Länder Länder/Staaten > Europa > Kosovo Kosovo

Land Karte: Kosovo | Grenzen der Regionen auf der Karte anzeigen | Nachbarstaaten auf der Karte anzeigen

Staaten Nachbarstaaten: (0)

Nachbarstaaten Info Die Nachbarstaaten werden automatisch anhand der Grenzen errechnet. Daher kann es vorkommen, dass ein Nachbarstaat fehlt oder zu viel angezeigt wird.
Wir versuchen diese im Laufe der Zeit manuell anzupassen. Bei Fehlern könnt ihr euch jederzeit an uns wenden über das Kontaktformular.

Staat Informationen : Kosovo

Informationen:


Kosovo (auch der Kosovo oder das Kosovo, albanisch Kosova/KosovĂ«, serbisch-kyrillisch ĐšĐŸŃĐŸĐČĐŸ), amtlich Republik Kosovo, ist eine Republik in SĂŒdosteuropa auf dem westlichen Teil der Balkanhalbinsel. Die Republik Kosovo hat etwa 1,9 Millionen Einwohner und gilt als stabilisiertes De-facto-Regime. Hauptstadt und grĂ¶ĂŸte Stadt ist Pristina.

Kosovo war ehemals Bestandteil der Sozialistischen Föderativen Republik Jugoslawien, ab dem 26. April 1992 Bestandteil der neu konstituierten föderativen Bundesrepublik Jugoslawien und ab 2003 eine Teilregion der Republik Serbien. Die jĂŒngere Geschichte ist durch den Kosovokrieg von 1999 und dessen Folgen geprĂ€gt. Der gegenwĂ€rtige völkerrechtliche Status des Landes ist umstritten. Am 17. Februar 2008 proklamierte das Parlament die UnabhĂ€ngigkeit des Territoriums. 115 der 193 Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen erkennen die Republik Kosovo als einen unabhĂ€ngigen Staat an.

Bei formeller Wahrung der Zugehörigkeit zur Bundesrepublik Jugoslawien wurde Kosovo nach dem Krieg im Jahr 1999 unter die Verwaltungshoheit der Vereinten Nationen gestellt. Völkerrechtliche Grundlage war hierbei die Resolution 1244 des UN-Sicherheitsrates, welche die SouverĂ€nitĂ€t und territoriale Unversehrtheit der Bundesrepublik Jugoslawien, deren Rechtsnachfolger das heutige Serbien ist, garantiert. Zudem wird die politische Entwicklung seit dem 9. Dezember 2008 durch die EULEX Kosovo ĂŒberwacht. Dies gilt auch fĂŒr die ĂŒberwiegend von Serben bewohnte Region Nordkosovo, die von der Regierung des Kosovo derzeit nur teilweise kontrolliert wird.

Der Internationale Gerichtshof (IGH) gelangte am 22. Juli 2010 in einem rechtlich nicht bindenden, von der UN-Generalversammlung auf serbische Initiative angeforderten Gutachten zu dem Ergebnis, dass die UnabhĂ€ngigkeitserklĂ€rung des Kosovo nicht gegen das Völkerrecht verstoße. Gleichzeitig vermied der IGH, den völkerrechtlichen Status des Kosovo zu bewerten, und erkannte die GĂŒltigkeit der UN-Resolution 1244 an.

Die serbische Regierung betrachtet den Kosovo formal als seine Autonome Provinz Kosovo und Metochien (serbisch ĐŃƒŃ‚ĐŸĐœĐŸĐŒĐœĐ° ĐżĐŸĐșŃ€Đ°Ń˜ĐžĐœĐ° ĐšĐŸŃĐŸĐČĐŸ Đž ĐœĐ”Ń‚ĐŸŃ…ĐžŃ˜Đ° Autonomna pokrajina Kosovo i Metohija, kurz ĐšĐŸŃĐŒĐ”Ń‚/Kosmet; albanisch Krahina Autonome e KosovĂ«s dhe MetohisĂ«), rĂ€umt jedoch ein, dass eine „serbische SouverĂ€nitĂ€t ĂŒber den Kosovo praktisch nicht vorhanden ist“ und die „wahren Grenzen“ Serbiens in der Zukunft noch zu bestimmen seien.

Das Land ist seit Juni 2009 Mitglied im Internationalen WĂ€hrungsfonds (IWF) und der Weltbankgruppe. Seit November 2012 gehört es auch der EuropĂ€ischen Bank fĂŒr Wiederaufbau und Entwicklung an.

Namen und Etymologie

Kosovo bezeichnet in der Regel das Gesamtgebiet. Auch im Serbokroatischen wird Kosovo bedeutungsgleich gebraucht. Daneben wird von nationalbewussten Serben die Bezeichnung Kosmet, eine Wortkombination aus Kosovo und Metochien, parallel verwendet.

Kos bezeichnet im Serbokroatischen die Amsel. Die Region ist nach dem Amselfeld (serbisch Kosovo Polje, albanisch FushĂ« KosovĂ«) bei Pristina benannt. Das Wort kosovo ist ein besitzanzeigendes Adjektiv („zur Amsel gehörig“) und daher ohne zusĂ€tzliches polje („Feld“) eigentlich unvollstĂ€ndig. Die AbkĂŒrzung hat sich jedoch in dieser Form eingebĂŒrgert.

Die Bezeichnung Metochien fĂŒr den Westen des Kosovo leitet sich vom griechischen ÎŒÎ”Ï„ÎżÏ‡Îź (metochĂ­ „Klostergut“) ab. Dieser Name, der eine von vielen Kirchen und Klöstern geprĂ€gte Landschaft beschreibt, wurde in Jugoslawien ab 1974 von staatlicher Seite nicht mehr verwendet. Die Kosovo-Albaner nennen diese Region Dukagjini oder Rrafshi i Dukagjinit.

Dardanien oder Dardania ist unter Albanern eine verbreitete historisierende Bezeichnung fĂŒr den Kosovo. Sie leitet sich vom antiken illyrischen Volk der Dardaner ab, die im Gebiet des heutigen Kosovo lebten. Es umfasste das heutige Territorium des Kosovo, ferner einige Gebiete im SĂŒden Serbiens sowie in Nordmazedonien. Im Oktober 2000 prĂ€sentierte der spĂ€tere PrĂ€sident Ibrahim Rugova seinen Vorschlag fĂŒr eine zukĂŒnftige Flagge des Kosovo. Auf ihr befand sich ein Spruchband mit der Bezeichnung „Dardania“, die Rugova als Landesnamen eines unabhĂ€ngigen Kosovos vorschlug.

Geographie

Der Kosovo liegt in Binnenlage im Zentrum der Balkanhalbinsel. Er grenzt im SĂŒdwesten an Albanien, im Nordwesten an Montenegro, im Norden und Osten an Serbien bzw. Zentralserbien und im SĂŒdosten an Nordmazedonien. Tektonisch sind die Einebnungen des Amselfeldes und Metochiens gĂ€nzlich von Gebirgen begrenzt. Die Gebirgsgruppen des Prokletije grenzen den Kosovo zu Montenegro und Albanien, der Kopaonik zu Serbien und die Ć ar Planina zu Nordmazedonien ab.

Mit 10.877 kmÂČ hat der Kosovo als kleinstes Land SĂŒdosteuropas etwa zwei Drittel der FlĂ€che von ThĂŒringen und ist mit 195 Einwohnern pro Quadratkilometer vergleichsweise dicht besiedelt. 53 % der FlĂ€che werden landwirtschaftlich genutzt, 42 % sind Waldgebiet und 5 % bebaut beziehungsweise Stadtgebiet.

Durch die rĂ€umliche Struktur einer von Hochgebirgen umgebenen Senke war der Kosovo schon immer eine wichtige ackerbaulich genutzte Region – bekannt ist der Amselfelder Wein – sowie Zentrum der balkanischen Fernweidewirtschaft, in dem insbesondere die Niederung Metochiens als Winterweidegebiet genutzt wurde und noch im 19. Jahrhundert von thessalischen und nordserbischen Wanderhirten aufgesucht wurde. Eine Besonderheit der Viehzucht stellt die zum Teil bis heute andauernde Nutzung von WasserbĂŒffeln dar.

Siedlungsgeographisch ist das höher gelegene Amselfeld mit der Hauptstadt Pristina, das sich zwischen dem Ibar und der SĂŒdlichen Morava als langgezogene Senke hinzieht, heute die ökonomisch wichtigere Region. Historisch war Metochien mit den Ă€ltesten stĂ€dtischen Zentren von Prizren, dem alten römischen Verwaltungszentrum und der spĂ€teren serbischen Kaiserstadt, sowie Peja bedeutender. Die Ebenen sind durch ein hĂŒgeliges, großteils von lockeren EichenwĂ€ldern bewachsenes Mittelgebirgsland voneinander getrennt, was die Kommunikationswege erschwert.

Die Hochgebirgslandschaften an den Grenzen zu Albanien, Montenegro und Nordmazedonien erreichen durchweg 2500 m. Höchste Berge sind Rudoka (in der Ć ar Planina, 2658 m), Gjeravica (in der Großgemeinde Peja, 2656 m), Bistra (Gemeinde Ferizaj, 2640 m), Marjash (Peja, 2530 m), Ljuboten (alb. Luboten, Ferizaj, 2496 m) und Koproniku (Peja, 2460 m). Großteils aus Silikatgesteinen aufgebaut, sind die Gebirge meist auch wasserreich und gut fĂŒr Viehherdenhaltung geeignet. Aus kreidezeitlichen Kalken sind Karstgebirge wie der Koproniku sowie die zentralen Teile der Ć ar Planina mit der Bistra aufgebaut, damit auch weniger zugĂ€nglich und wasserĂ€rmer.

GewÀsser

Durch den Westen des Landes fließt der Weiße Drin, welcher in der NĂ€he von Peja entspringt. Der Drin ist der wichtigste und mit etwa 113 km der lĂ€ngste Fluss im Kosovo. Einige Stauseen befinden sich im Landesinneren sowie an den Grenzen zu Serbien und Albanien. Der grĂ¶ĂŸte von ihnen ist der Gazivodesee mit 11,9 kmÂČ, gefolgt vom Radoniq-See und dem Batllava-See.

Zahlreiche Glazialseen finden sich insbesondere in der Ć ar Planina. Im metochischen Prokletije sind drei kleine Seen um die Gjeravica als Zeugnisse eiszeitlicher Vereisung der Gebirge ĂŒbriggeblieben.

Klima

Im Kosovo herrscht wegen seiner Binnenlage vorwiegend Kontinentalklima. Je nach geographischer Lage sind die kontinentalen Klimaeigenschaften jedoch unterschiedlich ausgeprÀgt. Aus diesem Grund wird der Kosovo in drei klimatische Regionen untergliedert, und zwar in das Amselfeld, in Metochien (alb. Dukagjin) sowie in gebirgige und bewaldete Teile.

Im Gebiet des Amselfeldes, das die östliche LandeshĂ€lfte mit der Hauptstadt Pristina umfasst, ist das kontinentale Klima vorherrschend. So sind die Winter mit einer Durchschnittstemperatur von −10 °C kalt, können aber auch Tiefsttemperaturen von −26 °C erreichen. Die Sommer hingegen sind sehr warm mit einer Durchschnittstemperatur von 20 °C, doch Temperaturen bis 37 °C sind keine Seltenheit. Diese Region wird auch durch ein eher trockenes Klima ausgezeichnet, denn die jĂ€hrliche Niederschlagssumme betrĂ€gt durchschnittlich etwa 600 mm.

In Metochien, das die westliche LandeshÀlfte einnimmt, wird das Kontinentalklima stark von den warmen Luftmassen des Mittelmeeres beeinflusst. Die durchschnittliche Tagestemperatur im Winter liegt zwischen 0,5 und 22,8 °C. Die jÀhrliche Niederschlagssumme dieser Region betrÀgt durchschnittlich etwa 700 mm. Starke SchneefÀlle sind im Winter typisch.

Die dritte klimatische Region umfasst die Gebirgsregionen zu Montenegro, Albanien und Nordmazedonien sowie die bewaldeten Teile des HĂŒgel- und Berglandes im Zentrum und im Norden des Kosovo. Im Gegensatz zu den anderen zwei Regionen fĂ€llt hier mehr Niederschlag (zwischen 900 und 1300 mm jĂ€hrlich). Und wĂ€hrend die Sommer ziemlich kurz und mild sind, ist es im Winter meist kalt und niederschlagsreich.

FĂŒr den gesamten Kosovo gilt, dass der Dezember und der Januar zu den kĂ€ltesten Monaten und der Juli und der August zu den wĂ€rmsten Monaten des Jahres zĂ€hlen. Der meiste Niederschlag fĂ€llt zwischen Oktober und Dezember.

Bevölkerung

Zur VolkszĂ€hlung 2011 hatte die Republik Kosovo rund 1,8 Millionen Einwohner. Die durchschnittliche Geburtenrate (TFR) liegt bei 2,3 Kindern pro Frau (Stand 2015) Die Bevölkerung ist die durchschnittlich jĂŒngste innerhalb Europas: Im Jahr 2006 waren 33 % unter 16 Jahre alt, ĂŒber die HĂ€lfte der Bevölkerung war jĂŒnger als 25 Jahre, nur 6 % ĂŒber 65 Jahre. Zahlen aus dem Jahr 2017 besagen, dass auch hier ein Alterungsprozess eingetreten ist. Zu diesem Zeitpunkt war die HĂ€lfte der Bevölkerung jĂŒnger als 29,1 Jahre. Die Geburtenrate ĂŒbertrifft die Sterberate derzeit deutlich: 23 Geburten pro 1000 Einwohner standen im Jahr 2003 sieben TodesfĂ€lle pro 1000 Einwohner gegenĂŒber. Die Lebenserwartung fĂŒr Frauen betrĂ€gt 71, die der MĂ€nner 67 Jahre. Der Anteil der Landbevölkerung liegt zwischen 60 und 65 %. ZusĂ€tzlich zu den rund 1,8 Millionen Einwohnern des Kosovo leben und arbeiten etwa 420.000 Kosovaren im Ausland, vor allem in Deutschland, den Vereinigten Staaten, Österreich und der Schweiz.

Ethnische Struktur

Der Anteil der Kosovo-Albaner wuchs im Laufe des letzten Jahrhunderts infolge ĂŒberdurchschnittlich hoher Geburtenzahlen und der Abwanderung von Serben bestĂ€ndig an. Eine nichtserbische Bevölkerungsmehrheit wies der Kosovo bereits 1912 auf, als die osmanische Herrschaft endete. Wann zuletzt oder ob jemals eine serbische Mehrheit bestand, ist unter Historikern umstritten.

Der Kosovo wird heute in großer Mehrheit von Albanern bewohnt. SchĂ€tzungen der Weltbank aus dem Jahr 2000, denen das statistische Amt von Kosovo bis heute folgt, gehen von 88 % Albanern, 7 % Serben und 5 % der ĂŒbrigen ethnischen Gruppen aus. Zu letzteren gehören vor allem Bosniaken, TĂŒrken, Goranen, Janjevci (Kroaten), Roma, Aschkali und Balkan-Ägypter. Nach dem Krieg 1999 wurde ein Teil der serbischen Minderheit vertrieben. Heute ist vor allem der Norden des Kosovo mehrheitlich von Serben besiedelt, die die albanisch gefĂŒhrte Regierung in Pristina nicht anerkennen und 2012 in einem Referendum mit 99,74 % jede Zusammenarbeit mit ihr verweigerten.

Sprachenlandschaft

Amtssprachen sind Albanisch und Serbisch, in einigen Gemeinden auch Bosnisch, TĂŒrkisch und Romanes. Unter der UNMIK-Administration hatte auch Englisch offiziellen Status.

Religion

Artikel 8 der Verfassung definiert die Republik Kosovo als einen sĂ€kularen Staat, der neutral bei Fragen in Zusammenhang mit religiösen Glaubensrichtungen ist. Es gibt religiös gefĂ€rbte politische Parteien, doch sie befĂŒrworten laizistische Staatsstrukturen und erreichen bei Parlamentswahlen oft nicht die nötige FĂŒnf-Prozent-HĂŒrde. Politiker aller Lager setzen sich fĂŒr religiöse Harmonie ein und sehen das als einen zu beschĂŒtzenden Wert der kosovarischen Gesellschaft an.

Die kosovarische Gesellschaft ist ebenfalls stark sĂ€kularisiert. Viele gehen mit der Religion locker um und stehen zu ihr in einem pragmatischen VerhĂ€ltnis. Dennoch antworteten 2010 auf die Frage, ob Religion ein wichtiger Teil ihres Alltags ist, 89 % der Albaner im Kosovo mit Ja. Bei den Serben im Kosovo war der Anteil mit 81 % ein wenig niedriger. Bei der von Gallup Organization durchgefĂŒhrten Umfrage nahmen 1000 Personen teil.

Der Islam hat die meisten AnhĂ€nger im Land. Daneben gibt es serbisch-orthodoxe und römisch-katholische Minderheiten. Der Anteil an Atheisten ist niedrig. Traditionell zĂ€hlen sich Albaner, Bosniaken, TĂŒrken und Goranen zum muslimischen Glauben. Die Mehrheit ist sunnitisch. Laut der VolkszĂ€hlung 2011 waren 95,61 Prozent der Bevölkerung des Kosovo Muslime. Die Serben gehören zumeist der Serbisch-Orthodoxen Kirche an. 2011 waren 1,49 Prozent der Einwohner des Kosovo (ohne Nordkosovo) orthodoxen Glaubens. Die Anzahl an Katholiken wurde 2011 mit 38.438 GlĂ€ubigen angegeben, was 2,21 Prozent der Bevölkerung macht. Den Großteil dieser machen Albaner aus, die wenigen gleichfalls römisch-katholischen Angehörigen der Janjevci, der kroatischen Minderheit, sind nach dem Kosovokrieg fast alle geflohen. Die Gruppen der Roma, Aschkali und Ägypter enthalten AnhĂ€nger aller drei Glaubensrichtungen.

Das VerhÀltnis zwischen muslimischen und römisch-katholischen Gemeinden des Kosovo gilt als gut, doch beide Gruppen haben wenige bis keine Beziehungen zur Serbisch-Orthodoxen Kirche. Kosovo-Albaner definieren ihre ethnische Zugehörigkeit durch Sprache, nicht durch die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Religion. Im Gegensatz dazu wird bei den slawischen Volksgruppen, sowohl bei den muslimischen Bosniaken als auch bei den orthodoxen Serben, die Religion als IdentitÀtsmerkmal angesehen.

Islam

Der Islam hat im Kosovo eine ĂŒber 500-jĂ€hrige Tradition und ist die Religion mit den meisten AnhĂ€ngern. Die kosovarischen Muslime sind fast ausschließlich Sunniten. Die Islamische Gemeinschaft des Kosovo (albanisch BashkĂ«sia Islame e KosovĂ«s; serbisch Islamska Zajednica Kosova; tĂŒrkisch Kosova Ä°slam Topluluğu) gilt als deren offizielle Vertreterin und organisiert beispielsweise die Leitung der meisten Moscheen. Sie nimmt auch die Zakat von GlĂ€ubigen ein und fĂŒhrt damit unter anderem wohltĂ€tige AktivitĂ€ten durch. Die Imame werden an der FakultĂ€t fĂŒr Islamische Studien in Pristina ausgebildet; dort studieren auch angehende albanische Imame aus Albanien, Nordmazedonien und Montenegro.

Daneben existieren gleichzeitig seit der Verbreitung des Islam seit dem 15. Jahrhundert auch viele Derwisch-Orden und Sufi-Bruderschaften. Der Sufismus im Kosovo gilt als Mischung zwischen den Glaubensrichtungen der Sunniten und Schiiten. Mitglieder des Bektaschi-Ordens, dessen Zentrum seinen Sitz in der albanischen Hauptstadt Tirana hat, waren fĂŒhrend in der albanischen Nationalbewegung des 19. Jahrhunderts.

Vor dem Kosovokrieg gab es 560 Moscheen und 60 Tekken der Sufi-Bruderschaften, letztere vor allem in den westlichen StĂ€dten Peja, Gjakova, Rahovec und Prizren. WĂ€hrend des Krieges wurden 218 Moscheen und fĂŒnf Tekken zerstört. Im Dezember 2010 wurden 660 Moscheen gezĂ€hlt, wovon 607 aktiv, 25 im Aufbau und 28 inaktiv waren. In Prizren stehen mit 77 Moscheen die meisten islamischen GotteshĂ€user.

Serbisch-Orthodoxe Kirche

Der Kosovo ist ein wichtiges Zentrum der Serbisch-Orthodoxen Kirche und beherbergt den Erzbischöflichen Sitz des Patriarchats von Peć sowie die Eparchie Raszien-Prizren. Einige der bedeutendsten und Ă€ltesten Kirchen und Klöster der Serbisch-Orthodoxen Kirche, insbesondere die Klöster Visoki Dečani und Gračanica, befinden sich im Kosovo (siehe auch: Liste der KulturdenkmĂ€ler im Kosovo). Die autokephale serbisch-orthodoxe Kirche ist ihrem SelbstverstĂ€ndnis nach Bewahrerin einer serbischen Kultur und IdentitĂ€t. WĂ€hrend der Regierungszeit unter Slobodan MiloĆĄević unterstĂŒtzten anfangs weite Teile des Klerus dessen Politik. Als deren negative Folgen fĂŒr die Serben selbst immer deutlicher zutage traten, gingen sie auf Distanz. Nach Beendigung der NATO-Luftangriffe wurden 1999 nach Angaben von Vertretern von UNMIK 76 serbisch-orthodoxe Kirchen, Klöster und Kapellen zerstört. In der Zeit nach dem Einmarsch der KFOR wurden der serbisch-orthodoxe Bischof Artemije von Raszien und Prizren und der Mönch Sava vom Kloster Dečani zunĂ€chst politische Sprecher derjenigen Kosovo-Serben, die eine Zusammenarbeit mit der UNMIK befĂŒrworteten. In den letzten Jahren hat der Klerus seine Rolle als Sprecher der Serben allerdings grĂ¶ĂŸtenteils an kosovo-serbische Politiker abgetreten. Bei den gewalttĂ€tigen Ausschreitungen im MĂ€rz 2004 kam es erneut zu Zerstörungen von serbisch-orthodoxen Kirchen und Klöstern, woraufhin die KFOR den Schutz dieser GebĂ€ude verstĂ€rkte.

Römisch-katholische Kirche

Es gibt ĂŒber 38.000 römisch-katholische Albaner, dazu kommt noch eine kleine Gruppe römisch-katholischer Roma und Kroaten. Sie sind in 23 Pfarreien aufgeteilt, in denen 55 Priester arbeiten. Bis zum Jahr 2000 gehörten die römisch-katholischen Kosovaren zum Bistum Skopje und Prizren, dann wurde der nordmazedonische Teil abgetrennt und eine eigenstĂ€ndige Apostolische Administratur Prizren (seit 2018 Bistum Prizren-Pristina) gebildet. Katholiken grĂŒndeten die Albanische Christlich-Demokratische Partei des Kosovo, wobei unter den Mitgliedern der PSHDK auch eine hohe Anzahl von Muslimen ist. Die meisten römisch-katholischen Priester gehören dem Orden der Franziskaner an und wurden in Bosnien-Herzegowina, Kroatien oder Slowenien ausgebildet.

Der Heilige Stuhl wird im Kosovo durch einen Apostolischen Delegaten vertreten. Seit dem 19. MĂ€rz 2019 ist dies Erzbischof Jean-Marie Speich.

Judentum

Nach Angaben der jĂŒdischen Gemeinde von Pristina, Bet Israel Kosova, leben heute rund 86 jĂŒdische Familien im Land. Viele können ihre Wurzeln bis ins 15. und 16. Jahrhundert zurĂŒckverfolgen, als jĂŒdische FlĂŒchtlinge aus Spanien und Portugal ins Osmanische Reich kamen und sich auf dem Balkan niederließen. Die historische Synagoge von Pristina ließ die kommunistische Regierung Jugoslawiens 1963 abreißen. Seither hat die Gemeinde in der kosovarischen Hauptstadt kein eigenes Bethaus mehr. Auch einen festen Rabbiner gibt es nicht.

Bildung

Bei Frauen ist der Anteil an Analphabeten signifikant höher als bei MĂ€nnern: 13,4 % in lĂ€ndlichen Gebieten (3,8 % bei MĂ€nnern) und 10,4 % in stĂ€dtischen Siedlungen (MĂ€nner 2,3 %). Analphabetismus korreliert nicht nur mit dem Geschlecht, sondern auch mit dem Alter – in der Gruppe bis 39 Jahre liegt die Rate weit unter dem Durchschnitt, unter Frauen zwischen 55 und 59 Jahren sind knapp 20 %, unter Frauen zwischen 70 und 74 Jahren sind knapp 60 % Analphabeten.

Der Unterricht in der Grundschule wird im Land je nach Situation in der Gemeinde in einer der fĂŒnf Sprachen Albanisch, Serbisch, Bosnisch, TĂŒrkisch und Kroatisch durchgefĂŒhrt und ist fĂŒr alle Kinder obligatorisch und kostenlos. Zuletzt veröffentlichte die Regierung des Kosovo PlĂ€ne, nach denen das ganze Bildungswesen reformiert werden soll. Unter anderem sehen diese vor, die Mittelschule als obligatorisch festzulegen. Die Reformen werden seitens der Regierung als PrioritĂ€t benannt, doch das Fehlen von Geldern sowie technologischen und professionellen Mitteln fĂŒr den Unterricht und außerdem die hohe SchĂŒlerzahl pro Klasse sind HinderungsgrĂŒnde fĂŒr eine umfassende Bildungsreform.

WĂ€hrend des Schuljahrs 2005/06 waren insgesamt 423.220 SchĂŒler in der Vor-, Grund- und Mittelstufe registriert. 22.404 LehrkrĂ€fte unterrichteten sie. Dies entspricht pro Lehrkraft ca. 19 SchĂŒler.

1970 wurde die UniversitÀt Prishtina eröffnet. Im Schuljahr 2005/06 wurden 28.707 Studenten und 980 Professoren registriert. Pro Kurs machte das durchschnittlich 29 Studierende.

Im PISA-Ranking von 2015 erreichen Kosovos SchĂŒler Platz 70 von 72 LĂ€ndern in Mathematik, Platz 70 in Naturwissenschaften und den 71. Platz beim LeseverstĂ€ndnis.

Geschichte

Altertum

Das Gebiet des spĂ€teren Kosovo war in der Antike von den Illyrern besiedelt; so war das römische Theranda in der NĂ€he des heutigen Prizrens ursprĂŒnglich eine illyrische Siedlung. Die Illyrer im Kosovo standen im Osten auch in direkter Nachbarschaft mit den Thrakern. Nach der Zerschlagung des von Königin Teuta regierten Illyrischen Reichs der Labeaten im ersten Illyrischen Krieg 229/228 v. Chr. kam die Region unter römische Herrschaft. Erst nach weiteren Jahrzehnten militĂ€rischer Auseinandersetzungen zwischen Römern und Illyrern wurde das Gebiet 168 v. Chr. ein Protektorat des Römischen Reiches. Seit 59 v. Chr. als Illyrische Provinz bezeichnet, wurde diese erst nach den Kriegen Octavians in Illyrien von 35 bis 33 v. Chr. offiziell zur Römischen Provinz. Nach weiteren Eroberungen der Römer und der Einrichtung der Provinz Moesia verblieb das spĂ€tere Metochien bei Illyricum, wĂ€hrend das Amselfeld Moesia superior zugeschlagen wurde. Neben Theranda war das bei Pristina gelegene Ulpiana die wichtigste römische Siedlung im Gebiet des Kosovo. Nach der Reichsteilung unter Theodosius I. geriet die Region schließlich unter byzantinische Herrschaft.

Mittelalter

Mit der Völkerwanderung der Awaren und der PlĂŒnderung und Einnahme der wichtigsten byzantinischen StĂ€dte in Mösien und Illyrien (siehe auch: BalkanfeldzĂŒge des Maurikios) siedelten sich im 7. Jahrhundert Slawen an. Im 9. Jahrhundert gehörte der nordwestliche Kosovo um Peja zum serbischen Staat der Vlastimirović, der sĂŒdöstliche Kosovo mit Prizren und Pristina dagegen zum Bulgarischen Reich. Die Region wurde erst wieder unter Basileios II. 1018 von den Byzantinern zurĂŒckerobert. Im 11. Jahrhundert dehnte sich das serbische Raszien unter der Oberhoheit Dioklitiens nach SĂŒden aus, Konstantin Bodin ließ sich infolge eines slawischen Aufstandes gegen Byzanz 1072 in Prizren zum Kaiser der Bulgaren ausrufen. Der Aufstand hatte allerdings keinen Erfolg, der SĂŒden des Kosovo kam erneut unter byzantinische Herrschaft, wĂ€hrend der Norden bei Raszien, nun unter byzantinischer Oberhoheit, verblieb. Diese Herrschaft wurde mit der Schlacht bei Sirmium unter Manuel I. Komnenos auch gegenĂŒber Ungarn gefestigt.

Der Einbindung des raszischen GroĂŸĆŸupans Stefan Nemanja als byzantinischem Vasall und der von Ostrom erfolgten Missionierung und kulturellen PrĂ€gung des serbischen Hofes folgte die Bildung des serbischen Nemanjidenreiches auch auf ehemals byzantinischen Gebieten im Kosovo. Im Nemanjidenreich wurde der Kosovo aufgrund seiner BodenschĂ€tze und der Handelswege von der KĂŒste ins Balkaninnere zum politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Mittelpunkt des serbischen Staates. Diese BlĂŒte wurde mit dem Vormarsch der Osmanen beendet. Nach mehreren militĂ€rischen Auseinandersetzungen, von denen die Schlacht auf dem Amselfeld am bekanntesten ist, eroberten die Osmanen um 1454 die Region des heutigen Kosovo. Die gegen Ende des 14. Jahrhunderts begonnene Eroberung des heutigen Serbiens sowie Bosnien und Herzegowinas konnte 1459/1461 unter Mehmet II. vollendet werden. Der Kosovo, Serbien und Bosnien wurden fĂŒr die folgenden vier Jahrhunderte zu Provinzen des Osmanischen Reiches.

Osmanische Zeit

Der Mythos der Kosovo-Schlacht sowie das historische Erbe im Kosovo begrĂŒndete die emotionale Bindung der Serben an die heute mehrheitlich von Albanern bewohnte Region. Die unter der Osmanenherrschaft islamisierten Albaner rĂŒckten in das, unter anderem nach dem Großen Exodus der Serben von 1690, fruchtbare Kosovo-Gebiet nach. Im 19. Jahrhundert war der westliche Kosovo, Metochien, schon mehrheitlich albanisch, hingegen der Osten, der „historische“ Kosovo, mehrheitlich noch serbisch. Mit der UnabhĂ€ngigkeit des FĂŒrstentums Serbien 1878 kam es zu einer neuerlichen Bevölkerungsverschiebung, als viele Serben den Kosovo verließen oder zur Aussiedlung genötigt wurden, wĂ€hrend parallel ebenso Albaner frei oder unter Zwang aus dem FĂŒrstentum auswanderten. In dieser Zeit bekam auch der östliche Kosovo eine albanische Mehrheit.

20. und 21. Jahrhundert

Nach dem Ersten Balkankrieg wurde der heutige Kosovo 1912 grĂ¶ĂŸtenteils Serbien, die Gegend um Peja Montenegro zugeschlagen. Ab 1918 war es dann Teil Jugoslawiens. Nach dem Balkanfeldzug gliederte Mussolini am 12. August 1941 dem seit April 1939 annektierten Albanien, das zu dieser Zeit ein italienischer Vasallenstaat war, das Kosovo sowie einige mazedonische Gebiete an. Diese Neuordnung der Grenzen wurde allerdings nur von den AchsenmĂ€chten anerkannt.

Die albanische Miliz im Kosovo vertrieb in dieser Zeit zahlreiche Serben. Nach der deutschen Besetzung 1943 wurde am 1. Mai 1944 die 21. Waffen-Gebirgs-Division der SS „Skanderbeg“ (albanische Nr. 1) vor allem aus Freiwilligen aus dem Kosovo aufgestellt, da das Besatzungsregime in Albanien bereits seinen RĂŒckhalt verloren hatte. Diese Division sollte vor allem gegen jugoslawische Partisanen kĂ€mpfen. Die Angehörigen der Division, die jedoch nie an die Front gelangte und von der Wehrmacht nur fĂŒr Wachdienste eingesetzt wurde, vertrieben etwa 10.000 serbische Familien und ermordeten zahlreiche Serben und Juden. Im Juni fiel die Division auch nach Montenegro ein. Am 1. November 1944 wurde sie aufgelöst. Anschließend kam es zu serbischen Racheakten an den Angehörigen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Autonome Region „Kosovo und Metochien“ am 3. September 1945 ebenso wie die Autonome Region Vojvodina Bestandteil der Sozialistischen Republik Serbien innerhalb der Sozialistischen Bundesrepublik Jugoslawien. Die volle rechtliche, wirtschaftliche und gesellschaftliche Gleichberechtigung der Geschlechter wurde erstmals in der jugoslawischen Verfassung von 1946 garantiert. Mit der Neugestaltung der Grenzziehungen innerhalb Jugoslawiens und der Zusammensetzung Serbiens mit zwei autonomen Provinzen verfolgte die neue politischen FĂŒhrung unter Josip Broz Tito nach den Erfahrungen der Zwischenkriegszeit die Absicht, ein Gleichgewicht zwischen den Serben und den anderen Nationen des Landes herzustellen. FĂŒr die Serben bedeutete diese Staatskonzeption eine SchwĂ€chung im Vergleich zu ihrer Stellung in der Zwischenkriegszeit, da sie nun einerseits große Bevölkerungsgruppen in Kroatien und Bosnien-Herzegowina stellten und andererseits in der Autonomen Region Kosovo eine mehrheitlich albanische Bevölkerung und in der Vojvodina eine starke ungarische und kroatische Minderheit hatten. Ein weiterer Grund fĂŒr diese Anordnung bestand darin, dass Tito in den ersten Jahren nach dem Krieg eine Eingliederung Albaniens in eine von Jugoslawien dominierte Balkanföderation verfolgte, der auch Bulgarien hĂ€tte beitreten sollen.

Mit der jugoslawischen Verfassung von 1963 wurde die Autonome Region Kosovo in eine Autonome Provinz (Kosovo-Metohija, kurz ‚Kosmet‘) umgewandelt, was formell eine Besserstellung bedeutete, faktisch jedoch zu einer stĂ€rkeren AbhĂ€ngigkeit von der Republik Serbien fĂŒhrte, wodurch sich die Möglichkeiten der politischen Beteiligung auf Ebene der Bundesrepublik verringerten. Als ZugestĂ€ndnis an Serbien erhielten die Republiken grĂ¶ĂŸere Befugnisse, insbesondere fĂŒr ihre Politik gegenĂŒber den Autonomen Provinzen.

Schrittweise seit 1967, besonders aber mit der Änderung der jugoslawischen Verfassung 1974 wurden die zuvor eher formal schon bestehenden Autonomierechte ganz erheblich erweitert und das Mitbestimmungsrecht in der Föderation massiv ausgebaut.

In den 1980er Jahren wurden nationalistische Bestrebungen sowohl bei den Serben als auch bei den Albanern stĂ€rker. Beide Volksgruppen beklagten die gegenseitige Diskriminierung. Die Kosovo-Serben sahen sich durch die mehrheitlich albanische Provinzregierung und die Kosovo-Albaner wiederum durch die Republik Serbien benachteiligt. Parallel wurden Stimmen laut, die eine eigene Republik Kosovo innerhalb Jugoslawiens oder gar eine Sezession des Kosovo aus dem gesamtjugoslawischen Staatsverband forderten. Nationalistische Propaganda auf beiden Seiten heizte die Stimmung weiter an und begĂŒnstigte unter anderem die Machtergreifung von Slobodan MiloĆĄević, der grundlegende Reformen versprach.

Der Autonomiestatus des Kosovo aus dem Jahr 1974 wurde im Rahmen der sogenannten AntibĂŒrokratischen Revolution von 1989 auf Betreiben von Slobodan MiloĆĄević durch einen Beschluss des serbischen Parlaments stark eingeschrĂ€nkt und offiziell auf den Stand von 1963 zurĂŒckgesetzt. Daraufhin riefen die wichtigsten albanischen Politiker zum Boykott aller serbischen staatlichen Einrichtungen auf, dem so genannten gewaltfreien Widerstand. Schon wĂ€hrend der Jugoslawienkriege flohen auch viele Kosovaren, obwohl es im Kosovo selbst nicht zu Kriegshandlungen gekommen war. Die Kosovo-Albaner baten in verschiedenen europĂ€ischen LĂ€ndern um Asyl und beklagten die Verletzung ihrer Menschen- und BĂŒrgerrechte durch die Regierung MiloĆĄević. Es gab seit 1989 durch den Boykott vielerorts kein albanischsprachiges Schulwesen mehr, Albaner wurden oftmals willkĂŒrlich enteignet, ihre Vereine und politischen Parteien waren verboten, sofern sie der politischen Linie der Regierung MiloĆĄević nicht entsprachen. Die meisten im Staatsdienst beschĂ€ftigten Albaner sollen nach 1989 aufgrund ihrer Volkszugehörigkeit entlassen worden sein. Im September 1992 erklĂ€rten sich die Albaner im Kosovo durch ein Referendum erstmals fĂŒr unabhĂ€ngig. Jedoch einzig von Albanien wurde die Republik Kosova anerkannt.

Nachdem die internationale Gemeinschaft eine weitgehende und funktionierende Autonomie des Kosovo aus der Friedenskonferenz von Dayton im Jahr 1995 ausgeklammert hatte, verschĂ€rften sich die Konflikte zwischen den Volksgruppen und die Forderung nach staatlicher UnabhĂ€ngigkeit weiter. Separatistische Gruppen, darunter die Demokratische Liga des Kosovo, errichteten mit der „Republik Kosova“ einen Schattenstaat, dessen Parallelinstitutionen unter anderem Schulbildung und medikamentöse Versorgung der Albaner sicherstellen sollten. Der lange Zeit gewaltfreie Widerstand ging ab etwa 1996 unter FĂŒhrung der UÇK in kĂ€mpferische Auseinandersetzungen zwischen albanischen FreischĂ€rlern und den serbischen StreitkrĂ€ften ĂŒber. Bis zum Jahr 1999 vervielfachten sich die Zahlen albanischer FlĂŒchtlinge aus dem jugoslawischen Staatsgebiet, besonders in Richtung der NachbarlĂ€nder Albanien und Nordmazedonien sowie in die EuropĂ€ische Union und die Schweiz.

Mit der BegrĂŒndung, eine humanitĂ€re Katastrophe abwenden zu wollen, begann die NATO nach dem Scheitern der Konferenzen zum Vertrag von Rambouillet am 24. MĂ€rz 1999 mit der Bombardierung strategischer Ziele in Jugoslawien. Als Ergebnis des Kosovokrieges wurde der Kosovo von den internationalen Truppen besetzt und ein UN-Protektorat errichtet. WĂ€hrend des Krieges waren die FlĂŒchtlingszahlen noch einmal sprunghaft angestiegen, anschließend aber abgeebbt und viele Kosovaren kehrten in ihre Heimat zurĂŒck.

Dem Krieg folgten Gewaltexzesse insbesondere gegen die serbische, aber auch gegen andere Minderheiten der Region. Nach Angabe der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch stellte die KFOR keinen ausreichenden Schutz der Serben und Roma im Kosovo zur VerfĂŒgung, welche besonders Übergriffen von Seiten der UÇK ausgesetzt waren. Im August 1999 waren nach UN-Angaben bereits 170.000 der 200.000 Serben aus der Provinz geflĂŒchtet und nach Angabe der Serbisch-Orthodoxen Kirche ĂŒber 40 Kirchen geplĂŒndert oder zerstört worden. WĂ€hrend nahezu alle Kosovo-Albaner innerhalb von Wochen nach Ende der KĂ€mpfe zurĂŒckgekehrt waren, war dies fĂŒr die meisten der geflĂŒchteten Serben nach mehr als vier Jahren noch nicht der Fall, zumal dann 230.000 Serben und Nicht-Albaner gezwungen waren, zu fliehen.

Zu einem neuen Höhepunkt der GewalttĂ€tigkeiten kam es mit den pogromartigen Ausschreitungen im MĂ€rz 2004, die ĂŒberwiegend gegen Serben und ihre religiösen StĂ€tten, aber auch gegen Roma und Aschkali gerichtet waren; etwa 50.000 Personen nahmen an diesen GewalttĂ€tigkeiten teil, bei denen 19 Menschen getötet, mehr als 1000 verletzt und ĂŒber 4000 vertrieben wurden. Die NATO verstĂ€rkte daraufhin ihre PrĂ€senz.

Weitere Ausschreitungen ereigneten sich in den Wochen nach der Ausrufung der Republik – diesmal allerdings im mehrheitlich von Serben bewohnten Nordkosovo. Die Gewalt konnte erst durch ein Eingreifen der KFOR-Truppen beendet werden.

Seit Beginn der United Nations Interim Administration Mission in Kosovo (UNMIK) stand der zukĂŒnftige politische Status des Kosovo regelmĂ€ĂŸig auf der internationalen Tagesordnung. Auch nach dem Scheitern des Versuchs, mit Serbien zu einer einvernehmlichen Lösung zu gelangen, und der darauf folgenden einseitigen UnabhĂ€ngigkeitserklĂ€rung des kosovarischen Parlaments ist das Thema noch immer nicht vollstĂ€ndig geklĂ€rt.

Am 16. Januar 2018 wurde Oliver Ivanović, ein Politiker der serbischen Minderheit im Kosovo, vor der Zentrale seiner Partei in Mitrovica von bisher Unbekannten erschossen. Die fĂŒr diesen Tag angesetzten GesprĂ€che zwischen Vertretern des Kosovo und Serbiens in BrĂŒssel wurden nach dem Mord zunĂ€chst abgesagt.

Politik

Exekutive

Der StaatsprĂ€sident wird vom Parlament auf fĂŒnf Jahre gewĂ€hlt. Er garantiert das verfassungsgemĂ€ĂŸe Funktionieren des politischen Systems, schreibt Parlamentswahlen aus, kann Gesetze einmalig zurĂŒckweisen, wenn er sie als schĂ€dlich erachtet, verkĂŒndet die Gesetze, fĂŒhrt die Außenpolitik, empfĂ€ngt Diplomaten, ist Oberbefehlshaber der SicherheitskrĂ€fte, schlĂ€gt dem Parlament den Premierminister vor und kann eine Verfassungsklage fĂŒhren. Zudem kommen ihm weitere reprĂ€sentative Aufgaben und Ernennungsbefugnisse zu. Der PrĂ€sident ist politisch immun.

PrĂ€sident war vom 10. Februar 2006 bis 27. September 2010 Fatmir Sejdiu (LDK). Er trat zurĂŒck, da das Verfassungsgericht der Republik Kosovo entschied, dass der PrĂ€sident nicht gleichzeitig Parteivorsitzender sein dĂŒrfe. Sejdiu hatte dieses Parteiamt nur ruhen gelassen. Übergangsweise ĂŒbernahm ParlamentsprĂ€sident Jakup Krasniqi (PDK) die Rechte und Pflichten des PrĂ€sidenten des Kosovo. Am 22. Februar 2011 wurde der Bauunternehmer und Politiker Behgjet Pacolli von der Allianz fĂŒr ein neues Kosovo (AKR), einem Koalitionspartner der PDK von Thaçi, vom Parlament unter umstrittenen UmstĂ€nden zum neuen Staatsoberhaupt gewĂ€hlt. Am 28. MĂ€rz 2011 entschied das Verfassungsgericht, dass die Wahl des PrĂ€sidenten verfassungswidrig war; es ging auf ein Frageschreiben der politischen Opposition ein. Am 7. April wurde Atifete Jahjaga als neue StaatsprĂ€sidentin vom Parlament mit 80 Stimmen von 100 möglichen gewĂ€hlt. Thaçi wurde am 24. Juni 2020 wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit wĂ€hrend des Kosovokrieges angeklagt. Der Den Haager SonderanklĂ€ger wirft Thaçi vor, fĂŒr etwa 100 Morde an Kosovo-Albanern, Serben, Roma und Angehörige anderer ethnischer Gruppen sowie politischen Gegnern verantwortlich zu sein. Darauf trat er am 5. November 2020 als PrĂ€sident der Republik Kosovo zurĂŒck. Die Übergangs-PrĂ€sidentin ist Vjosa Osmani.

Das wichtigste exekutive Staatsorgan ist die Regierung. Der Premierminister wird auf Vorschlag des PrĂ€sidenten vom Parlament gewĂ€hlt, die vollstĂ€ndige Regierung muss vom Parlament bestĂ€tigt werden. Der Regierungschef kann Minister ohne Zustimmung des Parlaments entlassen. Jeweils ein Minister muss der serbischen, ein weiterer einer anderen Minderheit angehören. Falls das Kabinett aus mehr als zwölf Mitgliedern besteht, muss ein dritter Minister einer Minderheit zugerechnet werden. Am 30. Januar 2008 wurde Hashim Thaçi (PDK) Premierminister einer Mehrparteienkoalition, welche aber im Herbst 2010 auseinanderbrach. Am 22. Februar 2011 wurde eine neue Regierung wieder unter seiner FĂŒhrung gewĂ€hlt, der neben der PDK auch die AKR von Behgjet Pacolli und Vertreter der serbischen Minderheit angehören. Seit dem 3. Juni 2020 ist Avdullah Hoti neuer Premierminister, nachdem am 25. MĂ€rz 2020 die Regierung Kurti zerbrach an einem Streit mit dem Koalitionspartner LDK ĂŒber die richtige Strategie gegen die COVID-19-Pandemie. Kurti hatte am 18. MĂ€rz Innenminister Agim Veliu (LDK) entlassen, der gefordert hatte, den Notstand auszurufen. In einem Misstrauensvotum stimmten 82 der 120 Abgeordneten gegen die Regierung.

Legislative

Das Parlament der Republik Kosovo (albanisch Kuvendi i RepublikĂ«s sĂ« KosovĂ«s; serbisch SkupĆĄtina Republike Kosovo ĐĄĐșŃƒĐżŃˆŃ‚ĐžĐœĐ° РДпублОĐșĐ” ĐšĐŸŃĐŸĐČĐŸ) ist das Gesetzgebungsorgan des Landes. Es hat 120 Sitze, welche im Vierjahresrhythmus vom Volk direkt gewĂ€hlt werden. Seit dem 3. Februar 2020 ist Vjosa Osmani (LDK) als erste kosovarische ParlamentsprĂ€sidentin ernannt worden.

Das Wahlsystem bietet fĂŒr die vielen ethnischen Minderheiten im Kosovo Vorteile. Von den 120 Parlamentssitzen können 100 frei besetzt werden. Die 20 weiteren Parlamentssitze sind fĂŒr Serben, Roma, Aschkali, Balkan-Ägypter, Bosniaken, TĂŒrken und Goranen reserviert.

Nach den Ergebnissen der Wahlen 2019 wurde Selbstbestimmung! die stÀrkste Kraft. Die Volksvertretung setzt sich in ihrer sechsten Legislaturperiode wie folgt zusammen:

Bei den Parlamentswahlen 2017 am 11. Juni 2017 hat ein radikales BĂŒndnis von Parteien ehemaliger albanischstĂ€mmiger Rebellenkommandeure rund 35 Prozent der Stimmen erreicht. Auf die Rebellen folgen die linksnationalistische Bewegung fĂŒr Selbstbestimmung VetĂ«vendosje! und ein pazifistisches BĂŒndnis unter der FĂŒhrung des ehemaligen Finanzministers Avdullah Hoti.

Einige legislative Funktionen sind den Parlamenten der 38 Großgemeinden vorbehalten. Diese werden vom örtlichen Stimmvolk ebenfalls im Vierjahresrhythmus gewĂ€hlt und haben eine variierende Sitzanzahl. Die letzten Kommunalwahlen fanden im Oktober 2017 statt.

Bei der Wahl am 6. Oktober 2019 gewann zum ersten Mal die Opposition LVV unter Spitzenkandidat Albin Kurti mit 26,27 % die relative Mehrheit der Stimmen. Nach mehrmonatigen Verhandlungen einigten sich LVV und LDK mit Beginn Februar 2020 auf eine Koalition. Am 3. Februar 2020 ist die neue Regierung Kurti gewĂ€hlt worden. Am 25. MĂ€rz 2020 wurde Kurti jedoch durch ein Misstrauensvotum gestĂŒrzt und von 82 der 120 Abgeordneten abgewĂ€hlt. Der Vize-Premierminister Avdullah Hoti (LDK) folgte daraufhin auf und wurde am 3. Juni 2020 von 61 der 120 Abgeordneten zum Premierminister gewĂ€hlt.

Parteien

Die Zivilgesellschaft und die Parteienlandschaft im Kosovo sind entlang ethnischer Linien aufgespalten. Das Vielparteiensystem wird von den beiden großen albanischen Parteien LDK und PDK dominiert. Die 1989 gegrĂŒndete „Demokratische Liga des Kosovo“ (LDK) war lange Zeit die politische Hauptkraft des Widerstandes gegen die serbische Herrschaft und stellte den spĂ€teren PrĂ€sidenten Rugova. Die „Demokratische Partei des Kosovo“ (PDK) war fĂŒr einen langen Zeitraum die stĂ€rkste Partei. Sie vertritt teilweise sozialdemokratische Positionen und ist (seit 1999) die wichtigste politische Nachfolgeorganisation der paramilitĂ€rischen Organisation UÇK. Vorsitzender der PDK ist der ehemalige ParlamentsprĂ€sident Kadri Veseli. Seit den letzten Parlamentswahlen im Juni 2017 ist die linksnationalistische Bewegung fĂŒr Selbstbestimmung LĂ«vizja VetĂ«vendosje! die stĂ€rkste Partei.

Mit Rentenzahlungen, welche einem Klientelsystem Ă€hneln, dominierte die ehemalige UÇK-FĂŒhrung auch noch im 2018 Politik und Gesellschaft. Die jĂ€hrliche Ausgaben fĂŒr Veteranen und VeteranenverbĂ€nde verdreifachten sich von 2015 bis 2018 fĂŒr die angeblich 40.000 Kriegsveteranen, rund einer doppelten Anzahl von Renten im Vergleich zum geschĂ€tzten Bestand der UÇK zum Höhepunkt ihres Bestandes 1999.

Menschenrechte

Nach einer vom UNDP (United Nations Development Programme) unter den Bewohnern des Kosovo in der zweiten JahreshĂ€lfte 2005 durchgefĂŒhrten Umfrage bezeichneten die einzelnen ethnischen Gruppen als jeweils grĂ¶ĂŸtes aktuelles Problem (Angaben in Prozent der ethnischen Gruppe):

  • Albaner: Arbeitslosigkeit (33,8 %), Ungewissheit ĂŒber den kĂŒnftigen Status des Kosovo (28,3 %), Armut (19,4 %), Korruption (4,8 %), das Schicksal der Vermissten (4,3 %), Stromversorgung (3,6 %), Preise (1,2 %) ungelöste Morde (1,0 %).
  • Serben: Öffentliche und persönliche Sicherheit (30,7 %), Armut (15,3 %), Beziehungen zwischen den Volksgruppen (12,9 %), Arbeitslosigkeit (12,4 %), Ungewissheit ĂŒber den kĂŒnftigen Status des Kosovo (9,9 %), Organisierte KriminalitĂ€t (6,4 %), Schicksal der Vermissten (3,0 %), Stromversorgung (1,5 %).
  • Andere Minderheiten: Arbeitslosigkeit (43,5 %), Ungewissheit ĂŒber den kĂŒnftigen Status des Kosovo (20,4 %), Armut (17,6 %), Stromversorgung (9,3 %), Preise (2,8 %), Beziehungen zwischen den Volksgruppen (2,8 %), Korruption (1,9 %), soziale Probleme und Gesundheitsversorgung (jeweils 0,9 %).

Amnesty International warf 2007 der Regierung mangelnden Minderheitenschutz sowie die Nichtverfolgung an Serben begangener Kriegsverbrechen vor. Aufgrund langdauernder Verbindungen zwischen politischem Extremismus und organisierter KriminalitĂ€t bestehen enge Beziehungen zwischen Teilen des aus der UÇK hervorgegangenen politischen Establishments und kriminellen Strukturen.

Am Fest des Fastenbrechens, dem 29. August 2011, stimmten die Abgeordneten des Parlaments mit großer Mehrheit gegen die EinfĂŒhrung des Religionsunterrichts und fĂŒr ein Trageverbot des Kopftuches von SchĂŒlern und Lehrpersonen in der Grund- und Mittelschule. Damit entschieden sie sich gegen eine entsprechende gemeinsame Vorlage der Parteien Allianz Neues Kosovo, UnabhĂ€ngige Liberale Partei und 6 Plus. Die islamische Gemeinschaft des Kosovo kritisierte scharf das Vorgehen des Parlaments und bezeichnete es als rechtswidrig und „Messerstich in den RĂŒcken“ – bezugnehmend auf den Zeitpunkt der Abstimmung am Abend des muslimischen Fastenbrechenfests. Islamische Gelehrte kritisierten zudem, dass das Verbot im Gegensatz zur Verfassung der Republik Kosovo stehe, da dort im Grundgesetz die Religionsfreiheit garantiert sei. Erziehungsminister Enver Hoxhaj argumentierte, dass der Kosovo aus der Sicht der Verfassung ein sĂ€kularer Staat sei und somit Staat von Religion getrennt sein mĂŒssten. Grund dieses Entscheids waren Differenzen zwischen verschiedenen Gerichtsinstanzen zum Fall einer jungen Kosovarin aus dem Jahr 2010, die wegen ihres Kopftuches nicht mehr in ihre Schule hineingelassen wurde. Die Sicherheitsbeamten hatten die Order vom Schuldirektor erhalten, keine Kopftuch tragende Personen mehr in das GebĂ€ude eintreten zu lassen. Vom umstrittenen Fall berichtete auch die Neue ZĂŒrcher Zeitung am 8. Juli 2010. Nach dem Fall der jungen Kosovarin wurden weitere Ă€hnliche bekannt und Mitte Juni gingen rund 5000 Personen auf die Straße, um gegen das Verbot zu protestieren.

Völkerrechtlicher Status

Nach dem Ende des Kosovokrieges kam das Gebiet unter Verwaltung der Vereinten Nationen (UN). Es blieb formell integraler Bestandteil des Nachfolgestaates Bundesrepublik Jugoslawien und spĂ€ter von Serbien und Montenegro, das bis 2006 existierte. Nachdem Montenegro sich von dieser Staatenunion fĂŒr unabhĂ€ngig erklĂ€rte, blieb der Kosovo ein Teil der Republik Serbien.

Seit der UnabhĂ€ngigkeitserklĂ€rung vom 17. Februar 2008 ist der Kosovo aus Sicht seiner Institutionen ein souverĂ€ner Staat. Bis heute haben 115 von 193 UN-Mitgliedstaaten die UnabhĂ€ngigkeit des Landes anerkannt. Andere Staaten halten die einseitig ausgerufene UnabhĂ€ngigkeit fĂŒr rechtswidrig und betrachten den Kosovo weiterhin als einen Teil Serbiens, auch wenn die serbische Regierung keine Kontrolle mehr ĂŒber das Gebiet ausĂŒbt.

Die UnabhĂ€ngigkeit sollte laut dem von Serbien abgelehnten Ahtisaari-Plan international ĂŒberwacht werden. Im Februar 2008 beschloss die EuropĂ€ische Union die Entsendung der Mission EULEX Kosovo, welche die rechtsstaatliche Entwicklung unterstĂŒtzen soll. Vorgesehen ist, dass rund 1800 Polizisten und Juristen wesentliche Aufgaben in der bisherigen Interimsverwaltungsmission der Vereinten Nationen im Kosovo (UNMIK) ĂŒbernehmen. EULEX nahm am 9. Dezember 2008 offiziell die Arbeit auf. Grundlage dafĂŒr war ein Kompromiss, dem die Vereinten Nationen, die EU und Serbien zustimmten. Demnach wird die TĂ€tigkeit von EULEX in einem statusneutralen Rahmen erfolgen – was wiederum von der Regierung des Kosovo nicht anerkannt wird.

Vier Monate nach der UnabhĂ€ngigkeitserklĂ€rung trat am 15. Juni 2008 die neue Verfassung des Kosovo in Kraft. Eine Woche zuvor sind vom Parlament in Pristina bereits eine neue Nationalhymne und die GrĂŒndung einer eigenen 2500 Mann starken Sicherheitsgruppe (albanisch Forca e SigurisĂ« sĂ« KosovĂ«s) verabschiedet worden. Die neue Verfassung definiert das Land als demokratisch regierten, laizistischen „Staat aller seiner BĂŒrger“, der die Rechte seiner Minderheiten und die internationalen Menschenrechte respektiert. In der neuen Verfassung werden die Gleichheit der Volksgruppen und die Bedeutung des Minderheitenschutzes besonders hervorgehoben. Autonomierechte werden den serbisch dominierten Regionen zugesprochen.

Die politische Arbeit teilten sich bislang die UN-Verwaltung und die von ihr gegrĂŒndeten „Institutionen der provisorischen Selbstverwaltung“. Die Sicherheit wird von der durch ein UN-Mandat legitimierten Friedenstruppe „Kosovo Force“ (KFOR) unter FĂŒhrung der NATO garantiert. Ferner gibt es in den serbischen Enklaven, insbesondere im Nordkosovo, von Serbien finanzierte und kontrollierte Verwaltungsstrukturen (Schulen, Gerichte, Behörden). Diese werden von der UNMIK (und damit auch von EULEX) zwar toleriert, aber nicht anerkannt; umgekehrt erkennen die serbischen Verwaltungen ihrerseits die Entscheidungen der UNMIK nur zum Teil an.

Am 8. Oktober 2008 beauftragte die Generalversammlung der Vereinten Nationen den Internationalen Gerichtshof (IGH) mit der Erstellung eines Rechtsgutachtens zur GĂŒltigkeit der UnabhĂ€ngigkeitserklĂ€rung des Kosovo. Die UN-Generalversammlung folgte damit einem Antrag Serbiens. Beim IGH hatten 21 Staaten, die den Kosovo anerkannt haben, und 14 Staaten, die sich gegen die UnabhĂ€ngigkeit aussprechen, Stellungnahmen eingereicht. Das Gutachten des IGH wurde am 22. Juli 2010 veröffentlicht. Demnach verstieß die UnabhĂ€ngigkeitserklĂ€rung nicht gegen das Völkerrecht.

Serbien und der Kosovo einigten sich am 24. Februar 2012 ĂŒber das kĂŒnftige Auftreten des Kosovo bei internationalen Verhandlungen und ĂŒber das gemeinsame Management ihrer Grenze. Die Einigung sieht vor, dass der Kosovo kĂŒnftig bei allen regionalen Konferenzen unter dem Namen „Kosovo“ auftreten sowie Abkommen selbst schließen kann (bisher war dafĂŒr die UN-Vertretung im Kosovo zustĂ€ndig). Der Name Kosovo wird mit einem Sternchen versehen, welches auf eine Fußnote verweist: demnach ist mit diesem Namen keine Anerkennung der UnabhĂ€ngigkeit verbunden. Zudem wird auf die UN-Sicherheitsratsresolution aus dem Jahr 1999 verwiesen, in der der Kosovo als Teil Serbiens anerkannt wird.

Außenbeziehungen

Die auswĂ€rtigen Beziehungen stehen bislang im Schatten des Streites um die diplomatische Anerkennung. Eine Reihe von Staaten, darunter Deutschland, Österreich und die Schweiz, haben seit Februar 2008 Botschaften in Pristina eröffnet. Die NachbarlĂ€nder Albanien, Montenegro und Nordmazedonien haben diplomatische Beziehungen zum Kosovo aufgenommen.

Bisher haben 22 der 27 Mitgliedstaaten der EuropĂ€ischen Union den Kosovo als unabhĂ€ngigen Staat anerkannt. Spanien, Griechenland, Zypern, RumĂ€nien und die Slowakei erkennen den Kosovo nicht an. Die EuropĂ€ische Kommission stuft den Kosovo – unter Hinweis auf die UN-Resolution 1244, die den endgĂŒltigen völkerrechtlichen Status offenlĂ€sst – als potenziellen EU-Beitrittskandidaten ein.

Ein wichtiger VerbĂŒndeter sind die USA, die im Rahmen der KFOR eine grĂ¶ĂŸere MilitĂ€rbasis, Camp Bondsteel, unterhalten. Russland als stĂ€ndiges Mitglied des UN-Sicherheitsrates hat sich dagegen auf die Seite Serbiens gestellt, auch China verhĂ€lt sich weiterhin ablehnend. Daher bleibt dem Kosovo der Weg in die Vereinten Nationen und viele andere internationale Organisationen bis auf weiteres versperrt. Eine Ausnahme ist der Internationale WĂ€hrungsfonds, der dem Kosovo am 8. Mai 2009 eine Mitgliedschaft anbot.

Am 17. Oktober 2009 ratifizierten die Parlamente Mazedoniens und des Kosovo einen Staatsvertrag zur Festlegung der gemeinsamen Staatsgrenze. Dabei wird erstmals die Grenze zwischen den beiden benachbarten Staaten international verbindlich festgeschrieben.

Im MĂ€rz 2011 nahmen Vertreter des Kosovo und Serbien erstmals direkte GesprĂ€che seit Februar 2008 auf, um technische und behördliche Fragen zu regeln. Die Vertreterin des Kosovo, Edita Tahiri (Stellvertretende MinisterprĂ€sidentin), und der Vertreter Serbiens, Borko Stefanović (Stellvertretender Außenminister), trafen sich mehrfach mit ihren Delegationen unter EU-Vermittlung in BrĂŒssel. Eine erste Einigung betraf den Bereich der Zivilstands-Register. Demnach wird Serbien Kopien aus seinem Zivilregister betreffend Geburten, TodesfĂ€lle und Heiraten dem Kosovo ausstellen. Im Vorfeld der Vergabe des von Serbien angestrebten EU-Beitrittskandidatenstatus einigten sich beide Seiten im Februar 2012 auf Regelungen zur Verwaltung der gemeinsamen Grenze sowie zur Reisefreiheit der BĂŒrger. Außerdem gab es eine Vereinbarung zum Auftreten des Kosovo bei internationalen Konferenzen, was Serbien bis dahin boykottiert hatte. Danach tritt das Land nach außen unter der Bezeichnung Kosovo mit einer Fußnote auf, wonach einerseits die Verwendung des Namens Kosovo keine Aussage ĂŒber den Rechtsstatus des Kosovo bedeutet, die andererseits aber auf das Urteil des Internationalen Gerichtshofes, in dem 2010 seine UnabhĂ€ngigkeitserklĂ€rung als rechtmĂ€ĂŸig anerkannt wurde, hinweist.

Zwischen dem Kosovo und Serbien bestanden seit der UnabhÀngigkeit 2008 gegenseitige Importverbote, diese wurden allerdings im September 2011 von beiden Seiten aufgehoben.

Israel und Kosovo vereinbarten am 1. Februar 2021 die Aufnahme diplomatischer Beziehungen. Mit der Übereinkunft erkennt ein weiteres Land mit mehrheitlich muslimischer Bevölkerung Israel an. Kosovo ist auch das erste europĂ€ische Land, das seine Botschaft in Israels Hauptstadt Jerusalem eröffnen will. Bisher haben nur die USA und Guatemala ihre diplomatischen Vertretungen von Tel Aviv nach Jerusalem verlegt. Der außenpolitische Sprecher der EuropĂ€ischen Union, Peter Stano, drohte jedoch, der Kosovo wĂŒrde durch die Botschaftsentscheidung seine Perspektive auf eine EU-Mitgliedschaft verspielen, was jedoch den Kosovo nicht davon abhĂ€lt.

Verwaltungsgliederung

Die Republik Kosovo kennt eine Ebene der Verwaltungsgliederung. Sie ist in 38 Gemeinden (albanisch komuna, serbisch opĆĄtine ĐŸĐżŃˆŃ‚ĐžĐœĐ”) unterteilt, welche StĂ€dte und Dörfer mit deren Umgebungen umfassen. Laut dem vom Parlament genehmigten Gesetz vom 20. Februar 2008 und dem vom StaatsprĂ€sidenten erlassenen Dekret vom 15. Juni 2008 ist der Staat in folgende Gemeinden unterteilt:

Nordkosovo

Der ĂŒberwiegend von Serben bewohnte Nordkosovo entzieht sich de facto der Kontrolle der Institutionen in Pristina, da viele Einwohner die UnabhĂ€ngigkeit des Kosovo nicht anerkennen. Am 28. Juni 2008 begrĂŒndeten serbische Politiker im Kosovo ein von Pristina unabhĂ€ngiges Parlament der Gemeinschaft der Gemeinden der Autonomen Provinz Kosovo und Metochien.

GrĂ¶ĂŸte StĂ€dte

Laut der letzten VolkszĂ€hlung vom Juni 2011 sind die zehn grĂ¶ĂŸten StĂ€dte des Kosovo:

Sicherheit

Die Mission der Vereinten Nationen im Kosovo (UNMIK)

Als Leiter der UNMIK und Sonderbeauftragter des UN-GeneralsekretÀrs fungiert seit 2015 der Afghane Zahir Tanin.

Die UNMIK bestand aus vier SĂ€ulen, die von unterschiedlichen internationalen Organisationen gebildet wurden: Polizei und Justiz (UN), Selbstverwaltung (UN), Demokratisierung und Wiederaufbau der Institutionen (OSZE) sowie Wiederaufbau und wirtschaftliche Entwicklung (EU). Die von der EU getragene „SĂ€ule“ wurde zum 30. Juni 2008 geschlossen.

Wichtige Funktionen sind formal dem Leiter der UNMIK vorbehalten: Genehmigung des (von der lokalen Selbstverwaltung erstellten und verwalteten) Haushalts, Recht und Ordnung (Internationale UN-Polizei und lokale Kosovo-Polizei), Ernennung von Richtern, Schutz ethnischer Minderheiten, Außenbeziehungen wie der Abschluss von VertrĂ€gen mit anderen Staaten oder internationalen Organisationen, Verwaltung des Eigentums der Öffentlichen Hand, Zoll- und Geldpolitik.

TatsĂ€chlich ĂŒbertrug UNMIK im Zuge der laufenden Rekonfiguration wichtige Funktionen an die Behörden des Kosovo, was mit der verĂ€nderten Situation im Land begrĂŒndet wurde. Abgegeben wurden insbesondere Polizeiaufgaben und die Organisation von Wahlen. Bis Ende 2008 verließ zudem ein Großteil der UNMIK-Mitarbeiter das Land. Obwohl die Mission nominell andauert, bestehen laut dem UN-GeneralsekretĂ€r nur noch geringe Arbeitskontakte zwischen UNMIK und den kosovarischen Behörden. Ein UNMIK-Sprecher erklĂ€rte im Juni 2009, nach der Übertragung der meisten verbliebenen Funktionen an die EU-Rechtsstaatsmission (EULEX) sei UNMIK auf die politische Aufgabe konzentriert, den „Dialog zwischen den Gemeinschaften herzustellen“.

MilitÀr

Am 21. Januar 2009 wurden die SicherheitskrĂ€fte des Kosovo (Forca e SigurisĂ« sĂ« KosovĂ«s, FSK) gegrĂŒndet. Sie haben eine StĂ€rke von 2500 aktiven Soldaten und 800 Reservisten. Mit der gleichzeitig erfolgten Auflösung des Kosovo-Schutzkorps erfĂŒllte die Regierung des Kosovo eine Verpflichtung aus dem Plan von UN-UnterhĂ€ndler Martti Ahtisaari, der Grundlage der Verfassung der Republik Kosovo ist.

Im Kosovo sind zudem rund 4030 Soldaten der NATO-MilitÀrmission KFOR im Einsatz.

Organisierte KriminalitÀt

Nach Angaben des US-amerikanischen Außenministeriums ist der Kosovo mit den angrenzenden Regionen eine der wichtigsten europĂ€ischen Drogentransitrouten fĂŒr Heroin aus Afghanistan nach Westeuropa. Im Kosovo liegt dabei ein regionales Zentrum fĂŒr den Drogenschmuggel auf der Balkanhalbinsel. Dabei war schon beim Aufbau der UCK in den 1990er Jahren eine Verbindung der Finanzierung aus dem Rauschgiftmilieu vordergrĂŒndig. Insbesondere nahm der Drogenhandel in der unkontrollierbaren Situation nach dem Kosovokrieg stark zu. Bis zu 40 % des in Europa verkauften Heroins kam nach dem Krieg nach Angaben von Interpol aus dem Kosovo. Dabei wurden die Notwendigkeit einer EindĂ€mmung der Ausmaße des Drogenhandels im Kosovo nach dem Bericht Carla Del Pontes fĂŒr die europĂ€ische Kommission als Hauptproblemfeld in der weiteren europĂ€ischen Kosovo-Politik anerkannt, die auch im Rahmen der Mission Eulex eine wichtige Rolle einnimmt. Dennoch konnte die fĂŒr die Grenzkontrollen zustĂ€ndige Eulex mit den zur Zeit vorhandenen Mitteln keine wirksame ZollĂŒberwachung der administrativen Grenze durchfĂŒhren, was unter anderem auf die Rechtlosigkeit in einzelnen Landesteilen sowie die UntĂ€tigkeit der einheimischen Justiz zurĂŒckzufĂŒhren ist.

Durch die SchwĂ€che der Justizbehörden ist die ausgreifende organisierte KriminalitĂ€t nicht einzudĂ€mmen. Nach Angaben der UNMIK machte der Drogenhandel 2008 15–20 % der gesamten Wirtschaftsleistung des Landes aus. Dabei entspricht der tatsĂ€chliche Wirtschaftsumsatz der organisierten KriminalitĂ€t ĂŒber ein Viertel des durch enorme internationale Geldverschiebungen kĂŒnstlich hoch gehaltenen Bruttosozialprodukts, was in etwa auf 1,5 Mio. Euro pro Tag (550 Mio. Euro pro Jahr) hinauslĂ€uft. Insbesondere wurde dem Premier des Landes Ramush Haradinaj eine Verbindung zum Drogenhandel vorgeworfen, was in der in Clans getrennten sozialen Nachkriegsgesellschaft im Kosovo und den in MachtkĂ€mpfen verfeindeten Gruppierungen, die mittlerweile teils in mafiös organisierten Strukturen einbezogen sind, zur sozialen Unsicherheit der kosovarischen Bevölkerung beitrĂ€gt.

Da die bestimmenden Glieder der Regierung allgemein eine NĂ€he zur organisierten KriminalitĂ€t pflegen, bilden mafiöse Strukturen die Grundlage der FĂŒhrungsbereiche in der politischen Landschaft. Nach Erkenntnissen des Bundesnachrichtendienstes (BND) betreiben die kosovarischen Spitzenpolitiker Thaçi, Halili und Haradinaj eng verflochtene Netzwerke organisierter KriminalitĂ€t, die Politik und Wirtschaft tief durchdringen. So konnte erst auf Druck der EU ein Antikorruptionsgesetz zur BekĂ€mpfung der GeldwĂ€sche verabschiedet werden. Als Ergebnis der sozialen Transformationsprozesse und der politischen Umgestaltung seit dem Kosovokrieg, sowie mit der Tolerierung der Machtstrukturen durch die internationale Gemeinschaft hat sich damit eine „Gangsterbandenkultur“, die den restlichen Teil der Gesellschaft in Geiselhaft hĂ€lt, durchsetzen können.

Auf die Verbindung der Organisierten KriminalitĂ€t zu den Staatsstrukturen deuteten auch die Vorkommnisse in der sogenannten BND-AffĂ€re hin, in deren Folge ein hochrangiger BND-Mitarbeiter vom Kosovo als einem Land, in dem „organisierte KriminalitĂ€t die Staatsform ist [
]“, sprach. Durch diese Etablierung der organisierten KriminalitĂ€t im politischen Umfeld im Kosovo, die in den Bereichen Drogenschmuggel, Menschenhandel und GeldwĂ€sche fĂŒhrende Akteure der mafiösen Organisationen in Europa stellen – mittlerweile stammen bis zu 80 Prozent des nach Westeuropa geschmuggelten Heroins aus dem Kosovo –, ist diese Gruppierung eine ernstzunehmende Bedrohung fĂŒr die EU. Eine im Auftrage des deutschen Verteidigungsministeriums gemachte vertrauliche Studie zur Sicherheitsthematik im westlichen Balkan beim Berliner Institut fĂŒr EuropĂ€ische Politik kritisierte dabei die den europĂ€ischen BemĂŒhungen kontraproduktiv gegenĂŒberstehenden Methoden der US-Amerikaner, die in EinzelfĂ€llen hochrangige Kriminelle unter Schutz stellten, sowie die ErmittlungsbemĂŒhungen europĂ€ischer Justizorgane behinderten.

Nach Àlteren Angaben der UNMIK betrieben organisierte kriminelle Albanergruppen daneben 104 Bordelle im Kosovo, in denen Zwangsprostitution, Frauenhandel, GeldwÀsche und Menschenschleusung Problemfelder der organisierten KriminalitÀt und deren Verflechtung mit den internationalen Organisationen vor Ort stellen.

Auch wurden unter anderem in einem Bericht des Europarats von Ende 2010 und Anfang 2011 schwere Anschuldigungen des Organraubs im Kosovo in Verbindung mit Menschenhandel, Mord und anderen schweren Verbrechen fĂŒr den Zeitraum von 1999 bis 2000 erhoben, in die fĂŒhrende Politiker wie Hashim Thaçi involviert seien und die von der internationalen Gemeinschaft nicht geahndet worden sein sollen. WĂ€hrend diese VorwĂŒrfe seit 2011 von der EULEX Kosovo ĂŒberprĂŒft werden, wurde fĂŒr den Organhandel im Fall der Medicus-Klinik in Pristina aus dem Jahr 2008 bereits ein Gerichtsurteil gefĂ€llt, das mehrere Angeklagte fĂŒr schuldig befand.

Anfang 2013 rief der Europarat die Behörden des Kosovo sowie die Missionen von EU und UN fĂŒr das Land, EULEX und UNMIK, dazu auf, endlich der „Kultur der Straflosigkeit, oft gefördert durch Mitglieder der Regierung“ Einhalt zu gebieten. Auch der EuropĂ€ische Rechnungshof hat zuletzt Mitte 2012 die Arbeit der EULEX als „nicht effizient genug“ gerĂŒgt und festgestellt, dass den Maßnahmen der EU im Kosovo zur BekĂ€mpfung der Korruption und der organisierten KriminalitĂ€t bisher wenig Erfolg beschieden war.

Wirtschaft

Entwicklung

Innerhalb Jugoslawiens war der Kosovo die Ă€rmste Region. Ursache dafĂŒr war – neben der allgemeinen RĂŒckstĂ€ndigkeit der Region – auch eine verfehlte Wirtschafts- und Strukturpolitik der Ära Tito: im Kosovo wurde ĂŒberwiegend rohstofferzeugende und wenig weiterverarbeitende Industrie angesiedelt. Zwar wurde der Kosovo von anderen jugoslawischen Republiken subventioniert, trotzdem lagen die Investitionen in den sechziger und siebziger Jahren bei etwa 50 % des jugoslawischen Durchschnitts. Die Subventionen gingen darĂŒber hinaus zu einem guten Teil in den nichtproduktiven Bereich. Das Bruttosozialprodukt pro Kopf sank so von 44 % des jugoslawischen Durchschnitts im Jahr 1952 auf 27 % im Jahr 1988.

1989 lag das monatliche Durchschnittseinkommen im Kosovo bei 454 Dinar (Slowenien: 1180; Kroatien: 823; Zentralserbien: 784). In den frĂŒhen 1990er Jahren wurde die wirtschaftliche ProduktivitĂ€t des Kosovo noch einmal halbiert. GrĂŒnde waren der Zerfall des frĂŒheren Wirtschaftsraumes Jugoslawien im Gefolge der BĂŒrgerkriege, internationale Sanktionen und mangelnder Zugang zu auswĂ€rtigen MĂ€rkten und Finanzen. Durch den serbisch-albanischen Konflikt kam es 1998/99 noch einmal zu einem RĂŒckgang von 20 % – auf einem ohnehin schon sehr niedrigen Niveau.

Nach dem Kosovokrieg wurden rund zwei Milliarden Euro Hilfsgelder zur VerfĂŒgung gestellt. Wiederaufgebaut oder hergestellt wurden bisher 50.000 HĂ€user, 1400 Kilometer Straßen sowie KrankenhĂ€user und Schulen. Dies fĂŒhrte zu einem kurzfristigen Nachkriegsaufschwung in den Branchen Bau, Handel und Öffentliche Verwaltung. Auf einer internationalen Geberkonferenz in BrĂŒssel im Juli 2008 sagten die beteiligten LĂ€nder bzw. Organisationen dem Kosovo weitere Hilfen von insgesamt 1,2 Milliarden Euro bis 2011 zu. Davon sollen etwa 500 Millionen Euro von der EuropĂ€ischen Union kommen, die Vereinigten Staaten wollen etwa 400 Millionen Dollar beisteuern. Die Vergabe der Mittel wurde an weitreichende Bedingungen zu deren Verwendung, so zum Beispiel auch fĂŒr die serbische Minderheit, geknĂŒpft.

Struktur

Die Wirtschaft stĂŒtzt sich zum einen auf kleinbĂ€uerliche Familienbetriebe sowie Privatunternehmen im Handels- und Bausektor, die meist nach dem Krieg gegrĂŒndet wurden und teilweise aus Fonds der EU gefördert werden, jedoch oft unterkapitalisiert sind. Die Finanztransfers aus dem Ausland gingen seit 2003 erheblich zurĂŒck. Daneben gab es im Jahre 2005 18 Agrarkombinate, 124 staatliche Unternehmen und 150 genossenschaftliche Betriebe. Diese Unternehmen befinden sich in gesellschaftlichem Eigentum („socially owned“), eine Sonderform des Eigentums im jugoslawischen Selbstverwaltungssozialismus, die nicht mit dem Staatseigentum in den anderen sozialistischen LĂ€ndern identisch ist. Diese Betriebe werden seit dem Jahr 2002 von der Kosovo-Treuhandanstalt (KTA/AKM) verwaltet, die der UNMIK untersteht.

Die Bruttowertschöpfung pro Kopf betrug auf dem Tiefpunkt der wirtschaftlichen Entwicklung 2000 508 US-Dollar, im Jahre 2012 2424 US-Dollar. Die Wachstumsraten sind im regionalen Vergleich hoch, schwanken aber sehr stark. Die monatelange Regierungsbildung, Probleme bei der Stromversorgung, rĂŒcklĂ€ufige öffentliche und auslĂ€ndische Investitionen und das steigende Handelsdefizit haben 2014 zu einem spĂŒrbaren RĂŒckgang des Wachstums auf etwa 2,5 Prozent gefĂŒhrt. Das Bruttoinlandprodukt betrug 2012 1,814 Mrd. US-Dollar.

Außenhandel

Der Außenhandel des Kosovo ist seit 1990 permanent defizitĂ€r. Derzeit wird dreimal so viel importiert wie exportiert. 2012 standen Exporten von 1,2 Mrd. US-Dollar Importe von 3,6 Mrd. gegenĂŒber. Exportiert werden Eisen, Stahl, Erze und Textilien, importiert werden Brennstoffe, Mineralölprodukte, Synthetikgarne, Kraftfahrzeuge (Gebrauchtwagen mit Dieselmotor) und Maschinen. HauptabnehmerlĂ€nder sind Italien, Albanien, Nordmazedonien und China, wichtigste Importeure Serbien, Deutschland und die TĂŒrkei.

Industrie

Der industrielle Sektor wird von den Bereichen Bergbau, Chemie, Elektro, Textil, Baustoffe und Holz geprÀgt. Im Bergbau (BodenschÀtze des Kosovo) werden Erz, Kohle, Blei und Zink gefördert. Insgesamt ist der industrielle Sektor eher schwach. Der Industriesektor ist mit 22,6 % am BIP beteiligt.

Landwirtschaft

Angebaut werden Getreide (Weizen, Mais), Sonnenblumen, Beeren, Raps, ZuckerrĂŒben und Trauben. Obwohl ein Großteil der Bevölkerung in diesem Sektor arbeitet, erwirtschaftet er nur 12,9 % des gesamten Bruttoinlandsprodukts.

Alte Haustierrassen

Unter den alten Haustierrassen des Kosovo ist die bekannteste der KosovokrĂ€her, der in den letzten Jahren auch außerhalb des Ursprunglandes zunehmende Beliebtheit wegen seines außergewöhnlichen KrĂ€hrufes genießt.

Dienstleistungen

Mit 64,5 % Anteil am Bruttoinlandsprodukt (2009) ist es der grĂ¶ĂŸte Sektor in der Wirtschaft.

WĂ€hrung

Offizielle WĂ€hrung ist der Euro. Der Kosovo ist jedoch kein Mitglied der EuropĂ€ischen WĂ€hrungsunion. Die frĂŒher bereits als ZweitwĂ€hrung etablierte D-Mark wurde 1999 von der UNO-Verwaltung als WĂ€hrung eingefĂŒhrt und spĂ€ter vom Euro abgelöst. In serbischen Enklaven kann auch mit serbischen Dinar bezahlt werden.

Probleme

Außenhandelsdefizit

Das chronische Außenhandelsdefizit nimmt zu und betrug 2012 2,4 Mrd. US-Dollar, also fast 45 Prozent des Bruttoinlandprodukts. Es werden relativ niedrigwertige Produkte ausgefĂŒhrt.

AbhĂ€ngigkeit von AuslandskapitalzuflĂŒssen

Die Wirtschaft hĂ€ngt in außerordentlich hohem Maß von FinanzzuflĂŒssen von außen ab (Hilfsgelder, Kapitaltransfers von Emigranten). Nach Angaben des Finanzministeriums von Kosovo sind die Überweisungen durch Gastarbeiter aus dem Ausland höher als die im Kosovo erwirtschafteten Werte. Da die Hilfsgelder zurĂŒckgehen und der Zutritt zum EU-Arbeitsmarkt auch fĂŒr Kosovaren erschwert wird, birgt diese ohnehin ungesunde Struktur erhebliche Risiken. AuslĂ€ndische Direktinvestitionen sind angesichts ungewisser politischer Zukunft und problematischer Gesetzgebung bei der Privatisierung noch verschwindend gering.

Arbeitslosigkeit

JĂ€hrlich kommen weitere 36.000 junge Leute neu auf den Arbeitsmarkt; auch in 20 Jahren werden es aufgrund der heutigen Geburtenrate noch etwa 30.000 pro Jahr sein.

Die Arbeitslosigkeit war eine Zeit lang auf hohem Niveau leicht gesunken (2001: 57,1 %, 2002: 55 %, 2003: 49,7 %). Im Jahr 2008 lag die Arbeitslosigkeit zwischen 42 und 43 %. Die Altersgruppe zwischen 16 und 24 Jahren ist dabei zu 60 % betroffen. Nach der Finanzkrise stieg sie wieder an. Die USAID gibt die Arbeitslosenquote 2014 mit 45 %, die Jugendarbeitslosigkeit mit 70 % an. Ende 2014 waren etwa 280.000 Menschen arbeitslos. Laut dem Statistikinstitut des Kosovo (ASK) lag die Arbeitslosigkeit im Jahre 2016 bei 27,5 %. Davon waren 32,2 % Frauen und 26 % MĂ€nner betroffen. Der kosovarische Staatssender RTK berichtete im Juli 2017, dass die Arbeitslosigkeit wieder auf 30,5 % angestiegen ist. Die Zahlenwerte fĂŒr die Jugendarbeitslosigkeit (Jugendliche unter 25 Jahren) blieben im letzten Quartal des Jahres 2017 bei 52,7 %. Laut der Schweizerischen Botschaft im Kosovo verfĂŒgen 70 % derjenigen, welche eine Arbeit haben, nur ĂŒber einen befristeten Arbeitsvertrag. Ethnische Minderheiten, insbesondere die Roma, Ashkali oder Ägypter, sowie Frauen allgemein und Jugendliche ohne familiĂ€re Beziehungen zu Firmen oder Verwaltung, haben es besonders schwer, auf den Arbeitsmarkt zu gelangen.

In der Vergangenheit wurde versucht, das Zusammentreffen von chronischer UnterbeschĂ€ftigung und sehr schnellem Bevölkerungswachstum durch Arbeitsemigration vor allem in die Schweiz und nach Deutschland zu lösen. Die ungeregelte Migration nach Deutschland, Österreich usw. hat sich seit Herbst 2014 beschleunigt. Es ist nicht absehbar, dass das Wirtschaftswachstum und Direktinvestitionen aus dem Ausland ausreichen werden, um das BeschĂ€ftigungs- und Armutsproblem zu lösen.

Wirkungen der internationalen Intervention

Etwa vier Milliarden Euro hat die Staatengemeinschaft seit dem Kriegsende 1999 bis 2011 investiert, dennoch gibt es kaum Industrie, selbst landwirtschaftliche Produkte werden aus China importiert. Misswirtschaft, Korruption und Überreglementierung vonseiten der EU und den USA werden als Ursachen gesehen. Eine Steuerverwaltung befindet sich erst im Aufbau. Im Januar 2012 wurden z. B. ganze 1,2 Millionen US-Dollar an Steuern eingezogen. Das entspricht im Jahr ca. 14 Millionen US-Dollar, also etwa 78 US-Dollar pro Einwohner – einschließlich der Unternehmenssteuern. In den letzten Jahren verbesserte Ratings des GrĂŒndungs- und GeschĂ€ftsklimas durch Weltbank und andere Einrichtungen beziehen sich vor allem auf die Möglichkeit internationaler Investoren, schnell und unbĂŒrokratisch Export-Import-Unternehmen aus dem Ausland anzumelden. Einheimische GrĂŒndungen leiden unter geringem Wachstumspotenzial und Korruption.

Soziale Ungleichheit

Nach Angaben der Weltbank aus dem Jahr 2009 leben 34 % der Bevölkerung unterhalb der Armutsgrenze (Einkommen unter 1,37 Euro pro Tag und Erwachsener) und 12 % sogar unterhalb der Grenze extremer Armut (Einkommen unter 0,93 Euro pro Tag und Erwachsener).

Betroffen sind vor allem Alte, Behinderte, Bewohner kleiner oder abgelegener StĂ€dte und Gemeinden sowie die Angehörigen der nichtserbischen Minderheiten wie Roma oder Goranen. Die Armut im Kosovo wirkt sich auch auf andere Bereiche aus: Erziehung und Bildung sind unterfinanziert, an den Schulen wird in drei bis vier Schichten unterrichtet. Die Gesundheitsdaten der Bewohner gehören zu den schlechtesten in SĂŒdosteuropa.

Perspektiven

Ökonomische Zukunftschancen sehen die Experten der Weltbank vor allem in den Bereichen Energie und Bergbau. An BodenschĂ€tzen (BodenschĂ€tze des Kosovo) sind Braunkohle, Blei, Zink, Nickel, Uran, Silber, Gold, Kupfer oder Magnesit vorhanden. Auch die Landwirtschaft gilt bei der Weltbank als möglicher Wachstumssektor.

Die EU-Experten empfehlen eine Strukturreform der Landwirtschaft mit deutlichen ProduktivitÀtssteigerungen und den Aufbau einer heimischen Industrie zunÀchst in den Branchen Lebensmittel, Kleidung, Möbel und einfacher Maschinenbau. Im Tourismus im Kosovo wird ebenfalls viel Wachstumspotential gesehen.

Als Haupthindernisse gelten schlechte Infrastruktur, Mangel an einschlÀgig ausgebildeten FachkrÀften, unsichere politische Gesamtlage, mangelhafte oder fehlende Wirtschaftsreformen seitens der lokalen Selbstverwaltung.

Infrastruktur

Energie

Die ElektrizitĂ€tsversorgung ist mangelhaft und unregelmĂ€ĂŸig, was ein wesentliches Hindernis fĂŒr die wirtschaftliche Entwicklung darstellt. Ganz Kosovo wird durch die zwei Kohlekraftwerke Kosova A und B in Obiliq sowie durch ein Heizkraftwerk und ein kleineres Wasserkraftwerk mit ElektrizitĂ€t versorgt. Der Bau eines neuen Kraftwerksblockes (Kosova e Re) und die Erschließung weiterer Kohlevorkommen sind geplant.

Mit Stand vom Februar 2006 teilten die ElektrizitĂ€tswerke des Kosovo (alban. Korporata Energjetike e KosovĂ«s, KEK) das Land in drei ZuverlĂ€ssigkeitskategorien ein, die von der Zahlungsmoral der Kunden abhĂ€ngig sind. Regionen, in denen die Zahlungsmoral der Stromkunden hoch (Kategorie A) ist, erhalten den ganzen Tag durch Strom. Regionen mit mittelmĂ€ĂŸiger Zahlungsmoral erhalten jeweils fĂŒr fĂŒnf Stunden Strom (Kategorie B), danach folgt eine einstĂŒndige Unterbrechung. Regionen mit der niedrigsten Zahlungsmoral (Kategorie C) erhalten keine Stromversorgungsgarantie, es wird aber angestrebt, die Versorgung aufrechtzuerhalten im Rhythmus „zwei Stunden angeschaltet, vier Stunden abgeschaltet“. 2007 entstand der KEK durch Diebstahl und unbezahlte Stromrechnungen ein Verlust von 99 Millionen Euro.

Im sehr kalten Januar 2006 war es zu empfindlichen EngpĂ€ssen gekommen – die Nachfrage lag in der Spitze bei 1300 Megawatt, bei einer Eigenproduktion von 580 MW. Es gelang nicht, die LĂŒcke durch Importe zu schließen. Daher wurde zeitweise Kategorie A im Rhythmus 4:2 (vier Stunden an-, zwei Stunden abgeschaltet), Kategorie B im Rhythmus 3:3 und Kategorie C im Rhythmus 2:4 versorgt.

Westlich von Prizren sollte noch im Jahr 2011 mit dem Bau des Wasserkraftwerks Zhur begonnen werden, welches das grĂ¶ĂŸte des Landes werden, ĂŒber eine KapazitĂ€t von 305 MW verfĂŒgen und jĂ€hrlich 400 Gigawattstunden Strom produzieren sollte. Das Wasser hierfĂŒr wĂŒrde ĂŒber Druckleitungen aus zu errichtenden Speicherbecken in der Region von Dragash zugefĂŒhrt. 2012 wurde das Projekt jedoch endgĂŒltig verworfen. Zum einen wurde kein Investor fĂŒr das 500 Millionen Euro teure Projekt gefunden und zum anderen hĂ€tte das Kraftwerk nur 30 Tage im Jahr Strom produzieren können, da es nur ĂŒber wĂ€hrend des Jahres gespeiste Reservoirs gelaufen wĂ€re.

Verkehr

Eisenbahn

Die Geschichte der Eisenbahn im Kosovo begann mit der 1874 eröffneten Strecke von Selanik ĂŒber ÜskĂŒb nach Kosova Ovası, erbaut und betrieben von der von Baron Hirsch geleiteten Compagnie des Chemins de Fer Orientaux (CO). Das bis heute nicht wesentlich weiter ausgebaute und auch nicht elektrifizierte, der Personenbeförderung dienende Schienennetz besitzt dabei lediglich eine LĂ€nge von 333 Kilometern, die nach dem Krieg 1999 aber nicht mehr vollstĂ€ndig genutzt werden und sich sowohl, was die Schienenwegeinfrastruktur als auch die Fahrzeuge angeht, in einem Ă€ußerst schlechten Zustand befinden. Von 97 Kilometern lediglich industriell nutzbarer Schienenwege ist momentan nicht bekannt, inwieweit diese bedient werden.

Der Mangel an Großinvestitionen in das seit Jahrzehnten vernachlĂ€ssigte kosovarische Schienennetz, das auch nicht in den PaneuropĂ€ischen Korridor X integriert ist, erlaubte bisher keine Belebung des Schienenverkehrs im Verkehrswegesystem des Kosovo. Ein durch die EuropĂ€ische Entwicklungsbank im September 2015 gewĂ€hrtes Darlehen in Höhe von fast 40 Millionen Euro soll jedoch in die Modernisierung der von der nordmazedonischen Grenze ĂŒber FushĂ« Kosova und Mitrovica zur serbischen Grenze fĂŒhrenden, 148 Kilometer langen Hauptstrecke fließen. Die Bauarbeiten hierzu haben im sĂŒdlichen Abschnitt zwischen der Grenze zu Mazedonien und FushĂ« Kosova Anfang Juni 2019 begonnen.

Die Eisenbahngesellschaft Trainkos betreibt derzeit die zwei Strecken Peja–Pristina und Han i Elezit–FushĂ« Kosova mit einer internationalen Verbindung nach Skopje.

Im vorrangig von Serben bewohnten Nordkosovo hat Anfang MĂ€rz 2008 die serbische Eisenbahngesellschaft Ćœeleznice Srbije den Betrieb ĂŒbernommen.

Bis 1993 war der Bahnhof FushĂ« Kosova Haltebahnhof des Akropolis-Express von MĂŒnchen nach Athen, der mit Beginn des Jugoslawienkrieges ganz eingestellt wurde.

Straßen

Durch den Kosovo fĂŒhren mehrere Nationalstraßen und zwei Autobahnen. Derzeit gibt es rund 630 Kilometer Haupt- und Landstraßen. Die Hauptverkehrsachsen sind gut befahrbar. Einige Orte sind aber nur auf Feldwegen oder Schotterstraßen zu erreichen.

Die internationale GrĂŒne Karte wird im Kosovo nicht anerkannt. AuslĂ€nder mĂŒssen daher an der Grenze eine kosovarische Versicherungskarte erwerben. FĂŒr die Durchreise kann eine 15 Tage gĂŒltige Versicherung fĂŒr 15 Euro abgeschlossen werden. Zudem kann das Fahrzeug auch fĂŒr ein, zwei, sechs oder zwölf Monate versichert werden.

Zurzeit existieren fĂŒnf Autobahnstrecken im Kosovo, von denen zwei fertiggestellt sind:

  • Autostrada R 6 – Autostrada ArbĂ«n Xhaferi


Die R 6 soll die die kosovarische Hauptstadt Pristina mit der nordmazedonischen Hauptstadt verbinden. Die GesamtlĂ€nge soll 60 Kilometer betragen, von denen am 31. Dezember 2016 die ersten 20 Kilometer bis zum Dorf Babush i MuhaxherĂ«ve in Betrieb gestellt wurden. Am 22. Dezember 2017 wurde die zweite Phase der elf Kilometer langen Strecke bis nach Bibaj bei Ferizaj fĂŒr den Verkehr freigegeben. Der dritte Abschnitt nach Doganaj ist im Sommer 2018 erfolgt. Ende des Jahres 2018 soll die Autostrada vollstĂ€ndig bis Han i Elezit fĂŒhren.

  • Autostrada R 6b

Die Autostrada R 6b ist eine 32 Kilometer lange geplante Autobahn, die im Jahr 2018 in Bau gehen soll. Sie verbindet das Dorf Zahaq bei Peja mit dem Dorf Kijeva bei Pristina und soll die Strecke zwischen den beiden StĂ€dten deutlich verkĂŒrzen.

  • Autostrada R 7 – Autostrada Ibrahim Rugova
    GegenwĂ€rtig existiert die erste kosovarische Autobahn als Anschluss an die albanische A1 und Verbindung nach Mittelalbanien. Den Zuschlag fĂŒr das Großprojekt bekam das US-Konsortium Bechtel-Enka. Auf Grund der ĂŒberhöhten Preise dieses Unternehmens, zu zahlen vom Staat Kosovo, gibt es Kritik von der Opposition, besonders der Partei VV (Vetevendosje! – „Selbstbestimmung“). Die Rechtsstaatlichkeitsmission der EuropĂ€ischen Union im Kosovo hat inzwischen Ermittlungen zu der Auftragsvergabe eingeleitet.

Eine VerlĂ€ngerung der Autobahn zum PaneuropĂ€ischen Verkehrskorridor X bei NiĆĄ in Serbien ist in der Vorplanungsphase. Der Abschnitt zwischen Truda und dem GrenzĂŒbergang Merdare befindet sich derzeit im Bau.

  • Autostrada R 7.1 – Autostrada PrishtinĂ«-Gjilan-Dheu i BardhĂ«
    Die R 7.1 soll Pristina ĂŒber Gjilan mit dem Dorf Dheu i BardhĂ« verbinden. Die Planung der Autobahn wurde bereits abgeschlossen.

Flugverkehr

Im Kosovo gibt es einen zivilen Flughafen und einen MilitĂ€rflugplatz. Der Flughafen Pristina Adem Jashari fertigte 2012 1,5 Millionen Passagiere ab; zwei Jahre vorher gab es 5777 FlĂŒge von und nach Pristina. Zahlreiche europĂ€ische Fluggesellschaften fliegen Pristina an, darunter gibt es aus dem deutschsprachigen Raum FlĂŒge von Berlin, DĂŒsseldorf, Frankfurt am Main, Hamburg, Hannover, Köln/Bonn, Memmingen, MĂŒnchen, Stuttgart, Wien und ZĂŒrich.

Seeverkehr und Schifffahrt

Am 20. Februar 2009 fragte die Republik Kosovo beim Nachbarn Albanien an, den Hafen ShĂ«ngjin an der Adria-KĂŒste nutzen zu dĂŒrfen. Inoffiziell ist dieser Hafen schon mehr als einem Jahrzehnt den Kosovaren vorbehalten worden. Es gibt auch Ideen zum Bau einer Eisenbahnlinie zwischen dem Hafen und dem Kosovo. Dadurch erwarten beide Nachbarstaaten einen wirtschaftlichen Aufschwung. Ferner will die kosovarische Regierung eine Zoll-Zweigstelle in diesem Hafen errichten und mit der baldigen Nutzung beginnen.

Telekommunikation

Am 15. Dezember 2016 wies die Internationale Fernmeldeunion (ITU) dem Kosovo offiziell +383 als internationale Landesvorwahl zu. Die Telefonvorwahl war entsprechend einer Vereinbarung im Rahmen des von der EU vermittelten Serbien-Kosovo-Dialogs zuletzt Anfang Dezember 2016 von Serbien beantragt worden, basierend auf dem frĂŒheren Telekomabkommens von 2015 und der Reservierung dieser Vorwahl. Der Vereinbarung waren jahrelange Verhandlungen vorausgegangen. Nachdem alle technischen Umsetzungen durchgefĂŒhrt worden sind, ist die neue Vorwahl +383 seit 2. Februar 2017 aktiv. Bis zu dieser Umstellung waren die FestnetzanschlĂŒsse im Kosovo noch ĂŒber die Landesvorwahl von Serbien (+381) zu erreichen.

Im Kosovo sind folgende Telekommunikationsanbieter aktiv:

  • Telekomi i KosovĂ«s (Festnetz und Internet)
  • PTK Vala (Mobilfunk)
  • IPKO (Festnetz, Mobilfunk, Internet)

FĂŒr ĂŒber 1,2 Millionen MobilfunkanschlĂŒsse (PTK Vala) in der Republik Kosovo wird der von Monaco ausgegebene Rufnummernbereich unter +3774 verwendet. Dieser gehört zur Monaco Telecom, die auch das Netz betreibt.

Kultur

Symbole

Seit der UnabhÀngigkeitserklÀrung im Februar 2008 verwenden die Institutionen die neue Flagge des Kosovo. Viele Kosovo-Albaner verwenden die Flagge Albaniens, wÀhrend die meisten Serben die Flagge Serbiens bevorzugen. Bei offiziellen AnlÀssen wurde bis zur UnabhÀngigkeit die Flagge der Vereinten Nationen verwendet.

Am 5. Juni 2008 gab der Vorsitzende der Verfassungskommission des kosovarischen Parlamentes Hajredin Kuçi bekannt, dass die Arbeitsgruppe zur Findung der kĂŒnftigen Nationalhymne sich auf die Komposition Evropa („Europa“) von Mendi Mengjiqi geeinigt hat. Die Nationalhymne ist mit der Verabschiedung der Verfassung am 15. Juni 2008 in Kraft getreten und hat damit die bisher provisorisch verwendete Europahymne abgelöst. Sie hat in der offiziellen Version keinen Text.

Feiertage

Gesetzliche Feiertage mit festem Datum sind:

  • der Neujahrstag am 1. Januar (albanisch Viti i ri)
  • Tag der Aschkali am 15. Februar
  • Tag der ErklĂ€rung der UnabhĂ€ngigkeit am 17. Februar (Dita e PavarĂ«sisĂ«)
  • Tag der Veteranen am 6. MĂ€rz
  • Tag der Roma am 8. April
  • Tag der TĂŒrken am 23. April
  • Tag der Arbeit am 1. Mai (Dita e PunĂ«s)
  • Tag der Goranen am 6. Mai
  • Europatag am 9. Mai (Dita e EvropĂ«s)
  • Tag des Friedens am 12. Juni
  • Tag der Verfassung am 15. Juni (Dita e KushtetutĂ«s)
  • Tag der Bosniaken am 28. September
  • Tag der Albaner am 28. November
  • Weihnachten am 25. Dezember (Krishtlindja)

Gesetzliche Feiertage mit variablem Datum sind:

  • Karfreitag (E premtja e madhe)
  • Ostermontag (PashkĂ«t)
  • Islamisches Opferfest (Kurban Bajrami)
  • Tag des Fastenbrechens (FitĂ«r Bajrami)

Medien

Die Pressefreiheit hat sich in den letzten Jahren laut des von der internationalen Nichtregierungsorganisation International Research & Exchanges Board (IREX) ermittelten Media Sustainability Index, der derzeit einen Wert von 2,27 aufweist, verschlechtert. Damit liegt der Kosovo hinter allen seinen NachbarlĂ€ndern außer Albanien.

Rundfunk

Wichtigstes Massenmedium im Kosovo ist das Fernsehen, aus dem ĂŒber 80 Prozent aller Kosovaren ihre Nachrichten beziehen. Seit dem Ende des serbisch dominierten Staatsmonopols ĂŒber den Rundfunk etabliert sich zunehmend ein duales System: Neben dem staatlichen RTK existieren verschiedene private Fernsehsender, unter anderem RTV 21, 21 Plus (Musiksender), 21 Popullore und KTV. RTK wird von der kosovo-albanischen Bevölkerung als zuverlĂ€ssigste Nachrichtenquelle angesehen, obwohl eine Falschberichterstattung 2004 zu Unruhen mit 20 Toten fĂŒhrte. Unter den ethnischen Minderheiten, insbesondere den Serben, ist das Staatsfernsehen dagegen unbeliebt, obwohl der Staatssender RTK einen serbischsprachigen Sender eingerichtet hat.

Printmedien

WĂ€hrend des Kosovokrieges stieg die Zahl der Tageszeitungen deutlich an, viele dieser Zeitungen stellten ihr Erscheinen jedoch in den Folgejahren aus verschiedenen GrĂŒnden ein. 2004 existierten noch fĂŒnf Kosovo-weite Tageszeitungen, die eine Gesamtauflage von 24.000 aufwiesen. Damit weist der Kosovo die niedrigste Pro-Kopf-Zeitungsleserschaft in ganz Europa auf. Mit einer verkauften Auflage von 12.000 ist Koha Ditore („TĂ€gliche Zeit“) die auflagenstĂ€rkste Tageszeitung im Kosovo. Die 1997 gegrĂŒndete Zeitung, die durch NGOs und staatlich mitfinanziert wird, ist unabhĂ€ngig von den kosovarischen Parteien. ZĂ«ri („Stimme“), die 1999 aus der gleichnamigen Wochenzeitung hervorging, erreicht eine verkaufte Auflage von 7000 Exemplaren und wird allgemein ebenfalls als politisch unabhĂ€ngig betrachtet. Die gleiche AuflagenstĂ€rke hat die 1995 in der Schweiz erstmals erschienene Bota Sot („Welt heute“), die sich primĂ€r an die kosovo-albanische Diaspora richtet und auch fĂŒr die albanische Minderheit in Nordmazedonien publiziert; anders als ihre großen Konkurrenten ist sie nicht unabhĂ€ngig, sondern steht der LDK nahe. Daneben existieren mit Epoka e Re und Kosova Sot zwei kleinere Tageszeitungen. Es erscheinen fĂŒnf politische Wochenmagazine, von denen das 1945 erstmals als Zani i Rinisi Shqiptare herausgegebene ZĂ«ri mit einer Verkaufsauflage von 7000 bedeutendste ist. Java, das in einer Auflage von knapp ĂŒber 1000 erscheint, ist das regierungskritischste Magazin; es wird durch das Open Society Institute unterstĂŒtzt. Yeni Dönem („Neuer Beginn“) mit einer Verkaufsauflage von 1400 wendet sich an die tĂŒrkische Minderheit.

Internet

Der Zugang der Bevölkerung zum Internet liegt auf einem vergleichsweise hohen Niveau. 84,8 % der Haushalte haben einen Internetzugang und 76,6 % der Bevölkerung nutzen das Internet. Die GrĂŒnde fĂŒr die verhĂ€ltnismĂ€ĂŸig hohe Internetnutzung im Kosovo liegen sowohl bei der jungen Bevölkerung des Kosovo als auch darin, dass viele Kosovaren das Internet fĂŒr den Kontakt mit der Diaspora nutzen.

Kosovo-albanische Literatur

Eine eigenstĂ€ndige albanische Literatur entwickelte sich im Kosovo erst nach dem Zweiten Weltkrieg. In der 1949 gegrĂŒndeten literarischen Zeitschrift Jeta e re (dt.: „Neues Leben“) konnten die albanischen Schriftsteller Jugoslawiens erstmals publizieren. Mitte der 1960er Jahre wurde in Jugoslawien begonnen, in nennenswertem Umfang albanische und kosovo-albanische Literatur zu publizieren.

Mit der GrĂŒndung der UniversitĂ€t Prishtina im November 1969 hatten die albanischen Kosovaren erstmals Zugang zur höheren Bildung in ihrer Muttersprache. In der Folge kam es in den 1970er Jahren zu einer ersten BlĂŒte der albanischen Literatur in der Region.

Anders als in Albanien konnte sich die Literatur relativ frei von ideologischen ZwÀngen entwickeln. Da viele Kosovo-Albaner stÀndig oder zeitweise im westlichen Ausland lebten, suchten sie den Anschluss an zeitgenössische Tendenzen der modernen westlichen Literatur.

Bekannte kosovo-albanische Schriftsteller sind:

  • Hivzi Sulejmani (1912–1975), dessen Kurzgeschichten und Romane in den 1950er und 1960er Jahren eine große Leserschaft fanden
  • Esad Mekuli (1916–1993), Lyriker, grĂŒndete 1949 die erste albanischsprachige Literaturzeitschrift Jugoslawiens (Jeta e re), die er bis 1971 als Chefredakteur leitete
  • Enver Gjerqeku (* 1928), Lyriker, der die klassischen Formen bevorzugt
  • Din Mehmeti (* 1932) gilt als Vertreter moderner albanischer Lyrik
  • Azem Shkreli (1938–1997) Lyriker und Prosaist, thematisierte in seinen frĂŒhen Versen das Leben der Bergbewohner
  • Anton Pashku (1937–1995), Kurzgeschichten, Romane und Dramen, er gilt als Meister psychologischer Darstellung, sein Werk scheint beeinflusst von Franz Kafka oder Robert Musil
  • Nazmi Rrahmani (* 1941) schildert in seiner Prosa das kosovo-albanische Dorfleben
  • Ali Podrimja (1942–2012), moderner Lyriker, bekannt im Kosovo und in Albanien, gilt als herausragender Vertreter moderner Lyrik
  • BeqĂ« Cufaj (* 1970), in Deutschland lebender Schriftsteller und Journalist

Architektur

Die Überreste antiker Bauwerke im Kosovo sind unter anderem in der AusgrabungsstĂ€tte von Ulpiana zu besichtigen. Auch das Museum des Kosovo in Pristina zeigt antike Architekturfragmente. Aus serbischer Zeit sind Kirchenbauten erhalten wie zum Beispiel das Kloster Gračanica, das Patriarchenkloster Peć, die Kathedrale Bogorodica LjeviĆĄka in Prizren und das Kloster Visoki Dečani, die zum UNESCO-Welterbe gehören. Unter osmanischer Herrschaft entstanden zahlreiche Moscheen wie die Sinan-Pascha-Moschee in Prizren, die Große Moschee von Pristina und die Çarshi-Moschee, die dem bei der Schlacht auf dem Amselfeld von 1389 verstorbenen Sultan Murad I. geweiht ist. Neben den islamischen Sakralbauten bauten die Osmanen auch viele Befestigungsanlagen, vor allem wurden in großen und strategisch wichtigen StĂ€dten bereits bestehende Festungen ausgebaut oder ganz neue Kastelle errichtet. Dazu zĂ€hlen die Festung von Prizren, das Kastell bei Novo Brdo und die Festung von Gjilan. Auch zu dieser Zeit wurden einige SteinbogenbrĂŒcken erbaut wie zum Beispiel die Schneider-BrĂŒcke in Gjakova, die SteinbrĂŒcke von Vushtrria und diejenige von Prizren. In vielen StĂ€dten des Landes sĂ€umen in den historischen Zentren typisch osmanische HĂ€user die Gassen. Dazu zĂ€hlt unter anderem die Altstadt von Gjakova. Beispiel einer katholischen Kirche ist die Kathedrale Unserer Lieben Frau von der immerwĂ€hrenden Hilfe in Prizren. BĂŒrgerhĂ€user ehemaliger albanischer BĂŒrgerfamilien sind unter anderem in Gjakova zu besichtigen. Dort ist vor allem das Hysni-Koshi-Turmhaus architektonisch interessant. Auf Grund der ethnischen Konflikte ab den 1990er Jahren und dem Kosovokrieg 1999 wurden viele historische Bauten zerstört und wieder aufgebaut.

In der Liste der KulturdenkmĂ€ler im Kosovo sind alle Bauwerke aufgefĂŒhrt, die 2003 von der UNESCO als erhaltungswĂŒrdig klassifiziert wurden. Sie stellt jedoch nur einen Bruchteil der Architektur des Kosovo dar.

Sport

Der Kosovo verfĂŒgt ĂŒber Dutzende von SportverbĂ€nden und -clubs, die nun seit der UnabhĂ€ngigkeit 2008 auf internationaler Ebene in Erscheinung treten, so das Olympische Komitee, der Fußball-, Basketball-, Handball- und Tischtennisverband. Im Gegensatz zu einzelnen Vereinen dĂŒrfen die Nationalmannschaften des Kosovo bisher ĂŒberwiegend nicht an internationalen Turnieren teilnehmen. VollstĂ€ndige internationale Teilnahmerechte besitzt der Kosovo auf Grund serbischer, russischer oder chinesischer Vetorechte derzeit nur im Tischtennis und Gewichtheben. Das Land wurde im Dezember 2014 ein Mitglied des Internationalen Olympischen Komitees und trat das erste Mal bei den Olympischen Sommerspielen 2016 an.

Am 22. Mai 2012 erteilte die FIFA ihren MitgliedsverbĂ€nden offiziell die Erlaubnis, Freundschaftsspiele gegen Auswahlmannschaften des Fußballverbandes des Landes auszutragen. Am 3. Mai 2016 wurde der kosovarische Fußballverband das 55. UEFA-Mitglied. Außerdem wurde das Land im gleichen Jahr vollstĂ€ndiges FIFA-Mitglied.

Filmografie

  • Independence Day von Juerg Hostettler und Georg HĂ€sler, 2009, Erstausstrahlung am 16. Februar 2009 auf 3sat.

Siehe auch

Literatur

Landeskunde

  • Karl Kaser, Wolfgang Petritsch, Robert Pichler: Kosovo/Kosova. Mythen, Daten, Fakten. Wieser, Klagenfurt 1999, ISBN 3-85129-304-5.
  • Christine von Kohl, Wolfgang Libal: Kosovo: gordischer Knoten des Balkan. Europaverlag, Wien/ZĂŒrich 1992, ISBN 3-203-51161-4.

Geschichte

  • Bernhard Chiari, Agilolf Keßelring (Hrsg.): Wegweiser zur Geschichte. Kosovo, im Auftrag des MilitĂ€rgeschichtlichen Forschungsamtes. Schöningh, Paderborn/MĂŒnchen/Wien/ZĂŒrich 2006; 3., durchgesehene und erweiterte Auflage 2008, ISBN 978-3-506-75665-7 (Wegweiser zur Geschichte. Kosovo, PDF, 280 Seiten; 9 MB).
  • Konrad Clewing: Die anderen sind fehl am Platz – Albanische und serbische AnciennitĂ€tsdiskurse um Kosovo. In: Matthias Asche, Ulrich Niggemann (Hrsg.): Das leere Land. Historische Narrative von Einwanderergesellschaften. Franz Steiner Verlag, Stuttgart 2015, ISBN 978-3-515-11198-0, S. 47–69.
  • Noel Malcolm: Kosovo – A Short History. University Press, New York 1998, ISBN 978-0-06-097775-7 (englisch).

Der Kosovo und Kosovokonflikt seit 1998

  • Khaled Hassine: Housing and Property Directorate / Claims Commission in Kosovo (HPD/CC). Eine Studie zur Modellwirkung von HPD/CC fĂŒr den internationalen Eigentumsschutz Privater, mit einem Vorwort von Veijo Heiskanen. NWV, Wien/Graz 2009, ISBN 978-3-7083-0620-9 (= Studienreihe des Ludwig-Boltzmann-Instituts fĂŒr Menschenrechte, Band 21).
  • Hannes Hofbauer: Experiment Kosovo, Promedia, Wien 2008, ISBN 978-3-85371-285-6.
  • Helmut Kramer, Vedran DĆŸihić: Die Kosovo-Bilanz. Scheitert die internationale Staatengemeinschaft? 2. aktualisierte Auflage, Lit Verlag, Wien 2006, ISBN 3-8258-8646-8.
  • Dina Rossbacher: Friedenssicherung am Beispiel der Interimsverwaltung der Vereinten Nationen im Kosovo (UNMIK), Die Zivilverwaltung als neue Form der Friedenssicherung. Kovač, Hamburg 2004, ISBN 3-8300-1280-2 (= Schriften zur internationalen Politik, Bd. 7; zugleich Diss., UniversitĂ€t MĂŒnster, 2003).

Migration

  • Hansjörg Strohmeyer: Collapse and Reconstruction of a Judicial System. The United Nations Missions in Kosovo and East Timor. In: American Journal of International Law, Jg. 95 (2001), S. 46–63.
  • Jeton Neziraj, Timon Perabo: Sehnsucht im Koffer. Geschichten der Migration zwischen Kosovo und Deutschland. Be.bra Verlag, Berlin 2013, ISBN 3-95410-011-8.

Weblinks

Institutionen im Kosovo

  • Parlament der Republik Kosovo (englisch, albanisch und serbisch)
  • Regierung der Republik Kosovo (englisch, albanisch und serbisch)
  • PrĂ€sident der Republik Kosovo (englisch, albanisch und serbisch)

Internationale Organisationen

  • United Nations Mission in Kosovo (UNMIK) (englisch)
  • Kosovo Force (KFOR) der UNO unter NATO-FĂŒhrung (englisch)
  • EU-Sonderbeauftragter im Kosovo (englisch)
  • EULEX-Mission in Kosovo (EULEX Kosovo) (englisch)
  • OSZE-Mission in Kosovo (OMIK) (englisch; Text des Mandats auf deutsch verfĂŒgbar)
  • Ombudsperson in Kosovo (OIK) (Einhaltung der Menschenrechte)

Deutschsprachiges

  • Berichte und Hintergrundmaterial der EuropĂ€ischen StabilitĂ€tsinitiative (ESI) zum Kosovo
  • LĂ€nder- und Reiseinformationen des AuswĂ€rtigen Amtes
  • Axel Weipert: Gewalt, Stagnation und keine Perspektive – Die Lage im Kosovo, Magazin des Online-Portals „das Dossier“, 3. August 2011, abgerufen am 20. April 2014
  • Michael Sauer: Kosovo. In: LIPortal, Das LĂ€nderinformationsportal

Einzelnachweise


 

Region Regionen (0)

Noch keine Regionen eingetragen.
 

Die höchsten Gipfel Die höchsten Gipfel

 

Die höchsten Hütten Die höchsten Hütten

 

Touren in diesem Staat Touren in diesem Staat

 

Bücher und Karten Bücher und Karten

Flagge: Kosovo

Name englisch: Kosovo
Hauptstadt: Pristina
Kfz: RKS
ISO: XK
ISO3: XKX
Fläche: 10908 km²
Tld: .
Wärung Einheit: EUR
Währung: Euro
Vorwahl: 383

Ausdehnung / Grenzen (nach WGS 84 dezimal):
nördlichster Punkt: 43.268284
südlichster Punkt: 41.855833
westlichster Punkt: 20.017587
östlichster Punkt: 21.784752


 
Kosovo: Große Karte mit den Grenzen und allen POIs
Kosovo. Schaue dir die Lage und viele weitere Informationen an. Höchste Gipfel und höchste Hütten.

Twitter twitter.com/deinebergede Instagram instagram.com/deineberge.de Facebook facebook.com/DeineBerge Frage Kontakt Fragen, Fehler, Lob, Kritik?
Schreib uns eine Nachricht.