school, falls die Schule bis zur 12. Klasse f√ľhrt). Im Sekundarbereich kamen 2014 auf 100 Jungen 157 M√§dchen. Die Sch√ľler der Grundschule sind in der Regel von 6 bis 13 Jahre alt, die Sekundarsch√ľler bis 18 Jahre. Der Besuch der Sekundarschule ist kostenpflichtig und kann die Familienkasse deutlich belasten. Dazu kommen Kosten f√ľr die obligatorische Schuluniform und Lehrb√ľcher. Am Ende der 12. Klasse wird eine Abschlusspr√ľfung durchgef√ľhrt, die jedoch nur von wenigen Sch√ľlern erreicht bzw. bestanden wird. Erfolgreiche Sch√ľler erwerben seit 2014 das Lesotho General Certificate of Secondary Education, das bei guten Noten zum Hochschulbesuch berechtigt und das von Cambridge aus gesteuerte Cambridge Overseas School Certificate abl√∂ste. Lesotho hat eine Universit√§t, die National University of Lesotho in Roma, das etwa 35 Kilometer von Maseru entfernt liegt. Die Universit√§t hat acht Fakult√§ten und rund 7000 Studenten. Sie wurde 1945 als Pius XII College von der katholischen Kirche gegr√ľndet, sp√§ter aber vom Staat √ľbernommen. Dar√ľber hinaus gibt es in Lesotho mehrere Institute zur beruflichen Bildung.

Neben dem formalen Schulsystem britischer Pr√§gung gibt es ein Europ√§ern wenig bekanntes System von ‚ÄěBuschschulen‚Äú, die zum Beispiel in den Ferien an versteckten Orten stattfinden. Dort werden lebenspraktische F√§higkeiten vermittelt, die in der afrikanischen Tradition stehen.

Geschichte

Fr√ľhgeschichte

Das Bergland von Lesotho wurde etwa 25.000 v. Chr. von den San, einem J√§ger- und Sammlervolk, besiedelt. Von den zahlreichen H√∂hlen- und Felsmalereien, die diese V√∂lker im s√ľdlichen Afrika hinterlassen haben, sind etwa 5000 in Lesotho zu finden, beispielsweise bei Ha Baroana etwa 50¬†Kilometer √∂stlich von Maseru. W√§hrend der Wanderung der Bantu-St√§mme, die etwa im 4. bis 5. Jahrhundert begann, gelangten die Nguni-V√∂lker in das s√ľdliche Afrika und lie√üen sich als Bauern und Hirten nieder. W√§hrend der n√§chsten Jahrhunderte wurde das Gebiet des heutigen Lesotho von Norden kommend von den Bantu besiedelt. Die bis dahin dort ans√§ssigen San wurden von den Basotho- und verwandten Tswana-Gruppen etwa ab dem 11. Jahrhundert immer weiter verdr√§ngt und sind heute in diesen Regionen S√ľdafrikas und Lesothos gar nicht mehr beheimatet. Ab dem 14. Jahrhundert umfasste das Siedlungsgebiet der Basotho gro√üe Teile der heutigen s√ľdafrikanischen Provinz Freistaat und den Westteil des heutigen Lesotho, wobei der Siedlungsschwerpunkt an den fruchtbaren Ufern des Caledon lag. Die Bantu lebten dort in kleinen Gemeinschaften haupts√§chlich von Ackerbau und Viehzucht, wobei das knappe nutzbare Land immer wieder zu Unruhen unter benachbarten St√§mmen f√ľhrte.

Herrschaft des Königs Moshoeshoe I.

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts vergr√∂√üerte der Zulu-K√∂nig Shaka sein Reich immer weiter. Das Gebiet, auf dem die St√§mme der Basotho lebten, sollte als N√§chstes folgen. Dies war die d√ľstere Zeit der Lifaqane (deutsch etwa: die Notzeiten), in der r√§uberische Horden die Bev√∂lkerung terrorisierten. Es herrschte eine Hungersnot, die so schwer war, dass es zu Kannibalismus kam.

In heftigen Auseinandersetzungen gelang es den Basotho, vereinigt und gef√ľhrt vom 1820 zum morena ernannten Moshoeshoe I., sich gegen den Ansturm der Zulu zu wehren und ihr Land zu sichern. Moshoeshoe lie√ü Festungen in Butha-Buthe und Thaba Bosiu errichten, wo er vielen Fl√ľchtlingen Schutz bot. Durch geschickte Verhandlungen sicherte er sich die Gunst und das Vertrauen benachbarter St√§mme und erweiterte so sein Einflussgebiet. Er wird daher oft als Moshoeshoe der Gro√üe bezeichnet und gilt als Gr√ľnder der Basotho-Nation. In der Au√üenpolitik wurde er vom franz√∂sischen Missionar Eug√®ne Casalis unterst√ľtzt.

Ab dem Jahr 1830 drangen die Buren auf der Suche nach Land f√ľr neue Siedlungen vor und √ľberquerten erstmals den Vaal. Als immer mehr Voortrekker als Folge der Spannungen zwischen Buren und Briten am Kap im sogenannten Gro√üen Treck zwischen 1836 und 1838 nach Nordosten zogen, kam es zu Auseinandersetzungen der Europ√§er mit den Truppen Moshoeshoes. Soldaten des neu gegr√ľndeten Oranje-Freistaats drangen immer weiter in das Siedlungsgebiet der Basotho, was H√§uptling Moshoeshoe dazu veranlasste, die Briten um Schutz zu ersuchen. 1843 wurde zwischen den Basotho und der britischen Kapkolonie ein Schutzvertrag unterzeichnet, der aber im Jahr 1859 wieder aufgel√∂st wurde, um die angespannten britischen Beziehungen zu den Burenrepubliken zu entlasten. Einem erneuten Angriff der burischen Truppen 1865 konnte das Reich Moshoeshoes nicht standhalten und musste einen Gro√üteil seiner fruchtbaren Gebiete auf dem Highveld an den Oranje-Freistaat abgeben. Kurz vor einer endg√ľltigen Niederlage der Basotho griffen die Briten ein, da sie eine zu gro√üe Ausdehnung der Burenstaaten f√ľrchteten, und machten das verbliebene Land im Jahr 1868 als Basutoland zur britischen Kolonie. Moshoeshoe gelang es jedoch, durch geschickte Diplomatie die Autonomie seines Reiches sicherzustellen. Ein Jahr nach seinem Tod 1870 ging die Autonomie verloren und Basutoland wurde an die Kapkolonie angeschlossen.

Britische Kronkolonie Basutoland

Dem Basotho-Volk unter dem neuen H√§uptling Letsie I. wurde keine Vertretung im Parlament der Kapkolonie gew√§hrt, woraufhin es zu Aufst√§nden gegen die Briten kam. Dies f√ľhrte dazu, dass s√§mtliche Schusswaffen der Basotho konfisziert werden sollten. Die Bek√§mpfung eines Aufstands des H√§uptlings Moorosi 1879 und der darauf folgende so genannte Gun War zwischen 1880 und 1881 waren f√ľr die Kapkolonie derart kostspielig und wirkungsarm, dass Basutoland im Jahr 1884 wieder direkt unter britische Verwaltung gestellt wurde, diesmal als Kronkolonie.

Als im Jahr 1910 die S√ľdafrikanische Union gegr√ľndet wurde, lehnte Basutoland, ebenso wie Betschuanaland (heute: Botswana) und Swasiland (heute: Eswatini) die Eingliederung in den neuen unabh√§ngigen Staat ab. Sie bilden heute die Gruppe der BLS-Staaten. Im Jahr 1938 beschloss die britische Regierung eine Verwaltungsreform, durch die die Zahl der Stammesh√§uptlinge und deren Machtf√ľlle drastisch reduziert wurden. Dies und der Strukturwandel innerhalb des Landes, haupts√§chlich Verst√§dterung und bessere Bildungsm√∂glichkeiten, f√ľhrten w√§hrend der folgenden Jahrzehnte zu einem deutlichen Einflussverlust des K√∂nigshauses und der Chiefs. Nach dem Zweiten Weltkrieg, an dem auch einige tausend Soldaten aus Basutoland auf Seiten der Alliierten teilnahmen, wuchs das Bestreben nach Unabh√§ngigkeit und f√ľhrte zur Gr√ľndung mehrerer Unabh√§ngigkeitsbewegungen wie der Basutoland Congress Party (BCP) und der Basutoland National Party (BNP; sp√§ter Basotho National Party). 1959 wurde die erste Kolonialverfassung unterzeichnet und erlaubte im Jahr 1960, dem Kr√∂nungsjahr von Moshoeshoe II., die ersten freien Wahlen des Landes. Die folgenden Wahlen 1965 gewann die BNP knapp und f√ľhrte Basutoland ein Jahr sp√§ter mit dem neuen Namen Lesotho in die Unabh√§ngigkeit. Als Staatsform wurde die konstitutionelle Monarchie gew√§hlt, erster Premierminister Lesothos wurde der BNP-Vorsitzende Leabua Jonathan.

Seit der Unabhängigkeit 1966

Nach dem Wahlsieg der oppositionellen BCP unter Ntsu Mokhehle in der Wahl von 1970 annullierte Premierminister Jonathan das Ergebnis, setzte die Verfassung außer Kraft, rief den Notstand aus und trieb König Moshoeshoe II. zeitweilig ins Exil. Mitglieder der Oppositionsparteien und deren Familienangehörige wurden getötet oder verhaftet und einige ihrer Häuser zerstört. Die verbliebenen Oppositionellen riefen nach der Bekanntgabe einer Übergangsverfassung 1973 eine Exilregierung aus, die allerdings bedeutungslos blieb.

Au√üenpolitische Spannungen l√∂ste in den Jahren 1982/83 die Behauptung S√ľdafrikas aus, Lesotho unterst√ľtze die in S√ľdafrika verbotene Anti-Apartheid-Bewegung African National Congress (ANC). Die wei√üe Minderheitsregierung S√ľdafrikas verh√§ngte daraufhin Sanktionen gegen das wirtschaftlich stark vom gro√üen Nachbarland abh√§ngige K√∂nigreich und f√ľhrte Milit√§raktionen gegen Lesotho durch. Am 9. Dezember 1982 wurden bei einem Angriff S√ľdafrikas 42 Menschen get√∂tet. Die Weigerung Jonathans, dem ANC die Unterst√ľtzung zu entziehen und ihn aus dem Land zu vertreiben, f√ľhrte nach jahrelangen innenpolitischen Unruhen am 20. Januar 1986 zu einem unblutigen Milit√§rputsch unter General Justin Metsing Lekhanya. Die regierungstreue Nationalversammlung wurde aufgel√∂st, Parteien verboten und ein sechsk√∂pfiger Milit√§rrat gebildet. K√∂nig Moshoeshoe II. wurde mit umfangreichen exekutiven und legislativen Rechten gest√§rkt und herrschte bis zu seiner erneuten Vertreibung ins Exil 1990 gemeinsam mit dem Vorsitzenden des Milit√§rrates Lekhanya.

Ein Jahr nach der Kr√∂nung von K√∂nig Letsie III. im Jahr 1990 wurde Lekhanya von Oberst Elias Phisoana Ramaema, dem neuen Vorsitzenden des Milit√§rrates, abgesetzt. Dieser leitete im Jahr 1993 die Entstehung einer neuen demokratischen Verfassung ein. Die ersten freien Wahlen wurden von der BCP unter Ntsu Mokhehle gewonnen. Nur ein Jahr sp√§ter, im August 1994, l√∂ste K√∂nig Letsie III., unterst√ľtzt durch das Milit√§r, das Parlament wieder auf und setzte Teile der Verfassung au√üer Kraft. Die Regierung der Putschisten brach allerdings nach etwa einem Monat auseinander, so dass die alte Regierung wieder eingesetzt werden konnte. 1995 kehrte K√∂nig Moshoeshoe II. zur√ľck auf den Thron, verstarb aber bei einem Autounfall im Jahr 1996, so dass sein Sohn Letsie III. am 31. Oktober 1997 die K√∂nigsw√ľrde zur√ľckerhielt. Die Wahl von 1998 konnte von der BCP-Abspaltung Lesotho Congress for Democracy (LCD) unter der F√ľhrung von Bethuel Pakalitha Mosisili gewonnen werden. Dank des Mehrheitswahlrechts gewann die Partei 79 der 80 Parlamentssitze. Daraufhin legten rebellierende Oppositionsparteien in blutigen Auseinandersetzungen nahezu das gesamte √∂ffentliche Leben lahm. Aus Furcht vor einem erneuten Staatsstreich wurden Truppen aus S√ľdafrika und Botswana auf Bitten des Premierministers ins Land gerufen, um die Lage zu stabilisieren. Nach einer Phase der Entspannung und einer √Ąnderung des Wahlrechts konnten die letzten Soldaten 2001 das Land wieder verlassen. Die Wahlen von 2002, die der amtierende Premierminister Mosisili erneut gewinnen konnte, wurden von der Opposition und einer breiten Mehrheit der Bev√∂lkerung anerkannt. Bei den Parlamentswahlen 2007 erreichte die LCD unter Mosilili 62 der 120 Sitze, so dass sie weiterregieren konnte. Die Wahlen 2012 ergaben erstmals eine Koalitionsregierung unter Thomas ‚ÄěTom‚Äú Thabane (All Basotho Convention).

Im Juni 2014 suspendierte Thabane die Nationalversammlung, um einem Misstrauensvotum seines Koalitionspartners LCD zuvorzukommen. Er setzte den Chef der Lesotho Defence Force (LDF) ab; dieser verlie√ü sein Amt aber nicht. Am 30. August 2014 versuchte die LDF, Thabane zu st√ľrzen. Nur mit Hilfe ausl√§ndischer Staaten, vor allem S√ľdafrikas, konnte ein Putsch abgewendet werden. Die f√ľr 2017 f√§lligen Parlamentswahlen wurden daraufhin auf Februar 2015 vorgezogen.

Nachdem Mosisili die Wahl 2015 knapp gewonnen hatte, wurde seine Regierung Anfang 2017 durch ein Missvertrauensvotum gest√ľrzt. Nach den Wahlen 2017 bildete Thabane erneut eine Koalitionsregierung, die aus vier Parteien bestand. Thabane wurde jedoch im Mai 2020 zum R√ľcktritt gezwungen und durch seinen Parteifreund Moeketsi Majoro ersetzt.

Politik

Verfassung

Die Verfassung Lesothos wurde am 2. April 1993 verabschiedet. Sie legt die Staatsform des Landes als parlamentarische Monarchie mit Zweikammerparlament fest. Das Mindestalter f√ľr die Wahlen zur Nationalversammlung liegt bei 18 Jahren. Ebenso ist die Gewaltenteilung festgeschrieben und ein unabh√§ngiges Justizsystem ist garantiert.

In der Verfassung werden außerdem die Menschenrechte, etwa Rede-, Presse- und Versammlungsfreiheit, Religionsfreiheit, das Recht auf persönliche Freiheit, Schutz vor Zwangsarbeit und der Schutz der Privatsphäre und des privaten Eigentums, garantiert.

Exekutive

Der Premierminister Lesothos, seit dem 20. Mai 2020 Moeketsi Majoro, ist der Vorsitzende der Regierung und des Kabinetts und hat die ausf√ľhrende Gewalt inne. Der Premierminister wird nicht gew√§hlt. W√§hrend der Jahre 1986 bis 1993 wurde das Amt des Premierministers ausgesetzt; seine Amtsgesch√§fte wurden durch den Vorsitzenden des Milit√§rrates ausgef√ľhrt.

Der König, seit dem 7. Februar 1996 Letsie III., hat fast nur eine repräsentative Funktion; die aktive Teilnahme am politischen Geschehen ist ihm durch die Verfassung untersagt. Trotzdem gilt er als Teil der Exekutive. Die Monarchie ist erblich, doch kann nach einem traditionellen Gesetz der Rat der Barena einen noch minderjährigen Nachfolger eines verstorbenen Königs ablehnen und durch eine andere Person ersetzen. Auch die Absetzung eines Königs ist durch diesen Rat möglich.

Legislative

Die gesetzgebende Gewalt in Lesotho liegt in den Händen des Parlaments, das in zwei Kammern aufgeteilt ist. Als Oberhaus fungiert der Senat, das Unterhaus ist die Nationalversammlung.

Der Senat besteht aus 33 Mitgliedern, von denen 22 Stammesh√§uptlinge des Landes sind. Die Mehrheit dieser Mitglieder sind Nachfahren von Moshoeshoe I. und vererben ihren Sitz im Senat an ihre Nachfahren. Die restlichen elf Mitglieder des Senats werden vom K√∂nig auf Vorschlag der Regierung bestimmt. Derzeitiger Senatspr√§sident (Stand: Mai 2013) ist Letapata Makhaola. Hauptaufgabe des Senats gem√§√ü der Verfassung ist die Revision und √úberpr√ľfung von Gesetzesvorlagen, die aus der Nationalversammlung kommen, aber auch der Entwurf von Gesetzen. Die zweite Kammer, die Nationalversammlung, wird direkt vom Volk in allgemeiner, freier, gleicher und geheimer Wahl gew√§hlt. Eine Legislaturperiode dauert f√ľnf Jahre. Seit 2007 hat das Unterhaus 120 Sitze, von denen 80 in Mehrheitswahl und 40 √ľber Verh√§ltniswahl gew√§hlt werden. Dabei werden die 40 Sitze an Parteien vergeben, die ‚Äď bezogen auf die 120 Sitze ‚Äď unterproportional viele Abgeordnete nach dem Mehrheitswahlrecht erhalten haben. Vorsitzende (speaker) der Nationalversammlung ist seit 2017 Sephiri Motanyane von der ABC.

F√ľr die gesetzgebende Versammlung, die 1956 eingef√ľhrt wurde, hatten Frauen zun√§chst kein Stimmrecht. Die neue Verfassung von 1960 gew√§hrte nur Steuer zahlenden Personen Stimmrechte f√ľr die Wahl der Distriktr√§te, die dann die Mitglieder der gesetzgebenden Versammlung w√§hlten. Damit waren Frauen faktisch ohne Stimmrechte. Am 30. April 1965 wurde Wahlen abgehalten, bei denen das allgemeine Wahlrecht f√ľr Erwachsene galt. Damit war das Frauenwahlrecht eingef√ľhrt. Das aktive und passive Frauenwahlrecht wurde bei der Unabh√§ngigkeit 1966 best√§tigt.

Die Nationalversammlung setzt sich seit den Wahlen 2017 wie folgt zusammen:

  • 51 Sitze: All Basotho Convention
  • 30 Sitze: Democratic Congress
  • 11 Sitze: Lesotho Congress for Democracy
  • 09 Sitze: Alliance of Democrats
  • 06 Sitze: Movement for Economic Change
  • 05 Sitze: Basotho National Party
  • 03 Sitze: Popular Front for Democracy
  • je 1 Sitz: f√ľnf weitere Parteien

Judikative

Das Rechtssystem in Lesotho basiert, ebenso wie das S√ľdafrikas, auf einer Mischform aus dem angloamerikanischen System des Common Law und dem Roman Dutch Law, einem Gemeinen Recht niederl√§ndischer Pr√§gung, das sich vom R√∂mischen Recht herleitet. Daneben gibt es das traditionelle Recht der Laws of Lerotholi, etwa im Erbrecht.

Die Justiz des Landes ist gem√§√ü der Verfassung √ľberparteilich und unabh√§ngig. H√∂chste Justizinstanz ist das Oberste Gericht, dessen Vorsitzender vom K√∂nig vorgeschlagen wird. Untergeordnet sind lokale Gerichte, vorwiegend in den St√§dten und traditionelle Gerichte, die haupts√§chlich in l√§ndlichen Gebieten existieren.

Außenpolitik

Durch die geographische Lage ist das Land sehr von den politischen und wirtschaftlichen Entwicklungen S√ľdafrikas abh√§ngig. Dementsprechend war die Au√üenpolitik Lesothos sehr lange fast ausschlie√ülich von den politischen Beziehungen zum gro√üen Nachbarn bestimmt. Lesotho geriet w√§hrend der Zeit der Apartheid politisch unter den Druck der wei√üen Minderheitsregierung S√ľdafrikas, da politischen Fl√ľchtlingen des ANC in Lesotho Asyl gew√§hrt worden war. Seit dem Ende der Apartheid in S√ľdafrika sind die Beziehungen zwischen beiden Staaten √ľberwiegend freundschaftlich.

Lesotho ist Mitglied in verschiedenen regionalen Organisationen wie der Entwicklungsgemeinschaft f√ľr das s√ľdliche Afrika (englisch: Southern African Development Community, SADC) und der Zollunion des S√ľdlichen Afrikas (Southern African Customs Union, SACU). Des Weiteren ist Lesotho heute unter anderem Mitglied der UNO, der Afrikanischen Union (AU) und des Commonwealth. Alle westlichen Staaten unterhalten diplomatische Beziehungen zu Lesotho; allerdings haben nur wenige einen st√§ndigen Botschaftssitz im Land. Deutschland gab seine Botschaft in Lesotho Ende 1994 auf.

Innenpolitik

Wichtige politische Zielvorgaben der Regierung zu Beginn des 21. Jahrhunderts sind Maßnahmen gegen die Nahrungsmittelknappheit, hohe Arbeitslosigkeit und Aids.

Sicherheitspolitik

Lesotho gab 2017 knapp 2,2 Prozent seiner Wirtschaftsleistung oder 53 Millionen US-Dollar f√ľr seine Streitkr√§fte aus.

Die Sicherheitskr√§fte des Landes bestehen aus der Lesotho Defence Force (LDF), einer Armee mit etwa 2100 Soldaten, und dem Lesotho Mounted Police Service (LMPS), der nationalen Polizei. Die Armee Lesothos ist dem Verteidigungsminister unterstellt. 2002 bis 2015 hatte jedoch der Premierminister den Oberbefehl √ľber das Milit√§r, da dieser gleichzeitig das Amt des Ministers f√ľr Verteidigung und Nationale Sicherheit innehatte. Die Polizeibeh√∂rden des Landes unterstehen dem Innenminister.

Sowohl die LDF als auch die Polizei trugen in den 1990er Jahren zu Unruhen bei, nachdem die Milit√§rregierung 1993 durch eine demokratisch gew√§hlte F√ľhrung abgel√∂st worden war. 1998 marschierten Truppen aus S√ľdafrika und Botswana in Lesotho ein, um die Streitkr√§fte zu befrieden. LDF und LMPS waren als Kontrahenten in die Staatskrise in Lesotho 2014 verwickelt.

Verwaltungsgliederung

Distrikte

Lesotho ist in zehn Distrikte aufgeteilt:

Städte und Gemeinden

Zur ersten Kommunalwahl Lesothos im Jahr 2005 wurden 129 Community Councils eingef√ľhrt. Die mit Abstand gr√∂√üte Stadt in Lesotho ist Maseru mit einer Einwohnerzahl von 330.760 (Stand 2016). Damit konzentrieren sich rund 17 Prozent der Bev√∂lkerung des Landes in der Hauptstadt. Die Einwohnerzahlen 2016 basieren auf der damaligen Volksz√§hlung (f√ľr Teyateyaneng ist die Zahl unklar; 2006 war es die zweitgr√∂√üte Stadt des Landes).

Wirtschaft

Lesotho geh√∂rt, gemessen am Pro-Kopf-Einkommen, zu den √§rmsten L√§ndern der Welt. Im Jahr 2003 belief sich der Anteil der Bev√∂lkerung, der von weniger als einem US-Dollar pro Tag leben muss, laut der Liste der L√§nder mit der gr√∂√üten Armut weltweit auf 43¬†%. Das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf betrug im Jahr 2014 kaufkraftbereinigt etwa 2900 US-Dollar, eine Steigerung um 4,3¬†% gegen√ľber dem Vorjahr.

Beschäftigung und Einnahmequellen

Die Arbeitslosenquote wird 2014 mit 28,1¬†% angegeben. Die meisten Arbeitspl√§tze sind im informellen Sektor und viele Arbeiter sind unterbesch√§ftigt. Die Gesamtzahl der Besch√§ftigten wird f√ľr 2017 auf 931.000 gesch√§tzt, davon 46,7¬†% Frauen.

Etwa 60¬†% der Bev√∂lkerung sind direkt in der Landwirtschaft t√§tig. Vor allem werden Mais und Sorghumhirse angebaut. Eine wichtige Rolle spielt die Viehwirtschaft, vor allem Rinder. Lesotho liegt bei der Produktion von Mohair weltweit auf dem zweiten Platz. Die gro√üe Mehrheit der Bewohner des Landes lebt entweder von Subsistenzwirtschaft oder als Wanderarbeiter, vorrangig in den Bergwerken S√ľdafrikas, wo 2012 rund 44.000 Basotho angestellt waren. Die Besch√§ftigungsm√∂glichkeiten in S√ľdafrika sind allerdings seit dem Ende der dortigen Apartheids√§ra stark gesunken. So gab es in den 1980er Jahren noch √ľber 100.000 lesothische Bergleute in S√ľdafrika.

Durch den African Growth and Opportunities Act (AGOA), ein Programm der US-Regierung, das die Wirtschaft in Afrika durch zollfreie Einfuhren in die USA stimulieren soll, wurde seit 2004 die Textilindustrie in Lesotho durch Investitionen asiatischer Textilunternehmen stark ausgebaut. Hier arbeiten bis zu 35.000 Menschen (Stand 2015). Das AGOA-Programm wurde bis 2025 verlängert, Lesotho könnte aber aufgrund der instabilen politischen Verhältnisse von einer weiteren Förderung ausgeschlossen sein. Die Regierung investiert verstärkt in den Bereichen Landwirtschaft und Tourismus.

Rund 44.200 Menschen sind im öffentlichen Dienst angestellt (Stand 2013).

Im Hochland von Lesotho entspringen zahlreiche bedeutende Fl√ľsse, weshalb das Land √ľber reiche Wasservorr√§te verf√ľgt. Mit dem Lesotho Highlands Water Project (LHWP), einem der weltweit gr√∂√üten seiner Art, wurden Einnahmequellen f√ľr den Export von Wasser nach S√ľdafrika erschlossen, das damit seine Ballungszentren in der Provinz Gauteng versorgt. Zus√§tzlich wird durch das LHWP der Gro√üteil der ben√∂tigten Elektrizit√§t gewonnen. Bergbau wird kaum betrieben; es gibt lediglich einige Diamantenminen. Relativ h√§ufig werden dort gro√üe Diamanten gefunden, wie 2018 ein Diamant von 910 Karat.

Lesotho bildet mit Eswatini, Namibia und S√ľdafrika eine W√§hrungsunion, das Common Monetary Area, in der der S√ľdafrikanische Rand als Leitw√§hrung fungiert und in allen L√§ndern anerkanntes Zahlungsmittel ist. Der Loti (Plural: Maloti), der seit 1980 in Lesotho g√ľltig ist, ist mit einem festen Wechselkurs von 1:1 zum Rand konvertibel. Die Inflationsrate lag 2014 bei sechs Prozent. Lesotho ist Mitglied der Southern African Customs Union (SACU) (Lesotho, Eswatini, Namibia, Republik S√ľdafrika und Botswana). Lesotho erhielt im Finanzjahr 2012/2013 rund 45¬†% seiner Staatseinnahmen von der SACU.

Außenhandel

Aufgrund der geographischen Lage des Landes betreibt Lesotho den gr√∂√üten Teil seines Au√üenhandels mit S√ľdafrika und den √ľbrigen Staaten der SACU. Das Land deckt seinen Importbedarf zu rund 89,5¬†% aus den SACU-L√§ndern, wovon wiederum etwa 99¬†% auf S√ľdafrika entfallen, und zu etwa 7¬†% aus Asien. Die wichtigsten Importg√ľter des Landes sind Nahrungsmittel, Baumaterial, Fahrzeuge, Maschinen, IT-Ausr√ľstung und pharmazeutische Produkte. Den hohen Ausgaben f√ľr Importe stehen verh√§ltnism√§√üig geringe Einnahmen durch den Export gegen√ľber. Die wichtigsten Exportg√ľter sind bzw. waren Textilien und Bekleidung, Schuhe, Nahrungs- und Futtermittel, Schafwolle, Mohair und lebende Tiere. Diese G√ľter wurden haupts√§chlich von der SACU (53,9¬†%) und Nordamerika (45,6¬†%) abgenommen. Der Export nach Deutschland betrug 2013 rund 1,7 Millionen Euro, der Import aus Deutschland ca. 6,2 Millionen Euro. Im Warenverkehr mit den USA betrug der Export im Jahr 2020 rund 305 Millionen US-Dollar, der Import aus den USA jedoch 2,2 Millionen Euro.

Insgesamt erreichen die Auslandsschulden wegen des deutlichen Handelsbilanzdefizits eine betr√§chtliche H√∂he. Lesotho muss daher wirtschaftliche Unterst√ľtzung aus verschiedenen internationalen Quellen in Anspruch nehmen, beispielsweise von den USA, der Weltbank und der Europ√§ischen Union. Bis zum Ende der Apartheid im Nachbarland S√ľdafrika erhielt das Land mehr Entwicklungshilfe pro Kopf als jedes andere Land der Welt, um ein Zeichen gegen die Apartheid zu setzen ‚Äď gleichzeitig machten aber einige der Geberl√§nder mit S√ľdafrika Gesch√§fte. Die √∂ffentliche Entwicklungshilfe f√ľr Lesotho im Jahr 2013 betrug 320 Millionen US-Dollar, darunter 151 Mio. $ aus den USA und 50 Mio. $ aus der Europ√§ischen Union.

Nach Sch√§tzungen ist der illegale Export von Marihuana die drittgr√∂√üte Einnahmequelle Lesothos. Als erstes afrikanisches Land k√ľndigte Lesotho 2018 an, legal angebautes Marihuana zu exportieren.

Tourismus

Lesotho ist seit den 1980er Jahren bem√ľht, das Land verst√§rkt f√ľr den Tourismus zu erschlie√üen. Der Schwerpunkt liegt hier auf Maseru und den Maloti-Bergen mit ihren vielf√§ltigen Wander- und Reitm√∂glichkeiten. Lesotho verzeichnete im Jahr 2018 insgesamt 1 Million Touristen und lag damit nach absoluten Zahlen weltweit auf Platz 112. Mit 0,55 Touristen pro Einwohner lag Lesotho im weltweiten Vergleich auf Platz 84, in S√ľd-Afrika hinter Namibia auf Platz 4.

Wichtige Touristenziele des Landes sind:

  • die Hauptstadt Maseru mit zahlreichen Hotels und einem Spielcasino
  • die Drakensberge und der Sani-Pass im Nordosten des Landes
  • der Sehlabathebe-Nationalpark im S√ľdosten des Landes
  • der Ort Malealea mit umliegender Landschaft im Distrikt Mafeteng
  • Thaba Bosiu, die alte Festung der Basotho √∂stlich von Maseru
  • die Katse-Talsperre, die zweith√∂chste Talsperre Afrikas, mit ihrem neuen Besucherzentrum und F√ľhrungen durch das Innere der Talsperre
  • das Skigebiet Afri-Ski im Osten des Butha-Buthe-Distrikts

Kennzahlen

Alle BIP-Werte sind in US-Dollar (Kaufkraftparität) angegeben.

Staatsausgaben

Der Staatshaushalt umfasste 2009 Ausgaben von umgerechnet 675,4 Millionen US-Dollar. Dem standen Einnahmen von umgerechnet 563,4 Millionen US-Dollar gegen√ľber. Daraus ergibt sich ein Haushaltsdefizit in H√∂he von 8,0¬†% des Bruttoinlandsprodukts (BIP).

2006 betrug der Anteil der Staatsausgaben (in % des BIP) folgender Bereiche:

  • Gesundheit: 6,8¬†%
  • Bildung: 13,0¬†%
  • Milit√§r: 2,6¬†%

Infrastruktur

Die geographische Lage und die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen des Landes sind die Hauptgr√ľnde f√ľr ein nur schwach ausgebautes Verkehrssystem. Das gro√üteils unwirtliche und schwer wegbare Gel√§nde in den √∂stlichen Hochebenen und in den Drakensbergen ist vielerorts nicht erschlossen oder nur schwer zug√§nglich. Eine Ausnahme bilden asphaltierte Stra√üen, die im Rahmen des Lesotho Highlands Water Projects gebaut wurden.

Flugverkehr

Die Lesotho Airways verband seit den 1970er Jahren von einem Flughafen in unmittelbarer N√§he Maserus das Land mit St√§dten wie Johannesburg, Gaborone, Manzini und Maputo. 1985 wurde der Moshoeshoe I. International Airport, der 19¬†Kilometer s√ľdlich von Maseru liegt, eingeweiht. Damals verf√ľgte die Fluggesellschaft au√üerdem √ľber ein gutes umfangreiches inl√§ndisches Liniennetz, das mit kleinen Propellermaschinen betrieben wurde. Mit zunehmendem Stra√üenbau in den Gebirgsregionen wurde es aber weitgehend obsolet.

Seit der Insolvenz 1997, Folge einer gescheiterten Privatisierung, verf√ľgt das Land √ľber keine eigene nationale Fluggesellschaft mehr, so dass der einzige internationale Flughafen des Landes nur noch von der s√ľdafrikanischen Fluggesellschaft South African Airways bzw. South African Airlink angeflogen wird ‚Äď haupts√§chlich vom OR Tambo International Airport bei Johannesburg aus. Ab April 2016 flog auch die lesothische Gesellschaft Maluti Sky einmal t√§glich zwischen OR Tambo und Moshoeshoe I., bevor sie ihren Flugbetrieb am 1. Mai 2017 einstellte. Seit der Insolvenz der South African Airways im Sommer 2020 fliegt auch deren Tochter South African Airlink Maseru nicht mehr an, so dass praktisch keine Flugverbindung nach Lesotho besteht.

Bahn

Lesotho verf√ľgt √ľber kein eigenes Eisenbahnsystem. Die einzige Bahnstrecke des Landes f√ľhrt aus S√ľdafrika √ľber den Caledon-Fluss in die Hauptstadt Maseru und schlie√üt die Stadt damit an das s√ľdafrikanische Eisenbahnnetz an. Diese Strecke ist jedoch nur f√ľr den G√ľterverkehr bestimmt. Das Schienennetz Lesothos ist damit nur 1,6¬†Kilometer lang. Die Spurweite betr√§gt 1067¬†mm (Kapspur).

Straßennetz und Autoverkehr

In Lesotho herrscht, wie im gesamten s√ľdlichen Afrika, Linksverkehr. Der √∂ffentliche Nahverkehr ist in Lesotho schlecht ausgebaut. Da es nur wenige Buslinien im Land gibt, die zudem nur unregelm√§√üig bedient werden, benutzen die Einwohner des Landes f√ľr den Transport haupts√§chlich private Minibus-Sammeltaxis. Diese bilden das R√ľckgrat des √∂ffentlichen Transports. Sie fahren meist feste Routen und werden per Handzeichen angehalten, Zu- und Aussteigen ist an jedem Ort m√∂glich. Das gesamte Stra√üennetz des Landes ist etwa 6000¬†Kilometer lang, wovon ungef√§hr 1000¬†Kilometer asphaltiert und befestigt sind. Lesotho verf√ľgt im dicht besiedelten Westteil √ľber eine gut ausgebaute und asphaltierte Nord-S√ľd-Hauptachse, beginnend im S√ľden am Grenz√ľbergang Makhaleng Bridge nahe Mohale‚Äôs Hoek √ľber Mafeteng, Maseru, Hlotse bis Butha-Buthe im Norden. Mit dem Bau von Talsperren in den Maloti-Bergen wurden auch dorthin asphaltierte Stra√üen errichtet. Die zul√§ssige H√∂chstgeschwindigkeit liegt auf Landstra√üen bei 80¬†km/h und bei 50¬†km/h innerhalb geschlossener Ortschaften. Aufgrund unterschiedlicher Fahrzeuge, die auf den Stra√üen unterwegs sind ‚Äď vom Ochsenkarren bis zum LKW ‚Äď mangelnder Verkehrssicherheit und fehlender Alkoholkontrollen ist der Stra√üenverkehr in Lesotho sehr unfalltr√§chtig.

Einreisebestimmungen

Die Einreise nach Lesotho ist bei einem Aufenthalt von bis zu drei Monaten f√ľr B√ľrger der Europ√§ischen Union und der Schweiz mit einem Touristenvisum m√∂glich. Der Reisepass muss bei der Einreise mindestens noch sechs Monate g√ľltig sein. Gegebenenfalls sind ein R√ľckflugticket mit festem R√ľckflugtermin sowie ein Nachweis √ľber gen√ľgend finanzielle Mittel f√ľr die Zeit des Aufenthalts vorzulegen. F√ľr Reisende, die aus L√§ndern mit erh√∂hter Gelbfiebergefahr anreisen, ist bei der Einreise ein Nachweis √ľber entsprechende Impfungen vorzulegen.

Kultur

Dörfliches und städtisches Leben

Lesotho ist, bedingt durch die weitgehend homogene ethnische Herkunft der Bev√∂lkerung, gepr√§gt von kulturellen und traditionellen Br√§uchen der Basotho. Die Basotho haben √ľber die Jahrhunderte eine einzigartige Kultur entwickelt. Sie leben als eines der wenigen afrikanischen V√∂lker in einer Gebirgslandschaft, was viele Besonderheiten in ihrem t√§glichen Leben notwendig machte. Die nationale Kultur wird wie die Landessprache Sesotho genannt.

Das traditionelle Zentrum der Sesotho-Kultur ist das Dorf. Die D√∂rfer liegen oftmals in den mittleren H√∂henlagen der Berge, um sich vor √úberschwemmungen der Flusst√§ler zu sch√ľtzen, und sind landwirtschaftlich gepr√§gt. Jedes Dorf hat eine feste Ordnung mit einem Vorsteher (morena), √§hnlich dem europ√§ischen B√ľrgermeister, der dem jeweiligen Chief der Region unterstellt ist. Die D√∂rfer bestehen aus vielen H√ľtten, die (falls es Rundh√ľtten sind) rondavels genannt werden, die f√ľr unterschiedliche Funktionen errichtet wurden, beispielsweise als Schlafh√ľtte, Lagerhaus oder K√ľche. Um diese H√ľtten herum liegen die Felder der Basotho, auf denen zum Beispiel Mais, Weizen und Bohnen angebaut werden. Die Verteilung der Felder auf die einzelnen Familien des Dorfes wird vom Vorsteher vorgenommen. Angelegenheiten, die das ganze Dorf betreffen, werden in einer pitso (deutsch: der Ruf) behandelt. Dies ist eine Versammlung, bei der alle erwachsenen Dorfbewohner als Teilnehmer und Redner zugelassen sind.

Zur traditionellen, h√§ufig getragenen Bekleidung geh√∂ren der mokorotlo, ein spitzer Hut, sowie Wolldecken, die auf Sesotho kobo genannt werden und mit kunstvollen Mustern verziert sind. Die H√ľte sind kegelf√∂rmig, aus gewebtem Stroh und werden an der Spitze mit einem aufw√§ndigen Knoten zusammengehalten. Die Form des Hutes wurde dem Felsen Qiloane nahe Thaba Bosiu nachempfunden. Der mokorotlo ist heute das nationale Symbol des Landes. Er war bis zum Jahr 1986 auch auf der damaligen Nationalflagge des Landes zu finden und ist auch auf der seit Oktober 2006 g√ľltigen Landesflagge abgebildet. Weiterhin ist er auf allen Kfz-Nummernschildern des Landes dargestellt.

Noch weiter verbreitet und im Alltag h√§ufiger anzutreffen sind die traditionellen Basotho-Decken, die heute noch von sehr vielen Menschen im Land getragen werden. Um das Jahr 1860 kaufte H√§uptling Moshoeshoe I. von durchreisenden englischen H√§ndlern erstmals eine dieser Wolldecken und trug sie regelm√§√üig, woraufhin sich immer mehr Basotho mit diesen Umh√§ngen kleideten. Zuvor wurde als Kleidung haupts√§chlich Tierfell verwendet. Viele Basotho tragen diese Decken zu jeder Jahreszeit, da sie sowohl vor K√§lte und Regen als auch vor Hitze sch√ľtzen. Die Decken werden mit verschiedenen Mustern getragen, von denen der Maiskolben als Symbol der Fruchtbarkeit und die Krone die beliebtesten sind.

Ein wichtiges Tier in der Sesotho-Kultur ist das Pony. Das traditionelle Basotho-Pony ist das wichtigste Transportmittel in den Bergen. Die Ponys wurden erstmals im 19. Jahrhundert von der Kapkolonie nach Lesotho gebracht.

Im Gegensatz zur traditionellen, d√∂rflichen Kultur steht das st√§dtische Leben, das von westlichen Einfl√ľssen gepr√§gt ist. Besonders in Maseru und an der Universit√§t in Roma findet man ein deutliches Abweichen von herk√∂mmlichen Werten.

Medien

Die Medienlandschaft ist entsprechend der Landesgr√∂√üe √ľberschaubar. Lesotho News Agency (LENA) fungiert als Nachrichtenagentur. Es gibt nur einen nationalen Fernsehsender, Lesotho Television, der staatlich betrieben wird. Neben Radio Lesotho, dem ebenfalls staatlichen Radiosender, existieren seit der Rundfunkreform 1998 f√ľnf weitere private Sender, die aber teilweise nur in bestimmten Landesteilen zu empfangen sind. Das Radio ist wichtigstes Massenmedium in Lesotho, da die Druckkosten f√ľr Zeitungen sehr hoch sind und sich die Mehrzahl der Bev√∂lkerung kein Fernsehger√§t leisten kann. Neben den nationalen Rundfunksendern k√∂nnen auch Fernseh- und Radioprogramme aus S√ľdafrika empfangen werden, die teilweise in der Sprache Sesotho senden.

Die Presse beschr√§nkt sich ebenfalls auf eine geringe Anzahl von Zeitungen, die sowohl in Sesotho als auch in Englisch ver√∂ffentlicht werden. Die √§lteste Zeitung Lesothos, Leselinyana la Lesotho, erscheint seit 1863 und wird von der Lesotho Evangelical Church in Southern Africa herausgegeben. Lesotho Times und Sunday Express erscheinen als Printausgaben und haben Internetauftritte. The Post erscheint ebenfalls online. Weiterhin sind englischsprachige Zeitungen aus S√ľdafrika erh√§ltlich.

Bei der Rangliste der Pressefreiheit 2017, welche von Reporter ohne Grenzen herausgegeben wird, belegte Lesotho Platz 88 von 180 Ländern.

Musik

Die Bandbreite der in Lesotho geschaffenen Musik reicht von Ges√§ngen, die bestimmten traditionellen Zeremonien zugeordnet sind, bis zu fast westlich anmutender Popmusik. Beliebt und recht zahlreich sind Famo-Bands in der Besetzung Gesang, Akkordeon und Trommel, gelegentlich auch E-Bass, die Elemente der Hirtenmusik mit ihren ostinaten Melodien mit dem Beat moderner Musik vereinen. Dabei ist das Akkordeon der Musik der Buren in S√ľdafrika entlehnt. Die Gruppe Tau ea Matsekha, deutsch: ‚ÄěL√∂we von Matsekha‚Äú, spielte 1985 mit Paul Simon einen Titel auf dessen Album Graceland ein. Zu den traditionellen Instrumenten geh√∂ren Mamokhorong, eine einsaitige Geige, die um 1600 auch von Khoikhoi gespielt wurde, und Lesiba.

Die Band Sankomota (vormals Uhuru) war von 1976 bis 1993 in Lesotho √ľberaus erfolgreich. Sie spielten moderne Rockmusik mit Jazz- und Soulelementen sowie afrikanischen Einfl√ľssen. Auch in S√ľdafrika war die Gruppe bekannt. Etliche ihrer Texte waren in Englisch, isiXhosa oder isiZulu gesungen. Auch in Gro√übritannien konnte Sankomota einige kleinere Erfolge erzielen. In den 1980er Jahren unternahm sie eine Deutschlandtournee. Insgesamt ver√∂ffentlichte die Band sechs Alben.

Viele Basotho verf√ľgen √ľber bemerkenswerte s√§ngerische F√§higkeiten. So singt in Gottesdiensten die Gemeinde oft mehrstimmig, angef√ľhrt von Frauench√∂ren. Auch an den Schulen wird auf hohem Niveau gesungen.

Literatur

Thomas Mofolo schrieb im fr√ľhen 20. Jahrhundert das Buch Chaka, auch Chaka Zulu genannt. Es beschreibt den Lebensweg des m√§chtigen und blutr√ľnstigen Zuluk√∂nigs Shaka. Mofolo schrieb das Buch in seiner Muttersprache Sesotho. Seither wurde es in viele Sprachen, auch ins Deutsche, √ľbersetzt. Weitere Autoren, darunter ‚ÄôMasechele Caroline NtŇ°eliseng Khaketla, ver√∂ffentlichten B√ľcher auf Sesotho.

Feiertage

In Lesotho gibt es folgende gesetzliche Feiertage:

Sport

Die mit Abstand popul√§rste Sportart des Landes ist Fu√üball. Da viele gute Spieler das Land aufgrund der besseren Lebenssituation in Richtung S√ľdafrika verlassen haben, ist die nationale Fu√üball-Liga jedoch nur von lokaler Bedeutung. Gr√∂√üter internationaler Erfolg der lesothischen Fu√üballnationalmannschaft, die seit 1964 Mitglied im internationalen Verband FIFA ist, war im Jahr 2000 die Teilnahme am Finale um den COSAFA-Pokal, eine Meisterschaft im s√ľdlichen Afrika. Bei Welt- und Afrikameisterschaften scheitert die Mannschaft, die von den Fans Likuena (Sesotho f√ľr ‚ÄěKrokodile‚Äú) genannt wird, regelm√§√üig in den ersten Qualifikationsrunden und konnte sich noch nie f√ľr eine Endrunde qualifizieren.

Weitere beliebte Sportarten sind Judo, Taekwondo, Boxen, Langstreckenlauf und Reiten sowie im Schulsport f√ľr M√§dchen Netball, eine Basketball-Variante. Der gr√∂√üte internationale Erfolg lesothischer Athleten war der Gewinn der Goldmedaille bei den Commonwealth Games 1998 in Kuala Lumpur durch den Marathonl√§ufer Thabiso Paul Moqhali sowie die Bronzemedaille bei den Commonwealth Games 2002 in Manchester f√ľr den Bantamgewicht-Boxer Ezekiel Letuka.

Lesotho beteiligte sich seit 1972 an bisher neun Olympischen Sommerspielen, konnte dort aber noch keinen Medaillenerfolg erzielen. Beste Platzierung eines lesothischen Athleten war der 16. Rang von Thabiso Moqhali im Marathon bei den Sommerspielen von Sydney 2000.

Nach einer mehrjährigen Pause fand 2007 wieder die Motorradrallye Roof of Africa in Lesotho statt, die als eines der härtesten Endurorennen der Welt gilt. Seit 2009 wird die Rallye jährlich ausgetragen.

Literatur

  • Mary Fitzpatrick, Rebecca Blond, Gemma Pitcher: South Africa, Lesotho & Swaziland. 6. Auflage. Lonely Planet, 2004, ISBN 1-74104-162-7.
  • Lesotho Country Study Guide. International Business Publications, 2004, ISBN 0-7397-6194-3.
  • Country presentation by the government of Lesotho. (3rd United Nations Conference on the Least Developed Countries, 2001 in Brussels, Belgium). Geneva 2001.
  • David Percy Ambrose: The Guide to Lesotho. Verbesserte Ausgabe. Winchester Press, Johannesburg und Maseru 1976, ISBN 0-620-02190-X.
  • Georges Lorry: Le Lesotho. In: Afrique australe, √©d. Autrement, HS n¬į45, April 1990.

Weblinks

  • Offizielle Website der Regierung von Lesotho (englisch)
  • L√§nder- und Reiseinformation des Ausw√§rtigen Amtes Deutschland
  • Website der Botschaft des K√∂nigreiches Lesotho in Deutschland (englisch)
  • Datenbank inhaltlich erschlossener Literatur zur gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Situation in Lesotho
  • Bureau of Statistics Lesotho (englisch)
  • Statistiken zu Lesotho 2008 (englisch, PDF, 1,5¬†MiB)
  • Landes-Informations-Portal Lesotho von der Gesellschaft f√ľr Internationale Zusammenarbeit

Einzelnachweise



Quelle: Wikipedia

 

Region Regionen (0)

Abk Name O
LS.BE Berea  
LS.BB Butha-Buthe  
LS.LE Leribe  
LS.MF Mafeteng  
LS.MS Maseru  
LS.MH Mohale's Hoek  
LS.MK Mokhotlong  
LS.QN Qacha's Nek  
LS.QT Quthing  
LS.TT Thaba-Tseka  
 

Die höchsten Gipfel Die höchsten Gipfel

 

Die höchsten Hütten Die höchsten Hütten

 

Touren in diesem Staat Touren in diesem Staat

 

Bücher und Karten Bücher und Karten

Flagge: Lesotho

Name englisch: Lesotho
Hauptstadt: Maseru
Kfz: LS
ISO: LS
ISO3: LSO
Fläche: 30355 km²
Tld: .ls
Wärung Einheit: LSL
Währung: Loti
Vorwahl: 266

Ausdehnung / Grenzen (nach WGS 84 dezimal):
nördlichster Punkt: -28.5708011
südlichster Punkt: -30.6755788
westlichster Punkt: 27.011231
östlichster Punkt: 29.4557087


 
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