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Mayotte
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Informationen : MayotteMayotte [ma.jÉt] ist ein französisches Ăberseedepartement und eine Region im Indischen Ozean zwischen Madagaskar und der KĂŒste von Mosambik. Geographisch gehört es zum Archipel der Komoren. Der Hauptort ist Mamoudzou.
Im MĂ€rz 2011 erhielt Mayotte den Status des 101. französischen DĂ©partements. Seit Januar 2014 ist es als ein Gebiet in Ă€uĂerster Randlage Teil der EuropĂ€ischen Union, gehört jedoch nicht zum Schengen-Raum. Die Union der Komoren erhebt seit ihrer UnabhĂ€ngigkeit im Jahre 1975 Anspruch auf Mayotte. Auch die Vereinten Nationen erkennen den Anspruch Frankreichs nicht an. Amtssprache ist zwar Französisch, gesprochen wird aber vor allem Mahorisch, eine Variante des Swahili. Die Insel heiĂt auf Mahorisch âMahorĂ©â, wovon sich der Name der Sprache âMahorischâ sowie das Attribut âmahorischâ ableiten. Die Bewohner Mayottes werden âMahorerâ genannt.
Die Inselgruppe Mayotte besteht aus der Hauptinsel âGrande Terreâ (auch, wie das ganze Ăberseegebiet selbst, Mayotte genannt), der Nebeninsel âPetite Terreâ (Pamanzi) und mehreren kleineren und unbewohnten Inseln (Ăźlots). Die LandflĂ€che betrĂ€gt etwa 374 kmÂČ.
Mayotte ist mit etwa neun Millionen Jahren die Àlteste Vulkaninsel der Komoren. Korallenriffe umgeben die Inseln. In der Regenzeit von November bis MÀrz sind die Temperaturen höher als in der Trockenzeit. Der höchste Punkt ist mit 660 Metern der Mont Benara auf der Hauptinsel. Der Hauptort Mamoudzou liegt ebenfalls auf der Hauptinsel, wÀhrend der internationale Flughafen Dzaoudzi Pamandzi auf Petite Terre liegt.
Durch seine Randlage im Indischen Ozean und den Mangel an Lichtquellen auf der Insel ist Mayotte kaum von Lichtverschmutzung betroffen. Seit 2010 bilden die gesamten TerritorialgewĂ€sser und die AusschlieĂliche Wirtschaftszone von Mayotte den Parc naturel marin de Mayotte.
Die ursprĂŒngliche dichte Vegetation â tropischer Regenwald mit wertvollen Holzarten â ist stark zurĂŒckgedrĂ€ngt und fast nur noch in höheren Lagen erhalten. Vanille-Plantagen und Ylang-Ylang-Felder sind heute nicht mehr so bedeutend wie frĂŒher. In Niederungen kommen vor allem Kokospalmen, Bananen und MangobĂ€ume vor. Die KĂŒsten sind teilweise von Mangroven bewachsen.
Die Landfauna ist relativ artenarm und zeigt Ăhnlichkeit mit derjenigen Madagaskars. Es gibt seltene Vogelarten (endemisch sind die Mayotte-Zwergohreule und der Dotterbrust-Brillenvogel) und Schildkrötenarten sowie Braune Makis. Die KĂŒstengewĂ€sser sind reich an vielerlei Wassertieren.
Im Jahr 2018 entstand auf dem Meeresgrund fĂŒnfzig Kilometer östlich von Mayotte ein 820 Meter hoher submariner Vulkan in ca. 3500 Metern Tiefe, was sich im gleichen Jahr durch einen Erdbebenschwarm und ein Fischsterben in der Region bemerkbar machte. Dabei wurden ca. fĂŒnf Kubikkilometer Lava gefördert, womit es sich hierbei um den vermutlich gröĂten jemals beobachteten Ausbruch unter Wasser handelt.
Mayotte war seit 1500 in den HĂ€nden von madegassischen Herrschern und lokalen Sultanen. Sklavenjagden des madegassischen Volkes der Sakalava entvölkerten die Insel weitgehend, bis sie 1841 auf Wunsch des wehrlosen Sultans â gegen eine Summe von 1000 Piastres â von Frankreich zum Protektorat erklĂ€rt wurde.
Nachdem Frankreich zwischen 1886 und 1892 auch die drei anderen Inseln des Archipels unter sein Protektorat gestellt hatte, wurden die Inseln als Kolonie Mayotte et DĂ©pendances vom französischen Gouverneur von Mayotte verwaltet. 1912 wurde diese Kolonie an die französische Kolonie Madagaskar angeschlossen. Im Jahre 1946 wurden die gesamten Komoren ein französisches Territoire dâOutre-mer, dessen Hauptort zunĂ€chst Dzaoudzi auf Mayotte war, spĂ€ter jedoch nach Moroni auf der gröĂten Insel Grande Comore verlegt wurde.
Beim Referendum ĂŒber die UnabhĂ€ngigkeit der Komoren am 22. November 1974 stimmte Mayotte als einziger Teil des Archipels mehrheitlich gegen die UnabhĂ€ngigkeit der Komoren, wĂ€hrend die drei ĂŒbrigen Hauptinseln und damit auch das damalige französische Ăberseeterritorium der Komoren insgesamt mehrheitlich fĂŒr die UnabhĂ€ngigkeit stimmte. Frankreich entlieĂ daraufhin die drei anderen Hauptinseln der Komoren im Jahre 1975 in die UnabhĂ€ngigkeit, veranstaltete hingegen auf Mayotte im Februar 1976 ein erneutes Referendum, bei dem 99,6 % fĂŒr den Verbleib bei Frankreich stimmten, und erklĂ€rte Mayotte daraufhin durch Gesetz vom 24. Dezember 1976 zu einer CollectivitĂ© territoriale (Gebietskörperschaft) der Französischen Republik. Der Staat der Komoren erkennt die Trennung Mayottes von den ĂŒbrigen Inseln und dessen Zugehörigkeit zu Frankreich nicht an und erhebt seit seiner GrĂŒndung Anspruch auf Mayotte. Hierbei stĂŒtzt er sich auf mehrere aufeinanderfolgende Resolutionen der UN-Generalversammlung, die die Unteilbarkeit der Komoren bekrĂ€ftigt haben.
Auf der Grundlage eines Abkommens der französischen Regierung mit den lokalen Volksvertretern und eines positiven Votums der wahlberechtigten Einwohner in einem Referendum vom 2. Juli 2000 wurde durch Gesetz vom 11. Juli 2001 der Status der Gebietskörperschaft reformiert. Mayotte wurde dadurch zur CollectivitĂ© DĂ©partementale erklĂ€rt, die in ihrer inneren Organisation weitgehend an die gewöhnlichen französischen DĂ©partements angeglichen wurde. Am 29. MĂ€rz 2009 fand ein Referendum zur Frage statt, ob Mayotte den Status eines Ăbersee-DĂ©partements und einer Ăbersee-Region gemÀà Artikel 73 der Verfassung Frankreichs erhalten solle. Bei einer Wahlbeteiligung von 61,4 % stimmten 95,2 % mit âJaâ. In der Folge wurde Mayotte am 31. MĂ€rz 2011 das 101. DĂ©partement Frankreichs.
Nachdem Mayotte zuvor â ebenso wie vor ihrer UnabhĂ€ngigkeit die gesamten Komoren â als eines der Ăberseeischen LĂ€nder und Hoheitsgebiete mit der EG beziehungsweise EU assoziiert gewesen war, wurde es durch Beschluss des EuropĂ€ischen Rates zum 1. Januar 2014 als Gebiet in Ă€uĂerster Randlage auch Teil der EuropĂ€ischen Union.
Laut Marie-Claire Thull war Anfang der 2010er Jahre das Bruttoinlandsprodukt Mayottes pro Kopf zehnmal höher als das der Union der Komoren. Allerdings betrĂ€gt das BIP/Kopf im Vergleich zum Kernland Frankreichs weniger als ein Drittel. Die Französische Botschaft in Deutschland teilte im Dezember 2010 mit, es sei Ziel der französischen Politik, âden Lebensstandard der mahorischen Bevölkerung an das Niveau der Mutterland-Bewohner heranzufĂŒhrenâ.
Mayotte ist seit dem 31. MĂ€rz 2011 ein Ăbersee-DĂ©partements und eine Ăbersee-Region gemÀà Artikel 73 der Verfassung Frankreichs, in der neues französisches Recht unmittelbar gilt, sofern nicht Ausnahmen ausdrĂŒcklich vorgesehen sind. Die vor diesem Zeitpunkt in Kraft getreten französischen Gesetze mĂŒssen jedoch separat in Kraft gesetzt werden, was in vielen FĂ€llen noch nicht vollstĂ€ndig geschehen ist, so dass nach wie vor gröĂere rechtliche Abweichungen zum europĂ€ischen Frankreich bestehen als in anderen ĂberseedĂ©partements.
Als Gebietskörperschaft hat Mayotte seit dem 31. MĂ€rz 2011 den Status einer CollectivitĂ© territoriale unique mit der offiziellen Bezeichnung DĂ©partement de Mayotte, die die Aufgaben eines Departements und einer Region gleichzeitig ausĂŒbt.
Die französische Zentralregierung wird fĂŒr ihre ZustĂ€ndigkeitsbereiche durch den PrĂ€fekten vertreten. Eine weitere Untergliederung in Arrondissements existiert in Mayotte nicht.
Die beschlussfassende Volksvertretung des DĂ©partement de Mayotte ist der DĂ©partementrat (Conseil dĂ©partemental), der 26 Mitglieder hat. In jedem der 13 Kantone, die sich rĂ€umlich im Allgemeinen nicht mit den Gemeinden decken, werden zwei Mitglieder (conseillers dĂ©partementaux) â jeweils ein Mann und eine Frau â gemeinsam nach Mehrheitswahlrecht in potentiell zwei WahlgĂ€ngen gewĂ€hlt. Die Exekutive des DĂ©partements liegt beim PrĂ€sidenten des DĂ©partementrats. PrĂ€sident des DĂ©partementrats ist seit 2021 Ben Issa Ousseni.
Die lokalen Gebietskörperschaften sind die 17 Gemeinden. Die Gemeinden sind in fĂŒnf Ătablissements publics de coopĂ©ration intercommunale Ă fiscalitĂ© propre (kommunalen ZweckverbĂ€nden mit eigenen Steuereinnahmen) zusammengeschlossen.
Mayotte ist in der französischen Nationalversammlung seit Juni 2012 mit zwei direkt gewÀhlten Abgeordneten und im Senat mit zwei indirekt gewÀhlten Senatoren vertreten.
Seit 2014 gilt auf der Insel französisches Recht. Die Einwohner von Mayotte konnten bis zum 31. Dezember 2013 entscheiden, welches Recht auf sie angewandt wurde, entweder:
Die rechtliche Besonderheit des statut personnel war ein Hindernis fĂŒr die vollstĂ€ndige Eingliederung Mayottes in den französischen Staat.
Mit der 2011 erfolgten Eingliederung wurde das Rechtssystem an das des Mutterlandes angepasst.
Mayotte gehört seit dem 1. Januar 2014 als Gebiet in Ă€uĂerster Randlage zum Gebiet der EuropĂ€ischen Union. Es gehört zum Zollgebiet der Union und verwendet den Euro als gesetzliches Zahlungsmittel, ist jedoch nicht Teil des Geltungsbereichs des Mehrwertsteuersystems der EU und nicht Teil des Schengen-Raums.
Auf der Insel ist bis heute ein kleines Kontingent französischer Soldaten des 5e Régiment étranger der Fremdenlegion (ehemals Détachement de Légion étrangÚre de Mayotte) stationiert.
Die Frauen haben eine relativ starke Position in der mahorischen Gesellschaft. Sie sind traditionell die HauseigentĂŒmerinnen. Die MĂ€nner ziehen zu ihren Frauen und verlassen deren Haus im Falle der Scheidung, wodurch diese eine gewisse finanzielle Absicherung haben. Jeder Mann muss fĂŒr seine Töchter bzw. Schwestern ein Haus oder eine Etage bauen. Die HĂ€user werden von den MĂŒttern an die Töchter vererbt. Die Familien sind relativ instabil, was sich in einer hohen Scheidungsrate, aber auch Wiederverheiratungsrate zeigt. Scheidungen werden oft von den Frauen eingereicht, was keine soziale Schande ist. Offiziell ist die Polygamie seit kurzem verboten. Die Jungen ziehen im Alter von 14 Jahren traditionell in LehmhĂŒtten (Bangas) neben dem Elternhaus, um selbststĂ€ndig zu werden. Die Bangas werden von Bruder zu Bruder weitergegeben. Die MĂ€dchen bleiben im Elternhaus wohnen.
Kinder aufgegriffener illegal eingewanderter Eltern werden oft von diesen auf Mayotte zurĂŒckgelassen; teilweise wird ihre Existenz französischen Exekutivorganen gegenĂŒber verschwiegen. AnschlieĂend sind sie sich selbst ĂŒberlassen und schlieĂen sich Gangs an, deren Mitglieder nicht die Schule besuchen, keine legale Arbeit finden und ĂŒberwiegend von DiebstĂ€hlen leben. Erwachsene Menschen «sans papiers» (âohne Papiereâ, also ohne Aufenthaltsberechtigung) werden regelmĂ€Ăig von der Polizei aufgegriffen, können aber de facto nicht abgeschoben werden, da die Union der Komoren weder eigene StaatsbĂŒrger noch Menschen mit ungeklĂ€rter StaatsbĂŒrgerschaft zurĂŒcknimmt.
98 % der Bevölkerung sind sunnitische Muslime.
Von 160.301 Bewohnern waren gemÀà Zensus von 2002 64,7 % in Mayotte geboren, 3,9 % in anderen französischen Gebieten. 28,1 % waren von den benachbarten Inseln der Komoren eingewandert, 2,8 % aus Madagaskar und die ĂŒbrigen 0,5 % aus anderen LĂ€ndern. Im Juli 2004 wurden 178.438 Einwohner gezĂ€hlt, wovon mehr als die HĂ€lfte jĂŒnger als 20 Jahre war.
Nach Angaben von Mansour Kamardine (BĂŒrgermeister von Mayotte 2002â2007) waren im Jahr 2017 52 % der Bevölkerung illegale Einwanderer und ihre Kinder, von denen die meisten ĂŒber die benachbarte Komoreninsel Anjouan einreisen. Die meisten dieser Einwanderer sind Afrikaner aus dem Gebiet der GroĂen Seen, Pakistaner und Madegassen. 2015 lebten geschĂ€tzte 100.000 bis 150.000 illegale Einwanderer auf Mayotte, meist von den umliegenden Inseln zugewanderte Menschen. Da die Zuwanderer zumeist nachts in kwassa-kwassa genannten Booten die Ăberfahrt nach Mayotte wagen, ist es schwierig, die illegale Zuwanderung effektiv zu unterbinden, obwohl es rund um Mayotte Frontex-Ă€hnliche Kontrollen der GewĂ€sser gibt, zumal die Bootsinsassen das Risiko, durch Kentern zu sterben, in Kauf nehmen. 2013 sorgte der PrĂ€sident der Komoren, Ikililou Dhoinine, bei der UN-Generalversammlung fĂŒr Aufsehen, als er den Delegierten in New York erklĂ€rte, dass die strenge Handhabung der fĂŒr die Einreise nach Mayotte geltenden Visumspflicht fĂŒr den Tod von 10.000 seiner Landsleute verantwortlich sei und das Meer zwischen Mayotte und den anderen Inseln zum âgröĂten Unterwasser-Friedhof der Weltâ gemacht habe.
Hauptmotiv der Zuwanderer sei es 2007 gewesen, unter harten Bedingungen, aber zu wesentlich attraktiveren Löhnen als in der Heimat auf Plantagen zu arbeiten. TatsĂ€chlich versuchen französische Behörden, aufgegriffene illegale erwachsene Einwanderer zĂŒgig abzuschieben. Unter den Einreisenden sind hochschwangere Frauen stark vertreten, da Frankreich prinzipiell keine MinderjĂ€hrigen abschiebt. Die Hoffnung, dass diese Kinder französische StaatsbĂŒrger werden, scheitert oft schon an der Bedingung, dass sie bis zu ihrem 16. Geburtstag ihrer Schulpflicht gewissenhaft nachkommen mĂŒssen, deren Einhaltung aber de facto nicht erzwungen werden kann.
Nach Aussagen des Abgeordneten Mansour Kamardine vor dem französischen Parlament 2020 fĂŒhrte die massive illegale Einwanderung seit mehreren Jahren zu einer kontinuierlichen Steigerung der Gewalt. Einen Höhepunkt erreichten die Gewalttaten im November 2022, als sich die Insel âam Rande des BĂŒrgerkriegsâ befand, nachdem zwei rivalisierende Banden HĂ€user und Autos in der Hauptstadt in Brand gesetzt, StraĂensperren errichtet und Schulbusse attackiert sowie SchĂŒler mit Macheten angegriffen und einigen Jugendlichen die HĂ€nde abgehackt hatten.
Aus Protest gegen die ungezĂŒgelte illegale Einwanderung und enorm gestiegene KriminalitĂ€t haben Demonstranten im gesamten Territorium wochenlang StraĂenblockaden errichtet. Im Februar 2024 erklĂ€rte der fĂŒr die französischen Ăberseegebiete zustĂ€ndige Minister GĂ©rald Darmanin das Ende des bisher geltenden Jus soli auf Mayotte. Nach einer VerfassungsĂ€nderung sollen nur noch Kinder, die auf Mayotte geboren wurden, französische StaatsbĂŒrger werden können, wenn ihre Eltern dies schon sind. AuĂerdem soll der Familiennachzug nur fĂŒr Personen erlaubt sein, die seit mindestens fĂŒnf Jahren eine Aufenthaltserlaubnis besitzen. Bei der Europawahl 2024 erreichte folglich die Anti-Immigrationspartei Rassemblement National unter Marine Le Pen auf Mayotte mit ĂŒber 50 % der Stimmen ihr bestes Ergebnis aller Französischen Ăberseegebiete.
Die Operation Wuambushu (mahorisches Wort im Sinne von âWiederaufnahmeâ â in die Hand nehmen) ist eine französische Polizeioperation, die ab April 2023 in Mayotte lief und darauf abzielte, AuslĂ€nder ohne Aufenthaltserlaubnis auszuweisen, Slums zu zerstören und die KriminalitĂ€t auf dem Archipel zu bekĂ€mpfen. Die KriminalitĂ€tsrate auf Mayotte ist ungewöhnlich hoch: Brandstiftung, EinbrĂŒche, Raub und Totschlag. Unter den TĂ€tern sollen auch teilweise mit Macheten bewaffnete Jugendbanden sein, die in der politischen Debatte als illegale Einwanderer verortet werden.
Die Operation wurde am 22. Februar 2023 von der satirischen Wochenzeitung Le Canard enchaĂźnĂ© aufgedeckt und ihre Auslösung am 20. April 2023 vom französischen Innenminister GĂ©rald Darmanin in einem Interview mit der Pariser Tageszeitung Le Figaro bestĂ€tigt. Bei seinem Besuch in Mayotte im Dezember 2022 hatte Darmanin angekĂŒndigt, den Kampf gegen illegale Einwanderung verschĂ€rfen zu wollen. Illegale Einwanderer machten schon 30 % der Bevölkerung aus.
Anfangs wurde der Abriss der Elendsquartiere vom Gericht ausgesetzt. Nach ĂŒber einem Monat, in dem es zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen illegalen Einwanderern und aus Frankreich eingeflogenen SicherheitskrĂ€ften gekommen war, wurde der Abbruch von Elendsquartieren fortgesetzt und es wurden illegale Einwanderer mit Ausweisen der Komoren dorthin ausgeschifft. Die FĂ€hrverbindung zu den Komoren war drei Wochen lang unterbrochen worden und wurde dann wieder aufgenommen. Im September 2023 kĂŒndigte GĂ©rald Darmanin den Abriss von 400 Behausungen (von ursprĂŒnglich geplanten 1000), 1.327 Verhaftungen, darunter fast alle BandenfĂŒhrer, die identifiziert worden waren (55 von 59), und einen RĂŒckgang der Gewaltdelikte um 10 % an. Journalisten zufolge hat die Operation Wuambushu ihre Ziele, die Slums und die Einwanderung zu reduzieren, nicht erreicht. FĂŒr Le Figaro war die Operation ein Fehlschlag.
Es existieren weder Schienenverkehr noch kĂŒnstliche WasserstraĂen auf Mayotte.
Die StraĂen auf Mayotte haben eine GesamtlĂ€nge von 93 km. Davon sind 72 km befestigte und 21 km unbefestigte StraĂen.
Der Flughafen Dzaoudzi Pamandzi ist der einzige Flughafen Mayottes.
Die Insel lebt vor allem von den Einfuhrzöllen, der Agrarwirtschaft, den auf Zeit entsandten französischen Beamten und zu einem geringen Anteil vom Tourismus. Die meisten GĂŒter mĂŒssen importiert werden. Die gröĂten Wirtschaftspartner sind Frankreich und die Komoren, die gemeinsam etwa 95 % des AuĂenhandels abwickeln. Die WĂ€hrung Mayottes ist der Euro.
Im Jahr 2022 betrug die Arbeitslosenquote 34Â %.
Mayotte ist weder Mitglied des FuĂball-Weltverbandes FIFA noch der afrikanischen CAF, hat aber eine FuĂballauswahl.
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