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Staat Informationen : Seychellen

Informationen:


Die Republik Seychellen, auch nur die Seychellen (zeňą É…õl…ôn, fr√ľher auch Seschellen geschrieben; Seychellenkreol Sesel; franz√∂sisch Seychelles [seňą É…õl], veraltet S√©chelles geschrieben; englisch Seychelles [se…™ňą É…õlz]) ist ein Inselstaat im Indischen Ozean. Topografisch geh√∂rt der Staat zu Afrika. Seine Hauptstadt ist Victoria.

Geografie

Lage und Größe

Die Seychellen geh√∂ren topografisch zu Afrika. Sie liegen auf dem n√∂rdlichen und westlichen Teil des Maskarenenr√ľckens, einer untermeerischen Schwelle im westlichen Teil des Indischen Ozeans. S√ľdlich der Seychellen liegen vor der ostafrikanischen K√ľste die Inselstaaten Madagaskar, Mauritius und die Komoren.

Das Gebiet der Seychellen geh√∂rt zur Zeitzone UTC+4 (DTG: Delta). Dies bedeutet im Winterhalbjahr eine Zeitverschiebung von drei, bei Sommerzeit eine Zeitverschiebung von zwei Stunden gegen√ľber der mitteleurop√§ischen Zeit.

Die Republik Seychellen besteht aus etwa 115 Inseln, nach der Geologie sind es 42 Granitinseln und 73 Koralleninseln. Man teilt sie nach ihrer Lage in die zwei Hauptgruppen Inner Islands und Outer Islands ein.

Inner Islands

Das Seegebiet der Inner Islands wird als Seychelles Bank bezeichnet, es nimmt eine Fläche von rund 31.000 km² ein.

Die hier befindliche Inselgruppe Inner Islands zählt 32 Inseln mit einer Landfläche von insgesamt 266 km². Zu ihnen gehören:

  • Mah√© (154¬†km¬≤) (Hauptinsel)
  • Praslin (38¬†km¬≤)
  • La Digue (10¬†km¬≤)
  • Silhouette (20¬†km¬≤)
  • √éle du Nord (2¬†km¬≤)
  • Fr√©gate (2¬†km¬≤)
  • √éle Aride (1¬†km¬≤)
  • Bird Island (1¬†km¬≤)
  • √éle Denis (1,4¬†km¬≤).

Fast alle genannten Inseln bestehen aus Granitgestein, nur die am nördlichen Rand der Seychelles Bank befindlichen Inseln Bird Island und Île Denis sind ihrer Entstehung nach Koralleninseln.

Auf Mah√© befindet sich der h√∂chste Punkt des Landes, der Morne Seychellois (905¬†m¬†√ľ.¬†MSL). Bemerkenswert sind auch der Mont Dauban (740¬†m¬†√ľ.¬†MSL) (auf Silhouette) und der Mont Praslin (367¬†m¬†√ľ.¬†MSL) auf der gleichnamigen Insel.

Outer Islands

Au√üerhalb der ‚ÄěSeychelles Bank‚Äú erstreckt sich der Archipel der Outer Islands √ľber ein Seegebiet von 400.000¬†km¬≤, hierzu geh√∂ren die Inselgruppen:

  • Amiranten mit der Hauptinsel Desroche
  • Alphonse-Gruppe mit den Atollen Alphonse und St. Fran√ßois
  • Aldabra
  • Cosmoledo
  • Farquhar-Gruppe mit den Atollen Farquhar und Providence
  • Platte, eine singul√§re Insel (etwa 135¬†km s√ľdlich von Mah√©)
  • Co√ętivy, eine weitere singul√§re Insel (290¬†km s√ľdlich von Mah√©)

Auf den zahlreichen Koralleninseln existieren wegen der geringen H√∂he (h√∂chste Punkte bei 9¬†m¬†√ľ.¬†MSL) und dem fehlenden Trinkwasser nur wenige kleine Siedlungen.

Flora und Fauna

Auf den Seychellen existiert eine reiche endemische Flora und Fauna, allein drei Arten von Riesenschildkr√∂ten. Vor allem auf dem Aldabra-Atoll findet man die weltgr√∂√üte Kolonie von Riesenlandschildkr√∂ten, mit 150.000 Aldabra-Riesenschildkr√∂ten. Auch der letzte √ľberlebende flugunf√§hige Vogel des Indischen Ozeans, die Cuvierralle, ist hier beheimatet. Das Vall√©e de Mai (‚ÄěMaital‚Äú) auf Praslin ‚Äď von der UNESCO zum Weltnaturerbe erkl√§rt und von der ‚ÄěSeychelles Island Foundation‚Äú (SIF) verwaltet, die 1979 eigens zu diesem Zweck gegr√ľndet wurde ‚Äď ist die Heimat des Seychellenpapageis (Coracopsis barklyi) und der ber√ľhmten Seychellennuss, der ‚ÄěCoco de Mer‚Äú. Auf der Hauptinsel Mah√© sowie auf Silhouette ist die dort endemische Familie der Seychellenfr√∂sche anzutreffen. Daneben kann man auch auf den gesch√ľtzten Inseln Aride, Cousin und Curieuse seltene Tiere und Pflanzen beobachten. Bemerkenswert sind auch die in den Granitfelsen der Inseln, vor allem an den K√ľsten, auftretenden Verkarstungserscheinungen Silikatkarst, karren√§hnliche, meist vertikal verlaufende Rinnen, die durch Gesteinsl√∂sung unter tropischen Bedingungen entstanden.

Die einheimische Vogelwelt der Seychellen gehört zu den artenreichsten im gesamten westlichen Indischen Ozean. Durch die isolierte Lage des Archipels haben sich hier 15 Arten und 18 Unterarten entwickelt, die es nur auf den Seychellen gibt. Durch diese Besonderheit zählen sowohl die Granitinseln als auch das Aldabra-Atoll zu den 218 Endemic Bird Areas (EBA), die man weltweit identifiziert hat.

Die urspr√ľngliche Vegetation wurde mit der Besiedlung zur√ľckgedr√§ngt. An ihre Stelle traten Kulturpflanzen, die gezielt f√ľr den Anbau auf den Seychellen beschafft wurden. Die Mehrzahl der tropischen Frucht- und Nutzpflanzen k√∂nnen auf den Seychellen gedeihen und erm√∂glichen einen abwechslungsreichen Speiseplan, zu ihnen geh√∂ren: Auberginen, Bananen, Avocados, Ananas, Papayas, Mangos, Passionsfr√ľchte, Sternfrucht, Guave, Zitronen, Orangen, Zuckerrohr, Brotfr√ľchte, Zitronengras und Zimt sowie viele Gew√ľrze wie Vanille, Pfeffer und Muskat. Kokospalmen wurden in Plantagen angepflanzt und liefern mit Kopra den Hauptexportartikel des Landes. Banyanb√§ume und tropische Nutzh√∂lzer wurden auf der Insel angepflanzt, hierzu z√§hlen die Drachenblutb√§ume und Albizienb√§ume.

Klima

Das Klima der Seychellen wird vom Monsun bestimmt: von Dezember bis M√§rz herrscht der Nordwest-Monsun vor, es folgt eine windstille √úbergangsphase im April. Von Mai bis September folgt die regenarme, aber st√ľrmische Zeit des S√ľdost-Monsuns, im Oktober‚ÄďNovember folgt nochmals eine windstille √úbergangsphase. Schwere St√ľrme sind selten. Die Sonnenscheindauer wird bestimmt durch die Lage in √Ąquatorn√§he. Astronomisch m√∂glich sind 12¬†Stunden pro Tag, durch den Einfluss der Bew√∂lkung werden im Mittel 5‚Äď8 Stunden pro Tag erreicht. Die Temperaturen schwanken zwischen 24¬†¬įC und 30¬†¬įC im Jahresverlauf, die Meerwassertemperatur liegt ganzj√§hrig bei 26¬†¬įC.
Die Niederschlagsmenge auf Mahe variiert zwischen 2880¬†mm in der Hauptstadt Victoria und 3550¬†mm in den Bergregionen. Die Luftfeuchte betr√§gt stets mehr als 80¬†Prozent. Bevorzugte Reisezeit f√ľr einen Besuch der Seychellen ist Mai bis Oktober.

Bevölkerung und Sprache

Bevölkerung

Die Bev√∂lkerung der Seychellen ‚Äď die Seychellois ‚Äď besteht zum √ľberwiegenden Teil aus den Nachfahren der aus verschiedenen franz√∂sischen Kolonialgebieten eingewanderten Siedler und ihrer afrikanischen Arbeitssklaven. Diese Gruppe macht noch immer √ľber 90¬†Prozent der heutigen Bev√∂lkerung aus. Daneben existiert eine Minderheit mit rein europ√§ischer Abstammung sowie kleine chinesische und indische Minderheiten. Im Jahre 2017 waren 13,6¬†% der Bev√∂lkerung im Ausland geboren.

Inzwischen gibt es viele Eltern ohne Trauschein. Die Kinder der berufst√§tigen Eltern wachsen meist im Haushalt der Gro√üeltern auf. Das j√§hrliche Bev√∂lkerungswachstum betr√§gt 0,6¬†%. Das Medianalter der Seychellois lag 2020 bei gesch√§tzten 34,2¬†Jahren. Die Fertilit√§tsrate lag 2019 bei 2,43 Kindern pro Frau, was f√ľr afrikanische Verh√§ltnisse sehr niedrig ist. Die Lebenserwartung liegt bei 73,4 Jahren.

Bevölkerungsentwicklung

Sprachen

Als gemeinsame Sprache dieser stark durchmischten Bevölkerung entwickelte sich hier eine eigene Variante der Kreolsprachen, die als Seychellenkreol oder Seselwa bezeichnet wird und auf dem Französischen basiert. Amtssprachen sind nach Artikel 4 der Verfassung Seychellenkreol, Englisch und Französisch.

Bildung

Die durchschnittliche Schulbesuchsdauer der √ľber 25-J√§hrigen liegt bei 10 Jahren, die erwartete Schulbesuchsdauer der nachwachsenden Generation liegt bei 14,1 Jahren. Dementsprechend liegt der Anteil der Analphabeten bei nur 4,1¬†%.

Religion

Die Bev√∂lkerung ist laut Zahlen von 2010 zu 76,2¬†% katholisch (Bistum Port Victoria), etwa 10,5¬†% sind Protestanten oder Anglikaner ‚Äď meist Nachfahren britischer Seeleute und Farmer, 2,4¬†% geh√∂ren anderen christlichen Konfessionen an. 2,4¬†% sind Hindus, 1,6¬†% geh√∂ren dem Islam an, 1,1¬†% sind Andersgl√§ubige.

Geschichte

Es wird vermutet, dass die Inseln von arabischen H√§ndlern entdeckt wurden. 1502 ankerten Schiffe aus der Flotte des portugiesischen Entdeckers Vasco da Gama bei den Inseln der Amiranten. Obwohl sie nun der westlichen Welt bekannt waren, wurden die Seychellen erst 250¬†Jahre nach ihrer Entdeckung von den Franzosen dauerhaft besiedelt. Der franz√∂sische Kapit√§n Lazare Picault war 1742 auf der Reise nach Indien und fand von Mauritius kommend zuf√§llig die noch ‚Äěherrenlosen‚Äú Inseln, die 1753 als franz√∂sischer Besitz proklamiert und nach Jean Moreau de S√©chelles, Finanzminister von Ludwig XV., benannt wurden. Eine dauerhafte Besiedlung ist ab 1768 nach der Anlage von Gew√ľrzplantagen nachweisbar. Im Verlaufe des Ersten Koalitionskrieges wurden die Seychellen 1794 von den Briten besetzt und im Pariser Frieden 1814 Gro√übritannien zugesprochen. Unter britischer Herrschaft war die Inselgruppe zun√§chst Teil der Kolonie Mauritius. Am 31.¬†August 1903 erhielten die Seychellen den Status einer eigenst√§ndigen Kolonie. 1945, noch unter britischer Verwaltung, erhielten Frauen das Stimmrecht auf lokaler Ebene und am 6. August 1948 das aktive und passive Frauenwahlrecht auf nationaler Ebene. Bei der Unabh√§ngigkeit 1976 wurden diese Rechte best√§tigt.

Selbstverwaltung erlangten die Seychellen 1970, die Unabh√§ngigkeit folgte 1976, die Inselrepublik verblieb aber im Commonwealth. Die so genannte Erste Republik der Seychellen wurde 1976 gegr√ľndet und 1979 zugunsten eines Ein-Parteien-Regimes, der Zweiten Republik, abgeschafft. 1993 trat die aktuelle Verfassung als Staatsvertrag f√ľr die Dritte Republik in Kraft. Nun sind wieder Oppositionsparteien zul√§ssig. Regierungspartei ist die ehemalige Einheitspartei Seychelles People‚Äôs Progressive Front (SPPF).

Der Tsunami, der am 26. Dezember 2004 durch ein Seebeben vor Indonesien ausgelöst wurde, erreichte auch die Seychellen und verursachte Schäden.

Wirtschaft

Staatshaushalt

Der Staatshaushalt umfasste 2009 Ausgaben von umgerechnet 267,9 Mio. US-Dollar, dem standen Einnahmen von umgerechnet 288,7¬†Mio. US-Dollar gegen√ľber. Daraus ergibt sich ein Haushalts√ľberschuss in H√∂he von 3,1¬†% des BIP.

Die Staatsverschuldung betrug 2009 419,5 Mio. US-Dollar oder 63,2 % des BIP.

Währung

Mitte 2008 war der Staat zahlungsunf√§hig, woraufhin mit Unterst√ľtzung des Internationalen W√§hrungsfonds ein Programm zur Neuausrichtung der Wirtschaft durchgef√ľhrt wurde. Infolgedessen wurde die Seychellen-Rupie nach Freigabe des Kurses Anfang November 2008 um rund 40 Prozent abgewertet. Die Wirtschaft hat sich seitdem erholt, die Seychellen haben das h√∂chste Pro-Kopf-Einkommen aller afrikanischen L√§nder (Stand 2016).

Tourismus

Der Fremdenverkehr besch√§ftigt ca. 30 Prozent der arbeitenden Bev√∂lkerung, die damit 70¬†Prozent des Volkseinkommens erwirtschaften. In den vergangenen Jahren wurde von privaten Investoren massiv in den Neu- und Ausbau von Hotels investiert, prim√§r im F√ľnfsternebereich.

Steueroase

Am 28. Januar 2016 legte die EU-Kommission ein Ma√ünahmenpaket zur Bek√§mpfung von Steuerflucht vor, bei dem unter anderem die Seychellen auf der ‚ÄěSchwarzen Liste‚Äú der Steueroasen auftauchen.

Infrastruktur

Verkehr

Der Landverkehr auf den Seychellen besteht ausschließlich aus Straßenverkehr. Allerdings sind nur die Inseln Mahé, Praslin und La Digue mit einem Auto befahrbar. Es herrscht Linksverkehr. Das gesamte Straßennetz umfasste 2015 etwa 526 km, wovon 514 km asphaltiert sind.

Schienenverkehr gibt es nicht, der Bau einer Strecke ist aber seit 2012 f√ľr Mah√© geplant.

Fähren verbinden Mahé mit Praslin, La Digue und Fregate. Die Seychellen sind ein beliebtes Kreuzfahrtgebiet.

Der internationale Flughafen der Seychellen befindet sich auf Mah√©. Air Seychelles verbindet alle gro√üen Inseln untereinander und fliegt St√§dte in Europa und Asien an. Aus dem deutschsprachigen Raum fliegt Condor Flugdienst und Edelweiss Air nach Mah√©; dar√ľber hinaus bieten weitere Fluggesellschaften Umsteigeverbindungen.

Busverkehr

Das Hauptverkehrsmittel im √∂ffentlichen Personennahverkehr auf Mah√© und Praslin ist der Bus. Seychelles Public Transport Corporation (SPTC) ist eine 1977 gegr√ľndete, halbstaatliche Organisation zur Bef√∂rderung von Personen im √∂ffentlichen Nahverkehr auf Mah√© und Praslin. SPTC bietet ein gut ausgebautes Netzwerk von insgesamt 41 Routen mit rund 1100 Fahrten t√§glich. Es gilt ein Einheitstarif pro Fahrstrecke, wobei Fahrten in klimatisierten Bussen teurer sind.

Gesundheit

Die Seychellen fallen im Jahr 2021 weltweit durch eine schnelle Corona-Impfkampagne auf. Neben Israel und den Vereinigten Arabischen Emiraten geh√∂rten die Seychellen seit Januar des Jahres st√§ndig zu den drei L√§ndern, die dem Rest der Welt bei der Impfquote weit voraus waren. Am Ende des ersten Quartals hatten 64,2¬†% der Gesamtbev√∂lkerung und damit fast alle Erwachsenen des Landes ihre Erstimpfung bekommen ‚Äď die weltweit h√∂chste Erstimpfungsquote. 34,0¬†% hatten bereits beide Impfungen ‚Äď Platz zwei hinter Israel.

Landgewinnung

Da die Hauptinsel Mah√© kaum ebene Fl√§chen zur Ansiedlung von Industrie oder zum Aufbau von weiterem Wohnraum bietet, wurden und werden Landgewinnungsma√ünahmen durchgef√ľhrt. Das Areal, auf dem sich der internationale Flughafen befindet, wurde so in den 1970er Jahren geschaffen. Weitere Projekte im Hafengebiet der Hauptstadt Victoria folgten. Von 1999 bis 2006 wurden f√ľr Landgewinnungsma√ünahmen nahe Mah√© und Praslin rund 190¬†Mio.¬†US-Dollar investiert. Vor Mah√© entstand eine neue, 57¬†Hektar gro√üe Insel mit dem Namen Eden Island. Diese k√ľnstliche Insel ist mit einer Br√ľcke (Eden Bridge) mit Mah√© verbunden und verf√ľgt √ľber einen eigenen Yachthafen, Restaurants, einige Einkaufsl√§den und unterschiedliche Dienstleistungsanbieter (zumeist Finanz und Reise). Der Zugang zu Eden Island ist seit 2011 nicht mehr nur Bewohnern der Insel vorbehalten. K√§ufer k√∂nnen Villen, Maisons und Appartements erwerben ‚Äď insgesamt entstehen rund 500 Einheiten, dazu auch Hotels und Ferienwohnungen. Ausl√§ndische K√§ufer k√∂nnen auf diesem Wege ein dauerhaftes Aufenthaltsrecht erhalten, das ansonsten f√ľr Touristen auf drei Monate begrenzt ist. Vor Praslin entstand mit Eve Island eine weitere k√ľnstliche Insel; die Insel ist durch mehrere Br√ľcken mit Praslin verbunden.

Umweltaspekte

Die Seychellen sind das erste Land der Erde, das den Naturschutz in seine Verfassung aufgenommen hat. Mit fast 59¬†% seiner Landfl√§che hat der Inselstaat mit Abstand prozentual den gr√∂√üten Anteil gesch√ľtzter Gebiete weltweit.

Zwei Orte wurden von der UNESCO zum Weltnaturerbe erklärt. Das Umweltschutzprogramm weist 20 Schutzgebiete aus und kennzeichnet weitere 370 Orte, deren Natur besonderen Schutzes bedarf.

Politik

Politisches System

Pr√§sident der Seychellen ist seit dem 26. Oktober 2020 Wavel Ramkalawan (Linyon Demokratik Seselwa). Der Prediger gewann am 24. Oktober 2020 mit 54,9¬†% der abgegebenen Stimmen gegen den bisherigen Amtsinhaber Danny Faure als erster Oppositionsf√ľhrer die Pr√§sidentschaftswahlen.

Die Nationalversammlung (Assemblée Nationale oder National Assembly) besteht aus 34 Abgeordneten, von denen 25 direkt gewählt werden. Die restlichen neun Sitze werden proportional zu allen Stimmen an die Parteien verteilt, die mindestens zehn Prozent der Stimmen erhalten haben.

Natur und Umwelt

Neben der Regierung der Seychellen haben sich auch zahlreiche unabh√§ngige Organisationen auf den Seychellen dem Umweltschutz verschrieben: ENVI.R.O, der Nature Protection Trust, die Seychelles Geosociety und die vielen Wildlife Clubs, die schon Kinder an Umweltthemen heranf√ľhren.

Im Jahr 1998 wurde die Organisation BirdLife Seychelles ins Leben gerufen und √ľbernahm Projekte und Programme, die bis dahin von BirdLife International verwaltet worden waren, darunter das Sonderreservat Cousin Island, das schon seit 1968 von BirdLife verwaltet wird. Auf dieser Insel wurde die von Menschen angelegte Kokosnussplantage wieder durch ‚Äď sekund√§ren ‚Äď Urwald ersetzt. Seitdem vergr√∂√üerten sich hier die Best√§nde des Seychellen-Rohrs√§ngers (Acrocephalus seychellensis) ‚Äď von 29¬†Exemplaren auf inzwischen wieder √ľber 1000.

Die Seychellen sind Heimat von 75 endemischen Pflanzenarten, 12 Amphibien- und 209 Vogelarten (davon zehn endemische Arten) und √ľber 1000 Arten wirbelloser Tiere. Die Regierung des Landes hat 230¬†km¬≤ Wasserfl√§che und etwa 49¬†Prozent der insgesamt 455¬†km¬≤ Landfl√§che (210¬†km¬≤) als Naturschutzgebiete ausgewiesen, darunter auch einige Inseln in ihrer Gesamtheit. Gemessen an der Grundfl√§che verf√ľgen die Seychellen damit √ľber den gr√∂√üten Anteil an Naturschutzgebieten auf der ganzen Erde.

Außenpolitik

In den ersten beiden Jahrzehnten ihrer staatlichen Unabh√§ngigkeit ratifizierten die Seychellen internationale Abkommen, die unter anderem den Handel mit bedrohten Arten, den Walfang sowie die Herstellung, Erprobung und Stationierung von ABC-Waffen im Hoheitsgebiet der Seychellen verbieten, die Handhabung und Entsorgung giftiger Abf√§lle regeln und den Schutz der Meere, der K√ľstenregionen, der Ozonschicht, der nat√ľrlichen Ressourcen und des Weltnatur- und -kulturerbes gew√§hrleisten.

Militär

Verwaltung

Bezirke

Die Seychellen sind in 27 Regierungsbezirke gegliedert. Davon liegen 22 hauptsächlich oder ausschließlich auf der Hauptinsel Mahé, je zwei auf Praslin und Perseverance Island, während La Digue mit Nebeninseln und auch einigen entfernteren Inseln einen weiteren Distrikt bildet. Die Outer Islands, die mit 211,3 km² flächenmäßig 46,44 % der Seychellen ausmachen, sind keinem Regierungsbezirk zugeordnet.

Kultur und Sehensw√ľrdigkeiten

Sehensw√ľrdigkeiten der Hauptstadt Victoria

Britisches Kolonialerbe

  • Das Stadtbild der Hauptstadt Victoria erinnert im Stadtkern an eine britische Kolonialstadt des beginnenden 20. Jahrhunderts. Der Uhrenturm, der entgegen h√§ufigen Behauptungen nicht dem Big Ben, sondern dem Little Ben nahe der Vauxhall Bridge in London nachempfunden ist, steht in der Mitte einer zentralen Stra√üenkreuzung in Victoria. Als Symbol der britischen Herrschaft gilt auch das Gerichtsgeb√§ude s√ľd√∂stlich davon.

Französisches Kolonialerbe

  • Zeugnisse der franz√∂sischen Kolonialgeschichte finden sich nicht nur auf dem historischen Friedhof mit dem Grab des legend√§ren Piraten Olivier Le Vasseur, genannt La Buse.
  • Die Cathedrale de la Conception Immacul√©e (Kathedrale der unbefleckten Empf√§ngnis) ist die katholische Hauptkirche der Seychellen.

Botanische Gärten

  • Im Jahr 1903 wurde bereits der heute noch existierende Botanische Garten bei Victoria er√∂ffnet. Er diente schon damals nicht nur der Erbauung, sondern auch der Forschung an landwirtschaftlich nutzbaren Pflanzen.
  • Mit der Zeit jedoch wurde das Areal des Gartens an der Mont Fleuri Road zu klein. Schon 1985 begann man deshalb mit Planungen f√ľr ein modernes und gr√∂√üeres Zentrum dieser Art. Bei Barbarons an der Westk√ľste Mah√©s entsteht nun ein neues Biodiversity Centre, das einen weitaus gr√∂√üeren Botanischen Garten, Baumschulen und einen Naturpark umfassen wird. Im Informationszentrum wird der interessierte Besucher alles √ľber die Bedeutung und den Nutzen der Pflanzen erfahren k√∂nnen, w√§hrend in den Labors die Forschung vorangetrieben wird.
  • Das Herbarium der Seychellen ist eine wissenschaftliche Pflanzensammlung und geht auf die ersten franz√∂sischen Siedler zur√ľck, welche die Eigenschaften der ihnen unbekannten Vegetation erforschten. Die Sammlung befindet sich derzeit noch in der Obhut des Nationalarchivs und hilft Wissenschaftlern bei der Identifikation von Pflanzen.

Weitere Sehensw√ľrdigkeiten

Weitere Sehensw√ľrdigkeiten der Hauptinsel Mah√© sind die Auberge de Bougainville, der Gew√ľrzgarten Le Jardin du Roi (auch Spicegarden genannt) und das Herrenhaus La Plaine St. Andr√©, das zu einem Restaurant umfunktioniert wurde.

Nationalparks und Naturschutzgebiete

Von den 455 km² Landfläche der Seychellen ist etwa ein Viertel bewaldet. Die sieben Nationalparks nehmen insgesamt eine Fläche von 43,8 km² ein, die vier Sonderreservate noch einmal 154,8 km². Zu diesen Gebieten zählen auch die beiden Welterbestätten der UNESCO. Dazu kommen noch sechs weitere Schutzgebiete. Insgesamt hat man auf den Seychellen 4000 Tier- und 850 Pflanzenarten identifiziert; davon werden 60 bzw. 13 Arten als bedroht eingestuft.

Auf den Seychellen befinden sich die Nationalparks (Jahr der Ausweisung):

  • Ste. Anne Marine (1973)
  • Morne Seychellois (1979)
  • Baie Ternay Marine (1979)
  • Curieuse Marine (1979)
  • Port Launay Marine (1979)
  • Praslin (Vall√©e de Mai, Maital) (1983) ‚Äď UNESCO-Weltnaturerbe
  • Silhouette Marine (1987)
  • Moyenne Island National Park (2009)

Special Reserves:

  • Aride Island (1975)
  • Cousine (1975)
  • Aldabra (1981) ‚Äď UNESCO-Weltnaturerbe
  • La Digue Veuve (1991)

Im Februar 2018 k√ľndigte die Regierung der Seychellen an, dass zwei weitere Schutzgebiete mit einer Gesamtgr√∂√üe von etwa 210.000 km¬≤ (81.000 Quadratmeilen) eingerichtet werden sollen. In der ersten Phase sollen 75.000 km¬≤ (29.000 Quadratmeilen) um die Aldabra-Gruppe gesch√ľtzt werden und in der zweiten Phase 135.000 km¬≤ (74.000 Quadratmeilen) Tiefseegebiet. Im Ausgleich f√ľr damit verbundene m√∂gliche wirtschaftliche Einbu√üen f√ľr die Seychellen √ľbernahmen private Naturschutzorganisationen wie die The Nature Conservancy und die Leonardo DiCaprio Foundation u.¬†a. 17 Millionen Euro der Staatsschulden der Seychellen. Durch diesen ‚ÄěSchulden-gegen-Naturschutz-Handel‚Äú (debt-for-nature-swap) soll der Anteil der unter Naturschutz stehenden Seegebiete der Seychellen von weniger als 1¬†% auf etwa 30¬†% steigen.

Strände

  • Der Strand von Anse Source d‚ÄôArgent wurde bekannt unter anderem durch Werbespots von Bacardi, Raffaello und anderen Firmen. Er befindet sich auf der viertgr√∂√üten Insel der Seychellen, La Digue.
  • Auf der zweitgr√∂√üten Insel, Praslin, befindet sich der Strand Anse Lazio.

Unterwasserwelten

Korallenriffe geh√∂ren, neben den tropischen Regenw√§ldern, zu den artenreichsten Lebensr√§umen der Erde. Mit einem Jahresfang von √ľber einer Megatonne Fisch h√§ngt die Wirtschaft der Seychellen in gro√üem Ma√ü von diesem Lebensraum ab. Au√üerdem dienen die Riffe als Wellenbrecher und sch√ľtzen K√ľsten vor Erosion. Im Jahr 1998 wurden allein 100.000¬†Euro (davon 70.000 Euro in Devisen) in den Bau von umweltfreundlichen Ankerpl√§tzen (embedment moorings) investiert, die die Korallen vor Besch√§digungen durch Schiffsanker sch√ľtzen. Durch die nat√ľrliche Erw√§rmung des Meerwassers (El Ni√Īo) auf der S√ľdhalbkugel in den letzten Jahren, deren Ursachen noch nicht vollst√§ndig erforscht sind, wurden m√∂glicherweise drei Viertel des Korallenbestandes der Seychellen durch Ausbleichen und Absterben in Mitleidenschaft gezogen. In Pilotstudien zur Wiederherstellung der Riffe soll nun durch die neue Biorock-Technologie (‚Äěmineral accretion‚Äú) versucht werden, das √Ėkosystem Riff neu zu beleben. In der N√§he besch√§digter nat√ľrlicher Korallenriffe werden zu diesem Zweck st√§hlerne Kunstriffe verankert, auf denen nach k√ľnstlich beschleunigter Kalksteinbildung Korallen ‚Äěangepflanzt‚Äú werden. Die Fortschritte werden durch Unterwasserkameras laufend √ľberwacht. √úber einen Zeitraum von vier Jahren (1999‚Äď2002) kostete das Projekt ca. 250.000¬†Euro. Die Stahlger√ľste m√ľssen aus dem Ausland importiert werden, wozu das Land rund 60.000¬†Euro an Devisen ben√∂tigt.

Legende Piratenschatz

  • Der ‚ÄěSchatz von Labuse‚Äú geht auf die √Ąra des legend√§ren franz√∂sischen Korsaren Olivier Le Vasseur, (genannt La Buse) zur√ľck, dessen angeblich unentdeckte Sch√§tze noch irgendwo auf einer Insel der Seychellen verborgen sind; unter anderem wird die Insel Moyenne als m√∂glicher Standort des Schatzes genannt. Die Legende lockt seit vielen Jahren Schatzsucher aus aller Welt auf die Inseln.

Besonderheiten

  • Auf Praslin findet man die Coco de Mer. Es handelt sich hierbei um die Frucht der Seychellenpalme, die als weltweit gr√∂√üte Kokosnussart gilt und ihren Namen durch ein Missverst√§ndnis erhielt. An verschiedenen Stellen des Indischen Ozeans wurden vereinzelt ‚ÄěCoco-de-Mer‚Äú-Samen angesp√ľlt. Da man sich die Herkunft nicht erkl√§ren konnte, nahm man an, dass diese Kokosnuss unter Wasser wachsen m√ľsse.
  • Ebenfalls bei Touristen beliebt ist Bird Island. Dort lebt die √§lteste Riesenschildkr√∂te der Welt; sie wurde von Fremdenf√ľhrern Esmeralda getauft.

Literatur

  • Thomas J. Kinne: Seychellen. In: Polyglott on tour. Gr√§fe und Unzer Verlag, M√ľnchen 2019, ISBN 978-3-8464-0460-7.¬†
  • Thomas Haltner, Thomas Kinne: Seychellen: Trauminseln im Indischen Ozean. Verlagshaus W√ľrzburg, W√ľrzburg 2016, ISBN 978-3-8003-4467-3.

Weblinks

  • Internetpr√§senz der Regierung der Republik Seychellen (englisch)
  • L√§nder- und Reiseinformationen des Ausw√§rtigen Amtes
  • Datenbank inhaltlich erschlossener Literatur zur gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Situation in Seychellen

Einzelnachweise



Quelle: Wikipedia

 

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Flagge: Seychelles

Name englisch: Seychelles
Hauptstadt: Victoria
Kfz: SY
ISO: SC
ISO3: SYC
Fläche: 455 km²
Tld: .sc
Wärung Einheit: SCR
Währung: Rupee
Vorwahl: 248

Ausdehnung / Grenzen (nach WGS 84 dezimal):
nördlichster Punkt: -4.2097858
südlichster Punkt: -10.2270331
westlichster Punkt: 46.1977848
östlichster Punkt: 56.294294


 
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