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Staat Informationen : Island

Informationen:


Island (isl√§ndisch √ćsland [ňąi:sland] ‚ÄöEisland‚Äė) ist ein Inselstaat im √§u√üersten Nordwesten Europas. Mit rund 103.000 Quadratkilometern (davon Landfl√§che 100.250 und Wasserfl√§che 2.750 Quadratkilometer; mit Fischereizone 758.000 Quadratkilometer) ist Island ‚Äď nach dem Vereinigten K√∂nigreich ‚Äď der fl√§chenm√§√üig zweitgr√∂√üte Inselstaat Europas. Die Hauptinsel ist die gr√∂√üte Vulkaninsel der Erde und befindet sich knapp s√ľdlich des n√∂rdlichen Polarkreises. Island ist Mitglied der EFTA, des Europ√§ischen Wirtschaftsraums, des Nordischen Rates sowie Gr√ľndungsmitglied der NATO.

In Deutschland, √Ėsterreich und der Schweiz gilt als Vollform des Staatsnamens Republik Island, w√§hrend im Lande selbst der amtliche Name nur √ćsland ist und das isl√§ndische Wort f√ľr ‚ÄěRepublik‚Äú, l√Ĺ√įveldi, keinen offiziellen Namensbestandteil bildet.

Mit seinen 356.991 Einwohnern (Stand: Januar 2019) ist Island bei einer Bev√∂lkerungsdichte von 3,5 Einwohnern pro km¬≤ der am d√ľnnsten besiedelte Staat Europas und einer der am d√ľnnsten besiedelten Staaten der Welt. √úber 60 Prozent der isl√§ndischen Bev√∂lkerung konzentrieren sich auf die Hauptstadtregion von Reykjav√≠k. Die Besiedlung durch Menschen begann erst im 9. Jahrhundert.

Island ist hinsichtlich Lebensstandard und Pro-Kopf-Einkommen einer der f√ľhrenden Staaten der Welt; im Index der menschlichen Entwicklung nahm Island 2019 den vierten Rang auf gleicher H√∂he mit Hongkong ein.

Geographie

Geographisch gehört Island zu Nordeuropa, geologisch zugleich zu Europa und Nordamerika, geopolitisch zu den Nordischen Ländern und kulturell zu Nordwesteuropa, insbesondere zu Skandinavien.

Der Inselstaat befindet sich s√ľd√∂stlich von Gr√∂nland. Nord√∂stlich liegt die Insel Jan Mayen, √∂stlich befindet sich Norwegen, s√ľd√∂stlich liegen die F√§r√∂er, Gro√übritannien und Irland.

Zwischen Gr√∂nland und Island liegt die D√§nemarkstra√üe. N√∂rdlich von Island liegt die Gr√∂nlandsee, √∂stlich das Europ√§ische Nordmeer, ersteres ein Nebenmeer des Arktischen Ozeans, letzteres des Atlantischen Ozeans. S√ľdlich beginnt der Nordatlantik.

Die Fl√§che Islands betr√§gt 103.125¬†km¬≤, davon sind 100.329¬†km¬≤ Landfl√§che und 2.796¬†km¬≤ Wasserfl√§che. Der l√§ngste Fluss ist die √ěj√≥rs√° mit 230¬†km. Die h√∂chste Erhebung der Insel ist der Hvannadalshn√ļkur mit 2110¬†m. Die K√ľstenl√§nge bel√§uft sich auf rund 4.970¬†km.

Geologie

Island liegt auf dem Mittelatlantischen R√ľcken und damit sowohl auf der Nordamerikanischen als auch auf der Eurasischen Platte, wobei sich die Plattengrenzen von S√ľdwesten nach Nordosten in etwa diagonal √ľber die Insel ziehen. Die Platten entfernen sich j√§hrlich etwa 2¬†cm voneinander. Ein Mantelplume unter der Insel, der sogenannte Island-Plume, sorgt mittels Vulkanismus f√ľr st√§ndigen Nachschub von geschmolzenem Gesteinsmaterial aus dem Erdinneren, weshalb die Insel nicht auseinanderbricht. Die aktiven Vulkane in Island sind in etwa 30 Vulkansysteme eingeordnet.

Island vergletscherte in den Eiszeiten fast vollst√§ndig. Nach einer W√§rmeperiode war die Insel fast gletscherfrei, bevor es vor etwa 1000 Jahren begann, wieder k√ľhler zu werden. Heute bedecken Gletscher wieder 11,1¬†Prozent der Landesoberfl√§che. Der Gletscher mit Europas gr√∂√ütem Eisvolumen ist der Vatnaj√∂kull. Seine Eiskappe ist bis zu 1000¬†m dick.

Im Jahr 2010 brachte der Vulkan Eyjafjallajökull mit seiner Aschewolke den Flugverkehr in weiten Teilen Nord- und Mitteleuropas zum Erliegen.

Landschaftsbild

Die Landschaft ist durch Vulkanismus und Wasserreichtum gepr√§gt. So gibt es zahlreiche, zum Teil aktive Vulkane, Fl√ľsse, Seen und Wasserf√§lle. Darunter ist mit dem Dettifoss der energiereichste Wasserfall Europas, gemessen am Wasservolumen pro Sekunde¬†√ó¬†Fallh√∂he. Das Isl√§ndische Hochland im Zentrum der Insel bildet eine Periglazial-W√ľste und ist nahezu unbewohnt. Eine Vielzahl von Gletschern pr√§gen das Gesicht der Insel.

Die K√ľstenlinie ist im Bereich der isl√§ndischen Fjorde stark zerfurcht. Neben der Hauptinsel gibt es eine Reihe kleinerer Inseln, darunter die Westm√§nnerinseln (Vestmannaeyjar). Diese bewohnte Inselgruppe s√ľdlich der Hauptinsel umfasst vierzehn Inseln, dazu Sch√§ren und Felsen.

Klima

Das Klima ist ozeanisch k√ľhl, gepr√§gt vom relativ warmen Irmingerstrom (5¬†¬įC) an der S√ľdk√ľste und vom kalten Gr√∂nlandstrom an der Nordost- und S√ľdwestk√ľste. Die Niederschl√§ge betragen bis zu 2000¬†mm im Jahr in den Niederungen im S√ľden und bis zu 4000¬†mm auf dem Vatnaj√∂kull. Die geringste Niederschlagsmenge findet man auf den Hochebenen im Norden von Island (unter 600¬†mm).

Aufgrund des warmen Golfstroms ist das Klima in Island milder als in anderen Regionen dieser Breitengrade. Die Winter sind vergleichsweise mild und die Sommer eher k√ľhl. In den letzten Jahrzehnten macht sich die globale Erw√§rmung durch einen leichten Anstieg der Durchschnittstemperaturen bemerkbar, was am R√ľckzug einzelner Gletscherzungen bis hin zum v√∂lligen Abschmelzen kleinerer Gletscher (zum Beispiel der heute verschwundene Okj√∂kull) zu beobachten ist. Am w√§rmsten ist es in Island in der Zeit von Mitte Juni bis Ende August/Mitte September.

Die Tagestemperaturen schwanken zwischen 0 und 3¬†¬įC im Winter und zwischen 12 und 15¬†¬įC im Sommer, wobei es im Landesinneren teils deutlich k√ľhler sein kann. Im Sommer treten in einigen privilegierten Lagen auch wesentlich h√∂here Temperaturen (√ľber 20¬†¬įC) auf. Vor allem wegen des Golfstroms f√§llt im S√ľden der Insel vergleichsweise selten Schnee.

Die geringsten Niederschl√§ge fallen in Island in den fr√ľhen Sommermonaten, wobei es hier signifikante lokale Unterschiede gibt. Im Nordosten ist es tendenziell trockener, da sich die von S√ľden kommenden Wolken h√§ufig √ľber dem 8100¬†km¬≤ gro√üen Gletscher Vatnaj√∂kull ausregnen. Auch die Sonnenscheindauer ist daher etwa im Gebiet des Sees M√Ĺvatn h√∂her als in anderen Regionen des Landes. Bei Nordwind ist der Effekt umgekehrt: Im Norden regnen sich die Wolken ab, w√§hrend es in den s√ľdlichen Regionen sonnig und warm ist (siehe auch F√∂hn).

Zeitzone

In Island ist die amtliche Zeit die koordinierte Weltzeit (UTC), also die Greenwich-Zeit, obwohl es geographisch gesehen UTC‚ąí2 beziehungsweise UTC‚ąí1 Stunde sein m√ľsste, vgl. Zeitzonen. Seit 1967 gibt es in Island keine Winterzeit mehr.

Fauna

Durch das arktische Klima ist die Tier- und Pflanzenwelt Islands, im Vergleich etwa zu Mittel- und S√ľdeuropa, wenig artenreich. Vor der Besiedlung durch den Menschen gab es nur V√∂gel, Fische, Insekten, Robben, Polarf√ľchse und manchmal Eisb√§ren, die zuf√§llig mit einer Eisscholle von Gr√∂nland hierher getrieben waren. Mit den Menschen kamen die Haustiere, insbesondere Schafe und Pferde, aber auch M√§use und Ratten wurden auf Schiffen eingeschleppt.

Anders als bei anderen Tierklassen ist die Vielfalt der V√∂gel enorm gro√ü. Im Landesinneren leben z.¬†B. Rotdrossel, Kurzschnabelgans und das Schneehuhn, in den K√ľstenregionen unz√§hlige Seev√∂gel.

Landsäugetiere

Der Polarfuchs ist ein Lands√§ugetier, dessen Population in Island heute ann√§hernd 10.000 Individuen umfasst. Er besiedelte wahrscheinlich unabh√§ngig vom Menschen Island und erreichte es w√§hrend k√ľhlerer Klimazeiten wie der Kleinen Eiszeit √ľber das gefrorene Polarmeer. Der aus Pelztierfarmen entwichene Amerikanische Nerz gef√§hrdet die Vogelwelt. An der K√ľste, insbesondere im Norden der Insel, kann man Seehunde beobachten. M√§use und Ratten verbreiteten sich von Schiffen aus. Das Walross wurde auf Island schon durch die Wikinger ausgerottet.

Die nordischen Siedler f√ľhrten bei der Landnahme alle Nutztiere der Insel ein, darunter auch die heutigen Islandschafe. Bis heute √ľberl√§sst man die gut markierten Tiere den kurzen Sommer √ľber sich selbst. Sie ziehen, innerhalb festgelegter Landwirtschaftsbezirke, frei umher. √úberwinden sie jedoch die trennenden Z√§une oder nat√ľrlichen Hindernisse (Fl√ľsse, W√ľsten, Berge), werden sie zur Seuchenpr√§vention auf der Stelle get√∂tet. Im Herbst f√§ngt man die Tiere beim Viehabtrieb (R√©ttir) wieder ein. Um √úberweidung zu verhindern, ist die Schafhaltung quotiert.

Ein Wandel des Klimas und die Rodung der urspr√ľnglichen Birkenw√§lder, mit anschlie√üender extensiver Beweidung, hat das Landschaftsbild Islands dauerhaft ver√§ndert. 1771 brachte man 13 Rentiere aus Norwegen ins Land und hoffte auf Vermehrung, um sie bejagen zu k√∂nnen oder aus ihrer Haltung anderweitig Nutzen zu ziehen. Heute leben etwa 3000 Rentiere wild im √∂stlichen Hochland der Insel. Die erhoffte wirtschaftliche Bedeutung haben sie aber nie erlangt. Anfang des 20. Jahrhunderts versuchte man auch, den Moschusochsen anzusiedeln¬†‚Äď jedoch ohne gr√∂√üeren Erfolg.

Island ist die Heimat des Islandpferdes. Als eine von nur wenigen Pferderassen beherrscht es den T√∂lt, eine trittsichere, langsame bis schnelle Gangart ohne Sprungphase. Das Pferd hat also immer ein Bein am Boden, was f√ľr den Reiter sehr bequem ist und seinen R√ľcken schont. Islandpferde d√ľrfen wie alle lebenden Nutztiere zwar aus-, aber nicht wieder eingef√ľhrt werden. Das soll das Einschleppen von Krankheiten sowie den Eintrag fremden Erbguts, etwa durch F√∂ten tragender Stuten, die die reinrassige Islandpferdezucht gef√§hrden, verhindern.

Vögel

Island ist ber√ľhmt f√ľr seine Vogelwelt, besonders die zahlreichen Vogelfelsen sind ein Magnet f√ľr Vogelbeobachter aus aller Welt. Als bekanntester Vogel Islands gilt der Papageitaucher. An den Vogelfelsen finden sich zudem Trottellummen, Dickschnabellummen, Eissturmv√∂gel, Gryllteisten oder der Basst√∂lpel.

Im Landesinneren trifft man auf das Alpenschneehuhn, den Goldregenpfeifer, das Odinsh√ľhnchen, das Thorsh√ľhnchen, und an Gletscherseen ist der Sterntaucher zu beobachten. Auf den Sandern muss man sich vor den Angriffen von Skuas und K√ľstenseeschwalben in Acht nehmen. Drei nordamerikanische Arten, Eistaucher, Kragenente und Spatelente, haben auf Island ihr einziges europ√§isches Brutvorkommen.

Der See M√Ĺvatn ist f√ľr seinen ungew√∂hnlichen Artenreichtum an Wasserv√∂geln (z.¬†B. Bergenten und Spatelenten) bekannt. In den Fr√ľhjahrs-, Sommer- und fr√ľhen Herbstmonaten findet sich an diesem See die weltweit gr√∂√üte Vielfalt an Entenarten. Ein Drittel der Enten- und S√§gerarten √ľberwintert dort. Die Greifvogelwelt Islands ist ebenfalls beachtlich, so kommen Gerfalke und Merlin relativ h√§ufig vor.

Meer und Binnengewässer

Da der warme Irmingerstrom (Golfstrom) und der kalte Ostgr√∂nlandstrom vor der K√ľste aufeinandertreffen, sind die Gew√§sser um Island besonders fischreich. Zudem ist das Wasser kaum mit Schadstoffen belastet, weshalb im Meer um die Insel rund 270 Fischarten leben. Pflanzen wachsen bis zu einer Wassertiefe von 40¬†m.

Die Islandmuschel kann ein Alter von √ľber 500 Jahren erreichen.

In den isländischen Gewässern leben zahlreiche Walarten, wie zum Beispiel Nördlicher Zwergwal (Balaenoptera acutorostrata), Blauwal (Balaenoptera musculus), Finnwal (Balaenoptera physalus), Seiwal (Balaenoptera borealis), Buckelwal (Megaptera novaeangliae), Schweinswale (Phocoena phocoena), Weißschnauzendelfin (Lagenorhynchus albirostris), Weißseitendelfin (Lagenorhynchus acutus), Grindwal (Globicephala melas), Schwertwal (Orcinus orca), Nördlicher Entenwal (Hyperoodon ampullatus) und der Pottwal (Physeter macrocephalus). Aktuellen Bestandszählungen zufolge gibt es in den Gewässern um Island etwa 50.000 Zwergwale und 17.000 Finnwale. Die Gesamtzahl der Wale wird auf rund 230.000 geschätzt.

Nach knapp 20 Jahren erzwungener Pause hat Island 2003, trotz internationalen Protests, wieder ein als wissenschaftlich deklariertes Walfangprogramm aufgenommen. √úber einen Zeitraum von drei Jahren d√ľrfen bis zu 250 Zwergwale und etwa 40 Finnwale get√∂tet werden.

2006 beschloss Island, zus√§tzlich zum wissenschaftlichen auch den kommerziellen Walfang wieder zuzulassen. 30 Zwergwale und neun Finnwale, die zu den bedrohten Arten z√§hlen, d√ľrfen vor den K√ľsten get√∂tet werden ‚Äď allen weltweiten Protesten zum Trotz. Inzwischen wurden die ersten Wale erlegt; am 22. Oktober 2006 wurde der erste get√∂tete Finnwal an Land geschleppt. Japan ist der wichtigste Absatzmarkt f√ľr isl√§ndisches Walfleisch. Im Jahr 2010 t√∂tete Island deutlich mehr Finnwale, als der japanische Markt an Walfleisch aufnehmen konnte. Der f√ľr die japanische Fischereibeh√∂rde arbeitende Jun Yamashita unterlie√ü es, Island auf diese Marktlage hinzuweisen und so die Zahl der gejagten Wale auf ein wirtschaftlich vern√ľnftiges Ma√ü zu senken.

Da die Anbieter von Walbeobachtungstouren einen Einbruch der Besucherzahlen bef√ľrchten, wird in Island selbst inzwischen √ľber die Einstellung des Walfangs diskutiert. In den Jahren 2019 und 2020 wurde der Walfang ausgesetzt.

In Islands Binnengew√§ssern ist der Artenreichtum an Fischen nicht so gro√ü wie vor den K√ľsten. In den Fl√ľssen und Seen leben Aale, Forellen, Lachse, Stichlinge und Saiblinge, also fast ausschlie√ülich lachsartige (Salmonidae), die teilweise f√ľr Wochen und Monate ins Meer wandern.

Flora

Die Flora Islands weist einige endemische Arten auf. Besonders häufig trifft man unterschiedliche, in verschiedenen Farben wachsende Flechten und Moose an. Mit den Eiszeiten sind die meisten der den gemäßigten und subtropischen Zonen angehörenden Pflanzenarten von der Insel verschwunden, darunter auch Mammutbaum und Ahorn.

Die restlichen Pflanzenarten waren und sind dem rauen Klima angepasst. Man findet zum Beispiel zahlreiche Steinbrecharten und auch diverse Unterarten des Leimkrauts, zum Beispiel ist das Einbl√ľtige Leimkraut (a. Klippen-Leimkraut), eine der ersten Pflanzenarten, die Lavafelder besiedeln und daher viel im Hochland zu finden sind. Auch die Doldengew√§chse sind an feuchten Bachr√§ndern und Seeufern verbreitet. Besonders beliebt ist die Engelwurz, die man traditionell auch zur Teeherstellung und als Heilkraut kennt. Auf den Hofwiesen bl√ľht viel L√∂wenzahn und in den Bergen das Alpenr√∂schen.

Die im Juni in gro√üen Mengen violett bl√ľhenden Lupinen (vor allem die Alaska-Lupine) wurden allerdings erst nach dem Zweiten Weltkrieg eingef√ľhrt. Sie fixieren mit ihrem dichten Wurzelwerk den tonarmen und dadurch stark der Windverwehung ausgesetzten Mutter- und W√ľstenboden. Sie dienen der Stickstoff¬≠anreicherung und helfen beim Kampf gegen die Erosion. Au√üerdem wurden D√ľnengr√§ser, vor allem Strandroggen, ges√§t, um der Winderosion zu begegnen.

Auffallend f√ľr Mitteleurop√§er ist der Mangel an W√§ldern. Noch zur Zeit der Landnahme waren etwa 20¬†% des Landes bewaldet. Die alten Chroniken √ćslendingab√≥k (‚ÄěIsl√§nderbuch‚Äú) und Landn√°mab√≥k (‚ÄěLandnahmebuch‚Äú) berichten gar, das Land sei von der K√ľste bis in die Berge bewaldet gewesen. Haupts√§chlich fand man ausgedehnte Birkenw√§lder vor, wie Forschungen nachgewiesen haben. Durch Rodungen zur Weidelandgewinnung, f√ľr Brennholz und zur Holzk√∂hlerei verschwanden diese W√§lder. Die anschlie√üende Beweidung lie√ü Spr√∂sslinge nicht mehr hochkommen, so dass die Insel bereits nach wenigen Jahrhunderten der Besiedlung v√∂llig entwaldet war. Nur sp√§rliche Reste der niedrig wachsenden Birkenw√§lder √ľberlebten. Lediglich an einigen, oft abgelegenen Stellen, vor allem am See Lagarflj√≥t in Ostisland, dem Vaglask√≥gur, im Nordosten (s√ľdlich von Akureyri) sowie in den Westfjorden findet man noch zusammenh√§ngende Waldfl√§chen, bestehend aus Birken, Ebereschen und Woll-Weide. Bauholz wurde aus Norwegen eingef√ľhrt, und geeignetes Treibholz f√ľr Zimmer- und Tischlerarbeiten genutzt. Heute bem√ľht man sich um die Wiederaufforstung des Landes. 2015 waren auf Island 492 km¬≤ von Wald bedeckt, was im Vergleich zu 2000 (288 km¬≤) und 1990 (161 km¬≤) eine deutliche Zunahme der bewaldeten Fl√§che bedeutet. Vor allem im Norden und Osten, aber auch am Skorradalsvatn oder im Kross√°tal am Bergr√ľcken √ě√≥rsm√∂rk im S√ľden des Landes wurden dabei schon Erfolge erzielt.

An warmen Quellen und B√§chen st√∂√üt man h√§ufig auf eine √ľppige Vegetation, vorausgesetzt die Beschaffenheit des Bodens l√§sst es zu. Durch Erdw√§rme aufgeheiztes Wasser nutzt man in Island f√ľr Gew√§chsh√§user. Daher wachsen knapp unterhalb des Polarkreises sogar Bananenstauden¬†‚Äď die n√∂rdlichsten der Welt¬†‚Äď, aber auch Schnittblumen und selbst Weinreben werden hier gez√ľchtet. Besonders gut l√§sst sich die Pflanzen- und Tierwelt in den drei Nationalparks Islands beobachten.

Bevölkerung

Demografie

Bevölkerungsverteilung

Island hat 356.991 Einwohner (Stand 1.¬†Januar 2019), von denen sich √ľber 60 Prozent auf die Hauptstadtregion konzentrieren. Mit 3,5 Einwohnern pro km¬≤ ist Island das am d√ľnnsten besiedelte Land Europas und eines der am d√ľnnsten besiedelten L√§nder der Welt. Nur Australien, Namibia, die Mongolei sowie die international teilweise als Staat anerkannte Westsahara sind noch d√ľnner besiedelt.

Zur Verteilung der Bevölkerung auf die acht Regionen Islands siehe Verwaltungsgliederung Islands.

Bevölkerungsentwicklung

Im Gegensatz zu vielen anderen westlichen Staaten stieg die Bev√∂lkerungszahl in Island bis 2008 kontinuierlich an. Am 9.¬†Januar 2006 wurde die 300.000er-Marke √ľberschritten. Infolge der Finanzkrise ab 2008 wurde ein leichter Bev√∂lkerungsr√ľckgang verzeichnet; Im Januar 2012 lag die Zahl der Einwohner wieder bei 319.575.

Zwischen 1950 und 1990 betrug der Ausländeranteil durchschnittlich etwa 1,5 %, bis 2003 war die Quote auf 3,5 % gestiegen. Unter den Ausländern hatten zu diesem Zeitpunkt Polen mit 18,2 % den größten Anteil, gefolgt von Dänen mit 8,6 %, Filipinos mit 6,0 % und Deutschen mit 5,4 %. Im Jahre 2017 waren 12,5 % der Bevölkerung Migranten.

Ein wesentlicher Trend der letzten Jahre war die Landflucht. Besonders abgelegenere Gebiete wie etwa die Westfjorde, Sn√¶fellsnes oder der √§u√üerste Nordosten hatten darunter zu leiden. Bedeutende Teile der Bev√∂lkerung erhofften sich bessere Lebens- und Verdienstm√∂glichkeiten in der Stadt, besonders in Reykjav√≠k. Sp√§ter schien sich dieser Trend jedoch abzuschw√§chen, vgl. etwa Statistisches Amt Hagstofa zu √ćsafj√∂r√įur 1990: 3498 Einwohner; im Jahre 2000: 2828 Einwohner; im Jahre 2010: 2677 Einwohner, Anfang 2019: 2703 Einwohner.

Religion

Die Isl√§ndische Staatskirche ist eine evangelisch-lutherische Gemeinschaft und wird vom Staat unterst√ľtzt und gesch√ľtzt (Art. 62 der Verfassung).

Mit Stand vom 1. Januar 2015 geh√∂rten 73,8¬†% der Einwohner der Staatskirche an, 5,9¬†% verschiedenen lutherischen Freikirchen. Insgesamt 7,7¬†% geh√∂rten anderen staatlich registrierten Glaubensgemeinschaften an, von denen die r√∂misch-katholische Kirche mit 3,6¬†% der Bev√∂lkerung den gr√∂√üten Anteil stellte. Die im √Āsatr√ļarf√©lagi√į organisierte, seit 1972 anerkannte neuheidnische Religion machte 0,8¬†% aus. 0,6¬†% geh√∂rten der Pfingstkirche an. Es folgten mit je 0,3¬†% die Buddhisten und Si√įmennt, eine nichtreligi√∂se, der Internationalen Humanistischen und Ethischen Union angeschlossene Organisation, die den Glaubensgemeinschaften rechtlich gleichgestellt ist. Das statistische Jahrbuch von Island f√ľr 2015 verzeichnet dar√ľber hinaus zehn weitere registrierte religi√∂se Gemeinschaften einzeln, denen jeweils 0,2¬†% oder weniger der isl√§ndischen Bev√∂lkerung angeh√∂rten, darunter Zeugen Jehovas (0,2¬†%) und zwei verschiedene muslimische Gemeinschaften mit je 0,1¬†%. Unter einem Punkt ¬ęAndere kleinere, registrierte religi√∂se Organisationen¬Ľ wird eine Vielzahl von Organisationen zusammengefasst, die jeweils weniger als 200 Mitglieder haben, und zusammen 0,5¬†% der Bev√∂lkerung ausmachen.

2019 waren nur noch 64 % der Bevölkerung Islands Mitglieder der Staatskirche, während die römisch-katholische Kirche 14 400 Mitglieder (4 %) zählte und damit die zweitgrößte Religionsgemeinschaft des Landes war.

7,1 % der Bevölkerung gehörten am 1. Januar 2015 einer anderen (nicht staatlich registrierten) Glaubensgemeinschaft an oder machten keine Angaben. 5,6 % gaben an, keiner Glaubensgemeinschaft anzugehören.

Die isl√§ndische Form einer Kirchensteuer, das sogenannte ‚ÄěGemeinde-Entgelt‚Äú (s√≥knargjald), geht an die staatlich anerkannte religi√∂se Gemeinschaft oder weltlich-humanistische Gruppierung, als deren Mitglied die Person registriert ist. Eine aktuelle Entwicklung in diesem Zusammenhang stellt der sogenannte Zuismus dar, eine offiziell als Glaubensgemeinschaft zur Aus√ľbung der sumerischen Religion in Island registrierte Bewegung, die ihren Mitgliedern eine R√ľckerstattung des ‚ÄěGemeinde-Entgelts‚Äú verspricht und Ende 2015 einen starken Mitgliederzuwachs verzeichnete.

Sprache

Die isl√§ndische Sprache ist die einzige einheimische Sprache des Landes. Sie ist de facto Amtssprache, wurde allerdings nie offiziell dazu erkl√§rt. Isl√§ndisch ist eine nordgermanische Sprache und ist wie alle diese vom Wortstellungstyp Subjekt-Verb-Objekt mit zus√§tzlicher Verbzweit-Stellung (wie sie auch im Deutschen existiert). Das Isl√§ndische hat unter allen germanischen Sprachen besonders reiche Flexion (Bildung von Wortformen) bewahrt. Entwickelt hat sie sich aus dem Altnordischen. Noch heute k√∂nnen Isl√§nder Texte aus den ersten Jahrhunderten nach der Besiedlung des Landes ohne gr√∂√üere Probleme lesen, da sich die Schriftsprache seit der Einwanderung vor √ľber 1100 Jahren kaum ge√§ndert hat. Erkl√§rt wird das mit der isolierten Lage der Insel im Nordatlantik. Die Aussprache hat sich in dieser Zeit jedoch durchaus gewandelt.

Das isl√§ndische Alphabet hat 32 Buchstaben, darunter auch einen Runenbuchstaben, das √ě, und drei vom lateinischen Alphabet abgeleitete Buchstaben: √ź, √Ü und √Ė. Vokalbuchstaben kommen mit den Varianten Umlaut, Akzent und Doppelbuchstaben vor, z.¬†B. √Ā, √Ü und √Ė. Anders als im Deutschen werden Umlaute wie √Ė als selbst√§ndige Buchstaben behandelt und daher auch nicht bisweilen als Oe umschrieben und einsortiert.

Der isl√§ndische Sprachpurismus ist daf√ľr verantwortlich, dass Fremdw√∂rter in der Regel durch isl√§ndische Wortsch√∂pfungen ersetzt werden. Dieses Bem√ľhen verhindert jedoch nicht, dass in Fachsprachen oft neben dem isl√§ndischen Begriff auch fremdsprachliche Entsprechungen vorkommen.

Namen

In Island sind die Vornamen der wichtigste Teil des Namens. Familiennamen sind selten. Stattdessen tragen die Isl√§nder den Vaternamen, seltener Mutternamen, mit dem Zweitglied -d√≥ttir (‚Äě-tochter‚Äú) oder -son (‚Äě-sohn‚Äú). Ein isl√§ndischer Junge, der der Sohn von J√≥n Einarsson ist und den Namen √ďlafur bekommen soll, hei√üt mit vollem Namen √ďlafur J√≥nsson (Sohn des J√≥n), seine Schwester Sigr√≠√įur hie√üe Sigr√≠√įur J√≥nsd√≥ttir (Tochter des J√≥n).

Diese Namen werden auch bei der Eheschlie√üung beibehalten. In den Familien werden die Vornamen oft weitergegeben. Um Verwechslungen zu vermeiden, erhalten die Kinder oft mehrere Namen. Wenn man sich mit ‚ÄěIch hei√üe¬†‚Ķ‚Äú vorstellt, kommt h√§ufig die Gegenfrage ‚ÄěWessen Sohn/Tochter?‚Äú Damit wird auch nach der Familie gefragt. Viele Isl√§nder k√∂nnen ihre Abstammung √ľber 1000 Jahre bis zur Zeit der Landnahme zur√ľckverfolgen.

Geschichte

Mittelalter

Als Entdecker Islands gilt der schwedische Wikinger Gardar Svavarsson, der um 870 in H√ļsav√≠k in Nordisland √ľberwinterte und die Insel nach sich selbst Gar√įarsholmur (Gardarsholm) benannte.

Der n√§chste Entdecker Fl√≥ki Vilger√įarson fuhr aus, um mit Hilfe dreier Raben Gar√įarsholmur (Island) zu finden. Ein Bericht √ľber diese ausgefallenen Navigationsmethoden findet sich im Landn√°mab√≥k.

Nach den schriftlichen Quellen wurde Island im sp√§ten 9. und fr√ľhen 10. Jahrhundert durch Auswanderer aus Norwegen und anderen skandinavischen L√§ndern sowie durch keltische Siedler bev√∂lkert. Arch√§ologisch ist jedoch eine fr√ľhere Besiedlung nachweisbar. Auf den Westm√§nnerinseln wurden die Grundmauern eines typisch norwegischen Langhauses unterhalb einer Lavaschicht aus dem 7. Jahrhundert entdeckt. Auf die Zeit um 900 reichen die deutsch-isl√§ndischen Beziehungen zur√ľck.

W√§hrend andernorts in Europa Monarchen herrschten, steht am Anfang der isl√§ndischen Geschichte die einzigartige Entwicklung eines oligarchischen Gesellschaftssystems. Nach der Demokratie im Griechenland des Altertums ist das Althing als Versammlung gleichgestellter Goden zusammen mit dem f√§r√∂ischen L√łgting eines der ersten parlamentarischen Systeme in Europa. Die sowohl gesetzgebende als auch rechtsprechende Versammlung trat allj√§hrlich in √ěingvellir zusammen. Eigentliches Entscheidungsorgan war dabei die L√∂gr√©tta, die Versammlung der Goden. Zun√§chst waren es 36 an der Zahl, dann 39. Seit der Ernennung von Bisch√∂fen f√ľr Island (1056) kamen diese noch hinzu. Bei Diskussionen und Verhandlungen, die jeder Entscheidungsfindung vorangingen, wurden die Goden von je zwei Assistenten unterst√ľtzt. Daneben waren sie auf die Unterst√ľtzung ihres Gefolges freier M√§nner angewiesen. Unfreie, die einen erheblichen Teil der Bev√∂lkerung bildeten, Frauen und Kinder nahmen am demokratischen Prozess nicht teil.

Das Godentum, das sich im Zuge der Landnahme durch 400 norwegische H√§uptlingsfamilien entwickelt hatte, √ľberdauerte fast 300¬†Jahre. Es endete erst mit der Unterwerfung durch die Norweger im Jahre 1262. In diesem Zusammenhang spielte der in Reykholt beheimatete Snorri Sturluson¬†‚Äď eine der wichtigsten politischen Pers√∂nlichkeiten dieser Zeit¬†‚Äď eine entscheidende Rolle.

Der Sage nach entdeckte Erik der Rote im Jahr 982 n.¬†Chr. von Island aus Gr√∂nland. Tats√§chlich war der erste Seefahrer, der nach Ostgr√∂nland segelte, Gunnbj√∂rn √ölfsson, nach ihm folgte Sn√¶bj√∂rn Galti, der dort sein Winterquartier aufschlug. Immerhin umrundete Erik der Rote die S√ľdspitze der Insel und erreichte so die gr√∂nl√§ndische Westk√ľste.

Im Jahre 1000 landete der Isl√§nder Leifur Eir√≠ksson an der Nordspitze von Neufundland und gr√ľndete dort eine¬†‚Äď nicht dauerhafte¬†‚Äď Ansiedlung an der Stelle des heutigen L‚ÄôAnse aux Meadows. Schon etwas fr√ľher hatte Bjarni Herj√ļlfsson den neuen Kontinent entdeckt. Er hatte sich verirrt, sah die amerikanische K√ľste, landete aber nicht, sondern kehrte nach Gr√∂nland zur√ľck. Im selben Jahr beschlossen die Isl√§nder durch das Althing in √ěingvellir die Annahme des Christentums.

1262 kam Island unter norwegische Herrschaft. 1380 kam Norwegen unter dänische Herrschaft; 1397 entstand die Kalmarer Union, und Island wurde mit Norwegen unter dänischer Krone regiert.

Neuzeit

Im Jahre 1552 wurde in Island auf Anordnung des dänischen Königs Christians III. die Reformation durchgesetzt.

Lange blockierten Handelsmonopole, erst norwegische, sp√§ter d√§nische, die wirtschaftliche Entwicklung Islands. Der Kieler Frieden vom 14. Januar 1814 besiegelte noch einmal die d√§nische Oberhoheit. Das alte Mutterland Norwegen fiel zwar an Schweden, konnte sich aber auf den Weg in die Unabh√§ngigkeit machen. Mit der R√ľckbesinnung auf die alten Traditionen, dem Wiederaufleben des Althings und dem Durchbrechen der Handelsbeschr√§nkungen beging Island 1874 mit einer eigenen Verfassung die Tausendjahrfeier der Landnahme.

1882 galt f√ľr Frauen bei der Teilnahme an lokalen Wahlen ein beschr√§nktes Wahlrecht. 1882 stimmte der K√∂nig einer Ver√§nderung der Beschr√§nkungen zu, sodass Witwen und andere unverheiratete Frauen, die einem Farmhaushalt vorstanden oder sonst einen unabh√§ngigen Haushalt f√ľhrten, das aktive und passive Wahlrecht bei Lokalwahlen erhielten.

20. Jahrhundert

1904 gew√§hrte D√§nemark den Isl√§ndern die Autonomie (Hjemmestyre nach dem Vorbild der irischen Home Rule). Am 1. Dezember 1918 erlangte Island die Souver√§nit√§t. Der d√§nische K√∂nig Christian X. blieb aber bis zur Gr√ľndung der Republik, am 17. Juni 1944, das isl√§ndische Staatsoberhaupt. Daher haben Mitglieder des d√§nischen K√∂nigshauses, die vor dem 17. Juni 1944 geboren sind, auch einen isl√§ndischen Vornamen, wie die jetzige K√∂nigin Margrethe¬†II., die den Vornamen √ě√≥rhildur tr√§gt.

1908 wurde f√ľr Frauen bei Lokalwahlen eine Gleichstellung mit M√§nnern beschlossen, und 1913 verabschiedete das isl√§ndische Parlament eine Anordnung, die bei allen Wahlen das Frauenwahlrecht vorsah. Da sich die Beziehungen zu D√§nemark aber verschlechterten, wurde das Gesetz erst am 19. Juni 1915 ratifiziert. Erst dann erhielten Frauen das Wahlrecht. Das Wahlrecht galt nur f√ľr Frauen ab 40 Jahre; jedes Jahr sollte die Altersgrenze um ein Jahr sinken. Das Gesetz zum passiven Frauenwahlrecht wurde ebenfalls am 19. Juni 1915 ratifiziert und beschr√§nkt auf Frauen √ľber 40, die kein Armengeld bezogen, das zur√ľckbezahlt werden musste.

1911 wurde die Universit√§t Island gegr√ľndet. Vorher mussten Isl√§nder zum Studium ins d√§nische Mutterland √ľbersiedeln bzw. wurden gehobene Positionen auf Island von gebildeten D√§nen besetzt. D√§nisch war bis weit ins 20. Jahrhundert Zweitsprache auf Island.

1917 kam es zur ersten isländischen Regierungsbildung. 1918 wurde Island unabhängig, verblieb aber in Realunion mit Dänemark; Islands Flagge wurde erstmals offiziell gehisst.

1920 wurde das allgemeine Wahlrecht ab 25 Jahre eingef√ľhrt.

Am 1. September 1939 begann der Zweite Weltkrieg; am 10. Mai 1940 besetzten britische Truppen Island unter Verletzung seiner Neutralit√§t, um die bef√ľrchtete Invasion durch das Deutsche Reich zu vereiteln. Noch vor dem Kriegseintritt der USA wurden sie 1941 von Truppen der United States Army verst√§rkt und gr√∂√ütenteils ersetzt.

Am 17.¬†Juni 1944 wurde die Republik Island (isl√§ndisch L√Ĺ√įveldi√į √ćsland) ausgerufen. D√§nemark stand zu dieser Zeit noch unter deutscher Besatzung. Seit 1946 ist Island Mitglied der Vereinten Nationen, und es war 1949 ein Gr√ľndungsmitglied der NATO. Islands Beitrag zum Verteidigungsb√ľndnis besteht darin, eingegrenzte Gebiete seines Territoriums zwecks milit√§rischer Nutzung kostenlos zu verpachten. W√§hrend des Kalten Krieges spielte Island eine wichtige strategische Rolle als St√ľtzpunkt f√ľr Marine- und Luftwaffeneinheiten der NATO, um im Kriegsfall vor allem sowjetische U-Boote vom Eindringen in den Atlantik abzuhalten (siehe auch GIUK-L√ľcke). Die bedeutendste Niederlassung fremden Milit√§rs auf Island war bis 2006 die Marineluftwaffenbasis in Keflav√≠k, die haupts√§chlich von US-amerikanischem Personal, aber auch von D√§nen und Norwegern betrieben wurde. Nach 2006 wurde die milit√§rische Pr√§senz von NATO-Partnern auf ein Minimum reduziert. Die Dauerpr√§senz der amerikanischen Iceland Defense Force war in Island jahrzehntelang ein innenpolitischer Streitpunkt.

Seit 1994 ist Island Mitglied des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR).

21. Jahrhundert

2001 setzte Island das Schengener Abkommen um, dem es bereits 1996 beigetreten war. In der isl√§ndischen Politik herrscht seit langem keine klare Position zu einem m√∂glichen EU-Beitritt des Landes. Als problematisch wird in Island vor allem der Status der isl√§ndischen Fischereirechte angesehen. Die Insel ist wie kein anderes Land auf diese Rechte angewiesen. Nachdem die konservative Regierung von Geir Haarde infolge der Finanzkrise zur√ľckgetreten war, k√ľndigte die sozialdemokratische Ministerpr√§sidentin J√≥hanna Sigur√įard√≥ttir eine Initiative zum EU-Beitritt Islands an. Das isl√§ndische Parlament best√§tigte ihren politischen Kurs und am 17.¬†Juli 2009 wurde ein Beitrittsgesuch gestellt.

Am 24. Februar 2010 empfahl die EU-Kommission die Aufnahme von Beitrittsverhandlungen. Das Veto des isl√§ndischen Pr√§sidenten √ďlafur Ragnar Gr√≠msson gegen das Gesetz √ľber die R√ľckzahlung von fast 4 Milliarden Euro wegen des Konkurses der Icesave-Bank an Gro√übritannien und die Niederlande und die Ablehnung dieses Gesetzes in der Abstimmung am 6. M√§rz 2010 durch eine Mehrheit von 93,2 Prozent der Abstimmenden stellten den Beitrittsprozess Islands zur Europ√§ischen Union allerdings in Frage. Auch die Stimmung im Lande wandelte sich. Nach dem Regierungswechsel im April 2013 wurde der Beitrittsprozess ausgesetzt, weil die neue Regierung ‚Äď wohl unterst√ľtzt durch die Mehrheitsauffassung in der Bev√∂lkerung ‚Äď einen Beitritt nunmehr ablehnte. Am 12. M√§rz 2015 zog Island seinen Beitrittsantrag zur√ľck.

Politik

Staatsaufbau

Island ist seit dem 17.¬†Juni 1944 eine unabh√§ngige parlamentarisch-demokratische Republik (siehe Verfassung der Republik Island). Das Althing, die Legislative, besteht aus 63 Abgeordneten. Die Judikative ist in Island zweistufig gegliedert. Die Bezirksgerichte bilden die untere Ebene. Das Obergericht H√¶stir√©ttur, der oberste Gerichtshof, fungiert auch als Verfassungsgericht. Staatsoberhaupt ist der isl√§ndische Pr√§sident, seit 2016 Gu√įni Th. J√≥hannesson. Die Regierungsgesch√§fte f√ľhrt der isl√§ndische Premierminister.

Seit der Parlamentswahl 2013 regierte das Land eine Koalition aus der Fortschrittspartei (b√§uerliche Mitte) und der liberal-konservativen Unabh√§ngigkeitspartei, zun√§chst als Kabinett Sigmundur Dav√≠√į Gunnlaugsson und seit dem R√ľcktritt von Premierminister Sigmundur Dav√≠√į Gunnlaugsson (Fortschrittspartei) Anfang April 2016 als Kabinett Sigur√įur Ingi J√≥hannsson.

Im Herbst 2016 fanden vorgezogene Neuwahlen statt, die 54. Parlamentswahl in Island, nach der sich eine Regierungsbildung zun√§chst als schwierig erwies. Seit dem 11. Januar 2017 bestand mit dem Kabinett Bjarni Benediktsson (2017) eine Koalitionsregierung aus Unabh√§ngigkeitspartei und den liberalen Parteien Vi√įreisn und Bj√∂rt framt√≠√į unter Premierminister Bjarni Benediktsson. Sie ist auseinandergebrochen, da Bj√∂rt framt√≠√į am 15. September 2017 angek√ľndigt hatte, die Koalition zu verlassen. Am 28. Oktober 2017 fanden daher wiederum vorgezogene Neuwahlen statt. Seit dem 30. November 2017 regierte eine Koalition aus Links-Gr√ľner Bewegung, Fortschrittspartei und Unabh√§ngigkeitspartei als Kabinett Katr√≠n Jakobsd√≥ttir.

Die Koalition wurde bei der Wahl vom 25. September 2021 best√§tigt, intern verschoben sich aber die Verh√§ltnisse weg von den Linksgr√ľnen zur Fortschrittspartei, die mit 17,3¬†% vom Spiegel aufgrund der starken Zugewinne als ‚Äěder unbestrittene Wahlsieger‚Äú bezeichnet wurde, obwohl die konservative Unabh√§ngigkeitspartei, die ebenfalls an der Koalition beteiligt ist, mit 24,4¬†% nach wie vor st√§rkste Kraft ist. Nach ersten Berichten h√§tten mit 33 von 63 Sitzen erstmals mehr Frauen als M√§nner dem Parlament angeh√∂rt. Aufgrund einer Nachz√§hlung im Nordwestlichen Wahlkreis hat sich das Resultat allerdings ver√§ndert und die Anzahl der von Frauen eingenommenen Sitze auf 30 reduziert. Da bei der Nachz√§hlung gegen verschiedene Regeln versto√üen wurde, forderten Politiker eine Wiederholung der Wahl und es wurde eine Anzeige wegen m√∂glicher Wahlmanipulation angek√ľndigt. Am 25. November 2021 best√§tigte das Parlament allerdings die Ausz√§hlung in allen Wahlkreisen, einschlie√ülich der umstrittenen Nachz√§hlung im Nordwestlichen Wahlkreis. Die bisherige Regierungskoalition wurde mit der Bildung des Kabinetts Katr√≠n Jakobsd√≥ttir II am 28. November 2021 fortgef√ľhrt.

Parteien

Mitte der 1970er Jahre wurde das in Island traditionell herrschende Vier-Parteien-System aufgebrochen. Die vier staatstragenden Parteien waren bis dahin:

  1. die Unabh√§ngigkeitspartei (Sj√°lfst√¶√įisflokkur, SF, konservativ),
  2. die Fortschrittspartei (Framsóknarflokkur, FF, liberal),
  3. die Sozialdemokratische Partei Islands (Al√ĺ√Ĺ√įuflokkurinn, AF, sozialdemokratisch) sowie
  4. die Volksallianz (Al√ĺ√Ĺ√įubandalagi√į, AL, sozialistisch).

Der Versuch der Vereinigung aller linken Parteien f√ľhrte zu der Herausbildung zweier neuer Parteien, der:

  • sozialdemokratischen und europafreundlichen Allianz (Samfylkingin, Sf) und der
  • links-gr√ľn-patriotisch orientierten Links-Gr√ľnen Bewegung (Vinstri hreyfing-Gr√¶nt frambo√į, VG).

In der sozialdemokratischen Allianz ging auch die Frauenallianz auf, die 1983 als erste Frauenpartei der Welt in ein nationales Parlament eingezogen war und dort bis zur Fusion durchgängig vertreten war.

Im Parlament sind gegenw√§rtig au√üerdem folgende Parteien vertreten: Die Piratenpartei P√≠ratar (seit der Wahl 2013), die liberale und pro-europ√§ische Partei Vi√įreisn (seit der Wahl 2016), die populistische Flokkur f√≥lksins (seit der Wahl 2017) sowie die 2017 als Abspaltung der Fortschrittspartei gegr√ľndete Zentrumspartei. Von 2013 bis 2017 geh√∂rten auch Vertreter der Bj√∂rt framt√≠√į (‚ÄěHelle Zukunft‚Äú) (pro-europ√§isch, liberal) dem Althing an.

Politische Indizes

Gewerkschaften

Es gibt in Island verschiedene Branchengewerkschaften und einen Gewerkschaftsbund (AS√ć). Mehr als 90¬†% der abh√§ngig Besch√§ftigten sind organisiert. Wenn auch tendenziell abnehmend, spielt das Genossenschaftswesen eine weltweit fast einmalige Rolle auf der Insel. Nahezu alle wichtigen Lebensbereiche (Renten, Urlaubssonderzahlungen, Gesundheitswesen, der Schule nachgeordnete Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtungen, Kulturveranstaltungen, Fischereifahrzeug-Pools und deren Ertragsverteilung, ‚Ķ) organisieren sich, teilweise oder vollst√§ndig, genossenschaftlich.

Außenpolitik

Island ist Mitglied bei folgenden Organisationen: FAO (seit 1945), Vereinte Nationen (seit 1946), NATO (seit 1949), Europarat (seit 1949), Nordischer Rat (seit 1952), EFTA (seit 1960), OECD (seit 1961), UNESCO (seit 1964), OSZE (seit 1975/1992), Westnordischer Rat (seit 1985/1997), Barentssee-Rat (seit 1993), EWR (seit 1994), WTO (seit 1995), Ostseerat (1995), Arktischer Rat (seit 1996), Internationalen Walfangkommission (seit 2002), neben diesen Mitgliedschaften besteht ein Verteidigungsabkommen mit den USA (seit 1951).

Verwaltungsgliederung

Politisch ist Island in acht Regionen unterteilt: H√∂fu√įborgarsv√¶√įi√į, Su√įurnes, Vesturland, Vestfir√įir, Nor√įurland vestra, Nor√įurland eystra, Austurland und Su√įurland. Die acht Regionen werden (traditionell, aber nicht administrativ) in 22 s√Ĺslur (Syssel, etwa Landkreise) und 20 kreisfreie Gemeinden (acht kaupsta√įir, sieben b√¶ir, ein borg und vier weitere) gegliedert. Auf der untersten Verwaltungsebene gibt es 76 Sveitarf√©l√∂g (Gemeinden) (Stand 2010), einschlie√ülich der acht kaupsta√įir (Stand 2005).

Städte

Rund 93¬†% der isl√§ndischen Bev√∂lkerung lebten Mitte 2008 in St√§dten, allein 118.918 von insgesamt 321.857 Einwohnern des Landes lebten in der Hauptstadt Reykjav√≠k (Hochrechnung 2013). Die hohe Urbanisierung geht auf die anhaltende Landflucht zur√ľck, die in Island im 20. Jahrhundert begann.

In der Mehrzahl der Gemeinden au√üerhalb des Hauptstadtgebietes ist allerdings inzwischen wieder ein Bev√∂lkerungswachstum zu verzeichnen. Von den acht Regionen Islands haben inzwischen f√ľnf ein stabil positives Bev√∂lkerungswachstum. Nur die Mehrzahl der Gemeinden der Region Nordwestisland verlieren nach wie vor Einwohner.

Gemeinden

Island hat 74 Gemeinden, die gr√∂√üten sind nachfolgend aufgef√ľhrt.

Militär

Island besitzt offiziell kein eigenes Milit√§r. Den K√ľstenschutz √ľbernimmt die circa 120¬†Mann starke Isl√§ndische K√ľstenwache mit ihrem St√ľtzpunkt in Reykjav√≠k. Ausger√ľstet ist sie mit drei Patrouillenbooten, einem √úberwachungsflugzeug und mehreren Hubschraubern. Die Hubschrauber √ľbernehmen, bei Unwettern oder Unf√§llen, SAR-Aufgaben und Rettungsfl√ľge f√ľr die Bev√∂lkerung. Aus Kr√§ften der Polizei und des K√ľstenschutzes rekrutiert Island zivile Kontingente f√ľr UNO- und NATO-Missionen (√ćslenska fri√įarg√¶slan). Island ist seit 1949 Gr√ľndungsmitglied der NATO. Im B√ľndnisfall hat es sich zu medizinischer Hilfsleistung bereit erkl√§rt.

Die USA hatten im Rahmen der NATO (Kommando: ISCOMICE) die sogenannte Iceland Defense Force in Keflav√≠k mit circa 1.650 Soldaten stationiert. Die Truppe umfasste 960 Marinesoldaten, 600 Soldaten der US Air Force und 80 vom US Marine Corps. Die amerikanische Truppenpr√§senz ging bereits auf das Jahr 1941 zur√ľck. Im Zweiten Weltkrieg dienten die Soldaten zur Sicherung von Nachschubrouten. Sp√§ter, im Kalten Krieg, nutzte das US-Milit√§r die strategisch wichtige Insel als St√ľtzpunkt zur Bek√§mpfung von U-Booten, f√ľr den Fall eines Konfliktes mit der Sowjetunion.

Die USA haben sich 1951 in einem bilateralen Verteidigungsabkommen zur Verteidigung Islands verpflichtet. Dabei spielte vor allem die Unterst√ľtzung der isl√§ndischen K√ľstenwache durch die f√ľnf stationierten Hubschrauber und die Patrouillen im isl√§ndischen Luftraum durch vier F-15-Kampfflugzeuge eine Rolle. Die Stationierung kostete die Vereinigten Staaten von Amerika zuletzt etwa 260 Millionen US-Dollar pro Jahr.

Am 19. M√§rz 2006 beschlossen die USA einseitig und f√ľr Island √ľberraschend, ihre Streitkr√§fte abzuziehen. Am 30. September 2006 verlie√üen die letzten auf Island stationierten US-Soldaten das Land. 600 Isl√§nder verloren ihre Arbeit in der Milit√§rbasis. Die Vereinigten Staaten garantieren der isl√§ndischen Regierung aber weiterhin milit√§rischen Schutz aufgrund des bilateralen Vertrages. Es wurde eine Beh√∂rde f√ľr Fragen der Landesverteidigung eingerichtet, die die elektronische Luftraum√ľberwachung aus amerikanischer Regie √ľbernahm. Um physische Milit√§rpr√§senz zu gew√§hrleisten, hat man mit mehreren NATO-Partnern regelm√§√üige Flugpatrouillen-Kampagnen (zwei- bis dreimal j√§hrlich) vereinbart. Befreundete Geschwader werden dann auf dem ehemaligen amerikanischen St√ľtzpunkt einquartiert. Erstmals kam so im April 2008 ein franz√∂sisches Geschwader mit Mirage-J√§gern nach Island.

Die Regierungen in Oslo und Reykjav√≠k einigten sich auf die √úbernahme von Sicherheits-, √úberwachungs- und Rettungsaufgaben durch die norwegische Luftwaffe in Friedenszeiten. Die norwegische Armee rekrutiert in Island in geringem Ausma√ü Freiwillige f√ľr den Milit√§rdienst. Zur √úberwachung der isl√§ndischen K√ľste hat Reykjav√≠k eine Zusammenarbeit mit der d√§nischen Marine vereinbart.

Obwohl Island nicht √ľber eigene Streitkr√§fte verf√ľgt, war es 2003 in der Koalition der Willigen vertreten.

Staatshaushalt

Der Staatshaushalt umfasste 2016 Ausgaben von umgerechnet 7,911 Mrd. US-Dollar, dem standen Einnahmen von umgerechnet 10,350 Mrd. US-Dollar gegen√ľber. Daraus ergibt sich ein Haushalts√ľberschuss in H√∂he von 12,2¬†% des BIP.
Die Staatsverschuldung betrug 2016 10,6 Mrd. US-Dollar oder 53 % des BIP. Island konnte seine Staatsfinanzen in den letzten Jahren sanieren.

2006 betrug der Anteil der Staatsausgaben (in % des BIP) folgender Bereiche:

  • Gesundheit: 9,1¬†%
  • Bildung: 7,6¬†% (2004)

Wirtschaft

Allgemeines

Island war bis in das 20. Jahrhundert ein landwirtschaftlich geprägtes Land. Bei einer Volkszählung im Jahr 1703 waren 69 % der Bevölkerung ausschließlich in der Landwirtschaft tätig, 30 % betrieben neben der Landwirtschaft noch Fischerei. Ende des 19. Jahrhunderts erfolgte dann der Übergang zur Hochseefischerei. Die Landbevölkerung fand hier neue Arbeitsplätze und so war 1901 nur noch die Hälfte der Bevölkerung in der Landwirtschaft tätig. 2008 arbeiteten nur noch etwa 4,8 % der isländischen Bevölkerung im primären Sektor, in der Industrie arbeiteten etwa 22,2 %, im Dienstleistungssektor 73 % der Beschäftigten. Mit 2,8 % im Jahr 2017 hat Island eine der niedrigsten Arbeitslosenquoten weltweit.

2005 wurde mit den Färöern das Hoyvíker Abkommen geschlossen, das eine Freihandelszone zwischen Island und den Färöern beinhaltet.

Island war besonders von der 2007 ausgebrochenen Finanzkrise betroffen. Die drei gr√∂√üten Banken des Landes hatten sich durch starke internationale Verflechtungen als besonders krisenanf√§llig erwiesen, weshalb die isl√§ndische Regierung Anfang Oktober 2008 die Verstaatlichung des gesamten Bankensektors beschloss. Neben der Abwendung eines drohenden Staatsbankrotts sollte durch diese Notma√ünahme auch eine weitere Abwertung der isl√§ndischen Krone verhindert werden, die zwischen Oktober 2007 und Oktober 2008 mehr als 70¬†% ihres Wertes gegen√ľber dem Euro verloren hatte.

Am 16.¬†Oktober 2008 gab die Regierung Islands an, eine f√§llige Anleihe der verstaatlichten Glitnir-Bank in H√∂he von 750 Millionen US-Dollar nicht zur√ľckzuzahlen, womit Island de facto zahlungsunf√§hig war. Eine formale Zahlungsunf√§higkeit bestand jedoch nicht, da die Anleihe nicht von Island selbst emittiert wurde. Der CDS-Spread Islands implizierte jedoch eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass die formale Zahlungsunf√§higkeit in wenigen Jahren eintreten k√∂nnte.

Island war im April 2009 laut dem US-amerikanischen √Ėkonomen und Wirtschaftsnobelpreistr√§ger Paul Krugman vor Irland und √Ėsterreich das Land mit dem gr√∂√üten Risiko eines Staatsbankrotts. Die drei gr√∂√üten Banken (Kaupthing, Landsbanki und Glitnir) hinterlie√üen nach der Verstaatlichung einen Schuldenberg vom Zehnfachen der bisherigen j√§hrlichen Wirtschaftsleistung Islands.

Laut OECD-Bericht vom Mai 2010 sind Island inzwischen betr√§chtliche Konsolidierungen im Wirtschaftsbereich gelungen. Sie bildeten nach Einsch√§tzung der OECD eine gute Grundlage f√ľr eine weitere wirtschaftliche Erholung und einen beginnenden Aufschwung im Jahr 2011. Die Empfehlungen der OECD-Kommission gingen dahin, 2011 weitere energieintensive Unternehmen in Island zu installieren, um die private Nachfrage anzukurbeln. Au√üerdem soll weiterhin der bisher erfolgreiche Kurs fiskalischer Konsolidierung verfolgt werden. Der Bankensektor hat sich stabilisiert und entsprechende Reserven in internationaler W√§hrung sind vorhanden. Die W√§hrungskonsolidierung wird weiter ein Ziel sein.

Im Juni 2011 kehrte Island erstmals an den internationalen Kapitalmarkt zur√ľck. Island begann im Fr√ľhjahr 2012 vorzeitig mit der R√ľckzahlung sowohl des IWF-Beistandskredites in H√∂he von insgesamt 2,1 Milliarden US-Dollar als auch der Kredite der nordischen L√§nder.

2013 schloss Island als erster europ√§ischer Staat ein Freihandelsabkommen mit China ab. China ist an dem Inselstaat insbesondere wegen dessen g√ľnstiger Lage am N√∂rdlichen Seeweg interessiert.

Im Global Competitiveness Index, der die Wettbewerbsf√§higkeit eines Landes misst, belegt Island Platz 28 von 137 L√§ndern (Stand 2017‚Äď2018). Im Index f√ľr wirtschaftliche Freiheit belegt das Land 2019 Platz 11 von 180 L√§ndern.

Währung

Die W√§hrung Islands ist die Isl√§ndische Krone (ISK), 100 ISK haben den Gegenwert von 0,67395 Euro, entsprechend 1¬†‚ā¨ = 148,38 ISK (Stand: 21. Nov 2021). Im Umlauf befinden sich M√ľnzen zu 1, 5, 10, 50 und 100 Kronen sowie Banknoten zu 500, 1.000, 2.000, 5.000 und 10.000 Kronen.

Basisdaten

Die Wirtschaft Islands hat sich nach der Finanzkrise rasch wieder erholt. 2016 wuchs das isl√§ndische Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 7,2¬†% (2015: 4,1¬†%, 2014: 1,9¬†%, 2013: 4,4¬†%). Die Arbeitslosigkeit betrug 2014 durchschnittlich lediglich 5¬†%. Island unterh√§lt vielf√§ltige au√üenwirtschaftliche Beziehungen. Die Exporte von G√ľtern und Dienstleistungen machten 2014 rund 53¬†% des BIP aus, die Importe 47¬†%.

Trotz der Finanzkrise liegt das Pro-Kopf-Einkommen in Island immer noch an der Weltspitze. Das gilt allerdings aufgrund der hohen Steuern und Lebenshaltungskosten auch f√ľr die Ausgaben. Die Lebenserwartung der Isl√§nder ist eine der h√∂chsten der Welt. In der Rangliste des Index der menschlichen Entwicklung lag Island weltweit ab November 2007 erstmals auf Platz eins, knapp vor Norwegen, das sechs Jahre an der Spitze des Indexes stand. Im Vergleich mit dem durchschnittlichen Bruttoinlandsprodukt (BIP) pro Kopf der EU (EU27=100) erreichte Island 2005 einen Index von 129. Laut dem Global Wealth Report 2017 der Schweizer Bank Credit Suisse verf√ľgen die Einwohner Islands √ľber das weltweit h√∂chste Durchschnitts- und Medianverm√∂gen (587.649¬†$ bzw. 444.999¬†$).

10 % der Isländer sind Fischer. Mehr als 50 % arbeiten im Dienstleistungssektor. Kern der isländischen Landwirtschaft ist die Nutztierhaltung, hauptsächlich Schafe, Islandpferde und Rinder.

Export und Import

Die Hauptexport­partner des Landes waren im Jahr 2009 die Niederlande (30,7 %), das Vereinigte Königreich (12,8 %), Deutschland (11,3 %), Norwegen (5,8 %) und Spanien (4,8 %). Die Hauptimport­partner waren Norwegen (13,0 %), die Niederlande (8,6 %), Deutschland (8,3 %), Schweden (8,1 %) und Dänemark (7,3 %).

Landwirtschaft

Ein gro√üer Teil der Insel besteht aus Lavaw√ľsten, die weder bewohnbar noch landwirtschaftlich nutzbar sind. Das betrifft weite Gebiete des Inlandes (Isl√§ndisches Hochland). 11¬†% des Landes sind von Gletschern bedeckt.

Die bewohnten Gebiete befinden sich haupts√§chlich entlang der K√ľste. 20¬†% des fruchtbaren Landesteils werden f√ľr die extensive Viehzucht (vor allem Schafe und Pferde) genutzt. Seit 2015 nimmt die Bedeutung des Exportes von PMSG rapide zu. PMSG ist ein Sexualhormon tr√§chtiger Stuten, dessen Verabreichung bei anderen S√§ugetieren die Fruchtbarkeit und den Fleischzuwachs erh√∂ht und zudem eine zeitliche Steuerung des Geburtstermins erm√∂glicht. Das Hormon ist daher als Bestandteil von Tierarzneimitteln in der intensiven Tierhaltung vieler L√§nder zugelassen. Die Gewinnung des Hormons erfolgt aus dem Blutserum der Pferde. Da Island sowohl hinsichtlich des Preises, der Qualit√§t als auch der Haltungsbedingungen auf den gro√üen Naturweiden optimale Bedingungen zu bieten hat, wurde das Land mittlerweile zum Hauptlieferanten Europas. 100 Gramm des Hormons sollen rund 900.000 Dollar kosten. Derzeit bekommen etwa 5000 Stuten aus fast 100 Betrieben vom Sp√§tsommer bis zum Herbst insgesamt rund 170.000¬†l Blut abgenommen. Das Hormon wird dann in Form eines Proteinpulvers nach Nordamerika und Europa exportiert. 2020 betrug der Erl√∂s rund 10 Millionen Euro. Seit 2009 hat sich die Produktion verdreifacht und jedes Jahr schlie√üen sich weitere Zuchtbetriebe an. Allerdings bestehen Bedenken bez√ľglich des isl√§ndischen Tierschutzrechts.

Nur 1¬†% der Landesfl√§che werden f√ľr den Anbau von Getreide oder anderen Feldfr√ľchten genutzt. Ein Grund sind die relativ niedrigen Sommertemperaturen, w√§hrend im Winter der Golfstrom besonders im S√ľdwesten f√ľr ein verh√§ltnism√§√üig mildes Klima sorgt. Die Durchschnittstemperaturen betragen 11¬†¬įC im Juli und ‚ąí1¬†¬įC im Januar. Getreide ‚Äď haupts√§chlich Gerste, in geringerem Umfang auch Roggen ‚Äď wird erst seit wenigen Jahren wieder auf Island angebaut, und 30¬†ha Fl√§che dienen ausschlie√ülich dem Getreideanbau. 2017 wurden 7.400¬†t Gerste geerntet, damit lag Island weltweit an 90. Stelle. Die Gerste dient in erster Linie als Futter f√ľr K√ľhe und Rinder, und die Hauptanbaugebiete befinden sich am Eyjafj√∂r√įur und Skagafj√∂r√įur sowie im S√ľdwesten des Landes. Kartoffeln wurden 2017 auf einer Fl√§che von 600¬†ha angebaut, und bei der geernteten Menge lag Island 2017 mit 9.000¬†t weltweit an 130. Stelle. Blumenkohl wurde auf einer Fl√§che von 11 ha angebaut, und die geerntete Menge belief sich auf 55 t. M√∂hren wurden auf einer Fl√§che von 5¬†ha angebaut, und 2017 wurden 750¬†t geerntet.

Die isl√§ndische Hochweidewirtschaft war bis in das 19. Jahrhundert vergleichbar mit der Seter-Almwirtschaft Norwegens. Die moderne Weidewirtschaft auf den nat√ľrlichen Weidegr√ľnden ist hingegen eine eigene Form des mobilen Pastoralismus. Um die wertvollen Tieflandweiden zu entlasten, befinden sich die Schafe und Pferde im Sommer auf den Hochweiden im Inland. Die Mutterschafe mit den L√§mmern werden im Juni auf die Hochweiden getrieben oder mit Lastwagen dorthin gebracht. Die Tiere streifen w√§hrend dieser Zeit frei umher. Sie folgen beim Weiden immer dem frischesten Pflanzenwuchs, weshalb das Lammfleisch in Island besonders wohlschmeckend ist. Im Herbst, das hei√üt im September/Oktober, werden die Tiere zu Pferd zusammengesucht und zur√ľckgetrieben. Dabei m√ľssen die Weidegr√ľnde bis zu dreimal durchk√§mmt werden, um alle Tiere zu finden. Den Winter verbringen sie auf den Weiden im bewohnten Gebiet bzw. im Stall. Der Abtrieb ist eine festliche Angelegenheit. Schulkinder fahren mit Bussen zu den jeweiligen Sammelstellen, gro√üen R√©ttir genannten Pferchen. Sie schauen bei der letzten Phase zu oder packen mit an. F√ľr die Erwachsenen gibt es abends einen festlichen Ball. Die wichtigsten Hochweidegebiete finden sich s√ľdlich von Hofs- und Langj√∂kull zwischen Hv√≠t√° und Thjorsa, n√∂rdlich und nordwestlich des Langj√∂kull und im Osten des Landes zwischen Hofs√° und dem Flj√≥tsdalur.

Inzwischen nutzt man, etwa in Hverager√įi, mit zahlreichen Gew√§chsh√§usern, die Geothermische Energie f√ľr den Gem√ľse- und Obstanbau. Beispielsweise werden Tomaten auf einer Fl√§che von insgesamt 4¬†ha unter Glas angebaut, und 2017 wurden 1.334¬†t Tomaten geerntet.

Die Wiederaufforstung der Wälder ist ebenfalls ein großes Thema, etwa im Gebiet um die Hauptstadt Reykjavík und rund um den Skorradalsvatn in Westisland. 2015 waren 492 km² des Landes bewaldet, was 0,5 % der Landesfläche entsprach. Im Jahre 2000 bedeckte Wald nur 288 km², d. h. 0,3 % der Fläche Islands.

Fischerei

Aufgrund der Lage auf einem Schelfsockel des Mittelatlantischen R√ľckens sind die Fischgr√ľnde rund um Island besonders ergiebig. Das Meer rund um die Insel ist reich an Phytoplankton, das die Grundlage der ozeanischen Nahrungskette bildet.

Island ist vom Fischfang abh√§ngig (Fischprodukte machen 42¬†% der Exporte aus). Zum Schutz der Fischgr√ľnde wurde 1631 erstmals eine Schutzzone von 32 Seemeilen festgelegt. Sie wurde jedoch wieder aufgehoben, und erst im Jahr 1901 wurde eine neue Schutzzone von drei Seemeilen festgelegt. Nach dem Zweiten Weltkrieg f√ľhrte der Einsatz der modernen Fangflotte innerhalb weniger Jahre zur √úberfischung der isl√§ndischen Gew√§sser. Deshalb wurde die Schutzzone 1952 auf vier Seemeilen ausgedehnt. Wegen erneuter √úberfischung wurde die Zone 1959 dann auf zw√∂lf Seemeilen erweitert. Anfang der 1970er Jahre brachen die Best√§nde wirtschaftlich genutzter Fischarten wieder zusammen. Island erweiterte die Schutzzone auf 50 Seemeilen. Es kam wie bereits Ende der 1950er Jahre zum Streit zwischen Island und dem Vereinigten K√∂nigreich, denn die Briten waren nicht bereit, die erweiterte Schutzzone zu akzeptieren. Der Streit eskalierte und britische Trawler wurden von Kriegsschiffen begleitet. Dieser zweite Kabeljaukrieg wurde schlie√ülich auf dem Verhandlungsweg beigelegt. Da die Erweiterung der Schutzzone auf 50¬†Seemeilen nicht die erhoffte Wirkung zeigte, wurde die Schutzzone 1975 auf 200 Seemeilen erweitert. Es kam erneut zum Streit zwischen Island und dem Vereinigten K√∂nigreich, aber auch der dritte ‚ÄěKabeljaukrieg‚Äú wurde auf dem Verhandlungsweg beigelegt. Die 200-Meilen-Zone ist heute internationaler Standard und v√∂lkerrechtlich anerkannt. Seit 1991 k√∂nnen isl√§ndische Fischereiprodukte zollfrei in die Europ√§ische Union eingef√ľhrt werden.

Trotz der Bedeutung der Fischerei sind nur etwa 5,2 % der Arbeitnehmer des Landes direkt auf Booten und weitere 6,7 % in der Fischverarbeitung beschäftigt.

Bis heute betreiben isländische Firmen Walfang vor Island. Als eines der wenigen verbliebenen Länder weltweit hält das Land an der stark umstrittenen Jagd von Finnwalen und Zwergwalen zur kommerziellen Nutzung fest. Dieser Industriezweig ist stark mit der konventionellen Fischereiindustrie verzahnt.

2019 wurde der Walfang (nach einer Meldung der Deutschen Welle) zunächst ausgesetzt.

Tourismus

Der Tourismus spielt eine gro√üe Rolle in der isl√§ndischen Wirtschaft. Beliebt sind die Natur, insbesondere die Gletscher, der Reittourismus und andere Aktivit√§ten. W√§hrend das Land im Jahre 2000 noch von 302.900 ausl√§ndischen Touristen besucht wurde, waren es 2014 bereits 998.600, womit sich die Zahl in diesem Zeitraum mehr als verdreifacht hat. Von 2014 auf 2015 stieg die Touristenzahl sprunghaft auf 1.289.140 an. Die Besucherstatistik 2015 f√ľr Reisende, die Island √ľber den Flughafen Keflav√≠k besucht haben, wird von Reisenden aus den USA angef√ľhrt (242.805), es folgen unter den einzeln aufgef√ľhrten Herkunftsl√§ndern das Vereinigte K√∂nigreich (241.024) und Deutschland (103.384), wobei neben anderen einzeln genannten L√§ndern auch 231.851 Personen unter ‚Äěandere‚Äú zusammengefasst wurden.

Der Tourismus ist in den letzten Jahrzehnten f√ľr Island zu einer immer wichtigeren Quelle f√ľr Deviseneinnahmen geworden. Der Anteil an den Exporterl√∂sen liegt bei dieser Branche mit Stand 2015 bei 31¬†% und √ľbertrifft damit die isl√§ndische Fischereiwirtschaft und Aluminiumindustrie. 2010 waren es noch 18,8¬†%.

W√§hrend im Jahr 1950 noch rund 4000 Besucher nach Island kamen, stieg die Zahl auf etwa 190.000 im Jahr 1995. Seit Mitte der 1990er Jahre nimmt der Touristenstrom j√§hrlich in gro√üem Ma√üe zu. Im Jahr 2000 z√§hlte man mit √ľber 300.000 Reisenden erstmals mehr Touristen, als Island damals Einwohner hatte. Zugleich stieg auch die Zahl der √úbernachtungen in Hotels und G√§steh√§usern sowie auf Bauernh√∂fen auf dem Land deutlich.

Durch die geographisch abgeschiedene Lage im Nordatlantik profitieren zudem Transportunternehmen von dem ansteigenden Tourismus, da man Island nur per Flugzeug oder mit dem Schiff (Autof√§hre Norr√∂na) erreichen kann. Inzwischen wird das starke Wachstum des Tourismus aber auch als belastend wahrgenommen. √ďl√∂f √Ěrr Atlad√≥ttir, die Direktorin der isl√§ndischen Fremdenverkehrsbeh√∂rde Fer√įam√°lastofa, hat 2014 die Ansicht ge√§u√üert, dass der Tourismus zu schnell gewachsen sei. Zu den auftretenden Problemen geh√∂ren die starke Inanspruchnahme von Wohnraum durch Touristen und eine √úbernutzung sp√§rlicher Infrastruktur in den d√ľnn besiedelten Gebieten abseits der Hauptstadt.

Energiewirtschaft

Die Stromerzeugung in Island ist vollständig regenerativ: Rund 73 % wird durch Wasserkraft erbracht sowie knapp 27 % durch Geothermie.

In den Jahren 2000‚Äď2004 lag dabei der Anteil der Gro√üindustrie am Stromverbrauch bei 63,4‚Äď64,9¬†%. Davon zeichnen die Aluminiumh√ľtten f√ľr knapp 80¬†% verantwortlich, sodass deren Anteil am Gesamtstromverbrauch knapp √ľber 50¬†% liegt, in den kommenden Jahren aber durch Erweiterungen und Neubau noch deutlich steigen soll. Als Gesamterzeugungskapazit√§t stehen ca. 2,4 Gigawatt Leistung von Wasserkraft und Geothermieanlagen zur Verf√ľgung. Ein weiterer Ausbau wird von der Regierung angestrebt. Sie versucht dabei nach eigenen Worten internationale Industrie mit den niedrigsten Strompreisen Europas zu √ľberzeugen. F√ľr die ben√∂tigten Energiemengen m√ľssen dabei mit Wasserkraft und neuerdings auch mit Geothermie betriebene Gro√ükraftwerke errichtet werden, was zum Teil erhebliche Eingriffe in die Natur bedingt. Ein Beispiel f√ľr ein in diesem Zusammenhang umstrittenes Projekt ist der Bau von K√°rahnj√ļkavirkjun, einem Wasserkraftwerk im Osten Islands, dessen Strom vor allem f√ľr das Aluminiumverh√ľttungswerk der Firma Alcoa nahe der Ortschaft Rey√įarfj√∂r√įur Verwendung findet.

Um den Umwelteingriff durch die D√§mme insbesondere kleiner Wasserkraftwerke einzuschr√§nken und zugleich den infolge der globalen Erw√§rmung ver√§nderten Wasserabfl√ľssen Rechnung zu tragen, wird verst√§rkt die Erg√§nzung des Strommixes durch Windkraftanlagen vorgeschlagen. Geplant ist, Island mittels eines HG√ú-Seekabels nach Schottland an das europ√§ische Stromnetz anzubinden und Strom zu exportieren.

Neben der Wasserkraftproduktion, die von 18 TWh auf ca. 36 TWh verdoppelt werden könnte, hat Island insbesondere sehr gute Windenergieressourcen.

Im Jahr 2000 wurde die Umstellung der isl√§ndischen Energiewirtschaft auf eine Wasserstoffwirtschaft angek√ľndigt, wof√ľr Island damals viel internationale Aufmerksamkeit erhielt. Eine Umsetzung dieses Planes ist jedoch noch nicht erfolgt.

Infrastruktur

Verkehr

Straßenverkehr

In Island gibt es mit Stand Ende 2016 12.901¬†km von der Stra√üenverwaltung Vegager√įin verwaltete Stra√üen, von denen 5575¬†km asphaltiert sind. Die Ringstra√üe Nr. 1 ist Islands l√§ngste Stra√üe und folgt grob dem K√ľstenlauf, schneidet aber alle gro√üen Halbinseln ab. Sie ist derzeit (Stand 2017) 1332¬†km lang und konnte 1974 fertiggestellt werden, nachdem die letzten Br√ľcken im Gebiet von Skaftafell gebaut worden waren. Die Ringstra√üe (isl√§ndisch Hringvegur) hei√üt je nach Landesteil Su√įurlandsvegur, Vesturlandsvegur, Nor√įurlandsvegur und Austurlandsvegur gem√§√ü dem Brauch, alle Stra√üen im Land mit Namen und nicht mit der Stra√üennummer zu bezeichnen. Es wird aber auch die Bezeichnung √ěj√≥√įvegur Nr¬†1 (w√∂rtlich: ‚ÄěNationalstra√üe Nr.¬†1‚Äú) verwendet. Die Stra√üennummern, beginnend mit 2 bis 9, geben Auskunft √ľber die Verwaltungseinteilung im Stra√üenbau, die nicht mit den √ľbrigen Verwaltungseinteilungen deckungsgleich ist. Am Sonntag, dem 26. Mai 1968, wurde der Rechtsverkehr eingef√ľhrt, davor galt Linksverkehr.

Es gibt in Island keine Autobahnen, allerdings wurde die Stra√üe zwischen Keflav√≠k und Reykjav√≠k bis in den Vorort Hafnarfj√∂r√įur zur vierspurigen Schnellstra√üe ausgebaut. Im Hauptstadtgebiet bestehen inzwischen einige bis zu sechsspurige Ein- und Ausfallstra√üen.

Die Ringstra√üe ist ‚Äď bis auf ein Teilst√ľck von wenigen Kilometern am Berufj√∂r√įur in Ostisland ‚Äď asphaltiert. Vor einigen Jahren war das nur in der N√§he von Reykjav√≠k der Fall. Die wichtigsten Landstra√üen sind heute weitestgehend asphaltiert. Nebenstra√üen, aber abschnittsweise auch Hauptstra√üen (vor allem in den Westfjorden), sind oft Schotterstra√üen mit un√ľbersichtlicher Streckenf√ľhrung. Hochlandpisten sind ebenfalls meist Schotterstra√üen und erfahren nur eingeschr√§nkten Unterhalt. Das isl√§ndische Hochland ist daher ein beliebtes Reiseziel f√ľr Fahrer von gel√§ndeg√§ngigen Fahrzeugen. Offroad-Fahren ist wegen der sehr empfindlichen Vegetation in Island grunds√§tzlich nicht erlaubt. Schon einzelne Reifenspuren k√∂nnen, aufgrund des sehr losen Bodengef√ľges, neue Angriffsfl√§chen f√ľr Erosion bieten und sich, im schlimmsten Fall, innerhalb weniger Jahre zu ausgewaschenen Bachbetten entwickeln. Nur das Befahren von ausgewiesenen Strecken ist also erlaubt.

Im Winter sind die Hauptstraßen meist geräumt, aber auch dort kann es zu Verkehrsbehinderungen durch Glatteis oder Schneeverwehungen kommen. Daher fahren die meisten Isländer mit Spikes und bevorzugen Autos mit Vierradantrieb. An einzelnen Tagen im Winter können auch Teile der Hauptverbindungsstraßen kurzfristig gesperrt werden. Der aktuelle Straßenzustand wird in den Medien bekanntgegeben, vor allem aber im Internet durch die Straßenwacht (in isländischer und englischer Sprache).

Flugverkehr

Der gr√∂√üte internationale Flughafen, der Flughafen Leifur Eir√≠ksson, liegt bei Keflav√≠k, etwa 60¬†km westlich von Reykjav√≠k. Die √∂rtliche Fluggesellschaft Icelandair verbindet den Flughafen mit zahlreichen internationalen Zielen auf dem europ√§ischen und amerikanischem Festland. Au√üerdem gibt es einen Ausweichflughafen in Egilssta√įir im Osten Islands und drei weitere Flugh√§fen in Akureyri, √ćsafj√∂r√įur und H√∂fn. Insgesamt gibt es 98 Flugpl√§tze im Land.

Schiffsverkehr

Bedeutende H√§fen des Landes sind Akureyri, Grundartangi, Hafnarfj√∂r√įur, Hornafj√∂r√įur, Reykjav√≠k, Sey√įisfj√∂r√įur. Letzterer bietet mit der F√§hre Norr√∂na die einzige Autof√§hrverbindung zwischen Island und dem europ√§ischen Kontinent (H√§fen in D√§nemark und auf den F√§r√∂er-Inseln, bis Ende 2008 auch Norwegen und Schottland). Es gibt in Island keine Flussschifffahrt.

√Ėffentlicher Nah- und Fernverkehr

Das Bussystem Str√¶t√≥ in Reykjav√≠k bietet regelm√§√üige und schnelle Verbindungen sowohl innerhalb Reykjav√≠ks als auch zu den Vororten Seltjarnarnes, K√≥pavogur, Hafnarfj√∂r√įur, Gar√įab√¶r und Mosfellsb√¶r an. Die zentralen Busterminals sind Hlemmur am Ende der Einkaufsstra√üe Laugavegur, und Mj√≥dd im Stadtteil Brei√įholt. Haltestellen, an denen die Str√¶t√≥-Busse halten, sind mit einem gelben ‚ÄěS‚Äú gekennzeichnet.

In Akureyri und Reykjanes bietet Str√¶t√≥ zus√§tzlich Buslinien f√ľr den Stadtverkehr an.

Fernverkehr

Strætó bietet auch Fernverbindungen von Reykjavík in die meisten Hauptteile Islands an.

Island hat ein umfassendes Netzwerk aus Fernbuslinien, betrieben von verschiedenen Anbietern. Sie werden vom BS√ć (Bifrei√įast√∂√į Islands) √ľberwacht, welches sich bei dem BS√ć-Terminal in Reykjav√≠k befindet. In kleineren St√§dten und D√∂rfern befindet sich der Busstopp fast immer bei der √∂rtlichen Haupttankstelle.

Von ungefähr Mitte Mai bis Mitte September verkehren planmäßige Busse zu den meisten Zielen an der Ringstraße, größeren Städten in den Westfjorden sowie nach Reykjanes und Snæfellsnes. Zusätzlich gibt es Verbindungen nach Kjölur und Sprengisandur, welche sich im Hochland befinden und mit normalen zweiradgetriebenen Autos nicht erreichbar sind. Die Anbieter bieten oft diverse Sammeltickets an, um den Fernverkehr in Island so einfach wie möglich zu gestalten. Der Vorteil ist dabei, dass man gleich mehrere Routen und Ziele mit einem Ticket abdecken kann. Sehr gebräuchlich sind der Golden Circle Passport, der Hiking Passport und der Highland Circle Passport.

Es gibt keinen Schienenverkehr in Island. Von 1913 bis 1917 existierte in Reykjav√≠k eine Transportbahn, mit der Gestein von der √Ėskjuhl√≠√į zum Hafen gebracht wurde. Eine Bahnstrecke zwischen Reykjav√≠k und dem internationalen Flughafen Keflav√≠k ist in Planung.

Telekommunikation

In Island gab es 2004 190.500 Telefon¬≠anschl√ľsse und 290.100 Mobiltelefone. Per Telefon ist die Direktdurchwahl innerhalb Islands √ľberall m√∂glich. Die Landeskennzahl Islands f√ľr Ferngespr√§che aus dem Ausland lautet +354, gefolgt von der siebenstelligen Anschlussnummer, Ortsvorwahlen existieren nicht mehr. F√ľr Auslandsgespr√§che ist die VAZ 00 gefolgt von der Landeskennzahl zu w√§hlen, danach die Ortskennzahl und die Teilnehmernummer des gew√ľnschten Gespr√§chspartners.

Es gibt in Island zwei Netzbetreiber: S√≠minn und Vodafone Iceland (TAL). Zusammen decken sie den gr√∂√üten Teil der Insel einschlie√ülich aller Gemeinden √ľber 200 Einwohner ab. Inzwischen (2021) versorgen Vodafone Iceland und Siminn fast das gesamte bewohnte Land mit LTE.

S√≠minn unterhielt au√üerdem bis Ende 2007 ein Netz f√ľr NMT-Mobiltelefone (Nordic Mobile Telephone), das fast ganz Island einschlie√ülich des Hochlandes abdeckte. NMT-Mobiltelefone arbeiteten im Vergleich zum GSM-Netz mit geringerer Frequenz (450¬†MHz), wodurch eine erheblich erh√∂hte Reichweite m√∂glich war. Als Ersatz f√ľr das abgeschaltete NMT-Netz haben die GSM-Betreiber auch im Hochland Sendemasten gro√üer Reichweite aufgestellt, wodurch die fl√§chendeckende Erreichbarkeit weitgehend gegeben ist. F√ľr Rettungsdienst und Polizei wurde weiterhin digitale Technik im Tetra-Netz eingef√ľhrt.

Internet

Island ist √ľber drei Seekabel (Cantat-3, Farice-1 und seit Mitte 2008 auch Greenland Connect) in das Internet integriert. In der Vergangenheit kam es durch Kabelbr√ľche oder sonstige Besch√§digungen vergleichsweise oft zu Ausf√§llen von Internet und teilweise auch Telekommunikation. Im Einzugsgebiet von Reykjav√≠k und Akureyri findet man h√§ufig kostenlose WLAN-Hot Spots.

1998 begann eine umfassende Datensammlung von Patientendaten zur Erforschung von Erbkrankheiten. Bis 2014 stellte mehr als jeder dritte Isl√§nder seine Gesundheitsdaten und eine Blutprobe zur Verf√ľgung. Als Nebenprodukt dieses Projektes kann sich jeder Isl√§nder in einem per Internet zug√§nglichen Datenbereich namens IslendingaBok seine Verwandtschaftsbeziehung zu jedem beliebigen Mitb√ľrger anzeigen lassen.

Im Jahr 2018 nutzten 99 Prozent der Einwohner Islands das Internet.

Post

Post√§mter der √ćslandsp√≥stur gibt es in jeder gr√∂√üeren Gemeinde Islands.

Bauwerke und Gebäude

Das höchste Bauwerk ist der Sender Gufuskálar, das höchste Gebäude der Smáratorg-Turm.

Kultur

Literatur

Die isl√§ndische Literatur pr√§gt die Kultur des Landes √ľber viele Jahrhunderte hinweg bis heute. Zu den wohl bekanntesten Werken altisl√§ndischer Literatur z√§hlt dabei die Edda. Unter diesem Namen werden zumeist zwei Werke zusammengefasst, die sogenannte Lieder-Edda und die Snorra-Edda, welche Snorri Sturluson um das Jahr 1220 verfasste. Die Snorra-Edda ist eine einzigartige Quelle der alten nordischen Mythologie und Dichtkunst (Skalden-Prosa/Sk√°ldskaparh√°ttur).

Mit den im 13. und 14. Jahrhundert nach m√ľndlicher √úberlieferung verfassten Isl√§ndersagas wurde nicht nur der Grundstein f√ľr die Entwicklung der nordeurop√§ischen Literatur gelegt, sondern schrieb sich Island in das literarische Weltkulturerbe ein. Die Zeit, in der sich die in ihnen geschilderten weltlichen Ereignisse zugetragen haben, reicht von der Landnahme Islands um 860 bis in das 11. Jahrhundert. Sie sind jedoch nur ein Teil jener isl√§ndischen Sagaliteratur, zu der im engeren Sinne auch die K√∂nigssagas (Konungas√∂gur), die Vorzeitsagas (Fornaldars√∂gur), die Sturlungensaga (Sturlunga saga) sowie die Bischofssagas (Byskupas√∂gur) z√§hlen, die zu den Gegenwartssagas gerechnet werden.

Auch die moderne isl√§ndische Literatur findet seit langem au√üerhalb Islands viele Anh√§nger ‚Äď nicht nur die Werke des Nobelpreistr√§gers Halld√≥r Laxness. So erreichen die Krimis des Schriftstellers Arnaldur Indri√įason in den letzten Jahren Bestsellerauflagen in deutscher √úbersetzung.

Im Jahr 2011 war Island unter dem Motto ‚ÄěSagenhaftes Island‚Äú Ehrengast auf der Frankfurter Buchmesse. Der Schwerpunkt des isl√§ndischen Gastlandauftrittes lag dabei auf der Neubearbeitung und √úbersetzung der Isl√§ndersagas. Daneben war der Fokus auf die Klassiker des 19.¬†und 20.¬†Jahrhunderts, bedeutende Autoren der Gegenwart sowie die neuen Stimmen der isl√§ndischen Literatur gerichtet. Ein umfangreiches Kunst- und Kulturprogramm stellten isl√§ndische K√ľnstler aller Kunstsparten von der Musik √ľber die Bildende Kunst bis hin zu Film, Mode, Design, Architektur und Fotografie in Deutschland vor.

Bildende Kunst

Zwar brachten die ersten Siedler Islands die norwegische Volkskunst mit auf die Insel im Nordatlantik, doch wurden aufgrund des rauen Klimas und der geringen Ressourcen viele Dokumente im Laufe der Jahrhunderte vernichtet. So setzte eine wirkliche Entwicklung, etwa der Malerei, erst in der Neuzeit ein, und auch in anderen Bereichen entwickelte sich die isländische Kunst erst etwa ab der Mitte des 19. Jahrhunderts.

Sieht man einmal von Sigur√įur Gu√įmundsson (1833‚Äď1874) ab, kann √ě√≥rarinn B. √ěorl√°ksson (1867‚Äď1924) als erster moderner Maler betrachtet werden, in dessen Nachfolge die isl√§ndische Malerei mit den K√ľnstlern √Āsgr√≠mur J√≥nsson (1876‚Äď1958), J√≥n Stef√°nsson (1881‚Äď1962) und J√≥hannes Sveinsson Kjarval (1885‚Äď1972) zunehmend an Bedeutung gewann, w√§hrend f√ľr die Anf√§nge der isl√§ndischen Bildhauerei Einar J√≥nsson (1874‚Äď1954) und in der Folge √Āsmundur Sveinsson (1893‚Äď1982), Sigurj√≥n √ďlafsson (1908‚Äď1982) sowie Ger√įur Helgad√≥ttir (1928‚Äď1975) stehen.

Durch Reisen und Studienaufenthalte im Ausland gewannen europ√§ische aktuelle Kunststr√∂mungen Einfluss auf viele K√ľnstler Islands. So lassen sich in den fr√ľhen Bildern J√≥n Engilberts (1908‚Äď1972) Parallelen zum deutschen Expressionismus finden, N√≠na Tryggvad√≥ttir (1913‚Äď1968) ist erkennbar vom Kubismus beeinflusst, und das Farb- und Formenspiel der Gruppe CoBrA findet sich bei Svavar Gu√įnason (1909‚Äď1988) wieder, der zu ihren Mitgliedern geh√∂rte.

Zwischen Surrealismus und Pop Art bewegt sich der international erfolgreiche Err√≥ (*¬†1932), der mit Collagen und nach Collagen gemalten, neuerdings auch im Computer √ľberarbeiteten Werken Aufsehen erregt. Seit den 1960er-Jahren entstand auch die Konzeptkunst in Island. Ein wichtiger Vertreter dieser Kunstrichtung ist Sigur√įur Gu√įmundsson (* 1942), dessen Werk Performances, Fotografien, Zeichnungen, Drucke, Skulpturen, Installationen und musikalische Kompositionen umfasst.

Einen nicht unerheblichen und bis heute anhaltenden Einfluss auf die j√ľngere isl√§ndische Kunst hatte der Wahlschweizer und seit 1960 auch in Island lebende Grafiker, Schmuck- und M√∂beldesigner, Filmemacher, Maler und Bildhauer, Dichter und Musiker Dieter Roth (1930‚Äď1998). Sein breit angelegtes Werk beeinflusste viele junge K√ľnstler, die sich etwa prozesshaften Installationen zuwandten. Roths Vorliebe f√ľr Kooperationen von K√ľnstlern verschiedener Sparten, ja selbst die Zusammenarbeit mit Laien, sind noch immer richtungsweisend und zugleich charakteristisch f√ľr die aktuelle isl√§ndische Kunst.

Zahlreiche Museen, Galerien und Projekträume, Institutionen wie das Center for Icelandic Art (CIA.IS), Festivals wie das jährlich stattfindende Reykjavík Arts Festival und das alle zwei Jahre stattfindende SEQUENCES Real Time Art Festival sowie Magazine wie LIST icelandic art news zeugen von der wachsenden Bedeutung Bildender Kunst in der isländischen Kultur.

Fotografie

Die isl√§ndische Fotografie weist ein breites Spektrum auf. Dieses reicht unter anderem von Magn√ļs √ďlafsson (1862‚Äď1937), der die Lebensbedingungen einer von technologischem Fortschritt, sozialen Ver√§nderungen und urbanen Entwicklungen gepr√§gten Jahrhunderth√§lfte beleuchtete, √ľber den Portr√§tfotografen Sigri√įur Zo√ęga (1889‚Äď1968), den f√ľr seine Landschaftsaufnahmen ber√ľhmt gewordenen Vigf√ļs Sigurgeirsson (1900‚Äď1984) bis hin zu dem seit Jahren als Fotojournalist f√ľr Morgunbla√įi√į, National Geographic, Time, Life, Stern und Le Figaro t√§tigen und mit zahlreichen Preisen ausgezeichneten Fotografen Ragnar Axelsson (* 1958, bekannt unter dem Pseudonym RAX) und dem mit seiner k√ľnstlerisch-dokumentarischen Fotografie in der Tradition der amerikanischen New Topographics stehenden Fotografen Gu√įmundur Ing√≥lfsson (* 1946). Zahlreiche isl√§ndische Fotografen haben sich mit Landschaftsaufnahmen und Buchver√∂ffentlichungen befasst, so auch P√°ll Stef√°nsson, Sigurgeir Sigurj√≥nsson und Gu√įmundur P√°ll √ďlafsson.

Haraldur J√≥nsson (* 1961), Hrafnkell Sigur√įsson (*¬†1963), Bjargey √ďlafsd√≥ttir (*¬†1972), Katrin Elvarsd√≥ttir (*¬†1964) und mit fotografischen Werkgruppen auch die K√ľnstlerinnengruppe Icelandic Love Corporation, R√ļr√≠ (*¬†1951) und Gabr√≠ela Fri√įriksd√≥ttir (*¬†1971) vertreten dabei eindeutig k√ľnstlerische Positionen. Fr√ľher hatten Mitglieder der K√ľnstlergruppe S√öM Aufsehen erregt, vor allem Sigur√įur Gu√įmundsson.

Musik

Traditionelle und klassische Musik

Bekannt sind die isl√§ndischen Zwieges√§nge und die isl√§ndischen Reimweisen. Eine beliebte Gruppe mit volkst√ľmlicher Musik sind etwa die √Ālftager√įisbr√¶√įur. Zu den renommiertesten klassischen Komponisten geh√∂ren J√≥n √Āsgeirsson, Hafli√įi Hallgr√≠msson und J√≥n Leifs. In Reykjav√≠k residiert das Isl√§ndische Sinfonieorchester, das auch Konzerte im Ausland gibt. International bekannt ist auch der Pianist V√≠kingur √ďlafsson.

Rock, Pop, Jazz und Liedermacher

Aus Island stammen eine Reihe international erfolgreicher K√ľnstler wie beispielsweise die Musikerin Bj√∂rk, die vor ihrer Solokarriere in der isl√§ndischen Band Sugarcubes sang. Diese alternative Band war in den 1980er und 1990er Jahren weltweit bekannt. Eine weiterhin erfolgreiche Band ist Sigur R√≥s, dessen S√§nger J√≥nsi 2010 ein Soloalbum herausbrachte. Weitere bekannte Bands sind etwa Amiina, Dikta, GusGus, K√¶lan Mikla, Megas, Mugison, m√ļm, Of Monsters and Men, S√≥lstafir und V√∂k. Der Rocks√§nger Bubbi Morthens brachte 1980 sein erstes Album heraus und ist seit Jahren popul√§r. Emil√≠ana Torrini, eine j√ľngere isl√§ndische K√ľnstlerin mit italienischem Namen, ist ebenfalls international erfolgreich. Seit 1999 findet j√§hrlich in Reykjav√≠k das Rockfestival Iceland Airwaves statt.

Island hat auch eine aktive Jazz-Szene. Die seit 1977 bestehende Funk-Fusion-Band Mezzoforte hatte 1983 mit Garden Party einen europaweiten Hit. Ein weiterer bekannter Musiker ist der Bassist Sk√ļli Sverrisson. Bei dem j√§hrlich abgehaltenen Reykjav√≠k Jazz Festival treten auch international bekannte K√ľnstler auf.

Daneben gibt es auch den Typus des politisch engagierten Liedermacher, der beispielsweise von H√∂r√įur Torfason verk√∂rpert wird, der 2009 eine F√ľhrungsrolle bei den Demonstrationen in Reykjav√≠k √ľbernahm. Eine beliebte Liedermacherband ist Baggal√ļtur. Gro√ües Interesse herrscht in Island auch am j√§hrlich stattfindenden Eurovision Song Contest. Die besten Ergebnisse mit jeweils dem zweiten Platz erreichte Island beim Eurovision Song Contest in den Jahren 1999 mit Selma und 2009 mit Yohanna.

Theater

Die wichtigste Spielst√§tte isl√§ndischen Theaters ist das √ěj√≥√įleikh√ļsi√į in der Hauptstadt Reykjav√≠k. Ein weiteres gro√ües dort angesiedeltes Theater ist das Borgarleikh√ļsi√į. In Reykjav√≠k gibt es au√üerdem noch zahlreiche kleinere Theater. Eines davon befindet sich im Museum zur Landnahme (Landn√°mssetri√į) in Borgarnes und f√ľhrt St√ľcke auf, die auf der Saga um Egill Skallagr√≠msson basieren (im Sommer auch auf Englisch). Auch bestehen Theater in Hafnarfj√∂r√įur und Akureyri. Beliebt sind bei den Isl√§ndern auch die Laienspiel¬≠gruppen.

Film

Der isl√§ndische Film findet zunehmend Beachtung. Im Jahr 1988 wurde Hrafn Gunnlaugssons Der Schatten des Raben (√ć skugga hrafnsins) in zwei Kategorien f√ľr den neu eingef√ľhrten Felix, den Europ√§ischen Filmpreis, nominiert. Der Filmemacher Fri√įrik √ě√≥r Fri√įriksson wurde im Jahr 1992 mit seinem Film B√∂rn N√°tt√ļrunnar (dt. Children of Nature ‚Äď Eine Reise) f√ľr den Oscar nominiert. Auch der Film N√≥i Alb√≠n√≥i von Dagur K√°ri machte auf dem Festival von Rotterdam 2003 Furore. Ein weiterer prominenter Exponent des isl√§ndischen Kinos ist der Schauspieler und Regisseur Baltasar Korm√°kur, der mit 101 Reykjav√≠k und Die kalte See zwei der bislang erfolgreichsten isl√§ndischen Filme schuf.

Island dient auch immer wieder als Schauplatz f√ľr Hollywood-Filme. Nach dem Film James Bond 007 ‚Äď Stirb an einem anderen Tag wurden hier Episoden von Tomb Raider sowie Batman Begins gedreht. Clint Eastwood drehte in Island im Jahre 2006 Szenen f√ľr Flags of Our Fathers, Ridley Scott filmte Szenen aus Prometheus in Island und im September 2012 war Ben Stiller in vielen Orten der Insel, um Szenen f√ľr Das erstaunliche Leben des Walter Mitty aufzunehmen. Einige Szenen von Darren Aronofskys Films Noah aus dem Jahr 2014 wurden ebenfalls in Island gedreht. Der isl√§ndische Staat f√∂rdert diese Aktionen dabei in gro√üem Umfang.

Museen

Neben zahlreichen Museen f√ľr Kunst erinnern das Nationalmuseum und die Nationalgalerie in Reykjav√≠k sowie zahlreiche kleinere Museen in der Hauptstadt Reykjav√≠k und anderen St√§dten an das kulturelle Erbe Islands. Insbesondere die Freilichtmuseen wie Glaumb√¶r dokumentieren das Leben vergangener Jahrhunderte.

In H√ļsav√≠k gibt es ein Walmuseum, in Hofs√≥s ein Museum zu Leben und Schicksal ausgewanderter Isl√§nder v.¬†a. in den USA und Kanada.

Sehensw√ľrdigkeiten

√ěingvellir als traditioneller Versammlungsort des Althing wurde 1928 zum Nationalpark und 2004 zum Weltkulturerbe erkl√§rt. Die St√§tte geh√∂rt zu dem bei Besuchern beliebten Golden Circle, einer Tagestour, die einige der bekanntesten Sehensw√ľrdigkeiten Islands abdeckt. Neben √ěingvellir werden auf dieser Tagestour der Wasserfall Gullfoss und das Geothermalgebiet in Haukadalur (S√ľdisland) mit seinen Geysiren besucht. Neben √ěingvellir verf√ľgt Island √ľber drei weitere Nationalparks. In Westisland, nahe der Hauptstadt Reykjav√≠k, liegt der Sn√¶fellsj√∂kull-Nationalpark am gleichnamigen Gletschervulkan, im S√ľden der Vatnaj√∂kull-Nationalpark und im Nordosten der J√∂kuls√°rglj√ļfur-Nationalpark.

√Ąhnlich wie die Welt im mythischen Bericht der Edda wurde die Insel Island durch die Elemente Feuer und Eis, d.¬†h. durch Gletscher und Vulkane aufgebaut. Die verschiedensten vulkanischen Erscheinungen lassen sich am M√Ĺvatn-See rund um den n√∂rdlichen Zentralvulkan Krafla oder auch an dem im S√ľden gelegenen ber√ľhmten Vulkan Hekla beobachten. Die bekanntesten gro√üen Gletscherschilde Islands, die auch mit Motorschlitten und Jeeps befahrbar sind, bilden der Langj√∂kull, der Vatnaj√∂kull und der M√Ĺrdalsj√∂kull.

Das Hochland von Island gilt als sehensw√ľrdig. Man kann es z.¬†B. auf den Hochlandpisten Kjalvegur, Kaldidalur oder Sprengisandur √ľberqueren und hat dabei einen Blick auf die verschiedensten Arten von Gletschern. Die Hochtemperaturgebiete von Landmannalaugar und den Kerlingarfj√∂ll sind bekannt f√ľr das bunte Gestein ihrer Berge. Auch die Gebiete der Westfjorde und der Ostfjorde, die sich tief in bergiges Land einschneiden, laden zu Wanderungen ein. Im Winter kann man bei √ćsafj√∂r√įur und Neskaupsta√įur skifahren.

An zahlreichen Orten kann man au√üerdem V√∂gel beobachten wie z.¬†B. am M√Ĺvatn-See oder auf Vogelfelsen wie dem L√°trabjarg in den Westfjorden. Im √∂stlichen Hochland leben Rentiere frei auf den Hochebenen. Polarf√ľchse leben im ganzen Land, besonders viele rund um den Berg Ing√≥lfsjall im S√ľden von Island. Walbeobachtungen sind v.¬†a. von Reykjav√≠k und H√ļsav√≠k aus m√∂glich.

Auch die Hauptstadt Reykjav√≠k hat neben einem lebhaften Kulturleben mit vielen Museen (s.¬†dort) zahlreiche Sehensw√ľrdigkeiten wie z.¬†B. die Insel Vi√įey oder das H√∂f√įi-Haus, in dem sich Ronald Reagan und Michail Gorbatschow trafen, zu bieten.

Zeiteinteilung

Traditionell wurde der Tag auf Island in dreist√ľndige Intervalle mit ‚Äď um Mitternacht beginnend ‚Äď den Namen L√°gn√¶tti, √ďtta, Rism√°l, Dagm√°l, Mi√įdegi, N√≥n, Mi√įaftann und N√°ttm√°l unterteilt.

Gesellschaft

Soziales

In Island gibt es Gleichberechtigung zwischen den Geschlechtern. Das Land ist liberal gegen√ľber Homosexuellen; seit 2010 sind gleichgeschlechtliche Eheschlie√üungen m√∂glich.

Island verf√ľgt √ľber ein umfassendes soziales Sicherungssystem. Es gibt eine (staatliche) Kranken- und diverse Rentenversicherungen, eine Unfallversicherung, eine Arbeitslosenversicherung und eine Familienversicherung. Diese Versicherungen werden vom ‚ÄěStaatlichen Institut f√ľr Soziale Sicherheit‚Äú organisiert. Die Finanzierung erfolgt √ľber Beitr√§ge, die von allen Steuerpflichtigen geleistet werden.

Der Anteil der Besch√§ftigten an der Gesamtbev√∂lkerung lag 2010 bei 78,2 Prozent und damit h√∂her als im Durchschnitt der EU-Mitgliedstaaten. Die Arbeitslosenquote lag im Jahre 2010 bei 8,5 Prozent., zweifellos infolge des Wirtschaftscrashs von 2008, ist aber bis zum Jahre 2016 (Juni) wieder auf 2,3¬†% zur√ľckgegangen, de facto Vollbesch√§ftigung. Das Pro-Kopf-Einkommen in Island ist nach Luxemburg, Norwegen, der Schweiz und D√§nemark das h√∂chste der Mitgliedsl√§nder der OECD.

Gesundheit

Island hat ein gro√üz√ľgig ausgebautes Gesundheitswesen von hoher Qualit√§t.

Island hatte laut Zahlen der UN im Zeitraum von 2010 bis 2015 die 8.-höchste Lebenserwartung weltweit mit insgesamt 82,2 Jahren (80,7 bei Männern, 83,8 bei Frauen)

Bildung

Island nimmt unter den OECD-Staaten eine Spitzenstellung in der F√∂rderung der Bildung ein. Die Gesamtschule umfasst die Klassen 1‚Äď10, das Gymnasium die Klassen 11‚Äď14. Ein neuer Lehrplan setzt seit Herbst 1999 Englisch an die erste Stelle ab Klasse 5, D√§nisch f√§llt auf Platz zwei zur√ľck und wird erst ab Klasse 7 unterrichtet. Eine dritte Fremdsprache (zum Beispiel Deutsch) ist wahlweise ab Klasse 9 m√∂glich.

In der PISA-Studie nimmt Island mit Rang 27 von 57 im Jahr 2007 einen Mittelplatz ein.

Das Land z√§hlt insgesamt sieben Hochschulen mit zusammen etwa 16.500 Studenten, die wichtigste ist die 1911 gegr√ľndete Universit√§t Island.

√Ėffentliche und nicht√∂ffentliche Einrichtungen bieten ein umfassendes Angebot zur Erlernung der isl√§ndischen Sprache (f√ľr Einwanderer) und Sprachkurse f√ľr Spezialgebiete (Pflegepersonal).

Medien

Bekannte Zeitungen der Insel sind Morgunbla√įi√į, Fr√©ttabla√įi√į, 24 stundir (eingestellt) und Dagbla√įi√į V√≠sir. In Island gibt es die √∂ffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt R√≠kis√ļtvarpi√į (R√öV) und 13 Privatsender (davon drei religi√∂s orientiert). Es gibt einen √∂ffentlich-rechtlichen Fernsehsender und acht Privatsender (davon zwei religi√∂s orientiert), darunter St√∂√į 2 und St√∂√į 2 Sport.

Mit der Icelandic Modern Media Initiative hat Island eine Mediengesetzgebung, die investigativen Online-Journalismus besonders sch√ľtzt. Reporter ohne Grenzen sch√§tzt die Pressefreiheit in dem Land als ‚Äězufriedenstellend‚Äú ein.

Sport

Der traditionelle Nationalsport Islands ist Gl√≠ma, eine Art Ringen. Dabei d√ľrfen sich die K√§mpfer nur an ihren G√ľrteln packen und m√ľssen versuchen, ihren Gegner aus dem Gleichgewicht zu bringen. Der Meisterschaftsg√ľrtel Grettisbelti√į hat seinen Namen von dem Sagahelden Grettir dem Starken. Gl√≠ma hat jedoch in letzter Zeit an Popularit√§t verloren. Boxen ist erst seit 2002 in Island wieder erlaubt, nachdem es 1956 ‚Äězum Schutze der Gesundheit‚Äú verboten worden war.

Die olympische Silbermedaille des Leichtathleten Vilhjálmur Einarsson im Dreisprung 1956 ist der größte Erfolg eines isländischen Individualsportlers auf internationaler Ebene.

Obwohl es aufgrund der Bev√∂lkerungszahl schwierig ist, bei Mannschaftssportarten zumindest europaweit konkurrenzf√§hig zu sein, ist das beim Handball gelungen. Die M√§nner-Handballnationalmannschaft schaffte sowohl bei einer Europa- als auch bei einer Weltmeisterschaft eine Platzierung unter den ersten f√ľnf. Der gr√∂√üte Mannschaftserfolg in der isl√§ndischen Sportgeschichte √ľberhaupt war der Einzug in das olympische Finale 2008 und der damit verbundene Gewinn der Silbermedaille.

Die Fu√üballnationalmannschaft der M√§nner konnte sich bisher einmal, f√ľr die EM 2016 in Frankreich, f√ľr eine Europameisterschaftsendrunde qualifizieren. Eine gro√üe √úberraschung war der Sieg √ľber die englische Fu√üballnationalmannschaft und der damit verbundene Einzug ins Viertelfinale. Dort unterlag Island dem Gastgeber Frankreich mit 2:5. An einer Fu√üball-Weltmeisterschaft nahm Island erstmals im Jahr 2018 bei der Fu√üball-Weltmeisterschaft 2018 in Russland teil. Der isl√§ndische Fu√üball brachte Spieler mit internationalem Format wie Ei√įur Gu√įjohnsen, √Āsgeir Sigurvinsson, Eyj√≥lfur Sverrisson oder Gylfi Sigur√įsson hervor, die eine feste Gr√∂√üe in ausl√§ndischen Topvereinen wurden. Die Fu√üballnationalmannschaft der Frauen geh√∂rt zur erweiterten europ√§ischen Spitze und konnte sich f√ľr die Endrunde der Europameisterschaft 2009 und 2017 qualifizieren, 2013 erreichte sie das Viertelfinale.

Ebenfalls zunehmend erfolgreich ist Island im Basketball, wo sich die Herren-Nationalmannschaft in j√ľngerer Vergangenheit zweimal infolge, 2015 und 2017, f√ľr die Europameisterschaft qualifizieren konnte.

Das Reiten ist in Island immer noch ein Volkssport. Auch bei internationalen Wettbewerben erringen Isländer vor allem mit ihren eigenen Islandpferden viele Medaillen.

Das besonders hohe sportliche Niveau im Vergleich zu den anderen europäischen Kleinstaaten zeigt sich auch im ewigen Medaillenspiegel der Spiele der kleinen Staaten von Europa, bei dem Island den ersten Platz belegt.

Das Schachspiel besitzt in Island eine gro√üe Popularit√§t. Mit vierzehn als Isl√§ndern geborenen Gro√ümeistern erreicht das Land mit einem Gro√ümeister pro 30.000 Einwohnern den weltweit h√∂chsten Wert. Der isl√§ndische Schachgro√ümeister Fri√įrik √ďlafsson war von 1978 bis 1982 Pr√§sident des Weltschachbundes FIDE.

Zudem erfreut sich der Fitnesstrend CrossFit seit einigen Jahren wachsender Beliebtheit. Anfang 2012 befanden sich unter den Top 10 der ‚Äěfittesten‚Äú Frauen Europas f√ľnf Isl√§nderinnen. Annie Thorisd√≥ttir ist die bekannteste isl√§ndische Vertreterin dieser Sportart und gewann bereits 2011 und 2012 die CrossFit Games der Frauen.

K√ľche

Die isl√§ndische K√ľche umfasst einige Spezialit√§ten (z.¬†B. √ěorramatur), die vor allem zu Feiertagen gegessen und getrunken werden. Zu typisch isl√§ndischen Spezialit√§ten geh√∂ren zum Beispiel schwarz ger√§ucherter Schafskopf, fermentierter Hai oder in Molke eingelegte Hammelhoden.

Sitten und Gebräuche

Island ist f√ľr seine besondere Badekultur bekannt. Hei√üe Quellen wurden schon im Mittelalter zum Erholen und Baden genutzt, wie man zum Beispiel den Sagas entnehmen kann. Man hat auch einige noch erhaltene gefunden, wie zum Beispiel die Snorralaug in Reykholt oder das Gvendarlaug. Heute gibt es allein in Reykjav√≠k sieben Freiluft-Thermalb√§der, auch auf dem Lande finden sich zahlreiche Thermal-Freib√§der. Das Freiluftbad Blaue Lagune bei Grindav√≠k ist mittlerweile zu einer touristischen Sehensw√ľrdigkeit geworden. Viele Privath√§user und Hotels sowie die zahlreichen Schwimmb√§der verf√ľgen √ľber eigene, k√ľnstlich angelegte ‚Äěhei√üe Quellen‚Äú, die sogenannten Hot Pots.

Alkoholische Getr√§nke mit einem Gehalt von mehr als 2,25¬†% Vol. gibt es nur in staatlichen Monopoll√§den (V√≠nb√ļ√įin), Tabakwaren d√ľrfen in den Gesch√§ften nicht offen sichtbar sein. Abgabe und √∂ffentlicher Konsum alkoholischer Getr√§nke (√ľber 2,25¬†%) ist gesetzlich ab dem 20., der von Tabakwaren ab dem 18. Lebensjahr gestattet. Seit 1. Juni 2007 ist das Rauchen in Restaurants, Caf√©s und √∂ffentlichen Geb√§uden verboten.

Feiertage

Trotz ihrer geschichtlichen und kulturellen Verbindung zu den Skandinaviern und trotz der unmittelbaren Nähe Islands zum nördlichen Polarkreis feiern die Isländer kein Mittsommerfest.

Nationalfeiertag

Island feiert seinen Nationalfeiertag am 17.¬†Juni, in Erinnerung an den Geburtstag von J√≥n Sigur√įsson (1811‚Äď1879). Er war der Vork√§mpfer f√ľr Islands Selbstst√§ndigkeit. Am 17.¬†Juni 1944 wurde in √ěingvellir die Republik ausgerufen.

Feiertag sumardagurinn fyrsti

Eine Besonderheit ist der Feiertag sumardagurinn fyrsti, der erste Sommertag. Er f√§llt auf den ersten Donnerstag nach dem 18.¬†April. Es ist der erste Tag des ersten Sommermonats harpa nach dem altisl√§ndischen Kalender. Schon lange bevor Weihnachtsgeschenke √ľblich wurden, gab es an diesem Tag sogenannte Sommergeschenke f√ľr die Kinder und Liebsten. Man w√ľnscht sich gegenseitig einen ‚Äěfr√∂hlichen Sommer‚Äú und bedankt sich f√ľr die miteinander verbrachte Zeit (hier den Winter). Entsprechend gibt es auch einen ‚Äěersten Wintertag‚Äú, zu dem man sich f√ľr gemeinsam verbrachte Stunden des vergangenen Sommers bedankt, der jedoch ansonsten nicht speziell begangen wird. Die alten isl√§ndischen Monatsnamen sind auch heute noch teilweise bekannt. Fr√ľher wurden nur die Jahreszeiten Winter und Sommer unterschieden. So wird auch heute das Alter von Pferden in Wintern und nicht in Jahren angegeben.

Feiertage f√ľr Berufsgruppen

Der Seemannstag Sj√≥mannadagur wird jeweils am ersten Sonntag im Juni gefeiert. Er hat sich im 20. Jahrhundert entwickelt, ist aber erst seit 1986 ein offizieller Feiertag, an dem die gesamte Fischereiflotte von Gesetzes wegen im Hafen liegen muss. Fr√ľher waren einzig der Seemannstag und die Weihnachtsfeiertage Termine, welche die Seeleute sicher mit ihren Familien verbringen konnten. Auch heute noch wird dieser Tag mit viel Seemannsfolklore begangen und H√§fen und Schiffe werden beflaggt. Gerade in den abgelegenen Fischerd√∂rfern ist dieser Tag nach wie vor ein wichtiges, identit√§tsstiftendes Fest, nicht zuletzt auch, weil es nach einem langen Winter der erste gr√∂√üere Anlass f√ľr Zusammenk√ľnfte im Freien ist.

Ein anderer Feiertag ist der Kaufleutefeiertag Verslunarmannahelgi am 1. Montag im August. Viele Isl√§nder nutzen dieses verl√§ngerte Kaufleute-Wochenende f√ľr Ausfl√ľge in die Natur, Besuche von Open-Air-Festivals und ausgelassene Feiern. Obwohl es sich urspr√ľnglich um den Feiertag der Kaufleute handelt, sind B√ľros und Beh√∂rden sowie Fabriken und Baustellen geschlossen. Am ehesten ist noch der Einzelhandel davon ausgenommen, da es sich um den H√∂hepunkt des Reisesommers handelt, sowohl f√ľr Einheimische wie ausl√§ndische Touristen. Seit 2002 bem√ľht sich der Handel aber, Laden√∂ffnungen auf das N√∂tigste zu beschr√§nken.

Der Souver√§nit√§tstag (Fullveldisdagur) bezieht sich auf die Ausrufung des eigenst√§ndigen (souver√§nen) K√∂nigreichs Island in Personalunion mit D√§nemark am 1. Dezember 1918. W√∂rtlich ist damit die Erlangung der ‚Äěvollen staatlichen Gewalt‚Äú gemeint, der Begriff ‚ÄěSelbst√§ndigkeits-‚Äú, oder ‚ÄěUnabh√§ngigkeitstag‚Äú wird hingegen umgangssprachlich mit der Ausrufung der Republik 1944 verbunden. Zur Feier dieses Tages haben die Studenten und Sch√ľler unterrichtsfrei, ansonsten geht das Gesch√§ftsleben aber seinen gewohnten Lauf. Er f√§llt damit vor allem als Studentenfeiertag auf. Allerdings hat der Staatspr√§sident bei einer Ansprache im Herbst 2008 gefordert, der isl√§ndischen Nation ihren Souver√§nit√§tstag wiederzugeben. Ob damit die Erhebung des 1.¬†Dezembers zum offiziellen Feiertag gemeint ist, bleibt bis auf weiteres unklar.

Weihnachtsbräuche

Weihnachtsb√§ume haben sich, wie auch andere kontinentaleurop√§ische Br√§uche, erst sp√§t in Island eingeb√ľrgert. Da geeignete B√§ume fehlen, fertigte man zu Anfang des 20.¬†Jahrhunderts noch baumartige Lattengestelle an und bemalte diese gr√ľn. Daran wurden Kerzen, immergr√ľne Zweige und Baumschmuck befestigt. Nadelb√§ume als Weihnachtsb√§ume gibt es erst etwa seit den 1960er Jahren. Heute tritt neben die aus Skandinavien importierten Weihnachtsb√§ume auch die Produktion aus heimischen Aufforstungen, ebenso erfreuen sich Plastikb√§ume ungebrochener Beliebtheit.

In der Vorweihnachtszeit finden zahlreiche Kinderweihnachtsfeiern statt, und man veranstaltet Festessen, f√ľr die manche Bauern traditionell ein Weihnachtsschaf schlachten. Das weihnachtliche Festmahl besteht f√ľr viele aus einem ger√§ucherten Schweiner√ľcken (√§hnlich dem Kasseler), der als Delikatesse gilt und auf d√§nischen Einfluss zur√ľckgeht. F√ľr andere sind (selbst gejagte) wilde Alpenschneeh√ľhner ein unabdingbarer Bestandteil der Weihnachtstafel. Traditioneller, aber nicht weniger beliebt sind ger√§uchertes Hammelfleisch und Fisch, dazu wird Bier oder mit Malzbier gemischte Orangenlimonade (‚ÄěWeihnachtsbier‚Äú) getrunken. Eine weitere beliebte Weihnachtstradition ist der Mandel-Reisbrei mit unter anderem einer einzelnen ganzen Mandel darin; wer die Mandel in seinem Teller findet, h√§lt das m√∂glichst bis zum Schluss der Mahlzeit geheim und bekommt dann ein Extrageschenk. Ein Adventsbrauch ist der Verzehr von fermentiertem Rochen am Tag vor Weihnachten, Torlaksmesse, nicht un√§hnlich der katholischen Fischessen zu Aschermittwoch. Der Tag ist nach dem heiligen isl√§ndischen Bischof √ěorl√°kur von Sk√°lholt benannt. Dieser Heiligengedenktag hat sich auch nach der Reformation, die in Island um die Mitte des 16.¬†Jahrhunderts eingef√ľhrt wurde, erhalten; √ěorl√°kur ist der Schutzheilige Islands.

Eine Besonderheit Islands ist die Tradition der Weihnachtsm√§nner, der j√≥lasveinar (w√∂rtlich ‚ÄěWeihnachtsgesellen‚Äú). Es gibt derer 13; sie wohnen mit ihrer Mutter, der Hexe Gr√Ĺla, und ihrem liederlichen Gef√§hrten Leppal√ļ√įi sowie der riesigen Weihnachtskatze in einer H√∂hle in den Bergen. In den 13 N√§chten vor dem ersten Weihnachtsfeiertag (25. Dezember) kommen sie in die von Menschen bewohnten Gegenden; jeden Abend kommt einer und sie bleiben je 14¬†Tage, sodass der erste am 12. Dezember und der letzte an Heiligabend kommt, der erste am 25.¬†Dezember die Menschen wieder verl√§sst und der letzte dementsprechend am 6.¬†Januar. Die Weihnachtsm√§nner entsprechen nicht der europ√§isch-amerikanischen Vorstellung des hl. Nikolaus respektive Santa Claus, sondern sind vielmehr verschmitzte Burschen, die st√§ndig Schabernack im Sinne haben.

Siehe auch

Literatur

  • Bernhard Hantzsch: Beitrag zur Kenntnis der Vogelwelt Islands. Friedl√§nder, Berlin 1905. (online bei Biodiversity Heritage Library).
  • Andri Snaer Magnason: Traumland. Was bleibt wenn alles verkauft ist? orange-press, Freiburg im Breisgau 2011, ISBN 978-3-936086-53-9 (Rezension auf DW-World.de).
  • Martin Schwarzbach: F√ľhrer zu geologischen Flugexkursionen in Island. Sonderver√∂ffentlichungen des Geologischen Institutes der Universit√§t K√∂ln, K√∂ln 1973, 22, 47 pp (PDF; 6¬†MB).
  • Dietmar Sch√§ffer: Islands Natur Naturreisef√ľhrer aus dem Verlag Dr. Rainer, N√ľrnberg, 2021, ISBN 978-3-931433-10-9.

Weblinks

  • Isl√§ndisches Fremdenverkehrsamt
  • Botschaft der Republik Island in Berlin
  • Island-Atlas ‚Äď amtliche topographische Karte und Luftbilder
  • Infoportal √ľber Island mit landeskundlichen Informationen

Einzelnachweise



Quelle: Wikipedia

 

Region Regionen (32)

Abk Name Lat N Lat S Lng W Lng E B O
Austurland 66.1899377 63.776138 -17.3681851 -13.4958152  
H√∂fu√įborgarsv√¶√įi√į 64.386078 63.82967 -22.1301709 -21.133402  
Nor√įurland eystra 66.563774 64.4100729 -19.0493892 -14.541981  
Nor√įurland vestra 66.162605 64.773222 -21.1211548 -18.2957741  
Su√įurland 64.877306 63.286755 -21.9220031 -17.265952  
Su√įurnes 64.082954 63.798328 -22.7691669 -21.711943  
Vestfir√įir 66.469971 64.962922 -24.5465239 -20.9746662  
Vesturland 65.517339 64.302399 -24.0609398 -19.776697  
Akrahreppur (ehemalig) 66.158 64.839 -20.193 -18.351  
Akranes (ehemalig) 64.736 64.297 -22.1 -20.314  
Akureyri (ehemalig) 66.205 64.747 -19.079 -17.833  
√Ārneshreppur (ehemalig) 66.265 64.972 -22.174 -20.984  
Austurland (ehemalig) 65.446 64.453 -15.115 -13.503  
IS-7 Austurland (ehemalig) 66.178 64.402 -16.877 -13.573  
Biskupstungnahreppur (ehemalig) 64.881 63.781 -21.932 -18.234  
B√¶jarhreppur (ehemalig) 65.502 64.865 -22.557 -21.19  
Eyja- og Miklaholtshreppur (ehemalig) 65.076 64.676 -24.06 -21.883  
H√°lshreppur (ehemalig) 66.564 64.472 -18.329 -16.027  
IS-1 H√∂fu√įborgarsv√¶√įi√į (ehemalig) 64.399 64.082 -21.928 -21.143  
H√ļna√ĺing vestra (ehemalig) 65.694 64.914 -21.12 -20.105  
√ćsafjar√įarb√¶r (ehemalig) 66.178 65.684 -23.866 -22.98  
Kelduneshreppur (ehemalig) 66.537 65.47 -17.051 -14.555  
M√Ĺrdalshreppur (ehemalig) 64.619 63.397 -19.411 -16.877  
IS-5 Nor√įurland vestra (ehemalig) 66.131 64.75 -20.531 -18.872  
Reykh√≥lahreppur (ehemalig) 65.748 65.431 -22.98 -21.615  
IS-8 Su√įurland (ehemalig) 64.818 63.403 -20.77 -17.443  
IS-2 Su√įurnes (ehemalig) 64.176 63.809 -22.737 -21.505  
Sveitarf√©lagi√į Hornafj√∂r√įur (ehemalig) 64.711 63.773 -17.388 -14.509  
Vestfir√įir (ehemalig) 65.632 65.624 -22.559 -22.558  
IS-4 Vestfir√įir (ehemalig) 66.467 65.672 -23.55 -21.958  
Vesturbygg√į (ehemalig) 65.805 65.405 -24.54 -22.885  
IS-3 Vesturland (ehemalig) 65.015 64.46 -22.442 -19.793  
 

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Flagge: Iceland

Name englisch: Iceland
Hauptstadt: Reykjavik
Kfz: IS
ISO: IS
ISO3: ISL
Fläche: 103000 km²
Tld: .is
Wärung Einheit: ISK
Währung: Krona
Vorwahl: 354

Ausdehnung / Grenzen (nach WGS 84 dezimal):
nördlichster Punkt: 66.5663183
südlichster Punkt: 63.2961021
westlichster Punkt: -24.5465239
östlichster Punkt: -13.4958153


 
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