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Staat Informationen : Tonga

Informationen:


Das K√∂nigreich Tonga (tongaisch Pule Ľanga Fakatu Ľi  Ľo Tonga, englisch Kingdom of Tonga) ist ein Inselstaat im S√ľdpazifik, der zu Polynesien geh√∂rt. Der Archipel wurde fr√ľher auch Freundschaftsinseln genannt. Die Einwohner Tongas werden Tongaer genannt.

Geographie

Geologie

Tonga besteht aus 172 benannten Inseln im Pazifik mit einer Fl√§che von 747 km¬≤. 36 von ihnen mit einer Gesamtfl√§che von 649 km¬≤ sind bewohnt. Sie liegen √∂stlich von Fidschi, s√ľdlich von Samoa und n√∂rdlich von Neuseeland.

Durch einen zun√§chst untermeerischen Vulkanausbruch kam Ende 2014/Anfang 2015 eine 177. Insel zwischen Hunga Tonga und Hunga Ha Ľapai hinzu, die Mitte Januar eine Gr√∂√üe von zwei Kilometern L√§nge, einem Kilometer Breite und 100¬†m H√∂he erreicht hatte.

In einer Proklamation am 24. August 1887 bestimmte K√∂nig George Tupou¬†I., dass Tonga zwischen 15¬į und 23,5¬į s√ľdlicher Breite und 173¬į und 177¬į westlicher L√§nge (aber trotzdem westlich der hier nach Osten ausgebuchteten Datumsgrenze) liegt.

Am 15. Juni 1972 legte K√∂nig Taufa Ľahau Tupou¬†IV. fest, dass das N√∂rdliche und das S√ľdliche Minerva-Riff (Teleki Tokelau und Teleki Tonga) und alle Gebiete in einem Umkreis von zw√∂lf Seemeilen ebenfalls zum Hoheitsgebiet Tongas geh√∂ren. Beide Riffe liegen etwa bei 23¬į¬†39‚Ä≤ s√ľdlicher Breite und 179¬į westlicher L√§nge s√ľdwestlich der im S√ľden Tongas liegenden Insel  ĽAta.

Tonga liegt mit seinen vielen Vulkaninseln im Gebiet des Pazifischen Feuerrings. √Ėstlich Tongas liegt der bis 10.882¬†m tiefe Tongagraben. Hier taucht die Pazifische Platte westw√§rts mit 15 bis 24¬†cm pro Jahr unter die Australische Platte und bildet eine Subduktionszone. Die durchschnittliche Wassertiefe betr√§gt deshalb nur rund 500¬†m, weshalb flache Koralleninseln wie Tongatapu hier entstehen k√∂nnen. Die westlich gelegenen Vulkaninseln sind gebirgiger und ragen weiter aus dem Meer. Der h√∂chste Punkt Tongas liegt mit √ľber 1000¬†m auf der kleinen Insel Kao. Hauptstadt und gr√∂√üte Stadt des Landes ist Nuku Ľalofa.

Naturkatastrophen

Am 13. Februar 2010 wurde Tonga von einem Erdbeben der Stufe¬†6,3 ersch√ľttert. Nur zwei Tage darauf erfasste der Zyklon ‚ÄěRen√©‚Äú den Inselstaat mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 228¬†km/h.

Am 11. Januar 2014 richtete der Zyklon ‚ÄěIan‚Äú (Stufe¬†5) als historisch schwerster mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 200¬†km/h (B√∂en bis zu 287¬†km/h) schwere Sch√§den auf Tonga an. Besonders betroffen war laut dem Armeechef die Inselgruppe Ha Ľapai und deren Hauptinsel Lifuka.

Fauna

Auf Tonga gibt es Flughunde. Sie fliegen mit Einbruch der D√§mmerung auf Nahrungssuche, aber im Gegensatz zur Fledermaus ohne Echoortung. Sie ern√§hren sich ausschlie√ülich vegetarisch von Nektar, Pollen, Fr√ľchten und Bl√ľten.

Verwaltungsgliederung

Tonga ist auf h√∂chster Ebene in f√ľnf Verwaltungseinheiten (Divisions, ngaahi vahe, Singular vahe, oder hou Ľeiki kŇćvana, Singular  Ľeiki kŇćvana oder kurz kŇćvana) unterteilt, die von Gouverneuren (governor) verwaltet werden.

Bevölkerung

Tonga hat rund 104.000 Einwohner (Stand 2019), die zu 98¬†% Polynesier sind. Die √ľbrigen Einwohner sind meist Europ√§er oder Chinesen und Inder. Ein gro√üer Teil der tongaischen B√ľrger lebt permanent im Ausland, vor allem in Australien, Neuseeland und den USA.

Die durchschnittliche Lebenserwartung liegt bei 69,5 Jahren. Die Kindersterblichkeit liegt bei 12,6 (pro 1000).

Tonga hat im Verh√§ltnis zur Bev√∂lkerung eine der h√∂chsten Fettleibigkeitsraten der Welt. Die 2014 ver√∂ffentlichten Daten der Weltgesundheitsorganisation zeigen, dass Tonga in Bezug auf die L√§nder, die nach den Daten des mittleren Body-Mass-Index aufgef√ľhrt sind, den 5. Platz belegt. Es ist davon auszugehen, dass bis zu 40¬†% der Bev√∂lkerung an Typ-2-Diabetes leiden. Eine der Hauptursachen ist der erh√∂hte Konsum importierter Waren mit hohem Fett- und Zuckergehalt, wie das billige Bauchfett von L√§mmern (Mutton flaps). Es wird aus Neuseeland importiert und gilt dort als unverk√§uflich. Seit dem 1. Juli 2020 gilt ein Importverbot von mutton flaps aus Neuseeland, mit der Begr√ľndung, sie spielten eine Hauptrolle bei der steigenden Fettleibigkeit der Bev√∂lkerung.

Bevölkerungsentwicklung

Quelle: UN

Sprache

Die tongaische Sprache gehört zu den polynesischen Sprachen, einem Zweig der austronesischen Sprachen.

Religion

Der √ľberwiegende Teil der Tongaer ist Mitglied einer christlichen Kirche oder Gemeinde. Vorherrschende Konfession (Stand 2011) ist dabei die Wesleyanische Kirche von Tonga (35,5¬†%), ansonsten unter anderem die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage (18¬†%), r√∂misch-katholische Kirche (15¬†%), die Free Church of Tonga (11,5¬†%) und die Church of Tonga (6,7¬†%).

Bildung

Tonga betreibt zusammen mit elf weiteren Inselstaaten die University of the South Pacific.

Tonga hat ein gut ausgestattetes Erziehungssystem, das freien Zugang zu Bildung erm√∂glicht. F√ľr alle Kinder bis zum zw√∂lften Lebensjahr besteht Schulpflicht, die Geb√ľhren f√ľr weiterf√ľhrende Schulen sind gering und es gibt Stipendien f√ľr eine weitere Ausbildung im Ausland. Die Alphabetisierungsrate betr√§gt 98¬†%, universit√§re Abschl√ľsse sind verbreitet.

Geschichte

Es gibt arch√§ologische Meinungen, dass die ersten Siedler von den Santa-Cruz-Inseln im Zuge einer um 3000 v.¬†Chr. beginnenden V√∂lkerwanderung aus S√ľdostasien √ľber Mikronesien nach Tonga gekommen sind. Auf Tonga wurden die bisher √§ltesten Fundst√ľcke dieser Lapita-Kultur in Form der charakteristischen Keramikgegenst√§nde freigelegt, die auf 800 bis 750 v.¬†Chr. datiert werden. Die Angeh√∂rigen dieser Kultur lebten, segelten, handelten, bekriegten sich und heirateten zwischen den Inseln, die heute zu Samoa, Fidschi oder eben Tonga geh√∂ren, f√ľr ungef√§hr tausend Jahre, bevor weitere Entdecker und schlie√ülich Siedler nach den Marquesas und Tahiti und anschlie√üend zu weiteren Inseln des S√ľdpazifiks aufbrachen. Aus diesem Grunde werden Tonga, Samoa und Fidschi von Anthropologen als die Wiege der polynesischen Kultur bezeichnet.

Im 12. Jahrhundert waren die Tongaer und ihr oberster H√§uptling, der Tu Ľi Tonga, im gesamten pazifischen Raum von Niue bis Tikopia bekannt. Einige Historiker sprechen von einem tongaischen Imperium, die Beschreibung als ein Netz aus Seefahrern, H√§uptlingen und Abenteurern trifft den Zustand wohl besser. Im 15. Jahrhundert und dann im 17. Jahrhundert brachen immer wieder Stammesfehden aus. Zu diesem Zeitpunkt kam es zu ersten Kontakten mit Europ√§ern: 1616 mit den holl√§ndischen Entdeckern Willem Schouten und Jakob Le Maire, die bei ihrem ersten Kontakt einen Tongaer vor Niuatoputapu erschossen, 1643 mit Abel Tasman (der ein wenig Handel mit den Einheimischen trieb), sp√§ter um 1773 vor allem aber auch mit James Cook, der die Inseln in der Folge noch zwei weitere Male besuchte (1774 und 1777). 1781 erreichte Francisco Maurelle Vava Ľu. Erste Missionare folgten zwanzig Jahre sp√§ter, eine wichtige Rolle sollte der Methodist Walter Lawry spielen, der aber erst 1822 nach Tonga kam.

Die tongaischen Stammesfehden auf allen Inseln von 1799 bis 1852 endeten durch die Einigung Tongas unter Siaosi Taufa Ľahau Tupou. Er vereinte alle Inseln Tongas 1845 zum √§ltesten polynesischen K√∂nigreich. Siaosi Taufa Ľahau Tupous Frau entstammte der K√∂nigslinie der Tu Ľi Kanakopulu. Er lie√ü sich sp√§ter im Zuge der Christianisierung auf den Namen K√∂nig George Tupou¬†I. taufen. 1875 wurde Tonga unter Mithilfe des Missionars Shirley Waldemar Baker zu einer konstitutionellen Monarchie. Im November 1876 schloss Tonga mit dem Deutschen Reich einen Friedensvertrag ab, der unter anderem Kriegsschiffen beider L√§nder die H√§fen des anderen zur Verf√ľgung stellt. Die englische Politik sah darin einen Schritt, Tonga zur Kolonie zu machen.

Im Samoa-Vertrag von 1899 verzichtete das Deutsche Reich auf alle Rechte an Tonga und am 18. Mai 1900 wurden die Inseln zu einem britischen Protektorat. Am 4. Juni 1970 erhielt es seine Unabhängigkeit. Tonga ist ein eigenständiges Mitglied im Commonwealth und seit 1999 auch Mitglied der Vereinten Nationen. Es ist bis heute die einzige (parlamentarische) Erbmonarchie im gesamten polynesischen Pazifikraum.

Politik

Tonga ist eine parlamentarische Monarchie, in der die Verfassung dem K√∂nig gr√∂√üere Befugnisse einr√§umt als beispielsweise dem niederl√§ndischen Monarchen. Der Respekt vor der k√∂niglichen Herrschaft existiert noch weitgehend unver√§ndert wie in vergangenen Jahrhunderten, damals gegen√ľber dem als heilig erachteten obersten H√§uptling Tu Ľi Tonga. Kritik an der Monarchie wird als untongaisch und schlicht unh√∂flich abgelehnt. K√∂nig Taufa Ľahau Tupou¬†IV., ein direkter Nachfahre des ersten K√∂nigs, lebte bis zu seinem Tod am 10. September 2006 mit seiner Familie, einigen einflussreichen Adligen sowie der wachsenden nicht-adligen Elite in relativem Reichtum. Die restliche Bev√∂lkerung ist jedoch vergleichsweise arm. Die Auswirkungen dieser Ungleichheit werden durch drei Faktoren abgemildert: Bildung, medizinische Versorgung und Landbesitz.

Der Staat gew√§hrt freien Zugang zu medizinischer Versorgung. Die Verfassung verbietet Ausl√§ndern Landerwerb (allerdings k√∂nnen sie welches pachten). Es gibt einen Landmangel auf der dichter besiedelten Hauptinsel Tongatapu, auf den √ľbrigen Inseln steht jedoch meistens Ackerland frei. Die Mehrheit der Bev√∂lkerung produziert Lebensmittel zum Eigenbedarf. Etwa die H√§lfte produziert ihre Grundnahrungsmittel durch Ackerbau, Fischerei und Viehzucht selbst. Frauen und M√§nner haben gleichen Zugang zu Bildung und medizinischer Versorgung, auch die Besch√§ftigungszahlen sind ann√§hernd gleich. Frauen werden aber beim Landbesitz benachteiligt, da er nur M√§nnern gesetzlich zusteht. Im Parlament war erst eine Frau vertreten.

Dem Beispiel seiner Mutter, K√∂nigin Salote, und dem Rat ausl√§ndischer Berater folgend hat die Regierung unter K√∂nig Taufa Ľahau Tupou¬†IV. die Wirtschaft monetarisiert, die medizinische Versorgung und das Bildungssystem an internationale Standards angepasst und der Bev√∂lkerung Zugang zu materiellem Wohlstand (in Form von Wohnungen, Autos und anderen G√ľtern), Bildung und Auslandsreisen verschafft. Die Regierung unterst√ľtzt olympische und andere Sportereignisse und hat Soldaten f√ľr UN-Friedensmissionen (vor allem in Bougainville) zur Verf√ľgung gestellt.

Politisches System

Das nationale Parlament (Fale Alea) hat 26 Abgeordnete, von denen 17 durch das Volk und 9 durch den Adel gewählt werden (die letzte Wahl fand 2017 statt). Die Legislaturperiode dauert drei Jahre. Das Parlament bestimmt unter anderem den Premierminister.

1960, also noch unter britischer Verwaltung, wurde das aktive und passive Frauenwahlrecht eingef√ľhrt. Diese Rechte wurden bei der Erlangung der Unabh√§ngigkeit 1970 best√§tigt.

Demokratisierung

Es gibt eine demokratische Bewegung auf Tonga, die f√ľr eine Reform des bestehenden Systems, insbesondere eine bessere Vertretung der einfachen Bev√∂lkerung und gr√∂√üere Transparenz im Staatswesen eintritt. Eine Abschaffung der Monarchie geh√∂rt nicht zu ihren Zielen. Die Monarchie selbst genie√üt gro√üe Unterst√ľtzung in der Bev√∂lkerung, auch wenn Reformen angemahnt werden. Bis vor kurzem wurde der Umstand, dass Tonga keine Demokratie ist, von ausl√§ndischen Regierungschefs ignoriert, es zeichnet sich aber ein Kurswechsel oder zumindest Kritik an einigen Regierungshandlungen vor allem von Seiten Australiens und Neuseelands ab, den gr√∂√üten Nachbarn und Geberl√§ndern.

Eine Politik der harten Hand √ľberschattet das ansonsten positive Lebenswerk Tupous¬†IV. und die positiven Reformen seines beliebten Sohnes Prinz  ĽUlukalala Lavaka  ĽAta, der vom 3. Januar 2000 bis zum 11. Februar 2006 Premierminister war. Insgesamt haben diese Ma√ünahmen das Gemeinwesen und den Zusammenhalt geschw√§cht, aber auch den Druck auf die Monarchie erh√∂ht, demokratischen Elementen gr√∂√üeren Raum zu geben.

2005 verhandelte die Regierung wochenlang mit streikenden Angestellten des √∂ffentlichen Dienstes, bevor man zu einer Einigung kam. Die daran anschlie√üenden Unruhen beschr√§nkten sich nicht nur auf Tonga; auch Proteste vor der neuseel√§ndischen Residenz des K√∂nigs machten Schlagzeilen. Eine Kommission wurde eingesetzt, um Vorschl√§ge f√ľr eine Anpassung der Verfassung zu untersuchen.

Am 16. November 2006 brachen in der Hauptstadt Nuku Ľalofa Unruhen aus, in deren Folge sechs Personen starben und die Hauptgesch√§ftsstra√üe mit mehreren Regierungsgeb√§uden und fast allen Gesch√§ften der Stadt niederbrannte. Ursache war die Forderung der Demokratiebewegung nach einer demokratischeren Zusammensetzung des Parlaments, die das gr√∂√ütenteils vom K√∂nig ernannte Kabinett nicht umsetzen wollte. Ziel der Brandanschl√§ge waren in erster Linie indische und chinesische Gewerbetreibende, die der Korruption beschuldigt wurden. Die Gesch√§fte wurden zun√§chst gepl√ľndert und dann in Brand gesteckt. Durch den herrschenden starken Wind gerieten die Feuer schnell au√üer Kontrolle, so dass fast die gesamte Innenstadt abbrannte. Die Regierung rief den Ausnahmezustand aus und bat die australische und neuseel√§ndische Regierung um eine Milit√§rintervention. Nachdem sich die Lage Anfang Dezember wieder beruhigt hatte, verlie√üen die 150 ausl√§ndischen Soldaten und Polizisten das K√∂nigreich wieder. Der Ausnahmezustand wurde mehrmals verl√§ngert und im Februar 2011 au√üer Kraft gesetzt.

Ende Juli 2008 gab K√∂nig Tupou¬†V. bekannt, er wolle seine absolute Macht aufgeben und die Tagesgesch√§fte dem Parlament und der Exekutive √ľberlassen. Dies wurde mit den Wahlen vom 25. November 2010 umgesetzt, sodass Premierminister und Kabinettsangeh√∂rige nunmehr vom Parlament statt wie bisher durch den K√∂nig bestimmt werden.

Bei der Wahl gewann die aus der Demokratiebewegung hervorgegangene Demokratische Partei der Freundschaftsinseln zw√∂lf der 17 Parlamentssitze, die f√ľr Abgeordnete des allgemeinen Volks vorgesehen sind. Die restlichen neun Sitze sind f√ľr Adlige reserviert.

Machtwechsel

In der Nacht vom 10. auf den 11. September 2006 starb König Tupou IV. im Middlemore Hospital in Auckland, Neuseeland, in dem er schon den größten Teil des Jahres in Behandlung gewesen war. Er wurde 88 Jahre alt und war 41 Jahre lang Regent gewesen.

In seine Nachfolge trat sein √§ltester Sohn, Tupouto Ľa, der bis zu seinem Tod am 18. M√§rz 2012 unter dem Namen Siaosi (George) Tupou¬†V. regierte. Nach dessen Tod folgte am 19. M√§rz 2012 sein Bruder  ĽAho Ľeitu  ĽUnuaki Ľotonga Tuku Ľaho unter dem Namen Tupou¬†VI.

Könige von Tonga

Politische Indizes

Außenpolitik

Tonga unterh√§lt traditionell enge diplomatische Beziehungen zu Neuseeland, dar√ľber hinaus zu 33 Staaten. Das √§lteste Abkommen Tongas mit einem anderen Staat ist der franz√∂sisch-tongaische Freundschaftsvertrag von 1855. Die diplomatischen Beziehungen zu Taiwan hat Tonga 1999 abgebrochen und stattdessen diplomatische Beziehungen mit der Volksrepublik China aufgenommen.

Zust√§ndige diplomatische Vertretung der Bundesrepublik Deutschland und der Schweizerischen Eidgenossenschaft ist die jeweilige Botschaft in Wellington (Neuseeland), f√ľr die Republik √Ėsterreich die Botschaft in Canberra (Australien). Die f√ľr Deutschland, √Ėsterreich und die Schweiz zust√§ndige tongaische Vertretung ist die Botschaft des K√∂nigreichs Tonga in London (Vereinigtes K√∂nigreich). Es gibt einen immerw√§hrenden Freundschaftsvertrag zwischen Deutschland und Tonga von 1876, abgeschlossen unter K√∂nig George Tupou¬†I., welcher 1977 von der Bundesrepublik Deutschland erneuert wurde.

Tonga ist in keinem milit√§rischen B√ľndnis Mitglied, aber es besteht eine enge Zusammenarbeit mit Neuseeland in Verteidigungsfragen. Ein etwa 40 Soldaten umfassendes Kontingent entsandte Tonga 2004 als Teil der Koalitionstruppen in den Irak. Die 2008 im Irak stationierten etwa 50 Soldaten sollten bis zum 20. Dezember 2008 das Land verlassen. Die gesamten Streitkr√§fte der Tonga Defence Services haben eine St√§rke von etwa 450 Mann. Sie sind in die Einheiten Royal Marines, Royal Guards und Maritime Force geteilt, dazu kommen zwei Unterst√ľtzungseinheiten. Nach Sch√§tzungen aus dem Jahr 2006 betragen die Ausgaben f√ľr das Milit√§r 0,9¬†% des Bruttoinlandsproduktes. Ab Oktober 2010 war Tonga an der internationalen Schutztruppe in Afghanistan beteiligt, 2012 betrug die St√§rke 55 Mann.

Wirtschaft

Wirtschaftliche Situation

Die Wirtschaft von Tonga durchlebt, wie andere S√ľdpazifik-Staaten auch, eine schwierige Phase. Gro√übauern aus anderen L√§ndern und riesige Fischfangflotten machen dem Land auf dem Markt Konkurrenz. Zudem ist der Tourismus nur mangelhaft ausgebaut. Die meisten Produkte des t√§glichen Lebens m√ľssen importiert werden. Das Land exportiert tropische Fr√ľchte, auch Vanille.

Zwar hat die Regierung zahlreiche Investitionen get√§tigt, doch gelten diese als fragw√ľrdige √∂konomische Entscheidungen. So wurden zahlreiche Mittel in exzentrische, aber zweifelhafte Projekte gesteckt:

  • Die Suche nach Erd√∂l in Gegenden, in denen es laut Geologen kein Erd√∂l gibt.
  • Es gab √úberlegungen, Tonga als Endlager f√ľr radioaktiven M√ľll zu nutzen.
  • Der Staatshaushalt wurde durch den Verkauf tongaischer P√§sse aufgebessert. Jedoch sind diese international nicht anerkannt.
  • Die Zulassung ausl√§ndischer Schiffe, die dann in illegale Aktionen verwickelt waren.
  • Die Vermietung von ‚ÄěParkpositionen‚Äú f√ľr Erdsatelliten im All an andere Staaten.
  • Das langfristige Chartern einer unbrauchbaren, da massiv √ľberdimensionierten Boeing 757, was 2004 zum Bankrott der damaligen staatlichen Fluglinie Royal Tongan Airlines f√ľhrte.
  • Der Aufbau eines Flughafenhotels mit angeschlossenem Casino gemeinsam mit einem von Interpol gesuchten Kriminellen.
  • Die Unterst√ľtzung beim Betrieb der Top-Level-Domain .to, unter der h√§ufig urheberrechtlich gesch√ľtztes Material illegal angeboten wird (vgl. Kino.to).

Dem K√∂nig wurde vorgeworfen, einen Hang zu spekulativen Gro√üprojekten, die einen hohen Gewinn versprechen, zu besitzen. Der Hof hatte bereits mehrere Millionen durch Jesse Bogdonoff verloren, einen Finanzberater der Bank of America, der 1999 von K√∂nig Tupou IV als ‚Äěoffizieller Hofnarr‚Äú (official court jester) angestellt worden war.

Staatshaushalt

Der Staatshaushalt umfasste 2017 Ausgaben von umgerechnet 181,2 Mio. US-Dollar, dem standen Einnahmen von umgerechnet 181,2 Mio. US-Dollar gegen√ľber. Daraus ergibt sich ein Haushaltsdefizit in H√∂he von 0,0¬†% des BIP.
Die Staatsverschuldung betrug 2009 205,6 Mio. US-Dollar oder 78,5¬†% des BIP. Gl√§ubiger f√ľr 60 Prozent (108 Mio. US-Dollar) der Auslandsschulden im Jahr 2012 war die Import-Export Bank Chinas.

2006 betrug der Anteil der Staatsausgaben (in % des BIP) folgender Bereiche:

  • Gesundheit: 4,9¬†%
  • Bildung: 5,0¬†% (2004)
  • Milit√§r: 0,9¬†%

Infrastruktur

Das Inselarchipel erstreckt sich √ľber 800 Kilometer, was regionale Flugverbindungen besonders bedeutsam macht. Die nationale Fluggesellschaft Real Tonga fliegt alle 6 Flugh√§fen an. Von diesen haben nur der Flughafen Fua Ľamotu und Flughafen Vava Ľu internationale Bedeutung. Auf dem Flughafen Fua Ľamotu gibt es Flugverbindungen nach Auckland (Neuseeland) und Sydney (Australien). Er liegt ca. 10 Kilometer entfernt von der Hauptstadt Nuku Ľalofa auf der Insel Tongatapu.

Tonga besa√ü nach dem Konkurs der Royal Tongan Air auch eine eigene Inlandsfluggesellschaft, die Peau Vava Ľu Air. Diese flog bis zur Zerst√∂rung ihres B√ľros durch einen Brand im Jahre 2006 regelm√§√üig alle gr√∂√üeren Inselgruppen des Landes an. 2006 stellte sie ihren Betrieb ein. Im April 2008 √ľbernahm Chathams Pacific, eine neugegr√ľndete Tochtergesellschaft der neuseel√§ndischen Air Chathams den Flugverkehr zwischen den Inselgruppen. Sie setzte eine Douglas DC-3 ein, stellte aber im M√§rz 2013 den Betrieb wieder ein. Seit 2009 wurde die Real Tonga als nationale Fluggesellschaft aufgebaut, die aber erst im M√§rz 2013 den Betrieb aufnahm und alle gr√∂√üeren Inselgruppen bediente.

F√§hren fahren t√§glich von Tongatapu nach  ĽEua, einmal w√∂chentlich nach Ha Ľapai und Vava Ľu und einmal monatlich auf die Niuas.

Kultur

Feiertage

In Tonga gibt es elf gesetzliche Feiertage.

Medien

Es erscheinen drei Wochenzeitungen in Tonga: The Tongan Chronicle (Kolonikali Tonga), Tonga Star sowie die in Auckland (Neuseeland) herausgegebene The Times of Tonga (Taimi  Ľo Tonga). Die Tongan Chronicle und die Times of Tonga sind beide zweisprachig, der Tonga Star hingegen ist nur englischsprachig. Daneben erscheinen die Monatszeitungen Kele Ľa (regierungskritisch), Taumu Ľa Lelei (herausgegeben von der katholischen Di√∂zese), Tohi Fanongonongo (herausgegeben von der methodistischen Kirche Tongas) und  ĽOfa ki Tonga (herausgegeben von der Tokaikolo Fellowship) sowie die viertelj√§hrlichen Zeitschriften Matangi Tonga und Eva.

Der staatliche Fernsehsender TV Tonga ist seit Juli 2000 landesweit auf Sendung. Der Privatsender Oceania Broadcasting Network (OBN) kann ebenfalls landesweit empfangen werden. Es gibt vier Rundfunksender, Radio Tonga (‚ÄěThe call of the Friendly Islands‚Äú), Christian Radio, Radio 2000 und, auf den Bereich der Inselgruppe Vava Ľu beschr√§nkt, Radio Nuku Ľalofa.

Die Regierung hat wiederholt die Tongan Times konfiszieren lassen, als sie die Fehltritte des K√∂nigs angeprangert hat. Die Zeitung Kele Ľa, Sprachrohr der pro-demokratischen Bewegung um  ĽAkilisi Pohiva und sch√§rfster Kritiker der Regierung, wurde jedoch nicht zensiert, wohingegen Pohiva selbst immer wieder vor Gericht erscheinen musste.

Mitte 2003 trat ein Verfassungszusatz in Kraft, der die Presse ‚Äětongaisieren‚Äú sollte, sie in Wahrheit aber beschr√§nkte. Als Rechtfertigung wurden traditionelle tongaische Werte herangezogen. Um eine Presselizenz zu erhalten, ist es nun unter anderem notwendig, dass sich die Zeitung zu mindestens 80¬†% im Besitz eines auf Tonga lebenden Tongaers befindet. Unter denjenigen Zeitschriften, die keine Lizenz erhalten haben, befanden sich die Tongan Times, die Kele Ľa und die Matangi Tonga. Alle verbleibenden Zeitschriften mit Lizenz sind nun kirchlich oder royalistisch gepr√§gt.

Der Verfassungszusatz, der der Regierung erweiterte Möglichkeiten zur Kontrolle der Presse gegeben hatte, ist jedoch durch höchstrichterliche Entscheidung inzwischen wieder aufgehoben worden.

Bekannt wurde die tongaische Top-Level-Domain .to, die eine Einnahmequelle aus solchen Domains wie ‚Äěkino.to‚Äú, ‚Äěkinox.to‚Äú, ‚Äějump.to‚Äú oder ‚Äěcome.to‚Äú ist, da sich daraus im Englischen griffige Domainnamen bilden lassen.

Sport

Volkssport in Tonga ist Rugby Union, das von rund 20¬†% der Bev√∂lkerung aktiv ausge√ľbt wird. Die Rugby-Nationalmannschaft qualifiziert sich regelm√§√üig f√ľr die alle vier Jahre stattfindende Weltmeisterschaft (aktuell 2019 in Japan) und belegt in der World-Rugby-Weltrangliste den 16. Rang (Stand: 30. September 2019).

Tonga hat allerdings im Sport mit vielen Problemen zu k√§mpfen. Aufgrund des Fehlens von Gro√übetrieben kann kaum Sponsorengeld f√ľr den Sport lukriert werden, was ein professionelles Arbeiten unm√∂glich macht, besonders in der Jugendarbeit fehlen Geldmittel. Dies machen sich Australien und Neuseeland zunutze. Diese beiden L√§nder k√∂dern die besten Spieler aus Tonga (und den anderen Inselstaaten) mittels Sportstipendien, geben ihnen die jeweilige Staatsb√ľrgerschaft, wodurch die Inseln ihre besten Spieler verlieren.

Tonga ist es in den letzten Jahren gelungen, eine hochmoderne Rugbyarena zu bauen, diese steht allerdings die meiste Zeit leer. Es gibt kaum Gegner, welche sich bereit erkl√§ren, die weite Reise nach Tonga auf sich zu nehmen. Australien und Neuseeland tragen nur selten Spiele gegen die Inselstaaten aus. Um dennoch internationale Spiele austragen zu k√∂nnen, wurde vor einiger Zeit das Turnier Pacific Tri-Nations (seit 2006 Pacific Nations Cup) gegr√ľndet, in dem u.¬†a. die Nationalteams von Tonga, Samoa und Fidschi gegeneinander antreten.

In der s√ľdlichen Hemisph√§re gibt es zwei anerkannte Rugby-Bewerbe ‚Äď die Super-Rugby-Liga (jeweils f√ľnf Vereine aus Neuseeland, S√ľdafrika und Australien) und die Rugby Championship (die Nationalteams der drei L√§nder sowie Argentinien). In beiden Wettbewerben wurde Tonga trotz mehrmaligem Ersuchen nicht aufgenommen.

Wie in anderen pazifischen Inselstaaten wird auf Tonga eine traditionelle einheimische Variante des Crickets gespielt, lanita genannt.

Gro√ües Aufsehen erzielte das K√∂nigshaus mit einer Aktion, bei der es einen Rennrodler castete, der mit ausl√§ndischer Hilfe f√ľr internationale Wettbewerbe aufgebaut wurde.

In der Hoffnung auf einen gro√üz√ľgigen Sponsor wurde die Person Bruno Banani kreiert. Fuahea Semi konnte dabei einige Achtungserfolge, unter anderem bei den Olympischen Winterspielen in Sotschi, aber auch bei der Wok-WM erzielen. Die Aktion ist auch Handlung in dem Film Being Bruno Banani.

Siehe auch

Literatur

  • I. C. Campbell: Island Kingdom. Tonga Ancient and Modern. Canterbury University Press, Christchurch 2001.
  • Paul van der Grijp: Identity and Development. Tongan Culture, Agriculture, and the Perenniality of the Gift. (= Verhandelingen van het Koninklijk Institut voor Tal-, Land- en Volkenkunde; 213). KITLV Press, Leiden 2004.

Weblinks

  • L√§nder- und Reiseinformationen des Ausw√§rtigen Amtes
  • Portal der Tongaischen Regierung (englisch/tongaisch)
  • Seite des tongaischen Fremdenverkehrsvereins (Tonga Visitors Bureau) (englisch)
  • S√ľdseestaat Tonga von Wirbelsturm getroffen (Memento vom 13. Januar 2014 im Internet Archive)

Einzelnachweise



Quelle: Wikipedia

 

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Flagge: Tonga

Name englisch: Tonga
Hauptstadt: Nuku'alofa
Kfz: TON
ISO: TO
ISO3: TON
Fläche: 748 km²
Tld: .to
Wärung Einheit: TOP
Währung: Pa'anga
Vorwahl: 676

Ausdehnung / Grenzen (nach WGS 84 dezimal):
nördlichster Punkt: -15.5663926
südlichster Punkt: -21.4734606
westlichster Punkt: -175.681321
östlichster Punkt: -173.702484


 
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