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Staat Informationen : Jamaika

Informationen:


Jamaika [jaňąma…™ŐĮka]/[d í-] (engl. Jamaica [ §…ôňąme…™k…ô]) ist ein Inselstaat in der Karibik. Die Hauptstadt Kingston ist auch gleichzeitig die gr√∂√üte Stadt des Landes. Die ehemalige britische Kolonie ist Mitglied des Commonwealth of Nations.

Der Name leitet sich vom arawakischen Xaymaca oder Chaymakas ab, was so viel wie Quellenland oder Holz- und Wasserland bedeutet. Die Musikstile Ska und Reggae entstanden auf der Insel. Ferner hat die Glaubensrichtung Rastafari ihren Ursprung auf Jamaika.

Geografie und Natur

Lage

Jamaika ist die drittgr√∂√üte Insel der Gro√üen Antillen. Sie liegt 145 Kilometer s√ľdlich von Kuba und¬†‚Äď getrennt durch den Jamaica Channel¬†‚Äď 160 Kilometer westlich von Hispaniola (Quisqueya) mit den Staaten Haiti und Dominikanische Republik. Das mittelamerikanische Festland ist 635 Kilometer von der Westspitze entfernt. Bei einer L√§nge von 235 Kilometern und einer Breite zwischen 35 und 82 Kilometern nimmt die Hauptinsel eine Fl√§che von 10.991 Quadratkilometern ein.

Vor der S√ľdwestk√ľste liegt die Pedro Bank, eine unterseeische Erhebung, die auf einer Fl√§che von 8000 Quadratkilometern eine Wassertiefe von weniger als 100 Metern hat. In der Bank befinden sich die Pedro Cays, eine Inselgruppe mit einer Gesamtfl√§che von 23 Hektar.

Das Staatsgebiet Jamaikas umfasst neben der Hauptinsel und den Pedro Cays noch die ungef√§hr 60 Kilometer s√ľd√∂stlich gelegene Inselgruppe der Morant Cays.

Die Atolle Serranilla-Bank, Bajo Nuevo und Alice Shoal (Letzteres ein untermeerisches Riff) liegen im gemeinsam von Jamaika und Kolumbien verwalteten Meeresgebiet.

Entstehung der Insel

Die Karibik ist eine der geologisch komplexesten Regionen der Welt. Viele Details der Entstehung Jamaikas sind unbekannt oder umstritten. Die verbreitetste Theorie geht davon aus, dass sich der westliche Teil Jamaikas und die Blue Mountains im Osten in verschiedenen Regionen vor etwa acht Millionen Jahren zusammentrafen.

Die Blue Mountains im Osten sind Teil eines Gebirges, dessen Bergketten sich auch auf Kuba und Hispaniola finden. Die geologischen Strukturen sind identisch mit den dortigen. Die Berge wurden am Ende des Eoz√§ns aus dem Wasser gehoben und liegen seitdem dauernd √ľber dem Meeresspiegel. M√∂glicherweise bestand vor etwa 35 Millionen Jahren kurzzeitig eine Landbr√ľcke zu Hispaniola.

Die westlichen Teile Jamaikas und die Pedrobank waren urspr√ľnglich Teil des untermeerischen Nicaragua-R√ľckens, von dem sie sich vor 40 Millionen Jahren abspalteten. Im Laufe der Kreidezeit bildete sich in der Region eine Reihe von Unterwasservulkanen, von denen einzelne wahrscheinlich kurzzeitig die Meeresoberfl√§che durchbrachen. Das √§lteste Gestein, das sich auf der Insel findet, ist erkaltete Lava aus dieser Periode. Der gesamte Block wurde im sp√§ten Eoz√§n durch tektonische Bewegungen, unterst√ľtzt durch einen stark fallenden Meeresspiegel, √ľber die Oberfl√§che gehoben. Sp√§testens damals endete der gr√∂√üte Teil der vulkanischen Aktivit√§t.

Nach weiteren f√ľnf Millionen Jahren bedeckte der wieder steigende Meeresspiegel wieder gro√üe Teile der Fl√§che. In der Folge entstand ein mehrere hundert Meter dicker Kalksteinpanzer, der heute noch fast den gesamten Westen bedeckt.

Es gibt Anzeichen, dass sich einige h√∂her gelegene Teile in der Folge noch mehrmals √ľber der Wasseroberfl√§che befunden haben. Die letzte gro√üe Hebung begann vor acht Millionen Jahren, zeitgleich mit dem Zusammentreffen mit den Blue Mountains.

Geologie und Landschaft

Jamaika liegt am Nordrand der Karibischen Platte, die sich direkt vor der K√ľste unter die Nordamerikanische Platte schiebt. Die N√§he zur Plattengrenze f√ľhrt immer wieder zu starken Erdbeben, wie etwa dem, das 1692 unter anderem Port Royal zerst√∂rte.

Der Westen und die Mitte der Insel werden dominiert von mehreren hundert Meter dicken Kalksteinschichten, die etwa zwei Drittel der Oberfl√§che bedecken. Im Zentrum bilden sie bis zu 900 Meter hohe Bergketten. Im weichen Gestein haben sich tiefe T√§ler und H√∂hlen mit unterirdischen Flussl√§ufen gebildet. Die Verkarstung ist besonders ausgepr√§gt im Cockpit County s√ľdlich von Montego Bay.

Die Gebirge fallen an einigen Stellen im Norden √ľber 500 Meter steil zur See ab. Dort beginnt unmittelbar vor der K√ľste der 7680 Meter tiefe Kaimangraben. Im S√ľden ist der Abstieg zum Meer flacher, mit weiten Alluvialebenen, die im Laufe der vergangenen acht Millionen Jahre von den Fl√ľssen geschaffen wurden. Ausnahmen bilden zwei Bergketten in Westmoreland und Saint Elizabeth, die bis an die K√ľste reichen. Neben Kalk wird der Untergrund von erkalteter Magma, Gneis und Schiefer geformt. Der wichtigste Bodenschatz ist Bauxit, dessen Lagerst√§tten sich √∂stlich von Montego Bay und westlich von Kingston im Inselinneren befinden. Au√üerdem werden Gips und Marmor abgebaut.

Der Osten wird von den Blue Mountains gepr√§gt, einer Bergkette, die sich auf einer L√§nge von rund 100 Kilometern von Nordwesten nach S√ľdosten erstreckt, mit zahlreichen Ausl√§ufern nach Norden und S√ľden. Hier befindet sich der h√∂chste Punkt der Insel, der 2256 Meter hoch gelegene Blue Mountain Peak.

Jamaika wird von vielen kurzen Fl√ľssen durchzogen. Aufgrund der Lage der Gebirge flie√üen diese meist nach Norden oder S√ľden. Die Menge des von ihnen gef√ľhrten Wassers schwankt w√§hrend der Regenzeiten stark. Im meist weichen Gestein k√∂nnen die Fl√ľsse leicht ihren Lauf √§ndern oder √ľber l√§ngere Strecken unterirdisch verlaufen.

Als l√§ngster Fluss Jamaikas wird h√§ufig der Black River genannt. Auf einer L√§nge von 53,4 Kilometern f√ľhrt er ganzj√§hrig oberirdisch Wasser und ist mit kleinen Booten schiffbar. Der eigentlich l√§ngste Fluss ist aber der Rio Minho mit 92,6 Kilometern, dessen Oberlauf jedoch regelm√§√üig trockenf√§llt und der nur in unmittelbarer K√ľstenn√§he schiffbar ist. Beide Fl√ľsse liegen im S√ľdwesten und werden durch die Clarendon-Wasserscheide getrennt. Ebenfalls auf Abschnitten schiffbar ist der 39,7 Kilometer lange Cabaritta River. Besondere wirtschaftliche Bedeutung besitzt der Rio Cobre, der in Saint Catherine eine Anbaufl√§che von 73 Quadratkilometern bew√§ssert und Spanish Town mit Elektrizit√§t versorgt.

Im por√∂sen Kalkstein bilden sich nur selten Seen. Eine Ausnahme ist der Moneague Lake. In normalen Jahren belegt er nur eine sehr kleine Fl√§che oder trocknet ganz aus. Im Abstand von mehreren Jahrzehnten w√§chst er jedoch auf eine Fl√§che von 300 Hektar an, die er f√ľr mehrere Monate beh√§lt. Der Grund ist unbekannt, steht aber wohl in Zusammenhang mit Ver√§nderungen im unterirdischen Abfluss.

Klima

Das Klima Jamaikas ist tropisch und wird vom Nordostpassat gepr√§gt. Die Temperaturunterschiede sind im Jahresverlauf gering. In Kingston betr√§gt die mittlere Monatstemperatur im Januar 25¬†¬įC und im Juli 27¬†¬įC, im zentralen Hochplateau ist sie rund drei Grad geringer. Die teilweise √ľber 2000 Meter hohen Blue Mountains sind das ganze Jahr √ľber schneefrei. Es gibt zwei deutlich ausgepr√§gte Regenzeiten, in Mai und Juni und von September bis November.

Die j√§hrliche Niederschlagsmenge ist regional sehr unterschiedlich. Mehr als 5000¬†mm Regen fallen in den Bergen des Nordostens, w√§hrend in der Umgebung von Kingston, an der wechselfeuchten S√ľdk√ľste, der Mittelwert bei rund 800¬†mm liegt. Im Sp√§tsommer und Fr√ľhherbst ziehen h√§ufig St√ľrme √ľber die Insel hinweg. In dieser Zeit besteht Gefahr durch Hurrikane. Zuletzt richteten 1951 Hurrikan Charlie und 1988 (Hurrikan Gilbert) schwere Sch√§den an.

Wichtige Städte

Aufgrund des bergigen Inlands befinden sich die meisten Siedlungszentren an der K√ľste oder in den gro√üen Ebenen. Die Hauptstadt Kingston ist mit rund 584.600 Einwohnern die gr√∂√üte Stadt. Zusammen mit der nahegelegenen Planstadt Portmore mit 182.000 Einwohnern bildet sie ein Ballungszentrum, in dem ein Drittel der Gesamtbev√∂lkerung lebt. Neben praktisch allen Regierungseinrichtungen befinden sich hier die gr√∂√üte Universit√§t und der gr√∂√üte Flughafen der Insel. Kingston hat, besonders seit Beginn der 1990er Jahre, gro√üe Probleme mit Kriminalit√§t. Teile der Stadt werden von Banden beherrscht, die sich in den vergangenen Jahren sowohl gegenseitig bek√§mpften als auch offene Auseinandersetzungen mit Polizei und Milit√§r f√ľhrten.

Einige Kilometer westlich liegt das mit 147.152 Einwohnern deutlich kleinere Spanish Town. Die Stadt ist Zentrum eines Anbaugebietes f√ľr Bananen und Zuckerrohr, die hier weiterverarbeitet werden. Spanish Town ist eine der √§ltesten St√§dte Jamaikas, von 1535 bis zur Eroberung durch England war sie Inselhauptstadt.

Im Nordwesten, ganz in der Nähe des Punktes, an dem Christoph Kolumbus als erster Europäer die Insel betrat, liegt Montego Bay. Die 110.115 Einwohner zählende Stadt ist Touristenziel und ein wichtiger Exporthafen. In der Nähe befindet sich der zweite internationale Flughafen der Insel. Hier begann um 1900 der Tourismus auf der Insel.

2016 lebten 55,0 % der Bevölkerung in Städten oder städtischen Räumen. Die größten Städte sind (Stand Zensus 2011):

  1. Kingston: 584.627 Einwohner
  2. Portmore: 182.153 Einwohner
  3. Spanish Town: 147.152 Einwohner
  4. Montego Bay: 110.115 Einwohner
  5. May Pen: 61.548 Einwohner

Umwelt

Flora und Fauna

Jamaika l√§sst sich in drei √Ėkoregionen einteilen: Trockenwald entlang der K√ľste, Feuchtwald im hochgelegenen Landesinneren und Mangroven entlang einiger K√ľstenabschnitte. Auf der abgeschiedenen Insel haben sich viele Tier- und Pflanzenarten entwickelt, die es nur hier gibt (also endemisch sind).

Vor der Besiedlung durch die Spanier waren gro√üe Teile Jamaikas von dichtem Wald bedeckt. Heute werden viele dieser Fl√§chen zu landwirtschaftlichen Zwecken benutzt. Lediglich Regionen an der Nordk√ľste, das Cockpit County und die Pedro Bank sowie die h√∂chsten Regionen der Blue Mountains sind weitestgehend in ihrem urspr√ľnglichen Zustand erhalten.

Das Cockpit County ist ein wichtiges R√ľckzugsgebiet f√ľr V√∂gel. Ein Gro√üteil der auf der Insel vorkommenden Arten sind hier zu finden, darunter der endemische Nationalvogel Wimpelschwanz. In den zahlreichen H√∂hlen leben verschiedene Fledermausarten. Einige Kolonien umfassen mehr als 50.000 Tiere. Die Jamaikaeule und die Jamaika-Boa, das gr√∂√üte Landraubtier der Insel, ern√§hren sich von ihnen.

In den höheren Lagen wachsen neben Mahagonigewächsen wie der Swietenia vor allem Zedern und Mahoe. Der Regenwald beherbergt 28 Vogelarten, die nur hier vorkommen. Der Jamaikanische Riesenschwalbenschwanz, (zool. Pterourus homerus; engl. Jamaican giant swallowtail), ein auf Jamaika endemischer Ritterfalter, gilt als einer der größten Schmetterlinge der Welt.

Au√üer Sandb√§nken und ausgedehnten Seegrasfeldern bietet die Pedro Bank die letzten noch gut erhaltenen Korallenriffe des Landes. Obwohl die Bank ein wichtiges Fischereigebiet ist und immer mehr Touristen anlockt, konnten die Beh√∂rden sie durch gesetzliche Regelungen und intensive √úberwachungsma√ünahmen vor der Zerst√∂rung bewahren. Die kleinen Inseln werden unter anderem von Maskent√∂lpeln und Rosenseeschwalben, aber auch von der bedrohten Karettschildkr√∂te zur Eiablage benutzt. Sie sind teilweise als Schutzgebiete ausgewiesen. In der Bank und entlang der K√ľste leben die seltenen Karibik-Manatis.

Umweltpolitik

Durch den Tourismus entwickelte sich auf Jamaika ein verst√§rktes Umweltbewusstsein. Seit 2000 gibt es ein eigenst√§ndiges Umweltministerium. Etwa 9¬†% der Landfl√§che stehen unter Naturschutz, dazu kommen mehrere Seeschutzgebiete um die Pedro Cays und an den Korallenriffen. 1990 wurde der 79 Hektar gro√üe Crow Mountains National Park in den Blue Mountains eingerichtet. Jamaika ratifizierte das Washingtoner Artenschutz√ľbereinkommen und das Kyoto-Protokoll. Es unterst√ľtzt das √úbereinkommen der Vereinten Nationen zur Bek√§mpfung der W√ľstenbildung und ist bem√ľht, die √úbereinkunft zum Schutz der Meere vor Verschmutzung durch Schiffe einzuhalten.

Das gr√∂√üte Umweltproblem sind die Bauxitminen. Zum einen nehmen sie eine gro√üe Fl√§che ein und wachsen in Bereiche mit bislang intakter Umwelt. Zum anderen belastet der beim Abbau entstehende gesundheitsgef√§hrdende Staub Landschaft und St√§dte, besonders Kingston. Die Fl√ľsse sind durch ungekl√§rte Abw√§sser und Eintragungen von D√ľnge- und Spritzmitteln aus der Landwirtschaft verschmutzt. Das Gleiche gilt f√ľr die K√ľstenabschnitte in der N√§he der M√ľndungen und gro√üer Industrieanlagen. 2000 bis 2005 lief das Jamaican Ridge to Reef Watershed Project, das durch Ma√ünahmen auf lokaler Ebene die Qualit√§t des Wassers steigern sollte. Unterst√ľtzt wurde es mit US-Entwicklungshilfen.

Bevölkerung

Im Jahre 2017 lebten auf Jamaika rund 2,9 Mio. Menschen, etwa die H√§lfte von ihnen in St√§dten, allein eine Million in den f√ľnf gr√∂√üten. Das Durchschnittsalter liegt bei 23,7 Jahren, etwa ein Drittel der Bev√∂lkerung ist j√ľnger als 14 Jahre. Lediglich 7,5¬†% haben das 64. Lebensjahr vollendet. Damit ist die Bev√∂lkerung im Vergleich zu den meisten Industriestaaten sehr jung. Von 1000 lebend geborenen Kindern sterben im Durchschnitt 13, die Lebenserwartung liegt zurzeit f√ľr Frauen bei 75,3 und f√ľr M√§nner bei 71,8 Jahren. Das Bev√∂lkerungswachstum reduzierte sich seit 1960 von 1,6¬†% auf 0,68¬†% im Jahr 2017. Es ist zu erwarten, dass sich das Durchschnittsalter in Zukunft erh√∂hen wird, auch weil viele junge Menschen die Insel verlassen.

Rund 91¬†% der Einwohner stammen von afrikanischen Sklaven ab, die besonders im 17.¬†und 18.¬†Jahrhundert auf die Insel gebracht wurden. 1,3¬†% kamen aus anderen Staaten der Karibik nach Jamaika, jeweils 0,2¬†% sind europ√§ischer oder chinesischer Herkunft. Die Ureinwohner, Ta√≠no und Kariben, haben nicht als eigene V√∂lker √ľberlebt; dezimiert von eingeschleppten Krankheiten und durch Gewaltherrschaft der europ√§ischen Kolonialm√§chte vermischten sie sich mit den anderen Bev√∂lkerungsgruppen.

Neben der Amtssprache Englisch wird Jamaika-Kreolisch (auch Patois genannt) gesprochen, eine Kreolsprache mit englischen Wurzeln, die in Europa vor allem durch Hip-Hop und Reggae bekannt wurde. Viele Einwohner beherrschen beide Sprachen und vermischen sie zu regionalen Dialekten. Eine √ľberall auf der Insel in fast allen m√∂glichen Situationen zu h√∂rende Redewendung ist Jah Mon, was mit aber sicher, klar oder gut √ľbersetzt werden kann.

Der Konsum von Marihuana, das dort auch Ganja genannt wird, ist auf der gesamten Insel verbreitet. Außerhalb der Städte wohnt ein Großteil der Bevölkerung in kleinen, ca. 35 Quadratmeter großen einstöckigen und farbig bemalten Holzhäusern.

Jamaika ist vorwiegend ein Auswanderungsland und erhält nur wenige Migranten aus dem Ausland. Im Jahre 2017 waren nur 0,8 % der Bevölkerung nicht im Land geboren.

Emigration

Wie in fast der gesamten Karibik verlassen seit Ende des 19.¬†Jahrhunderts viele Menschen die Insel auf der Suche nach Arbeit und besserer Lebensqualit√§t. Die Auswanderung geht zur√ľck bis in die 1850er Jahre, als immer mehr Arbeiter von besseren L√∂hnen, beispielsweise in Trinidad und im heutigen Guyana, angelockt wurden, wo sie auf Plantagen Arbeit fanden. Die erste gro√üe Welle verlie√ü das Land ab 1881, um sich am Bau des Panamakanals zu beteiligen. Viele Arbeiter schickten Teile ihrer L√∂hne in die Heimat zur√ľck. Das Panama money wirkte sich sp√ľrbar auf die Wirtschaft aus und brachte wichtige Devisen ins Land.

Mittel- und S√ľdamerika sowie die USA waren Hauptziele der Auswanderer, bis in den 1930er Jahren verst√§rkt Einwanderungsgesetze erlassen wurden. So beschr√§nkte der Immigration Act von 1924 die Einreise in die Vereinigten Staaten erheblich. Nach der Unabh√§ngigkeit nutzten viele Einwohner die Reisefreiheit im Commonwealth, um nach Gro√übritannien zu gelangen, mehr als eine Million Menschen verlie√üen seitdem die Insel. Von dort aus wanderten viele dann in die nordamerikanischen Staaten aus. Heute wird dieser Umweg nicht mehr so oft benutzt, da die meisten Emigranten direkt, teilweise illegal, in die USA und Kanada einreisen. Die Entwicklung wird h√§ufig Jamaikanische Diaspora genannt. Besonders New York, Toronto und London beheimaten heute die gr√∂√üten Gruppen ehemaliger Jamaikaner. Sieben Prozent der 2,5 Millionen Einwohner Torontos stammen von der Insel.

Der Bevölkerungsverlust wird seit den 1980er Jahren durch eine verstärkte Zuwanderung aus Nordamerika und Europa, aber auch aus dem Rest der Karibik, teilweise kompensiert. Im Jahre 2017 waren 0,8 % der Bevölkerung Migranten.

Religionen

Knapp zwei Drittel der Einwohner geh√∂ren einer protestantischen Kirche an, ein Ergebnis der britischen Herrschaft √ľber die Insel.

Protestantische Kirchen

Die größeren protestantischen Gemeinschaften sind die Church of God (etwa 21,2 %), die Baptisten (etwa 8,8 %), die Siebenten-Tags-Adventisten (etwa 9 %), die Pfingstler (etwa 7,6 %), die Methodisten (etwa 2,7 %), die United Church of Christ (etwa 2,7 %), die Plymouth Brethren (etwa 1,1 %) und die Herrnhuter (etwa 1,1 %).

Römisch-katholische Kirche

Die urspr√ľnglich von den Spaniern verbreitete r√∂misch-katholische Kirche hat heute einen Bev√∂lkerungsanteil von lediglich 4¬†%. Es bestehen ein Erzbistum in Kingston sowie Bist√ľmer in Mandeville und Montego Bay.

Anglikanische Kirche

Die anglikanische Kirche auf Jamaika (2,8 %) gehört zur Church in the Province of the West Indies, vertreten durch Bischof Alfred Charles Reid in Kingston. Der Gospel ist in den Gottesdiensten stark verbreitet.

Zeugen Jehovas

Zeugen Jehovas in Jamaika sind in 188 Versammlungen organisiert, die zum US-amerikanischen Zweiggebiet geh√∂ren. Sie haben einen Anteil von 1,9¬†% an der Bev√∂lkerung. Die Versammlungen sind zwar √ľberwiegend englischsprachig, jedoch werden einige Zusammenk√ľnfte auch in Amerikanischer Geb√§rdensprache, auf Chinesisch, Spanisch und Hindi abgehalten.

Judentum

Die j√ľdische Gemeinde in Spanish Town existiert seit dem 16.¬†Jahrhundert und verf√ľgt seit 1704 √ľber eine eigene Synagoge, die Gemeinde in Kingston verf√ľgt √ľber die Shaare-Shalom-Synagoge. Im 17. und 18. Jahrhundert beherbergte Jamaika zeitweise die gr√∂√üte j√ľdische Gemeinschaft in der Karibik.

Rastafari

Kaum eine Gruppe pr√§gte und pr√§gt das Bild Jamaikas im Ausland mehr als die Rastafari. Es handelt sich um eine christlich angelehnte Glaubensgemeinschaft mit einer eigenen Lebensweise. Sie entstand in den 1930er Jahren unter den Nachkommen afrikanischer Sklaven. Die Anh√§nger sehen im 1975 verstorbenen, ehemaligen √§thiopischen Kaiser Haile Selassie den neuen Messias, von dessen Geburtsname ‚ÄěTafari Makonnen‚Äú und seinem Adelstitel ‚ÄěRas‚Äú sich ihre Bezeichnung ableitet. Mit ihm war die Hoffnung auf eine Befreiung Afrikas von der kolonialen Unterdr√ľckung verbunden.

Rastafari besteht aus verschiedenen Bewegungen. Die meisten stellen das Individuum ins Zentrum, das einerseits frei von Gesetzen und Vorschriften leben, die Reinheitsvorschriften des Alten Testaments aber befolgen soll. So lehnen diese Gruppen den Genuss von Alkohol und Tabak ab. Viele von ihnen, aber nicht alle, konsumieren gemeinsam auf rituelle Weise Cannabis (Ganja), das sie zum Meditieren oder zum ‚ÄěReasoning‚Äú, d.¬†h. Nachdenken oder mit anderen debattieren, nutzen. In Anlehnung an die Offenbarung des Johannes (Vers 22,2 : ‚Äě[‚Ķ]und die Bl√§tter der B√§ume dienen zur Heilung der V√∂lker‚Äú) wird Hanf auch als healing of the nation, ‚ÄěHeilung der V√∂lker‚Äú, bezeichnet. Viele zeigen ihre Glaubenszugeh√∂rigkeit durch das Tragen von Dreadlocks. H√§ufig wird die Glaubensrichtung zu Unrecht auf diese Merkmale reduziert. Bekannt wurde die Bewegung im Ausland vor allem durch Reggae-S√§nger wie Bob Marley und Peter Tosh.

Weitere Religionen und Weltanschauungen

Einige der von Sklaven auf die Insel mitgebrachten afrikanischen Religionen konnten √ľberleben. Mehr oder weniger stark √ľbernahmen sie Elemente anderer Kulturen und Religionen, was zu einer Vielzahl kleiner Glaubensgruppen f√ľhrte, die mit den Santer√≠a auf Kuba und den Voodoo in Haiti vergleichbar sind.

Daneben gibt es islamische und buddhistische Minderheiten.

Geschichte

Vorkolonialzeit

Im 7.¬†Jahrhundert vor Christus erreichten die ersten aus S√ľdamerika stammenden Ta√≠no (ein zu den Arawak geh√∂rendes Volk) die Insel. Sie lebten in Stammesgemeinschaften und betrieben Ackerbau und Fischfang. Ihre H√§user bauten sie aus Schilf und Stroh. Im Laufe des 15.¬†Jahrhunderts kamen kleine Gruppen der Kariben nach Jamaika. Im Gegensatz zur Praxis auf vielen anderen Inseln vertrieben sie die Ta√≠no nicht, sondern lebten mit ihnen zusammen. Als Christoph Kolumbus 1494 w√§hrend seiner zweiten Reise als erster Europ√§er auf Jamaika landete, lebten dort etwa 100.000 Menschen. Bei Pedro Bluff in Saint Elizabeth wurden H√∂hlen mit Malereien gefunden, die denen auf anderen Karibikinseln gleichen.

Spanische Kolonie (1509‚Äď1655)

Nach einem jahrelangen Streit zwischen Diego Kolumbus, dem Sohn von Christoph Kolumbus, und der spanischen Krone √ľber den Besitz einiger Karibikinseln wurde er schlie√ülich Vizek√∂nig aller von seinem Vater entdeckten Inseln. Er erhielt das Recht, einen Anteil des dort gefundenen Goldes f√ľr sich zu behalten und Steuern zu erheben. 1509 lie√ü er Jamaika durch Juan Ponce de Le√≥n einnehmen und nannte es Santiago. Dieser Name b√ľrgerte sich nie ein. Auch die Spanier gebrauchten die urspr√ľnglichen indianischen Namen Chaymakas oder Xaymaca, die sie in Jamaica verdrehten. In weniger als zehn Jahren zerfiel die Kultur der Ureinwohner, sie wurden durch eingeschleppte Krankheiten und die brutale Behandlung durch die Siedler dezimiert. Seit der zweiten H√§lfte des 17.¬†Jahrhunderts gelten sie als ausgestorben. Um den Mangel an Arbeitskr√§ften zu kompensieren, brachten die Spanier ab 1517 die ersten afrikanischen Sklaven auf die Insel, vorwiegend von der Gold- und Sklavenk√ľste. 1611 wurden erstmals mehr schwarzafrikanische als europ√§ische Einwohner gez√§hlt. Hauptstadt wurde Nueva Sevilla, das heutige Spanish Town. Zun√§chst wurde in der Landwirtschaft das Verwaltungssystem Encomienda eingef√ľhrt. Spanier erhielten gro√üe L√§ndereien, zusammen mit den darauf lebenden Ureinwohnern, die sie zur Arbeit einsetzen konnten und die sie missionierten. Das System trug entscheidend zum Aussterben der indianischen Kultur bei. Kurz vor der Eroberung durch England wurde auf das humanere Repartimiento umgestellt, bei dem indianische Dorfgemeinschaften zwei bis vier Prozent ihrer Arbeitskraft den Kolonialherren zur Verf√ľgung stellen mussten.

Da keine Edelmetalle auf der Insel gefunden wurden, verlagerte sich das Interesse der spanischen Krone schnell nach Mexiko. Viele Siedler verlie√üen die Insel wieder, zur√ľck blieb eine schwache Garnison.

Britische Kolonie (1655‚Äď1962)

Inbesitznahme

Schon aufgrund der gewaltigen Gr√∂√üe und der schwierigen geographischen Bedingungen konnte Spanien seine Besitzungen in Amerika ‚Äď insbesondere auch in der Karibik ‚Äď nie wirklich sch√ľtzen. In den Jahrzehnten nach der Niederlage der spanischen Armada 1588, vor allem aber seit dem endg√ľltigen Verfall der spanischen Vormachtstellung in der zweiten H√§lfte des 17.¬†Jahrhunderts, drangen Engl√§nder, Franzosen und Niederl√§nder immer st√§rker in den spanischen Machtbereich vor.

Am 10. Mai 1655 landeten englische Truppen unter Robert Venables und Admiral William Penn sen. an der Stelle des heutigen Kingston. Sie waren von Oliver Cromwell geschickt worden, um im Rahmen des Western Designs St√ľtzpunkte in der Karibik zu erobern. Die Verwaltung in Spanish Town ergab sich am n√§chsten Tag, ein Teil der verbliebenen Spanier floh kampflos nach Kuba. In der Hoffnung auf einen Aufstand hatten sie zuvor ihre Sklaven befreit und mit Waffen ausgestattet. Es kam aber zun√§chst nicht zu K√§mpfen, da die ehemaligen Sklaven sich ins unzug√§ngliche Landesinnere zur√ľckzogen, wo sie unter der Bezeichnung Maroons lebten. Trotz der Kapitulation sammelte der letzte spanische Gouverneur Cristobal Arnaldo de Ysassi Guerillatruppen an der Nordk√ľste und im Landesinneren. Zweimal erhielt er Unterst√ľtzung aus Kuba, musste aber nach zwei Niederlagen gegen die englische Armee 1657 und 1658 endg√ľltig aufgeben. 1664 wurde eine gew√§hlte Versammlung eingerichtet, die lokale Verwaltungsaufgaben wahrnahm. Jamaika ging 1670 durch den Vertrag von Madrid formal in den Besitz Gro√übritanniens √ľber.

Wirtschaftlicher Aufschwung

Die in der Plantagenwirtschaft Jamaikas erzeugten G√ľter machten die Insel schlie√ülich √ľber 150 Jahre lang zu einem wertvollen Besitztum der englischen Krone. In den ersten beiden Jahrzehnten nach der britischen Inbesitznahme waren die Insel und ihre neu gegr√ľndete Hauptstadt Port Royal jedoch vor allem Anlaufstelle und St√ľtzpunkt f√ľr Freibeuter aus aller Herren L√§nder. Diese wurden vom britischen Gouverneur nicht nur geduldet, sondern auch als wertvolle milit√§rische St√ľtze bei der Verteidigung der Insel gegen eventuelle spanische R√ľckeroberungsversuche angesehen. Dank der Protektion des Inselgouverneurs konnten Freibeuter wie Henry Morgan von hier aus ungehindert ihre Angriffe auf das spanische Kolonialreich starten. Das wiederum kam der Wirtschaft Jamaikas zugute, da die Piraten nach ihrer R√ľckkehr hier einen gro√üen Teil ihrer Beute verkauften und verprassten und somit dem Wirtschaftskreislauf zuf√ľhrten. Das Piratenzeitalter auf der Insel endete mit der Zerst√∂rung der Stadt durch ein Erdbeben am 7. Juni 1692. Spanish Town wurde wieder Hauptstadt, bis sie 1755 durch Kingston abgel√∂st wurde.

1694 landete der Franzose Du Casse mit 1500 Soldaten im Norden und Osten Jamaikas. Sein Versuch, die Insel zu erobern, scheiterte am Widerstand der Siedler. Nach zehnt√§gigen K√§mpfen mussten die Franzosen sich auf ihre Schiffe zur√ľckziehen. Du Casse zerst√∂rte mehrere Plantagen und entf√ľhrte etwa 1300 Sklaven. Der letzte Versuch der Eroberung der Insel scheiterte 1782, als die f√ľr die Invasion vorgesehene franz√∂sische Flotte in der Schlacht von Les Saintes von den Briten geschlagen wurde.

Unruhen und Aufstände

Ab den 1730er Jahren kam es immer √∂fter zu Konflikten mit den Maroons. Diese weigerten sich, entflohene Sklaven an die Briten auszuliefern, und unternahmen ihrerseits Versuche, weitere Sklaven zu befreien. Der Erste Maroonkrieg erreichte seinen H√∂hepunkt 1734, als Nanny Town, eine der Maroon-Siedlungen in den Blue Mountains, zerst√∂rt wurde. Der Konflikt dauerte bis zum Friedensschluss 1739. Der von Granny Nanny ausgehandelte Vertrag sicherte den Maroon eine eigenst√§ndige Kolonie unter der Bedingung zu, dass sie entflohene Sklaven zur√ľckf√ľhrten und bei der Verteidigung der Insel halfen.

Der Zweite Maroonkrieg brach 1795 aus, nachdem die Maroons sich geweigert hatten, weiterhin Menschen auszuliefern. Der Ausl√∂ser f√ľr die K√§mpfe war die Folterung zweier Sklaven. 5000 Soldaten sowie auf Menschenjagd abgerichtete Bluthunde schlugen den Aufstand nieder. Die Maroon-Anf√ľhrer wurden gefangen genommen und nach Nova Scotia in Kanada deportiert, von wo aus sie sp√§ter nach Sierra Leone gebracht wurden.

1807 wurde der √úberseehandel mit Sklaven untersagt, das Arbeitssystem an sich blieb aber unver√§ndert. Es kam zu mehreren kleineren Unruhen, bis 1831 unter der F√ľhrung von Samuel Sharpe der Weihnachtsaufstand in der Umgebung von Montego Bay ausbrach. Obwohl schnell und blutig niedergeschlagen, war er Teil einer Entwicklung, die 1833 zum Slavery Abolition Act, also zur Abschaffung der Sklaverei, f√ľhrte. Bis zur Durchsetzung des neuen Gesetzes auf Jamaika dauerte es noch vier weitere Jahre. In den folgenden Jahren kamen immer mehr Einwanderer freiwillig auf die Insel, darunter eine Gruppe von Arbeitern aus Indien. Sie wurden auf den Plantagen eingesetzt, konnten aber den beginnenden Niedergang der Zuckerindustrie nicht aufhalten. Billiger Zucker aus Kuba √ľberflutete den Markt.

Die Lebensbedingungen der befreiten Sklaven blieben katastrophal. Sie hatten zwar die Freiheit erlangt, waren aber meist besitzlos und konnten sich aufgrund einer Wahlsteuer nicht an der Verwaltung der Insel beteiligen. Die Wut und Verzweiflung der Bev√∂lkerung entlud sich 1865 im Aufstand von Morant Bay unter F√ľhrung von Paul Bogle und George William Gordon. Der Aufstand wurde von den Briten im Auftrag des Gouverneurs mit massiver Gewalt niedergeschlagen, die lokale Verwaltung aufgel√∂st und Jamaika zur Kronkolonie erkl√§rt. Mehr als 1000 Menschen, darunter Bogle und Gordon, kamen ums Leben. Die ausge√ľbte Gewalt l√∂ste in Gro√übritannien Entsetzen aus und f√ľhrte zu einer genaueren √úberwachung der Gouverneure.

Kronkolonie

Mit dem neuen Gouverneur John Peter Grant begannen ab 1866 zahlreiche Reformen. Das Bildungssystem wurde größeren Bevölkerungsteilen zugänglich gemacht, die Arbeitsgesetze wurden verbessert. Außerdem wurde die Infrastruktur ausgebaut. Das Eisenbahnnetz erreichte seine größte Ausdehnung, und ein Unterwasserkabel nach Europa wurde verlegt. 1914 wurde auf der Insel das Kriegsrecht verhängt, rund 10.000 jamaikanische Soldaten nahmen am Ersten Weltkrieg auf Seiten der Alliierten teil.

Ab den 1930er Jahren gab es, teilweise durch die Arbeit Marcus Garveys motiviert, Unruhen und Aufst√§nde gegen die britische Herrschaft. Die Bewohner verlangten mehr Unabh√§ngigkeit und eine gerechtere Besteuerung. 1938 wurde die People‚Äôs National Party (PNP), die erste der beiden gro√üen Parteien, von Norman Washington Manley gegr√ľndet. 1944 trat eine neue Verfassung in Kraft, die dem Land wieder eine gewisse Selbstverwaltung zugestand. Jamaika ist eines der wenigen L√§nder, in denen das Frauenwahlrecht w√§hrend des Zweiten Weltkriegs Gesetz wurde. F√ľr die erste Wahl am 20. November 1944 galt bereits das allgemeine aktive und passive Wahlrecht. Bei der Unabh√§ngigkeit am 6. August 1962 wurde das allgemeine Wahlrecht best√§tigt. Im selben Jahr fanden die ersten freien, allgemeinen und gleichen Wahlen statt.

W√§hrend des Zweiten Weltkriegs wurde Jamaika von Gro√übritannien und den USA als Marinest√ľtzpunkt benutzt. Das Land selbst unterst√ľtzte die Alliierten mit Truppen und Geld. Nach dem Weltkrieg gab es Versuche, die westindischen Kolonien unter eine gemeinsame Verwaltung zu stellen. 1947 fanden in Montego Bay erste Verhandlungen zur Gr√ľndung der Westindischen F√∂deration statt. Ein Jahr sp√§ter wurde die University of the West Indies, eine gemeinsame Hochschule f√ľr 16 Karibikstaaten, in Mona bei Kingston gegr√ľndet. 1958 schlossen sich Jamaika und neun weitere britische Gebiete in der Karibik der Westindischen F√∂deration an, schieden aber bereits 1961 nach einem Referendum wieder aus.

Souveräner Staat

Erste Jahre (1962‚Äď1972)

Die Unabhängigkeit von Großbritannien wurde am 6. August 1962 erlangt, am 18. September folgte die Mitgliedschaft bei den Vereinten Nationen. Jamaika ist seitdem freies Mitglied des Commonwealth of Nations. Der erste Premierminister war Alexander Bustamante von der Jamaica Labour Party (JLP), die bis 1972 an der Macht blieb. Die erste Sitzung des Parlaments wurde von Princess Margaret eröffnet. Jamaika trat in den folgenden Jahren mehreren internationalen Organisationen bei, darunter dem UN-Menschenrechtsausschuss.

1966 besuchten sowohl Elisabeth¬†II. als auch der f√ľr die Rastafari wichtige Haile Selassie unter gro√üem Jubel die Insel, im gleichen Jahr fand mit den British Empire and Commonwealth Games das gr√∂√üte sportliche Ereignis der Geschichte des Landes statt. Im Oktober f√ľhrten Bandenkriege in Kingston zur Verh√§ngung des Notstands. Polizei und Milit√§r brauchten einen Monat, um die Situation unter Kontrolle zu bringen. Nach Ende seiner Amtszeit, im Februar 1967, zog sich Bustamante aus der F√ľhrung seiner Partei zur√ľck. Sein Nachfolger Donald Sangster konnte die Wahl mit 33 zu 20 Sitzen im Parlament gewinnen. Nur wenige Wochen sp√§ter musste er nach einem Schlaganfall zur Behandlung nach Kanada geflogen werden, wo er am 11. April verstarb. Hugh Shearer regierte bis zum Ende der Legislaturperiode. In seine Amtszeit fielen die Umstellung auf das metrische System 1968 und die Einf√ľhrung des Jamaika-Dollars 1971, aber auch eine D√ľrre in den Jahren 1967‚Äď1968 und ein landesweiter Streik der Polizei f√ľr h√∂here L√∂hne.

Sozialismus (1972‚Äď1980)

Missgl√ľckte Ma√ünahmen zur Bek√§mpfung der D√ľrrefolgen und der Streik lie√üen die Bev√∂lkerung an den F√ľhrungsqualit√§ten Shearers zweifeln. Die People‚Äôs National Party (PNP) unter Michael Manley konnte sich bei den Wahlen 1972 mit 37 zu 19 Sitzen durchsetzen. In den ersten Jahren nach der Unabh√§ngigkeit hatte Jamaika eine pro-westliche Au√üenpolitik verfolgt. Manley hingegen erkl√§rte den Demokratischen Sozialismus zur Staatsform und nahm Beziehungen zu sozialistischen Staaten auf. Es kam zu Verstaatlichungen und K√§ufen zahlreicher Unternehmen, besonders im Bergbau. Die neue Politik war nicht direkt kommunistisch ‚Äď die demokratischen Strukturen blieben bestehen und gro√üe Teile des Marktes waren weiterhin in Privatbesitz ‚Äď wurde aber aufgrund einer engen Freundschaft Manleys zu Fidel Castro und einer Handelsmission in die Sowjetunion h√§ufig so interpretiert. Trotz intensiver Verhandlungen brachen 1979 die Beziehungen zum Internationalen W√§hrungsfonds ab, die Wirtschaft stagnierte. Kurz vor der Wahl deckte die Polizei Vorbereitungen der jamaikanischen Armee zu einem Putsch auf. 24 Soldaten und drei Zivilisten wurden verhaftet und zu mehrj√§hrigen Freiheitsstrafen verurteilt.

Dennoch brachen die internationalen Beziehungen nicht ganz ab. Durch das Lom√©-Abkommen von 1975 trat Jamaika den AKP-Staaten bei. Das Abkommen und sein Nachfolger, das Cotonou-Abkommen von 2002, sicherten dem Land Entwicklungshilfe und Zollpr√§ferenzen, unter anderem auf dem europ√§ischen Markt, zwangen es aber auch, einen Teil seiner M√§rkte f√ľr ausl√§ndische Produkte zu √∂ffnen. Viele der Verg√ľnstigungen, vor allem auf dem Bananenmarkt, sind 2006 ausgelaufen.

R√ľckkehr zur pro-westlichen Politik

Die verst√§rkte Armut infolge der internationalen Isolation verschaffte der JLP mit 51 zu neun Sitzen 1980 einen deutlichen Wahlsieg, ein Erfolg, der sich bei den Kommunalwahlen ein Jahr sp√§ter wiederholte. Der neue Premierminister Edward Seaga kehrte zu einer pro-westlichen Au√üenpolitik zur√ľck. Manleys im Inland getroffene Ma√ünahmen, zu denen neben den Verstaatlichungen auch der Ausbau sozialer Einrichtungen geh√∂rte, blieben weitestgehend bestehen. Die Beziehungen zum Internationalen W√§hrungsfonds wurden wieder aufgenommen und die zu Kuba abgebrochen. Jamaika erhielt noch im selben Jahr von der UN die Zusicherung, dass das Hauptquartier der neu zu gr√ľndenden Internationalen Meeresbodenbeh√∂rde in Kingston errichtet werde. Besonders die USA und die EU gew√§hrten nun Kredite und Wirtschaftshilfen zur St√§rkung der Wirtschaft und Verbesserung der maroden Infrastruktur. Dennoch verlor der Jamaika-Dollar bis 1983 gegen√ľber dem US-Dollar so stark an Wert, dass die Regierung sich gezwungen sah, Neuwahlen anzuordnen. Die PNP lehnte die Teilnahme ab, da sie sich durch die Einteilung der Wahlkreise benachteiligt f√ľhlte. Die JLP gewann alle 60 Sitze und konnte so bis 1987 ohne Opposition regieren.

Im Oktober 1983 begann die eine Woche dauernde US-Invasion in Grenada. Nach offizieller Darstellung der USA hatte unter anderem Jamaika in der Organisation Ostkaribischer Staaten den Wunsch ge√§u√üert, die dortige kommunistische Regierung zu st√ľrzen. In Wirklichkeit ging die Initiative jedoch von den USA aus. Das erste und einzige Mal seit der Unabh√§ngigkeit stellte die Insel Soldaten f√ľr einen Auslandseinsatz zur Verf√ľgung. Zusammen mit Antigua und Barbuda, Barbados, Dominica, St. Lucia und St. Vincent entsandte sie 300 Mann, die aber nicht zu Kampfhandlungen eingesetzt wurden.

Am 12. September 1988 erreichte Hurrikan Gilbert Jamaika. Das Auge des Sturms √ľberquerte die Insel auf der vollen L√§nge und richtete gro√üe Sch√§den an. Es entstand ein Schaden von vier Milliarden US-Dollar, 40¬†% der Anbaufl√§chen wurden zerst√∂rt. Kingston und Saint Andrew Parish sowie Hanover Parish waren am Schlimmsten betroffen, hier brach die Versorgung mit Wasser und Elektrizit√§t f√ľr mehrere Tage zusammen. In den folgenden Monaten gab es umfangreiche internationale Hilfen, die zwar aufgrund von Korruption und Unterschlagungen nur zum Teil bei den Menschen ankamen, die Wirtschaft aber wieder ankurbelten.

Verz√∂gerungen beim Wiederaufbau der zerst√∂rten Infrastruktur, besonders in den kleinen Gemeinden entlang der K√ľste, beeintr√§chtigten das Vertrauen der Bev√∂lkerung in die F√§higkeiten der Regierung. Bei den Parlamentswahlen im Jahr 1989 gewann sie nur 15 der 60 Mandate. Michael Manley wurde erneut Premierminister, musste 1992 aber aus Gesundheitsgr√ľnden zur√ľcktreten. Percival J. Patterson wurde sein Nachfolger und blieb bis 2006 im Amt. Dank internationaler Hilfen war die Wirtschaftslage 1990 wieder relativ g√ľnstig und f√∂rderte die Gr√ľndung vieler Banken und Versicherungen, die gro√üe finanzielle Risiken eingingen. 1996 f√ľhrten unerwartet stark steigende Zinsen zu einem Zusammenbruch des gesamten Finanzsektors.

Jamaika bem√ľht sich seit einigen Jahren, sich an internationalen Organisationen zu beteiligen, um auf seine Probleme aufmerksam zu machen. So √ľbernahm es 2001 f√ľr ein Jahr den Vorsitz des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen.

Politik

Staatsorganisation

Jamaika ist eine stabile parlamentarische repr√§sentative demokratische Monarchie. Die 1962 durch einen gemeinsamen Ausschuss der im jamaikanischen Parlament vertretenen Parteien erarbeitete Verfassung basiert auf dem System des Vereinigten K√∂nigreichs (Westminster-System). Wahlberechtigt ist jeder B√ľrger ab 18 Jahren. Praktisch alle staatlichen Stellen haben ihren Sitz in der Hauptstadt Kingston.

Exekutive

Staatsoberhaupt ist Elisabeth¬†II., die den Titel K√∂nigin von Jamaika tr√§gt. Sie wird vertreten durch einen Generalgouverneur, der durch den Premierminister und sein Kabinett ernannt wird. Sowohl K√∂nigin als auch Generalgouverneur haben gr√∂√ütenteils zeremonielle Aufgaben, darunter die Ernennung des Premierministers und der Minister. An der Spitze der Regierung steht der Premierminister. Er ist ‚Äď wie bei L√§ndern mit Westminster-System √ľblich ‚Äď mit umfangreichen Kompetenzen ausgestattet und kann viele wichtige Entscheidungen ohne Konsultation des Parlaments t√§tigen. Die eigentliche Verwaltung des Landes wird von Beh√∂rden √ľbernommen, an deren Spitze ein Fachminister steht. Premierminister wird nach Ernennung durch den Generalgouverneur automatisch der Vorsitzende der Partei, die die Mehrheit im Parlament h√§lt. Ein Wechsel in der Parteif√ľhrung f√ľhrt binnen weniger Wochen zur Ernennung eines neuen Premierministers. Am 30. M√§rz 2006 ersetzte Portia Simpson Miller von der PNP den aus Gesundheitsgr√ľnden zur√ľckgetretenen langj√§hrigen Premierminister Percival J. Patterson. Sie wurde damit die erste Regierungschefin ihres Landes.

Bei den Parlamentswahlen vom 3. September 2007 verlor Simpson Miller ihre Mehrheit knapp. Ihr Nachfolger als Premierminister wurde am 11. September der bisherige Oppositionsf√ľhrer Bruce Golding. Nach dessen R√ľcktritt folgte ihm am 23. Oktober 2011 Andrew Holness als neunter Premierminister des Landes nach, ‚Äď untypisch f√ľr Jamaika ‚Äď noch bevor er zum neuen Parteivorsitzenden gew√§hlt wurde. Am 29. Dezember 2011 fanden vorgezogene Parlamentswahlen statt; die PNP gewann mit 42 zu 21 Sitzen vor der JLP und Portia Simpson Miller wurde am 5. Januar 2012 zum zweiten Mal als Premierministerin vereidigt. Holness wurde Oppositionsf√ľhrer im Repr√§sentantenhaus. Bei den Parlamentswahlen vom 25. Februar 2016 wurde die JLP erneut st√§rkste Partei und Holness ab dem 3. M√§rz 2016 erneut Premierminister von Jamaika. Bei den vorzogenen Wahlen am 13. September 2020 konnte die JLP ihre Position stark ausbauen und Holness blieb im Amt.

Legislative

Das Parlament von Jamaika besteht aus zwei Kammern, dem Repr√§sentantenhaus und dem Senat. Die Mitglieder des Repr√§sentantenhauses (Members of Parliament oder MPs) werden alle f√ľnf Jahre direkt gew√§hlt. Jamaika hat traditionell ein Zweiparteiensystem, einzig die People‚Äôs National Party (PNP) und die Jamaica Labour Party (JLP) sind im Parlament vertreten, beide stellten in der Vergangenheit mehrmals Premierminister. Bei der Parlamentswahl am 3. September 2007 verlor die PNP nach 18 Jahren wieder die Mehrheit und stellte nur noch 27 der 60 Abgeordneten. Bei der Parlamentswahl am 29. Dezember 2011 gewann sie 42 der 63 Parlamentssitze und l√∂ste die JLP nach vier Jahren an der Regierung wieder ab. Andere Parteien und Koalitionen spielen keine Rolle. Die starke Position der Regierung beschr√§nkt die tats√§chlichen Einflussm√∂glichkeiten der Kammer.

Der Senat besteht aus 21 Mitgliedern. Die Senatoren werden vom Generalgouverneur ernannt, 13 davon auf Vorschlag des Premierministers, acht auf Vorschlag des Oppositionsf√ľhrers. Ein Mitspracherecht bei politischen Entscheidungen besteht nur in wenigen Gebieten.

Die nächste Parlamentswahl fand am 3. September 2020 statt.

Judikative

Das Rechtssystem orientiert sich am englischen Common Law. Die Richter werden von Generalgouverneur auf Empfehlung des Justizkomitees ernannt. Im Falle der Gerichtspr√§sidenten haben Premierminister und Oppositionsf√ľhrer ein Mitspracherecht.

Der oberste Gerichtshof im Land ist der Court of Appeal unter dem Vorsitz des Chief Justice in Kingston. Er ist reine Berufungsinstanz f√ľr die untergeordneten Gerichte. Wie alle jamaikanischen Gerichte ist er sowohl f√ľr das Zivil- als auch f√ľr das Strafrecht zust√§ndig. Schwere Vergehen und zivilrechtliche Auseinandersetzungen werden vor dem Supreme Court verhandelt. Bei Kapitalverbrechen werden Entscheidungen von Geschworenen getroffen. Der Supreme Court ist zentral organisiert, die Verhandlungen finden aber in der Regel in den entsprechenden Parishes statt.

Zur Behandlung geringerer Delikte verf√ľgt jeder Parish √ľber einen Resident Magistrate‚Äôs Court, unterteilt in Fachgerichte. Berufungen dieser Instanz √ľberspringen den Supreme Court und werden direkt an den Court of Appeal gerichtet. Die unterste Stufe der Gerichtsbarkeit sind die Petty Sessions. Sie unterstehen den √∂rtlichen Magistrate‚Äôs Courts und fungieren als Schiedsamt in Zivilf√§llen und verhandeln √ľber Ordnungsgelder. Als Berufungsinstanz ist der Magistrate‚Äôs Court zul√§ssig.

Noch √ľber dem Court of Appeal steht der Justizausschuss des Privy Council in London. Wie viele andere Staaten der Karibik l√§sst Jamaika dort Revisionen bei besonders schweren Vergehen verhandeln. Seit 1970 versucht Jamaika mit anderen Staaten einen gemeinsamen Gerichtshof f√ľr die Karibik aufzubauen. Im Februar 2001 wurde zwischen zw√∂lf L√§ndern ein Abkommen zur Einrichtung des Caribbean Court of Justice (CCJ) unterzeichnet. Seit 2005 ist der Gerichtshof mit Sitz in Port of Spain, Trinidad und Tobago einsatzbereit, wurde aber noch nicht von der jamaikanischen Gesetzgebung ber√ľcksichtigt, er kann also noch nicht angerufen werden. Bruce Golding k√ľndigte kurz nach seiner Wahl an, den CCJ mit einem Referendum zur letzten Berufungsinstanz machen zu wollen.

Jamaika hält an der Todesstrafe fest. Diese wurde in den letzten Jahren aber nur selten vollstreckt, da das Privy Council die Strafe immer in lebenslange Haft umgewandelt hat, wenn es angerufen wurde. Gegner des CCJ argumentieren, dieser sei nur geschaffen worden, um diese Begnadigungen zu verhindern. In einer ersten Entscheidung verhinderte das Gericht aber eine Hinrichtung auf Barbados.

Politische Indizes

Parteien und Gewerkschaften

Schon vor der Unabhängigkeit Jamaikas etablierte sich ein Zweiparteiensystem. Sowohl die People’s National Party (PNP), als auch die Jamaican Labour Party (JLP) waren seit 1962 mehrmals an der Macht. Andere Parteien sind unbedeutend und zurzeit nicht im Parlament vertreten.

Beide Parteien sind eng mit je einer der beiden gro√üen Gewerkschaften, Bustamante Industrial Trade Union (BITU) und Trade Union Congress (TUC), verbunden. Aus der 1938 von Alexander Bustamante gegr√ľndeten BITU ging 1943 die JLP hervor, die nach der Unabh√§ngigkeit die ersten Premierminister stellte. Bustamantes Cousin Norman Washington Manley gr√ľndete 1938 die PNP, in deren Umfeld sich die TUC formierte. Beide Parteien bezeichnen sich als sozialdemokratisch und unterscheiden sich in ihren heutigen Parteiprogrammen kaum.

Viele Seiten werfen den Parteien vor, bewaffnete Banden zu unterhalten und ganze Stadtteile Kingstons gewaltsam zu kontrollieren. Tatsächlich kam es bei allen bisherigen Wahlen zu Unruhen, meistens mit mehreren Toten.

Außenpolitik

Jamaika ist Mitglied einer gro√üen Zahl internationaler Organisationen, darunter der Karibischen Gemeinschaft (CARICOM), der karibischen Entwicklungsbank, der CELAC, der UNO und von Interpol. Seit vielen Jahren ist es einer der Wortf√ľhrer der karibischen Staaten, 2005 f√ľhrte es den Vorsitz der Entwicklungsl√§nderkonferenz G77. Jamaika ist in keine internationalen Konflikte verwickelt, seine Soldaten werden nicht au√üerhalb des Landes eingesetzt. In den letzten Jahren gab es Unstimmigkeiten mit der US-Regierung, die die Parteien verd√§chtigt, Banden in Kingston beim Drogenschmuggel aus S√ľd- nach Nordamerika zu unterst√ľtzen und vor dem Polizeizugriff zu sch√ľtzen. Abgesehen davon ist die Beziehung zwischen beiden Staaten gut, Jamaika erhielt 2004 18,5 Millionen US-Dollar Wirtschaftshilfen.

Die Beziehungen zur Europ√§ischen Union (EU) haben sich verschlechtert, nachdem diese ihre M√§rkte f√ľr Produkte aus weiteren L√§ndern zug√§nglich gemacht hatte. Die erh√∂hte Konkurrenz gef√§hrdet den Anbau von Bananen und Zuckerrohr, der ohnehin in einer Krise steckt. Von der EU finanzierte Infrastrukturprojekte sollen dem Land helfen, die Probleme zu √ľberwinden. Jamaika unterh√§lt Botschaften in fast allen europ√§ischen L√§ndern. Traditionell spielt der Handel eine wichtige Rolle f√ľr die internationalen Beziehungen, weshalb Handels- und Au√üenministerium unter Minister Anthony Hylton zusammengefasst sind.

Staatsausgaben und Verschuldung

Im Jahr 2001 lag die Staatsverschuldung bei rund zehn Milliarden US-Dollar. Das entspricht 147¬†% des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Im Laufe der 1990er Jahre haben sich die Auslandsschulden zwar verringert, daf√ľr vergr√∂√üerten sich die teuren Inlandsschulden um den Faktor 14. Grund ist der Zusammenbruch des Finanzsektors um 1995, dessen Verluste die Regierung kompensieren musste. Die Zinszahlungen machen zurzeit rund 60¬†% der Staatsausgaben aus, auch wenn die Neuverschuldung sich stark reduziert hat.

Das Geschäftsjahr dauert von Anfang April bis Ende März des Folgejahres. 2005/2006 wurden 187 Milliarden jamaikanische Dollar (rund 2,2 Milliarden Euro) ausgegeben. Dem standen Einnahmen in Höhe von rund 2,15 Milliarden Euro entgegen, die Neuverschuldung lag bei rund 48,4 Millionen Euro.

Im Rechnungsjahr 2005/2006 lag der Anteil der Staatsausgaben f√ľr

  • das Gesundheitssystem bei 7¬†%
  • das Bildungssystem bei 18¬†%
  • Polizei und Milit√§r bei zusammen 9¬†%

Militär

Die jamaikanische Armee wurde nach der Unabh√§ngigkeit Jamaikas am 31. Juli 1962 offiziell aufgestellt und nennt sich Jamaica Defence Force (JDF). Sie ging aus dem West India Regiment hervor und bestand 2019 aus einer 3.500 Mann starken Berufsarmee und einer Reserve. Es gibt keine Wehrpflicht. Die Hauptaufgabe der JDF ist der Schutz des Landes und die Gew√§hrleistung der inneren Sicherheit. Sie untersteht dem Premierminister, vertreten durch den Minister f√ľr Sicherheit und Justiz.

Soziale Probleme und Kriminalität

Die Inflation seit den 1980er Jahren und die Verteuerung des US-Dollars im Vergleich zum jamaikanischen haben die Preise steigen lassen, insbesondere f√ľr Importg√ľter. Durch geringere Exporte gingen viele Arbeitspl√§tze verloren, besonders in der Landwirtschaft. Zudem verlor fast jeder Einwohner zumindest einen Teil seiner Ersparnisse beim Zusammenbruch des Finanzsektors. Die Landflucht nahm zu, besonders nach Kingston, wo viele slumartige Wohnviertel existieren. Die Regierung unternahm gro√üe Anstrengungen, um Wohnraum zu schaffen; unter anderem entstanden in Portmore zehntausende billige Wohnungen. Die grundlegenden sozialen Probleme wurden aber nicht gel√∂st.

Die schlechte Lebensqualität fördert die Kriminalität, die heute das größte Problem der Insel ist. In den Städten haben sich Banden gebildet, die durch Drogenhandel und Schutzgelderpressung Geld verdienen. Seit den 1970er Jahren unterhalten auch die Gewerkschaften und die eng mit ihnen verbundenen Parteien bewaffnete Banden, die Viertel kontrollieren, in denen besonders viele der eigenen Anhänger leben. Gerade junge Menschen sehen in den Banden die einzige Möglichkeit, schnell an Geld zu kommen. Im Jahr 2009 starben 1683 Menschen als Opfer von Kriminalität, was etwa 60 Toten pro 100.000 Einwohner entspricht. Zum Vergleich: Im Jahr 2002 lag die Quote in den USA bei 5,7 pro 100.000 Einwohner. Im Jahr 2006 wurden bei Einsätzen der jamaikanischen Polizei weitere 277 Personen getötet. Die Zahl der Morde sank im Jahr 2011 auf 1124 (40 pro 100.000 Einwohner).

Die Kriminalit√§tsrate ist eine der h√∂chsten der Welt; die Aufkl√§rungsrate liegt bei etwa 40¬†%. Die wenigen Gef√§ngnisse stammen gr√∂√ütenteils noch aus der Kolonialzeit und sind √ľberbelegt. Die Haftbedingungen sind meist schlecht. Jamaika ist Durchgangsstation des Drogenhandels von S√ľd- nach Nordamerika. Den Sch√§tzungen des Sicherheitsministeriums zufolge passieren j√§hrlich rund 80 Tonnen Kokain die Insel. Der Schmuggel ist f√ľr die Zwischenh√§ndler sehr lukrativ. Viele K√ľstenregionen werden von mafi√∂sen Organisationen kontrolliert, was unter anderem daran liegt, dass sich die Polizei auf die St√§dte konzentriert. Eine Zusammenarbeit mit den USA konnte die Gesch√§fte nicht beeintr√§chtigen, was unter anderem daran liegt, dass Korruption unter hohen Beamten weit verbreitet ist. Transparency International f√ľhrt Jamaika in seinem Korruptionsbericht 2016 auf Platz 83 von 176.

Marihuana

Am 2. Juni 2014 entschied die jamaikanische Regierung um Portia Simpson Miller, kleine Mengen Marihuana f√ľr den privaten, den medizinischen oder wissenschaftlichen Gebrauch zu entkriminalisieren. Eventuell sei lediglich ein Ordnungsgeld zu zahlen. Der Anhang zum bestehenden Gesetz definiert zwei Unzen als Mindestmenge f√ľr eine Verhaftung.

Siehe auch: Cannabis als Rauschmittel

Homosexualität

Die Menschenrechtssituation von Homosexuellen in Jamaika ist schlecht. Artikel 76 des Gesetzes √ľber Straftaten gegen die Person ahndet Analverkehr (theoretisch auch zwischen Mann und Frau) mit bis zu zehn Jahren Gef√§ngnis, verbunden mit schwerer Zwangsarbeit. Andere Akte k√∂rperlicher Intimit√§t zwischen M√§nnern werden nach Artikel 79 mit bis zu zwei Jahren Haft bestraft, verbunden mit der M√∂glichkeit, zu schwerer Zwangsarbeit verurteilt zu werden.

In neueren jamaikanischen Dancehall-Songs wird dar√ľber hinaus regelm√§√üig zur Ermordung von Homosexuellen aufgerufen (bun dem chichiman = verbrennt die Schwulen); dazu geh√∂ren die bekannten K√ľnstler Beenie Man, Bounty Killer, Capleton, Elephant Man, Buju Banton, Sizzla und Vybz Kartel. Homophobe Gewalt kommt recht h√§ufig vor. Nach Angaben von Amnesty International haben in den letzten Jahren in Gro√übritannien mehrere Jamaikaner alleine aufgrund ihrer Homosexualit√§t Asyl erhalten. H√§ufig steht die Verachtung homosexueller Menschen in Zusammenhang mit der Angst, sich mit dem HI-Virus zu infizieren.

Verwaltungsgliederung

Jamaika besteht aus drei Grafschaften (counties), die wiederum in insgesamt 14 historisch gewachsene Parishes (Landkreise) zerfallen.

Wirtschaft

Jamaika geh√∂rt zu den wohlhabenderen L√§ndern der Karibik. Dennoch lebt jeder f√ľnfte Einwohner unterhalb der Armutsgrenze. Dabei entspricht das Preisniveau f√ľr Konsumg√ľter und vieler Lebensmittel in den Superm√§rkten dem einiger europ√§ischer Staaten (im Jahr 2011 im Supermarkt 15 US-Dollar f√ľr eine Flasche Rum oder 150 Jamaica-Dollar f√ľr ein Bier, 115 Jamaica-Dollar f√ľr einen Liter Benzin). Bis in die 1940er Jahre war der Export landwirtschaftlicher Produkte die einzige Einnahmequelle des Landes. Seitdem haben sich Tourismus sowie der Abbau und die Verarbeitung von Bodensch√§tzen zu den wichtigsten Wirtschaftszweigen entwickelt.

Seit Anfang der 1980er Jahre gab es Versuche, mit Hilfe internationaler Fördergelder die Wirtschaft zu modernisieren und eine stabile Infrastruktur aufzubauen. Von 1985 bis 1995 wuchs die Wirtschaft langsam, aber kontinuierlich. Trotzdem erreichte die Inflation 1991 einen Rekordwert von 80,2 %, unter anderem von steigenden Mineralölpreisen und finanziellen Instabilitäten auf der Insel verursacht.

In den 1990er Jahren gelang es der Regierung, durch eine Liberalisierung des Marktes mehr ausl√§ndische Investoren anzulocken, was besonders den Tourismus f√∂rderte und die Preise stabilisierte. Bis 1995 entwickelte sich die Wirtschaft gut, bis erneute Finanzierungsprobleme und 1997 die gr√∂√üte D√ľrre seit 70 Jahren zu vier Jahren Rezession f√ľhrten.

Seit 2000 gibt es wieder ein Wirtschaftswachstum und die Inflation erreichte mit 6,1 % einen Tiefpunkt. Die Terroranschläge vom 11. September 2001 und die verheerende Hurrikan-Saison 2005 wirkten sich zwar negativ aus, ohne jedoch die positiven Gesamtentwicklung zu stoppen. Die wichtigsten Handelspartner sind die USA, Kanada, Frankreich sowie Trinidad und Tobago.

Die Arbeitslosenquote lag 2016 bei 13,8¬†%. 2006 arbeiteten 64¬†% im Dienstleistungsgewerbe, 17¬†% in der Industrie und 19¬†% in der Landwirtschaft. Das Bruttoinlandsprodukt, auf der Grundlage von Kaufkraftparit√§ten berechnet, betrug 25,4 Milliarden US-Dollar, 1,5¬†% mehr als im Vorjahr. Pro Einwohner sind das 9000 US-Dollar (Stand 2016). Im Global Competitiveness Index, der die Wettbewerbsf√§higkeit eines Landes misst, belegt Jamaika Platz 75 von 138 L√§ndern (Stand 2016). Im Index f√ľr wirtschaftliche Freiheit belegt das Land 2017 Platz 41 von 180 L√§ndern. Die Wirtschaft in Jamaika leidet unter der hohen Schuldenlast des Staates. Die Staatsverschuldung betrug 2016 ca. 130¬†% der Wirtschaftsleistung.

Wie bei vielen anderen Karibikstaaten ist die wichtigste Devisenquelle nach wie vor Geld, das von Auswanderern an Verwandte auf der Insel √ľberwiesen wird. Der US-Dollar wird auf der Insel ebenfalls (legal) als W√§hrung akzeptiert.

Landwirtschaft

2004 arbeiteten rund 200.000 Menschen in der Landwirtschaft. Angebaut werden vor allem Bananen, Kaffee, Zitrusfr√ľchte und Zuckerrohr f√ľr den Export. Jamaika ist zudem mit einem Marktanteil von etwa 65¬†% weltweiter Hauptexporteur von Piment. Dazu kommen Kokosn√ľsse, Getreide, Ingwer, S√ľ√ükartoffeln, Yams, Bohnen, Erbsen, Annatto sowie Sisal f√ľr den lokalen Markt. Ein Teil des Zuckerrohrs wird direkt auf der Insel zu Zucker und Alkohol verarbeitet. Trotz der hohen Besch√§ftigung tr√§gt der Wirtschaftszweig nur 4,9¬†% zum BIP bei. Neben einer gro√üen Anzahl kleiner Betriebe wird die Exportware vor allem auf gro√üen Plantagen erzeugt.

In den vergangenen Jahren wuchs die Konkurrenz f√ľr jamaikanische Erzeugnisse. Wurden 2001 noch 205.000 Tonnen Zucker exportiert, waren es 2005 nur noch 127.000. 2007 hatte sich der Absatz jedoch wieder auf 162.000 Tonnen erholt. Lediglich die Ausfuhrmenge von Rum wuchs in diesem Zeitraum von 23,7 auf 24,7 Millionen Liter. Von der einfachen Bev√∂lkerung wird Rum der Sorte JB bevorzugt. Die Produkte aus dem Hause Appleton sind auch √ľberall zu haben. Weitere, auch in Europa bekannte Rum-Marken sind Myer‚Äôs sowie Captain Morgan.

Bodenschätze

Wichtigstes Exportgut der Insel ist Bauxit, ein Aluminiumerz. Es macht zwei Drittel der Exporteinnahmen aus. 2005 waren 3939 Menschen in diesem Wirtschaftszweig besch√§ftigt. In Nain in Saint Elizabeth wurde f√ľr 125 Millionen US-Dollar eine Verarbeitungsanlage errichtet. In der N√§he sowie in Saint Ann wurden wichtige Tiefwasserpiere angelegt. Das Bauxit wird unbearbeitet oder zu Aluminiumoxid veredelt verschifft. F√ľr eine Verarbeitung zu Aluminium fehlt es an billigem Strom, wie er zum Beispiel in der N√§he der Bauxitvorkommen auf Neuseeland oder Island zur Verf√ľgung steht.

Neben Bauxit wird auch Gips abgebaut, jedoch mit deutlich geringerem Ertrag. Versuche, eine umfangreiche Zementindustrie aufzubauen ‚Äď es entstanden mehrere gro√üe Verarbeitungsanlagen unter anderem in Mona ‚Äď, scheiterten an fehlenden Investitionen aus dem Ausland und einer zun√§chst zu geringen Nachfrage. 2005 wurde die Einfuhrsteuer auf Zement von 15 auf 40¬†Prozent angehoben, was aber nicht zu einer erh√∂hten Produktion im Land, sondern zu einem Rohstoffmangel in der Bauindustrie f√ľhrte.

Tourismus

Bananentransporter brachten um 1900 die ersten Touristen auf die Insel, gro√üe Gruppen kamen ab 1970. Die meisten reisen √ľber einen der beiden internationalen Flugh√§fen in Kingston und Montego Bay oder mit einem Kreuzfahrtschiff ein. Zum Bild des Tropenparadieses trug der Schauspieler Errol Flynn bei, der sich in den 1950er Jahren ein gro√ües Anwesen kaufte.

Im Jahr 2005 besuchten rund 2,61 Millionen Touristen die Insel. Nach den Terroranschl√§gen am 11. September 2001 brach die Besucherzahl zun√§chst ein, aber 2006 wurde mit 1,7 Millionen Flugtouristen ein Plus von 13,5¬†% gegen√ľber dem Vorjahr erzielt. Die Zahl der Kreuzfahrtpassagiere stieg um 17,7¬†% auf 1,3 Millionen. Die Zahl deutscher Besucher stagnierte dagegen seit 2006 bei rund 20.000 G√§sten. Im Pauschaltourismus kommt der allergr√∂√üte Teil aus Nordamerika aufgrund der relativ kurzen Flugzeiten von ca. vier Stunden. Hierbei stellen den gr√∂√üten Teil US-Amerikaner europ√§ischen oder afrikanischen Ursprungs aus den n√∂rdlichen und nord√∂stlichen Bundesstaaten. Die meisten Kanadier stammen aus Ontario. Das restliche Kontingent stellen Touristen aus Deutschland, Gro√übritannien und Italien. Alle gro√üen Urlaubshotelketten haben entsprechende H√§user, und alle gro√üen europ√§ischen Veranstalter bieten Pauschalreisen in die drei Haupturlaubsorte Negril im Westen und Montego Bay im Nordwesten sowie Ocho Rios im Norden an. Neben dem typischen Strandtourismus ‚Äď und auch in Verbindung damit ‚Äď ist Jamaika ein bevorzugtes Ziel weiblicher Sex-Touristinnen aus den vorgenannten L√§ndern.

Als ein weiterer Tourismuszweig wird √Ėkotourismus im Inland und in der Pedro Bank immer wichtiger. Besonders gro√ües Wachstum erhofft die Regierung sich durch Tagesausfl√ľgler von Kreuzfahrtschiffen. Jamaikas Tourismusminister Edmund Bartlett verfolgt bis 2010 das ehrgeizige Ziel, 4.600 neue Hotelzimmer bauen zu lassen.

Den Touristen werden diverse Ausflugsprogramme geboten, meist zu landschaftlichen Attraktionen, da es auf Jamaika wenige historische (Kolonial-)Bauten gibt. Gro√üe Einkaufszentren oder Fu√üg√§ngerzonen wie in den Touristenzentren in anderen L√§ndern sucht man jedoch vergebens. Die M√§rkte und Gesch√§fte sind auf die Deckung des Bedarfs der einheimischen Bev√∂lkerung ausgelegt, jedoch existieren auch f√ľr Touristen vorgesehene (Handwerks-)M√§rkte, in denen jedoch wie √ľberall anders auch die √ľblichen Souvenirs (T-Shirts und Tassen mit Jamaika-Bezug, selbst hergestellter Schmuck und Holzschnitzereien) erworben werden k√∂nnen. M√§rkte mit einem gro√üen Angebot an F√§lschungen von Markentextilien existieren ebenfalls nicht.

2006 waren etwa 55.000 Menschen im Hotelgewerbe besch√§ftigt. Dazu kamen zahlreiche Arbeitspl√§tze im Dienstleistungsgewerbe. Ein gro√üer Teil der Hotelanlagen geh√∂rt ausl√§ndischen Investoren, die mit Steuerverg√ľnstigungen in den 1970er Jahren angelockt worden sind. So kommen gro√üe Teile der Einnahmen nicht Jamaika zugute, sondern verlassen die Insel wieder. Ein gro√üer Teil der in den Hotels verwendeten Lebensmittel wird importiert.

Staatshaushalt

Der Staatshaushalt umfasste 2016 Ausgaben von umgerechnet 4,033 Mrd. US-Dollar, dem standen Einnahmen von umgerechnet 3,885 Mrd. US-Dollar gegen√ľber. Daraus ergibt sich ein Haushaltsdefizit in H√∂he von 0,8¬†% des BIP. Die Staatsverschuldung betrug 2016 115,6¬†% des BIP und ist damit eine der h√∂chsten weltweit.

2006 betrug der Anteil der Staatsausgaben (in % des BIP) folgender Bereiche:

  • Gesundheit: 4,7¬†%
  • Bildung: 5,3¬†% (2005)
  • Milit√§r: 0,6¬†%

Infrastruktur

Die Infrastruktur Jamaikas litt unter dem Konsolidierungskurs der Regierung und den damit verbundenen Sparmaßnahmen deutlich, gehört aber dennoch zu den am besten entwickelten in der Karibik. Im Telekommunikationsbereich und im Straßenbau in den Touristengebieten wurden neben den staatlichen auch private Investitionen getätigt.

Telekommunikation und Postwesen

Jamaika verf√ľgt √ľber ein Kommunikationssystem mit vollautomatischer Vermittlung. Seit 1997 wird das ehemalige Monopol des Anbieters Cable & Wireless immer weiter aufgehoben. 2001 erhielten die irische Digicel und Oceanic Digital die Lizenz zum Betrieb eines Mobilfunknetzes, die Telefonleitungen blieben im Besitz von Cable & Wireless. In der Folge reduzierte sich die Anzahl der Festnetzanschl√ľsse von √ľber einer Million auf 390.700 im Jahr 2004, w√§hrend sich die Zahl der benutzten Mobiltelefone auf √ľber 2,2 Millionen erh√∂hte. Der Mobilmarkt ist unter den drei Anbietern umk√§mpft. Alle haben in den vergangenen Jahren gro√üe Summen in den Ausbau ihrer Netze investiert, die heute fast vollst√§ndig mit dem GSM-Standard arbeiten. Auslandsgespr√§che werden entweder √ľber Satelliten der Firma Intelsat abgewickelt oder √ľber eines der drei unterseeischen Datenkabel.

2016 benutzte rund 1,2 Millionen Menschen das Internet (43,4¬†% der Bev√∂lkerung). Die meisten besuchten Internetcaf√©s, die vor allem in den St√§dten zu finden sind. In Bibliotheken und Schulen stehen meistens Rechner zur Verf√ľgung, der Zugang zum Internet ist meist auf freigegebene Seiten (jugendfrei, nicht gewaltverherrlichend) beschr√§nkt.

Das Postwesen wurde 1663 von Gouverneur Thomas Lynch eingef√ľhrt und ist damit das √§lteste in einer englischen Kolonie. Es war auf Kingston beschr√§nkt und hatte keinen langen Bestand. 1846 wurden die ersten Briefmarken eingef√ľhrt und seit 1858 lag die Kontrolle √ľber das Postsystem in H√§nden der Lokalverwaltung. Heute ist die staatliche Postal Corporation of Jamaica f√ľr Brief- und Paketversand zust√§ndig. Sie ist in verschiedenen anderen Gesch√§ftsbereichen t√§tig, wie etwa im Finanzsektor. Einem Postmaster General und zwei Stellvertretern unterstehen 2600 Mitarbeiter. Dazu kommen private Gesch√§ftsleute, die im Auftrag der Post Agenturen in ihren L√§den f√ľhren. F√ľr den Postversand nach Europa ist mit einer Dauer von zwei bis drei Wochen zu rechnen.

Straßen- und Schienennetz

Bahnverkehr

Wie die meisten ehemaligen britischen Kolonien verf√ľgte Jamaika √ľber ein umfangreiches Schienennetz. 272 Kilometer wurden in Normalspur angelegt. Die Hauptstrecke f√ľhrte von Kingston √ľber Spanish Town und May Pen, wo eine Nebenstrecke nach Frankfield abzweigte, nach Montego Bay. Die Jamaica Railway Corporation erhielt das Netz bis 1992 aufrecht, als 207 Kilometer stillgelegt wurden. Heute werden noch 57 Kilometer von der Minengesellschaft Alcan betrieben und vor allem zum Bauxittransport benutzt. Ein kurzer Abschnitt wurde im April 2011 wieder f√ľr den Personenverkehr in Betrieb genommen. Weitere Abschnitte sind zur Reaktivierung vorgesehen.

Busverkehr

H√§ufig genutztes Transportmittel ist der Bus. Regelm√§√üige Verbindungen bestehen zwischen allen gr√∂√üeren St√§dten. Taxi ist dank g√ľnstiger Preise sehr stark verbreitet, auch als Route Taxi (Sammeltaxi). Ein typischer Fahrpreis ist 100 Jamaica-Dollar f√ľr ca. zehn Kilometer pro Person.

Straßenverkehr

Die Hauptstra√üen sind in der Regel asphaltiert, k√∂nnen sich jedoch stellenweise auch in einem schlechten Zustand befinden. Pro Fahrtrichtung bestehen in der Regel zwei (allerdings enge) Fahrspuren. Nebenstra√üen sind zumeist einspurig und nicht immer asphaltiert. Insgesamt waren 2011 16.148 der 22.121 Kilometer asphaltiert. Die H√∂chstgeschwindigkeit liegt au√üerorts bei 80¬†km/h, es gilt Linksverkehr. W√§hrend der starken Regenf√§lle im Herbst kommt es immer wieder zu Besch√§digungen der Fahrbahndecke, die aufgrund der schlechten Haushaltslage oft nur notd√ľrftig repariert werden. Dies erkl√§rt auch die Fahrzeit von ca. acht Stunden vom Westen in den Osten. Mehrspurige Stra√üen finden sich nur als Ausfallstra√üen in den gro√üen St√§dten.

Wegweiser finden sich an allen größeren Kreuzungen, ansonsten ist die Beschilderung spärlich. Die Gefahrenzeichen entsprechen dem amerikanischen System. Entfernungs- und Geschwindigkeitsangaben sind metrisch.

Seit 1999 l√§uft das Highway-2000-Projekt: Hierbei soll eine vier- bis sechsspurige Stra√üe von Kingston √ľber Spanish Town und Ocho Rios nach Montego Bay gebaut werden. Der erste Abschnitt bis Mandeville ist bereits fertig. Der Volksmund nennt das Stra√üenbau-Projekt nach seinen chinesischen Hauptfinanziers und dem ausf√ľhrenden Bauunternehmen Chinese Harbour Engineering Company auch Beijing Highway. Das Bauvorhaben gilt als bisher gr√∂√ütes chinesisches Investment in Jamaika. Die jamaikanische Regierung √ľbereignete der chinesischen Seite als Gegenleistung mehr als 1200 Acres Grund, worauf diese Hotels mit insgesamt 2400 G√§stezimmern errichten will. Der jamaikanische Leichtathletik-Star Usain Bolt hatte das Angebot der Regierung, die Stra√üe nach ihm zu benennen, im Jahr 2010 ausgeschlagen. Der Bau wird haupts√§chlich von privaten Investoren finanziert, die Strecke wird mautpflichtig sein. Neben der verbesserten Verbindung der gro√üen St√§dte soll die Entwicklung des Landesinneren gef√∂rdert werden.

Der Fahrzeugbestand besteht bis auf die schweren Lkw fast ausschließlich aus fernöstlicher Produktion. Bei den Transportfahrzeugen werden meist leichte Busse und leichte Lkw eingesetzt, nur die (auf dem Land kaum vorhandenen) schweren Lkw sind nordamerikanischer Bauart (lange Sattelschlepper gibt es praktisch nicht).

Flugverkehr

Die Insel hat zwei internationale Flugh√§fen, Norman Manley International Airport in Kingston, mit rund 1,7 Millionen Besuchern im Jahr, und Sangster International Airport im n√∂rdlichen Teil von Montego Bay. Fast alle gro√üen Fluglinien fliegen zumindest einen der beiden Flugh√§fen an. Seit 2004 befindet sich die einzige Fluggesellschaft der Insel wieder in Staatsbesitz. Air Jamaica fliegt vor allem Ziele in Nord- und S√ľdamerika sowie in Gro√übritannien an. Ihre Tochtergesellschaft Jamaica Air Express konzentriert sich auf Inlandsfl√ľge und Verbindungen zu den anderen Karibikinseln. Beide Gesellschaften verf√ľgen zusammen √ľber 16 Flugzeuge der Firma Airbus und mehrere kleine Maschinen vom Typ De Havilland DHC-8.

Häfen und Schifffahrt

Der Hafen von Kingston ist der siebtgr√∂√üte Naturhafen der Welt und wichtigster Exporthafen des Landes. Die wichtigste Schifffahrtsroute zum Panamakanal verl√§uft nur 32 Seemeilen s√ľdlich. Die Port Authority verwaltet das Gebiet mit zwei modernen Containerterminals mit einer Kapazit√§t von rund 1,3 Millionen ISO-Containern und einer Freihandelszone.

1960 wurde in Port Kaiser im Saint Elizabeth Parish ein Tiefwasserpier zum Abtransport des dort vorhandenen Bauxits gebaut. Weitere große Hafenanlagen entstanden in Port Esquivel bei Old Harbour, Port Rhoades und Rocky Point. Die Handelsmarine umfasst zehn Schiffe mit mehr als 1000 BRT, die alle im Besitz ausländischer Unternehmen sind.

Energieversorgung

Wichtigster Energieträger ist Erdöl, das aufgrund des immer weiter steigenden Preises durch Erneuerbare Energien abgelöst wird. 2005 lag der Anteil von Wind-, Sonnen- und Bioenergie bei rund 9 %. Spanish Town wird teilweise mit Wasserkraft versorgt. Die Insel erzeugt etwa 3,72 TWh elektrischer Energie; die Aluminiumindustrie verbraucht davon etwa ein Drittel. Die Netzspannung beträgt 110 Volt bei 50 Hertz. In Hotels wird sie häufig auf 220 Volt transformiert. Das Netz gilt als stabil.

Bildung

Bis zum Ende der Sklaverei im 19.¬†Jahrhundert gab es kein fl√§chendeckendes Schulsystem. Vor der Unabh√§ngigkeit wurde zwar eine Reihe von Schulen aufgebaut; besonders die armen Kinder konnten sie aber nicht besuchen. Erst in den 1970er Jahren wurden die Schulen f√ľr den Gro√üteil der Bev√∂lkerung zug√§nglich.

Die Grundschule ist kostenlos, weitere Ausbildung kostet Schulgeld. Eine allgemeine Schulpflicht besteht nicht. Das Bildungssystem ist zentralisiert, Lehrpläne und Schulbuchlisten werden vom Bildungsministerium vorgegeben. Die Alphabetisierungsrate Jamaikas liegt bei 88,7 %, verglichen mit der restlichen Karibik eher ein schlechter Wert. Analphabeten sind vor allem unter den Erwachsenen zu finden. Es besteht die Pflicht, eine Schuluniform zu tragen.

Das Bildungssystem ist in vier Teile eingeteilt. Kindergarten und Vorschule sind fl√§chendeckend vorhanden, 86,8¬†% der Drei- bis F√ľnfj√§hrigen besucht eine solche Einrichtung. Der Anteil der Sechs- bis Elfj√§hrigen, die die Grundschule besuchen liegt bei 98,9¬†%. Nach der sechsten Klasse folgt ein Leistungstest, der entscheidet, ob eine weiterf√ľhrende Schule besucht werden kann. Es haben sich eine ganze Reihe angesehener Highschools und Colleges im Land entwickelt, die von 84,1¬†% eines Jahrgangs besucht werden. Neun von zehn Sch√ľlern erhalten nach f√ľnf bis sieben Jahren einen Abschluss.

Hochschulen

Die bekannteste Hochschule der Insel ist die 1948 gegr√ľndete University of the West Indies, die eine ihrer Zweigstellen in einem Vorort von Kingston unterh√§lt. Besonders angesehen ist sie wegen ihrer medizinischen Fakult√§t. Dazu kommen unter anderem die Technische Universit√§t, die Northern Caribbean University und das University College of The Caribbean. Zusammen studieren etwa 44.000 Menschen im Land.

Bibliothekswesen

Das jamaikanische Bibliothekswesen entstand am Ende des 19.¬†Jahrhunderts. Die erste √∂ffentliche Bibliothek wurde 1879 er√∂ffnet. Unter der F√ľhrung des Institute of Jamaica entstanden weitere Einrichtungen und die Nationalbibliothek. W√§hrend diese in erster Linie jamaikanische Werke sammeln und der Wissenschaft zur Verf√ľgung stellen soll, widmet sich der Jamaica Library Service der Breitenbildung, insbesondere in den Gebieten au√üerhalb Kingstons.

Kultur

Die Herkunft der jamaikanischen Bev√∂lkerung aus fast allen Teilen der Erde f√ľhrte in allen Bereichen zu einer kulturellen Durchmischung. Die jamaikanische Kultur ist somit in st√§rkstem Ma√üe durch das Aufeinandertreffen verschiedener kultureller Einfl√ľsse, vor allem westafrikanischer, europ√§ischer und asiatischer Traditionen gepr√§gt. Die bedeutendste √∂ffentliche kulturelle Institution Jamaikas, das Institute of Jamaica, wurde 1879 vom britischen Gouverneur Anthony Musgrave gegr√ľndet. Dessen wichtigste Publikation ist das Jamaica Journal, das seit 1967 erscheint.

Musik und Tanz

Musik ist ein wichtiger Teil der nationalen Identität Jamaikas und des Bildes der Insel im Ausland. Viele Stilrichtungen verbreiteten sich von hier in der ganzen Welt. Gesungen wird häufig in Jamaika-Kreolisch (Patois genannt).

Die von den Sklaven aus Afrika mitgebrachte Musik hatte oft religiösen Charakter. Im Wechsel trägt ein Sänger einen Text vor und ein anderer erwidert darauf; wichtigstes Musikinstrument ist die Trommel. Anfang des 20. Jahrhunderts entwickelte sich daraus der Mento, die erste eigene Musikform der Insel. Der Stil war vor allem in den 1940er und 1950er Jahren populär. Aus ihm entwickelten sich die späteren Musikrichtungen und der jamaikanische Volkstanz. Die direkten, teilweise pornografischen Texte wurden auf Druck der Kirche häufig im Geheimen vertrieben.

Ende der 1950er Jahre entstand die erste Welle des Skas in den armen Wohnvierteln Kingstons. Neben dem Mento wurde er von amerikanischen Rhythm and Blues und Jazz beeinflusst, eine der ersten bedeutenden Vertreter war die Gruppe The Skatalites, von denen wahrscheinlich auch der Name Ska stammt. Urspr√ľnglich waren die meisten Interpreten durch die Unabh√§ngigkeit des Landes 1962 optimistisch und sangen von einer besseren Zukunft. Die sich verschlechternden Lebensbedingungen f√ľhrten zu einer Radikalisierung, die Interpreten begannen soziale Probleme zu thematisieren. Die Besetzung einer Ska-Band besteht √ľblicherweise aus einer Rhythmusgruppe mit Gitarren, Bass, Klavier oder Orgel und Schlagzeug und Blasinstrumenten wie Saxophon, Trompete oder Posaune. Der zum Ska geh√∂rende Tanz hei√üt Skank.

Ende der 1960er Jahre entwickelte sich die bekannteste Musikrichtung Jamaikas, der Reggae. Der bekannteste Interpret ist Bob Marley mit seiner Band The Wailers. Neben Blasinstrumenten und Trommeln kommen elektronische Musikinstrumente und Studioeffekte zum Einsatz. Zwei Formen haben sich im Land besonders durchgesetzt. Roots-Reggae ist stark von den Rastafari beeinflusst. Neben religi√∂sen Themen geht es in den Texten vor allem um Armut und soziale Ungerechtigkeit. Die ersten Lieder, die als Roots-Reggae bezeichnet werden k√∂nnen, entstanden 1969, wobei vor allem Satta Massagana von den Abbyssinians erw√§hnt werden muss. Die Popularit√§t nahm inzwischen sp√ľrbar ab, Reggae ist aber immer noch verbreitet. Dancehall ist vom Hip-Hop beeinflusst, die Texte sind teilweise gewaltverherrlichend und homophob. Zu den bekanntesten heutigen Interpreten z√§hlen Spice, Popcaan, Vybz Kartel, Bounty Killer, Beenie Man, Elephant Man, Shaggy und Sean Paul.

Literatur

Die jamaikanische Literatur l√§sst sich grob in drei Abschnitte einteilen: Kolonialliteratur, Antikolonialliteratur und Postkolonialliteratur. Die √§ltesten auf Jamaika verfassten literarischen Werke stammen von Briten, die die Kolonie ab 1655 besuchten. Die Werke waren meist von der europ√§ischen Kultur gepr√§gte Reiseberichte oder Gedichte √ľber die Zust√§nde in den Kolonien. Sie unterscheiden sich kaum von Werken, die zur gleichen Zeit im Rest der Westindischen Inseln entstanden. Viele Autoren versuchten, in ihren Werken die Vorherrschaft der Europ√§er √ľber die Sklaven zu begr√ľnden, andere wie Frances Saymore sprachen sich dagegen aus. Eine Ausnahme stellte Francis Williams dar. Der Sohn ehemaliger Sklaven wurde Anfang des 18.¬†Jahrhunderts vom Duke of Montagu zur Ausbildung nach England geschickt. Nach seiner R√ľckkehr auf die Insel 1738 er√∂ffnete er eine Schule in Spanish Town und verfasste Gedichte, meist in lateinischer Sprache. Er gilt als einer der ersten karibischst√§mmigen Literaten.

Erst um 1900 entwickelte sich eine von der Kolonialmacht Gro√übritannien unabh√§ngige Literaturszene auf der Insel. Claude McKay war 1912 der erste, der mit dem Gedichtband Songs of Jamaica ein Werk in Patois ver√∂ffentlichte. In seinem Roman Banana Bottom beschreibt er das l√§ndliche Jamaika und stellt als einer der ersten eine Verbindung zwischen dem Land und der afrikanischen Kultur her. McKay verlie√ü die Insel 1914 und wurde in New York einer der wichtigsten Autoren der Harlem Renaissance und der N√©gritude-Bewegung. Einige Jahre sp√§ter begann Una Marson, ihre Gedichte zu ver√∂ffentlichen. Sie setzte sich vor allem f√ľr die jamaikanischen Frauen ein und gilt als eine der ersten Feministinnen mit dunkler Hautfarbe. Die Unabh√§ngigkeitsbewegung in den 1930er Jahren brachte verst√§rkt Autoren hervor, die sich der Bedeutung der afrikanischen Kultur f√ľr die Insel bewusst waren und darin ein Mittel zur Schaffung eines nationalen Bewusstseins sahen. Ein Beispiel ist Roger Mais. Bis 1940 verb√ľ√üte er eine Freiheitsstrafe f√ľr seine Beteiligung an den 1938er-Arbeiteraufst√§nden. W√§hrend der Zeit im Gef√§ngnis schrieb er The Hills Were Joyful Together, einen Roman, der die Probleme der Arbeiterklasse in Kingston thematisiert. In sp√§teren Werken sympathisierte er mit der Rastafari-Bewegung. Marcus Garvey machte die Wiederbesinnung auf die afrikanischen Wurzeln zum Mittelpunkt seiner Gedichte. Auch er verlie√ü die Insel in Richtung USA, wo er die B√ľrgerrechtsbewegung UNIA-ACL gr√ľndete.

F√ľr Autoren war es immer schwer, in Jamaika mit ihrer T√§tigkeit genug Geld zu verdienen, um ihren Lebensunterhalt zu finanzieren. Es f√§llt ihnen schwer, von der Karibik aus auf sich aufmerksam zu machen, da es kaum Verlage gibt, die ihre Werke verbreiten k√∂nnen. Seit den 1950er Jahren verlie√üen viele Schriftsteller die Insel, um ihre Karrieren im Ausland fortzusetzen. Besonders in Kanada und Gro√übritannien haben sich mit der Zeit ‚ÄěKolonien‚Äú jamaikanischer K√ľnstler gebildet. Einige Autoren wie Erna Brodber (Jane and Louisa Will Soon Come Home 1980) haben auch im Ausland ihren Bezug zu Jamaika behalten, w√§hrend andere sich mit der Zeit der lokalen Kulturszene anpassten. So sind viele Werke aus der Zeit nach der Unabh√§ngigkeit nicht auf Jamaika entstanden. Die eigene Identit√§t ist ein wichtiges Thema der j√ľngeren Autoren, ebenso wie die sozialen Umst√§nde und Entwicklungen in ihrer alten Heimat. In The Painted Canou (1983) gibt Anthony C. Winkler einen Einblick in das Leben eines einfachen Fischers. Ein anderes immer wiederkehrendes Thema ist die schlaue Spinne Anansi (auf Jamaika meist Anancy geschrieben). Urspr√ľnglich eine westafrikanische Spinnengottheit, ist sie ein Symbol f√ľr die afrikanische Herkunft der Bev√∂lkerung. Sie wird meist, unter anderem von Louise Bennett-Coverley, als schlaues Tier beschrieben, das sich mit List gegen √ľberm√§chtig erscheinende Gegner durchsetzt.

  • Siehe auch Karibische Literatur

Theater

Die Engl√§nder brachten das europ√§ische Theater nach Jamaika. Die erste Spielst√§tte wurde vermutlich 1682 in Spanish Town errichtet, weitere folgten in Port Royal und sp√§ter in Kingston. Aufgef√ľhrt wurden Werke englischer Autoren. Besucher waren zun√§chst nur die wohlhabenden wei√üen Landbesitzer, Anfang des 19.¬†Jahrhunderts auch Sklaven in abgetrennten Bereichen. Die afrikanischen und indianischen Traditionen wurden unterdr√ľckt, nur zu einzelnen Anl√§ssen waren Vorf√ľhrungen erlaubt. 1813 kam es im Royal Theatre in Kingston mehrfach zu Unruhen, die der Abtrennung der Sitzpl√§tze ein Ende bereiteten. 1853 konnte Charles Shanahan, ein Sohn ehemaliger Sklaven, seine Satire The Mysteries of Vegetarianism auff√ľhren.

Die in den 1930er Jahren aufkommenden nationalen Bewegungen vergr√∂√üerten auch den Einfluss afrikanischer Traditionen auf das Theater. Marcus Garvey schrieb St√ľcke, die die breite Bev√∂lkerung ansprachen. Er gr√ľndete mit Edelweiss Park ein Kulturzentrum, in dem zahlreiche St√ľcke mit afrikanischem Hintergrund aufgef√ľhrt wurden. Aufbauend auf englischen Traditionen entwickelte sich die ‚ÄěPantomime‚Äú, zur Zeit der Unabh√§ngigkeit die popul√§rste Unterhaltungsform. Im Unterschied zur herk√∂mmlichen Pantomime gibt es hier Dialoge, meist in Patois, die musikalisch hinterlegt sind. Teilweise werden Passagen improvisiert oder das Publikum in Szenen eingebunden. Grunds√§tzlich kann alles Thema einer Auff√ľhrung sein, besonders beliebt sind aber Auff√ľhrungen zum Anansi-Thema. In den 1960er und 1970er Jahren waren die Theater gut besucht und lockten Zuschauer auf der ganzen Insel an. Die meisten Spielst√§tten befinden sich in Kingston, darunter auch das Jamaican Theatre mit 1750 Sitzpl√§tzen und das 1912 gegr√ľndete Ward Theatre.

Heute leidet das Theater unter der schlechten wirtschaftlichen Situation. Auf der Insel ist es schwer, gen√ľgend Zuschauer zu finden, um professionelle Vorstellungen auf die Beine stellen zu k√∂nnen. Die meisten Beteiligten arbeiten nebenbei in einem anderen Beruf. Besonders das Ward Theatre leidet unter finanziellen Engp√§ssen und ist dringend renovierungsbed√ľrftig. Der Staat unterst√ľtzt Schauspieler √ľber das Institute of Jamaica und die University of the Westindies. Au√üerdem ist die Ausbildung an Drama schools kostenlos.

Bildende Kunst

Wie in praktisch allen anderen kulturellen Bereichen dauerte es bis ins 20.¬†Jahrhundert, bis sich auf Jamaika eine eigenst√§ndige Kunstszene entwickelt hat. Edna Manley, die Frau Norman Manleys, war die erste, die in ihren Statuen und Bildern afrikanische Traditionen aufgriff. Als ihr wichtigstes Werk gilt die Statue Negro Aroused, deren Nachbildung aus Bronze heute in Kingston steht und im Stil afrikanischer K√ľnstler einen sich erhebenden Mann zeigt. Manley gr√ľndete 1941 am Institute of Jamaica (IOJ) das erste Junior Center mit dem Ziel, junge K√ľnstler zu f√∂rdern. Seit 1996 besteht ein zweites Zentrum in Portmore. Beide werden √ľber das IOJ vom Staat und durch Spenden finanziert. Nach Manley ist auch das Edna Manley College of Visual And Performing Arts benannt, an dem in verschiedenen k√ľnstlerischen Bereichen Abschl√ľsse erworben werden k√∂nnen. Ein Dokumentationszentrum f√ľr die Bildende Kunst ist die National Gallery of Jamaica in Kingston. Sie ist als Tochterorganisation Teil des IOJ.

Zu den bekanntesten Malern z√§hlen Barrington Watson, Eugene Hyde und Karl Parboosingh. Alle drei wurden im Ausland ausgebildet und malten expressionistisch. Im Gegensatz dazu orientierte sich John Dunkley (1891‚Äď1947) an afrikanischen Traditionen, genauso wie seit den 1980er Jahren Robert Cookhorn (genannt Omari Ra), Douglas Wallace (genannt Khalfani Ra) und Valentine Fariclough (genannt Tehuti Ra). Die aus Afrika stammenden K√ľnstlernamen sollen die Verbundenheit zu diesem Kontinent unterstreichen.

Neben der Malerei fertigen zahlreiche K√ľnstler Holz- oder Steinfiguren nach afrikanischer Tradition. Motive sind vor allem Tiere, darunter die Spinne Anansi. Die Produktion dieser Werke ist teilweise industrialisiert, um den Touristenmarkt zu bedienen.

Medien

Die Presse des Landes zählt damit zu den freiesten der Welt und ist die freieste des amerikanischen Kontinents.

Auf Jamaika gibt es zurzeit zwei gro√üe Sendeanstalten, die sowohl Fernseh- als auch Radioprogramme √ľbertragen. Die wichtigsten landesweiten Sender sind CVM und Television Jamaica. Dazu kommen Spartensender wie Reggae Sun Television und Hype TV, die vor allem Musik √ľbertragen. Zus√§tzlich k√∂nnen viele nordamerikanische und britische Sender √ľber Satellit empfangen werden. Die BBC besitzt auch eine eigene Sendelizenz f√ľr terrestrische √úbertragungen. Einige Sender werden zus√§tzlich √ľber das Internet verbreitet. Die Auswahl an Radiosendern ist gro√ü, sowohl lokal als auch landesweit. Der erste Sender erhielt seine Lizenz bereits 1940. Heute verf√ľgen 19 Unternehmen und Organisationen √ľber eine Sendeerlaubnis. Der Staat zog sich seit Ende der 1990er Jahre aus dem Medienbereich weitgehend zur√ľck und nur ein Radiosender verblieb in √∂ffentlicher Hand.

Trotz der weiten Verbreitung von Fernsehen und Radio sind Tageszeitungen nach wie vor die wichtigste Informationsquelle f√ľr die Bev√∂lkerung. Vier Zeitungen erreichen eine Auflage von mehr als 100.000 Exemplaren, Daily Gleaner, Daily Star, Jamaica Observer und Jamaica Herald. Der Daily Gleaner wurde 1834 gegr√ľndet und ist die √§lteste noch existierende Zeitung der Karibik.

Film

Die vielf√§ltige Landschaft Jamaikas wird seit den 1950er Jahren von ausl√§ndischen Produktionen als Drehort verwendet, zum Beispiel f√ľr die James-Bond-Filme Leben und sterben lassen und James Bond jagt Dr. No. Zur Entwicklung einer landeseigenen Filmindustrie fehlten die finanziellen Mittel. Die erste lokale Produktion, die internationale Bekanntheit erlangte, war The Harder They Come (1972), in dem die Geschichte von Ivanhoe ‚ÄěRhygin‚Ä≤‚Äú Martin, eines S√§ngers und Gangsters, erz√§hlt wird. Seit 2006 wird das Werk als Musical in London aufgef√ľhrt. In der Folge w√§hlten zahlreiche weitere Filme das Thema Musik. Der wohl bekannteste Schauspieler Jamaikas ist Paul Campbell, der vor allem mit seinen Rollen im Musikfilm Dancehall Queen und in dem kommerziell erfolgreichen Polizeifilm Third World Cop mitwirkte.

Die 1984 gegr√ľndete Jamaica Film Commission soll im Auftrag der Regierung Investoren suchen und Projekte koordinieren.

Feiertage

Der Geburtstag Elisabeths II., des Staatsoberhaupts, wird zwar begangen, ist aber kein offizieller Feiertag.

Kulinarisches

Die jamaikanische K√ľche ist sehr vielf√§ltig und von afrikanischen, europ√§ischen und asiatischen Einfl√ľssen gepr√§gt. Sie ist bekannt f√ľr ihre scharfen Saucen und w√ľrzige Speisen. Es wird vor allem lokal angebautes Obst und Gem√ľse sowie Gefl√ľgel (jerk chicken) und Salzwasserfisch verwendet. Obwohl besonders im Westen Jamaikas Rinder und Schweine gez√ľchtet werden, wird ihr Fleisch eher selten zubereitet, es geht zu gro√üen Teilen in den Export. Eine traditionelle Zubereitungsart ist das Marinieren und anschlie√üende Braten im offenen Feuer oder in aufgeschnittenen Metallf√§ssern. Auf Festen wird oft ein Curry aus Ziegenfleisch (curried goat) angeboten. Eine sehr verbreitete Frucht ist die der Akee (ackee tree). Als Dessert werden gerne s√ľ√üe Gerichte aus Mango und Soursopeis gegessen. Die Rastafari, die meist den Konsum von Schweinefleisch und Alkohol ablehnen, pflegen eine eigene K√ľche.

Traditionell werden auf Jamaika verschiedene Spirituosen hergestellt, vor allem auf der Basis von Rum. Eine der weltweit bekanntesten Marken ist Captain Morgan, der zu den weltweit meistverkauften Rummarken gehört. Sehr beliebt ist auch das jamaikanische Lagerbier, wie das Red Stripe, das von zwei Brauereien auf der Insel hergestellt wird. Der seit einigen Jahren verstärkt in den Blue Mountains angebaute Kaffee bleibt teilweise im Land und wird genau wie Tee sowohl zu Mischgetränken verarbeitet als auch direkt getrunken. Das Wort tea bezeichnet meist alle Arten heißer Getränke, meist auch alkoholische.

Sport

Die am weitesten verbreitete Sportart in Jamaika ist Cricket, das auch offizieller Nationalsport ist. Es kam mit den Briten auf die Insel und verbreitete sich ab dem Ende des 19.¬†Jahrhunderts unter der Bev√∂lkerung. Die ersten international erfolgreichen Sportler des Landes waren Cricketspieler, die vor allem in Gro√übritannien unter Vertrag standen. Diese Erfolge in einer Sportart, die urspr√ľnglich von den Kolonialherren dominiert wurde, trugen zur Bildung des Nationalbewusstseins der Jamaikaner bei. Heute stehen zwei gro√üe Cricketstadien zur Verf√ľgung, Sabina Park in Kingston mit einer Kapazit√§t von 21.000 und das neu errichtete Greenfield Stadium im Trewlany Parish mit 25.000 Sitzpl√§tzen. Auf internationaler Ebene tritt Jamaika zusammen mit anderen Karibikstaaten im West Indies Cricket Team auf. Das West Indies Cricket Team nahm an jedem Cricket World Cup teil und gewann die ersten beiden Austragungen 1975 und 1979. 2007 wurde unter anderem eines der Halbfinale des Cricket World Cup 2007 auf der Insel ausgetragen.

Die gr√∂√üte internationale Aufmerksamkeit finden die Leichtathleten. Bei den Olympischen Sommerspielen 1952 in Helsinki gewann die 4-mal-400-Meter-Staffel Gold gegen die favorisierten US-Amerikaner. Dazu kam noch eine weitere Goldmedaille √ľber 400 Meter und drei Silbermedaillen. Die beteiligten Sportler werden auf Jamaika heute noch als Helden verehrt. Gerade die L√§ufer konnten sich bei Olympia und den Commonwealth Games immer wieder durchsetzen. Bei den Commonwealth Games 2006 belegte das Land den 7. Platz mit zehn Goldmedaillen, bei den Olympischen Sommerspielen 2004 gewann Veronica Campbell die Goldmedaille im 200-Meter-Lauf, ebenso war die 4-mal-100-Meter-Staffel der Frauen erfolgreich. Bei beiden Veranstaltungen war Jamaika, gemessen an der Einwohnerzahl, eines der erfolgreichsten L√§nder. Jamaikanische L√§ufer verbesserten immer wieder Weltrekorde, zuletzt Usain Bolt √ľber 100 und 200 Meter.

Die Grundlage in der Leichtathletik ist groß, viele Kinder und Jugendliche versuchen ihren Idolen nachzueifern und sich nicht zuletzt eine sichere Einnahmequelle zu sichern. Das bisher größte sportliche Ereignis auf Jamaika war die Ausrichtung der British Empire and Commonwealth Games 1966 in Kingston, an denen 1300 Sportler beteiligt waren. Das größte Stadion der Insel, Independence Park mit 36.000 Plätzen, wurde zu diesem Anlass errichtet.

Es gibt verschiedene Programme, in denen durch Sport die Jugendlichen von der Straße geholt und damit dem Einfluss der kriminellen Banden entzogen werden sollen.

Die Reggae Boyz, so der Spitzname der jamaikanischen Fu√üballnationalmannschaft, feierten 1998 ihren gr√∂√üten Erfolg bei der Weltmeisterschaft in Frankreich. Nach der bisher einzigen erfolgreichen Qualifikation f√ľr die Endrunde schied die Mannschaft nach zwei Niederlagen und einem Sieg aus. 1991, 1998, 2005, und 2007 und 2014 gewann sie die Fu√üball-Karibikmeisterschaft. Fu√üball schaffte es trotz der steigender Beliebtheit noch nicht, Cricket als beliebteste Sportart abzul√∂sen.

Die jamaikanische Bobmannschaft erlangte Ber√ľhmtheit, als sie an den Olympischen Winterspielen 1988 in Calgary teilnahm. Der Film Cool Runnings erz√§hlt die Geschichte.

Trivia

Aus den Farben der Flagge Jamaikas wird im deutschsprachigen Raum der Name Jamaika-Koalition f√ľr eine schwarz-gelb-gr√ľne Koalition abgeleitet.

Literatur

  • F. Abiola Irele, Simon Gikandi (Hrsg.): The Cambridge History of African and Caribbean Literature. Volume 1+2. Cambridge University Press, Cambridge 2003, ISBN 0-521-83275-6.
  • Wendelin Ettmayer: Jamaika ‚Äď mehr als Rum und Reggae. Chancen und Probleme eines Entwicklungslandes. Trauner Verlag, Linz 2004, ISBN 3-85487-557-6.
  • Holger Henke: Between Self-Determination and Dependency: Jamaica‚Äôs Foreign Relations, 1972‚Äď1989. University of the West Indies Press, Kingston 2000, ISBN 976-640-058-X.
  • Barry William Higman: Slave population and economy in Jamaica, 1807‚Äď1834. Cambridge University Press, Cambridge 1996, ISBN 0-521-21053-4; 2., erg√§nzte Aufl.: University of the West Indies Press, Kingston 1995, ISBN 976-640-008-3.
  • Kathleen Monteith, Glen Richards (Hrsg.): Jamaica in slavery and freedom: history, heritage and culture. University of the West Indies Press, Kingston 2002, ISBN 976-640-108-X.
  • Tracey Skelton (Hrsg.): Introduction to the Pan-Caribbean. Arnold, London 2004, ISBN 0-340-70580-9.
  • Caroline Sullivan: Jamaikanische K√ľche: traditionelle Kochrezepte aus dem Jahre 1893. Asfahani, Hamburg 1997, ISBN 3-927459-85-2.
  • Peter Paul Zahl: Jamaika. C. H. Beck, M√ľnchen 2002, ISBN 3-406-44788-0.

Weblinks

  • Datenbank inhaltlich erschlossener Literatur zur gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Situation in Jamaika
  • Internetpr√§senz der Botschaft Jamaikas in Berlin
  • L√§nderinformationen des Ausw√§rtigen Amtes zu Jamaika
  • www.cia.gov ‚Äď Eintrag Jamaikas im The World Factbook (engl.)
  • Cabinet Office of the Government of Jamaica (engl.)
  • offizielle Seite der Mines and Geology Division (engl.)
  • Seite mit detaillierten Informationen, unter anderem zur jamaikanischen Geschichte
  • Amerika auf einen Blick

Einzelnachweise



Quelle: Wikipedia

 

Region Regionen (0)

Abk Name O
JM.CL Clarendon  
JM.HA Hanover  
JM.KI Kingston  
JM.MA Manchester  
JM.PO Portland  
JM.SD Saint Andrew  
JM.SN Saint Ann  
JM.SC Saint Catherine  
JM.SE Saint Elizabeth  
JM.SJ Saint James  
JM.SM Saint Mary  
JM.ST Saint Thomas  
JM.TR Trelawny  
JM.WE Westmoreland  
 

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Die höchsten Hütten Die höchsten Hütten

 

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Bücher und Karten Bücher und Karten

Flagge: Jamaica

Name englisch: Jamaica
Hauptstadt: Kingston
Kfz: JA
ISO: JM
ISO3: JAM
Fläche: 10991 km²
Tld: .jm
Wärung Einheit: JMD
Währung: Dollar
Vorwahl: +1-876

Ausdehnung / Grenzen (nach WGS 84 dezimal):
nördlichster Punkt: 18.5253104
südlichster Punkt: 17.7057243
westlichster Punkt: -78.3688461
östlichster Punkt: -76.183159


 
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