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Staat Informationen : Jamaika

Informationen:


Jamaika [jaˈmaÉȘÌŻka]/[dʒ-] (englisch Jamaica [ʀəˈmeÉȘkə]) ist ein Inselstaat in der Karibik. Die Hauptstadt Kingston ist auch die grĂ¶ĂŸte Stadt des Landes. Die ehemalige britische Kolonie ist Mitglied des Commonwealth of Nations.

Der Name leitet sich vom arawakischen Xaymaca oder Chaymakas ab, was so viel wie „Quellenland“ oder „Holz- und Wasserland“ bedeutet. Die Musikstile Ska und Reggae entstanden auf der Insel. Ferner hat die Glaubensrichtung Rastafari ihren Ursprung auf Jamaika.

Geografie

Lage

Jamaika ist die drittgrĂ¶ĂŸte Insel der Großen Antillen. Sie liegt 145 Kilometer sĂŒdlich von Kuba und – getrennt durch den Jamaica Channel – 160 Kilometer westlich von Hispaniola (Quisqueya) mit den Staaten Haiti und Dominikanische Republik. Das mittelamerikanische Festland ist 635 Kilometer von der Westspitze entfernt. Bei einer LĂ€nge von 235 Kilometern und einer Breite zwischen 35 und 82 Kilometern nimmt die Hauptinsel eine FlĂ€che von 10.991 Quadratkilometern ein.

Vor der SĂŒdwestkĂŒste liegt die Pedro Bank, eine unterseeische Erhebung, die auf einer FlĂ€che von 8000 Quadratkilometern eine Wassertiefe von weniger als 100 Metern hat. In der Bank befinden sich die Pedro Cays, eine Inselgruppe mit einer GesamtflĂ€che von 23 Hektar.

Das Staatsgebiet Jamaikas umfasst neben der Hauptinsel und den Pedro Cays noch die ungefĂ€hr 60 Kilometer sĂŒdöstlich gelegene Inselgruppe der Morant Cays.

Die Atolle Serranilla-Bank, Bajo Nuevo und Alice Shoal (Letzteres ein untermeerisches Riff) liegen im gemeinsam von Jamaika und Kolumbien verwalteten Meeresgebiet.

Entstehung der Insel

Die Karibik ist eine der geologisch komplexesten Regionen der Welt. Viele Details der Entstehung Jamaikas sind unbekannt oder umstritten. Die verbreitetste Theorie geht davon aus, dass der westliche Teil Jamaikas und die Blue Mountains im Osten in verschiedenen Regionen vor etwa acht Millionen Jahren zusammentrafen.

Die Blue Mountains im Osten sind Teil eines Gebirges, dessen Bergketten sich auch auf Kuba und Hispaniola finden. Die geologischen Strukturen sind identisch mit den dortigen. Die Berge wurden am Ende des EozĂ€ns aus dem Wasser gehoben und liegen seitdem dauernd ĂŒber dem Meeresspiegel. Möglicherweise bestand vor etwa 35 Millionen Jahren kurzzeitig eine LandbrĂŒcke zu Hispaniola.

Die westlichen Teile Jamaikas und die Pedro Bank waren ursprĂŒnglich Teil des untermeerischen Nicaragua-RĂŒckens, von dem sie sich vor 40 Millionen Jahren abspalteten. Im Laufe der Kreidezeit bildete sich in der Region eine Reihe von Unterwasservulkanen, von denen einzelne wahrscheinlich kurzzeitig die MeeresoberflĂ€che durchbrachen. Das Ă€lteste Gestein, das sich auf der Insel findet, ist erkaltete Lava aus dieser Periode. Der gesamte Block wurde im spĂ€ten EozĂ€n durch tektonische Bewegungen, unterstĂŒtzt durch einen stark fallenden Meeresspiegel, ĂŒber die OberflĂ€che gehoben. SpĂ€testens damals endete der grĂ¶ĂŸte Teil der vulkanischen AktivitĂ€t.

Nach weiteren fĂŒnf Millionen Jahren bedeckte der wieder steigende Meeresspiegel wieder große Teile der FlĂ€che. In der Folge entstand ein mehrere hundert Meter dicker Kalksteinpanzer, der heute noch fast den gesamten Westen bedeckt.

Es gibt Anzeichen, dass sich einige höher gelegene Teile in der Folge noch mehrmals ĂŒber der WasseroberflĂ€che befunden haben. Die letzte große Hebung begann vor acht Millionen Jahren, zeitgleich mit dem Zusammentreffen mit den Blue Mountains.

Geologie und Landschaft

Jamaika liegt am Nordrand der Karibischen Platte, die sich direkt vor der KĂŒste unter die Nordamerikanische Platte schiebt. Die NĂ€he zur Plattengrenze fĂŒhrt immer wieder zu starken Erdbeben, wie etwa dem, das 1692 unter anderem Port Royal zerstörte.

Der Westen und die Mitte der Insel werden dominiert von mehreren hundert Meter dicken Kalksteinschichten, die etwa zwei Drittel der OberflĂ€che bedecken. Im Zentrum bilden sie bis zu 900 Meter hohe Bergketten. Im weichen Gestein haben sich tiefe TĂ€ler und Höhlen mit unterirdischen FlusslĂ€ufen gebildet. Die Verkarstung ist besonders ausgeprĂ€gt im Cockpit County sĂŒdlich von Montego Bay.

Die Gebirge fallen an einigen Stellen im Norden ĂŒber 500 Meter steil zur See ab. Dort beginnt unmittelbar vor der KĂŒste der 7680 Meter tiefe Kaimangraben. Im SĂŒden ist der Abstieg zum Meer flacher, mit weiten Alluvialebenen, die im Laufe der vergangenen acht Millionen Jahre von den FlĂŒssen geschaffen wurden. Ausnahmen bilden zwei Bergketten in Westmoreland und Saint Elizabeth, die bis an die KĂŒste reichen. Neben Kalk wird der Untergrund von erkalteter Magma, Gneis und Schiefer geformt. Der wichtigste Bodenschatz ist Bauxit, dessen LagerstĂ€tten sich östlich von Montego Bay und westlich von Kingston im Inselinneren befinden. Außerdem werden Gips und Marmor abgebaut.

Der Osten wird von den Blue Mountains geprĂ€gt, einer Bergkette, die sich auf einer LĂ€nge von rund 100 Kilometern von Nordwesten nach SĂŒdosten erstreckt, mit zahlreichen AuslĂ€ufern nach Norden und SĂŒden. Hier befindet sich der höchste Punkt der Insel, der 2256 Meter hoch gelegene Blue Mountain Peak.

Jamaika wird von vielen kurzen FlĂŒssen durchzogen. Aufgrund der Lage der Gebirge fließen diese meist nach Norden oder SĂŒden. Die Menge des von ihnen gefĂŒhrten Wassers schwankt wĂ€hrend der Regenzeiten stark. Im meist weichen Gestein können die FlĂŒsse leicht ihren Lauf Ă€ndern oder ĂŒber lĂ€ngere Strecken unterirdisch verlaufen.

Als lĂ€ngster Fluss Jamaikas wird hĂ€ufig der Black River genannt. Auf einer LĂ€nge von 53,4 Kilometern fĂŒhrt er ganzjĂ€hrig oberirdisch Wasser und ist mit kleinen Booten schiffbar. Der eigentlich lĂ€ngste Fluss ist aber der Rio Minho mit 92,6 Kilometern, dessen Oberlauf jedoch regelmĂ€ĂŸig trockenfĂ€llt und der nur in unmittelbarer KĂŒstennĂ€he schiffbar ist. Beide FlĂŒsse liegen im SĂŒdwesten und werden durch die Clarendon-Wasserscheide getrennt. Ebenfalls auf Abschnitten schiffbar ist der 39,7 Kilometer lange Cabaritta River. Besondere wirtschaftliche Bedeutung besitzt der Rio Cobre, der in Saint Catherine eine AnbauflĂ€che von 73 Quadratkilometern bewĂ€ssert und Spanish Town mit ElektrizitĂ€t versorgt.

Im porösen Kalkstein bilden sich nur selten Seen. Eine Ausnahme ist der Moneague Lake. In normalen Jahren belegt er nur eine sehr kleine FlĂ€che oder trocknet ganz aus. Im Abstand von mehreren Jahrzehnten wĂ€chst er jedoch auf eine FlĂ€che von 300 Hektar an, die er fĂŒr mehrere Monate behĂ€lt. Der Grund ist unbekannt, steht aber wohl in Zusammenhang mit VerĂ€nderungen im unterirdischen Abfluss.

Klima

Das Klima Jamaikas ist tropisch und wird vom Nordostpassat geprĂ€gt. Die Temperaturunterschiede sind im Jahresverlauf gering. In Kingston betrĂ€gt die mittlere Monatstemperatur im Januar 25 °C und im Juli 27 °C, im zentralen Hochplateau ist sie rund drei Grad geringer. Die teilweise ĂŒber 2000 Meter hohen Blue Mountains sind das ganze Jahr ĂŒber schneefrei. Es gibt zwei deutlich ausgeprĂ€gte Regenzeiten, in Mai und Juni und von September bis November.

Die jĂ€hrliche Niederschlagsmenge ist regional sehr unterschiedlich. Mehr als 5000 mm Regen fallen in den Bergen des Nordostens, wĂ€hrend in der Umgebung von Kingston, an der wechselfeuchten SĂŒdkĂŒste, der Mittelwert bei rund 800 mm liegt. Im SpĂ€tsommer und FrĂŒhherbst ziehen hĂ€ufig StĂŒrme ĂŒber die Insel hinweg. In dieser Zeit besteht Gefahr durch Hurrikane. Zuletzt richteten 1951 Hurrikan Charlie und 1988 Hurrikan Gilbert schwere SchĂ€den an.

Wichtige StÀdte

Aufgrund des bergigen Inlands befinden sich die meisten Siedlungszentren an der KĂŒste oder in den großen Ebenen. Die Hauptstadt Kingston ist mit rund 584.600 Einwohnern die grĂ¶ĂŸte Stadt. Zusammen mit der nahegelegenen Planstadt Portmore mit 182.000 Einwohnern bildet sie ein Ballungszentrum, in dem ein Drittel der Gesamtbevölkerung lebt. Neben praktisch allen Regierungseinrichtungen befinden sich hier die grĂ¶ĂŸte UniversitĂ€t und der grĂ¶ĂŸte Flughafen der Insel. Kingston hat, besonders seit Beginn der 1990er Jahre, große Probleme mit KriminalitĂ€t. Teile der Stadt werden von Banden beherrscht, die sich in den vergangenen Jahren sowohl gegenseitig bekĂ€mpften als auch offene Auseinandersetzungen mit Polizei und MilitĂ€r fĂŒhrten.

Einige Kilometer westlich liegt das mit 147.152 Einwohnern deutlich kleinere Spanish Town. Die Stadt ist Zentrum eines Anbaugebietes fĂŒr Bananen und Zuckerrohr, die hier weiterverarbeitet werden. Spanish Town ist eine der Ă€ltesten StĂ€dte Jamaikas, von 1535 bis zur Eroberung durch England war sie Inselhauptstadt.

Im Nordwesten, ganz in der NÀhe des Punktes, an dem Christoph Kolumbus als erster EuropÀer die Insel betrat, liegt Montego Bay. Die 110.115 Einwohner zÀhlende Stadt ist Touristenziel und ein wichtiger Exporthafen. In der NÀhe befindet sich der zweite internationale Flughafen der Insel. Hier begann um 1900 der Tourismus auf der Insel.

Im Jahr 2020 lebten 56 Prozent der Einwohner Jamaikas in StĂ€dten. Die grĂ¶ĂŸten StĂ€dte sind (Stand Zensus 2011):

  1. Kingston: 584.627 Einwohner
  2. Portmore: 182.153 Einwohner
  3. Spanish Town: 147.152 Einwohner
  4. Montego Bay: 110.115 Einwohner
  5. May Pen: 61.548 Einwohner

Flora und Fauna

Jamaika lĂ€sst sich in drei Ökoregionen einteilen: Trockenwald entlang der KĂŒste, Feuchtwald im hochgelegenen Landesinneren und Mangroven entlang einiger KĂŒstenabschnitte. Auf der abgeschiedenen Insel haben sich viele Tier- und Pflanzenarten entwickelt, die es nur hier gibt (also endemisch sind).

Vor der Besiedlung durch die Spanier waren große Teile Jamaikas von dichtem Wald bedeckt. Heute werden viele dieser FlĂ€chen zu landwirtschaftlichen Zwecken benutzt. Lediglich Regionen an der NordkĂŒste, das Cockpit County und die Pedro Bank sowie die höchsten Regionen der Blue Mountains sind weitestgehend in ihrem ursprĂŒnglichen Zustand erhalten.

Das Cockpit County ist ein wichtiges RĂŒckzugsgebiet fĂŒr Vögel. Ein Großteil der auf der Insel vorkommenden Arten sind hier zu finden, darunter der endemische Nationalvogel Wimpelschwanz. In den zahlreichen Höhlen leben verschiedene Fledermausarten. Einige Kolonien umfassen mehr als 50.000 Tiere. Die Jamaikaeule und die Jamaika-Boa, das grĂ¶ĂŸte Landraubtier der Insel, ernĂ€hren sich von ihnen.

In den höheren Lagen wachsen neben MahagonigewĂ€chsen wie der Swietenia vor allem Zedern und Mahoe. Der Regenwald beherbergt 28 Vogelarten, die nur hier vorkommen. Der Jamaikanische Riesenschwalbenschwanz, (zool. Pterourus homerus; engl. Jamaican giant swallowtail), ein auf Jamaika endemischer Ritterfalter, gilt als einer der grĂ¶ĂŸten Schmetterlinge der Welt.

Außer SandbĂ€nken und ausgedehnten Seegrasfeldern bietet die Pedro Bank die letzten noch gut erhaltenen Korallenriffe des Landes. Obwohl die Bank ein wichtiges Fischereigebiet ist und immer mehr Touristen anlockt, konnten die Behörden sie durch gesetzliche Regelungen und intensive Überwachungsmaßnahmen vor der Zerstörung bewahren. Die kleinen Inseln werden unter anderem von Maskentölpeln und Rosenseeschwalben, aber auch von der bedrohten Karettschildkröte zur Eiablage benutzt. Sie sind teilweise als Schutzgebiete ausgewiesen. In der Bank und entlang der KĂŒste leben die seltenen Karibik-Manatis.

Umweltpolitik

Durch den Tourismus entwickelte sich auf Jamaika ein verstĂ€rktes Umweltbewusstsein. Seit 2000 gibt es ein eigenstĂ€ndiges Umweltministerium. Etwa 9 % der LandflĂ€che stehen unter Naturschutz, dazu kommen mehrere Seeschutzgebiete um die Pedro Cays und an den Korallenriffen. 1990 wurde der 79 Hektar große Crow Mountains National Park in den Blue Mountains eingerichtet. Jamaika ratifizierte das Washingtoner ArtenschutzĂŒbereinkommen und das Kyoto-Protokoll. Es unterstĂŒtzt das Übereinkommen der Vereinten Nationen zur BekĂ€mpfung der WĂŒstenbildung und ist bemĂŒht, die Übereinkunft zum Schutz der Meere vor Verschmutzung durch Schiffe einzuhalten.

Das grĂ¶ĂŸte Umweltproblem sind die Bauxitminen. Zum einen nehmen sie eine große FlĂ€che ein und wachsen in Bereiche mit bislang intakter Umwelt. Zum anderen belastet der beim Abbau entstehende gesundheitsgefĂ€hrdende Staub Landschaft und StĂ€dte, besonders Kingston. Die FlĂŒsse sind durch ungeklĂ€rte AbwĂ€sser und Eintragungen von DĂŒnge- und Spritzmitteln aus der Landwirtschaft verschmutzt. Das Gleiche gilt fĂŒr die KĂŒstenabschnitte in der NĂ€he der MĂŒndungen und großer Industrieanlagen. 2000 bis 2005 lief das Jamaican Ridge to Reef Watershed Project, das durch Maßnahmen auf lokaler Ebene die QualitĂ€t des Wassers steigern sollte. UnterstĂŒtzt wurde es mit US-Entwicklungshilfen.

Bevölkerung

Im Jahre 2021 lebten auf Jamaika rund 2,9 Millionen Menschen, mehr als die HĂ€lfte davon in StĂ€dten, allein eine Million in den fĂŒnf grĂ¶ĂŸten. Das Durchschnittsalter liegt bei 23,7 Jahren; etwa ein Drittel der Bevölkerung ist jĂŒnger als 14 Jahre. Lediglich 9 % haben das 64. Lebensjahr vollendet. Damit ist die Bevölkerung im Vergleich zu den meisten Industriestaaten sehr jung. Von 1000 lebend geborenen Kindern sterben im Durchschnitt 13, die Lebenserwartung lag 2021 fĂŒr Frauen bei 76 und fĂŒr MĂ€nner bei 73 Jahren. Das Bevölkerungswachstum reduzierte sich seit 1960 von 1,6 % auf 0,6 % im Jahr 2021. Es ist zu erwarten, dass sich das Durchschnittsalter in Zukunft erhöhen wird, auch weil viele junge Menschen die Insel verlassen.

Rund 91 % der Einwohner stammen von afrikanischen Sklaven ab, die besonders im 17. und 18. Jahrhundert auf die Insel gebracht wurden. 1,3 % kamen aus anderen Staaten der Karibik nach Jamaika, jeweils 0,2 % sind europĂ€ischer oder chinesischer Herkunft. Die Ureinwohner, TaĂ­no und Kariben, haben nicht als eigene Völker ĂŒberlebt; dezimiert von eingeschleppten Krankheiten und durch Gewaltherrschaft der europĂ€ischen KolonialmĂ€chte vermischten sie sich mit den anderen Bevölkerungsgruppen.

Neben der Amtssprache Englisch wird Jamaika-Kreolisch (auch Patois genannt) gesprochen, eine Kreolsprache mit englischen Wurzeln, die in Europa vor allem durch Hip-Hop und Reggae bekannt wurde. Viele Einwohner beherrschen beide Sprachen und vermischen sie zu regionalen Dialekten. Eine ĂŒberall auf der Insel in fast allen möglichen Situationen zu hörende Redewendung ist Jah Mon, was mit aber sicher, klar oder gut ĂŒbersetzt werden kann.

Der Konsum von Marihuana, das dort auch Ganja genannt wird, ist auf der gesamten Insel verbreitet. Außerhalb der StĂ€dte wohnt ein Großteil der Bevölkerung in kleinen, ca. 35 Quadratmeter großen einstöckigen und farbig bemalten HolzhĂ€usern.

Jamaika ist vorwiegend ein Auswanderungsland und erhÀlt nur wenige Migranten aus dem Ausland. Im Jahre 2017 waren nur 0,8 % der Bevölkerung nicht im Land geboren.

Emigration

Wie in fast der gesamten Karibik verlassen seit Ende des 19. Jahrhunderts viele Menschen die Insel auf der Suche nach Arbeit und besserer LebensqualitĂ€t. Die Auswanderung geht zurĂŒck bis in die 1850er Jahre, als immer mehr Arbeiter von besseren Löhnen, beispielsweise in Trinidad und im heutigen Guyana, angelockt wurden, wo sie auf Plantagen Arbeit fanden. Die erste große Welle verließ das Land ab 1881, um sich am Bau des Panamakanals zu beteiligen. Viele Arbeiter schickten Teile ihrer Löhne in die Heimat zurĂŒck. Das Panama money wirkte sich spĂŒrbar auf die Wirtschaft aus und brachte wichtige Devisen ins Land.

Mittel- und SĂŒdamerika sowie die USA waren Hauptziele der Auswanderer, bis in den 1930er Jahren verstĂ€rkt Einwanderungsgesetze erlassen wurden. So beschrĂ€nkte der Immigration Act von 1924 die Einreise in die Vereinigten Staaten erheblich. Nach der UnabhĂ€ngigkeit nutzten viele Einwohner die Reisefreiheit im Commonwealth, um nach Großbritannien zu gelangen, mehr als eine Million Menschen verließen seitdem die Insel. Von dort aus wanderten viele dann in die nordamerikanischen Staaten aus. Heute wird dieser Umweg nicht mehr so oft benutzt, da die meisten Emigranten direkt, teilweise illegal, in die USA und Kanada einreisen. Die Entwicklung wird hĂ€ufig Jamaikanische Diaspora genannt. Besonders New York, Toronto und London beheimaten heute die grĂ¶ĂŸten Gruppen ehemaliger Jamaikaner. Sieben Prozent der 2,5 Millionen Einwohner Torontos stammen von der Insel.

Der Bevölkerungsverlust wird seit den 1980er Jahren durch eine verstÀrkte Zuwanderung aus Nordamerika und Europa, aber auch aus dem Rest der Karibik, teilweise kompensiert. Im Jahre 2017 waren 0,8 % der Bevölkerung Migranten.

Religionen

Knapp zwei Drittel der Einwohner gehören einer protestantischen Kirche an, ein Ergebnis der britischen Herrschaft ĂŒber die Insel.

Protestantische Kirchen

Die grĂ¶ĂŸeren protestantischen Gemeinschaften sind die Church of God (etwa 21,2 %), die Baptisten (etwa 8,8 %), die Siebenten-Tags-Adventisten (etwa 9 %), die Pfingstler (etwa 7,6 %), die Methodisten (etwa 2,7 %), die United Church of Christ (etwa 2,7 %), die Plymouth Brethren (etwa 1,1 %) und die Herrnhuter (etwa 1,1 %).

Römisch-katholische Kirche

Die ursprĂŒnglich von den Spaniern verbreitete römisch-katholische Kirche hat heute einen Bevölkerungsanteil von lediglich 4 %. Es bestehen ein Erzbistum in Kingston sowie BistĂŒmer in Mandeville und Montego Bay.

Anglikanische Kirche

Die anglikanische Kirche auf Jamaika (2,8 %) gehört zur Church in the Province of the West Indies, vertreten durch Bischof Alfred Charles Reid in Kingston. Der Gospel ist in den Gottesdiensten stark verbreitet.

Zeugen Jehovas

Zeugen Jehovas in Jamaika sind in 188 Versammlungen organisiert, die zum US-amerikanischen Zweiggebiet gehören. Sie haben einen Anteil von 1,9 % an der Bevölkerung. Die Versammlungen sind zwar ĂŒberwiegend englischsprachig, jedoch werden einige ZusammenkĂŒnfte auch in Amerikanischer GebĂ€rdensprache, auf Chinesisch, Spanisch und Hindi abgehalten.

Judentum

Die jĂŒdische Gemeinde in Spanish Town existiert seit dem 16. Jahrhundert und verfĂŒgt seit 1704 ĂŒber eine eigene Synagoge, die Gemeinde in Kingston verfĂŒgt ĂŒber die Shaare-Shalom-Synagoge. Im 17. und 18. Jahrhundert beherbergte Jamaika zeitweise die grĂ¶ĂŸte jĂŒdische Gemeinschaft in der Karibik.

Rastafari

Kaum eine Gruppe prĂ€gte und prĂ€gt das Bild Jamaikas im Ausland mehr als die Rastafari. Es handelt sich um eine christlich angelehnte Glaubensgemeinschaft mit einer eigenen Lebensweise. Sie entstand in den 1930er Jahren unter den Nachkommen afrikanischer Sklaven. Die AnhĂ€nger sehen im 1975 verstorbenen, ehemaligen Ă€thiopischen Kaiser Haile Selassie den neuen Messias, von dessen Geburtsname „Tafari Makonnen“ und seinem Adelstitel „Ras“ sich ihre Bezeichnung ableitet. Mit ihm war die Hoffnung auf eine Befreiung Afrikas von der kolonialen UnterdrĂŒckung verbunden.

Rastafari besteht aus verschiedenen Bewegungen. Die meisten stellen das Individuum ins Zentrum, das einerseits frei von Gesetzen und Vorschriften leben, die Reinheitsvorschriften des Alten Testaments aber befolgen soll. So lehnen diese Gruppen den Genuss von Alkohol und Tabak ab. Viele von ihnen, aber nicht alle, konsumieren gemeinsam auf rituelle Weise Cannabis (Ganja), das sie zum Meditieren oder zum „Reasoning“, d. h. Nachdenken oder mit anderen debattieren, nutzen. In Anlehnung an die Offenbarung des Johannes (Vers 22,2 : „[
]und die BlĂ€tter der BĂ€ume dienen zur Heilung der Völker“) wird Hanf auch als healing of the nation, „Heilung der Völker“, bezeichnet. Viele zeigen ihre Glaubenszugehörigkeit durch das Tragen von Dreadlocks. HĂ€ufig wird die Glaubensrichtung zu Unrecht auf diese Merkmale reduziert. Bekannt wurde die Bewegung im Ausland vor allem durch Reggae-SĂ€nger wie Bob Marley und Peter Tosh.

Weitere Religionen und Weltanschauungen

Einige der von Sklaven auf die Insel mitgebrachten afrikanischen Religionen wurden weiterhin praktiziert. Mehr oder weniger stark wurden Elemente anderer Kulturen und Religionen ĂŒbernommen, was zu einer Vielzahl kleiner Glaubensgruppen fĂŒhrte, die mit den SanterĂ­a auf Kuba und den Voodoo in Haiti vergleichbar sind.

Daneben gibt es islamische und buddhistische Minderheiten.

Geschichte

Vorkolonialzeit

Im 7.Jahrhundert nach Christus erreichten die ersten aus SĂŒdamerika stammenden TaĂ­no (ein zu den Arawak gehörendes Volk) die Insel. Sie lebten in Stammesgemeinschaften und betrieben Ackerbau und Fischfang. Ihre HĂ€user bauten sie aus Schilf und Stroh. Im Laufe des 15.Jahrhunderts kamen kleine Gruppen der Kariben nach Jamaika. Im Gegensatz zur Praxis auf vielen anderen Inseln vertrieben sie die TaĂ­no nicht, sondern lebten mit ihnen zusammen. Als Christoph Kolumbus 1494 wĂ€hrend seiner zweiten Reise als erster EuropĂ€er auf Jamaika landete, lebten dort etwa 100.000 Menschen. Bei Pedro Bluff in Saint Elizabeth wurden Höhlen mit Malereien gefunden, die denen auf anderen Karibikinseln gleichen.

Spanische Kolonie (1509–1655)

Nach einem jahrelangen Streit zwischen Diego Kolumbus, dem Sohn von Christoph Kolumbus, und der spanischen Krone ĂŒber den Besitz einiger Karibikinseln wurde er schließlich Vizekönig aller von seinem Vater entdeckten Inseln. Er erhielt das Recht, einen Anteil des dort gefundenen Goldes fĂŒr sich zu behalten und Steuern zu erheben. 1509 ließ er Jamaika durch Juan Ponce de LeĂłn einnehmen und nannte es Santiago. Dieser Name bĂŒrgerte sich nie ein. Auch die Spanier gebrauchten die ursprĂŒnglichen indianischen Namen Chaymakas oder Xaymaca, die sie in Jamaica verdrehten. In weniger als zehn Jahren zerfiel die Kultur der Ureinwohner, sie wurden durch eingeschleppte Krankheiten und die brutale Behandlung durch die Siedler dezimiert. Seit der zweiten HĂ€lfte des 17. Jahrhunderts gelten sie als ausgestorben. Um den Mangel an ArbeitskrĂ€ften zu kompensieren, brachten die Spanier ab 1517 die ersten afrikanischen Sklaven auf die Insel, vorwiegend von der Gold- und SklavenkĂŒste. 1611 wurden erstmals mehr schwarzafrikanische als europĂ€ische Einwohner gezĂ€hlt. Hauptstadt wurde Nueva Sevilla, das heutige Spanish Town. ZunĂ€chst wurde in der Landwirtschaft das Verwaltungssystem Encomienda eingefĂŒhrt. Spanier erhielten große LĂ€ndereien, zusammen mit den darauf lebenden Ureinwohnern, die sie zur Arbeit einsetzen konnten und die sie missionierten. Das System trug entscheidend zum Aussterben der indianischen Kultur bei. Kurz vor der Eroberung durch England wurde auf das humanere Repartimiento umgestellt, bei dem indianische Dorfgemeinschaften zwei bis vier Prozent ihrer Arbeitskraft den Kolonialherren zur VerfĂŒgung stellen mussten.

Da keine Edelmetalle auf der Insel gefunden wurden, verlagerte sich das Interesse der spanischen Krone schnell nach Mexiko. Viele Siedler verließen die Insel wieder, zurĂŒck blieb eine schwache Garnison.

Britische Kolonie (1655–1962)

Inbesitznahme

Schon aufgrund der gewaltigen GrĂ¶ĂŸe und der schwierigen geographischen Bedingungen konnte Spanien seine Besitzungen in Amerika – insbesondere auch in der Karibik – nie wirklich schĂŒtzen. In den Jahrzehnten nach der Niederlage der spanischen Armada 1588, vor allem aber seit dem endgĂŒltigen Verfall der spanischen Vormachtstellung in der zweiten HĂ€lfte des 17. Jahrhunderts, drangen EnglĂ€nder, Franzosen und NiederlĂ€nder immer stĂ€rker in den spanischen Machtbereich vor.

Am 10. Mai 1655 landeten englische Truppen unter Robert Venables und Admiral William Penn sen. an der Stelle des heutigen Kingston. Sie waren von Oliver Cromwell geschickt worden, um im Rahmen des Western Designs StĂŒtzpunkte in der Karibik zu erobern. Die Verwaltung in Spanish Town ergab sich am nĂ€chsten Tag, ein Teil der verbliebenen Spanier floh kampflos nach Kuba. In der Hoffnung auf einen Aufstand hatten sie zuvor ihre Sklaven befreit und mit Waffen ausgestattet. Es kam aber zunĂ€chst nicht zu KĂ€mpfen, da die ehemaligen Sklaven sich ins unzugĂ€ngliche Landesinnere zurĂŒckzogen, wo sie unter der Bezeichnung Maroons lebten. Trotz der Kapitulation sammelte der letzte spanische Gouverneur Cristobal Arnaldo de Ysassi Guerillatruppen an der NordkĂŒste und im Landesinneren. Zweimal erhielt er UnterstĂŒtzung aus Kuba, musste aber nach zwei Niederlagen gegen die englische Armee 1657 und 1658 endgĂŒltig aufgeben. 1664 wurde eine gewĂ€hlte Versammlung eingerichtet, die lokale Verwaltungsaufgaben wahrnahm. Jamaika ging 1670 durch den Vertrag von Madrid formal in den Besitz Großbritanniens ĂŒber.

Wirtschaftlicher Aufschwung

Die in der Plantagenwirtschaft Jamaikas erzeugten GĂŒter machten die Insel schließlich ĂŒber 150 Jahre lang zu einem wertvollen Besitztum der englischen Krone. In den ersten beiden Jahrzehnten nach der britischen Inbesitznahme waren die Insel und ihre neu gegrĂŒndete Hauptstadt Port Royal jedoch vor allem Anlaufstelle und StĂŒtzpunkt fĂŒr Freibeuter aus aller Herren LĂ€nder. Diese wurden vom britischen Gouverneur nicht nur geduldet, sondern auch als wertvolle militĂ€rische StĂŒtze bei der Verteidigung der Insel gegen eventuelle spanische RĂŒckeroberungsversuche angesehen. Dank der Protektion des Inselgouverneurs konnten Freibeuter wie Henry Morgan von hier aus ungehindert ihre Angriffe auf das spanische Kolonialreich starten. Das wiederum kam der Wirtschaft Jamaikas zugute, da die Piraten nach ihrer RĂŒckkehr hier einen großen Teil ihrer Beute verkauften und verprassten und somit dem Wirtschaftskreislauf zufĂŒhrten. Das Piratenzeitalter auf der Insel endete mit der Zerstörung der Stadt durch ein Erdbeben am 7. Juni 1692. Spanish Town wurde wieder Hauptstadt, bis sie 1755 durch Kingston abgelöst wurde.

1694 landete der Franzose Du Casse mit 1500 Soldaten im Norden und Osten Jamaikas. Sein Versuch, die Insel zu erobern, scheiterte am Widerstand der Siedler. Nach zehntĂ€gigen KĂ€mpfen mussten die Franzosen sich auf ihre Schiffe zurĂŒckziehen. Du Casse zerstörte mehrere Plantagen und entfĂŒhrte etwa 1300 Sklaven. Der letzte Versuch der Eroberung der Insel scheiterte 1782, als die fĂŒr die Invasion vorgesehene französische Flotte in der Schlacht von Les Saintes von den Briten geschlagen wurde.

Unruhen und AufstÀnde

Ab den 1730er Jahren kam es immer öfter zu Konflikten mit den Maroons. Diese weigerten sich, entflohene Sklaven an die Briten auszuliefern, und unternahmen ihrerseits Versuche, weitere Sklaven zu befreien. Der Erste Maroonkrieg erreichte seinen Höhepunkt 1734, als Nanny Town, eine der Maroon-Siedlungen in den Blue Mountains, zerstört wurde. Der Konflikt dauerte bis zum Friedensschluss 1739. Der von Granny Nanny ausgehandelte Vertrag sicherte den Maroon eine eigenstĂ€ndige Kolonie unter der Bedingung zu, dass sie entflohene Sklaven zurĂŒckfĂŒhrten und bei der Verteidigung der Insel halfen.

Der Zweite Maroonkrieg brach 1795 aus, nachdem die Maroons sich geweigert hatten, weiterhin Menschen auszuliefern. Der Auslöser fĂŒr die KĂ€mpfe war die Folterung zweier Sklaven. 5000 Soldaten sowie auf Menschenjagd abgerichtete Bluthunde schlugen den Aufstand nieder. Die Maroon-AnfĂŒhrer wurden gefangen genommen und nach Nova Scotia in Kanada deportiert, von wo aus sie spĂ€ter nach Sierra Leone gebracht wurden.

1807 wurde der Überseehandel mit Sklaven untersagt, das Arbeitssystem an sich blieb aber unverĂ€ndert. Es kam zu mehreren kleineren Unruhen, bis 1831 unter der FĂŒhrung von Samuel Sharpe der Weihnachtsaufstand in der Umgebung von Montego Bay ausbrach. Obwohl schnell und blutig niedergeschlagen, war er Teil einer Entwicklung, die 1833 zum Slavery Abolition Act, also zur Abschaffung der Sklaverei, fĂŒhrte. Bis zur Durchsetzung des neuen Gesetzes auf Jamaika dauerte es noch vier weitere Jahre. In den folgenden Jahren kamen immer mehr Einwanderer freiwillig auf die Insel, darunter eine Gruppe von Arbeitern aus Indien. Sie wurden auf den Plantagen eingesetzt, konnten aber den beginnenden Niedergang der Zuckerindustrie nicht aufhalten. Billiger Zucker aus Kuba ĂŒberflutete den Markt.

Die Lebensbedingungen der befreiten Sklaven blieben katastrophal. Sie hatten zwar die Freiheit erlangt, waren aber meist besitzlos und konnten sich aufgrund einer Wahlsteuer nicht an der Verwaltung der Insel beteiligen. Die Wut und Verzweiflung der Bevölkerung entlud sich 1865 im Aufstand von Morant Bay unter FĂŒhrung von Paul Bogle und George William Gordon. Der Aufstand wurde von den Briten im Auftrag des Gouverneurs mit massiver Gewalt niedergeschlagen, die lokale Verwaltung aufgelöst und Jamaika zur Kronkolonie erklĂ€rt. Mehr als 1000 Menschen, darunter Bogle und Gordon, kamen ums Leben. Die ausgeĂŒbte Gewalt löste in Großbritannien Entsetzen aus und fĂŒhrte zu einer genaueren Überwachung der Gouverneure.

Kronkolonie

Mit dem neuen Gouverneur John Peter Grant begannen ab 1866 zahlreiche Reformen. Das Bildungssystem wurde grĂ¶ĂŸeren Bevölkerungsteilen zugĂ€nglich gemacht, die Arbeitsgesetze wurden verbessert. Außerdem wurde die Infrastruktur ausgebaut. Das Eisenbahnnetz erreichte seine grĂ¶ĂŸte Ausdehnung, und ein Unterwasserkabel nach Europa wurde verlegt. 1914 wurde auf der Insel das Kriegsrecht verhĂ€ngt, rund 10.000 jamaikanische Soldaten nahmen am Ersten Weltkrieg auf Seiten der Alliierten teil.

Ab den 1930er Jahren gab es, teilweise durch die Arbeit Marcus Garveys motiviert, Unruhen und AufstĂ€nde gegen die britische Herrschaft. Die Bewohner verlangten mehr UnabhĂ€ngigkeit und eine gerechtere Besteuerung. 1938 wurde die People’s National Party (PNP), die erste der beiden großen Parteien, von Norman Washington Manley gegrĂŒndet. 1944 trat eine neue Verfassung in Kraft, die dem Land wieder eine gewisse Selbstverwaltung zugestand. Jamaika ist eines der wenigen LĂ€nder, in denen das Frauenwahlrecht wĂ€hrend des Zweiten Weltkriegs Gesetz wurde. FĂŒr die erste Wahl am 20. November 1944 galt bereits das allgemeine aktive und passive Wahlrecht. Bei der UnabhĂ€ngigkeit am 6. August 1962 wurde das allgemeine Wahlrecht bestĂ€tigt. Im selben Jahr fanden die ersten freien, allgemeinen und gleichen Wahlen statt.

WĂ€hrend des Zweiten Weltkriegs wurde Jamaika von Großbritannien und den USA als MarinestĂŒtzpunkt benutzt. Das Land selbst unterstĂŒtzte die Alliierten mit Truppen und Geld. Nach dem Weltkrieg gab es Versuche, die westindischen Kolonien unter eine gemeinsame Verwaltung zu stellen. 1947 fanden in Montego Bay erste Verhandlungen zur GrĂŒndung der Westindischen Föderation statt. Ein Jahr spĂ€ter wurde die University of the West Indies, eine gemeinsame Hochschule fĂŒr 16 Karibikstaaten, in Mona bei Kingston gegrĂŒndet. 1958 schlossen sich Jamaika und neun weitere britische Gebiete in der Karibik der Westindischen Föderation an, schieden aber bereits 1961 nach einem Referendum wieder aus.

SouverÀner Staat

Erste Jahre (1962–1972)

Die UnabhĂ€ngigkeit von Großbritannien wurde am 6. August 1962 erlangt, am 18. September folgte die Mitgliedschaft bei den Vereinten Nationen. Jamaika ist seitdem freies Mitglied des Commonwealth of Nations. Der erste Premierminister war Alexander Bustamante von der Jamaica Labour Party (JLP), die bis 1972 an der Macht blieb. Die erste Sitzung des Parlaments wurde von Princess Margaret eröffnet. Jamaika trat in den folgenden Jahren mehreren internationalen Organisationen bei, darunter dem UN-Menschenrechtsausschuss.

1966 besuchten sowohl Elisabeth II. als auch der fĂŒr die Rastafari wichtige Haile Selassie unter großem Jubel die Insel, im gleichen Jahr fand mit den British Empire and Commonwealth Games das grĂ¶ĂŸte sportliche Ereignis der Geschichte des Landes statt. Im Oktober fĂŒhrten Bandenkriege in Kingston zur VerhĂ€ngung des Notstands. Polizei und MilitĂ€r brauchten einen Monat, um die Situation unter Kontrolle zu bringen. Nach Ende seiner Amtszeit, im Februar 1967, zog sich Bustamante aus der FĂŒhrung seiner Partei zurĂŒck. Sein Nachfolger Donald Sangster konnte die Wahl mit 33 zu 20 Sitzen im Parlament gewinnen. Nur wenige Wochen spĂ€ter musste er nach einem Schlaganfall zur Behandlung nach Kanada geflogen werden, wo er am 11. April verstarb. Hugh Shearer regierte bis zum Ende der Legislaturperiode. In seine Amtszeit fielen die Umstellung auf das metrische System 1968 und die EinfĂŒhrung des Jamaika-Dollars 1971, aber auch eine DĂŒrre in den Jahren 1967–1968 und ein landesweiter Streik der Polizei fĂŒr höhere Löhne.

Demokratischer Sozialismus (1972–1980)

MissglĂŒckte Maßnahmen zur BekĂ€mpfung der DĂŒrrefolgen und der Streik ließen die Bevölkerung an den FĂŒhrungsqualitĂ€ten Shearers zweifeln. Die People’s National Party (PNP) unter Michael Manley konnte sich bei den Wahlen 1972 mit 37 zu 19 Sitzen durchsetzen. In den ersten Jahren nach der UnabhĂ€ngigkeit hatte Jamaika eine pro-westliche Außenpolitik verfolgt. Manley hingegen erklĂ€rte den Demokratischen Sozialismus zur Staatsform und nahm Beziehungen zu sozialistischen Staaten auf. Es kam zu Verstaatlichungen und KĂ€ufen zahlreicher Unternehmen, besonders im Bergbau. Die neue Politik war nicht direkt kommunistisch – die demokratischen Strukturen blieben bestehen und große Teile des Marktes waren weiterhin in Privatbesitz – wurde aber aufgrund einer engen Freundschaft Manleys zu Fidel Castro und einer Handelsmission in die Sowjetunion hĂ€ufig so interpretiert. Trotz intensiver Verhandlungen brachen 1979 die Beziehungen zum Internationalen WĂ€hrungsfonds ab, die Wirtschaft stagnierte. Kurz vor der Wahl deckte die Polizei Vorbereitungen der jamaikanischen Armee zu einem Putsch auf. 24 Soldaten und drei Zivilisten wurden verhaftet und zu mehrjĂ€hrigen Freiheitsstrafen verurteilt.

Dennoch brachen die internationalen Beziehungen nicht ganz ab. Durch das LomĂ©-Abkommen von 1975 trat Jamaika den AKP-Staaten bei. Das Abkommen und sein Nachfolger, das Cotonou-Abkommen von 2002, sicherten dem Land Entwicklungshilfe und ZollprĂ€ferenzen, unter anderem auf dem europĂ€ischen Markt, zwangen es aber auch, einen Teil seiner MĂ€rkte fĂŒr auslĂ€ndische Produkte zu öffnen. Viele der VergĂŒnstigungen, vor allem auf dem Bananenmarkt, sind 2006 ausgelaufen.

RĂŒckkehr zur pro-westlichen Politik

Die verstĂ€rkte Armut infolge der internationalen Isolation verschaffte der JLP mit 51 zu neun Sitzen 1980 einen deutlichen Wahlsieg, ein Erfolg, der sich bei den Kommunalwahlen ein Jahr spĂ€ter wiederholte. Der neue Premierminister Edward Seaga kehrte zu einer pro-westlichen Außenpolitik zurĂŒck. Manleys im Inland getroffene Maßnahmen, zu denen neben den Verstaatlichungen auch der Ausbau sozialer Einrichtungen gehörte, blieben weitestgehend bestehen. Die Beziehungen zum Internationalen WĂ€hrungsfonds wurden wieder aufgenommen und die zu Kuba abgebrochen. Jamaika erhielt noch im selben Jahr von der UN die Zusicherung, dass das Hauptquartier der neu zu grĂŒndenden Internationalen Meeresbodenbehörde in Kingston errichtet werde. Besonders die USA und die EU gewĂ€hrten nun Kredite und Wirtschaftshilfen zur StĂ€rkung der Wirtschaft und Verbesserung der maroden Infrastruktur. Dennoch verlor der Jamaika-Dollar bis 1983 gegenĂŒber dem US-Dollar so stark an Wert, dass die Regierung sich gezwungen sah, Neuwahlen anzuordnen. Die PNP lehnte die Teilnahme ab, da sie sich durch die Einteilung der Wahlkreise benachteiligt fĂŒhlte. Die JLP gewann alle 60 Sitze und konnte so bis 1987 ohne Opposition regieren.

Im Oktober 1983 begann die eine Woche dauernde US-Invasion in Grenada. Nach offizieller Darstellung der USA hatte unter anderem Jamaika in der Organisation Ostkaribischer Staaten den Wunsch geĂ€ußert, die dortige kommunistische Regierung zu stĂŒrzen. In Wirklichkeit ging die Initiative jedoch von den USA aus. Das erste und einzige Mal seit der UnabhĂ€ngigkeit stellte die Insel Soldaten fĂŒr einen Auslandseinsatz zur VerfĂŒgung. Zusammen mit Antigua und Barbuda, Barbados, Dominica, St. Lucia und St. Vincent entsandte sie 300 Mann, die aber nicht zu Kampfhandlungen eingesetzt wurden.

Am 12. September 1988 erreichte Hurrikan Gilbert Jamaika. Das Auge des Sturms ĂŒberquerte die Insel auf der vollen LĂ€nge und richtete große SchĂ€den an. Es entstand ein Schaden von vier Milliarden US-Dollar, 40 % der AnbauflĂ€chen wurden zerstört. Kingston und Saint Andrew Parish sowie Hanover Parish waren am Schlimmsten betroffen, hier brach die Versorgung mit Wasser und ElektrizitĂ€t fĂŒr mehrere Tage zusammen. In den folgenden Monaten gab es umfangreiche internationale Hilfen, die zwar aufgrund von Korruption und Unterschlagungen nur zum Teil bei den Menschen ankamen, die Wirtschaft aber wieder ankurbelten.

Verzögerungen beim Wiederaufbau der zerstörten Infrastruktur, besonders in den kleinen Gemeinden entlang der KĂŒste, beeintrĂ€chtigten das Vertrauen der Bevölkerung in die FĂ€higkeiten der Regierung. Bei den Parlamentswahlen im Jahr 1989 gewann sie nur 15 der 60 Mandate. Michael Manley wurde erneut Premierminister, musste 1992 aber aus GesundheitsgrĂŒnden zurĂŒcktreten. Percival J. Patterson wurde sein Nachfolger und blieb bis 2006 im Amt. Dank internationaler Hilfen war die Wirtschaftslage 1990 wieder relativ gĂŒnstig und förderte die GrĂŒndung vieler Banken und Versicherungen, die große finanzielle Risiken eingingen. 1996 fĂŒhrten unerwartet stark steigende Zinsen zu einem Zusammenbruch des gesamten Finanzsektors.

Jamaika bemĂŒht sich seit einigen Jahren, sich an internationalen Organisationen zu beteiligen, um auf seine Probleme aufmerksam zu machen. So ĂŒbernahm es 2001 fĂŒr ein Jahr den Vorsitz des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen.

Politik

Staatsorganisation

Jamaika ist eine stabile parlamentarische reprĂ€sentative demokratische Monarchie. Die 1962 durch einen gemeinsamen Ausschuss der im jamaikanischen Parlament vertretenen Parteien erarbeitete Verfassung basiert auf dem System des Vereinigten Königreichs (Westminster-System). Wahlberechtigt ist jeder BĂŒrger ab 18 Jahren. Praktisch alle staatlichen Stellen haben ihren Sitz in der Hauptstadt Kingston.

Exekutive

Staatsoberhaupt ist Elisabeth II., die den Titel Königin von Jamaika trĂ€gt. Sie wird vertreten durch einen Generalgouverneur, der durch den Premierminister und sein Kabinett ernannt wird. Sowohl Königin als auch Generalgouverneur haben grĂ¶ĂŸtenteils zeremonielle Aufgaben, darunter die Ernennung des Premierministers und der Minister. An der Spitze der Regierung steht der Premierminister. Er ist – wie bei LĂ€ndern mit Westminster-System ĂŒblich – mit umfangreichen Kompetenzen ausgestattet und kann viele wichtige Entscheidungen ohne Konsultation des Parlaments tĂ€tigen. Die eigentliche Verwaltung des Landes wird von Behörden ĂŒbernommen, an deren Spitze ein Fachminister steht. Premierminister wird nach Ernennung durch den Generalgouverneur automatisch der Vorsitzende der Partei, die die Mehrheit im Parlament hĂ€lt. Ein Wechsel in der ParteifĂŒhrung fĂŒhrt binnen weniger Wochen zur Ernennung eines neuen Premierministers. Am 30. MĂ€rz 2006 ersetzte Portia Simpson Miller von der PNP den aus GesundheitsgrĂŒnden zurĂŒckgetretenen langjĂ€hrigen Premierminister Percival J. Patterson. Sie wurde damit die erste Regierungschefin ihres Landes.

Bei den Parlamentswahlen vom 3. September 2007 verlor Simpson Miller ihre Mehrheit knapp. Ihr Nachfolger als Premierminister wurde am 11. September der bisherige OppositionsfĂŒhrer Bruce Golding. Nach dessen RĂŒcktritt folgte ihm am 23. Oktober 2011 Andrew Holness als neunter Premierminister des Landes nach, – untypisch fĂŒr Jamaika – noch bevor er zum neuen Parteivorsitzenden gewĂ€hlt wurde. Am 29. Dezember 2011 fanden vorgezogene Parlamentswahlen statt; die PNP gewann mit 42 zu 21 Sitzen vor der JLP und Portia Simpson Miller wurde am 5. Januar 2012 zum zweiten Mal als Premierministerin vereidigt. Holness wurde OppositionsfĂŒhrer im ReprĂ€sentantenhaus. Bei den Parlamentswahlen vom 25. Februar 2016 wurde die JLP erneut stĂ€rkste Partei und Holness ab dem 3. MĂ€rz 2016 erneut Premierminister von Jamaika. Bei den vorzogenen Wahlen am 13. September 2020 konnte die JLP ihre Position stark ausbauen und Holness blieb im Amt.

AnlÀsslich des Besuches des britischen Prinzen William und seiner Ehefrau Herzogin Kate am 23. MÀrz 2022, hat Premierminister Andrew Holness eine Lossagung des Landes von der Krone angedeutet.

Legislative

Das Parlament von Jamaika besteht aus zwei Kammern, dem ReprĂ€sentantenhaus und dem Senat. Die Mitglieder des ReprĂ€sentantenhauses (Members of Parliament oder MPs) werden alle fĂŒnf Jahre direkt gewĂ€hlt. Jamaika hat traditionell ein Zweiparteiensystem, einzig die People’s National Party (PNP) und die Jamaica Labour Party (JLP) sind im Parlament vertreten, beide stellten in der Vergangenheit mehrmals Premierminister. Bei der Parlamentswahl am 3. September 2007 verlor die PNP nach 18 Jahren wieder die Mehrheit und stellte nur noch 27 der 60 Abgeordneten. Bei der Parlamentswahl am 29. Dezember 2011 gewann sie 42 der 63 Parlamentssitze und löste die JLP nach vier Jahren an der Regierung wieder ab. Andere Parteien und Koalitionen spielen keine Rolle. Die starke Position der Regierung beschrĂ€nkt die tatsĂ€chlichen Einflussmöglichkeiten der Kammer.

Der Senat besteht aus 21 Mitgliedern. Die Senatoren werden vom Generalgouverneur ernannt, 13 davon auf Vorschlag des Premierministers, acht auf Vorschlag des OppositionsfĂŒhrers. Ein Mitspracherecht bei politischen Entscheidungen besteht nur in wenigen Gebieten.

Die nÀchste Parlamentswahl fand am 3. September 2020 statt.

Judikative

Das Rechtssystem orientiert sich am englischen Common Law. Die Richter werden von Generalgouverneur auf Empfehlung des Justizkomitees ernannt. Im Falle der GerichtsprĂ€sidenten haben Premierminister und OppositionsfĂŒhrer ein Mitspracherecht.

Der oberste Gerichtshof im Land ist der Court of Appeal unter dem Vorsitz des Chief Justice in Kingston. Er ist reine Berufungsinstanz fĂŒr die untergeordneten Gerichte. Wie alle jamaikanischen Gerichte ist er sowohl fĂŒr das Zivil- als auch fĂŒr das Strafrecht zustĂ€ndig. Schwere Vergehen und zivilrechtliche Auseinandersetzungen werden vor dem Supreme Court verhandelt. Bei Kapitalverbrechen werden Entscheidungen von Geschworenen getroffen. Der Supreme Court ist zentral organisiert, die Verhandlungen finden aber in der Regel in den entsprechenden Parishes statt.

Zur Behandlung geringerer Delikte verfĂŒgt jeder Parish ĂŒber einen Resident Magistrate’s Court, unterteilt in Fachgerichte. Berufungen dieser Instanz ĂŒberspringen den Supreme Court und werden direkt an den Court of Appeal gerichtet. Die unterste Stufe der Gerichtsbarkeit sind die Petty Sessions. Sie unterstehen den örtlichen Magistrate’s Courts und fungieren als Schiedsamt in ZivilfĂ€llen und verhandeln ĂŒber Ordnungsgelder. Als Berufungsinstanz ist der Magistrate’s Court zulĂ€ssig.

Noch ĂŒber dem Court of Appeal steht der Justizausschuss des Privy Council in London. Wie viele andere Staaten der Karibik lĂ€sst Jamaika dort Revisionen bei besonders schweren Vergehen verhandeln. Seit 1970 versucht Jamaika mit anderen Staaten einen gemeinsamen Gerichtshof fĂŒr die Karibik aufzubauen. Im Februar 2001 wurde zwischen zwölf LĂ€ndern ein Abkommen zur Einrichtung des Caribbean Court of Justice (CCJ) unterzeichnet. Seit 2005 ist der Gerichtshof mit Sitz in Port of Spain, Trinidad und Tobago einsatzbereit, wurde aber noch nicht von der jamaikanischen Gesetzgebung berĂŒcksichtigt, er kann also noch nicht angerufen werden. Bruce Golding kĂŒndigte kurz nach seiner Wahl an, den CCJ mit einem Referendum zur letzten Berufungsinstanz machen zu wollen.

Jamaika hÀlt an der Todesstrafe fest. Diese wurde in den letzten Jahren aber nur selten vollstreckt, da das Privy Council die Strafe immer in lebenslange Haft umgewandelt hat, wenn es angerufen wurde. Gegner des CCJ argumentieren, dieser sei nur geschaffen worden, um diese Begnadigungen zu verhindern. In einer ersten Entscheidung verhinderte das Gericht aber eine Hinrichtung auf Barbados.

Politische Indizes

Parteien und Gewerkschaften

Schon vor der UnabhĂ€ngigkeit Jamaikas etablierte sich ein Zweiparteiensystem. Sowohl die People’s National Party (PNP), als auch die Jamaican Labour Party (JLP) waren seit 1962 mehrmals an der Macht. Andere Parteien sind unbedeutend und zurzeit nicht im Parlament vertreten.

Beide Parteien sind eng mit je einer der beiden großen Gewerkschaften, Bustamante Industrial Trade Union (BITU) und Trade Union Congress (TUC), verbunden. Aus der 1938 von Alexander Bustamante gegrĂŒndeten BITU ging 1943 die JLP hervor, die nach der UnabhĂ€ngigkeit die ersten Premierminister stellte. Bustamantes Cousin Norman Washington Manley grĂŒndete 1938 die PNP, in deren Umfeld sich die TUC formierte. Beide Parteien bezeichnen sich als sozialdemokratisch und unterscheiden sich in ihren heutigen Parteiprogrammen kaum.

Viele Seiten werfen den Parteien vor, bewaffnete Banden zu unterhalten und ganze Stadtteile Kingstons gewaltsam zu kontrollieren. TatsÀchlich kam es bei allen bisherigen Wahlen zu Unruhen, meistens mit mehreren Toten.

Außenpolitik

Jamaika ist Mitglied einer großen Zahl internationaler Organisationen, darunter der Karibischen Gemeinschaft (CARICOM), der karibischen Entwicklungsbank, der CELAC, der UNO und von Interpol. Seit vielen Jahren ist es einer der WortfĂŒhrer der karibischen Staaten, 2005 fĂŒhrte es den Vorsitz der EntwicklungslĂ€nderkonferenz G77. Jamaika ist in keine internationalen Konflikte verwickelt, seine Soldaten werden nicht außerhalb des Landes eingesetzt. In den letzten Jahren gab es Unstimmigkeiten mit der US-Regierung, die die Parteien verdĂ€chtigt, Banden in Kingston beim Drogenschmuggel aus SĂŒd- nach Nordamerika zu unterstĂŒtzen und vor dem Polizeizugriff zu schĂŒtzen. Abgesehen davon ist die Beziehung zwischen beiden Staaten gut, Jamaika erhielt 2004 18,5 Millionen US-Dollar Wirtschaftshilfen.

Die Beziehungen zur EuropĂ€ischen Union (EU) haben sich verschlechtert, nachdem diese ihre MĂ€rkte fĂŒr Produkte aus weiteren LĂ€ndern zugĂ€nglich gemacht hatte. Die erhöhte Konkurrenz gefĂ€hrdet den Anbau von Bananen und Zuckerrohr, der ohnehin in einer Krise steckt. Von der EU finanzierte Infrastrukturprojekte sollen dem Land helfen, die Probleme zu ĂŒberwinden. Jamaika unterhĂ€lt Botschaften in fast allen europĂ€ischen LĂ€ndern. Traditionell spielt der Handel eine wichtige Rolle fĂŒr die internationalen Beziehungen, weshalb Handels- und Außenministerium unter Minister Anthony Hylton zusammengefasst sind.

Staatsausgaben und Verschuldung

Im Jahr 2001 lag die Staatsverschuldung bei rund zehn Milliarden US-Dollar. Das entspricht 147 % des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Im Laufe der 1990er Jahre haben sich die Auslandsschulden zwar verringert, dafĂŒr vergrĂ¶ĂŸerten sich die teuren Inlandsschulden um den Faktor 14. Grund ist der Zusammenbruch des Finanzsektors um 1995, dessen Verluste die Regierung kompensieren musste. Die Zinszahlungen machen zurzeit rund 60 % der Staatsausgaben aus, auch wenn die Neuverschuldung sich stark reduziert hat.

Das GeschÀftsjahr dauert von Anfang April bis Ende MÀrz des Folgejahres. 2005/2006 wurden 187 Milliarden jamaikanische Dollar (rund 2,2 Milliarden Euro) ausgegeben. Dem standen Einnahmen in Höhe von rund 2,15 Milliarden Euro entgegen, die Neuverschuldung lag bei rund 48,4 Millionen Euro.

Im Rechnungsjahr 2005/2006 lag der Anteil der Staatsausgaben fĂŒr

  • das Gesundheitssystem bei 7%
  • das Bildungssystem bei 1%
  • Polizei und MilitĂ€r bei zusammen 9%

MilitÀr

Die jamaikanische Armee wurde nach der UnabhĂ€ngigkeit Jamaikas am 31. Juli 1962 offiziell aufgestellt und nennt sich Jamaica Defence Force (JDF). Sie ging aus dem West India Regiment hervor und bestand 2019 aus einer 3.500 Mann starken Berufsarmee und einer Reserve. Es gibt keine Wehrpflicht. Die Hauptaufgabe der JDF ist der Schutz des Landes und die GewĂ€hrleistung der inneren Sicherheit. Sie untersteht dem Premierminister, vertreten durch den Minister fĂŒr Sicherheit und Justiz.

Soziale Probleme und KriminalitÀt

Die Inflation seit den 1980er Jahren und die Verteuerung des US-Dollars im Vergleich zum jamaikanischen haben die Preise steigen lassen, insbesondere fĂŒr ImportgĂŒter. Durch geringere Exporte gingen viele ArbeitsplĂ€tze verloren, besonders in der Landwirtschaft. Zudem verlor fast jeder Einwohner zumindest einen Teil seiner Ersparnisse beim Zusammenbruch des Finanzsektors. Die Landflucht nahm zu, besonders nach Kingston, wo viele slumartige Wohnviertel existieren. Die Regierung unternahm große Anstrengungen, um Wohnraum zu schaffen; unter anderem entstanden in Portmore zehntausende billige Wohnungen. Die grundlegenden sozialen Probleme wurden aber nicht gelöst.

Die schlechte LebensqualitĂ€t fördert die KriminalitĂ€t, die heute das grĂ¶ĂŸte Problem der Insel ist. In den StĂ€dten haben sich Banden gebildet, die durch Drogenhandel und Schutzgelderpressung Geld verdienen. Seit den 1970er Jahren unterhalten auch die Gewerkschaften und die eng mit ihnen verbundenen Parteien bewaffnete Banden, die Viertel kontrollieren, in denen besonders viele der eigenen AnhĂ€nger leben. Gerade junge Menschen sehen in den Banden die einzige Möglichkeit, schnell an Geld zu kommen. Im Jahr 2009 starben 1683 Menschen als Opfer von KriminalitĂ€t, was etwa 60 Toten pro 100.000 Einwohner entspricht. Zum Vergleich: Im Jahr 2002 lag die Quote in den USA bei 5,7 pro 100.000 Einwohner. Im Jahr 2006 wurden bei EinsĂ€tzen der jamaikanischen Polizei weitere 277 Personen getötet. Die Zahl der Morde sank im Jahr 2011 auf 1124 (40 pro 100.000 Einwohner).

Die KriminalitĂ€tsrate ist eine der höchsten der Welt; die AufklĂ€rungsrate liegt bei etwa 40 %. Die wenigen GefĂ€ngnisse stammen grĂ¶ĂŸtenteils noch aus der Kolonialzeit und sind ĂŒberbelegt. Die Haftbedingungen sind meist schlecht. Jamaika ist Durchgangsstation des Drogenhandels von SĂŒd- nach Nordamerika. Den SchĂ€tzungen des Sicherheitsministeriums zufolge passieren jĂ€hrlich rund 80 Tonnen Kokain die Insel. Der Schmuggel ist fĂŒr die ZwischenhĂ€ndler sehr lukrativ. Viele KĂŒstenregionen werden von mafiösen Organisationen kontrolliert, was unter anderem daran liegt, dass sich die Polizei auf die StĂ€dte konzentriert. Eine Zusammenarbeit mit den USA konnte die GeschĂ€fte nicht beeintrĂ€chtigen, was unter anderem daran liegt, dass Korruption unter hohen Beamten weit verbreitet ist. Transparency International fĂŒhrt Jamaika in seinem Korruptionsbericht 2016 auf Platz 83 von 176.

Marihuana

Am 2. Juni 2014 entschied die jamaikanische Regierung um Portia Simpson Miller, kleine Mengen Marihuana fĂŒr den privaten, den medizinischen oder wissenschaftlichen Gebrauch zu entkriminalisieren. Eventuell sei lediglich ein Ordnungsgeld zu zahlen. Der Anhang zum bestehenden Gesetz definiert zwei Unzen als Mindestmenge fĂŒr eine Verhaftung.

Siehe auch: Cannabis als Rauschmittel

HomosexualitÀt

Die Menschenrechtssituation von Homosexuellen in Jamaika ist schlecht. Artikel 76 des Gesetzes ĂŒber Straftaten gegen die Person ahndet Analverkehr (theoretisch auch zwischen Mann und Frau) mit bis zu zehn Jahren GefĂ€ngnis, verbunden mit schwerer Zwangsarbeit. Andere Akte körperlicher IntimitĂ€t zwischen MĂ€nnern werden nach Artikel 79 mit bis zu zwei Jahren Haft bestraft, verbunden mit der Möglichkeit, zu schwerer Zwangsarbeit verurteilt zu werden.

In neueren jamaikanischen Dancehall-Songs wird darĂŒber hinaus regelmĂ€ĂŸig zur Ermordung von Homosexuellen aufgerufen (bun dem chichiman = verbrennt die Schwulen); dazu gehören die bekannten KĂŒnstler Beenie Man, Bounty Killer, Capleton, Elephant Man, Buju Banton, Sizzla und Vybz Kartel. Homophobe Gewalt kommt recht hĂ€ufig vor. Nach Angaben von Amnesty International haben in den letzten Jahren in Großbritannien mehrere Jamaikaner alleine aufgrund ihrer HomosexualitĂ€t Asyl erhalten. HĂ€ufig steht die Verachtung homosexueller Menschen in Zusammenhang mit der Angst, sich mit dem HI-Virus zu infizieren.

Verwaltungsgliederung

Jamaika besteht aus drei Grafschaften (counties), die wiederum in insgesamt 14 historisch gewachsene Parishes (Landkreise) zerfallen.

Wirtschaft

Jamaika gehört zu den wohlhabenderen LĂ€ndern der Karibik. Dennoch lebt jeder fĂŒnfte Einwohner unterhalb der Armutsgrenze. Dabei entspricht das Preisniveau fĂŒr KonsumgĂŒter und vieler Lebensmittel in den SupermĂ€rkten dem einiger europĂ€ischer Staaten (im Jahr 2011 im Supermarkt 15 US-Dollar fĂŒr eine Flasche Rum oder 150 Jamaica-Dollar fĂŒr ein Bier, 115 Jamaica-Dollar fĂŒr einen Liter Benzin). Bis in die 1940er Jahre war der Export landwirtschaftlicher Produkte die einzige Einnahmequelle des Landes. Seitdem haben sich Tourismus sowie der Abbau und die Verarbeitung von BodenschĂ€tzen zu den wichtigsten Wirtschaftszweigen entwickelt.

Seit Anfang der 1980er Jahre gab es Versuche, mit Hilfe internationaler Fördergelder die Wirtschaft zu modernisieren und eine stabile Infrastruktur aufzubauen. Von 1985 bis 1995 wuchs die Wirtschaft langsam, aber kontinuierlich. Trotzdem erreichte die Inflation 1991 einen Rekordwert von 80,2%, unter anderem von steigenden Mineralölpreisen und finanziellen InstabilitÀten auf der Insel verursacht.

In den 1990er Jahren gelang es der Regierung, durch eine Liberalisierung des Marktes mehr auslĂ€ndische Investoren anzulocken, was besonders den Tourismus förderte und die Preise stabilisierte. Bis 1995 entwickelte sich die Wirtschaft gut, bis erneute Finanzierungsprobleme und 1997 die grĂ¶ĂŸte DĂŒrre seit 70 Jahren zu vier Jahren Rezession fĂŒhrten.

Seit 2000 gab es wieder ein Wirtschaftswachstum und die Inflation erreichte mit 6,1% einen Tiefpunkt. Die TerroranschlÀge vom 11. September 2001 und die verheerende Hurrikan-Saison 2005 wirkten sich zwar negativ aus, ohne jedoch die positiven Gesamtentwicklung zu stoppen. Die wichtigsten Handelspartner sind die USA, Kanada, Frankreich sowie Trinidad und Tobago.

Die Arbeitslosenquote lag 2016 bei 13,8%. 2006 arbeiteten 64% im Dienstleistungsgewerbe, 17% in der Industrie und 19% in der Landwirtschaft. Das Bruttoinlandsprodukt, auf der Grundlage von KaufkraftparitĂ€ten berechnet, betrug 25,4 Milliarden US-Dollar, 1,5% mehr als im Vorjahr. Pro Einwohner sind das 9000 US-Dollar (Stand 2016). Im Global Competitiveness Index, der die WettbewerbsfĂ€higkeit eines Landes misst, belegt Jamaika Platz 75 von 138 LĂ€ndern (Stand 2016). Im Index fĂŒr wirtschaftliche Freiheit belegt das Land 2017 Platz 41 von 180 LĂ€ndern. Die Wirtschaft in Jamaika leidet unter der hohen Schuldenlast des Staates. Die Staatsverschuldung betrug 2016 ca. 130% der Wirtschaftsleistung.

Wie bei vielen anderen Karibikstaaten ist die wichtigste Devisenquelle nach wie vor Geld, das von Auswanderern an Verwandte auf der Insel ĂŒberwiesen wird. Der US-Dollar wird auf der Insel ebenfalls (legal) als WĂ€hrung akzeptiert.

Landwirtschaft

2004 arbeiteten rund 200.000 Menschen in der Landwirtschaft. Angebaut werden vor allem Bananen, Kaffee, ZitrusfrĂŒchte und Zuckerrohr fĂŒr den Export. Jamaika ist zudem mit einem Marktanteil von etwa 65% weltweiter Hauptexporteur von Piment. Dazu kommen KokosnĂŒsse, Getreide, Ingwer, SĂŒĂŸkartoffeln, Yams, Bohnen, Erbsen, Annatto sowie Sisal fĂŒr den lokalen Markt. Ein Teil des Zuckerrohrs wird direkt auf der Insel zu Zucker und Alkohol verarbeitet. Trotz der hohen BeschĂ€ftigung trĂ€gt der Wirtschaftszweig nur 4,9% zum BIP bei. Neben einer großen Anzahl kleiner Betriebe wird die Exportware vor allem auf großen Plantagen erzeugt.

In den vergangenen Jahren wuchs die Konkurrenz fĂŒr jamaikanische Erzeugnisse. Wurden 2001 noch 205.000 Tonnen Zucker exportiert, waren es 2005 nur noch 127.000. 2007 hatte sich der Absatz jedoch wieder auf 162.000 Tonnen erholt. Lediglich die Ausfuhrmenge von Rum wuchs in diesem Zeitraum von 23,7 auf 24,7 Millionen Liter. Von der einfachen Bevölkerung wird Rum der Sorte JB bevorzugt. Die Produkte aus dem Hause Appleton sind auch ĂŒberall zu haben. Weitere, auch in Europa bekannte Rum-Marken sind Myer’s sowie Captain Morgan.

BodenschÀtze

Wichtigstes Exportgut der Insel ist Bauxit, ein Aluminiumerz. Es macht zwei Drittel der Exporteinnahmen aus. 2005 waren 3939 Menschen in diesem Wirtschaftszweig beschĂ€ftigt. In Nain in Saint Elizabeth wurde fĂŒr 125 Millionen US-Dollar eine Verarbeitungsanlage errichtet. In der NĂ€he sowie in Saint Ann wurden wichtige Tiefwasserpiere angelegt. Das Bauxit wird unbearbeitet oder zu Aluminiumoxid veredelt verschifft. FĂŒr eine Verarbeitung zu Aluminium fehlt es an billigem Strom, wie er zum Beispiel in der NĂ€he der Bauxitvorkommen auf Neuseeland oder Island zur VerfĂŒgung steht.

Neben Bauxit wird auch Gips abgebaut, jedoch mit deutlich geringerem Ertrag. Versuche, eine umfangreiche Zementindustrie aufzubauen – es entstanden mehrere große Verarbeitungsanlagen unter anderem in Mona –, scheiterten an fehlenden Investitionen aus dem Ausland und einer zunĂ€chst zu geringen Nachfrage. 2005 wurde die Einfuhrsteuer auf Zement von 15 % auf 40 % angehoben, was aber nicht zu einer erhöhten Produktion im Land, sondern zu einem Rohstoffmangel in der Bauindustrie fĂŒhrte.

Tourismus

Bananentransporter brachten um 1900 die ersten Touristen auf die Insel, große Gruppen kamen ab 1970. Die meisten reisen ĂŒber einen der beiden internationalen FlughĂ€fen in Kingston und Montego Bay oder mit einem Kreuzfahrtschiff ein. Zum Bild des Tropenparadieses trug der Schauspieler Errol Flynn bei, der sich in den 1950er Jahren ein großes Anwesen kaufte.

Im Jahr 2000 kamen 2,13 Millionen Touristen Jamaica. Nach den TerroranschlĂ€gen am 11. September 2001 brach die Besucherzahl zunĂ€chst ein, aber 2006 wurde mit 1,7 Millionen Flugtouristen ein Plus von 13,5% gegenĂŒber dem Vorjahr erzielt. Die Zahl der Kreuzfahrtpassagiere stieg um 17,7% auf 1,3 Millionen. Mit 3,02 Millionen Touristen wurde ein neuer Höhepunkt erreicht. In den Jahren bis 2011 stagnierte die Touristenzahl auf dem Niveau von ca. 3 Millionen, konnte dann aber kontinuierlich zulegen. In den Jahren 2017–2019 ĂŒberschritt die Touristenzahl jeweils die 4 Millionengrenze (2018: 4,32 Millionen). Durch den Ausbruch der Covid-19-Pandemie im FrĂŒhjahr 2020 erlitt der Tourismus einen schweren Einbruch auf nur noch 1,33 Millionen Touristen.

Die Einnahmen aus dem Tourismus stellen einen bedeutenden Anteil an der jamaikanischen Wirtschaft dar. Lagen die Einnahmen aus dem Tourismussektor 1995 noch bei 878,45 Millionen Euro, so stiegen diese bis 2018, dem bisherigen Höhepunkt, auf 2,62 Milliarden Euro an. Dabei stagnierten die Einnahmen in der Zeit zwischen den Jahren 2000 und 2014. Der Anteil am Bruttonationalprodukt (BNP) schwankte zwischen 13,97% (2012) und 19,7% (2018).

Im Pauschaltourismus kommt der aller grĂ¶ĂŸte Teil der Touristen aus Nordamerika aufgrund der relativ kurzen Flugzeiten von ca. vier Stunden. Hierbei stellen den grĂ¶ĂŸten Teil US-Amerikaner europĂ€ischen oder afrikanischen Ursprungs aus den nördlichen und nordöstlichen Bundesstaaten. Die meisten Kanadier stammen aus Ontario. Das restliche Kontingent stellen Touristen aus Deutschland, Großbritannien und Italien. Alle großen Urlaubshotelketten haben entsprechende HĂ€user, und alle großen europĂ€ischen Veranstalter bieten Pauschalreisen in die drei Haupturlaubsorte Negril im Westen und Montego Bay im Nordwesten sowie Ocho Rios im Norden an. Neben dem typischen Strandtourismus – und auch in Verbindung damit – ist Jamaika ein bevorzugtes Ziel weiblicher Sex-Touristinnen aus den vorgenannten LĂ€ndern.

Als ein weiterer Tourismuszweig wird Ökotourismus im Inland und in der Pedro Bank immer wichtiger. Besonders großes Wachstum erhofft die Regierung sich durch TagesausflĂŒgler von Kreuzfahrtschiffen. Jamaikas Tourismusminister Edmund Bartlett verfolgt bis 2010 das ehrgeizige Ziel, 4.600 neue Hotelzimmer bauen zu lassen.

Den Touristen werden diverse Ausflugsprogramme geboten, meist zu landschaftlichen Attraktionen, da es auf Jamaika wenige historische (Kolonial-)Bauten gibt. Große Einkaufszentren oder FußgĂ€ngerzonen wie in den Touristenzentren in anderen LĂ€ndern sucht man jedoch vergebens. Die MĂ€rkte und GeschĂ€fte sind auf die Deckung des Bedarfs der einheimischen Bevölkerung ausgelegt, jedoch existieren auch fĂŒr Touristen vorgesehene (Handwerks-)MĂ€rkte, in denen jedoch wie ĂŒberall anders auch die ĂŒblichen Souvenirs (T-Shirts und Tassen mit Jamaika-Bezug, selbst hergestellter Schmuck und Holzschnitzereien) erworben werden können. MĂ€rkte mit einem großen Angebot an FĂ€lschungen von Markentextilien existieren ebenfalls nicht.

2006 waren etwa 55.000 Menschen im Hotelgewerbe beschĂ€ftigt. Dazu kamen zahlreiche ArbeitsplĂ€tze im Dienstleistungsgewerbe. Ein großer Teil der Hotelanlagen gehört auslĂ€ndischen Investoren, die mit SteuervergĂŒnstigungen in den 1970er Jahren angelockt worden sind. So kommen große Teile der Einnahmen nicht Jamaika zugute, sondern verlassen die Insel wieder. Ein großer Teil der in den Hotels verwendeten Lebensmittel wird importiert.

Kreuzfahrttourismus

Auch in Jamaika hat der Kreuzfahrttourismus eine immer grĂ¶ĂŸere Bedeutung erlangt. Die bisherige Höchstzahl von das Land anfahrenden Kreuzfahrtschiffen wurde 2017 mit 589 Schiffen verzeichnet. Die höchste Zahl an Kreuzfahrtpassagieren lag ebenfalls 2017 bei 1,89 Millionen. Bedingt durch die COVID-19-Pandemie brach die Zahl der Kreuzfahrtschiffe seit MĂ€rz 2020 stark ein: 2020 wurden noch 150 Kreuzfahrtschiffe gezĂ€hlt, 2021 nur noch 48. Die Passagierzahlen lagen 2020 bei 429.829, 2021 bei 69.525.

Die SchiffsankĂŒnfte verteilen sich dabei auf die drei großen KreuzfahrthĂ€fen Ocho Rios, Montego Bay und Falmouth sowie auf den deutlich kleineren Kreuzfahrthafen Port Antonio. Bis 2017 konnte dabei Montego Bay die meisten SchiffsanlĂ€ufe verzeichnen, seit 2018 ist dies aber Ocho Rios.

Staatshaushalt

Der Staatshaushalt umfasste 2016 Ausgaben von umgerechnet 4,033 Mrd. US-Dollar, dem standen Einnahmen von umgerechnet 3,885 Mrd. US-Dollar gegenĂŒber. Daraus ergibt sich ein Haushaltsdefizit in Höhe von 0,8% des BIP. Die Staatsverschuldung betrug 2016 115,6% des BIP und ist damit eine der höchsten weltweit.

2006 betrug der Anteil der Staatsausgaben (in % des BIP) folgender Bereiche:

  • Gesundheit: 4,7%
  • Bildung: 5,3% (2005)
  • MilitĂ€r: 0,6%

Infrastruktur

Die Infrastruktur Jamaikas litt unter dem Konsolidierungskurs der Regierung und den damit verbundenen Sparmaßnahmen deutlich, gehört aber dennoch zu den am besten entwickelten in der Karibik. Im Telekommunikationsbereich und im Straßenbau in den Touristengebieten wurden neben den staatlichen auch private Investitionen getĂ€tigt.

Telekommunikation und Postwesen

Jamaika verfĂŒgt ĂŒber ein Kommunikationssystem mit vollautomatischer Vermittlung. Seit 1997 wird das ehemalige Monopol des Anbieters Cable & Wireless immer weiter aufgehoben. 2001 erhielten die irische Digicel und Oceanic Digital die Lizenz zum Betrieb eines Mobilfunknetzes, die Telefonleitungen blieben im Besitz von Cable & Wireless. In der Folge reduzierte sich die Anzahl der FestnetzanschlĂŒsse von ĂŒber einer Million auf 390.700 im Jahr 2004, wĂ€hrend sich die Zahl der benutzten Mobiltelefone auf ĂŒber 2,2 Millionen erhöhte. Der Mobilmarkt ist unter den drei Anbietern umkĂ€mpft. Alle haben in den vergangenen Jahren große Summen in den Ausbau ihrer Netze investiert, die heute fast vollstĂ€ndig mit dem GSM-Standard arbeiten. AuslandsgesprĂ€che werden entweder ĂŒber Satelliten der Firma Intelsat abgewickelt oder ĂŒber eines der drei unterseeischen Datenkabel.

Im Jahr 2018 nutzten 68 Prozent der Einwohner Jamaikas das Internet. Die meisten besuchten InternetcafĂ©s, die vor allem in den StĂ€dten zu finden sind. In Bibliotheken und Schulen stehen meistens Rechner zur VerfĂŒgung, der Zugang zum Internet ist meist auf freigegebene Seiten (jugendfrei, nicht gewaltverherrlichend) beschrĂ€nkt.

Das Postwesen wurde 1663 von Gouverneur Thomas Lynch eingefĂŒhrt und ist damit das Ă€lteste in einer englischen Kolonie. Es war auf Kingston beschrĂ€nkt und hatte keinen langen Bestand. 1846 wurden die ersten Briefmarken eingefĂŒhrt und seit 1858 lag die Kontrolle ĂŒber das Postsystem in HĂ€nden der Lokalverwaltung. Heute ist die staatliche Postal Corporation of Jamaica fĂŒr Brief- und Paketversand zustĂ€ndig. Sie ist in verschiedenen anderen GeschĂ€ftsbereichen tĂ€tig, wie etwa im Finanzsektor. Einem Postmaster General und zwei Stellvertretern unterstehen 2600 Mitarbeiter. Dazu kommen private GeschĂ€ftsleute, die im Auftrag der Post Agenturen in ihren LĂ€den fĂŒhren. FĂŒr den Postversand nach Europa ist mit einer Dauer von zwei bis drei Wochen zu rechnen.

Straßen- und Schienennetz

Bahnverkehr

Wie die meisten ehemaligen britischen Kolonien verfĂŒgte Jamaika ĂŒber ein umfangreiches Schienennetz. 272 Kilometer wurden in Normalspur angelegt. Die Hauptstrecke fĂŒhrte von Kingston ĂŒber Spanish Town und May Pen, wo eine Nebenstrecke nach Frankfield abzweigte, nach Montego Bay. Die Jamaica Railway Corporation erhielt das Netz bis 1992 aufrecht, als 207 Kilometer stillgelegt wurden. Heute werden noch 57 Kilometer von der Minengesellschaft Alcan betrieben und vor allem zum Bauxittransport benutzt. Ein kurzer Abschnitt wurde im April 2011 wieder fĂŒr den Personenverkehr in Betrieb genommen. Weitere Abschnitte sind zur Reaktivierung vorgesehen.

Busverkehr

HĂ€ufig genutztes Transportmittel ist der Bus. RegelmĂ€ĂŸige Verbindungen bestehen zwischen allen grĂ¶ĂŸeren StĂ€dten. Taxi ist dank gĂŒnstiger Preise sehr stark verbreitet, auch als Route Taxi (Sammeltaxi). Ein typischer Fahrpreis ist 100 Jamaica-Dollar fĂŒr ca. zehn Kilometer pro Person.

Straßenverkehr

Die Hauptstraßen sind in der Regel asphaltiert, können sich jedoch stellenweise auch in einem schlechten Zustand befinden. Pro Fahrtrichtung bestehen in der Regel zwei (allerdings enge) Fahrspuren. Nebenstraßen sind zumeist einspurig und nicht immer asphaltiert. Insgesamt waren 2011 16.148 der 22.121 Kilometer asphaltiert. Die Höchstgeschwindigkeit liegt außerorts bei 80 km/h, es gilt Linksverkehr. WĂ€hrend der starken RegenfĂ€lle im Herbst kommt es immer wieder zu BeschĂ€digungen der Fahrbahndecke, die aufgrund der schlechten Haushaltslage oft nur notdĂŒrftig repariert werden. Dies erklĂ€rt auch die Fahrzeit von ca. acht Stunden vom Westen in den Osten. Mehrspurige Straßen finden sich nur als Ausfallstraßen in den großen StĂ€dten.

Wegweiser finden sich an allen grĂ¶ĂŸeren Kreuzungen, ansonsten ist die Beschilderung spĂ€rlich. Die Gefahrenzeichen entsprechen dem amerikanischen System. Entfernungs- und Geschwindigkeitsangaben sind metrisch.

Seit 1999 lĂ€uft das Highway-2000-Projekt: Hierbei soll eine vier- bis sechsspurige Straße von Kingston ĂŒber Spanish Town und Ocho Rios nach Montego Bay gebaut werden. Der erste Abschnitt bis Mandeville ist bereits fertig. Der Volksmund nennt das Straßenbau-Projekt nach seinen chinesischen Hauptfinanziers und dem ausfĂŒhrenden Bauunternehmen Chinese Harbour Engineering Company auch Beijing Highway. Das Bauvorhaben gilt als bisher grĂ¶ĂŸtes chinesisches Investment in Jamaika. Die jamaikanische Regierung ĂŒbereignete der chinesischen Seite als Gegenleistung mehr als 1200 Acres Grund, worauf diese Hotels mit insgesamt 2400 GĂ€stezimmern errichten will. Der jamaikanische Leichtathletik-Star Usain Bolt hatte das Angebot der Regierung, die Straße nach ihm zu benennen, im Jahr 2010 ausgeschlagen. Der Bau wird hauptsĂ€chlich von privaten Investoren finanziert, die Strecke wird mautpflichtig sein. Neben der verbesserten Verbindung der großen StĂ€dte soll die Entwicklung des Landesinneren gefördert werden.

Der Fahrzeugbestand besteht bis auf die schweren Lkw fast ausschließlich aus fernöstlicher Produktion. Bei den Transportfahrzeugen werden meist leichte Busse und leichte Lkw eingesetzt, nur die (auf dem Land kaum vorhandenen) schweren Lkw sind nordamerikanischer Bauart (lange Sattelschlepper gibt es praktisch nicht).

Flugverkehr

Die Insel hat zwei internationale FlughĂ€fen, Norman Manley International Airport in Kingston, mit rund 1,7 Millionen Besuchern im Jahr, und Sangster International Airport im nördlichen Teil von Montego Bay. Fast alle großen Fluglinien fliegen zumindest einen der beiden FlughĂ€fen an. Seit 2004 befindet sich die einzige Fluggesellschaft der Insel wieder in Staatsbesitz. Air Jamaica fliegt vor allem Ziele in Nord- und SĂŒdamerika sowie in Großbritannien an. Ihre Tochtergesellschaft Jamaica Air Express konzentriert sich auf InlandsflĂŒge und Verbindungen zu den anderen Karibikinseln. Beide Gesellschaften verfĂŒgen zusammen ĂŒber 16 Flugzeuge der Firma Airbus und mehrere kleine Maschinen vom Typ De Havilland DHC-8.

HĂ€fen und Schifffahrt

Der Hafen von Kingston ist der siebtgrĂ¶ĂŸte Naturhafen der Welt und wichtigster Exporthafen des Landes. Die wichtigste Schifffahrtsroute zum Panamakanal verlĂ€uft nur 32 Seemeilen sĂŒdlich. Die Port Authority verwaltet das Gebiet mit zwei modernen Containerterminals mit einer KapazitĂ€t von rund 1,3 Millionen ISO-Containern und einer Freihandelszone.

1960 wurde in Port Kaiser im Saint Elizabeth Parish ein Tiefwasserpier zum Abtransport des dort vorhandenen Bauxits gebaut. Weitere große Hafenanlagen entstanden in Port Esquivel bei Old Harbour, Port Rhoades und Rocky Point. Die Handelsmarine umfasst zehn Schiffe mit mehr als 1000 BRT, die alle im Besitz auslĂ€ndischer Unternehmen sind.

Energieversorgung

Wichtigster EnergietrÀger ist Erdöl, das aufgrund des immer weiter steigenden Preises durch Erneuerbare Energien abgelöst wird. 2005 lag der Anteil von Wind-, Sonnen- und Bioenergie bei rund 9%. Spanish Town wird teilweise mit Wasserkraft versorgt. Die Insel erzeugt etwa 3,72 TWh elektrischer Energie; die Aluminiumindustrie verbraucht davon etwa ein Drittel. Die Netzspannung betrÀgt 110 Volt bei 50 Hertz. In Hotels wird sie hÀufig auf 220 Volt transformiert. Das Netz gilt als stabil.

Bildung

Bis zum Ende der Sklaverei im 19.Jahrhundert gab es kein flĂ€chendeckendes Schulsystem. Vor der UnabhĂ€ngigkeit wurde zwar eine Reihe von Schulen aufgebaut; besonders die armen Kinder konnten sie aber nicht besuchen. Erst in den 1970er Jahren wurden die Schulen fĂŒr den Großteil der Bevölkerung zugĂ€nglich.

Die Grundschule ist kostenlos, weitere Ausbildung kostet Schulgeld. Eine allgemeine Schulpflicht besteht nicht. Das Bildungssystem ist zentralisiert, LehrplÀne und Schulbuchlisten werden vom Bildungsministerium vorgegeben. Die Alphabetisierungsrate Jamaikas liegt bei 88,7%, verglichen mit der restlichen Karibik eher ein schlechter Wert. Analphabeten sind vor allem unter den Erwachsenen zu finden. Es besteht die Pflicht, eine Schuluniform zu tragen.

Das Bildungssystem ist in vier Teile eingeteilt. Kindergarten und Vorschule sind flĂ€chendeckend vorhanden, 86,8% der Drei- bis FĂŒnfjĂ€hrigen besucht eine solche Einrichtung. Der Anteil der Sechs- bis ElfjĂ€hrigen, die die Grundschule besuchen liegt bei 98,9%. Nach der sechsten Klasse folgt ein Leistungstest, der entscheidet, ob eine weiterfĂŒhrende Schule besucht werden kann. Es haben sich eine ganze Reihe angesehener Highschools und Colleges im Land entwickelt, die von 84,1% eines Jahrgangs besucht werden. Neun von zehn SchĂŒlern erhalten nach fĂŒnf bis sieben Jahren einen Abschluss.

Hochschulen

Die bekannteste Hochschule der Insel ist die 1948 gegrĂŒndete University of the West Indies, die eine ihrer Zweigstellen in einem Vorort von Kingston unterhĂ€lt. Besonders angesehen ist sie wegen ihrer medizinischen FakultĂ€t. Dazu kommen unter anderem die Technische UniversitĂ€t, die Northern Caribbean University und das University College of The Caribbean. Zusammen studieren etwa 44.000 Menschen im Land.

Bibliothekswesen

Das jamaikanische Bibliothekswesen entstand am Ende des 19.Jahrhunderts. Die erste öffentliche Bibliothek wurde 1879 eröffnet. Unter der FĂŒhrung des Institute of Jamaica entstanden weitere Einrichtungen und die Nationalbibliothek. WĂ€hrend diese in erster Linie jamaikanische Werke sammeln und der Wissenschaft zur VerfĂŒgung stellen soll, widmet sich der Jamaica Library Service der Breitenbildung, insbesondere in den Gebieten außerhalb Kingstons.

Kultur

Die Herkunft der jamaikanischen Bevölkerung aus fast allen Teilen der Erde fĂŒhrte in allen Bereichen zu einer kulturellen Durchmischung. Die jamaikanische Kultur ist somit in stĂ€rkstem Maße durch das Aufeinandertreffen verschiedener kultureller EinflĂŒsse, vor allem westafrikanischer, europĂ€ischer und asiatischer Traditionen geprĂ€gt. Die bedeutendste öffentliche kulturelle Institution Jamaikas, das Institute of Jamaica, wurde 1879 vom britischen Gouverneur Anthony Musgrave gegrĂŒndet. Dessen wichtigste Publikation ist das Jamaica Journal, das seit 1967 erscheint.

Musik und Tanz

Musik ist ein wichtiger Teil der nationalen IdentitÀt Jamaikas und des Bildes der Insel im Ausland. Viele Stilrichtungen verbreiteten sich von hier in der ganzen Welt. Gesungen wird hÀufig in Jamaika-Kreolisch (Patois genannt).

Die von den Sklaven aus Afrika mitgebrachte Musik hatte oft religiösen Charakter. Im Wechsel trÀgt ein SÀnger einen Text vor und ein anderer erwidert darauf; wichtigstes Musikinstrument ist die Trommel. Anfang des 20. Jahrhunderts entwickelte sich daraus der Mento, die erste eigene Musikform der Insel. Der Stil war vor allem in den 1940er und 1950er Jahren populÀr. Aus ihm entwickelten sich die spÀteren Musikrichtungen und der jamaikanische Volkstanz. Die direkten, teilweise pornografischen Texte wurden auf Druck der Kirche hÀufig im Geheimen vertrieben.

Ende der 1950er Jahre entstand die erste Welle des Skas in den armen Wohnvierteln Kingstons. Neben dem Mento wurde er von amerikanischen Rhythm and Blues und Jazz beeinflusst, eine der ersten bedeutenden Vertreter war die Gruppe The Skatalites, von denen wahrscheinlich auch der Name Ska stammt. UrsprĂŒnglich waren die meisten Interpreten durch die UnabhĂ€ngigkeit des Landes 1962 optimistisch und sangen von einer besseren Zukunft. Die sich verschlechternden Lebensbedingungen fĂŒhrten zu einer Radikalisierung, die Interpreten begannen soziale Probleme zu thematisieren. Die Besetzung einer Ska-Band besteht ĂŒblicherweise aus einer Rhythmusgruppe mit Gitarren, Bass, Klavier oder Orgel und Schlagzeug und Blasinstrumenten wie Saxophon, Trompete oder Posaune. Der zum Ska gehörende Tanz heißt Skank.

Ende der 1960er Jahre entwickelte sich die bekannteste Musikrichtung Jamaikas, der Reggae. Der bekannteste Interpret ist Bob Marley mit seiner Band The Wailers. Neben Blasinstrumenten und Trommeln kommen elektronische Musikinstrumente und Studioeffekte zum Einsatz. Der jamaikanische Sender RJR spielte den ganzen Tag Reggae. Zwei Formen des Reggae haben sich im Land besonders durchgesetzt: Roots-Reggae ist stark von den Rastafari beeinflusst. Neben religiösen Themen geht es in den Texten vor allem um Armut und soziale Ungerechtigkeit. Die ersten Lieder, die als Roots-Reggae bezeichnet werden können, entstanden 1969, wobei vor allem Satta Massagana von den Abbyssinians erwĂ€hnt werden muss. Die PopularitĂ€t nahm inzwischen spĂŒrbar ab, Reggae ist aber immer noch verbreitet. Dancehall ist vom Hip-Hop beeinflusst, die Texte sind teilweise gewaltverherrlichend und homophob. Zu den bekanntesten heutigen Interpreten zĂ€hlen Spice, Popcaan, Vybz Kartel, Bounty Killer, Beenie Man, Elephant Man, Shaggy und Sean Paul.

Literatur

Die jamaikanische Literatur lĂ€sst sich grob in drei Abschnitte einteilen: Kolonialliteratur, Antikolonialliteratur und Postkolonialliteratur. Die Ă€ltesten auf Jamaika verfassten literarischen Werke stammen von Briten, die die Kolonie ab 1655 besuchten. Die Werke waren meist von der europĂ€ischen Kultur geprĂ€gte Reiseberichte oder Gedichte ĂŒber die ZustĂ€nde in den Kolonien. Sie unterscheiden sich kaum von Werken, die zur gleichen Zeit im Rest der Westindischen Inseln entstanden. Viele Autoren versuchten, in ihren Werken die Vorherrschaft der EuropĂ€er ĂŒber die Sklaven zu begrĂŒnden, andere wie Frances Saymore sprachen sich dagegen aus. Eine Ausnahme stellte Francis Williams dar. Der Sohn ehemaliger Sklaven wurde Anfang des 18. Jahrhunderts vom Duke of Montagu zur Ausbildung nach England geschickt. Nach seiner RĂŒckkehr auf die Insel 1738 eröffnete er eine Schule in Spanish Town und verfasste Gedichte, meist in lateinischer Sprache. Er gilt als einer der ersten karibischstĂ€mmigen Literaten.

Erst um 1900 entwickelte sich eine von der Kolonialmacht Großbritannien unabhĂ€ngige Literaturszene auf der Insel. Claude McKay war 1912 der erste, der mit dem Gedichtband Songs of Jamaica ein Werk in Patois veröffentlichte. In seinem Roman Banana Bottom beschreibt er das lĂ€ndliche Jamaika und stellt als einer der ersten eine Verbindung zwischen dem Land und der afrikanischen Kultur her. McKay verließ die Insel 1914 und wurde in New York einer der wichtigsten Autoren der Harlem Renaissance und der NĂ©gritude-Bewegung. Einige Jahre spĂ€ter begann Una Marson, ihre Gedichte zu veröffentlichen. Sie setzte sich vor allem fĂŒr die jamaikanischen Frauen ein und gilt als eine der ersten Feministinnen mit dunkler Hautfarbe. Die UnabhĂ€ngigkeitsbewegung in den 1930er Jahren brachte verstĂ€rkt Autoren hervor, die sich der Bedeutung der afrikanischen Kultur fĂŒr die Insel bewusst waren und darin ein Mittel zur Schaffung eines nationalen Bewusstseins sahen. Ein Beispiel ist Roger Mais. Bis 1940 verbĂŒĂŸte er eine Freiheitsstrafe fĂŒr seine Beteiligung an den 1938er-ArbeiteraufstĂ€nden. WĂ€hrend der Zeit im GefĂ€ngnis schrieb er The Hills Were Joyful Together, einen Roman, der die Probleme der Arbeiterklasse in Kingston thematisiert. In spĂ€teren Werken sympathisierte er mit der Rastafari-Bewegung. Marcus Garvey machte die Wiederbesinnung auf die afrikanischen Wurzeln zum Mittelpunkt seiner Gedichte. Auch er verließ die Insel in Richtung USA, wo er die BĂŒrgerrechtsbewegung UNIA-ACL grĂŒndete.

FĂŒr Autoren war es immer schwer, in Jamaika mit ihrer TĂ€tigkeit genug Geld zu verdienen, um ihren Lebensunterhalt zu finanzieren. Es fĂ€llt ihnen schwer, von der Karibik aus auf sich aufmerksam zu machen, da es kaum Verlage gibt, die ihre Werke verbreiten können. Seit den 1950er Jahren verließen viele Schriftsteller die Insel, um ihre Karrieren im Ausland fortzusetzen. Besonders in Kanada und Großbritannien haben sich mit der Zeit „Kolonien“ jamaikanischer KĂŒnstler gebildet. Einige Autoren wie Erna Brodber (Jane and Louisa Will Soon Come Home 1980) haben auch im Ausland ihren Bezug zu Jamaika behalten, wĂ€hrend andere sich mit der Zeit der lokalen Kulturszene anpassten. So sind viele Werke aus der Zeit nach der UnabhĂ€ngigkeit nicht auf Jamaika entstanden. Die eigene IdentitĂ€t ist ein wichtiges Thema der jĂŒngeren Autoren, ebenso wie die sozialen UmstĂ€nde und Entwicklungen in ihrer alten Heimat. In The Painted Canou (1983) gibt Anthony C. Winkler einen Einblick in das Leben eines einfachen Fischers. Ein anderes immer wiederkehrendes Thema ist die schlaue Spinne Anansi (auf Jamaika meist Anancy geschrieben). UrsprĂŒnglich eine westafrikanische Spinnengottheit, ist sie ein Symbol fĂŒr die afrikanische Herkunft der Bevölkerung. Sie wird meist, unter anderem von Louise Bennett-Coverley, als schlaues Tier beschrieben, das sich mit List gegen ĂŒbermĂ€chtig erscheinende Gegner durchsetzt.

  • Siehe auch Karibische Literatur

Theater

Die EnglĂ€nder brachten das europĂ€ische Theater nach Jamaika. Die erste SpielstĂ€tte wurde vermutlich 1682 in Spanish Town errichtet, weitere folgten in Port Royal und spĂ€ter in Kingston. AufgefĂŒhrt wurden Werke englischer Autoren. Besucher waren zunĂ€chst nur die wohlhabenden weißen Landbesitzer, Anfang des 19. Jahrhunderts auch Sklaven in abgetrennten Bereichen. Die afrikanischen und indianischen Traditionen wurden unterdrĂŒckt, nur zu einzelnen AnlĂ€ssen waren VorfĂŒhrungen erlaubt. 1813 kam es im Royal Theatre in Kingston mehrfach zu Unruhen, die der Abtrennung der SitzplĂ€tze ein Ende bereiteten. 1853 konnte Charles Shanahan, ein Sohn ehemaliger Sklaven, seine Satire The Mysteries of Vegetarianism auffĂŒhren.

Die in den 1930er Jahren aufkommenden nationalen Bewegungen vergrĂ¶ĂŸerten auch den Einfluss afrikanischer Traditionen auf das Theater. Marcus Garvey schrieb StĂŒcke, die die breite Bevölkerung ansprachen. Er grĂŒndete mit Edelweiss Park ein Kulturzentrum, in dem zahlreiche StĂŒcke mit afrikanischem Hintergrund aufgefĂŒhrt wurden. Aufbauend auf englischen Traditionen entwickelte sich die „Pantomime“, zur Zeit der UnabhĂ€ngigkeit die populĂ€rste Unterhaltungsform. Im Unterschied zur herkömmlichen Pantomime gibt es hier Dialoge, meist in Patois, die musikalisch hinterlegt sind. Teilweise werden Passagen improvisiert oder das Publikum in Szenen eingebunden. GrundsĂ€tzlich kann alles Thema einer AuffĂŒhrung sein, besonders beliebt sind aber AuffĂŒhrungen zum Anansi-Thema. In den 1960er und 1970er Jahren waren die Theater gut besucht und lockten Zuschauer auf der ganzen Insel an. Die meisten SpielstĂ€tten befinden sich in Kingston, darunter auch das Jamaican Theatre mit 1750 SitzplĂ€tzen und das 1912 gegrĂŒndete Ward Theatre.

Heute leidet das Theater unter der schlechten wirtschaftlichen Situation. Auf der Insel ist es schwer, genĂŒgend Zuschauer zu finden, um professionelle Vorstellungen auf die Beine stellen zu können. Die meisten Beteiligten arbeiten nebenbei in einem anderen Beruf. Besonders das Ward Theatre leidet unter finanziellen EngpĂ€ssen und ist dringend renovierungsbedĂŒrftig. Der Staat unterstĂŒtzt Schauspieler ĂŒber das Institute of Jamaica und die University of the Westindies. Außerdem ist die Ausbildung an Drama schools kostenlos.

Bildende Kunst

Wie in praktisch allen anderen kulturellen Bereichen dauerte es bis ins 20. Jahrhundert, bis sich auf Jamaika eine eigenstĂ€ndige Kunstszene entwickelt hat. Edna Manley, die Frau Norman Manleys, war die erste, die in ihren Statuen und Bildern afrikanische Traditionen aufgriff. Als ihr wichtigstes Werk gilt die Statue Negro Aroused, deren Nachbildung aus Bronze heute in Kingston steht und im Stil afrikanischer KĂŒnstler einen sich erhebenden Mann zeigt. Manley grĂŒndete 1941 am Institute of Jamaica (IOJ) das erste Junior Center mit dem Ziel, junge KĂŒnstler zu fördern. Seit 1996 besteht ein zweites Zentrum in Portmore. Beide werden ĂŒber das IOJ vom Staat und durch Spenden finanziert. Nach Manley ist auch das Edna Manley College of Visual And Performing Arts benannt, an dem in verschiedenen kĂŒnstlerischen Bereichen AbschlĂŒsse erworben werden können. Ein Dokumentationszentrum fĂŒr die Bildende Kunst ist die National Gallery of Jamaica in Kingston. Sie ist als Tochterorganisation Teil des IOJ.

Zu den bekanntesten Malern zĂ€hlen Barrington Watson, Eugene Hyde und Karl Parboosingh. Alle drei wurden im Ausland ausgebildet und malten expressionistisch. Im Gegensatz dazu orientierte sich John Dunkley (1891–1947) an afrikanischen Traditionen, genauso wie seit den 1980er Jahren Robert Cookhorn (genannt Omari Ra), Douglas Wallace (genannt Khalfani Ra) und Valentine Fariclough (genannt Tehuti Ra). Die aus Afrika stammenden KĂŒnstlernamen sollen die Verbundenheit zu diesem Kontinent unterstreichen.

Neben der Malerei fertigen zahlreiche KĂŒnstler Holz- oder Steinfiguren nach afrikanischer Tradition. Motive sind vor allem Tiere, darunter die Spinne Anansi. Die Produktion dieser Werke ist teilweise industrialisiert, um den Touristenmarkt zu bedienen.

Medien

Die Presse des Landes zÀhlt damit zu den freiesten der Welt und ist die freieste des amerikanischen Kontinents.

Auf Jamaika gibt es zurzeit zwei große Sendeanstalten, die sowohl Fernseh- als auch Radioprogramme ĂŒbertragen. Die wichtigsten landesweiten Sender sind CVM und Television Jamaica. Dazu kommen Spartensender wie Reggae Sun Television und Hype TV, die vor allem Musik ĂŒbertragen. ZusĂ€tzlich können viele nordamerikanische und britische Sender ĂŒber Satellit empfangen werden. Die BBC besitzt auch eine eigene Sendelizenz fĂŒr terrestrische Übertragungen. Einige Sender werden zusĂ€tzlich ĂŒber das Internet verbreitet. Die Auswahl an Radiosendern ist groß, sowohl lokal als auch landesweit. Der erste Sender erhielt seine Lizenz bereits 1940. Heute verfĂŒgen 19 Unternehmen und Organisationen ĂŒber eine Sendeerlaubnis. Der Staat zog sich seit Ende der 1990er Jahre aus dem Medienbereich weitgehend zurĂŒck und nur ein Radiosender verblieb in öffentlicher Hand.

Trotz der weiten Verbreitung von Fernsehen und Radio sind Tageszeitungen nach wie vor die wichtigste Informationsquelle fĂŒr die Bevölkerung. Vier Zeitungen erreichen eine Auflage von mehr als 100.000 Exemplaren, Daily Gleaner, Daily Star, Jamaica Observer und Jamaica Herald. Der Daily Gleaner wurde 1834 gegrĂŒndet und ist die Ă€lteste noch existierende Zeitung der Karibik.

Film

Die vielfĂ€ltige Landschaft Jamaikas wird seit den 1950er Jahren von auslĂ€ndischen Produktionen als Drehort verwendet, zum Beispiel fĂŒr die James-Bond-Filme Leben und sterben lassen und James Bond jagt Dr. No. Zur Entwicklung einer landeseigenen Filmindustrie fehlten die finanziellen Mittel. Die erste lokale Produktion, die internationale Bekanntheit erlangte, war The Harder They Come (1972), in dem die Geschichte von Ivanhoe „Rhyginâ€Č“ Martin, eines SĂ€ngers und Gangsters, erzĂ€hlt wird. Seit 2006 wird das Werk als Musical in London aufgefĂŒhrt. In der Folge wĂ€hlten zahlreiche weitere Filme das Thema Musik. Der wohl bekannteste Schauspieler Jamaikas ist Paul Campbell, der vor allem mit seinen Rollen im Musikfilm Dancehall Queen und in dem kommerziell erfolgreichen Polizeifilm Third World Cop mitwirkte.

Die 1984 gegrĂŒndete Jamaica Film Commission soll im Auftrag der Regierung Investoren suchen und Projekte koordinieren.

Feiertage

Der Geburtstag Elisabeths II., des Staatsoberhaupts, wird zwar begangen, ist aber kein offizieller Feiertag.

Kulinarisches

Die jamaikanische KĂŒche ist sehr vielfĂ€ltig und von afrikanischen, europĂ€ischen und asiatischen EinflĂŒssen geprĂ€gt. Sie ist bekannt fĂŒr ihre scharfen Saucen und wĂŒrzige Speisen. Es wird vor allem lokal angebautes Obst und GemĂŒse sowie GeflĂŒgel (jerk chicken) und Salzwasserfisch verwendet. Obwohl besonders im Westen Jamaikas Rinder und Schweine gezĂŒchtet werden, wird ihr Fleisch eher selten zubereitet, es geht zu großen Teilen in den Export. Eine traditionelle Zubereitungsart ist das Marinieren und anschließende Braten im offenen Feuer oder in aufgeschnittenen MetallfĂ€ssern. Auf Festen wird oft ein Curry aus Ziegenfleisch (curried goat) angeboten. Eine sehr verbreitete Frucht ist die der Akee (ackee tree). Als Dessert werden gerne sĂŒĂŸe Gerichte aus Mango und Soursopeis gegessen. Die Rastafari, die meist den Konsum von Schweinefleisch und Alkohol ablehnen, pflegen eine eigene KĂŒche.

Traditionell werden auf Jamaika verschiedene Spirituosen hergestellt, vor allem auf der Basis von Rum. Eine der weltweit bekanntesten Marken ist Captain Morgan, der zu den weltweit meistverkauften Rummarken gehört. Sehr beliebt ist auch das jamaikanische Lagerbier, wie das Red Stripe, das von zwei Brauereien auf der Insel hergestellt wird. Der seit einigen Jahren verstĂ€rkt in den Blue Mountains angebaute Kaffee bleibt teilweise im Land und wird genau wie Tee sowohl zu MischgetrĂ€nken verarbeitet als auch direkt getrunken. Das Wort tea bezeichnet meist alle Arten heißer GetrĂ€nke, meist auch alkoholische.

Sport

Die am weitesten verbreitete Sportart in Jamaika ist Cricket, das auch offizieller Nationalsport ist. Es kam mit den Briten auf die Insel und verbreitete sich ab dem Ende des 19. Jahrhunderts unter der Bevölkerung. Die ersten international erfolgreichen Sportler des Landes waren Cricketspieler, die vor allem in Großbritannien unter Vertrag standen. Diese Erfolge in einer Sportart, die ursprĂŒnglich von den Kolonialherren dominiert wurde, trugen zur Bildung des Nationalbewusstseins der Jamaikaner bei. Heute stehen zwei große Cricketstadien zur VerfĂŒgung, Sabina Park in Kingston mit einer KapazitĂ€t von 21.000 und das neu errichtete Greenfield Stadium im Trewlany Parish mit 25.000 SitzplĂ€tzen. Auf internationaler Ebene tritt Jamaika zusammen mit anderen Karibikstaaten im West Indies Cricket Team auf. Das West Indies Cricket Team nahm an jedem Cricket World Cup teil und gewann die ersten beiden Austragungen 1975 und 1979. 2007 wurde unter anderem eines der Halbfinale des Cricket World Cup 2007 auf der Insel ausgetragen.

Die grĂ¶ĂŸte internationale Aufmerksamkeit finden die Leichtathleten. Bei den Olympischen Sommerspielen 1952 in Helsinki gewann die 4-mal-400-Meter-Staffel Gold gegen die favorisierten US-Amerikaner. Dazu kam noch eine weitere Goldmedaille ĂŒber 400 Meter und drei Silbermedaillen. Die beteiligten Sportler werden auf Jamaika heute noch als Helden verehrt. Gerade die LĂ€ufer konnten sich bei Olympia und den Commonwealth Games immer wieder durchsetzen. Bei den Commonwealth Games 2006 belegte das Land den 7. Platz mit zehn Goldmedaillen, bei den Olympischen Sommerspielen 2004 gewann Veronica Campbell die Goldmedaille im 200-Meter-Lauf, ebenso war die 4-mal-100-Meter-Staffel der Frauen erfolgreich. Bei beiden Veranstaltungen war Jamaika, gemessen an der Einwohnerzahl, eines der erfolgreichsten LĂ€nder. Jamaikanische LĂ€ufer verbesserten immer wieder Weltrekorde, zuletzt Usain Bolt ĂŒber 100 und 200 Meter.

Die Grundlage in der Leichtathletik ist groß, viele Kinder und Jugendliche versuchen ihren Idolen nachzueifern und sich nicht zuletzt eine sichere Einnahmequelle zu sichern. Das bisher grĂ¶ĂŸte sportliche Ereignis auf Jamaika war die Ausrichtung der British Empire and Commonwealth Games 1966 in Kingston, an denen 1300 Sportler beteiligt waren. Das grĂ¶ĂŸte Stadion der Insel, Independence Park mit 36.000 PlĂ€tzen, wurde zu diesem Anlass errichtet.

Es gibt verschiedene Programme, in denen durch Sport die Jugendlichen von der Straße geholt und damit dem Einfluss der kriminellen Banden entzogen werden sollen.

Die Reggae Boyz, so der Spitzname der jamaikanischen Fußballnationalmannschaft, feierten 1998 ihren grĂ¶ĂŸten Erfolg bei der Weltmeisterschaft in Frankreich. Nach der bisher einzigen erfolgreichen Qualifikation fĂŒr die Endrunde schied die Mannschaft nach zwei Niederlagen und einem Sieg aus. 1991, 1998, 2005, und 2007 und 2014 gewann sie die Fußball-Karibikmeisterschaft. Fußball schaffte es trotz der steigender Beliebtheit noch nicht, Cricket als beliebteste Sportart abzulösen.

Die jamaikanische Bobmannschaft erlangte BerĂŒhmtheit, als sie an den Olympischen Winterspielen 1988 in Calgary teilnahm. Der Film Cool Runnings erzĂ€hlt die Geschichte.

Trivia

Aus den Farben der Flagge Jamaikas wird im deutschsprachigen Raum der Name Jamaika-Koalition fĂŒr eine schwarz-gelb-grĂŒne Koalition abgeleitet.

Literatur

  • F. Abiola Irele, Simon Gikandi (Hrsg.): The Cambridge History of African and Caribbean Literature. Volume 1+2. Cambridge University Press, Cambridge 2003, ISBN 0-521-83275-6.
  • Wendelin Ettmayer: Jamaika – mehr als Rum und Reggae. Chancen und Probleme eines Entwicklungslandes. Trauner Verlag, Linz 2004, ISBN 3-85487-557-6.
  • Holger Henke: Between Self-Determination and Dependency: Jamaica’s Foreign Relations, 1972–1989. University of the West Indies Press, Kingston 2000, ISBN 976-640-058-X.
  • Barry William Higman: Slave population and economy in Jamaica, 1807–1834. Cambridge University Press, Cambridge 1996, ISBN 0-521-21053-4; 2., ergĂ€nzte Aufl.: University of the West Indies Press, Kingston 1995, ISBN 976-640-008-3.
  • Kathleen Monteith, Glen Richards (Hrsg.): Jamaica in slavery and freedom: history, heritage and culture. University of the West Indies Press, Kingston 2002, ISBN 976-640-108-X.
  • Tracey Skelton (Hrsg.): Introduction to the Pan-Caribbean. Arnold, London 2004, ISBN 0-340-70580-9.
  • Caroline Sullivan: Jamaikanische KĂŒche: traditionelle Kochrezepte aus dem Jahre 1893. Asfahani, Hamburg 1997, ISBN 3-927459-85-2.
  • Peter Paul Zahl: Jamaika. C. H. Beck, MĂŒnchen 2002, ISBN 3-406-44788-0.
  • Werner Zips: Schwarze Rebellen. Afrikanisch-karibischer Freiheitskampf in Jamaica. Promedia, Wien 1993, ISBN 3-900478-75-9.

Weblinks

  • Datenbank inhaltlich erschlossener Literatur zur gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Situation in Jamaika
  • InternetprĂ€senz der Botschaft Jamaikas in Berlin
  • LĂ€nderinformationen des AuswĂ€rtigen Amtes zu Jamaika
  • www.cia.gov – Eintrag Jamaikas im The World Factbook (engl.)
  • Cabinet Office of the Government of Jamaica (engl.)
  • offizielle Seite der Mines and Geology Division (engl.)
  • Seite mit detaillierten Informationen, unter anderem zur jamaikanischen Geschichte
  • Amerika auf einen Blick

Einzelnachweise



Quelle: Wikipedia

 

Region Regionen (0)

Abk Name O
JM.CL Clarendon  
JM.HA Hanover  
JM.KI Kingston  
JM.MA Manchester  
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Flagge: Jamaica

Name englisch: Jamaica
Hauptstadt: Kingston
Kfz: JA
ISO: JM
ISO3: JAM
Fläche: 10991 km²
Tld: .jm
Wärung Einheit: JMD
Währung: Dollar
Vorwahl: +1-876

Ausdehnung / Grenzen (nach WGS 84 dezimal):
nördlichster Punkt: 18.5253104
südlichster Punkt: 17.7057243
westlichster Punkt: -78.3688461
östlichster Punkt: -76.183159


 
Jamaika: Große Karte mit den Grenzen und allen POIs
Jamaika. Schaue dir die Lage und viele weitere Informationen an. Höchste Gipfel und höchste Hütten.

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