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Staat Informationen : Montserrat

Informationen:


Montserrat ist eine Insel in der Karibik und geh√∂rt zu den Kleinen Antillen. Sie ist Teil der West Indies und ein √úberseegebiet des Vereinigten K√∂nigreichs. Ihr Name geht auf Christoph Kolumbus zur√ľck, der die Insel 1493 auf seiner zweiten Reise nach Amerika sichtete und nach dem Kloster Santa Maria de Montserrat in Katalonien benannte. Montserrat bedeutet auf katalanisch so viel wie ‚Äěges√§gter Berg‚Äú.

Geographie und Geologie

Die Insel liegt s√ľdwestlich von Antigua, s√ľd√∂stlich von Nevis und nordwestlich von Guadeloupe.

Sie ist vulkanischen Ursprungs und besteht im Wesentlichen aus drei vulkanischen Massiven: den Silver Hills im Norden, den Centre Hills in der Mitte und den Soufri√®re Hills im S√ľden. Die vulkanischen Komplexe werden von Norden nach S√ľden j√ľnger. So waren die Silver Hills vor 2,6 bis 1,2 Millionen Jahren aktiv, die Centre Hills vor 950.000 bis 450.000 Jahren und der heute noch aktive Soufri√®re-Hills-Vulkan entstand vor etwa 175.000 Jahren. Die Reste der alten vulkanischen Zentren Silver Hills und Centre Hills pr√§gen heute noch als bis zu 741 Meter (Katy Hill) hohe und steile H√ľgel das innere Landschaftsbild der Inseln. Die Flanken der alten vulkanischen Dome sind von weichen vulkanischen Sedimentablagerungen bedeckt (Asche, Tuffe, Bims, Ablagerungen von Schutt- und Schlammstr√∂men).

Die zwei vulkanischen Massive Centre Hills und Soufri√®re Hills sind durch das Belham Valley getrennt. Das Belham Valley ist das Oberfl√§chenabbild einer in Nordwest-S√ľdost-Richtung verlaufenden St√∂rung, die submarin in die Richtungen Guadeloupe und Redonda ihre Fortsetzungen findet. √úber das Belham Valley wird zudem ein Gro√üteil des ablaufenden Regenwassers von den Bergen ins Meer geleitet. Seit Beginn der letzten Eruption des Soufri√®re Hills Volcano im Jahr 1995 wurde das Belham Valley mit mehr als 12 Metern Sediment von Laharen und pyroklastischen Str√∂men aufgef√ľllt.

In Montserrat herrscht tropisches Klima mit Temperaturen zwischen 23 und 30¬†¬įC. Niederschlag f√§llt w√§hrend des ganzen Jahres, welches sich jedoch in Regenzeit (Juli bis November) und Trockenperiode (Februar bis April) untergliedert. 70 Prozent der j√§hrlichen Grundwassererneuerung findet im Zeitraum zwischen Juli und Dezember statt. Die Westseite der Insel und die Centre Hills haben ein regenreiches Mikroklima und daher eine √ľppige Regenwald-Vegetation. Im Gegensatz dazu sind die n√∂rdlichen Silver Hills und die Ostk√ľste der Insel von einem ariden Mikroklima gepr√§gt und mehrheitlich von trockenen Dornenb√ľschen bewachsen.

Rund 290 Meter vor der Nordk√ľste liegt die winzige (weniger als 1000 Quadratmeter messende) Felseninsel Little Redonda (nicht zu verwechseln mit der etwa 21¬†Kilometer nordwestlich gelegenen, zu Antigua und Barbuda geh√∂renden Insel Redonda).

Vulkanismus

Geowissenschaftler datieren die letzte Eruption auf Montserrat auf das 16. Jahrhundert, folglich auf vor der Besiedlung der Insel durch Europ√§er. Die erste historisch dokumentierte Eruption ist somit gleichzeitig auch die j√ľngste Aktivit√§tsphase der Insel: nach 370-j√§hriger Pause k√ľndigten Erdbebenschw√§rme ab 1992 den bevorstehenden Ausbruch des Soufri√®re-Hills-Vulkans an. Seit 1995 ist der Vulkan aktiv und hat im Laufe der Eruption einen gro√üen Teil der Insel inklusive der Hauptstadt Plymouth verw√ľstet. Die Aktivit√§t des Vulkans erfolgte zun√§chst nach einem zyklischen Muster von zwei- bis dreij√§hrigen Phasen hoher Eruptionsaktivit√§t (vulkanianische Eruptionen, pyroklastische Str√∂me und Aufbau eines Lavadoms) im Wechsel mit drei- bis vierj√§hrigen Perioden von vulkanischer Inaktivit√§t an der Oberfl√§che, aber anhaltender Bodendeformation durch erneuten Druckaufbau im Erdinneren. Ein partieller Domkollaps im Jahr 2010 markiert die letzte eruptive Aktivit√§t (Stand Juni 2020). Geod√§tische Messungen zeugen aber von weiterer Druckzunahme in den Magmenkammern.

Aufgrund des Vulkanausbruchs sind zwei Drittel der Insel und ein Umkreis von zehn Seemeilen um den s√ľdlichen Teil der Insel als Sperrgebiet ausgewiesen. Ein Befahren der K√ľstengew√§sser ist riskant, da keine aktuellen Seekarten vorliegen. Wenn es die vulkanische Aktivit√§t zul√§sst, werden F√ľhrungen in das Sperrgebiet der Insel angeboten. Weitere Informationen √ľber den Vulkan, dessen √úberwachung und die aktuelle Gefahrenlage k√∂nnen beim Montserrat Volcano Observatory (MVO) eingeholt werden (Besichtigung m√∂glich).

Bevölkerung

Montserrat hat 4649 Einwohner (Stand 2018). Zur Zeit des Zensus 2011 war Look Out mit 670 Einwohnern die größte Ansiedlung. 88,4 Prozent der Einwohner sind schwarzafrikanischer Abstammung, gefolgt von Mischlingen mit 3,7 und Hispanics mit drei Prozent (alle Angaben Stand 2011).

Bevölkerungsentwicklung

Geschichte

Montserrat ist seit etwa 7000 Jahren besiedelt. Ab 400 v. Chr. wanderten Arawak ein, die bis zur europäischen Landnahme die Bevölkerungsmehrheit stellten. Im 15. Jahrhundert wurden sie von den kriegerischen Kariben unterworfen. Die Kultur der Arawak blieb jedoch dominant. 2016 konnten die ersten Petroglyphen auf der Insel entdeckt werden, deren Alter von Experten auf 1000 bis 1500 Jahre geschätzt wird. Weitere Untersuchungen sollen den Entstehungszeitpunkt genauer bestimmen und die mögliche Bedeutung der Zeichen klären.

Christoph Kolumbus sichtete als erster Europ√§er die Insel am 3. November 1493 und nahm sie unter dem Namen Santa Maria de Montserrat, nach dem bekannten Kloster Montserrat im gleichnamigen Gebirge in Katalonien (Spanien), f√ľr die spanische Krone in Besitz. Allerdings wurde die Insel Montserrat nie von Spaniern besiedelt.

Das Desinteresse der Spanier nutzten die Engl√§nder aus und gr√ľndeten 1632 eine erste Siedlung. Die Spannungen zwischen Katholiken und Anglikanern im Mutterland, die in den Englischen B√ľrgerkrieg m√ľndeten, hatten die Karibik erreicht. Die irischen Bewohner der Nachbarinsel St. Kitts wurden nach Montserrat umgesiedelt. Sp√§ter kamen irische Einwanderer aus anderen britischen Kolonien Amerikas hinzu. Noch heute ist ein gro√üer Teil der europ√§ischst√§mmigen Bewohner irischer Abstammung.

1674 bildete Montserrat gemeinsam mit Antigua, St. Kitts und Nevis eine Konföderation englischer Inselkolonien mit gemeinsamem Abgeordnetenhaus unter dem Gouverneur William Stapleton.

Die Siedler bauten Tabak, Zuckerrohr und Baumwolle an. F√ľr die Arbeit auf den Feldern wurden westafrikanische Sklaven eingef√ľhrt. Deren Nachkommen bilden heute die Bev√∂lkerungsmehrheit. 1838 wurde die Sklaverei abgeschafft.

Von 1871 bis 1956 geh√∂rte Montserrat zur Federal Colony of the Leeward Islands, 1958 wurde es Mitglied der Westindischen F√∂deration. Nach Aufl√∂sung der F√∂deration 1962 entschieden sich die Inselbewohner in einer Abstimmung daf√ľr, wieder britische Kronkolonie zu werden. Seit 1946 steht das Territorium auf der UN-Liste der Hoheitsgebiete ohne Selbstregierung.

Im September 1989 wurde die Insel von Hurrikan Hugo mit voller Wucht getroffen und stark zerstört.

Ein Gro√üteil der Insel wurde durch eine Reihe von Ausbr√ľchen des Vulkans Soufri√®re Hills, die am 18. Juli 1995 begannen, verw√ľstet. Davon betroffen war auch der einzige Flughafen Montserrats. 75 Prozent der Bev√∂lkerung flohen von der Insel. Die Hauptstadt Plymouth wurde 1997 wegen der Vulkanausbr√ľche offiziell aufgegeben. Ein √úbergangsregierungssitz wurde in Brades am nordwestlichen Ende der Insel eingerichtet.

Im Februar 2005 wurde der Terminal des neuen Flughafens John A. Osborne auf der Nordhälfte der Insel von Prinzessin Anne eingeweiht; am 11. Juli 2005 wurde der Flughafen offiziell in Betrieb genommen. In Little Bay ist eine neue Hauptstadt in Bau.

17. September

Der 17. September ist f√ľr die Bewohner Montserrats ein ‚ÄěSchicksalstag‚Äú, verbunden mit drei katastrophalen Ereignissen:

  • Am 17. September 1965 zerschellte eine Boeing 707 der US-amerikanischen Fluggesellschaft Pan Am auf dem Weg von Martinique nach Antigua am Chances Peak. Dabei fanden 30 Menschen den Tod.
  • Am 17. September 1989 traf Hurrikan Hugo die Insel mit voller Wucht, t√∂tete 10 Bewohner und zerst√∂rte 90 Prozent der Behausungen auf Montserrat. Die von ihm verursachten Sch√§den beliefen sich auf mindestens 260¬†Mio.¬†US$.
  • Am 17. September 1996 ereignete sich die erste wirklich zerst√∂rerische Explosion der neuzeitlichen Ausbruchsserie des Vulkans Soufri√®re Hills. Bei einem Domkollaps wurden gro√üe Mengen von Bims- und Gesteinsbrocken eruptiert.

Politik

Montserrat ist ein Britisches Überseegebiet auf Grundlage der Verfassung aus dem Jahr 2010. Es ist Mitglied der CARICOM sowie der OECS und gehört zu den Trägern der Universität der Westindischen Inseln.

Der Regierungschef der Insel ist der Premier von Montserrat.

Die Verteidigung der Insel ist Aufgabe der Britischen Streitkr√§fte. Montserrat unterh√§lt mit der 1899 gegr√ľndeten Royal Montserrat Defence Force eine um die 20 Soldaten umfassende Freiwilligentruppe, die vor allem zeremonielle Aufgaben wahrnimmt.

Verwaltungsgliederung

Montserrat besteht aus drei Verwaltungsgemeinden (parishes):

Die Gemeinden im Osten und S√ľden liegen in den Sperrzonen, die nach dem Ausbruch des Vulkans Soufri√®re Hills eingerichtet wurden, und bestehen nur noch de jure. Die gesamte Bev√∂lkerung konzentriert sich im Parish of Saint Peter im Nordwesten der Insel, wo auch der vorl√§ufige Regierungssitz Brades liegt.

Urspr√ľnglich gab es noch eine vierte Parish St. Patrick (heute Ostteil von St. Anthony).

Wirtschaft

Die Wirtschaft Montserrats wurde von den Vulkanausbr√ľchen ab 2005 hart getroffen. Das nominale Bruttoinlandsprodukt, das 1994 bei etwa 73¬†Mio. US-Dollar gelegen hatte, sank bis 2001 auf weniger als die H√§lfte dieses Werts. 2018 betrug das BIP nominal etwa 62¬†Mio. US-Dollar. Die √∂ffentliche Verwaltung generiert etwa ein Drittel der gesamten Wertsch√∂pfung.

Infrastruktur

Es herrscht Linksverkehr. Montserrat war nach der Zerst√∂rung des W. H. Bramble Airport durch den Ausbruch der Soufri√®re Hills 1997 nur noch per Schiff oder Helikopter erreichbar, bis am 11. Juli 2005 der f√ľr ungef√§hr 18,5¬†Mio.¬†US$ neu erbaute Flughafen John A. Osborne im Norden der Insel er√∂ffnet wurde.

Kultur

Musik

In den 1980er-Jahren befanden sich auf Montserrat die ‚ÄěAir Studios‚Äú des fr√ľheren Beatles-Produzenten George Martin, der zeitweise auf Montserrat lebte. In den Studios nahmen eine ganze Reihe renommierter Musiker ber√ľhmte Alben auf, so z.¬†B. die Dire Straits, The Police, Orchestral Manoeuvres in the Dark, Paul McCartney oder Phil Collins. Viele dieser K√ľnstler nahmen am 15. September 1997 in der Londoner Royal Albert Hall am Benefizkonzert ‚ÄěMusic for Montserrat‚Äú zugunsten der Insel teil.

Der 1954 auf Montserrat geborene Musiker Arrow (eigentlich Alphonsus Celestine Edmund Cassell) nahm 1983 den Song Hot Hot Hot auf, der zur heimlichen Nationalhymne von Montserrat wurde.

Ian Anderson, Frontmann der Band Jethro Tull, verarbeitete Ereignisse in Montserrat im gleichnamigen Song auf seinem dritten Soloalbum (‚ÄěSecret language of birds‚Äú).

Literatur

In Harris auf Montserrat wurde der Dichter und Dramatiker E. A. Markham (1939‚Äď2008) geboren, der seit 1956 √ľberwiegend in England lebte. Mit dem Caribbean Theatre Workshop tourte er 1970‚Äď1971 durch die anglophone Karibik.

Sport

Cricket ist die beliebteste Sportart auf Montserrat. Montserrat ist eines der Gebiete, das mit anderen Karibikstaaten das West Indies Cricket Team bildet, eine der ‚ÄěNationalmannschaften‚Äú im internationalen Cricket mit Teststatus, der angesehensten Form dieses Sports. Das West Indies Cricket Team nahm an jedem Cricket World Cup teil und gewann die ersten beiden Austragungen 1975 und 1979.

Montserrat ist eigenst√§ndiges Mitglied der FIFA und der CONCACAF und nimmt mit einer eigenen Mannschaft an deren Wettbewerben teil. In der Regel verliert Montserrat sehr hoch und steht traditionell auf einer der letzten Positionen der FIFA-Weltrangliste. Ein Portr√§t des Fu√üballs auf Montserrat bietet der Dokumentarfilm ‚ÄěThe Other Final‚Äú, der √ľber das im Jahre 2002 parallel zum WM-Finale stattfindende L√§nderspiel gegen den damaligen Vorletzten der FIFA-Weltrangliste Bhutan berichtet. Montserrat verlor das Spiel in Bhutan mit 0:4.

Literatur

  • Howard A. Fergus: Montserrat ‚Äď History of a Caribbean Colony. Macmillan, London 1994, ISBN 0-333-61217-5 (englisch).¬†

Weblinks

  • Literatur √ľber Montserrat im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
  • Government of Montserrat. Offizielle Website der Regierung von Montserrat (englisch).
  • Visit Montserrat. The Official Montserrat Tourism Guide (englisch).
  • The Montserrat Reporter. Online-Zeitung. Montserrat Printing & Publishing Inc. (englisch).
  • Montserrat. Karte der Insel, 1:50.000. Directorate of Overseas Surveys, 1962 (englisch).

Einzelnachweise



Quelle: Wikipedia

 

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Flagge: Montserrat

Name englisch: Montserrat
Hauptstadt: Plymouth
Kfz:
ISO: MS
ISO3: MSR
Fläche: 102 km²
Tld: .ms
Wärung Einheit: XCD
Währung: Dollar
Vorwahl: +1-664

Ausdehnung / Grenzen (nach WGS 84 dezimal):
nördlichster Punkt: 16.8240519
südlichster Punkt: 16.674821
westlichster Punkt: -62.241322
östlichster Punkt: -62.1441758


 
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