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Staat Informationen : Grönland

Informationen:


Grönland (grönländisch Kalaallit Nunaat [kaˈlaːɬːitˢʰ nuˈnaːtˢʰ], deutsch ‚Land der Kalaallit‘, dänisch Grønland [ˈɡ̊ʁɶnlanʔ], deutsch ‚Grünland‘) ist ein autonomer Bestandteil des Königreichs Dänemark. Der größte Teil der Landesfläche besteht aus der größten Insel der Erde, gelegen im Nordatlantik bzw. Arktischen Ozean. Grönland wird geografisch zu Nordamerika und geologisch zu dessen arktischer Teilregion gezählt. Grönland verfügt über die nördlichste Landfläche der Erde und ist nur spärlich besiedelt. Die gesamte Bevölkerung lebt an der Küste, vor allem im Westen des Landes. Bis 1953 eine dänische Kolonie, genießt Grönland seit 1979 Autonomie, seit 2009 in verstärkter Form.

Name

Der Name Grönland ist die deutsche Schreibung des dänischen Grønland, das wörtlich übersetzt „Grünland“ bedeutet. Dieser Name stammt vom altnordischen Grænland. Erik der Rote hatte das Land bei seiner Ankunft in Südgrönland so genannt. Es wird davon ausgegangen, dass der Name einerseits wegen des wärmeren Klimas eher zutreffend war als heute, andererseits soll es sich um einen Werbetrick gehandelt haben, um Siedler ab dem Jahr 985 n. Chr. anzulocken.

Die grönländischsprachige Eigenbezeichnung ist Kalaallit Nunaat, was eine Ableitung von der Volksbezeichnung der Kalaallit (Sg. Kalaaleq) darstellt. Es ist weitgehend akzeptiert, dass es sich hierbei um eine Entlehnung aus dem altnordischen skrælingr handelt, das an die grönländische Phonotaktik angepasst wurde. Der Begriff wurde in der Wikingerzeit genutzt, um die in Grönland und Kanada lebenden Inuit zu bezeichnen. Im Labrador-Dialekt des Inuktitut findet sich gleichermaßen der Begriff karaaliq zur Bezeichnung eines Grönländers, der bereits im 18. Jahrhundert belegt ist. Auch im Grönländischen war im 18. Jahrhundert noch die Form mit r belegt, das aber in Lehnwörtern üblicherweise zu l wurde.

Geografie

Landschaftsformung

Allgemeines

Grönland reicht von 59° 46′ nördlicher Breite am Kap Farvel bis 83° 40′ nördlicher Breite an der Kaffeklubben-Insel beim Kap Morris Jesup und ist 2670 km lang. Die Breite beträgt maximal 1050 km vom Kap Alexander im Westen bis Nordostrundingen im Osten. Grönlands Nordküste ist mit 740 km Abstand die dem Nordpol am nächsten gelegene größere zusammenhängende Landmasse.

Im Norden der Insel liegt der vereiste Arktische Ozean mit seinen Randmeeren Lincolnsee und Wandelsee. Im Osten grenzt sie an die Grönlandsee und an die Irmingersee, im Westen an die Davisstraße und die Baffin Bay, alles Randmeere des Atlantiks. Im Nordwesten geht Grönland in die sehr zerklüftete und weitläufige Inselwelt der Königin-Elisabeth-Inseln über. Dort ist Grönland durch die Naresstraße, die die Baffin Bay mit der Lincolnsee verbindet und bereits zum Arktischen Ozean gehört, von der Ellesmere-Insel (Teil der Königin-Elisabeth-Inseln) getrennt.

Das gesamte grönländische Inland ist von einem Eisschild bedeckt, das auf einem teils unter dem Meeresspiegel liegenden Becken ruht. Er macht vier Fünftel der Landesfläche aus. Die eisfreien Küstenbereiche machen eine Fläche aus, die etwas größer als die Fläche Deutschlands ist.

Auf Weltkarten wird Grönland oft stark verzerrt dargestellt. Da es nicht möglich ist, die Oberfläche der kugelförmigen Erde ohne Verzerrungen auf eine flache Karte abzubilden, kann eine Weltkarte nicht zugleich längentreu, flächentreu und winkeltreu sein. In der winkeltreuen klassischen Mercatorprojektion erscheint die Insel Grönland (2,2 Mio. km²) infolge hoher geografischer Breite überaus groß dargestellt, verglichen etwa mit Kontinenten wie Afrika (30 Mio. km²) oder Australien (8,6 Mio. km²).

Küstengeografie

Der eisfreie Küstenstreifen hat verschiedene Breiten, teilweise reicht das Inlandseis bis direkt an die Küste heran. Die Küste ist vor allem im Westen und Osten von mehreren tausend Fjorden, Buchten und Meerengen zerschnitten, durch die der Hauptinsel ebenso viele Inseln und Schären vorgelagert sind. Dadurch beträgt die grönländische Küstenlänge etwa 39.000 km.

Der Norden und Nordwesten Grönlands um den Distrikt Qaanaaq ist geprägt von bis zu 100 km breiten Gletschern wie dem Humboldt-Gletscher und massiven eisfreien Küstenbereichen, denen nur wenige Inseln vorgelagert sind. Südlicher liegt die Melville-Bucht und südlich davon der Distrikt Upernavik, wo das gesamte Festland vom Inlandeis bedeckt ist. Ihm vorgelagert liegen hunderte mehrheitlich kleine Inseln. Südlich davon im Distrikt Uummannaq und der Diskobucht ist die Küste von wenigen größeren Inseln, wobei der eisfreie Küstenstreifen hier eine Breite von durchschnittlich etwa 20 km erreicht. Im zentralen Westgrönland erreicht dieser Längen von bis zu knapp 200 km, der von ebenso langen Fjorden und hunderten kleiner vorgelagerter Inseln geprägt ist. Nach Süden hin verringert sich die Breite auf etwa 50 km. Südgrönland ist noch etwas stärker von Fjorden zerfurcht. Hier liegt die Breite bei etwa 70 bis 120 km. Die grönländische Ostküste hat kaum eisfreie Bereiche und nur wenige kleinere Inseln. Im Nordosten erreicht der Küstenstreifen wieder Breiten von bis zu 200 km und ist von langen Fjorden und großen Inseln geprägt.

Die grönländischen Fjorde gehören zu den größten und tiefsten der Welt. Der Kangertittivaq in Ostgrönland ist mit einer Länge von 300 km, einer Breite von 40 km und einer Tiefe von bis zu 1450 m der größte der Welt. Am Ende der Fjorde befinden sich häufig vom Inlandeis kommende Gletscher, die wie der Jakobshavn Isbræ gewaltige Mengen Eis ins Meer kalben lassen. Die Küste ist in leicht gewelltes Hochland mit sehr hohen Bergen und Gebirgen, von denen der im Watkins-Gebirge im Osten der Insel gelegene Gunnbjørns Fjeld mit 3694 m der höchste ist. Die größte Nebeninsel Grönlands ist die Diskoinsel in der Diskobucht in Westgrönland.

Inlandsgeografie

Das grönländische Inland ist vollständig von Eis bedeckt. Der bis zu 3400 m mächtige, durchschnittlich 2000 m starke grönländische Eisschild bewegt sich an den Küsten zum Meer und lässt oft Eisberge von mehreren Kilometern Länge entstehen. Er ist der zweitgrößte Eisschild des Planeten, nur übertroffen vom stellenweise mehr als 4700 m dicken antarktischen Eisschild.

Die Vereisung setzte vor etwa 2,7 Millionen Jahren ein. Damals setzte durch die Schließung der Landenge von Panama eine neue Phase des känozoischen Eiszeitalters ein, die Gebirge im Osten der Insel waren hoch genug gehoben worden und die Insel in ausreichende Polnähe geraten, um die bis heute anhaltende Vergletscherung auszulösen. Das Festland unter dem Inlandeis liegt bedingt durch den Druck des Eisschilds teilweise unter dem Meeresspiegel. In ihm befindet sich auch der 2013 entdeckte Grand Canyon von Grönland, der mit mindestens 750 km Länge, 10 km Breite und 800 m Tiefe größer als der Grand Canyon im Westen der USA ist.

Durch die globale Erwärmung ist das grönländische Inlandeis einem kontinuierlichen Abschmelzprozess ausgesetzt. Zwischen 2011 und 2014 verlor der Eisschild auf Grönland im Schnitt etwa 269 Mrd. Tonnen (ca. 293 km³) Eis pro Jahr. Der Massenverlust hat sich seit den 1980er Jahren versechsfacht. Würde das gesamte Inlandeis Grönlands (2,85 Mio. km³) schmelzen, würde der Meeresspiegel weltweit um 7,4 Meter steigen. Von der Eislast befreit würde die Insel in ihren Zentralbereichen, die heute teilweise unter den Meeresspiegel gedrückt werden, um rund 800 Meter aufsteigen (postglaziale Landhebung).

Geologie

Die Insel war Bestandteil des sehr alten präkambrischen Kontinents Laurentia, dessen östlicher Kern den Grönland-Schild bildet, während er an den weniger exponierten Küstenstreifen in eine Tafel übergeht. In diesen eisfreien Küstenstreifen treten präkambrisch gebildete, metamorph überprägte und mittlerweile glazial geformte Sedimente auf, welche sich in Teilen der Insel bis ins Känozoikum und Mesozoikum fortsetzen.

In Ost- und Westgrönland gibt es Relikte von Flutbasalten. Erwähnenswerte Gesteinsprovinzen liegen an der Südwestküste bei Qeqertarsuatsiaat vor (metamorphe Magmatite, Ultramafite und Anorthosite). Östlich von Nuuk finden sich in der über drei Milliarden Jahre alten Isukasia-Bändereisenerz-Region die ältesten Gesteine der Welt, darunter Grönlandit (ein Gestein vorwiegend aus Hornblende und Hypersthen), entstanden vor 3,8 Milliarden Jahren, sowie Nuummit. Neben der Isukasia-Eisenerz-Region gibt es auf Grönland an der Westküste noch zwei weitere bedeutende Bändereisenerz-Vorkommen bei Qaanaaq und der Talsenke Itilliarsuk östlich von Qeqertaq.

In Südgrönland besteht der Illimaussaq Alkaline Complex aus Pegmatiten wie Nephelin-Pegmatit, Syeniten (namentlich Kakortokit oder Naujait) sowie Sodalithit (Sodalith-Foyait). Bei Ivittuut, wo früher Kryolith abgebaut wurde, kommt der fluoridführende Pegmatit vor. Nördlich von Igaliku finden sich die Gardar-Alkali-Pegmatit-Intrusionen aus Augit-Syenit, Gabbro etc.

Im Westen und Südwesten gibt es paläozoische Carbonatitkomplexe bei Kangerlussuaq (Gardiner-Komplex) und Safartoq sowie basische und ultrabasische Eruptivgesteine bei Uiffaq auf der Diskoinsel, wo bis zu 25 t schwere gediegene Eisenmassen in den Basalten vorkommen.

Klima

Heutiges Klima

Die Klimaverhältnisse unterscheiden sich innerhalb Grönlands stark. In den Küstenbereichen herrscht ein subpolares Klima, im Norden und im Inland hingegen polares Klima. Das Klima ist stark von den Jahreszeiten abhängig. Entlang der Küste unterscheiden sich die Temperaturverhältnisse im Sommer im Norden Grönlands nur wenig von denen im Süden, was durch die konstante Sonneneinstrahlung der Mitternachtssonne begründet ist. Im Winter sinkt die Temperatur aufgrund der fehlenden Sonne hingegen umso stärker im Norden. Neben der Sonneneinstrahlung hat auch die von den Eisverhältnissen abhängige Wassertemperatur einen großen Einfluss auf die Temperatur. An der Westküste wird das Klima durch den Grönlandstrom gemildert, den hier der Nordatlantische Strom und der Golfstrom mit relativ warmem Wasser versorgen. Rund 100 km von der Küste entfernt ist das Klima deutlich kontinental geprägt, ähnlich dem Klima Sibiriens oder Mittelalaskas. Auf dem Inlandseis wurden bis zu rund −70 °C gemessen, während in Maniitsoq im Juli 2013 25,9 °C erreicht wurden. Die Jahresdurchschnittstemperatur liegt in Grönland üblicherweise unter dem Gefrierpunkt, nur in Südgrönland leicht darüber.

In den Küstenbereichen entspricht die Niederschlagsmenge etwa der Oslos. In den kontinentalen Inlandsbereichen und in Nordgrönland fällt hingegen deutlich weniger Niederschlag, sodass diese Gebiete als Kältewüsten klassifiziert werden können. Auch in Kangerlussuaq, das als einziger Ort Grönlands mehr als 100 km vom Ozean entfernt liegt, fällt nur ein Fünftel der Niederschlagsmenge der Küstenstädte. Wegen der Temperaturen fällt der Niederschlag häufig als Schnee, im Sommer jedoch als Regen. Schnee im Sommer ist möglich, Regen im Winter jedoch selten.

Die Windverhältnisse sind deutlich variabler als in Europa. An der grönländischen Küste ist es häufig windstill, aber Föhnwinde und katabatische Winde strömen häufig plötzlich von den Gebirgen hinab und sorgen so für starke Stürme. Der bekannteste von ihnen ist der Piteraq, der in Ostgrönland auftritt und dort in bewohnten Bereichen für starke Zerstörungen sorgen kann. Meist gibt es leichte Winde, die tageszeitenabhängig fjordauf- oder -abwärts wehen.

Historische Klimaentwicklungen

In den Bohrkernen von Material unter dem mehr als 2000 Meter dicken Eis wurden DNA-Spuren von Kiefern, Eiben und Erlen sowie von Schmetterlingen und anderen Insekten gefunden, die ein Alter zwischen 450.000 und 800.000 Jahren aufzuweisen scheinen, wegen Messunsicherheiten aber auch nur etwa 120.000 Jahre alt sein könnten. Die Forscher um Martin Sharp (University of Alberta, Kanada) vermuten daher, dass Grönland vor der Vergletscherung während der Riß-Kaltzeit ein „grünes Land“ mit deutlich wärmerem Klima als heute war.

Die Besiedelung Grönlands im Mittelalter durch die Grænlendingar und die Thule-Kultur geht zeitlich mit der Mittelalterlichen Warmzeit einher. Während der Kleinen Eiszeit in der zweiten Hälfte des 2. Jahrtausends sank die Temperatur hingegen wieder.

Um 1890 begann die Temperatur wieder zu steigen und erreichte einen Höhepunkt in den 1930er und 1940er Jahren. Das Klima wurde dabei allgemein deutlich maritimer, also mit geringeren Temperaturschwankungen im Laufe des Jahres. Anschließend blieb die Temperatur gleich und sank leicht, ab den 1950er Jahren wieder stärker. Diese Klimaänderung hatte großen Einfluss auf die grönländischen Eisverhältnisse und damit auch auf die wirtschaftliche Grundlage, weg vom Robbenfang hin zur Fischerei.

Durch die größtenteils menschlich verursachte globale Erwärmung steht das Ökosystem Grönlands vor schweren Veränderungen. 2015 zeigte die Arktis erste Zeichen von irreversiblen Veränderungen; unter anderem könnte ein Temperaturanstieg zwischen 1 °C und 4 °C das fast vollständige Abschmelzen des grönländischen Eises auslösen. Das Risiko, das sich durch die Aktivierung weiterer Kippelemente ergibt, ist dabei von der Höhe des Temperaturanstieges abhängig und ist bei einer stärkeren Erwärmung umso größer. Seit 1990 hat sich die Durchschnittstemperatur im Sommer um 1,8 °C und im Winter um 3 °C erhöht. Durch vermehrte Regenereignisse wird das Abschmelzen der grönländischen Gletscher weiter beschleunigt, und die Bewölkung verhindert, dass viel Wärme entweichen kann.

Flora und Fauna

Flora

Grönlands Inland ist ein vegetationsfreier Eisschild. Die Küstengebiete lassen sich hingegen aufgrund der klimatischen Verhältnisse in drei verschiedene Biome aufteilen, die jedoch allesamt durch das Fehlen von eigentlichen Wäldern charakterisiert sind.

  • Die hocharktische Vegetationszone erstreckt sich vom 71. Breitengrad, also von einer nördlich von Uummannaq bis Ittoqqortoormiit verlaufenden Linie, nach Norden. Die flachen Gebiete sind als klassische Tundra von Bewuchs von Arktischer Weide, Vierkantiger Schuppenheide und anderen Zwergsträuchern sowie Moosen geprägt. Die Berggebiete sind hingegen Kältewüsten.
  • Die niederarktische Vegetationszone erstreckt sich südlich des 71. Breitengrades, im niederschlagsarmen Inland noch weiter nördlich. Dort finden sich vor allem Weidengewächse, die eine Höhe von 0,5 bis 3 Metern erreichen können.
  • Die subarktische Vegetationszone befindet sich in Südgrönland, umfasst aber auch die kontinentalen Gebiete weiter nördlich, vor allem um Kangerlussuaq und Kapisillit. Sie umfasst das einzige Waldtundragebiet Grönlands, im Qinngoq Avannarleq (Qinnguadalen), einem Talgebiet nordöstlich von Tasiusaq. Dort treten flache Moor-Birken und Mehlbeerbäume auf. Bei Kapisillit gibt es strauchartige Grün-Erlen und Weiden. Im niederschlagsarmen Kangerlussuaq gibt es dennoch weniger Vegetation, sodass auch hier eher von Tundra zu sprechen ist.

Auf Grönland wachsen rund 3500 Arten von Moosen, Flechten, Pilzen und Algen. Dazu kommen etwa 500 Arten höherer Pflanzen. Zu diesen gehören Farne, Bärlapppflanzen, Wacholder und zahlreiche Bedecktsamer wie Hahnenfußgewächse, Rosengewächse, Steinbrechgewächse, Kreuzblütler, Nelkengewächse, Heidekrautgewächse, Nachtschattengewächse, Korbblütler, Binsengewächse, Sauergrasgewächse und Süßgräser.

Fossilien weisen darauf hin, dass vor 55 Millionen Jahren Wälder überwiegend aus Mammutbäumen und Laubbäumen existierten. Vor vor 900.000 bis 450.000 Jahren war Grönland bewaldet, unter anderem mit Erlen, Fichten, Kiefern und Eiben. Der Klimawandel führt derzeit dazu, dass die Pflanzen eher blühen können.

Fauna

Grönlands Fauna ist gut erforscht. Archäologische Untersuchungen ermöglichen Erkenntnisse zu früher in Grönland lebenden Tieren. Dazu kommen Beschreibungen der Tierwelt aus schriftlichen Quellen, begonnen bei altnordischer Literatur in Form des Konungs skuggsjá (um 1230) und später wissenschaftlichen Beschreibungen von Hans Egede, seinen Söhnen Poul und Niels Egede sowie Otto Fabricius. Später wurden zahlreiche Expeditionen zur Erforschung der grönländischen Fauna durchgeführt.

Auf dem grönländischen Land und im Meer leben zahlreiche Säugetiere, Vögel, Fische und Insekten, während Reptilien und Amphibien nicht vorkommen.

Landsäugetiere

Die grönländische Landfauna ist in zwei geografische Zonen geteilt, die durch die Melville-Bucht und den Kangertittivaq getrennt werden.

  • Nord- und Nordostgrönland wurden durch die Nares-Straße von Kanada aus besiedelt, allerdings vermochten es die meisten Tiere nicht, die vom Inlandeis geprägten Küstengebiete nach Süden hin zu überwinden.
  • (Südost- und) Westgrönland wurden entweder über ebendiese Küstengebiete besiedelt oder mittels Treibeis von Baffin Island aus.

In Grönland gibt es nur wenige Arten von Landsäugetieren. In der südlichen Zone kommen Rentiere, Schneehasen und Polarfüchse vor. Wilde Rentiere leben vor allem im zentralen Westgrönland um Sisimiut und Maniitsoq. Schneehasen und Polarfüchse leben auch in der nördlichen Zone. Ausschließlich in der nördlichen Zone leben Moschusochsen und Hermeline sowie der Nördliche Halsbandlemming, dessen Bestand die Vorkommen seiner Fressfeinde stark beeinflussen kann. Durch die Ankunft von Polarwölfen in Nordostgrönland starben um 1900 die Rentiere dort aus. Später verschwand auch der Polarwolf wieder. Im 20. Jahrhundert wurden europäische Rentiere sowie Moschusochsen zur Fleischproduktion in Westgrönland angesiedelt. Der Eisbär lebt ebenfalls hauptsächlich in der nördlichen Zone, bewegt sich auf Treibeis aber regelmäßig in die bewohnten Gebiete West- und Ostgrönlands, wo er eine Gefahr für Menschen, aber auch eine Nahrungsquelle darstellt.

Meeressäugetiere

In den Gewässern vor Grönlands Küste leben zahlreiche Walarten: Grönlandwale, Zwergwale, Buckelwale, Grindwale, Schweinswale, Schwertwale, Blauwale, Finnwale, Narwale und Weißwale.

Neben den Walen gibt es sechs Robbenarten, von denen die Ringelrobbe die verbreitetste ist. Daneben gibt es Bartrobben, Walrösser, Sattelrobben, Klappmützen und wenige Seehunde.

Die Inuit zählen auch den Eisbär zu den Meeressäugern, weil dieser wesentliche Zeit seines Lebens auf dem Meer, insbesondere auf dem Pack- und Treibeis, verbringt.

Vögel

Die grönländische Vogelwelt lässt sich ebenfalls in Land- und Seevögel unterteilen.

Unter den an Land lebenden Vögeln sind in der südlichen Zone folgende von größerer Bedeutung: Alpenschneehühner, Kolkraben, Schneeammern, Spornammern, Steinschmätzer, Birkenzeisige und Polar-Birkenzeisige leben in ganz Westgrönland. Dazu kommen mehrere Vogelarten, die nur regional vorkommen: Wacholderdrosseln in Südwestgrönland, Strandpieper in Nordwestgrönland und Wiesenpieper nur im Südosten. Des Weiteren gibt es mehrere Raubvögel: Im Westen und Südwesten leben Seeadler, dazu kommen Wanderfalken und Jagdfalken.

Zu den Küsten- und Ufervögeln gehören Meerstrandläufer, Odinshühnchen, Thorshühnchen, Mittelsäger, Eistaucher, Sterntaucher, Eisenten, Stockenten, Kragenenten und Blässgänse.

In der nördlichen Zone leben Schneeeulen, Gerfalken, Falkenraubmöwen, Schneehühner, Schneegänse, Ringelgänse, Weißwangengänse, Kurzschnabelgänse, Regenpfeifer, Steinwälzer, Knuttstrandläufer, Alpenstrandläufer und Sanderlinge.

Seevögel leben häufig an den grönländischen Vogelfelsen. Zu ihnen gehören Eiderenten, Prachteiderenten, Trottellummen und Krabbentaucher, die eine große Rolle spielen. Dazu kommen kleinere Kolonien von Papageitauchern, Tordalken, Kormoranen und Gryllteisten. In Grönland gibt es zudem zahlreiche Möwenarten, wie die Dreizehenmöwe, Eismöwe, Polarmöwe, Mantelmöwe, Schmarotzerraubmöwe, Falkenraubmöwe, Küstenseeschwalbe sowie die selteneren Schwalbenmöwe, Elfenbeinmöwe und Rosenmöwe. Weitere vor der Küste lebende Vögel sind der Eissturmvogel und der Große Sturmtaucher.

Fische und Krebstiere

Die Gewässer in und um Grönland werden von zahlreichen Fischarten bevölkert. In den Flüssen und Seen leben Seesaiblinge, Dreistachlige Stichlinge und Lachse.

Die Fischerei stellt wegen der zahlreichen Speisefische einen wichtigen Wirtschaftszweig dar. Im Meer leben Rotbarsche, Gestreifter Seewolf, Schwarzer Heilbutt, Heilbutt, Lachse, Lodden, Grönlandhaie, Seehasen, Atlantischer Hering, Doggerscharben, Vahls Wolfsfisch, Polardorsch, Groppen, Rochen, Uuaq, Lumbe, Rundnasen-Grenadier, Blaulenge, Schellfische und Köhler.

Unter den Garnelen spielt die Eismeergarnele die größte Rolle. Daneben kommen Krabben, Tintenfische und Mies- und Kammmuscheln vor.

Insekten, Spinnentiere und Weichtiere

Auf Grönland leben etwa 700 bis 800 Insektenarten und Spinnentiere. Zu diesen gehören vor allem Stech- und Kriebelmücken, Gnitten, Schmeißfliegen, Schmetterlinge (Spanner, Wickler und Eulenfalter), Marienkäfer, Wolfsspinnen und Kreuzspinnen. Dazu kommen Schnecken und Regenwürmer.

Siedlungsgeografie

Verwaltungsgliederung

Grönland ist in fünf (bis 2018 vier) Kommunen aufgeteilt, die im Zuge einer Kommunalreform im Jahr 2009 gebildet wurden. Die Qaasuitsup Kommunia wurde 2018 in die Avannaata Kommunia und die Kommune Qeqertalik aufgespalten. Neben den fünf Kommunen gibt es mit dem unbewohnten Nordost-Grönland-Nationalpark und der Thule Air Base (Pituffik) zwei gemeindefreie Gebiete. Die fünf Kommunen sind folgende (Einwohnerzahlen vom 1. Januar 2021):

  • Avannaata Kommunia (10.820 Einwohner) – Hauptort Ilulissat
  • Kommune Qeqertalik (6.312 Einwohner) – Hauptort Aasiaat
  • Qeqqata Kommunia (9.305 Einwohner) – Hauptort Sisimiut
  • Kommuneqarfik Sermersooq (23.462 Einwohner) – Hauptort Nuuk
  • Kommune Kujalleq (6.454 Einwohner) – Hauptort Qaqortoq

Historisch war Westgrönland bis 1950 in eine im Laufe der Zeit variierende Zahl an Koloniedistrikten aufgeteilt, zuletzt elf. Diese verteilten sich auf die zwei Inspektorate Nordgrönland und Südgrönland. Die Koloniedistrikte waren seit 1911 in gut 60 Gemeinden unterteilt. 1950 wurden festgelegt, dass Grönland aus drei Landesteilen besteht: Westgrönland (Kitaa), das aus den beiden bisherigen Inspektoraten bestand, und die beiden administrativ eingegliederten Landesteile Ostgrönland (Tunu) und Nordgrönland (Avanersuaq). Von da an bestand Grönland aus 19 und später 18 Gemeinden, die größtenteils deckungsgleich mit den vorherigen Koloniedistrikten waren. Die 18 Gemeinden wurden 2009 zu den vier Kommunen zusammengelegt. Die bisherigen Gemeinden bestehen darunter als Distrikte weiter, dienen aber eher statistischen und kulturellen als administrativen Abgrenzungszwecken.

Ortschaften

Die Inuit lebten früher halbnomadisch, lebten also immer an dem Ort, wo man Nahrung finden konnte, und zogen dann zum nächsten Wohnplatz weiter. Durch die Kolonialisierung wurden an manchen Orten Handels- und Missionsstationen mit Infrastruktur errichtet. Zuerst entstanden Kolonien, die für ein bestimmtes Gebiet (die Koloniedistrikte) zuständig waren, ab etwa 1800 wurden auch Udsteder gegründet, die einer Kolonie untergeordnet waren und als lokales Zentren innerhalb des Distrikts dienten. Zahlreiche Wohnplätze erhielten nie eine Infrastruktur und wurden regelmäßig besiedelt und verlassen. Anfang des 20. Jahrhunderts nahm die Mobilität ab und die Wohnplätze wurden dauerhafter besiedelt. In der Mitte des 20. Jahrhunderts wurden fast alle Wohnplätze aufgegeben und die Bevölkerung zog in die ehemaligen Udsteder und Kolonien, die zu Dörfern und Städten wurden. Nur eine Handvoll Wohnplätze überlebten diese Phase und wurden dann ebenfalls als Dörfer klassifiziert.

Heute gibt es in Grönland 17 Städte, 55 Dörfer, rund 30 südgrönländische Schäfersiedlungen und einige bewohnte Stationen verschiedener Art. Die Städte dienen als Lokalzentrum für die umliegenden Dörfer. Die meisten Orte liegen an der Westküste der Insel. Dazu kommen sieben Orte an der Ostküste. Die 17 grönländischen Städte sind auf der nebenstehenden Karte verzeichnet.

Mittlerweile lebt ein Drittel der grönländischen Bevölkerung in der Hauptstadt Nuuk (rund 18800) Einwohner. Die nächstgrößere Stadt ist Sisimiut mit etwa 5600 Einwohnern. Sechs Städte haben mindestens 2000 Einwohner, weitere sieben zwischen 1000 und 2000 Einwohner. Vier Städte haben unter 1000 Einwohner. Die kleinste Stadt ist Ittoqqortoormiit mit etwa 360 Einwohnern. Mit jeweils rund 450 Einwohnern sind die beiden Dörfer Kangerlussuaq und Kullorsuaq größer als Ittoqqortoormiit. Die übrigen Dörfer haben maximal 300 Einwohner, die kleinsten nur rund 20 Einwohner.

Bevölkerung

Zusammensetzung

Grönland hat etwa 56.000 Einwohner. Von diesen sind etwa 89 % in Grönland geboren und 11 % außerhalb. Knapp 98 % der Bevölkerung haben die dänische Staatsbürgerschaft.

Da weder in Grönland noch in Dänemark der ethnische Hintergrund untersucht wird, können nur Umfragen und Schätzungen zur ethnischen Bevölkerungsstruktur abgegeben werden. Üblicherweise ist das Grönländischsein eine Frage der Selbstidentifikation. Eine Studie von 2019 hat ergeben, dass etwa 92 % der grönländischen Bevölkerung sich als Grönländer identifizieren, was gut 51.300 Personen entspricht.

Die übrige Bevölkerung von rund 5000 Personen besteht aus dänischen Staatsbürgern nichtgrönländischer Identität und Ausländern. Letztere machen rund 1350 Personen aus. Von diesen sind rund 30 % Philippiner, 17 % Thailänder und 9 % Isländer. Weitere signifikante Minderheiten (mindestens 50 Personen) sind Schweden, Norweger, Polen, Deutsche, Chinesen und US-Amerikaner.

Ethnien

Als Grönländer werden im rechtlichen Sinne alle dänischen Staatsbürger mit Wohnsitz in Grönland bezeichnet, ungeachtet ihrer Ethnizität. Im ethnischen Sinn gilt als Kalaallit (Sg. Kalaaleq) hingegen nur der Teil der Bevölkerung, der Inuit-Vorfahren hat und in der Regel Grönländisch (Kalaallisut) spricht. Ein Teil dieser Gruppe unterhält seinen Wohnsitz in Dänemark.

Ethnologisch lassen sich die Kalaallit in drei Gruppen unterteilen, die sich in Herkunft, Geschichte und Sprache unterscheiden. Auch hier wird keine Statistik geführt, sodass Zahlen nur geschätzt werden können:

  • Die Kitaamiut (Westgrönländer) bewohnen den traditionellen Landesteil Kitaa, der von der Melville-Bucht bis zum Kap Farvel reicht. Sie machen mit rund 47000 Menschen den größten Teil der Bevölkerung aus und sind der, der 1721 kolonialisiert wurde.
  • Die Tunumiit (Ostgrönländer) leben heute in der Gegend um Tasiilaq sowie in Ittoqqortoormiit im Landesteil Tunu. Sie wurden Ende des 19. Jahrhunderts kolonialisiert. Sie machen rund 3500 Personen aus.
  • Die Inughuit (Nordgrönländer) leben in und um Qaanaaq im Landesteil Avanersuaq. Sie wurden Anfang des 20. Jahrhunderts kolonialisiert. Sie sind mit rund 800 Mitgliedern die kleinste Gruppe.

Die Kujataamiut in Südgrönland gehören zu den Kitaamiut, haben sich aber im 19. Jahrhundert durch Zuwanderung mit den Tunumiit vermischt.

Wegen der unterschiedlichen Geschichte bezeichnen sich beispielsweise manche Inughuit nicht als Kalaallit, um ihre eigene Ethnizität hervorzuheben.

Der größte Teil der grönländischen Bevölkerung, vor allem die Kitaamiut, ist gemischtethnisch und stammt teils von den Inuit der Thule-Kultur, die nach dem Jahr 1000 von Norden kommend die grönländische Küste besiedelten, teils von den dänischen, in selteneren Fällen norwegischen, isländischen und schwedischen Kolonialangestellten ab, die vom 18. bis zum 20. Jahrhundert in Grönland dienten. 80 % der Grönländer haben heutzutage auch europäische Vorfahren, wobei der europäische Genanteil durchschnittlich 31 % der DNA ausmacht. Lediglich die Tunumiit und Inughuit haben wesentlich weniger europäische Genanteile, weil ihre Gebiete erst um 1900 kolonialisiert wurden.

Die Nachnamen der grönländischen Bevölkerung sind teils während der Missionierung neu gebildete Patronyme zu dänischen (Petersen, Olsen, Jensen, Nielsen, Hansen) oder biblischen Namen (Jeremiassen, Petrussen, Filemonsen, Isaksen, Tobiassen), teils die Nachnamen der europäischen Stammväter. Durch das häufige Vorkommen deutscher Nachnamen in Dänemark sind auch viele der Nachnamen in Grönland deutschen Ursprungs (Heilmann, Kleist, Kreutzmann, Fleischer, Chemnitz).

Die Grönländer sind nicht zu verwechseln mit Grænlendingar, den skandinavischen Siedlern, die vom 10. bis zum 15. Jahrhundert in Westgrönland lebten.

Sprachen

Einzige offizielle Amtssprache in Grönland ist die grönländische Sprache (Kalaallisut). Daneben ist Dänisch Verkehrssprache, das in der Schule erste Fremdsprache ist. Es gibt keine offizielle Statistik zur Sprachsituation in Grönland, allerdings hat das Sprachsekretariat Oqaasileriffik eine Schätzung abgegeben, dass in der Bevölkerung etwa 50 % nur schlecht Dänisch sprechen, 20 % zweisprachig sind und Grönländisch bevorzugen, 20 % zweisprachig sind und Dänisch bevorzugen und 10 % nur Dänisch sprechen. Andere Untersuchungen geben einen weitaus höheren Anteil an Zweisprachigkeit an. In der Dekolonisationsphase von etwa 1950 bis 1980 wurde Dänisch gegenüber Grönländisch in der Schule bevorzugt, sodass vor allem die Generation, die in dieser Zeit zur Schule ging und zudem die größte in Grönland ist, am besten Dänisch spricht. Zudem ist Dänisch in den Städten weiter verbreitet als in den Dörfern und in Nuuk. Gymnasial- und Universitätsbildung findet auf Dänisch statt, womit Sprachkenntnisse eine Voraussetzung für eine weiterführende Ausbildung sind. Auch am Arbeitsplatz und in der Verwaltung überwiegt die dänische Sprache. Unter der nichtgrönländischen Bevölkerung in Grönland ist die Kenntnis der grönländischen Sprache kaum existent.

Die grönländische Sprache ist in sich dialektal stark zersplittert. Teilweise kann man Personen anhand ihres Dialekts nach ihrem Herkunftsort zuordnen. Generell wird die grönländische Sprache gemäß der ethnischen Gruppen in Kitaamiusut (Westgrönländisch), Tunumiisut (Ostgrönländisch) und Inuktun (Nordgrönländisch) unterteilt. Kitaamiusut lässt sich weiter unterteilen, wobei die nördlichen und südlichen Dialekte starke ostgrönländische Sprachkontakteinflüsse aufweisen.

Religion

Die traditionelle Religion der Inuit wurde im Zuge der Missionierung ab dem 18. Jahrhundert vom Christentum abgelöst. Ursprünglich gab es zwei parallele Missionierungsprozesse in Grönland, bei denen ein Teil der westgrönländischen Bevölkerung von der Dänischen Mission geprägt wurde, ein anderer von der Herrnhuter Brüdergemeine. 1900 wurden die Mitglieder der letzteren in die dänische Mission überführt. In Ost- und Nordgrönland wurden 1921 bzw. 1934 die letzten „Heiden“ missioniert.

Heute gehören 95 % der grönländischen Volkskirche an, die ein Teil der dänischen Volkskirche ist. Andere Religionen spielen kaum eine Rolle. Seit 1958 gibt es eine katholische Gemeinde mit rund 300 Mitgliedern in Nuuk, der hauptsächlich philippinische Einwanderer angehören. Insgesamt geben 98,5 % der Bevölkerung an, Christen zu sein.

Auch wenn Grönländer keiner schamanistischen Religion mehr angehören, sind die Inuit-Mythen kulturell aber noch bewusst. Knapp die Hälfte der Bevölkerung glaubt an Geister.

Geschichte

Besiedlung

Um 3000 v. Chr. wanderten die Vorfahren der ersten Inuit über die Beringstraße aus Asien nach Alaska.

Um 2500 v. Chr. begannen die ersten Einwanderungen von Prä-Dorset-Eskimos (Paläo-Eskimos) nach Grönland (unter anderem Menschen der Saqqaq-Kultur). Bereits aus dieser Zeit sind Jagdplätze zum Beispiel in der Disko-Bucht und bei Qaja in der Nähe des Jakobshavn-Isfjords nachgewiesen. Diese Erstbesiedler starben wieder aus, aber von 500 v. Chr. bis 1000 n. Chr. siedelten Angehörige der Dorset-Kultur (Neo-Eskimos) in Grönland.

Um 875 entdeckte der Norweger Gunnbjørn die Insel und nannte sie Gunnbjørnland. 982 musste Erik der Rote aus Island fliehen und landete schließlich im Südwesten Grönlands. Er gab der Insel ihren Namen Grænland (altnordisch für „Grünland“), was wahrscheinlich darauf zurückzuführen ist, dass aufgrund der mittelalterlichen Warmzeit im Küstengebiet eine üppigere Vegetation entstehen konnte, aber möglicherweise auch nur ein Euphemismus war, um potentielle Siedler zu motivieren. Die in Grönland siedelnden Wikinger wurden daher Grænlendingar genannt. Mit Erik begann daher die vielversprechende Landnahme. Mit seinen Gefolgsleuten besiedelte er ab 986 die Gegend um Brattahlíð. 986 erreichten nur 14 von 25 isländischen Auswandererschiffen mit 700 Menschen an Bord Grönland. Aus der Zeit um 1000 sind im Süden Wohn- und Kirchenruinen nordländischer Siedler erhalten.

Christianisierung und Nordmännerbesiedlung

1000 kehrte Leif Eriksson, der Sohn Eriks des Roten, von Norwegen, wo er Christ wurde, mit einem Missionar nach Grönland zurück. Die grönländischen Wikinger wurden Christen und errichteten die erste Kirche. Eriksson entdeckte in dieser Zeit dann, von Grönland kommend, das nordamerikanische Festland (Vinland). Die Handelsbeziehungen mit Vinland dauerten bis ins 14. Jahrhundert. Ebenfalls in dieser Zeit wanderten aus Alaska und Nordkanada Inuit der Thule-Kultur ein und verdrängten die bisher dort lebenden Dorset-Inuit.

1076 gab Adam von Bremen in seiner Geschichte des Erzbistums Hamburg den ersten schriftlichen Nachweis über die Besiedlung und Christianisierung Grönlands, das bei ihm Gronland heißt. Grönland gehörte damals kirchlich administrativ zum Erzbistum Hamburg-Bremen.

Um 1124 bis 1126 wurde Grönland eine eigene Diözese, deren Bischofssitz in Gardar, dem heutigen Igaliku, mit der Kathedrale von Garðar lag. 1350 berichtete der isländische Kirchenmann Ivar Bardarsson, dass die westliche Siedlung aufgegeben sei. Eine schwedisch-norwegische Expedition unter Paul Knudson (1355–1364) fand dort keine Grænlendingar mehr vor. Von 1408 stammt die letzte schriftliche Aufzeichnung der Nordmänner aus der östlichen Siedlung, die von einer Hochzeit in der Kirche von Hvalsey berichtete. Die Kontakte mit Norwegen und Island rissen ab.

Spätestens um 1550 erlosch die letzte nordische Siedlung in Grönland. Neuere genetische Untersuchungen sowohl an heutigen Inuit als auch an archäologischen Überresten der Grænlendingar scheinen eine Vermischung der beiden Gruppen auszuschließen, das heißt, die Grænlendingar sind wahrscheinlich ausgestorben.

Bis heute gibt es für das Verschwinden der Nordmännersiedlungen keine allgemein akzeptierte Erklärung. Vermutlich wirkten verschiedene Einflüsse, wie das Ende der mittelalterlichen Warmzeit sowie die Ausbreitung der Thule-Inuit in die Gebiete der Grænlendingar-Siedlungen zusammen.

Verschiedene in der Forschung vertretene Ansätze werden im Artikel Grænlendingar vorgestellt.

Rolle der Norweger und Dänen

Nachdem der Kontakt Europas mit den Siedlern auf Grönland 1408 abgerissen war, blieb die Insel wegen ihrer Unwirtlichkeit 300 Jahre lang wenig beachtet. Der englische Seefahrer John Davis landete 1585 auf der Suche nach der Nordwest-Passage als erster Neuentdecker Grönlands, das er Land of Desolation nannte, in der Nähe des heutigen Nuuk. Er umschiffte die Südspitze der Insel und gab dem Kap Farvel seinen Namen. Unter Christian IV. gab es 1605, 1606 und 1607 drei Grönlandexpeditionen. Bei der ersten empfahl Steuermann James Hall, der wahrscheinlich ebenfalls bei John Davis gefahren war, die von John Davis genommene neue Route zwischen den Orkney- und Shetlandinseln.

1721 wurde Grönland vom Norweger Hans Egede für Dänemark-Norwegen in Besitz genommen. Er gründete die Kolonie Haabets Ø, die 1728 nach Nuuk versetzt und in Godthaab umgetauft wurde. Hans Egede und seine Söhne Poul Egede und Niels Egede missionierten die Inuit und handelten mit ihnen. Ein zweiter Stützpunkt in Nipisat wurde 1724 begründet, aber bis 1731 zweimal von holländischen Walfängern zerstört. Ab 1733 wurde auch die Herrnhuter Brüdergemeine in Grönland tätig. 1734 wurde die Kolonie Christianshaab in Qasigiannguit gegründet. 1741 folgten Jakobshavn in Ilulissat und Claushavn in Ilimanaq, 1742 Frederikshaab in Paamiut. Nach der Gründung weiterer Kolonien, wurden ab etwa 1770 auch kleinere Handelsstützpunkte gegründet, die später als Udsteder bezeichnet wurden. 1776 bekam Den Kongelige Grønlandske Handel (KGH) das Handelsmonopol über Grönland und verwaltete die Kolonie fortan.

Im 18. und 19. Jahrhundert wurde Grönland immer wieder von niederländischen, dänisch-norwegischen, deutschen und anderen Walfängern besucht. Dabei kam es immer wieder zu gewalttätigen Konflikten mit den Einheimischen. Die Grönlandfahrt trug wesentlich zur wirtschaftlichen Entwicklung Flensburgs bei, das damals zweitgrößter Hafen im dänischen Gesamtstaat war.

1814 wurde im Kieler Frieden die dänisch-norwegische Personalunion aufgelöst, Grönland fiel an Dänemark.

Ab 1862 wurden die Einheimischen formal in die lokale Verwaltung sozialer Angelegenheiten miteinbezogen, indem die Forstanderskaber gegründet wurden. 1911 wurden die Kolonialdistrikte in Gemeinden unterteilt und in jeder Gemeinde ein Gemeinderat eingeführt. Zugleich wurden die Forstanderskaber durch Grønlands Landsråd abgelöst, ein beratendes Parlament mit eingeschränkter Entscheidungsgewalt, das zweigeteilt für Nord- und Südgrönland zuständig war. Ab 1925 wurde das Land von der Grønlands Styrelse regiert, deren Direktor dem dänischen Staatsministerium unterstand. Auch die grönländische Kolonialgeschichte war nicht frei von verschiedenen Konflikten und Protesten der indigenen Bevölkerung.

20. und 21. Jahrhundert

Im Ersten Weltkrieg blieb Dänemark (und damit auch Grönland) neutral.

1921 erklärte Dänemark seine Oberhoheit über Grönland. Auf norwegischer Seite behauptete man, dass gemäß dem Frieden von Kiel die dänische Hoheit nur für die wirtschaftlich erschlossenen Gebiete in Westgrönland gelte. Dennoch erkannte Norwegen die dänischen Ansprüche zunächst an. Als Dänemark allerdings Ostgrönland für Nicht-Dänen schloss, erhob sich erneut norwegischer Protest. 1930 begannen norwegische Fischer mit dem Wohlwollen ihrer Regierung mit der Besetzung der Ostküste Grönlands, sodass 1931 eine Teilung der Insel drohte (Eirik Raudes Land). 1933 gab Norwegen nach einem Schiedsspruch des Ständigen Internationalen Gerichtshofes in Den Haag seine Ansprüche auf Grönland endgültig zugunsten Dänemarks auf.

Im Zweiten Weltkrieg wurde Dänemark am 9. April 1940 im Rahmen der Operation Weserübung von der Wehrmacht besetzt und blieb bis zum Kriegsende unter deutscher Besatzung. Grönland war von diesem Zeitpunkt an allerdings durch die britische Seevormacht von Dänemark abgeschnitten. Die dänischen Beamten vor Ort übernahmen die Staatsgewalt. Einen Tag nach der deutschen Besetzung erklärte der dänische Gesandte in den Vereinigten Staaten, Henrik Kauffmann, dass er keine Weisungen aus Kopenhagen mehr entgegennehmen werde. Washington betrachtete ihn dennoch weiterhin als den bevollmächtigten dänischen Botschafter und ging mit ihm am 9. April 1941 einen Vertrag ein, der die Errichtung von US-amerikanischen Basen in Grönland garantierte, nachdem deutsche Kriegsschiffe vor Grönland aufgetaucht waren. Daraufhin diente Grönland vor allem als Basis für atlantiküberwachende Flugzeuge auf der Suche nach deutschen U-Booten und wurde als Basis und Auftankstation für eigene Seemissionen benutzt. Es gab darüber hinaus auch deutsche Versuche, die Insel zur Errichtung von Wetterstationen der Wehrmacht in der Arktis mit dem Unternehmen Holzauge, Unternehmen Bassgeiger, Unternehmen Edelweiß und Unternehmen Zugvogel zu nutzen. Als Gegenmaßnahme wurde die Sirius-Patrouille aufgestellt.

Nach dem Krieg unterbreitete die Truman-Administration Dänemark ein Kaufangebot für Grönland für 100 Mio. US$ in Gold, das von der dänischen Regierung jedoch abgelehnt wurde.

Mit dem Vertrag vom 27. April 1951 wurde Grönland in ein gemeinsames dänisch-amerikanisches Verteidigungsgebiet unter NATO-Regie umgewandelt. Die Vereinigten Staaten erbauten ab 1952 größere Luftstützpunkte wie die Thule Air Base, denn im Kalten Krieg spielte die Nähe zur Sowjetunion quer über den Nordpol für Bomber und Aufklärungsflugzeuge, die entlang einer Orthodrome in die Sowjetunion fliegen konnten, eine wichtige Rolle. 1953 wurden die Inuit aus Thule nach Qaanaaq zwangsumgesiedelt.

1950 erlosch das dänische Handelsmonopol. Grönland wurde damit für den Freihandel geöffnet. Der KGH verlor auch seine administrative Gewalt. Verwaltungschef wurde ein von Dänemark ernannter Landeshauptmann, und es gab einen demokratisch gewählten Landrat (landsråd), der allerdings nur beratende Funktion hatte. Der Aufbau der Infrastruktur wurde nun durch die Grønlands Tekniske Forvaltning (GTO) übernommen (bis 1987). Neue technische Möglichkeiten wie Flugzeuge, Hubschrauber, Eisbrecher, Trawler usw. ermöglichten die Schaffung einer Versorgungslage auf sehr hohem Niveau.

Mit dem Inkrafttreten des neuen dänischen Grundgesetzes am 5. Juni 1953 war Grönland keine Kolonie mehr. Das Land wurde nach dänischem Vorbild in drei Verwaltungsbezirke (dänisch amter) mit insgesamt 18 Kommunen eingeteilt. Ab 1953 entsandte Grönland auch zwei demokratisch gewählte Abgeordnete ins dänische Folketing, erstmals nach der Wahl am 22. September 1953. Am 30. August 1955 wurde in Kopenhagen ein spezielles Grönlandministerium eingerichtet, das bis 1987 existierte. Erster Grönlandminister war Johannes Kjærbøl, letzter Minister für Grönland war Tom Høyem.

Die formale Entkolonialisierung und die wirtschaftliche Öffnung blieben nicht ohne Folgen für die traditionelle Jägergesellschaft der Inuit, sodass viele auch von einer „kulturellen Kolonialisierung“ sprachen, vor der die Inuit zu Zeiten der Isolation weitgehend geschützt waren. In den ersten Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Jägergesellschaft schlagartig ins Industriezeitalter versetzt. Die Umwälzungen schufen unmittelbar bessere Lebensbedingungen und Ausbildungsmöglichkeiten nach dänischen Standards, sie führten jedoch auch zu einer tiefgreifenden nationalen Identitätskrise. Alkoholismus und Kriminalität wurden zu ernsthaften gesellschaftlichen Problemen.

Seit dem Beginn der 1960er Jahre wurde die Nationalbewegung mit ihrer Forderung nach Selbstverwaltung immer stärker; sie richtete sich gegen ein Gesetz, in dem Dänen bei gleicher Arbeit ein höherer Lohn zustehen sollte als den geborenen Grönländern. Nach dem Beitritt Dänemarks (mit Grönland) zur Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft 1973 verschärfte sich der Protest erneut, denn bei der entsprechenden dänischen Volksabstimmung am 2. Oktober 1972 stimmten lediglich 3905 Grönländer für den Beitritt, während 9386 dagegen stimmten. In der Folge wurde 1975 eine paritätisch besetzte grönländisch-dänische Kommission gebildet, die ein Autonomiegesetz nach dem Vorbild der Färöer ausarbeiten sollte. Im Ergebnis der Verhandlungen der Kommission wurde 1978 ein entsprechendes Gesetz vom Folketing verabschiedet. Bei der darauf folgenden Volksabstimmung in Grönland am 17. Januar 1979 sprach sich die große Mehrzahl der Grönländer für dieses Autonomiegesetz (hjemmestyreloven) aus.

Am 1. Mai 1979 erlangte Grönland schließlich seine Selbstverwaltung sowie die innere Autonomie mit eigenem Parlament und eigener Regierung. Erster Ministerpräsident war Jonathan Motzfeldt. Seitdem besteht Grönland als „Nation innerhalb des Königreichs Dänemark“.

Aufgrund der Zugehörigkeit zu Dänemark war Grönland weiterhin Mitglied der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft. Das hatte zur Folge, dass europäische Hochseeflotten in den Gewässern Grönlands fischen und europäische Konzerne auf Grönland nach Bodenschätzen suchen konnten. Dagegen entwickelte sich eine Volksbewegung mit dem Ziel, die Mitgliedschaft in der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft zu beenden. Am 23. Februar 1982 gab es eine Volksabstimmung über den Austritt aus der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft, der am 1. Januar 1985 vollzogen wurde, in erster Linie wegen der Überfischung grönländischer Gewässer durch damals westdeutsche Fangflotten. Grönland genießt in der EU allerdings weiterhin den Status eines „assoziierten überseeischen Landes“ mit den Vorteilen einer Zollunion (vgl. Art. 188 EG-Vertrag). Dennoch gehört Grönland seit seinem Austritt aus der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft nicht mehr zum Zollgebiet der Union, welches durch eine Bestimmung in einer Verordnung festgelegt wird.

Nach dem Ende des Kalten Krieges verblasste die militärische Bedeutung Grönlands, allerdings gibt es Bemühungen seitens der Vereinigten Staaten, auf Grönland Bodenstationen für den geplanten US-Atomraketenabfangschild errichten zu dürfen. Im Jahr 2007 erlangte Grönland, das jahrzehntelang von den Medien nicht beachtet worden war, im Zuge der globalen Erwärmung ungewöhnlich viel Aufmerksamkeit. Dazu trug auch der spontane Besuch der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel bei.

Grönland ist innenpolitisch vollständig unabhängig, wird in allen außen- und verteidigungspolitischen Angelegenheiten jedoch von Dänemark vertreten. Am 25. November 2008 fand eine Volksabstimmung statt, mit der die Ersetzung des seit 1979 geltenden Autonomiestatuts durch eine Selbstverwaltungsordnung erreicht wurde. Sie wurde am 21. Juni 2009 umgesetzt.

Besonders von Hans Enoksen wird gefordert und in Aussicht gestellt, dass Grönland 2021 zum 300. Jahrestag der Ankunft Egedes die vollständige Unabhängigkeit erlangt.

Im August 2019, etwa einen Monat vor einem geplanten Staatsbesuch von US-Präsident Donald Trump in Dänemark, wurden Überlegungen bekannt, nach denen dieser wie schon 1946 Harry Truman erwäge, Dänemark die Insel Grönland abzukaufen. Der Präsident beschrieb dieses Szenario als „im Wesentlichen ein großes Immobiliengeschäft“ (essentially a large real estate deal). Die Regierung Grönlands erklärte in Reaktion darauf, dass die Insel nicht zum Verkauf stünde. Die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen nannte die Idee „absurd“. Grönland sei „nicht dänisch, sondern grönländisch“ und stünde nicht zum Verkauf. Präsident Trump sagte daraufhin am 21. August 2019 seinen geplanten Staatsbesuch ab. Das Interesse Trumps an Grönland scheint trotzdem nicht abgeklungen zu sein. Im Februar 2020 wurde bekannt, dass mit einem Aufwand von 587.000 Dollar ein amerikanisches Konsulat in Nuuk errichtet werden soll, obwohl die Zahl der Amerikaner, die sich dort aufhalten, gering ist. Zusätzlich stellte die US-Regierung im April 2020 ein "Hilfspaket" für Grönland über ca. 11 Mio. EUR in Aussicht für Investitionen in den Bereichen Tourismus, Rohstoffe und Englischunterricht.

Politik

Grönland ist demokratisch verfasst. Das Parlament (Inatsisartut) wird alle vier Jahre gewählt und wählt seinerseits den Premierminister und die Regierung (Naalakkersuisut). Im 13. Inatsisartut, das seit 2018 im Amt ist, sitzen 31 Abgeordnete. Die aktuelle Regierung ist das Kabinett Kielsen VI, das seit Mai 2020 im Amt ist und in dem derzeit neun Minister einschließlich dem Premierminister sitzen.

Autonomie

Das Naalakkersuisut und das Inatsisartut verwalten die grönländischen Angelegenheiten. Das geht bis in den Bereich der Gesetze und Rechtsprechung. Dänische Gesetze können vom Inatsisartut übernommen werden. Die Landesverteidigung obliegt dem dänischen Militär (Arktisk Kommando, ehemals Grønlands Kommando), die Außenpolitik ist weitgehend von Dänemark übernommen, dabei sind spezielle außenpolitische Interessen zu berücksichtigen, beispielsweise die Beziehungen zu anderen Inuit-Regionen oder die Nichtmitgliedschaft in der EU. Anders als das dänische Mutterland sind die teilautonomen Gebiete Grönland und Färöer nicht Teil des Schengen-Raums.

Grönland ist durch zwei direkt gewählte Abgeordnete im Folketing vertreten.

Grönland arbeitet mit Island und den Färöern im Westnordischen Rat zusammen (seit 1985/1997). Weiterhin ist es als Teil der dänischen Delegation seit 1983 Mitglied im Nordischen Rat. Am 5. September 2007 wurde das Ålandsdokument beschlossen, das den Autonomiegebieten Åland, den Färöern und Grönland die gleichwertige Mitgliedschaft im Nordischen Rat ermöglicht.

Gegenwärtig wird durch die Erschließung von Rohstoffen versucht, sich wirtschaftlich weiter von Dänemark zu lösen. „Die Grönländer […] träumen von einer besseren Zukunft, manchmal sogar von einem Ölfund vor der Küste“. Auch der politisch vorangetriebene Ausbau des Survival- und Kreuzfahrttourismus und das durch die Berichterstattung über den Klimawandel gestiegene Interesse an Grönland gilt als Chance – ist aber aus ökologischer Sicht nicht unproblematisch.

Am 25. November 2008 fand eine Volksabstimmung über das Gesetz zur Selbstverwaltung statt. Bei einer Wahlbeteiligung von nahezu 72 % stimmten 39.611 Wahlberechtigte ab. Eine große Mehrheit von 75,5 % stimmte für die erweiterte Selbstverwaltung. Das Gesetz, das als Schritt zur Unabhängigkeit von Dänemark zu werten ist, regelt unter anderem die Übernahme verschiedener Verwaltungseinheiten von Dänemark und die Eigentumsrechte an Bodenschätzen.

Am 21. Juni 2009 trat ein Abkommen zur erweiterten Autonomie in Kraft (Lov om Grønlands Selvstyre). Nur noch Außen- und Verteidigungspolitik verblieben in dänischer Verantwortung. Grönländisch, die Sprache der einheimischen Inuit, wurde Landessprache; die grönländische Regierung übernahm unter anderem die Zuständigkeiten für Polizei, Justiz und den Küstenschutz.

Königin Margrethe II. bleibt Staatsoberhaupt Grönlands. Sie wird weiterhin durch die Reichsombudsschaft in Grönland vertreten, zurzeit durch die Reichsombudsfrau Mikaela Engell.

Wirtschaft

Die Wirtschaft Grönlands ist der geringen Bevölkerungszahl und den klimatischen Bedingungen entsprechend schwach ausgebildet. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) lag 2015 bei 2,1 Milliarden US-Dollar, pro Kopf 37.600 USD. Die Arbeitslosigkeit betrug 2016 9,1 %. Haupthandelspartner sind Dänemark, Japan und Schweden. Die staatlichen Ausgaben betrugen 2016 1,876 Milliarden US-Dollar, dem standen 1,578 Milliarden an Einnahmen gegenüber, woraus sich ein Defizit in Höhe von 13,5 % der Wirtschaftsleistung ergibt.

Tourismus

Eine der Haupteinnahmequellen ist der Tourismus, der derzeit stark ausgebaut wird. 2015 kamen ca. 68.000 Menschen nach Grönland. Damit kamen mehr Besucher, als die Insel Einwohner hat. Beliebte Attraktionen bei Touristen sind das Beobachten der Tierwelt, z. B. Whale Watching, Naturphänomene wie die Nordlichter oder Outdoor-Aktivitäten wie Kanufahren oder Wandern. Sehenswürdigkeiten sind unter anderem die Brattahlíð-Ruinen aus dem Jahr 1000, die meistbesuchte Stadt Ilulissat und das Grönländische Nationalmuseum in Nuuk.

Außerdem befinden sich auf Grönland drei UNESCO-Welterbestätten. 2004 kam der Ilulissat-Eisfjord auf die Liste. Seit Ende 2017 zählt auch die Kujataa-Fjordlandschaft als Kulturlandschaft zum Welterbe. Im Juli 2018 kam Aasivissuit – Nipisat, das von den Inuit seit 4500 Jahren als Jagdgebiet genutzt wird, zur Liste hinzu.

Fischerei und Landwirtschaft

Weiterhin bilden die Fischerei und der Robben-, Walross- und Walfang die weiteren Grundlagen der Wirtschaft. Die Fischerei alleine macht bis zu 91 % (Stand 2015) des Warenexports aus. Schafzucht und Landwirtschaft werden fast ausschließlich in Südgrönland betrieben und machen nur einen geringen Teil der Wirtschaftskraft aus. In den letzten Jahren ist insbesondere der Anbau von Gurken und Brokkoli möglich geworden, wofür es in der traditionellen Sprache der Ureinwohner nur das Wort Salat gibt. Auch Kartoffeln gedeihen zum Beispiel in den Buchten der Südspitze seit einigen Jahren, derzeit aber noch im Versuchsanbau. Ursächlich für die auf 120 Tage verlängerte Wachstumsperiode im Sommer ist vor allem der Klimawandel der letzten 30 Jahre mit einem Anstieg der Jahresdurchschnittstemperatur (bei Qaqortoq) um 1,3 Grad Celsius. Die Kehrseite des Klimawandels ist jedoch das schmelzende Eis auf den Fjorden, wodurch die Jagd schwieriger wird.

Bergbau

Am 24. Oktober 2013 stimmte das Grönländische Parlament mit 15 gegen 14 Stimmen dafür, ein Jahrzehnte altes Verbot der Gewinnung von Bodenschätzen aufzuheben. Durch die Nutzung von Uran und Seltenen Erden will Grönland künftig Einnahmen erzielen, die den Grad der finanziellen Unabhängigkeit erhöhen. Gegen die Entscheidung gab es Proteste von Naturschützern, die die Rohstoffgewinnung unter arktischen Bedingungen als Gefahr für die Lebensgrundlagen ansehen.

Rohstoffe

Grönland sieht in der Erschließung seiner Rohstoffvorkommen einen wichtigen Bestandteil seiner politischen Eigenständigkeit. „Wir müssen das grundlegende Eigentumsrecht der Grönländer an den Ressourcen des Landes schützen und das Recht, das Land selbst zu steuern, sichern“, sagte in dem Zusammenhang der sozialdemokratische grönländische Regierungschef Enoksen 2008. Unter dem grönländischen Eis verbirgt sich ein enormer Reichtum an Bodenschätzen wie Zink und Erdöl. In den Arktischen Seegebieten vor Grönland wurden große Vorkommen an unterseeischem Erdgas und Erdöl geortet. Durch den Klimawandel schmilzt teilweise das Eis und es lohnt sich in vielen Fällen, bislang aus Kostengründen brachliegende Vorkommen abzubauen.

Im Sommer 2010 startete das britische Energieunternehmen Cairn Energy in der grönländischen Arktis mit Bohrungen in bis zu 500 Metern Tiefe nach Öl. 175 Kilometer vor der Westküste Grönlands im sogenannten „Planquadrat Sigguk“ in Höhe der Disko-Bucht und der kanadischen Baffin-Insel fand die Firma Erdgas. Dort errichtet sie eine Bohrplattform.

Naturschutzorganisationen sehen durch die Bohrungen eine enorme Gefahr für das Ökosystem Arktis. Um die Bohrplattformen zu sichern, muss großer technischer Aufwand betrieben werden, um Kollisionen mit Eisbergen zu verhindern: Schiffe besprühen Treibeis mit Flüssigkeiten und Schlepper versuchen den Kurs von Eisbergen durch Schleppeinsatz zu ändern. Greenpeace entsandte sein arktistaugliches Schiff Esperanza, um die Aktivitäten auf der Bohrplattform zu überwachen. Bei einem Unfall wie einem Blowout bei der Plattform Deepwater Horizon im Golf von Mexiko im April 2010 wären die Konsequenzen noch unbeherrschbarer. Da das Meeresgebiet ein halbes Jahr von Eis bedeckt ist, kann ein eventueller Ölaustritt aus den gebohrten Löchern zwischen Oktober und Mai nicht bekämpft werden. An den unzugänglichen grönländischen Küsten kann das Öl nicht aufgesammelt werden. Im kalten Wasser Grönlands verdunstet Öl deutlich langsamer als im Golf von Mexiko. Der kommunale Bereitschaftschef an der betroffenen Küste Grönlands sagte 2010: „Wenn etwas passiert, sind wir verloren. Wir könnten nichts tun, als zuzuschauen.“

Verkehr

Eine wesentliche Rolle spielt neben der Schifffahrt vor allem der Flugverkehr. Der größte Flughafen ist Kangerlussuaq (Søndre Strømfjord). Internationale Flüge führen hauptsächlich nach Kopenhagen in Dänemark. Sowohl Air Greenland als auch Air Iceland bieten Routen vom Flughafen Keflavík in Island zu mehreren Zielen in Grönland. Weitere Flughäfen befinden sich in Narsarsuaq (bei Narsaq, Anbindungen an Island und Dänemark), Nuuk (Anbindung an Island), Kulusuk (bei Tasiilaq, Anbindung an Island), und Nerlerit Inaat bei Ittoqqortoormiit (Scoresbysund, Anbindungen an Island).

Gesellschaft

Bildung

An der Universität von Grönland in Nuuk, „Ilisimatusarfik“, studieren etwa 150 Studenten, davon wenige Ausländer. In den Studienfächern Verwaltung, Kultur- und Sozialgeschichte Grönlands sowie Grönländische Sprach-, Literatur- und Medienstudien können Bachelor- und Master-Abschlüsse erworben werden. Außerdem gibt es das Studienfach Theologie. Unterrichtet wird größtenteils auf Dänisch, in einigen Kursen auch auf Grönländisch.

In Nuuk befindet sich die 1956 gegründete Landesbibliothek Nunatta Atuagaateqarfia. Sie fiel 1968 einem Brand zum Opfer, wurde aber 1976 in einem neuen Gebäude wiedereröffnet. Seit 1980 fungiert sie als grönländische Nationalbibliothek. Ihre Groenlandica-Sammlung wurde 2008 auf den neuen Campus Ilimmarfik der Universität ausgelagert.

Mit Knud Rasmussen hatte Grönland Anfang des 20. Jahrhunderts seinen eigenen Polarforscher, der von Thule ausgehend sieben Expeditionen unternahm.

Soziale Probleme

Laut einer dänischen Reportage soll ein Drittel der Mädchen bis 15 Jahre bereits sexuell missbraucht worden sein und Grönland eine der höchsten Suizidraten der Welt haben, dies vor allem bei Kindern und Jugendlichen. Danach hatte der Suizid, ebenso wie der sexuelle Umgang miteinander, in der Historie (siehe Absatz über die anderen Kulturen im Artikel Suizid und Suizid in Grönland) in der Inuitgesellschaft einen anderen Stellenwert als in der christlichen Kultur.

Alkoholmissbrauch ist in Grönland eine weitverbreitete Krankheitsursache. Die meisten Straftaten wie Körperverletzungs- und Tötungsdelikte werden unter Einfluss von Alkohol begangen. Der Unterschied zwischen Arm und Reich sei größer als in den Vereinigten Staaten. Die Schulbildung sei schlecht, es gebe hohe Abbruchquoten. Nur zwei Prozent der Schüler erreichen einen Universitätsabschluss, viele Studenten denken darüber nach, Grönland zu verlassen. Das Land sei von einem sozialen Zusammenbruch bedroht.

Die durchschnittliche Lebenserwartung bei der Geburt betrug 2016 nur 72,4 Jahre (Frauen: 75,2 Jahre/ Männer: 69,7 Jahre). Damit belegte Grönland in der Rangliste aller Staaten und Territorien der Welt lediglich den 144. Platz.

Seit 2009 steht Grönland zum ersten Mal auf der Liste der Länder, die die UN-Kinderrechtskonvention missachten. Nach Angaben der UNICEF leidet jedes sechste grönländische Kind an Unterernährung und geht hungrig in die Schule oder zu Bett. Mit 2,01 Kindern pro Frau war Grönland gleichzeitig das Territorium von Dänemark mit der höchsten Geburtenrate.

Kultur

Bildende Kunst

Die Inuit haben ihre eigene kunsthandwerkliche Tradition; beispielsweise schnitzen sie den Tupilak. Dieses Kalaallisut-Wort bedeutet Seele oder Geist eines Verstorbenen und umschreibt heute eine meist nicht mehr als 20 Zentimeter große, überwiegend aus Walross-Elfenbein geschnitzte Kunstfigur mit verschiedenartiger, ungewöhnlicher Gestalt. Diese Skulptur stellt eigentlich ein mythisches oder spirituelles Wesen dar; gewöhnlich ist sie aber wegen ihres für westliche Sehgewohnheiten grotesken Aussehens zum reinen Sammelobjekt geworden. Moderne Kunsthandwerker nutzen jedoch nach wie vor einheimische Materialien wie Moschusochsen- und Schafwolle, Robbenfell, Muscheln, Speckstein, Rentiergeweihe oder Schmucksteine.

Die Geschichte der grönländischen Malerei begann mit Aron von Kangeq, der Mitte des 19. Jahrhunderts die alten grönländischen Sagen und Mythen in seinen Zeichnungen und Aquarellen darstellte. Im 20. Jahrhundert entwickelte sich die Landschafts- und Tiermalerei sowie die Druckgrafik und Buchillustrationen mit teils expressiver Farbgebung. Vor allem durch ihre Landschaftsbilder wurden Kiistat Lund und Buuti Pedersen auch im Ausland bekannt. Anne-Birthe Hove wählte Themen aus dem grönländischen Sozialleben. Ein Museum für bildende Kunst gibt es in Nuuk, das Nuuk-Kunstmuseum.

Musik

Die Trommel ist das traditionelle Instrument Grönlands. Mit ihr wurden die traditionellen Trommeltänze durchgeführt. Dazu wurde eine runde Trommel (Qilaat) in Form eines mit einer Eisbärenblase, Eisbärenmagen oder einem Walrossmagen bezogenen Rahmens aus Treibholz oder Walrossrippen benutzt. Getrommelt wurde nicht auf die Membran, sondern mit einem Stock von unten auf den Rahmen. Dazu wurden einfache Melodien gesungen.

Der Trommeltanz erfüllte früher zwei Funktionen: Die Trommel wurde einerseits benutzt, um in langen, dunklen Winternächten die Angst zu vertreiben. Dazu schnitt der Trommeltänzer Grimassen und versuchte, die Anderen zum Lachen zu bringen, bis jegliche Angst vergessen war.

Auch Streitigkeiten wurden mit der Trommel ausgetragen. Hatte jemand sich falsch benommen, wurde er mit der Trommel herausgefordert. Man hat sich an bestimmten, kraftvollen Plätzen getroffen und dort im Wechsel die Trommel gespielt und dazu gesungen. Dabei versuchte man, den Anderen so lächerlich wie möglich zu machen. Die Zuschauer drückten durch ihr Lachen aus, wer der Gewinner und wer somit der Schuldige ist.

Die Trommel konnte auch von Schamanen für rituellen Geisterbeschwörungen eingesetzt werden.

Nach der Ankunft der Missionare im 18. Jahrhundert wurde der (heute auch noch bei den kanadischen Inuit beliebte) Trommeltanz als heidnisch-schamanistisch verboten und durch mehrstimmigen Gesang weltlicher und Kirchenlieder verdrängt. Dieser Chorgesang ist heute für seinen besonderen Klang bekannt. Die Kirchenlieder sind aufgrund des Einflusses der Herrnhuter Brüdergemeine teils deutschen Ursprungs. Skandinavische, deutsche und schottische Walfänger brachten die Fidel, das Akkordeon und die Polka (Kalattuut) nach Grönland, wo sie heute zu komplizierten Tanzschritten gespielt werden.

Grönland hat auch eine bemerkenswert moderne Musikkultur. Die erste Band, die grönländisch sang, war in den 1970er Jahren die Gruppe Sumé (grönländisch wo?). Wichtigste Bands sind Nanook, Chilly Friday, Disko Democratic Republic und Siissisoq (Rock) sowie Nuuk Posse (Hip-Hop), die auch den Trommeltanz verwenden. Bekanntester Liedermacher ist Angu Motzfeldt. International bekannt wurde auch der Sänger und Schauspieler Rasmus Lyberth.

In Grönland erscheinen jedes Jahr 10 bis 15 CDs mit Auflagen bis zu 5000 Stück.

Medien

Kalaallit Nunaata Radioa betreibt auf Grönland je einen Fernseh- und einen Radiosender. Außerdem gibt es einen zusätzlichen 100-Watt-Hörfunksender in Nuuk, der das Programm von Danmarks Radio (DR P1) ausstrahlt, wo es von 90 Prozent der dänischsprachigen Minderheit gehört werden kann.

Trotz der geringen Bevölkerungsdichte gibt es in Grönland ein reichhaltiges Medienangebot. Zum grönländischen Radio- und Fernsehverband STTK gehören insgesamt neun Radio- und elf Fernsehstationen. Beispielsweise verweist Nuuk TV darauf, mit fast 4000 Haushalten fast 75 Prozent aller Haushalte in der Hauptstadt mit 23 Fernseh- und acht Radiokanälen digital verschlüsselt erreichen zu können. Das private lokale Fernsehhauptprogramm sendet darüber hinaus unverschlüsselt digital und analog für die Region Nuuk.

Seit 2009 wird eine grönländische Filmindustrie aufgebaut, die auch international einige Aufmerksamkeit erzielte.

Weihnachtsmann von Grönland

Nach Angaben der Dänischen Botschaft in Deutschland erreichen jedes Jahr tausende Briefe das Weihnachtspostamt des Weihnachtsmanns in Grönland, weil viele Kinder auf der Welt glauben, der Weihnachtsmann wohne dort. Im Sommer kann man sein Haus besichtigen. Es liegt einen kleinen Spaziergang außerhalb der Ortschaft Uummannaq, unterhalb des markanten Robbenherzberges.

Sport

Trotz der Anbindung an Dänemark gibt es eine Grönländische Fußballnationalmannschaft. Grönland ist aber bisher nicht Mitglied der FIFA. Ein Beitritt wird zwar angestrebt, CONCACAF, UEFA und FIFA sperren sich allerdings dagegen. Jahrelang wurde als Grund das Fehlen von Naturrasenplätzen angegeben. Seitdem auf Kunstrasen gespielt werden darf, wird als Grund angegeben, dass die FIFA nur noch souveräne Staaten als Mitglieder akzeptiert (jedoch wurde 2016 mit der Gibraltar Football Association dennoch ein neuer Verband aus einem nicht-souveränen Gebiet in die FIFA aufgenommen). Etliche abhängige Überseegebiete, darunter die Färöische Fußballnationalmannschaft, fallen aber nicht unter diese Regel.

Die Grönländische Männer-Handballnationalmannschaft erreichte über die kontinentalamerikanische Qualifikation die Handball-Weltmeisterschaften 2001 in Frankreich, 2003 in Portugal und 2007 in Deutschland.

Das Wort „Kajak“ ist dem Inuktitut entnommen. Die Inuit bezeichnen mit „Qajaq“ ein Boot, das ursprünglich aus Walknochen, später aus Holzverstrebungen konstruiert und mit Robbenhaut bespannt wurde. Anders als der Umiak, das Frauenboot, war der Kajak sehr schmal und dem Körper der ihn nutzenden Person so genau angepasst, dass der Unterkörper wassergeschützt blieb und dem Insassen die sogenannte Eskimorolle ermöglichte. Der Kajak wurde schon von den Menschen der Thulekultur im Sommer für Jagd und Fischfang genutzt. Auch nachdem Kanus mit Außenbordmotoren und sogar Jachten sich in der Arktis durchgesetzt und die traditionellen Kajaks und Umiaks weitgehend verdrängt haben, werden in entlegenen Regionen wie Qaanaaq, Ittoqqortoormiit oder in einzelnen Ansiedlungen der Kommune Upernavik aus Traditionsgründen noch immer auch Kajaks verwendet.

Siehe auch

  • Welterbe in Dänemark

Dokumentarfilm

  • Mit offenen Karten: Grönland und seine strategische Bedeutung, arte, 3. Oktober 2020

Literatur

Geographie

  • Bjarne Holm Jakobsen u. a. (Hrsg.): Topografisk atlas Grønland. Atlas over Danmark. Serie 2. Band 6. Det Kongelige Danske Geografiske Selskab. Kort & Matrikelstyrelsen, Kopenhagen 2000, ISBN 87-87945-44-4 (Dänischer Grönlandatlas)
  • John S. Peel (Hrsg.): Stratigraphy and Palaeontology of the Holm Dal Formation (late Middle Cambrian), central North Greenland. („Meddelelser om Gronland, Geoscience“, Nr. 20/1988).
  • Friederike Hegels (1985) Klima und wirtschaftlicher Strukturwandel in Grönland. Geowissenschaften in unserer Zeit; 3, 2; S. 45–51; doi:10.2312/geowissenschaften.1985.3.45.

Politik und Geschichte

  • Sjúrður Skaale (Hrsg.): The right to national self-determination, the Faroe Islands and Greenland. Nijhoff, Leiden 2004, ISBN 90-04-14207-X (englisch)
  • David Cranz: Historie von Grönland, enthaltend die Beschreibung des Landes und der Einwohner etc., insbesondere die Geschichte der dortigen Mission der Evangelischen Brüder zu Neu-Herrnhut und Lichtenfels. 2. Auflage. Ebers, Barby 1770. (PDF; 42,2 MB)
  • Michael Harbsmeier: Stimmen aus dem äußersten Norden: wie die Grönländer Europa für sich entdeckten. Thorbecke, Stuttgart 2001, ISBN 3-7995-0610-1 (Sammlung alter Berichte aus dem 18. Jahrhundert)
  • Ole Marquardt u. a. (Hrsg.): From sealing to fishing – social and economic change in Greenland, 1850–1940. Fiskeri- og Søfartsmsueet, Esbjerg 1999, ISBN 87-87453-92-4.
  • Harald Steinert: Tausend Jahre Neue Welt – Auf den Spuren der Wikinger in Grönland und Amerika. Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart 1982, ISBN 3-421-06113-0.

Kultur, Brauchtum, Ethnologie, Volkskunst

  • Moritz Schramm: Suche nach Identität. Zur grönländischen Gegenwartsliteratur. Zusätzlich als Herausgeber: Sonderteil Literatur aus Grönland. In: Muschelhaufen. Jahresschrift für Literatur und Grafik. Viersen 2005,45, ISSN 0085-3593, S. 110–147.
  • Tinna Møbjerg, Jens Rosing: Folk art in Greenland throughout a thousand years. König, Köln 2001, ISBN 3-88375-526-5. (englisch)
  • Eugen von Philippovich: Eskimo-Kunst aus Grönland, die Grönlandsammlungen Schörghuber und Phillipovich. Belser, Stuttgart 1999, ISBN 3-7630-2375-5.
  • Cunera C. M. Buijs: Furs and fabrics, transformations, clothing and identity on East Greenland. Univ. Research School CNWS, Leiden 2004, ISBN 90-5789-094-1. (englisch)
  • Vagn Fabritius Buchwald: Ancient iron and slags in Greenland. Danish Polar Center, Copenhagen 2001, ISBN 87-90369-49-1. (englisch)
  • Merete Demant Jakobsen: Shamanism, traditional and contemporary approaches to the mastery of spirits and healing. Berghahn Books, New York 1999, ISBN 1-57181-994-0. (englisch)
  • Hinrich Johannes Rink: Tales and traditions of the Eskimo, with a sketch of their habits, religion, language and other peculiarities. Transl. from the Danish by the author. Ed. by Robert Brown. With numerous illustrations, drawn and engraved by Eskimo. Blackwood, Edinburgh/London 1875, Dover Publ., Mineola NY 1997 (Repr.), ISBN 0-486-29966-X.
  • Frank Sowa: Indigene Völker in der Weltgesellschaft. Die kulturelle Identität der grönländischen Inuit im Spannungsfeld von Natur und Kultur. Bielefeld: transcript, 2014, ISBN 978-3-8376-2678-0.
  • Manfred Werner: „A bright spot in the day/Ein kleines Lächeln im Alltag.“ 16 stories from people in Nuuk/16 Erzählungen von Leuten aus Nuuk. Atelier Werner Books, Langeland DK 2002, ISBN 87-988959-0-7. (Westgrönländisch, dänisch, englisch, deutsch, französisch, spanisch)

Reiseführer, Reise- und Abenteuerberichte

  • Heinz Barüske: Grönland. Kultur und Landschaft am Polarkreis. DuMont Dokumente. Landschaftsführer. DuMont, Köln 1990, ISBN 3-7701-1544-9.
  • Ulrike Köppchen, Martin Hartwig, Katja Nagel: Grönland. Reisehandbuch. Stein, Welver 2005, ISBN 3-89392-283-0.
  • Sabine Barth: Grönland – DuMont Reise-Taschenbuch. DuMont, Köln 2005, ISBN 3-7701-4423-6.
  • Fred Bruemmer: Mein Leben mit den Inuit. Reisen zwischen Grönland und Alaska. Sierra. Band 106. Frederking und Thaler, München 2001, ISBN 3-89405-106-X.
  • Gretel Ehrlich: This cold heaven – seven seasons in Greenland. Pantheon Books, New York 2001, ISBN 0-679-44200-6 (englisch)
  • Tété-Michel Kpomassie: Ein Afrikaner in Grönland. Piper, München 1992, ISBN 3-492-11523-3.
  • Fridtjof Nansen: Auf Skiern durch Grönland. Verlag Volk und Welt, Berlin 1991, ISBN 3-353-00837-3.
  • Alfred Wegener: Tagebuch eines Abenteuers, mit Pferdeschlitten quer durch Grönland. Vorwort von Else Wegener. Eberhard Brockhaus, Wiesbaden 1961.
  • Peter Tutein: Ich lebte unter Eskimos – dramatische Geschichten. Übersetzt und bearbeitet von A. Bogle und E. Tilgenkamp, Illustrationen und Einbandentwurf von B. Borchert. Gebrüder Weiss, Berlin 1949. („Dramaet i storisen.“)
  • Rolf Stange: Wintertour in Ostgrönland. Eine Skiwanderung im Liverpool Land. Unterhaltsam-informativer Reisebericht von einer Skitour im Liverpool Land nördlich von Ittoqqortoormiit (Scoresbysund). Eigenverlag
  • Elke Lindner, Hagen Held, Ludwig Martins: Von Kangerlussuaq bis zur Naresstraße: Grönland – Ein kleiner Pflanzenführer 2011, Arktis-Kleinverlag Spitzbergen.de ISBN 978-3-937903-11-8. (Pflanzenbuch mit Reisebericht)
  • Hans Joachim Kürtz: Grönland. Nachbar des Nordpols. Achim Sperber. Westermann, Braunschweig, Fotos 1991, ISBN 3-07-509258-4.
  • Hans Joachim Kürtz: Grönland. Hubert Stadler. Bucher, München, Fotos 1994 (Begegnung mit dem Horizont) ISBN 3-7658-0895-4.
  • Hans Joachim Kürtz: Island und Grönland. 3. Auflage. Ullstein, Frankfurt, Berlin 1993, ISBN 3-548-32139-9. (Ullstein-Reiseführer 32139)
  • Hans Joachim Kürtz: Island und Grönland kennen und lieben. Nordmeerreise zu den Inseln aus Lava und Eis. 1. Auflage. LN-Verlag, Lübeck 1985, ISBN 3-87498-344-7. (LN-Touristikführer 41)

Weblinks

  • Grönländische Regierung (inuktitut, dänisch, englisch)
  • Marc-Christoph Wagner: Wenn Gletscher sich lösen. Grönland sucht seinen Weg (Radio-Feature), DLF, 16. Februar 2008.
  • Zur Geologie Grönlands, u. a. geolog. Karte (englisch)
  • Heat From Earth’s Magma Contributing To Melting Of Greenland Ice, Science daily, 18. Dezember 2007 (englisch)
  • Polar Portal: Monitoring Ice and Climate in the Arctic (englisch)

Einzelnachweise



Quelle: Wikipedia

 

Region Regionen (6)

Abk Name Lat N Lat S Lng W Lng E B O
Kommune Kujalleq 61.5442676 59.777267 -48.4008219 -42.400806  
Kommuneqarfik Sermersooq 72.151428 60.956757 -52.2389718 -21.3617801  
Nordost-Grönland-Nationalpark  
Pituffik 76.601 76.301 -69.079 -67.643  
Qaasuitsup Kommunia 81.256653 67.492508 -73.2634659 -43.6804007  
Qeqqata Kommunia 67.772354 64.951988 -53.99688 -43.626197  
 

Die höchsten Gipfel Die höchsten Gipfel

Die höchsten Hütten Die höchsten Hütten

Touren in diesem Staat Touren in diesem Staat

Bücher und Karten Bücher und Karten

Flagge: Greenland

Name englisch: Greenland
Hauptstadt: Nuuk
Kfz: KN
ISO: GL
ISO3: GRL
Fläche: 2166086 km²
Tld: .gl
Wärung Einheit: DKK
Währung: Krone
Vorwahl: 299

Ausdehnung / Grenzen (nach WGS 84 dezimal):
nördlichster Punkt: 83.609581
südlichster Punkt: 59.7774011
westlichster Punkt: -73.0350638
östlichster Punkt: -11.3123192


 
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