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Staat Informationen : Fidschi

Informationen:


Fidschi, offiziell Republik Fidschi (auf Fidschi: Viti bzw. Matanitu ko Viti; englisch Fiji bzw. Republic of Fiji), ist ein Inselstaat im SĂŒdpazifik nördlich von Neuseeland und östlich von Australien. Fidschi ist seit 1970 unabhĂ€ngig und seit 1987 eine Republik mit der Hauptstadt Suva auf der Insel Viti Levu. Seit der demokratischen Wahl am 17. September 2014 ist Fidschi eine parlamentarische Demokratie.

Fidschis jĂŒngere Geschichte wurde dominiert durch den Konflikt zwischen der indigenen fidschianischen Mehrheit und der indischstĂ€mmigen Minderheit des Landes.

Geographie

Geologie und Klima

Fidschi ist eine isolierte Inselgruppe im SĂŒdwestpazifik und liegt etwa 2100 Kilometer nördlich von Auckland, Neuseeland. Die KĂŒstenlĂ€nge betrĂ€gt insgesamt 1129 Kilometer. Der Archipel besteht aus 332 Inseln mit einer GesamtflĂ€che von 18.274 Quadratkilometern (etwas weniger als Sachsen), von denen 110 bewohnt sind. Außerhalb des Fidschi-Archipels gehört noch die Insel Rotuma im Ă€ußersten Norden sowie das Atoll Ceva-i-Ra im Ă€ußersten SĂŒdwesten zum Staatsgebiet Fidschis.

Die Hauptinseln Viti Levu (10.429 kmÂČ) und Vanua Levu (5556 kmÂČ) umfassen fast neun Zehntel der LandesflĂ€che und sind wie die meisten der Fidschiinseln vulkanischen Ursprungs, die kleineren entstanden aus Korallenriffen. Auf den beiden großen Inseln liegen zerklĂŒftete Gebirgsketten, die sich ĂŒber schmalen KĂŒstenebenen und vorgelagerten Korallenriffen erheben. Der höchste Berg ist mit 1324 m der Tomanivi (vormals: Mount Victoria) auf Viti Levu. Neben Viti Levu und Vanua Levu sind noch Taveuni (470 kmÂČ), Kadavu (411 kmÂČ) sowie Gau und Koro (je 140 kmÂČ) von gewisser GrĂ¶ĂŸe.

Es herrscht tropisch-heißfeuchtes Klima mit Temperaturen von 16 bis 32 Grad Celsius. In der niederschlagsreicheren Sommerzeit von November bis April suchen tropische WirbelstĂŒrme (Zyklone) den SĂŒdpazifik heim. Statistisch wird die Inselgruppe in 10 Jahren von 10 bis 12 WirbelstĂŒrmen betroffen, wovon zwei bis drei schwere SchĂ€den verursachen. In den Wintermonaten von Mai bis Oktober bringen bestĂ€ndige SĂŒdostwinde kĂŒhlere Luft. Diese trifft auf warme Ă€quatoriale Luft (South Pacific Convergence Zone) und verursacht Wolkenbildung und RegenfĂ€lle. Diese durch Passatwinde verursachten Wetterlagen bringen speziell der bergigen, dicht bewaldeten SĂŒdostkĂŒste der Hauptinsel (Viti Levu) starke RegenfĂ€lle. Die westlichen HĂ€nge mit lichtem Baumbestand und Grasland sind wesentlich trockener. Über zwei Drittel der LandesflĂ€che von Fidschi sind bewaldet und nur ein geringer Anteil ist Weideland.

Vor 2007 fanden in der Central und der Western Division Gebietsreformen statt, von denen insbesondere Suva betroffen war, die Gebiete an die neugegrĂŒndete Stadt Nasinu und an Nausori abtreten musste. Zusammen mit Nausori und Nasinu bildet Suva die Agglomeration Suva-Nausori-Korridor. Die grĂ¶ĂŸten StĂ€dte sind (Stand 17. September 2017): Suva mit 93.870 Einwohnern, Nasinu mit 92.043 Einwohnern, Lautoka mit 71.573 Einwohnern, Nadi mit 71.048 Einwohnern und Nausori mit 57.882 Einwohnern. In Fidschi werden zwei Kategorien von StĂ€dten unterschieden, die 12 incorporated cities/towns, die sich aus Stadtgebiet und Umland zusammensetzen und ĂŒber eine eigene Stadtverwaltung verfĂŒgen, sowie die sieben unincorporated towns ohne eigene Stadtverwaltung.

Flora und Fauna

An den KĂŒsten finden sich Mangroven, wĂ€hrend im Inneren der grĂ¶ĂŸeren Inseln natĂŒrlicherweise entweder tropischer Regenwald (an den Luvseiten) oder aber Savannenformationen vorherrschen. Aufgrund seiner isolierten Lage beherbergt Fidschi eine eigenstĂ€ndige Pflanzen- und Tierwelt, die sich aus Arten zusammensetzt, die selbst oder deren Vorfahren die Weiten des Pazifischen Ozeans vor allem von Westen her ĂŒberqueren konnten. Dies geschah entweder aus eigener Kraft (etwa Seevögel), passiv z. B. durch Drift mittels Treibgut oder möglicherweise auch im Zuge katastrophaler Ereignisse wie Tsunamis oder tropischer WirbelstĂŒrme.

Die SĂŒĂŸgewĂ€sser von Fidschi werden von insgesamt 53 Arten von SĂŒĂŸ- und Brackwasserfischen bevölkert, dabei sind vor allem die Familien der Grundeln und der SchlĂ€fergrundeln, mit neun bzw. mit sechs Arten vertreten. Der Milchfisch, drei Arten der FlaggenschwĂ€nze, vier Arten von MeerĂ€schen und drei Arten der Seenadelgattung Microphis leben kĂŒstennah im Brackwasser. Raubfische sind die drei Arten der Flussaale, die ins SĂŒĂŸwasser wandernde MurĂ€ne Gymnothorax polyuranodon und der Barramundi. Vom Menschen eingefĂŒhrt wurden einige Karpfenfische, darunter der Karpfen, der Silberkarpfen und der BlaubandbĂ€rbling, LebendgebĂ€rende Zahnkarpfen, wie Guppy, SchwerttrĂ€ger und Moskitofisch, sowie drei Buntbarscharten der Gattung Oreochromis.

Es gibt auf den Inseln zwei hier endemische Froscharten: Platymantis vitianus (engl. Name: „Fiji Ground Frog“) und Platymantis vitiensis (engl. Name: „Fiji Tree Frog“). Abgesehen von der vom Menschen eingefĂŒhrten Aga-Kröte sind dies die einzigen Amphibien Fidschis. Beide weisen eine direkte Entwicklung auf – aus ihren an Land abgelegten Eiern schlĂŒpfen also fertig entwickelte Jungfrösche, keine Kaulquappen. Platymantis vitiensis gehört außerdem zu den wenigen Froschlurcharten weltweit, bei denen nicht nur die MĂ€nnchen, sondern auch die Weibchen zu LautĂ€ußerungen fĂ€hig sind. Insbesondere der bodenbewohnende Frosch Platymantis vitianus, der ehemals auf vielen Inseln Fidschis heimisch war, ist inzwischen stark gefĂ€hrdet. Hauptgrund ist die EinfĂŒhrung von Mangusten – hier wohl des Kleinen Mungos – zum Zweck der RattenbekĂ€mpfung. Heute kommt diese Froschart daher fast nur noch auf Inseln ohne Mungos vor (Ovalau, Taveuni, Gau, Viwa sowie eine Einzelpopulation auf Vanua Levu).

Erst im Jahr 1979 wurde eines der grĂ¶ĂŸten Reptilien der Inselgruppe entdeckt und zwei Jahre spĂ€ter wissenschaftlich beschrieben, der Fidschi-Kammleguan (Brachylophus vitiensis). Diese grĂŒne Echse mit weißen „Zebrastreifen“, gelben Nasenlöchern und einem RĂŒckenkamm aus Hornspitzen wird bis zu einem Meter lang. Sie ist allerdings akut vom Aussterben bedroht und kommt nur noch in wenigen Tausend Exemplaren auf einzelnen westlichen Nebeninseln wie Yadua Taba, Monuriki und Macuata vor, nachdem ihre LebensrĂ€ume andernorts durch Feuer, StĂŒrme, Habitatumwandlung fĂŒr Landwirtschaft, verwilderte Ziegen sowie Fraßdruck durch ausgesetzte Raubtiere (Mungos, Katzen) zerstört wurden. Insgesamt besteht die Reptilienfauna der Inselgruppe aus 36 Arten.

Zur Vogelwelt Fidschis werden rund 150 Arten gezĂ€hlt, darunter befinden sich 23 endemische. Zu diesen Endemiten gehören unter anderem der Fidschihabicht (Accipiter rufitorques), Orange-, Goldfrucht- und Smaragdtaube (Ptilinopus victor, P. luteovirens, P. layardi) sowie die Braunschwanz-Fruchttaube (Ducula latrans), fĂŒnf oder sechs Papageienarten der Familie Psittacidae, darunter das Rothöschen (Charmosyna amabilis), drei Honigfresser (Meliphagidae), der KandavufĂ€cherschwanz (Rhipidura personata), vier Arten von Monarchen (Monarchidae), der Langbein-BuschsĂ€nger (Megalurulus rufus) und der Laubhuscher (Cettia ruficapilla) sowie der Layardbrillenvogel (Zosterops explorator) und die Schwarzstirn-Papageiamadine (Erythrura kleinschmidti). Als kurz vor dem Aussterben stehende endemische Vogelart der Fidschis ist außerdem der Macgillivraysturmvogel zu erwĂ€hnen.

SÀugetiere sind ohne menschliche Hilfe nur wenige auf den abgelegenen Archipel gelangt. Es handelt sich bezeichnenderweise namentlich um die flugfÀhigen Fledertiere, von denen mehrere Arten in Fidschi heimisch sind, darunter auch der endemische Affengesicht-Flughund (Pteralopex acrodonta) auf Taveuni.

Zum Schutz der marinen Flora und Fauna wurde das Vuata Ono Marine Protected Area eingerichtet.

Bevölkerung

Rund 32 % der Bevölkerung des Landes ist unter 14 Jahre alt, 65 % zwischen 15 und 64 Jahren und 4,5 % der Bevölkerung ist ĂŒber 64 Jahre alt. Die Wachstumsrate betrug 2006 knapp 1,4 %, bei einer Geburtenrate von 22,55 Geborenen pro 1000 Einwohner und Jahr einer Sterberate von 5,65 pro 1000 Einwohner. Die Lebenserwartung liegt bei der Geburt bei etwa 69,9 Jahren (67,3 fĂŒr MĂ€nner, 72,5 fĂŒr Frauen).

Laut dem Zensus von 2017 hat Fidschi 884.887 Einwohner.

Bevölkerungsentwicklung

Quelle: Fiji Bureau of Statistics – Key Statistics: 1.2A Census population of Fiji by ethnicity.

Völker

Die Bevölkerung des Landes besteht zu 57,3 % aus Angehörigen der ursprĂŒnglichen fidschianischen Bevölkerung (iTaukei – vorherrschend Melanesier mit polynesischem Einschlag) und zu etwa 37,6 % (schwankend) aus Indern. 1,2 % der Bevölkerung sind Rotumanen. Daneben gibt es Minderheiten von anderen Inselbewohnern des Pazifiks, EuropĂ€ern und Chinesen. Seit dem Jahre 1987 haben viele Inder Fidschi verlassen.

Sprachen

Die Amtssprachen sind Fidschianisch (Bauanisch, der Dialekt der Insel Bau), das zu den austronesischen malayo-polynesischen Sprachen zĂ€hlt, Fidschi-Hindi und Englisch. Fiji-Englisch ist ein Basilekt der Unterprivilegierten. Die indischstĂ€mmige Bevölkerung spricht Fidschi-Hindi (auch „Fiji Talk“, neben Hindi und Urdu eine Variante des Hindustani). Daneben werden auch Lauanisch und Rotumanisch gesprochen.

Religion

Im Jahr 2007 bezeichneten sich 55,4 % der Einwohner als evangelische Christen, davon sind 34,6 % Methodisten, 5,7 % AnhÀnger der Assembly of God, 3,9 % Sieben-Tags-Adventisten und 0,8 % Anglikaner. Kleinere evangelische Kirchen wie zum Beispiel die Baptisten in Fidschi machten insgesamt 10,4 % der Bevölkerung aus. 9,1 % sind römisch-katholisch. 27,9 % der Gesamtbevölkerung sind Hindus, 6,3 % sind Muslime und 0,3 % sind Sikhs. Den traditionellen melanesischen und polynesischen Religionen gehören infolge der christlichen Missionierung weniger als 0,3 % der Bevölkerung an, 0,7 % der Bevölkerung gaben keine Religion an.

Bildung

UrsprĂŒnglich war das Schulsystem am britischen System orientiert. Jetzt erfolgt die Schulbildung meist durch lokale Komitees. Zunehmend wird nach Volksgruppen getrennt unterrichtet. Erst seit 2002 sind SchlĂ€ge mit der Gerte verboten. Schulpflicht besteht fĂŒr die Dauer von acht Jahren.

In der Hauptstadt Suva befindet sich die 1968 gegrĂŒndete University of the South Pacific, in welche außer Fidschi die Pazifikstaaten der Cookinseln, Salomonen, Kiribati, Marshallinseln, Nauru, Niue, Samoa, Tokelau, Tonga, Tuvalu und Vanuatu eine gewisse Anzahl an Studenten entsenden dĂŒrfen. Die Anzahl der Studenten betrĂ€gt 8600.

Die 2004 gegrĂŒndete private University of Fiji befindet sich in der Aufbauphase. 2008 wurden die ersten Absolventen entlassen. Je ein Campus befindet sich in Lautoka und Suva. Vizekanzler ist (2019) der bekannte Schriftsteller Subramani.

Gesundheitssystem

Tropenkrankheiten kommen nicht vor; etwa 0,11 % sind HIV-positiv (UNAIDS.org 2005). In Fidschi praktizieren 290 Ärzte.

Geschichte

FrĂŒhe Geschichte

Der Archipel ist seit mehr als 3000 Jahren von Melanesiern bewohnt, die vermutlich von SĂŒdostasien aus einwanderten. Die Ureinwohner lebten von Ackerbau (Knollenanbau), Schweinehaltung und Fischfang unter urgesellschaftlichen Bedingungen. Sie nahmen durch Kontakte mit anderen Inselbevölkerungen viele Elemente polynesischer Kultur an. Im Zuge der Auflösung der frĂŒhgesellschaftlichen Strukturen bildeten sich gentilaristokratische HĂ€uptlingsdynastien heraus.

Kolonialzeit

Am 6. Februar 1643 wurde Fidschi von Abel Tasman gesichtet, 1774 von James Cook besucht und 1827 von Jules Dumont d’Urville erforscht. Nach gelegentlichen Besuchen von SandelholzfĂ€llern zwischen 1801 und 1813 siedelten sich europĂ€ische Pflanzer an, die ab etwa 1860 Baumwolle anbauten. 1835 nahmen Vertreter britischer Missionsgesellschaften ihre TĂ€tigkeit auf.

1871 wurde eine Scheinverfassung nach britischem Muster erlassen mit Cakobau als König (Titel: Tui Viti) und einem HĂ€uptlingsrat (Council of Chiefs), bis am 10. Oktober 1874 Fidschi zur Kronkolonie erklĂ€rt wurde. Australische und britische Firmen konzentrierten sich in der Folge auf den Zuckerrohranbau. Sie holten am 14. Mai 1879 die ersten indischen rekrutierten ArbeitskrĂ€fte – bis 1916 insgesamt 61.000 – ins Land, deren Nachkommen zwischen 1946 und 1997 die Bevölkerungsmehrheit bildeten. 1881 wurde die Insel Rotuma Island an die Kronkolonie angeschlossen.

Zweiter Weltkrieg

Im Zweiten Weltkrieg war Fidschi eine bedeutende Versorgungsstation der Alliierten; es wurden zahlreiche Luftwaffen- und MarinestĂŒtzpunkte errichtet.

Der Weg in die UnabhÀngigkeit

1960 kam es zu einem landesweiten Streik der Zuckerrohrpflanzer.

1966 errang Fidschi innere Autonomie, am 10. Oktober 1970 seine vollstÀndige UnabhÀngigkeit im Rahmen des Commonwealth of Nations und wurde Mitglied der Vereinten Nationen. Staatsoberhaupt war die britische Königin, Elisabeth II., erster Premierminister des Landes wurde Ratu Sir Kamisese Mara.

Neueste Zeit

1987 gewannen indische Parteien die Wahlen. Durch zwei aufeinanderfolgende MilitĂ€rputsche unter der FĂŒhrung von Sitiveni Rabuka am 14. Mai und 25. September des gleichen Jahres wurde jedoch die Vorherrschaft der Melanesier wiederhergestellt und zugleich die bisherige konstitutionelle Monarchie in eine Republik umgewandelt, worauf das Commonwealth im Oktober das Land aus seinen Reihen ausschloss. Die republikanische Verfassung von 1990 verfestigte den undemokratischen Zustand, indem sie die Hegemonie der Melanesier in Verfassungsrang erhob. Die politischen Unruhen (Streiks, politische Wirren), Missernten und sinkenden Weltmarktpreise fĂŒr Zucker fĂŒhrten zu einem Niedergang der Wirtschaft und einem bis heute anhaltenden Massenexodus der von den Melanesiern politisch unterdrĂŒckten, aber ökonomisch dominierenden indischstĂ€mmigen Bevölkerung des Landes. 1994 wurde Ratu Sir Kamisese Mara StaatsprĂ€sident und berief im Folgejahr eine Kommission zur Überarbeitung der Verfassung ein. Als Ergebnis wurde eine neue Verfassung entworfen, die die Gleichberechtigung aller Bevölkerungsgruppen wiederherstellte und im Juli 1997 in Kraft trat. Noch im selben Jahr wurde Fidschi wieder in das Commonwealth aufgenommen.

Im Mai 1999 wurde Mahendra Chaudhry, der Vorsitzende der Fiji Labour Party (FLP), nach dem Wahlsieg seiner Partei neuer Premierminister des Landes. Als wichtigstes innenpolitisches Ziel formulierte der erste indischstĂ€mmige Regierungschef die Beendigung der Spannungen zwischen den einzelnen Volksgruppen. Chaudry und das gesamte Kabinett wurden am 19. Mai 2000 von Putschisten unter FĂŒhrung des GeschĂ€ftsmannes George Speight und mit der UnterstĂŒtzung konservativer KrĂ€fte als Geiseln genommen. Frank Bainimarama, Chef der StreitkrĂ€fte, erklĂ€rte nach dem Staatsstreich PrĂ€sident Ratu Sir Kamisese Mara fĂŒr abgesetzt und sich selbst zum neuen Herrscher des Inselstaates. Das Einschreiten des MilitĂ€rs beendete zwar den Putsch, bedeutete aber zugleich auch das vorlĂ€ufige Ende der kurzen Phase politischer Entfaltung und Gleichberechtigung der Indo-Fidschianer.

Nach der Freilassung der Geiseln wĂ€hlte der Große Rat der StammeshĂ€uptlinge am 13. Juli 2000 Ratu Josefa Iloilo zum neuen Oberhaupt des Staates. Dem Kabinett des neuen Regierungschefs Laisenia Qarase gehörte den Forderungen der Putschisten zufolge nur ein indischstĂ€mmiger Minister an. Am 10. September 2001 wurde Qarase nach dem Wahlsieg seiner wenige Monate zuvor gegrĂŒndeten Vereinten Fidschi Partei (SDL) – sie vertritt die Interessen der eingeborenen Bevölkerung – von StaatsprĂ€sident Iloilo zum Premierminister ernannt. Qarase weigerte sich, gemĂ€ĂŸ der verfassungsmĂ€ĂŸigen Sitte die grĂ¶ĂŸte Oppositionspartei – Chaudhrys multiethnische Labor Party – an der Kabinettszusammensetzung zu beteiligen. Die Regierungsbildung gestaltete sich problematisch und vertiefte die ethnischen Spannungen im Land. FĂŒr neue Aufregung sorgte im FrĂŒhsommer 2005 die AnkĂŒndigung des Regierungschefs, eine Amnestieregelung auf den Weg zu bringen, die den Putschisten des Jahres 2000, allen voran AnfĂŒhrer George Speight, die vorfristige Freiheit ermöglicht hĂ€tte. Ebenso sollte das Land in den KĂŒstengebieten neu verteilt werden und im Zuge dessen Ur-Fidschianer die indische Minderheit in diesen Gebieten verdrĂ€ngen. Nach starken Protesten gegen das Vorhaben sagte Qarase eine Überarbeitung des Gesetzentwurfes zu.

Im Mai 2006 wurde das ReprĂ€sentantenhaus gewĂ€hlt. Am 5. Dezember 2006 (Fidschi-Zeit = GMT + 12) begann das MilitĂ€r mit dem vierten Putsch innerhalb von nur 20 Jahren. Um die Hauptstadt Suva herum wurden Straßensperren errichtet und Premierminister Laisenia Qarase sowie einige Minister unter Hausarrest gestellt. MilitĂ€rchef Frank Bainimarama erklĂ€rte die Regierung Qarase fĂŒr abgesetzt. Als GrĂŒnde gab er fortdauernde Korruption innerhalb der Regierung Qarases trotz mehrfacher Warnungen sowie ein umstrittenes Amnestievorhaben fĂŒr die Beteiligten des Putsches von 2000 an, die damals versucht hatten, ihn umzubringen. Zudem warf Bainimarama dem Premierminister vor, ethnische Spannungen zwischen den einheimischen Fidschianern (Melanesier) und den indischstĂ€mmigen Fidschianern, die immerhin mehr als 40 % der Bevölkerung ausmachen, zu schĂŒren. Hierin seien „viel grĂ¶ĂŸere illegale AktivitĂ€ten“ zu sehen als in dem durchaus ungesetzlichen Staatsstreich. Er sagte auch, Demokratie sei gut fĂŒr das Volk, dĂŒrfe aber nicht dazu benutzt werden, Korruption zu verstecken. Die Bewertung dieses Coups als diktatorischer Putsch im klassischen Sinn ist auf der internationalen politischen BĂŒhne umstritten.

Am 4. Januar 2007 gab Bainimarama ĂŒberraschend die Macht an PrĂ€sident Iloilo zurĂŒck. Auch der Übergangspremier Jona Senilagakali gab sein Amt auf. Iloilo billigte in einer Ansprache das Vorgehen des MilitĂ€rs und kĂŒndigte die Einsetzung einer Übergangsregierung und Neuwahlen an. Als neuer Regierungschef wurde Bainimarama am 5. Januar 2007 vereidigt.

Im April 2009 erklĂ€rte ein Berufungsgericht die MilitĂ€rregierung fĂŒr illegal und forderte den PrĂ€sidenten auf, eine neue Regierung zu bilden. Daraufhin setzte Iloilo die Verfassung außer Kraft und entließ alle Richter. Er kĂŒndigte an, eine Übergangsregierung einzusetzen, die bis 2014 demokratische Wahlen vorbereiten soll. Entgegen den Vorgaben des Berufungsgerichts, weder Frank Bainimarama noch dessen VorgĂ€nger Laisenia Qarase einzusetzen, wurde wiederum Bainimarama Regierungschef.

Am 2. Mai 2009 wurde Fidschi von der Mitarbeit im Pacific Islands Forum suspendiert, nachdem Bainimarama eine Frist zur Wiederherstellung demokratischer VerhĂ€ltnisse in Fidschi unbeachtet verstreichen ließ. Fidschi bleibt jedoch ein Mitglied des Forums.

Am 1. September 2009 folgte die Suspendierung der Mitgliedschaft im Commonwealth of Nations, nachdem auch dessen Forderung, spĂ€testens fĂŒr Oktober 2010 demokratische Wahlen in Fidschi anzuberaumen, ungehört blieb. Bainimarama beharrt auf seinem Fahrplan, der erst fĂŒr 2014 demokratische Wahlen vorsah. So viel Zeit sei notwendig, um die Korruption im Land erfolgreich zu bekĂ€mpfen und die Basis fĂŒr eine gewĂ€hlte demokratische Regierung zu bilden. Durch den Ausschluss verlor Fidschi die Berechtigung zur Teilnahme an Commonwealth-Treffen und -Sportveranstaltungen (so z. B. an den Commonwealth Games im Jahr 2010) und die Berechtigung zum Erhalt technischer UnterstĂŒtzungen seitens des Commonwealth. ZusĂ€tzlich war Fidschi am Sitz des Commonwealth und bei Commonwealth-Veranstaltungen nicht lĂ€nger mit seiner Nationalflagge oder sonstigen Symbole vertreten, blieb aber dennoch formal ein Mitglied der Organisation. Anfang 2011 Ă€nderte die Regierung den offiziellen Staatsnamen von Republic of the Fiji Islands zu Republic of Fiji. Bereits von der Abschaffung der Monarchie im Jahr 1987 bis zum Inkrafttreten der Verfassung von 1997 trug Fidschi diesen Namen.

Im Jahr 2013 trat eine neue Verfassung in Kraft, nach der alle StaatsbĂŒrger unabhĂ€ngig von ihrer Herkunft gleichberechtigte Fidschianer sind. Die bis dahin bestehenden politischen Vorrechte der Urbevölkerung wurden abgeschafft.

2014 fanden Wahlen statt. Daraufhin wurde die Suspendierungen in den internationalen Organisationen aufgehoben. WĂ€hrend der Jahre der MilitĂ€rherrschaft hatten Australien und Neuseeland auch ihre Entwicklungshilfe eingestellt. China sprang mit Darlehen in die Bresche. Anfang 2018 schĂ€tzte der ehemalige Premierminister Sitiveni Rabuka, dass es schwierig werden könnte, diese aufgelaufenen Schulden zurĂŒckzuzahlen.

PrÀsidentschaft der 23. UN-Klimakonferenz

Die Republik Fidschi wurde Mitte November 2016 auf der 22. UN-Klimakonferenz in Marrakesch fĂŒr den Vorsitz der 23. UN-Klimakonferenz in Bonn 2017 ausgewĂ€hlt. Da sich auf ihrem Territorium die erwartete Zahl von 15.000 bis 20.000 Teilnehmenden nicht zusammen an einem Ort versammeln könnte, wurde als Austragungsort der Sitz des UN-Klimasekretariats in Bonn festgelegt.

Politik

Die Republik Fidschi ist eine parlamentarische Republik. Staatsoberhaupt und zugleich Oberbefehlshaber der StreitkrÀfte ist der PrÀsident der Republik, derzeit Jioji Konousi Konrote.

Der Regierungschef ist der Premierminister, der die Richtlinien der Politik vorgibt. Der Premierminister wird vom Einkammerparlament gewĂ€hlt. Aus den Parlamentswahlen im September 2014 ging die Partei FijiFirst von Frank Bainimarama mit einer absoluten Mehrheit als Wahlsieger hervor. Dieser wurde schließlich vom Parlament zum Regierungschef gewĂ€hlt und löste somit die unter ihm gefĂŒhrte MilitĂ€rregierung ab. Bei der Wahl 2018 konnte Bainimaramas Partei ihre absolute Mehrheit verteidigen.

Das Parlament hat 51 Sitze. Es wurde im Jahr 2014 nach der MilitÀrregierung auf Basis der neuen Verfassung wieder eingesetzt, jedoch von einem Zweikammerparlament in ein Einkammerparlament umgewandelt. Zurzeit sind drei Parteien im Parlament vertreten:

  • FijiFirst
  • Social Democratic Liberal Party (SDLP)
  • National Federation Party

Das aktive und passive Frauenwahlrecht wurde am 17. April 1963, noch unter britischer Verwaltung, eingefĂŒhrt. Nach der UnabhĂ€ngigkeit 1970 wurde das Frauenwahlrecht bestĂ€tigt.

Rechtssystem

Die hĂ€ufigsten Vergehen in Fidschi sind Diebstahl und alkoholbedingte Gewalt. Nach dem Staatsstreich 2000 ĂŒbten viele Fidschianer Selbstjustiz aus, vor allem gegen Indo-Fidschianer. Zurzeit sind circa 960 HĂ€ftlinge in GefĂ€ngnissen. Es gibt keine Todesstrafe.

Bis zum Jahre 2006 waren homosexuelle Handlungen verboten, jedoch war eine Diskriminierung aufgrund der Verfassung nicht erlaubt. Eine derartig widersprĂŒchliche Regel gab es weltweit nur auf Fidschi. Nachdem ein Verurteilter Revision eingelegt hatte und dieser stattgegeben wurde, ĂŒberarbeitete der Senat das Gesetz. Seitdem sind homosexuelle Handlungen nicht mehr strafbar.

Politische Indizes

Außenpolitik

Durch die Staatsstreiche von 1987, 2000 und 2006 sowie die Diskriminierung der Indo-Fidschianer durch die Melanesier hat das Ansehen Fidschis international sehr gelitten. Hauptansprech- und Handelspartner sind Australien und Neuseeland. Außerdem bemĂŒht man sich um gute Beziehungen zu den anderen Pazifik-Staaten, besonders zu den direkten Nachbarn Samoa und Tonga. Der kleine Pazifikstaat Tuvalu steht mit Fidschi in Verhandlungen zum Zwecke eines Landerwerbes; diese Verhandlungen wurden allerdings nach dem Staatsstreich im Jahre 2000 auf unbestimmte Zeit verschoben.

Fidschi ist Mitglied u. a. der Vereinten Nationen, des Pacific Islands Forum, der Pazifischen Gemeinschaft, Commonwealth, sowie der Alliance of Small Island States.

MilitÀr

Die StreitkrĂ€fte Fidschis (Republic of Fiji Military Forces) bestehen aus den Komponenten Heer und Marine und umfassen 3500 Soldaten, davon ca. 300 Marinesoldaten, bei einer Einwohnerzahl von 853.445 (Stand: Ende 2006 geschĂ€tzt). Die meisten Soldaten sind Fidschianer. Etwa 20 Prozent stehen in UN-Diensten. Fidschi gibt circa 32 Millionen US-Dollar fĂŒr das MilitĂ€r im Jahr aus, es ist mit einem Hubschrauber und gepanzerten Fahrzeugen ausgestattet. Die Armee fĂŒhrte innerhalb von 20 Jahren bereits vier Putsche gegen die Regierung durch.

Verwaltungsgliederung

Fidschi gliedert sich in vier Divisionen (divisions) und das Schutzgebiet (dependency) Rotuma mit der Hauptstadt Ahau.

Die Divisionen unterteilen sich in 14 Provinzen (yasana).

Die vier Divisionen sind:

Wirtschaft

Nach dem Putsch im Jahre 2000 sank die Wirtschaftsleistung um 12,5 Prozent. Viele indo-fidschianische Fachleute wandern wegen der gesellschaftlichen Probleme im Land aus. Die Arbeitslosigkeit liegt gegenwĂ€rtig bei etwa fĂŒnf Prozent. 82 Prozent des Energiebedarfs von Fidschi werden zurzeit aus Wasserkraft gewonnen.

Landwirtschaft

Zu den bedeutendsten Anbauprodukten gehören unter anderem Zuckerrohr, Ingwer, KokosnĂŒsse, Reis, Kakao, Kaffee, Taro, Ananas und Tabak. Die Grundlage der Industrie des Landes ist die Weiterverarbeitung von Erzeugnissen aus der Landwirtschaft, der Forstwirtschaft und der Fischerei.

Zuckerrohr ist seit der Kolonialzeit bedeutendster agrarischer Rohstoff Fidschis und in veredelter Form neben Fisch, Textilien, Holz und Kokosnussöl wichtiges Exportprodukt. Die politischen Unruhen mit dem Staatsstreich 1987 und die nachfolgende Wirtschaftskrise fĂŒhrten zu einer stĂ€rkeren Diversifizierung des Exports. Heute sind die Zuckerwirtschaft, die Textil- und Bekleidungsindustrie sowie der Tourismus die Haupteinnahmequellen des Landes. Mehr als 100.000 BeschĂ€ftigte sind in den drei Sektoren beschĂ€ftigt, die Exporterlöse von 1,1 Milliarden Fidschi-Dollar erbrachten (2004).

BodenschÀtze

Fidschi verfĂŒgt ĂŒber große Goldvorkommen. Im Jahre 2000 belief sich die Jahresproduktion auf 3675 Kilogramm.

Wasser

Neben landwirtschaftlichen Produkten und BodenschĂ€tzen exportiert Fidschi auch Wasser. Das in einem artesischen Brunnen auf Viti Levu gewonnene Quellwasser wird als Fiji Water fast vollstĂ€ndig fĂŒr den Export abgefĂŒllt.

Tourismus

Die wirtschaftliche Bedeutung des Fremdenverkehrs wĂ€chst zunehmend. Fidschi liegt im Bereich des SĂŒdpazifik bei den TouristenankĂŒnften mit Abstand an der Spitze. Das an zweiter Stelle stehende Französisch-Polynesien hatte 2003 nur etwa halb so viele Touristen (212.767) und Samoa weniger als ein Viertel (92.313). Die Zahl der Touristen steigt und fĂ€llt mit der politischen Lage im Land. So sank die Zahl der Touristen nach dem Putsch im Jahr 2000 auf 294.070 von 409.955 im Jahr zuvor. Im Jahr 2003 hatten sich die Ankunftszahlen wieder auf 430.800 erholt. Die meisten Touristen kamen aus Australien (32,9 %), Neuseeland (17,4 %), dem Vereinigten Königreich (11,6 %) und aus Japan (5,4 %).

Die attraktivsten Ziele fĂŒr Touristen sind kleine Resortinseln auf den Mamanucas, den Yasawas oder StrĂ€nde der Coral Coast auf der Hauptinsel Viti Levu. Auf Taveuni und Vanua Levu spielt außerdem der Tauchtourismus eine Rolle. Touristen erhalten bei Einreise und unter Vorlage eines RĂŒckflugtickets sowie ausreichender finanzieller Mittel eine Einreisegenehmigung fĂŒr vier Monate.

BIP

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) betrÀgt 4,70 Milliarden US-Dollar (2016). Der Dienstleistungssektor hat daran einen Anteil von 70,7 Prozent, die Industrie von 18,1 Prozent und die Landwirtschaft von 11,3 Prozent. Daraus ergibt sich ein BIP pro Einwohner von 5.233 US-Dollar, womit Fidschi zu den LÀndern mit mittlerem Einkommensniveau gehört.

WĂ€hrung

Die WĂ€hrung in Fidschi ist der Fidschi-Dollar.

Staatshaushalt

Der Staatshaushalt umfasste 2017 Ausgaben von umgerechnet 1,687 Mrd. US-Dollar, dem standen Einnahmen von umgerechnet 1,446 Mrd. US-Dollar gegenĂŒber. Daraus ergibt sich ein Haushaltsdefizit in Höhe von 4,8 % des BIP.

Die Staatsverschuldung betrug 2016 47,0 % des BIP.

2006 betrug der Anteil der Staatsausgaben (in % des BIP) folgender Bereiche:

  • Gesundheit: 3,7 %
  • Bildung: 6,5 % (2004)
  • MilitĂ€r: 2,2 % (2005)

Infrastruktur

Mit den FlughĂ€fen Nadi und Nausori (nahe Suva) besitzt Fidschi zwei internationale FlughĂ€fen. Fidschi hat eine eigene Fluggesellschaft, die Fiji Airways, mit der sie vor allem die umliegenden Inseln anfliegen. Der Staat Fidschi (51 %) und Qantas (46,05 %) kontrollieren den Großteil der Anteile. Neben Fiji Airways gibt es die Inlandsfluggesellschaft Sun Air. Die LĂ€nge des Straßennetzes in Fidschi betrĂ€gt 3440 Kilometer, das Eisenbahnnetz ist 595 Kilometer lang, beschrĂ€nkt sich aber auf Bahnen zum Transport von Zuckerrohr zur Raffinerie in Lautoka. PersonenzĂŒge gibt es nicht; der öffentliche Nahverkehr wird mit dem Omnibus abgewickelt.

Die Coral Coast Railway bietet auf dem Netz der staatlichen Fidschi-Zucker-Bahn tÀglich ein Zugpaar von Yanuca zum Strand von Natadola und von Yanuca nach Sigatoka.

Fidschi ist einer der wichtigsten Verkehrsknotenpunkte im sĂŒdlichen Teil des Pazifischen Ozeans. RegelmĂ€ĂŸige Schiffsverbindungen bestehen mit den USA, Kanada, Australien, Neuseeland sowie einigen Pazifikinseln. Haupthafen ist die Hauptstadt Suva. Bedeutend ist auch der Hafen von Lautoka, einem Zentrum der Zuckerindustrie.

Kultur

Feste und Feiertage

Das grĂ¶ĂŸte Fest in Fidschi ist das Hibiskusfest, das im August eine Woche lang in der Hauptstadt Suva gefeiert wird. Die gesetzlichen Feiertage des Landes sind Neujahr (1. Januar), Ostern (Karfreitag bis Ostermontag), der National Youth Day (im MĂ€rz), Ratu Sir Lala Sukuna Day (im Mai oder Juni), der Geburtstag der britischen Königin (gefeiert an einem Montag um den 14. Juni), Constitution Day (im Juli), der UnabhĂ€ngigkeitstag (an einem Montag um den 10. Oktober), der Geburtstag des Propheten Mohammed (im Juli), das hinduistische Lichterfest Divali (im Oktober oder November), Weihnachten (25. Dezember) und der Boxing Day (26. Dezember). Letzterer Feiertag geht auf die britische Tradition zurĂŒck.

Sport

Nationalsport in Fidschi ist Rugby Union (15er-Rugby). Das Land gehört zu den zwölf besten Rugby-Nationen der Welt. Es nimmt regelmĂ€ĂŸig an Rugby-Weltmeisterschaften sowie am Pacific Nations Cup teil. Noch erfolgreicher ist Fidschi jedoch im Siebener-Rugby, dessen Regeln auf jenen des 15er-Rugby basieren. So gewann die 7er-Nationalmannschaft zwei der bisher fĂŒnf Austragungen der Siebener-Rugby-Weltmeisterschaft, dreimal die renommierte IRB Sevens World Series und alle drei Rugby-Turniere bei den World Games.

Der grĂ¶ĂŸte sportliche Erfolg des Landes ist der Gewinn der Goldmedaille im 7er-Rugby der Herren bei den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro. Fidschi ist damit der erste pazifische Inselstaat Ozeaniens, der eine Goldmedaille bei Olympischen Sommerspielen gewinnen konnte. Wegen dieses Erfolges wurde auf Fidschi eine 7-Dollar-Note eingefĂŒhrt. Bei den Olympischen Spielen 2021 in Tokio konnte das Team diesen Erfolg mit dem erneuten Gewinn der Goldmedaille wiederholen.

Fidschi hat allerdings, ebenso wie die anderen Inselstaaten, mit einigen Problemen zu kĂ€mpfen: Da die Republik recht klein ist, gibt es kaum Sponsoren, die eine professionelle AusĂŒbung des Sportes gewĂ€hrleisten wĂŒrden. Die grĂ¶ĂŸeren Nationen in Ozeanien, Australien und Neuseeland, setzen Scouts auf den Inseln ein und ködern die grĂ¶ĂŸten Talente mit Sportstipendien. So gehen Fidschi und den anderen Inselstaaten zahlreiche Talente verloren, da diese vom jeweiligen Zielland eingebĂŒrgert werden. Fidschi bemĂŒht sich seit Jahren, ein Team in der Super-Rugby-Liga stellen zu dĂŒrfen. Die Aufnahme wurde allerdings bisher abgelehnt. Die meisten Spieler Fidschis versuchen ihr GlĂŒck im Ausland, da sie dort mit dem Sport Geld verdienen können. Hauptziele sind Australien, Neuseeland und England. Vor allem englische Vereine gewĂ€hren den Fidschianern selten eine Freigabe fĂŒr Spiele der Nationalmannschaft.

Auch Fußball erfreut sich in Fidschi zunehmender Beliebtheit. Hier nimmt das Land an der Ozeanienmeisterschaft teil (entspricht einer Europameisterschaft und der Qualifikation fĂŒr die Weltmeisterschaft in einem).

Wie in anderen pazifischen Inselstaaten wird in Fidschi eine traditionelle einheimische Variante des Crickets gespielt.

In Fidschi findet auch als Fiji Pro eine der Veranstaltungen der Weltmeisterschaften im Wellenreiten der ehemaligen ASP World Tour statt, 2015 umbenannt in WSL World Tour.

Medien

In Fidschi erscheinen zwei Tageszeitungen, die Fiji Times (seit 1869) und die Fiji Sun (seit 1996). Außerdem gibt es noch die Nai Lalakai (seit 1962) und die Shanti Dut (à€¶à€Ÿà€šà„à€€à€ż à€Šà„‚à€€, seit 1935); sie erscheinen wöchentlich als Ableger der Fiji Times. Die tĂ€gliche Zeitungsauflage betrĂ€gt 51 auf 1000 Einwohner.

Hauptanbieter von Radiodiensten sind Fiji Broadcasting Corporation Limited (FBC, seit 1954, 6 Programme), Communications Fiji Limited (CFL, seit 1985, 5 Programme) und Evangelical Bible Mission Trust Board (EBM, seit 1996, 3 Programme).

Erst 1991 wurde das Fernsehen eingefĂŒhrt. Hauptanbieter von Fernsehen sind Fiji Television Limited (seit 1994), Mai TV (seit 2008) und FBC (seit 2011). Die Umstellung auf Digitalfernsehen erfolgte 2016.

Die derzeitige Regierung hat am 10. April 2009 die Pressefreiheit drastisch eingeschrĂ€nkt. AuslĂ€ndische Berichterstatter wurden des Landes verwiesen. In der Redaktion der Presseorgane und des Fernsehsenders ist stets ein Zensor mit Polizeibegleitung anwesend, der jede Berichterstattung unterbindet, die die militĂ€rischen Machthaber nicht in einem positiven Licht erscheinen lĂ€sst. Oppositionelle wie Virisila Buadromo von der Fiji Women's Rights Movement (FWRM), die 2008 von Condoleezza Rice mit dem „International Woman of Courage Award“ ausgezeichnet wurde, haben keinerlei öffentliches Sprachrohr mehr. Aus Protest gegen die Zensurmaßnahmen erschien die „Fiji Times“ am Tag nach der EinschrĂ€nkung der Pressefreiheit mit einer unbedruckten Titelseite.

Fidschi besitzt 102.000 TelefonanschlĂŒsse, 109.000 Mobiltelefone, 541.500 Radios, 91.000 Fernseher und 55.000 InternetanschlĂŒsse.

Malerei und Grafik

In Fidschi sind mehrere ĂŒber die Insel hinaus bekannte bildende KĂŒnstler und Grafiker beheimatet, unter anderem William Bakalevu, der als sozialkritischer Mauermaler begann, Mason Lee, der vor allem Bilder aus Fidschis Mythen- und Legendenwelt malt, und der Designer Josaia McNamara.

Literatur

Zum Zentrum der literarischen Arbeit im SĂŒdpazifikraum wurde der Campus der University of the South Pacific in Suva, siehe den Hauptartikel Literatur Ozeaniens.

Literatur

  • Crosbie Walsh: Fiji. An Encyclopaedic Atlas. University of the South Pacific, Suva 2006, ISBN 982-01-0752-0. 
  • Hermann MĂŒckler: Fidschi. Das Ende eines SĂŒdseeparadieses. Promedia, Wien 2001, ISBN 3-85371-171-5. 
  • Jon Fraenkel, Stewart Firth (Hrsg.): From election to coup in Fiji. The 2006 campaign and its aftermath. Asia Pacific Press/IPS Publications, Canberra/Suva 2007, ISBN 978-0-7315-3812-6 (online [PDF; 3,1 MB]). 
  • Brij V. Lal: Islands of Turmoil. Elections and Politics in Fiji. Asia Pacific Press, Canberra 2006, ISBN 0-7315-3751-3 (online [PDF; 1,1 MB]). 
  • David Routledge: Matanitu. The Struggle for Power in Early Fiji. University of the South Pacific, Suva 1985. 
  • Justine Vaisutis u. a.: Fiji. 7. Auflage. Lonely Planet Publications, Footscray 2006, ISBN 1-74104-288-7. 
  • Dominik Schieder: Das PhĂ€nomen der coup culture. Politische Konflikte auf den Fidschi-Inseln (= Quellen und Forschungen zur SĂŒdsee. Reihe B: Forschungen. Band 5). Harrassowitz, Wiesbaden 2012, ISBN 978-3-447-06615-0. 

Weblinks

  • LĂ€nder- und Reiseinformationen des AuswĂ€rtigen Amtes
  • LĂ€nder- und Reiseinformationen der EDA
  • LĂ€nder- und Reiseinformationen des Außenministeriums
  • Offizielle Regierungsseite

Einzelnachweise


 

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FJ.CE Central  
FJ.CE Eastern  
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Bücher und Karten Bücher und Karten

Flagge: Fiji

Name englisch: Fiji
Hauptstadt: Suva
Kfz: FJI
ISO: FJ
ISO3: FJI
Fläche: 18270 km²
Tld: .fj
Wärung Einheit: FJD
Währung: Dollar
Vorwahl: 679

Ausdehnung / Grenzen (nach WGS 84 dezimal):
nördlichster Punkt: -12.480116
südlichster Punkt: -20.6759701
westlichster Punkt: 176.9094944
östlichster Punkt: -178.230106


 
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