Länder/Staaten
> Antarktis
>
Heard und McDonaldinseln
Karte: Heard und McDonaldinseln
|
Grenzen der Regionen auf der Karte anzeigen
|
Nachbarstaaten auf der Karte anzeigen
Nachbarstaaten: (0)
Die Nachbarstaaten werden automatisch anhand der Grenzen errechnet. Daher kann es vorkommen, dass ein Nachbarstaat fehlt oder zu viel angezeigt wird.
Informationen : Heard und McDonaldinselnHeard und die McDonaldinseln (englisch Heard Island and McDonald Islands) sind ein australisches AuĂengebiet im sĂŒdlichen Indischen Ozean. Das Gebiet hat die amtliche Bezeichnung Territory of Heard Island and McDonald Islands (AbkĂŒrzung: HIMI, deutsch: Territorium Heard und McDonaldinseln).
Die ursprĂŒnglich vom Vereinigten Königreich beanspruchte Inselregion wurde 1947 Australien ĂŒbergeben. Verwaltet werden die Inseln von der Australian Antarctic Division im Department of Agriculture, Water and the Environment in Canberra.
Das Territorium liegt 1668 km nördlich von Ostantarktika, 3843 km sĂŒdwestlich von Western Australia und 4205 km sĂŒdöstlich von SĂŒdafrika. Das nĂ€chste Land sind die Kerguelen, 445 km im Nordwesten.
Es besteht aus der Insel Heard mit der Nebeninsel Shag sowie den 43 km westlich davon gelegenen McDonald-Inseln, aus einigen kleinen SchĂ€ren sowie dem Meeresgebiet rund um die Inseln. Das Gebiet hat einschlieĂlich der HoheitsgewĂ€sser eine GesamtflĂ€che von etwa 6600 kmÂČ, wovon allerdings nur etwa 370 kmÂČ LandflĂ€chen sind. Die Insel Heard hat eine FlĂ€che von 368 kmÂČ, die McDonald-Inseln sind nur etwa 2,5 kmÂČ groĂ.
Auf der Insel Heard befindet sich der aktive Vulkan Big Ben, dessen höchster Punkt, der Mawson Peak, mit 2745 m Höhe auch der höchste Punkt Australiens ist (wenn man Mount McClintock im von Australien beanspruchten Gebiet der Antarktis nicht mit einbezieht). Er ist 517 m höher als der Mount Kosciuszko auf dem australischen Festland.
Die Inseln Heard und McDonald bestehen aus vulkanischem Gestein und Kalkstein. Sie befinden sich auf dem Kerguelenplateau, einem unterseeischen Gebirge, das 3700 m ĂŒber den Meeresboden hinausragt. Die Inseln sind, abgesehen von den Kerguelen, die einzigen Stellen, an denen das Kerguelenplateau ĂŒber die WasseroberflĂ€che hinaus ragt.
Die Inseln liegen nach solaren Kriterien am polnahen Rand der kĂŒhlgemĂ€Ăigten Klimazone (etwa auf dem gleichen Breitengrad wie Bremen auf der Nordhalbkugel, klimatisch jedoch eher vergleichbar mit der SĂŒdkĂŒste Islands). Aufgrund des prĂ€genden ozeanischen Einflusses â der ĂŒber das Jahr nur sehr geringe Temperaturschwankungen und permanente Feuchtigkeit verursacht â wird die thermische Zuordnung uneinheitlich von kĂŒhl- ĂŒber kaltgemĂ€Ăigt bis (sub)polar vorgenommen. Nach Köppen & Geiger herrscht Tundrenklima, da der wĂ€rmste Monat zwischen 0 ° und 10 °C liegt. Eine genauere hygrothermische Zuordnung nehmen Troll & Paffen vor: Demnach handelt es sich um ein subpolares, hochozeanisches Klima mit Jahresschwankungen unter 13 K, mĂ€Ăig kalten, schneearmen Wintern und kĂŒhlen Sommern, die als Vegetation nur baumfreies, subpolares Grasland und Moore (jedoch keine âechteâ Tundra auf Dauerfrostboden) zulassen.
Das Klima ist stark von der Antarktis beeinflusst, wird jedoch durch die maritime Lage erheblich gemildert. Das Wetter ist gekennzeichnet durch geringe jahreszeitliche und tĂ€gliche Temperaturschwankungen, anhaltende, aber im Allgemeinen geringe Bewölkung, hĂ€ufige NiederschlĂ€ge und starke Winde. Schneefall tritt das ganze Jahr ĂŒber auf. Die monatlichen Durchschnittstemperaturen in Atlas Cove (am nordwestlichen Ende der Heard-Insel) liegen zwischen 0,0 und 4,2 °C, mit einer durchschnittlichen Tageshöchsttemperatur von 3,7 bis 5,2 °C im Sommer und â0,8 bis 0,3 °C im Winter. Die Winde wehen ĂŒberwiegend aus westlicher Richtung und sind anhaltend stark. In Atlas Cove liegen die monatlichen Durchschnittswindgeschwindigkeiten zwischen 26 und 33,5 km/h. Es wurden Böen von ĂŒber 180 km/h gemessen.
Die jĂ€hrliche Niederschlagsmenge auf Meereshöhe auf Heard Island liegt in der GröĂenordnung von 1.300 bis 1.900 mm; Regen oder Schnee fĂ€llt an etwa 3 von 4 Tagen. Nach Angaben des Australian Bureau of Meteorology gibt es auf Heard Island (Atlas Cove) durchschnittlich 96,8 Schneetage im Jahr.
Die Inselgruppe ist ein Naturschutzgebiet, in dem Robben und Vögel leben. Auf Heard befindet sich eines von sieben Brutgebieten des Königspinguins.
Auf den Inseln gibt es keine fremden Spezies, ein weltweit fast einmaliger Fall. Australien erlaubt maximal 400 Besuchern pro Jahr und höchstens 60 auf einmal das Betreten. 1997 wurde die Inselgruppe von der UNESCO zum Weltnaturerbe und 2002 durch Australien zu einem Meeresschutzgebiet, zum Heard Island and McDonald Islands Marine Reserve, erklÀrt.
Die Insel Heard hat eine Ost-West-Ausdehnung von 40Â km und eine Nord-SĂŒd-Ausdehnung von 26Â km. Die Topographie wird vom Mawson Peak dominiert. Der Big Ben hat einen Durchmesser von 21Â km, der Berg wurde mehrmals bestiegen.
Bis 1992 galt der Big Ben als einziger aktiver Vulkan Australiens. Seit jenem Jahr kam es nach einer auf 35.000 bis 100.000 Jahre geschÀtzten Ruhephase zu einer Kette von Eruptionen auf der Nachbarinsel McDonald, deren FlÀche sich durch die Magmaströme seither mehr als verdoppelte.
Die Insel Heard ist sowohl karstig als auch vulkanisch. Etwa 70 % der InseloberflĂ€che sind mit Eis bedeckt. Ein 2025 veröffentlichtes Gletscherinventar zĂ€hlte auf Heard 29 Gletscher, davon einige kleine auf der Laurens-Halbinsel und 19 am Big Ben, die bis zu 32,3 kmÂČ groĂ sind. Darunter sind (aufgefĂŒhrt von Norden aus im Uhrzeigersinn): Downes, Ealey, Compton, Brown, Stephenson, Winston, Fiftyone, Deacock, Gotley, Lied, Abbotsmith, Allison, Vahsel, Schmidt, Baudissin, Challenger und Mary-Powell. Die Entwicklung der Gletscher gilt als Indikator fĂŒr die KlimaerwĂ€rmung; 1947 reichten sie noch bis zum Meer, heute enden sie mehrere hundert Meter im Landesinneren: Ihre FlĂ€che ist zwischen 1947 und 2009 um 22 % geschrumpft, besonders an der Ostseite der Insel. Auf der Laurens-Halbinsel sind bis 2019 fast 80 % der GletscherflĂ€che verloren gegangen.
Der US-amerikanische KapitĂ€n John Heard (1809â1862), unterwegs mit seinem Schiff Oriental, sichtete die Insel am 25. November 1853 wĂ€hrend einer Fahrt von Boston nach Melbourne. Er berichtete die Entdeckung offiziell am 24. Dezember. Wenig spĂ€ter, am 4. Januar 1854, entdeckte KapitĂ€n William McDonald an Bord des Schiffes Samarang die Insel McDonald in der NĂ€he der Heard-Insel. Vereinzelte Berichte ĂŒber frĂŒhere Entdeckungen sind zweifelhaft.
Die erste Landung auf Heard erfolgte im MĂ€rz 1855 durch Besatzungsmitglieder des Schiffs Corinthian unter KapitĂ€n Erasmus Darwin Rogers. Zwischen 1855 und 1880 verbrachten einige US-RobbenfĂ€nger ein Jahr oder mehr auf der Insel. 1880 war die Robbenpopulation fast vollstĂ€ndig ausgerottet und die RobbenfĂ€nger verlieĂen die Insel.
1874 sammelten Wissenschaftler des britischen Forschungsschiffes Challenger geologisches und botanisches Material. Zwischen 1900 und 1929 fanden einige wenig erfolgreiche Walfangversuche statt. 1902 besuchte Erich von Drygalski, Leiter der Ersten deutschen Antarktisexpedition, mit dem Schiff GauĂ die Insel und stellte erstmals umfassendes wissenschaftliches Material zur Geologie, Flora und Fauna der Insel zusammen.
1929 stellte der französische Geologe Edgar Aubert de la RĂŒe einige Studien an, als er mit einem WalfĂ€nger zur Insel kam. Im selben Jahr besuchte Sir Douglas Mawson, Leiter der British Australian and New Zealand Antarctic Research Expedition (BANZARE) die Insel Heard fĂŒr eine Woche, als er auf dem Weg zur Antarktis war. Eine SchutzhĂŒtte wurde gebaut, die SchiffbrĂŒchigen als Unterschlupf dienen sollte. Ăberbleibsel der HĂŒtte stehen noch heute.
Die erste der Australian National Antarctic Research Expeditions (ANARE) baute eine Station bei Atlas Cove am westlichen Ende der Insel im Dezember 1947. Insgesamt befanden sich zwischen 10 und 15 Mitarbeiter auf der permanent besetzten Station, die 1955 wieder geschlossen wurde.
Ein US-amerikanisches Forschungsteam des PAGEOS-Programms war vom MĂ€rz 1969 bis April 1970 in Atlas Cove stationiert. Neben ihrer wissenschaftlichen Arbeit renovierten die Mitglieder zahlreiche der ANARE-HĂŒtten und errichteten eine KĂŒche und Messe. Von Januar bis MĂ€rz 1971 nutzte eine französisch-australische Expedition die Station in der Atlas Cove. Dieser Expedition gelang die erste Landung auf der McDonald-Insel.
Im Jahr 2025 wird die Australian Antarctic Division zum ersten Mal seit ĂŒber 20 Jahren Expeditionsteilnehmer und Wissenschaftler, die im Rahmen des Australian Antarctic Program arbeiten, auf zwei Reisen mit dem Forschungseisbrecher Nuyina zu den Heard- und McDonald-Inseln fĂŒhren.
Im Zuge von US-Sanktionen verhĂ€ngte PrĂ€sident Trump am 2. April 2025 US-Importzölle in Höhe von zehn Prozent auf Produkte der Heard und McDonaldinseln, die in dem Erlass als eigenstĂ€ndiges Land gefĂŒhrt werden, obwohl diese unbewohnt sind. Nach Daten der Weltbank exportierten die Inseln im bislang letzten Erfassungsjahr 2022 Waren im Wert von 1,4 Millionen Dollar in die USA, vor allem Maschinen und Elektroartikel, aber auch GemĂŒse im Wert von 25.020 $. Eine Analyse von US-Importdaten und Versandaufzeichnungen durch den Guardian ergab, dass einige Sendungen die Inseln fĂ€lschlicherweise als Herkunftsland auffĂŒhrten. So verschiffte die österreichische Starlinger Gruppe eine Plastik-Recyclinganlage von âVienna, Heard Island and McDonald Islandsâ nach Oakland in Kalifornien. Es wird angenommen, dass die Abwicklung von GeschĂ€ften unter Angabe einer Adresse auf den unbewohnten Inseln dazu diente, Steuervorteile zu bekommen oder die GeldwĂ€sche-Filter der Banken zu umgehen, weil der Name der Inseln bisher auf keiner schwarzen Liste steht.
Die Inseln besitzen â obwohl unbewohnt â mit .hm eine eigene Top-Level-Domain.
Regionen (0)| Abk | Name | O |
|---|---|---|
| Kerguelen | ||
| Kerguelen |
