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Staat Informationen : Guam

Informationen:


Guam [g äňąam] (in der Lokalsprache Chamorro Gu√•han geschrieben) ist die gr√∂√üte und s√ľdlichste Insel des Marianen-Archipels im westpazifischen Ozean. Sie ist ein nichtinkorporiertes Territorium der Vereinigten Staaten (siehe Au√üengebiet der Vereinigten Staaten). Die Hauptstadt ist Hag√•t√Īa, bev√∂lkerungsreichste Siedlung ist Dededo.

Bekannt geworden ist die Insel durch die dort befindliche strategisch wichtige Andersen Air Force Base, einen Luftwaffenst√ľtzpunkt der United States Air Force, sowie das ungew√∂hnliche Aussterben fast der gesamten einheimischen Vogelwelt durch die vermutlich w√§hrend des Zweiten Weltkrieges bei Truppen- und Materialtransporten als Neozoon eingeschleppte Braune Nachtbaumnatter (Boiga irregularis).

Geographie

Guam [g äňąam] geh√∂rt geographisch zu der Inselregion Mikronesien und besteht aus einem flachen, korallinen Kalkplateau auf vulkanischem Untergrund (auch gleichzeitig die Quelle des meisten S√ľ√üwassers) mit steil aufragenden K√ľstenklippen und einer schmalen K√ľstenebene im Norden, einer flach gewellten H√ľgellandschaft in der Inselmitte und Bergen im S√ľden. Die Insel liegt in einer erdbebengef√§hrdeten Zone. In vergangenen Jahren erreichten Erdbeben, deren Epizentren nahe Guam lagen, St√§rken von 7,0 bis 8,2.

Die Insel liegt 6298¬†km westlich von Hawaii, 2058¬†km √∂stlich der Philippinen (Insel Mindanao) und 2386¬†km s√ľdlich von Japan (Insel HonshŇę).

Guam ist ungef√§hr 48¬†km lang und 18,5¬†km breit. Die L√§nge der K√ľstenlinie betr√§gt 149¬†km. Der h√∂chste Punkt der Insel ist der Mount Lamlam (406¬†m).

Klima

Das Klima auf Guam ist typisch tropisch, es ist generell warm und feucht. Die Trockenzeit dauert in der Regel von Januar bis Juli an, die Regenzeit von Juli bis Dezember. In dieser Zeit kann es auch zu zerstörerischen Taifunen kommen, was jedoch selten ist. In den vergangenen Jahren ist diese Trennung zwischen Trocken- und Regenzeit aber immer schwächer geworden, inzwischen muss man zu jeder Jahreszeit mit heftigem Regen rechnen.

Die j√§hrliche Durchschnittstemperatur des Wassers betr√§gt 27¬†¬įC.

Flora und Fauna

Flora und Fauna der Insel Guam sind heute stark von den Auswirkungen des Eindringens nichteinheimischer Arten gepr√§gt. Besonders ist hierbei das Auftreten und die massenhafte Vermehrung der Braunen Nachtbaumnatter zu nennen, die unter anderem zum beinahe vollst√§ndigen Aussterben der Vogelwelt Guams, darunter zw√∂lf endemischer Vogelarten, f√ľhrte. Die Guamkr√§he (Corvus kubaryi) gilt gem√§√ü IUCN-Klassifikation als vom Aussterben bedroht. Das einzige verbliebene einheimische S√§ugetier ist der Marianen-Flughund (Pteropus mariannus mariannus), w√§hrend der Guam-Flughund (Pteropus tokudae) vermutlich ausgestorben ist und der Glattnasen-Freischwanz der Art Emballonura semicaudata auf Guam ebenfalls nicht mehr vorkommt, allerdings noch auf anderen Pazifikinseln anzutreffen ist. Aufgrund der dezimierten Vogelwelt ist die Dichte der Gesamtspinnenpopulation Guams 40-mal h√∂her als auf benachbarten Inseln, da die Pr√§datoren fehlen. Bei vielen Pflanzenarten sind zudem Best√§uber bzw. V√∂gel zur Samenverbreitung weggefallen.

Bevölkerung

Herkunft

Etwa 37,1 % der Einwohner Guams gehören den Chamorro an, 26,3 % der Bevölkerung sind Filipinos (zum Großteil Malaien), 11,3 % stammen von anderen pazifischen Inseln, 6,9 % sind europäisch, 6,3 % sind koreanischer, chinesischer oder japanischer Herkunft, 2,3 % haben eine andere Herkunft.

Im Jahre 2017 waren 47,5 % der Bevölkerung nicht auf Guam geboren.

Sprache

38,3 % der Bevölkerung sprechen Englisch, das Amts- und Verkehrssprache ist. Daneben sprechen 22,2 % Chamorro, 22,2 % philippinische Sprachen, 7 % eine andere asiatische Sprache, 6,8 % sprechen eine Sprache von anderen Pazifikinseln und 3,5 % eine andere Sprache.

Altersstruktur

  • 29,4¬†% der Bev√∂lkerung sind unter 15 Jahre alt (davon m√§nnlich: 25.645 / weiblich: 23.887),
  • 64,1¬†% der Bev√∂lkerung sind 15‚Äď64 Jahre alt (davon m√§nnlich: 55.115 / weiblich: 52.935),
  • 6,5¬†% der Bev√∂lkerung sind 65 Jahre alt oder √§lter (davon m√§nnlich: 5157 / weiblich: 5825).

Die Lebenserwartung betrug 2016 im Durchschnitt 79,1 Jahre (Männer: 76,1 Jahre, Frauen: 84,2 Jahre).

Religion

85¬†% der Bev√∂lkerung bekennen sich zum katholischen Glauben, die Hauptstadt ist zugleich Sitz des Erzbistums Aga√Īa. 15¬†% bekennen sich zu anderen oder keinen Religionen.

Geschichte

Fr√ľhgeschichte

Guam und die anderen Inseln der Marianen wurden DNA-Analysen alter Skelette zufolge vor etwa 3500 Jahren von Siedlern von den Philippinen erstmals besiedelt. Eine andere Theorie besagt, dass die Besiedlung der Insel aus dem s√ľd√∂stlichen Indonesien erfolgte. Als Quellen f√ľr die Zeit vor den Europ√§ern gelten die Legenden und Mythen der Chamorros, arch√§ologische Grabungen, Aufzeichnungen von Jesuiten und Forschungen von Wissenschaftlern wie Otto von Kotzebue und Louis de Freycinet.

Spanische Herrschaft

Am 6. M√§rz 1521 steuerte Ferdinand Magellan den Marianen-Archipel an, den er nach einigen Missverst√§ndnissen mit den Einheimischen ‚ÄěLas Islas de los Ladrones‚Äú (Die Inseln der Diebe) nannte. F√ľnf Jahre sp√§ter machte auch das Flaggschiff der gl√ľcklosen Loaisa-Expedition Halt auf Guam. Dabei traf die Mannschaft zu ihrer √úberraschung auf einen Spanier, Gonzalo de Vigo. Vigo war bei Magellans Weltumsegelung desertiert. 1565 wurde Guam von Miguel L√≥pez de Legazpi f√ľr Spanien beansprucht. 1668 erreichten Jesuiten die Insel, verbreiteten den christlichen (katholischen) Glauben und √§nderten den Namen des Archipels in Marianen, nach Marianne von √Ėsterreich, der Witwe von Spaniens K√∂nig Philipp IV.

In Spanisch-Ostindien war Guam ein bedeutender St√ľtzpunkt, der vor allem von den Manila-Galeonen als Zwischenstation auf ihrer langen Reise √ľber den Pazifik genutzt wurde. Diese Schiffe brachten meist einmal im Jahr fern√∂stliche Waren von den Philippinen nach Mexiko, weniger h√§ufig auch an die s√ľdamerikanische Pazifikk√ľste nach Lima.

Eroberung durch die USA und Zweiter Weltkrieg

Im Spanisch-Amerikanischen Krieg wurde Guam am 21. Juni 1898 ohne Blutvergie√üen von US-Truppen erobert. Mit dem 1899 ratifizierten Pariser Frieden kam die Insel endg√ľltig unter US-amerikanische Verwaltung.

Trotz zunehmender Spannungen zwischen Japan und den USA im Jahr 1941 wurde Guam von den amerikanischen Streitkr√§ften nicht befestigt. Die Insel erhielt die niedrigste Priorit√§tsstufe in puncto Verteidigung, obwohl mehrere Unterseekabel √ľber Guam liefen, darunter auch jenes, das die US-Westk√ľste und die Philippinen verband.

Am 8. Dezember 1941, kurz nach dem Angriff auf Pearl Harbor, wurde Guam von den Japanern angegriffen. Die Invasionsflotte bestand aus vier Schweren Kreuzern, vier Zerst√∂rern, zwei Kanonenbooten, sechs U-Jagd-Booten und zwei Minensuchern und erhielt zudem Luftunterst√ľtzung vom naheliegenden Saipan. In der ersten Schlacht um Guam sahen sich 547 US-Soldaten, darunter Marines, andere Milit√§rangeh√∂rige und Polizisten einer japanischen √úbermacht von 5900 japanischen Soldaten gegen√ľber, die von der Invasionsflotte angelandet wurden. Die Insel blieb bis zum Juli 1944 unter der Herrschaft der Japaner. Die Zeit der Besatzung war eine harte Erfahrung f√ľr die Bev√∂lkerung, da die japanische Armee ein brutales Besatzungsregime f√ľhrte.

Mit der Landung amerikanischer Truppen am 21. Juli begann die zweite Schlacht um Guam, die am 10. August mit dem Sieg der US-Streitkr√§fte endete, nachdem die japanischen Verteidiger fast drei Wochen lang erbitterten Widerstand geleistet hatten. Ihr Kommandeur Hideyoshi Obata beging rituellen Selbstmord (Seppuku). Einzelne japanische Soldaten, die sich der Gefangennahme entziehen konnten, ver√ľbten noch nach der R√ľckeroberung der Insel durch die Amerikaner verschiedentlich Anschl√§ge aus dem Hinterhalt. Ber√ľhmt wurde der Fall des japanischen Unteroffiziers ShŇćichi Yokoi, der erst am 24. Januar 1972 entdeckt wurde: Er hatte sich nach Ende des Zweiten Weltkriegs 26 Jahre lang auf der Insel versteckt gehalten. Noch w√§hrend der Kampfhandlungen begann, wie vorher schon in Saipan und Tinian, der Ausbau Guams zu einem riesigen Milit√§rst√ľtzpunkt. Aber erst im letzten Kriegsmonat griffen B-29 Bomber auch von Guam aus Japan an.

Nach dem Zweiten Weltkrieg

Seit 1946 steht das Territorium auf der UN-Liste der Hoheitsgebiete ohne Selbstregierung. 1949 unterschrieb Harry S. Truman den Organic Act, ein Gesetz, das Guam zu einem externen Territorium der USA mit innerer Autonomie machte, das es bis heute geblieben ist.

Ab 1962 baute die United States Navy den Hafen Apra zu einem Marinest√ľtzpunkt f√ľr die Atom-U-Boote aus, die mit strategischen Mittelstreckenraketen vom Typ UGM-27 Polaris ausger√ľstet sind (SSBN).

1996 f√ľhrten die USA eine verdeckte Evakuierung durch. Vom 15. September bis 16. Dezember wurden im Rahmen der Operation Pacific Haven / Quick Transit 6.500 Kurden aus dem Irak √ľber Guam in die USA ausgeflogen.

Flugunfälle

Am 6. August 1997 wurde eine Boeing 747-300 der Korean Airlines auf dem Korean-Air-Flug 801 von Seoul nach Agana (Guam) bei heftigem Regen gegen einen H√ľgel 5¬†km vor dem Flughafen Hag√•t√Īa geflogen. Das Flugzeug brach auseinander und ging in Flammen auf. Von den 254 Menschen an Bord (231 Passagiere und 23 Besatzungsmitglieder) √ľberlebten 26 den Absturz. Ursache war eine Kombination aus Pilotenfehler, unzureichendem Kartenmaterial und einem ausgefallenen Radar des Flughafens. Heute steht an der Absturzstelle ein Denkmal.

Am 23. Februar 2008 st√ľrzte ein B-2-Tarnkappenbomber unmittelbar nach dem Start auf der Andersen Air Force Base ab. Es war der erste Absturz einer Maschine dieses Typs, der als das mit Abstand teuerste Flugzeug der Welt gilt. Beide Piloten konnten sich mit dem Schleudersitz retten, erlitten aber Verletzungen. Als Ursache des Absturzes wurde ein falsch kalibrierter Geschwindigkeitsmesser ermittelt.

Am 21. Juli 2008 st√ľrzte eine unbewaffnete B-52H der US-Luftwaffe (20th Expeditionary Bomb Squadron) an der Ostk√ľste der Pazifikinsel Guam ab. Die Maschine h√§tte zum 64. Jahrestag der Befreiung der Insel von japanischer Besatzung √ľber eine feiernde Menschenmenge fliegen sollen. Alle sechs Besatzungsmitglieder kamen beim Absturz ums Leben.

Am 19. Mai 2016 st√ľrzte ein US-Bomber des Typs B-52 auf dem St√ľtzpunkt Andersen Air Force Base der amerikanischen Luftwaffe ab. Alle sieben Menschen an Bord blieben unverletzt.

Politik

Die Verbindungen zu den USA werden in der Bev√∂lkerung weitgehend positiv bewertet, auch sind die Milit√§rst√ľtzpunkte f√ľr die Wirtschaft von Guam wichtig. Unter den Einwohnern ist die US-amerikanische Kultur weit verbreitet.

Die Insel besitzt f√ľr die USA eine gro√üe strategische Bedeutung. Rund ein Drittel der Insel wird von Einrichtungen der Navy und der Air Force eingenommen. Man bef√ľrchtet hohe Arbeitslosigkeit, wenn ‚Äď wie geplant ‚Äď vier Marineeinrichtungen geschlossen werden.

Exekutive

Staatsoberhaupt ist der jeweils amtierende US-Präsident, Gouverneurin ist die Demokratin Lou Leon Guerrero, die am 6. November 2018 gewählt wurde und am 17. Januar 2019 ihr Amt antrat.

Legislative

Guam hat ein Einkammerparlament mit 15 Sitzen, die Mitglieder werden f√ľr die Dauer von vier Jahren gew√§hlt. Bei der Wahl am 2. November 2010 erhielten die Demokraten neun Sitze, die Republikaner sechs Sitze.

Judikative

Es gibt das US District Court of Guam, das den Federal District Courts und Bankruptcy Courts entsprechende Zuständigkeit hat. Sein Richter wird vom US-Präsidenten ernannt. Zudem gibt es ein Territorial Superior Court, dessen Richter zunächst vom Gouverneur ernannt und nach acht Jahren dann vom Volk gewählt werden. Es gibt zusätzlich spezifische Gerichte, etwa ein Nachlass-, Verkehrs- und Jugendgericht.

Parteien

Auf Guam gibt es eine ähnliche Parteienlandschaft wie in den USA, es gibt eine Demokratische Partei und eine Republikanische Partei.

Status

Guam ist ein externes Territorium der USA mit innerer Autonomie. Die Einwohner sind zwar US-B√ľrger, d√ľrfen aber nicht an der Wahl zum Pr√§sidenten teilnehmen. Guam schickt einen nicht stimmberechtigten Delegierten ins US-Repr√§sentantenhaus. Derzeitiger Delegierter ist Michael San Nicolas von den Demokraten.

Städtepartnerschaften

Guam unterhält mit folgenden Städten Partnerschaften:
Philippinen Manila, Philippinen
Korea Sud Seoul, S√ľdkorea
Philippinen Quezon City, Philippinen
Lettland Riga, Lettland
Litauen Vilnius, Litauen
Marshallinseln Majuro, Marshallinseln
Taiwan Taipei, Republik China (Taiwan)

Verwaltungsgliederung

Guam wird in 19 Gemeinden (englisch: Villages) gegliedert.

Infrastruktur

Von den 885¬†km √∂ffentlich zug√§nglichen Stra√üen sind 675¬†km asphaltiert. Weitere 685¬†km Stra√üe, die als nicht √∂ffentlich klassifiziert sind, befinden sich zum Teil auf Milit√§rst√ľtzpunkten und Regierungseinrichtungen. Es gibt keinen Schienenverkehr.

Flughafen Guams ist der Flughafen Antonio B. Won Pat, der als Drehkreuz f√ľr United Airlines dient. Es gibt Fl√ľge nach Japan, Hawaii, Hong Kong, auf die Philippinen, in die Volksrepublik China, Republik China (Taiwan) und Republik Korea (S√ľdkorea). Da Guam kein Bundesstaat der USA ist, √ľbernimmt die Insel den Zoll- und Quarant√§nedienst selbst und ist f√ľr dessen Durchf√ľhrung verantwortlich. Die Grenzschutzbeh√∂rde United States Customs and Border Protection √ľberwacht lediglich die Einhaltung der Einreisebestimmungen.

Der gr√∂√üte Teil der Insel verf√ľgt √ľber moderne Mobilfunkverbindungen und √ľber Hochgeschwindigkeitsinternetverbindungen √ľber Kabel oder DSL. Guam ist seit 1997 an den nordamerikanischen Nummerierungsplan (NANP) angeschlossen, die Telefonvorwahl ist 671. Dadurch wurden die Gespr√§che in die kontinentalen USA erleichtert und g√ľnstiger, da sie nicht mehr als internationale Fernverbindungen galten. Guam ist auch ein gro√üer Knotenpunkt f√ľr interkontinentale Seekabel: Zw√∂lf Kabel verbinden die Weststaaten der USA, Hawaii, Australien und Asien miteinander, von denen die meisten nach China verlaufen.

Seit 1899 wird Guam vom US Postal Service bedient. Die Staatspost behandelt Guam, obgleich kein Bundesstaat der USA, als inländisch in Bezug auf die Tarife. Privatunternehmen wie FedEx, UPS oder DHL hingegen haben keinerlei Verpflichtung, Guam als Teil der 50 Bundesstaaten zu betrachten und verlangen daher Auslandstarife.

Die Schnelligkeit des Transports zwischen den Festlands-USA und Guam h√§ngt vom Gewicht und von der Gr√∂√üe der Briefe und Pakete ab, aber auch von der Jahreszeit: W√§hrend leichtere Sendungen mit h√∂herer Priorit√§t f√ľr gew√∂hnlich weniger als eine Woche vom Festland nach Guam ben√∂tigen, kann der Transport gr√∂√üerer Sendungen zwischen ein und zwei Wochen ben√∂tigen. Weniger dringliche Sendungen wie Magazine werden nicht per Flugzeug, sondern mit dem Schiff via Hawaii von den Kontinental-USA nach Guam gebracht.

Der Hafen von Guam, Apra Harbor, ist die Lebensader der Insel: Die meisten G√ľter werden √ľber ihn importiert. Zugleich dient er als Durchgangshafen f√ľr andere Inseln Mikronesiens mit einer Einwohnerzahl von mehr als 500.000 Menschen. Der Hafen dient ebenso als Versorgungsstation f√ľr die Milit√§reinrichtungen Guams.

Militär

Die Streitkr√§fte der Vereinigten Staaten verf√ľgen √ľber mehrere Basen, die sich auf insgesamt 16.000 Hektar erstrecken. Dies entspricht etwa 29¬†% der Gesamtfl√§che der Insel. Die einzelnen St√ľtzpunkte sind:

  • Naval Base Guam, United States Navy in Sumay
  • United States Coast Guard, Sektor Guam, in Sumay
  • Andersen Air Force Base, United States Air Force in Yigo
  • Apra Harbor auf der Orote-Halbinsel
  • Ordnance Annex, United States Navy in den South Central Highlands (zuvor Naval Magazine genannt, mit gleicher Funktion als Arsenal)
  • Computer- und Telekommunikationsbasis der United States Navy in Barrigada und Finegayan
  • Gemeinsames Kommando der Guam National Guard in Barrigada und Fort Juan Muna

Neben den Milit√§reinrichtungen auf der Insel selbst sollen Guam und die restlichen Marianen den westlichsten Trainingsraum f√ľr die US-Streitkr√§fte bilden. Guam ist in der Pazifikregion einer der wichtigsten St√ľtzpunkte f√ľr die Navy und die Air Force.

Die US-Streitkr√§fte hatten vor 2010 geplant, einen Teil der auf der japanischen Insel Okinawa stationierten Marines (8600 Soldaten plus 9000 Angeh√∂rige) nach Guam zu verlegen und zugleich eine neue Anlegestelle f√ľr Flugzeugtr√§ger zu errichten. Zusammen mit den daf√ľr notwendigen Bauarbeitern h√§tte dies eine (zumindest in Bezug auf die Bauarbeiter tempor√§re) Zunahme der Inselbev√∂lkerung um 45¬†% bedeutet. Die Umweltschutzbeh√∂rde United States Environmental Protection Agency sprach sich im Februar 2010 √∂ffentlich gegen die Pl√§ne aus, weil sie negative Auswirkungen auf die Wasserversorgung, M√ľllprobleme und Auswirkungen auf die vorgelagerten Korallenriffe bef√ľrchtete. 2012 wurden die Pl√§ne ge√§ndert und eine maximale Erh√∂hung der Zahl der Marines um 4800 beschlossen. Zwei Drittel davon sollen auf Rotationsbasis auf Guam stationiert werden, und zwar ohne die Angeh√∂rigen.

Durch die Verlegung der Marines von Okinawa nach Guam und die Vergr√∂√üerung der Milit√§rbasen werden die Milit√§reinrichtungen in den kommenden Jahren rund 40¬†% der Landfl√§che Guams einnehmen. Im Januar 2011 wurde bekannt, dass sich der Umzug der Marines auf Grund von Budgetk√ľrzungen verz√∂gern und m√∂glicherweise erst 2020[veraltet] abgeschlossen werden wird.

Die Einwohner Guams und die Militärangehörigen sind auf vielfältige Weise miteinander verbunden. Bei vielen Einwohnern handelt es sich um pensionierte Militärangehörige. Von den US-Soldaten leben viele außerhalb der Militärbereiche in den Ortschaften der Insel. Außerdem sind manche der Militärangehörigen in sozialen Projekten auf der Insel involviert.

Wirtschaft

Die Einrichtungen der Marine und der Luftwaffe sind der wichtigste Arbeitgeber. 40 % der Arbeitnehmer arbeiten im Dienstleistungssektor, 26 % der Arbeitnehmer arbeiten im öffentlichen Dienst, 24 % arbeiten im Handel, 10 % in der Industrie.

15 % der Inselbewohner sind arbeitslos, 23 % der Bevölkerung leben unter der Armutsgrenze.

Daneben ist der Tourismus sehr bedeutend (nur Hawaii ist ein noch popul√§reres Ziel im Pazifik), vor allem f√ľr Japaner, f√ľr die ein Flug von Japan weitaus k√ľrzer ist als nach Hawaii. Wegen der unber√ľhrten Korallenriffe und der zahlreichen pazifischen Gro√üfische sowie der warmen Wassertemperaturen und guter Sichtweiten ist Guam ein beliebtes Ziel f√ľr Taucher und Schnorchler. Die Insel wird √ľberwiegend von Besuchern aus Ostasien besucht, wobei Japaner deutlich vor S√ľdkoreanern liegen. Von den 1,27 Millionen Besuchern im Jahr 2012 stammten alleine 901.000 aus Japan, 165.000 aus S√ľdkorea. Damit machen Japaner und S√ľdkoreaner 72,7 und 13,3¬†% der Besucher aus, zusammen also 86¬†%. Demgegen√ľber fallen Besucher aus den Vereinigten Staaten mit 4,1 und aus Taiwan mit 4,0¬†% deutlich ab.

Offizielle Landeswährung ist der US-Dollar (US$). Das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf betrug 2013 kaufkraftbereinigt ca. 30.500 US-Dollar.

Guam verf√ľgt √ľber eine eigene Universit√§t, die University of Guam.

Kultur

Medien

Die Radiostation KPRG sendet aus Hag√•t√Īa auf UKW 89,3 MHz. Seit 1977 verbreitet TWR von Guam aus christliche Programme.

Nationalfeiertag

Nationalfeiertag ist jeweils immer der erste Montag im März (Discovery Day).

Sport

Guam verf√ľgt √ľber ein eigenes Nationales Olympisches Komitee und nahm seit 1988 an allen Olympischen Sommerspielen teil; 1988 schickte man au√üerdem einen Biathleten zu den Olympischen Winterspielen. Kein Athlet gewann bislang eine Olympiamedaille. Derzeitiger NOK-Pr√§sident ist der ehemalige Judoka Ricardo Blas senior.

Die guamische Fu√üballnationalmannschaft ist FIFA- und AFC-Mitglied. 2002 nahm Guam zum ersten Mal an der Qualifikation zur Fu√üballweltmeisterschaft teil, wo man zwei Spiele mit 0 Toren bei 35 Gegentoren absolvierte. Den ersten Erfolg in einem L√§nderspiel errang Guam am 11. Juni 2015, als man in einem Spiel zur Qualifikation f√ľr die Fu√üball-Weltmeisterschaft 2018 Turkmenistan mit 1:0 bezwang.

Siehe auch

  • National Register of Historic Places in Guam

Weblinks

  • Offizielle Website von Guam
  • Guam Allgemein (englisch)
  • Detaillierte, nicht √ľber den Geohack erreichbare Karte
  • Dossiers zum Thema Guam in der Pressemappe 20.¬†Jahrhundert der ZBW ‚Äď Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft.

Einzelnachweise



Quelle: Wikipedia

 

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Flagge: Guam

Name englisch: Guam
Hauptstadt: Hagatna
Kfz:
ISO: GU
ISO3: GUM
Fläche: 549 km²
Tld: .gu
Wärung Einheit: USD
Währung: Dollar
Vorwahl: +1-671

Ausdehnung / Grenzen (nach WGS 84 dezimal):
nördlichster Punkt: 13.6542247
südlichster Punkt: 13.2461906
westlichster Punkt: 144.6183806
östlichster Punkt: 144.9565361


 
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