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Staat Informationen : Kokosinseln

Informationen:


Die Kokosinseln, auch als Keelinginseln bekannt, (englisch Cocos Islands oder Keeling Islands), amtlich Territory of Cocos (Keeling) Islands sind eine Inselgruppe im Indischen Ozean und sind ein australisches Außengebiet. Namensgebend ist die heimische Kokospalme.

Lage

Die Inselgruppe liegt etwa 2930 km nordwestlich von Perth, 3685 km westlich von Darwin, 960 km sĂŒdwestlich der Weihnachtsinsel und mehr als 1000 km sĂŒdwestlich von Java und Sumatra entfernt. Der nĂ€chstgelegene Festlandspunkt Australiens ist das Kap Low Point auf der Halbinsel North West Cape mit einer Distanz von 2109 km.

Bevölkerung

Im Jahr 2005 lag die Bevölkerungszahl bei 628 Einwohnern, bis August 2011 sank sie auf 550. Im Census 2016 wurden 244 Personen gelistet. Die gesamte LandflĂ€che betrĂ€gt 14,2 kmÂČ. Unter den Bewohnern befinden sich mehr als 400 Cocos Malays, eine Ethnie, die sich im Verlauf der Geschichte auf den Inseln bildete.

Die Hauptinsel mit Flughafen ist West Island. Dort leben ungefĂ€hr 130 Einwohner, etwa 420 leben auf Home Island. Die ĂŒbrigen Inseln sind nicht dauerhaft bewohnt.

Geologie

Die Kokosinseln bestehen aus den zwei Atollen North Keeling und South Keeling, die sich im Abstand von 25 Kilometern auf den Spitzen von etwa 5000 Meter hohen unterseeischen Vulkanen gebildet haben, die als Cocos Rise bezeichnet werden. Sie sind Teil eines grĂ¶ĂŸtenteils unterseeischen BergrĂŒckens, der sich bis zur Weihnachtsinsel erstreckt. Die Atolle sind mit einem Plateau verbunden, das in einer Meerestiefe von 700 bis 800 Metern liegt. Charles Darwin besichtigte 1836 die Atolle (es waren die einzigen, die er je untersuchte) und entwickelte eine Theorie ihrer Bildung, die bis zum heutigen Tag anerkannt ist.

Die Atolle weisen eine GesamtlandflĂ€che von etwa 14 kmÂČ auf. Sie sind eben und flach, der höchste Punkt liegt lediglich neun Meter ĂŒber dem Meeresspiegel. Der Tidenhub betrĂ€gt nicht mehr als zwei Meter. Beide Atolle sind Koralleninseln, die sich im Durchschnitt drei bis fĂŒnf Meter ĂŒber den Meeresspiegel erheben und ringförmig eine seichte Lagune einschließen. WĂ€hrend sie an den Außenseiten relativ steil aus dem Meer aufsteigen, fallen sie zur Lagune hin sanft ab.

Geographie

Das kleinere nördliche Atoll, North Keeling, besteht aus nur einer einzigen, C-förmigen Insel mit einer LÀnge von etwa 2,0 km und 1,3 km Breite. Sie steht seit 1986 unter striktem Naturschutz und ist Teil des Pulu-Keeling-Nationalparks.

Das sĂŒdliche Atoll, South Keeling, besteht aus 26 Inseln, welche eine birnenförmige Lagune mit einem Durchmesser von etwa neun Kilometern und einer Tiefe von bis zu zwanzig Metern umschließen. Die grĂ¶ĂŸte Insel, West Island, ist etwa zehn Kilometer lang und einen halben Kilometer breit. Auf den Inseln gibt es keine FlĂŒsse oder Seen. Die einzigen SĂŒĂŸwasserressourcen sind flache unterirdische Wasserlinsen, die sich auf einigen der grĂ¶ĂŸeren Inseln durch Regenwasser bilden, das auf dem schwereren Salzwasser schwimmt.

Die Kokosinseln liegen nahezu antipodisch zur Kokos-Insel (Costa Rica).

Flora und Fauna

Auf den Kokosinseln gab es vor der menschlichen Besiedlung aufgrund ihrer abgelegenen Lage keine LandsĂ€ugetiere. Es gibt zahlreiche Seevögel: Im Pulu-Keeling-Nationalpark wurden 24 Vogelarten gezĂ€hlt, darunter der Rotfußtölpel mit mehr als 30.000 Brutpaaren, Bindenfregattvogel, Arielfregattvogel und die endemische Keeling-Bindenralle. Es gibt Suppenschildkröten und Echte Karettschildkröten. Die einzige Seeschlangenart, die auf den sĂŒdlichen Atollen gesichtet wurde, ist die PlĂ€ttchen-Seeschlange. Im Meer um die Inseln kommen zahlreiche Weichtiere, Fischarten, Krebstiere, StachelhĂ€uter und riffbildende Steinkorallen vor.

Da die Kokosinseln zu keiner Zeit mit einem Festland verbunden waren, konnten Pflanzensamen vor der menschlichen Besiedlung lediglich durch Wind, Wasser oder Vögel eingetragen werden. In einem geologischen Umfeld, das durch Vulkanismus und Korallenwachstum geprĂ€gt ist, entwickelten sich verhĂ€ltnismĂ€ĂŸig wenige Pflanzenarten. 61 Arten von Pflanzen wurden auf den Kokosinseln gezĂ€hlt. Auf den Atollen wachsen vor allem Pisonia, Kokospalmen, Samtblatt, Teepflanzen und GrĂ€ser der Portulak-Keilmelde und in den GewĂ€ssern der Atolle TangwĂ€lder, Seegraswiesen und tropische Meerespflanzen.

Geschichte

Entdeckung

Die Inseln sollen 1609 von William Keeling, einem KapitĂ€n der Britischen Ostindien-Kompanie, entdeckt worden sein. Beweise fĂŒr diese These fehlen allerdings. Erst in einem niederlĂ€ndischen Atlas von 1659 ist erstmals von den „Cocos Eylanden“ die Rede, 1703 nannte sie der britische Hydrograph Thornton „Keeling Islands“. Eine erste genaue Beschreibung findet sich 1753 im Buch „Zeefakkel“ des NiederlĂ€nders Gerard Hulst van Keulen. Der britische Hydrograph James Horsburgh fertigte 1805 genaue Seekarten dieser GewĂ€sser an und bezeichnete die Inseln als „Cocos-Keeling-Islands“. In den Folgejahren strandeten mehrere Schiffe vor den Inseln (1825 die Mauritius aus Frankreich sowie 1826 die Sir Francis Nicholas Burton und 1834 die Earl of Liverpool aus Großbritannien).

Anfangszeit

Im Jahre 1826 siedelten die NiederlĂ€nder den ehemaligen britischen Commissioner von Borneo, Alexander Hare, mit seinem Gefolge und malaiischen Leibeigenen auf den ihrer Kolonie Java vorgelagerten Inseln an. Er kultivierte West Island, Horsburgh Island und Direction Island, auf denen er Kokosöl produzierte. 1831 verließ Hare die Inseln und starb auf dem Weg nach Großbritannien. Sein Verwalter John Clunies-Ross aus Schottland eignete sich daraufhin die Inseln an. Auch er produzierte Kokosöl, das er erfolgreich in NiederlĂ€ndisch-Java verkaufte. Außerdem dienten die Inseln als Zwischenstation fĂŒr Walfangschiffe auf dem Weg in die Antarktis. Clunies-Ross errichtete auf den Inseln eine autoritĂ€re Herrschaft mit eigenen Gesetzen und eigenem, nur auf seinen Inseln gĂŒltigem Geld, das erst 1978 abgeschafft wurde. Eine britische Kommission sollte die ZustĂ€nde auf der Insel ĂŒberprĂŒfen. Die Briten fanden jedoch keinen Grund zum Eingreifen. Den Wunsch von Clunies-Ross nach britischer Herrschaft ĂŒber die Insel lehnten die Briten jedoch ab. 1841 hisste er daher aufgrund seiner guten Handelsbeziehungen nach Java die niederlĂ€ndische Flagge, was ihm aber von der niederlĂ€ndischen Regierung verboten wurde.

Britische Inbesitznahme

Nach dem Tod von John Clunies-Ross im Jahre 1854 ĂŒbernahm sein Sohn John George die Inseln. 1857 nahm Großbritannien die Kokosinseln versehentlich offiziell in Besitz. Eigentlich sollte das Schiff der Kolonialverwaltung die Kokosinseln nördlich der Andamanen besetzen. John George Clunies-Ross holte weitere ArbeitskrĂ€fte, meist Gefangene aus Java, auf die Inseln. Es kam zu zahlreichen AufstĂ€nden und PlĂŒnderungen.

Nach dem Tod seines Vaters schaffte der neue Besitzer George Clunies-Ross 1871 die Zwangsarbeit ab und ersetzte die Gefangenen durch malaiische Arbeiter. 1876 zerstörte ein Zyklon ĂŒber die HĂ€lfte der Kokosplantagen. Clunies-Ross baute die Infrastruktur der Inseln wieder auf. 1901 errichtete die „Eastern Extension Telegraphy Company“ auf Direction Island eine Relaisstation fĂŒr ihr Unterwasserkabelnetz. Ein weiterer Zyklon verwĂŒstete 1909 die Inseln vollstĂ€ndig, 90 % der Palmen und 95 % der HĂ€user wurden zerstört. Nach der Zerstörung seines Lebenswerkes starb George Clunies-Ross im Jahre 1910, und sein Sohn Sydney Clunies-Ross ĂŒbernahm die Herrschaft ĂŒber die Inseln. Er ließ zwei Malaien, die einen Landsmann ermordet haben sollen, zum Tode verurteilen und mit Gewichten an den FĂŒĂŸen bei lebendigem Leib im Meer versenken.

Erster Weltkrieg

Auf Direction Island wurde 1910 auch eine Funkstation errichtet. Im Ersten Weltkrieg waren Kabel- und Funkstation auf der Insel am 9. November 1914 Ziel des Angriffs eines deutschen Landungsunternehmens des Kleinen Kreuzers SMS Emden. WĂ€hrend des Angriffes wurde die SMS Emden vom australischen Leichten Kreuzer HMAS Sydney entdeckt und angegriffen. Die kleine deutsche Restbesatzung erwiderte zwar das Feuer, und die Sydney drehte sogar ab, kehrte jedoch gleich um, als klar wurde, dass die Emden nicht folgte, und feuerte erneut auf die Emden, auf der es Tote gab. Das Schiff wurde in diesem Gefecht so stark beschĂ€digt, dass es von der eigenen Besatzung auf das Riff gesetzt und aufgegeben werden musste. Das Landungskorps der Emden, das bei dem Gefecht der Kriegsschiffe zurĂŒckgeblieben war, setzte mit dem Schoner Ayesha nach Sumatra ĂŒber und erreichte spĂ€ter unter außerordentlichen Schwierigkeiten mit dem deutschen Dampfer Choising die arabische KĂŒste und von dort aus ĂŒber Konstantinopel (Istanbul) die Heimat.

Zweiter Weltkrieg

Nach dem Ersten Weltkrieg waren alle Inseln besiedelt, und die Bevölkerung belief sich 1940 auf 1450 Menschen, deren Versorgung durch den Zweiten Weltkrieg zunehmend kritisch wurde. Aufgrund der Lebensbedingungen auf seinen Inseln entging Sydney Clunies-Ross nur knapp einer Anklage durch die britische Anti-Sklaven-Liga.

Zum Schutz der Kabelstation vor den Japanern wurde KĂŒstenartillerie auf Horsburgh Island und Infanterie auf Direction-Island stationiert. Trotzdem beschoss 1942 ein japanisches Kriegsschiff die Inseln, und bis Kriegsende erfolgten zahlreiche Luftangriffe. In der Nacht vom 8. Mai zum 9. Mai 1942 meuterten ceylonesische Artilleristen der Garnison auf Horsburgh Island. Ihr FĂŒhrer war der Artillerieunteroffizier Gratien Fernando, der seine Kameraden ĂŒberzeugte, dass Asien den „Asiaten“ vorbehalten sein solle. Ihre als Kokosinseln-Meuterei bekannte Aktion wurde niedergeschlagen, und drei von ihnen, darunter Fernando, wurden zum Tode verurteilt. Sie waren die einzigen wĂ€hrend des Zweiten Weltkrieges wegen Meuterei hingerichteten Soldaten des Britischen Commonwealth. Bei dem schwersten Luftangriff im August 1944 wurden 27 HĂ€user zerstört, und es gab mehrere Tote. Sydney Clunies-Ross starb kurz darauf. Von MĂ€rz bis Mai 1945 bauten die Alliierten auf West-Island eine Landebahn. Auf den Kokosinseln wurden 8300 Soldaten stationiert.

Australische Inbesitznahme

1946 wurde die Landebahn geschlossen und das MilitĂ€r zog ab. Die wirtschaftliche Situation der Inseln verschlechterte sich. Sydney Clunies-Ross’ Sohn John-Cecil ĂŒbernahm die Inseln, konnte die Abwanderung der Arbeiter aber trotz neuer HĂ€user und ElektrizitĂ€t kaum stoppen. Die Landebahn wurde 1952 als Zwischenstopp fĂŒr den zivilen Luftverkehr wieder in Betrieb genommen. 1955 ĂŒbernahm Australien die Inseln in sein Territorium durch den Cocos (Keeling) Islands Act 1955. In den Folgejahren zerstörten Zyklone die nach dem Krieg wieder aufgebauten Kokosplantagen. Erst 1968 wurde die australische Regierung auf die feudalen ZustĂ€nde auf den Inseln aufmerksam. Ein Regierungsmitglied fertigte nach einem Besuch 1971 einen Bericht ĂŒber die MissstĂ€nde auf den Inseln an. Die UNO forderte 1974 von Australien einen Bericht zu den Kokosinseln.

Schließlich kaufte die Regierung Australiens 1978 John-Cecil Clunies-Ross den grĂ¶ĂŸten Teil der Inseln fĂŒr 6,25 Millionen australische Dollar ab. Erstmals wurden demokratische Wahlen abgehalten, und das Inselgeld von Clunies-Ross wurde abgeschafft. Eine Schule wurde gebaut und die medizinische Versorgung sichergestellt. In der Volksabstimmung von 1984 stimmte eine Mehrheit der Inselbewohner fĂŒr einen Verbleib bei Australien. Die Kopraproduktion musste 1987 wegen Unwirtschaftlichkeit eingestellt werden. Die Bevölkerung hofft nun auf den Tourismus. Der ehemalige Inselbesitzer John-Cecil Clunies-Ross verkaufte 1992 auch seinen letzten Grundbesitz auf den Inseln, nachdem er nach einer fehlgeschlagenen Investition in Schiffe insolvent geworden war.

Die Kokosinseln liegen innerhalb der Migrationszone Australiens. Dies bedeutet, dass auf der Insel landende BootsflĂŒchtlinge (sogenannte Boatpeople) keinen Antrag auf Asyl in Australien stellen können und sie in Einwanderungshaft in Australien festgesetzt werden.

Wirtschaft

1979 wurde ein Postamt eingerichtet, das Briefmarken herausgibt und damit ErtrĂ€ge fĂŒr die Inselgemeinschaft erwirtschaftet. 1987 wurde die Kopra- und Kokosölproduktion, bis dahin die hauptsĂ€chliche Einnahmequelle der Inselbewohner, eingestellt. Die lokale Fischerei und der Anbau von Bananen, GemĂŒse und Papayas tragen zur ErnĂ€hrung bei, die meisten Lebensmittel mĂŒssen jedoch ebenso wie alle sonstigen Waren importiert werden. 1999 beliefen sich die Importe auf zwei Millionen AUD, 2002 auf elf Millionen AUD; ihnen standen keinerlei Exporte gegenĂŒber. 2000 unterstĂŒtzte die australische und die regionale Verwaltung ein Forschungsprojekt zur Herstellung hochwertiger Karbonfasern aus Kokosprodukten. 2000 wurde die inseleigene Internet-Top-Level-Domain .cc an einen US-amerikanischen Radiosender verkauft, was eine kontinuierliche Einnahmequelle darstellt. Die bei der VolkszĂ€hlung von 2006 ermittelte Arbeitslosenquote von 11,3 % ist vermutlich zu niedrig angesetzt; SchĂ€tzungen gehen bis zu einer Quote von 65 %. Eine Entspannung des lokalen Arbeitsmarktes wird von der Etablierung eines Zentrums fĂŒr muslimische Touristen aus dem pazifischen Raum erwartet, das 79 ArbeitsplĂ€tze bieten soll.

Sonstige

Auf dem Territorium gilt das Landesrecht von Western Australia. Es sind 4 Polizeibeamte auf der Inselgruppe stationiert.

Siehe auch

  • Fußballauswahl der Kokosinseln

Weblinks

  • Territories of Australia: Cocos (Keeling) Islands. Australian Government, Department of Infrastructure, Regional Development and Cities
  • Review of: Noel Crusz: The Cocos Islands mutiny. Fremantle (WA) 2001. In: Journal of the Australian War Memorial (Memento vom 16. September 2013 im Webarchiv archive.today).

Einzelnachweise


 

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Flagge: Cocos Islands

Name englisch: Cocos Islands
Hauptstadt: West Island
Kfz:
ISO: CC
ISO3: CCK
Fläche: 14 km²
Tld: .cc
Wärung Einheit: AUD
Währung: Dollar
Vorwahl: 61

Ausdehnung / Grenzen (nach WGS 84 dezimal):
nördlichster Punkt: -11.8219891
südlichster Punkt: -12.2088942
westlichster Punkt: 96.8155574
östlichster Punkt: 96.9300556


 
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