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Staat Informationen : Puerto Rico

Informationen:


Der Freistaat Puerto Rico (spanisch Estado Libre Asociado de Puerto Rico [esˈtɑðo ˈliÎČÉŸe ɑsoˈsjɑðo Ă°e ˈpweÉŸto ˈriko], englisch Commonwealth of Puerto Rico, frĂŒher deutsch auch Portoriko), kurz Puerto Rico genannt, ist das grĂ¶ĂŸte und einwohnerreichste der Außengebiete der Vereinigten Staaten von Amerika. Es umfasst auch die Spanischen Jungferninseln.

Puerto Rico bedeutet „reicher Hafen“. Die Einwohner Puerto Ricos werden im Deutschen Puerto-Ricaner, im lateinamerikanischen Spanisch und auch auf der Insel selbst Boricua genannt. Der ursprĂŒngliche Name der Insel Puerto Rico lautet auf Arawakisch BorikĂ©n, die Puerto-Ricaner nennen ihre Insel in Anlehnung daran hĂ€ufig BorinquĂ©n. FĂŒr 95 % der Bevölkerung ist Spanisch die Muttersprache.

Geografie

Lage

Der Inselstaat liegt in der Karibik und besteht aus der Insel Puerto Rico und den kleineren Nebeninseln Vieques, Culebra, Culebrita, Desecheo, Palomino, Mona, Caja de Muertos und Monito.

Puerto Rico ist die östlichste und kleinste Insel der Großen Antillen. UngefĂ€hr 150 km im Westen liegt die Insel Hispaniola mit der Dominikanischen Republik und Haiti, östlich liegen die Jungferninseln; die Spanischen Jungferninseln bilden zwei Kommunen Puerto Ricos, und 800 km sĂŒdlich, jenseits der Karibik, befindet sich SĂŒdamerika.

Der umgebende Ozean ist sehr tief: Im Norden der Inseln gibt es das ca. 8.400 Meter tiefe Milwaukeetief im Puerto-Rico-Graben im Atlantik, im SĂŒden das 5649 m tiefe Venezolanische Becken der Karibik. Die gleichnamige Hauptinsel ist in weiten Teilen gebirgig (60 % der OberflĂ€che), es gibt Gebiete mit RegenwĂ€ldern und WĂŒsten.

Der höchste Berg ist Cerro La Punta (1338 m), der lÀngste Fluss der Río de la Plata (97 km).

Klima

Die Insel hat tropisches Klima mit Durchschnittstemperaturen von etwa 28 °C. Die NordkĂŒste und das Hochland sind regenreicher als der SĂŒden.

Im 20. Jahrhundert ist in Puerto Rico die Temperatur im Mittel um 2 °C angestiegen. SpĂŒrbar ist der Klimawandel durch einen starken Anstieg der HĂ€ufigkeit extremer Hitzewellen, mit negativen Auswirkungen auf die Tier- und Pflanzenwelt.

Fauna

Die Fauna Puerto Ricos ist – Ă€hnlich wie die Fauna anderer Inselarchipele – reich an endemischen Arten, aber gering in der Alpha-DiversitĂ€t. FledermĂ€use sind die einzigen noch lebenden einheimischen LandsĂ€ugetiere Puerto Ricos. Alle anderen LandsĂ€ugetiere wie Katzen, kleine Mungos, Ziegen und Schafe wurden durch den Menschen eingefĂŒhrt. Im Meer leben zudem noch Delphine, RundschwanzseekĂŒhe und Wale. Von den 349 Vogelarten brĂŒten um die 120 auf dem Archipel, und 47,5 % sind IrrgĂ€ste oder seltene Arten. Das vermutlich bemerkenswerteste und berĂŒhmteste Tier Puerto Ricos ist der Höhlen-Pfeiffrosch (Eleutherodactylus coqui) oder CoquĂ­, ein kleiner, endemischer Frosch, der eine der 85 Arten der puerto-ricanischen Herpetofauna bildet. In den SĂŒĂŸgewĂ€ssern gibt es keine einheimischen Fische, aber einige vom Menschen eingeschleppte Arten. Der grĂ¶ĂŸte Teil der Fauna besteht aus Wirbellosen.

Die Ankunft der ersten Menschen vor 4000 Jahren und in noch grĂ¶ĂŸerem Maße die der EuropĂ€er vor 500 Jahren hatten einen starken Einfluss auf die puerto-ricanische Fauna. Jagd, Habitatzerstörung und das EinfĂŒhren nicht heimischer Arten fĂŒhrte zum Aussterben beziehungsweise lokalen Aussterben. Naturschutz- und Arterhaltungsbestrebungen, besonders die fĂŒr die endemische Papageienart Puerto-Rico-Amazone, begannen in der zweiten HĂ€lfte des 20. Jahrhunderts. Im Jahr 2002 gab es 21 gefĂ€hrdete Arten, darunter zwei SĂ€ugetiere, acht brĂŒtende Vögel, acht Reptilien sowie drei Amphibien.

Bevölkerung

Die dreieinhalb Millionen Einwohner Puerto Ricos sind auf 78 Gemeinden verteilt. Sie sind ĂŒberwiegend Nachfahren von Spaniern, die sich in der frĂŒhen Kolonialzeit mit den indigenen TaĂ­no und afrikanischen Sklaven vermischten. Genetische Untersuchungen ergaben 65 % europĂ€isches, 20 % schwarzafrikanisches und 12 % indianisches Erbgut. Laut dem US-Zensus von 2011 identifizieren sich 75,4 % der Bevölkerung als Weiße, 12,4 % als Schwarze, 8,5 % als Sonstige und 3,3 % als vermischt. Die Grenzen der ethnischen Eigenidentifikation sind auf Puerto Rico deutlich lockerer als z. B. auf dem US-Festland, da ein Großteil der Bevölkerung vermischter Abstammung ist. 99 % der Bevölkerung sprechen Spanisch.

Mehr als 70 % der Puerto-Ricaner sind römisch-katholischen Glaubens (praktiziert von etwa 55 %), 25 % protestantisch.

Von 2005 bis 2018 nahm die Einwohnerzahl der Insel ab. Von 2010 bis 2016 ist die Bevölkerung – wohl wegen der schlechten wirtschaftlichen Situation – um 7 % geschrumpft. Vor allem junge Menschen haben die Insel verlassen und sich im Kernland der Vereinigten Staaten niedergelassen. Insgesamt sind 1.744.000 in Puerto Rico geborene US-Amerikaner in das Kernland der Vereinigten Staaten ĂŒbergesiedelt, womit Puerto Rico eine der höchsten Emigrationsraten der Welt hat. Immigranten in Puerto Rico selbst kommen oft aus Ă€rmeren karibischen Staaten und werden vom höheren Lebensstandard angelockt. Erst 2019 gab es wieder einen kleinen Anstieg der Bevölkerungszahl.

Geschichte

Die Geschichte Puerto Ricos begann mit der Besiedlung des Archipels durch die Ortoiroiden zwischen 3000 und 2000 v. Chr. Andere VolksstÀmme wie die Igneri und die Arawak besiedelten die Insel zwischen 120 und 1000 n. Chr. Zur Zeit von Christoph Kolumbus' Ankunft in der Neuen Welt waren die zu den Arawak gehörenden Taíno die dominante einheimische Kultur. Sie starb in der zweiten HÀlfte des 16. Jahrhunderts durch die Ausbeutung, den Krieg und die Krankheiten, die die Spanier eingeschleppt hatten, aus.

Dank seiner Lage im Nordosten der Karibik war Puerto Rico in den frĂŒhen Jahren der Entdeckungsreisen, Eroberungen und Kolonisation der Neuen Welt eine SchlĂŒsselstelle fĂŒr das spanische Imperium. Die kleinste Hauptinsel der Großen Antillen war ein bedeutender MilitĂ€rstĂŒtzpunkt bei vielen Kriegen zwischen Spanien und anderen europĂ€ischen MĂ€chten um die Herrschaft in der Region wĂ€hrend des 16., 17. und 18. Jahrhunderts. Die Insel war ein Zwischenschritt auf dem Weg von Europa nach Kuba, Mexiko, Mittelamerika und zu den nördlichen Territorien SĂŒdamerikas. WĂ€hrend des 19. Jahrhunderts und bis zum Ende des Spanisch-Amerikanischen Krieges waren Puerto Rico und Kuba die letzten beiden spanischen Kolonien in der Neuen Welt und dienten als letzte Außenposten bei den spanischen Strategien zur RĂŒckeroberung des amerikanischen Kontinents.

1898 besetzten die USA Puerto Rico im Zuge des Spanisch-Amerikanischen Krieges und beanspruchten die Insel fĂŒr sich. Die erste HĂ€lfte des 20. Jahrhunderts war geprĂ€gt von KĂ€mpfen um mehr demokratische Rechte von den Vereinigten Staaten. Der Foraker Act von 1900 etablierte eine zivile Regierung und freien Handel zwischen der Insel und den Vereinigten Staaten und durch den Jones-Shafroth Act von 1917 wurde Puerto Rico ein organisiertes, aber nicht inkorporiertes Territorium der Vereinigten Staaten und alle Puerto-Ricaner erhielten die StaatsbĂŒrgerschaft der Vereinigten Staaten.

Am 16. April 1929 wurde ein Gesetz verabschiedet, das allen Frauen, die lesen und schreiben konnten, das Wahlrecht verschaffte und 1932 in Kraft treten sollte. Damit war zwar ein eingeschrĂ€nktes Frauenwahlrecht erreicht, faktisch waren aber die meisten Puerto-Ricanerinnen von der Wahl ausgeschlossen. 1935 wurde ein Gesetz beschlossen, das das allgemeine Wahlrecht garantierte. Das allgemeine Wahlrecht fĂŒr MĂ€nner war bereits im Jones Act for Puerto Rico 1917 anerkannt worden.

Der Foraker Act und der Jones-Shafroth Act ebneten zwar den Weg zur Verfassung Puerto Ricos und den ersten demokratischen Wahlen im Jahr 1952, doch der politische Status Puerto Ricos bleibt auch mehr als 500 Jahre nach der ersten Besiedlung durch die EuropÀer umstritten.

Politik

Selbstverwaltung

Hauptstadt und zugleich grĂ¶ĂŸte Stadt Puerto Ricos ist San Juan. Hier haben die lokale Administration und die Regierung Puerto Ricos ihren Sitz. Zur Selbstverwaltung gibt es Ă€hnlich den US-amerikanischen Bundesstaaten ein Parlament mit zwei Kammern: das ReprĂ€sentantenhaus mit 54 Mitgliedern und den Senat mit 28 Mitgliedern. Oberhaupt der Regierung ist der Gouverneur von Puerto Rico. Dieser wird alle vier Jahre direkt gewĂ€hlt. Daneben fungiert der Secretary of State als stellvertretender Gouverneur.

Puerto Rico unterhĂ€lt eine eigene Polizei und verfĂŒgt ĂŒber eigene StreitkrĂ€fte in Form von National- und Staatsgarde, deren Oberbefehl beim Gouverneur liegt.

Parteien

Die Parteienlandschaft weicht von der auf dem US-amerikanischen Festland ab und orientiert sich an der Position in Bezug auf den Status von Puerto Rico. Die wichtigsten politischen Parteien sind:

  • Partido Independentista Puertorriqueño (PIP), tritt fĂŒr die UnabhĂ€ngigkeit Puerto Ricos ein.
  • Partido Nuevo Progresista (PNP), tritt dafĂŒr ein, vollwertiger Staat der Vereinigten Staaten zu werden;
  • Partido Popular DemocrĂĄtico (PPD), tritt dafĂŒr ein, den Assoziiertenstatus beizubehalten;

Die Demokratische Partei und die Republikanische Partei sind in Puerto Rico ebenfalls mit eigenen VerbĂ€nden vertreten. Bei Wahlen, beispielsweise jener zum Kongressdelegierten, gehen die Kandidaten der großen puerto-ricanischen Parteien allerdings wechselnde Koalitionen mit den Bundesparteien ein. So ist der frĂŒhere Delegierte Pedro Pierluisi ebenso Mitglied der PNP wie sein VorgĂ€nger, der ehemalige Gouverneur Luis Fortuño, ist aber im Gegensatz zu diesem mit den Demokraten assoziiert. Fortuño gehörte im Kongress der republikanischen Fraktion an. Fortuños Nachfolger als Gouverneur wiederum, der im Januar 2013 in sein Amt eingefĂŒhrte Alejandro GarcĂ­a Padilla ist auf Bundesebene Demokrat, in Puerto Rico aber Mitglied der PPD.

Status innerhalb der Vereinigten Staaten

Puerto Rico ist ein nicht inkorporiertes Gebiet der Vereinigten Staaten. Dies bedeutet, dass Puerto Rico weder einen eigenen US-Bundesstaat darstellt noch einem anderen Bundesstaat zugehörig ist. Als Teil der Vereinigten Staaten hat Puerto Rico keine eigene Außenpolitik; sĂ€mtliche außenpolitischen Angelegenheiten werden von den Vereinigten Staaten wahrgenommen. WĂ€hrung ist der US-Dollar. Seit 1917 besitzen alle Puerto-Ricaner als Konsequenz des Jones-Shafroth-Erlasses per se die US-amerikanische StaatsbĂŒrgerschaft. Da Puerto Rico kein Bundesstaat bzw. kein Teil eines Bundesstaates ist, haben Puerto-Ricaner nicht sĂ€mtliche Rechte, die in der US-amerikanischen Verfassung festgeschrieben sind, sondern lediglich die Grundrechte. So sind sie bei den US-PrĂ€sidentenwahlen ohne eigenes Stimmrecht, sofern sie nicht ihren Wohnsitz in einem der 50 Bundesstaaten der Vereinigten Staaten haben. Die US-amerikanischen Parteien beteiligen Puerto Rico jedoch bei den parteiinternen Vorwahlen zur PrĂ€sidentschaftswahl. Im ReprĂ€sentantenhaus des Kongresses ist Puerto Rico mit einer Delegierten vertreten, die jedoch kein Stimmrecht hat; derzeit ist dies Jenniffer GonzĂĄlez.

Welche Rechte Puerto-Ricaner ĂŒber die Grundrechte hinaus haben, war zum Teil Gegenstand von Verhandlungen des Obersten Gerichtshofs der Vereinigten Staaten. Hingegen sind Puerto-Ricaner dazu verpflichtet, im Wesentlichen alle US-Bundessteuern zu zahlen. So trug Puerto Rico 2009 3,742 Milliarden US-Dollar zum US-Haushalt bei. Grundlegende Ausnahme bezĂŒglich der Steuerpflicht der Puerto-Ricaner hinsichtlich der US-Bundessteuern stellt die Einkommensteuer dar. HierfĂŒr sowie fĂŒr andere Bereiche kann die Lokalregierung eigene Steuergesetze erlassen. Die Einwohner Puerto Ricos zahlen ebenso in die sozialen Sicherungssysteme der Vereinigten Staaten ein und sind dementsprechend bei der Altersvorsorge bezugsberechtigt. Auch waren Puerto-Ricaner in Zeiten, in denen eine Wehrpflicht bestand, stets zum Dienst im US-MilitĂ€r verpflichtet. Auf Fort Allen ist das US-Überhorizontradar fĂŒr die Überwachung SĂŒdamerikas untergebracht. Viele wichtige US-Bundesbehörden wie etwa das FBI unterhalten Niederlassungen in Puerto Rico. 1992 hat der damalige US-PrĂ€sident George Bush ein Schreiben an die Leiter der Bundesbehörden gerichtet, in dem es um die Beziehung zu Puerto Rico ging. Hier wies der PrĂ€sident an, Puerto Rico so zu behandeln, als sei es ein Bundesstaat, sofern dies nicht zu Konflikten bei laufenden Programmen fĂŒhre.

Am 6. November 2012 wurde ein Referendum ĂŒber den Status Puerto Ricos durchgefĂŒhrt, in dem die Einwohner Puerto Ricos zunĂ€chst darĂŒber abstimmen konnten, ob sie ihren aktuellen Status beibehalten oder einen anderen Status haben möchten. ZusĂ€tzlich wurde in einem zweiten Schritt darĂŒber abgestimmt, ob Puerto Rico vollwertiger US-Bundesstaat, gĂ€nzlich unabhĂ€ngiger Staat oder frei assoziierter Staat (anders als beim gegenwĂ€rtigen Status wĂ€ren Puerto-Ricaner dann bspw. keine US-BĂŒrger mehr) werden solle. Die Einwohner stimmten mit 54,00 % der gĂŒltigen Stimmen gegen den Status quo, 61,14 % sprachen sich fĂŒr das Ziel eines vollwertigen US-Bundesstaats aus. Als Folge des Referendums richtete die puerto-ricanische Lokalregierung am 11. Dezember 2012 ein Gesuch an die zustĂ€ndigen US-Instanzen, Puerto Rico zum 51. Bundesstaat zu ernennen.

Am 11. Juni 2017 fand ein erneutes Referendum statt. Bei einer Wahlbeteiligung von 23 % stimmten 97,2 % der Teilnehmer fĂŒr die Umwandlung in einen US-Bundesstaat, 1,3 % fĂŒr die Beibehaltung des Status quo und 1,5 % fĂŒr eine UnabhĂ€ngigkeit von den USA. Die Opposition hatte zum Boykott der Abstimmung aufgerufen.

Am 3. November 2020 wurde erneut ein Referendum abgehalten, dabei stimmten 52 % der abgegebenen Stimmen fĂŒr die Umwandlung in einen US-Bundesstaat.

Beziehung zum Mutterland

Einige Streitpunkte haben zu Unstimmigkeiten mit dem US-Mutterland gefĂŒhrt. So testete die US Navy auf Vieques, einer kleinen vorgelagerten Insel, seit dem Zweiten Weltkrieg Waffen. Immer wieder hatten BĂŒrger das GelĂ€nde besetzt. Sie kĂ€mpften, teilweise mit UnterstĂŒtzung der lokalen Politiker, fĂŒr ein Ende der Manöver. Munition, unter anderem Uranmunition, und ChemikalienrĂŒckstĂ€nde fĂŒhrten unter Kindern zu erhöhten Krebsraten und zu anderen GesundheitsbeeintrĂ€chtigungen unter der Bevölkerung. Im Jahr 2001 konnte nach jahrzehntelangem politischen Kampf eine Einigung mit der US-Regierung gefunden werden, sodass im Mai 2003 der Abzug der Navy-Truppen aus Vieques begann.

Verwaltungsgliederung

Im Gegensatz zu den US-Bundesstaaten hat Puerto Rico keine Countys als oberste Verwaltungseinheit. Puerto Rico ist stattdessen in 78 Gemeinden (municipios) eingeteilt. Jede Gemeinde wird von einem BĂŒrgermeister geleitet und ist in Barrios unterteilt, wobei letztere keine politische AutoritĂ€t besitzen. Die einwohnerreichste Gemeinde war im Jahre 2019 San Juan mit ca. 300.000 Einwohnern.

Wirtschaft und Infrastruktur

Puerto Rico ist nach dem Pro-Kopf Einkommen das reichste Gebiet in ganz Lateinamerika. Die Wirtschaftsleistung pro Kopf betrug 2016 kaufkraftbereinigt 37.700 US-Dollar und lag damit auf dem Level von Italien. Damit gehört Puerto Rico laut Weltbank zu den Staaten und Territorien mit einem hohen Einkommen. Mit der Finanzkrise in den Vereinigten Staaten hat sich die wirtschaftliche Lage auf der Insel jedoch rapide verschlechtert. Von 2006 bis 2016 schrumpfte das Bruttoinlandsprodukt in jedem Jahr, womit Puerto Rico eine der lĂ€ngsten Phasen einer rezessiven Wirtschaftsleistung in der jĂŒngeren Weltwirtschaftsgeschichte erlebt. Im Jahr 2015 konnte Puerto Rico das erste Mal seine Schulden nicht mehr bedienen.

Wirtschaftsstruktur

Wichtige landwirtschaftliche Produkte sind Zuckerrohr, Bananen, Kaffee, Ananas, Ingwer und Tabak; außerdem ist der Fischfang von Bedeutung. Weitere wichtige Industriezweige sind die Nahrungsmittel-, Textil-, Pharmazie- und Zementindustrie sowie der Maschinenbau.

Auf Puerto Rico wird der weltweit bekannte Rum „Bacardi“ produziert. Um die hohen Importzölle zu vermeiden, wurde auf der Insel eine ProduktionsstĂ€tte errichtet, durch die die Einfuhr des Rums in die Vereinigten Staaten erleichtert und verbilligt wurde. Zuvor musste der beliebte Rum stets von den Bermuda-Inseln (Territorium des Vereinigten Königreichs) importiert werden, wobei hohe Zölle zu entrichten waren.

Der Tourismus ist ein weiterer wichtiger Industriezweig Puerto Ricos; vor allem die US-Amerikaner schÀtzen die karibische Insel als Urlaubsland.

Puerto Rico ist auf hohe Subventionen durch die Vereinigten Staaten angewiesen. Auch aufgrund dieser Subventionen sind die Infrastruktur und das Gesundheitssystem Puerto Ricos im lateinamerikanischen Vergleich ausgezeichnet.

Die Arbeitslosenrate liegt 2017 bei 11,5 %.

Steuern und Staatsverschuldung

Die Insel ist auch eine wichtige Steueroase, wovon vor allem die US-Pharmaindustrie profitierte. Pfizer und andere Firmen produzieren hier einen großen Teil ihrer Waren fĂŒr die USA und den Weltmarkt. Die Gewinne konnten sie jahrelang steuerfrei in die USA transferieren. Hinzu kommt, dass es in Puerto Rico so gut wie keine Gewerkschaften gibt.

Wer seinen Lebensmittelpunkt nach Puerto Rico verlegt, zahlt bis 2035 keine Kapitalertragsteuer. 2013 verhandelten etwa 40 reiche Amerikaner ĂŒber den Umzug nach Puerto Rico, davon 35 Hedgefonds-Manager.

Puerto Rico hat mit 70 % eine um ein Vielfaches höhere Schuldenquote als jeder der 50 US-Bundesstaaten. Die Staatsverschuldung betrĂ€gt 2015 72 Mrd. US $. Ende Juni 2015 erklĂ€rte Gouverneur Padilla, dass Puerto Rico keine fĂ€lligen Kredite mehr bedienen könne. Eine am 1. August 2015 fĂ€llige Anleihe konnte die Insel nicht zurĂŒckzahlen. Puerto Rico ist somit so gut wie bankrott.

Nach AnkĂŒndigung durch Gouverneur Alejandro Garcia Padilla zahlte die staatliche Government Development Bank am 2. Mai 2016 eine 422 Mio. USD (370 Mio. Euro) große fĂ€llige Rate von 70 Mrd. USD Gesamtschulden nicht zurĂŒck. Am 1. Juli 2016 wĂ€re die nĂ€chste Rate von 1,9 Mrd. USD fĂ€llig gewesen.

Am 3. Mai 2017 beantragte Puerto Rico gerichtlichen GlÀubigerschutz, bei einem Gesamtschuldenstand von 123 Mrd. USD aus ausstehenden Krediten und Pensionsverpflichtungen. Kurz zuvor hatte US-PrÀsident Trump noch per Twitter einen Schuldenschnitt abgelehnt.

Verkehr

Der Seehafen in San Juan zĂ€hlt zu den grĂ¶ĂŸten Lateinamerikas.

Die zwei grĂ¶ĂŸten Internationalen FlughĂ€fen sind der Flughafen San Juan und der Rafael HernĂĄndez Airport in Aguadilla. Im letzteren betreibt die Lufthansa Technik AG einen Überholungs- und Wartungsstandort.

Bildung und Wissenschaft

Schulen

Alle öffentlichen und privaten Elementar- und Sekundarschulen in Puerto Rico werden vom Erziehungsministerium ĂŒberwacht. Das Puerto Rico Education Council kontrolliert die akademischen Standards und entscheidet ĂŒber die Zulassung auslĂ€ndischer Bildungsanbieter. Schulpflicht besteht zwischen dem 5. und dem 18. Lebensjahr.

Hochschulen

GrĂ¶ĂŸte Hochschule des Landes ist die öffentliche UniversitĂ€t von Puerto Rico mit mehr als 10 Standorten im ganzen Land. Insgesamt gibt es etwa 250.000 Studenten.

Forschung

Bei Arecibo befindet sich in einer Talmulde das drittgrĂ¶ĂŸte Radioteleskop der Welt, das Arecibo-Observatorium, welches aufgrund von BaumĂ€ngeln 2020 stillgelegt wurde und abgerissen werden sollte. Am 1. Dezember 2020 stĂŒrzte das Teleskop unkontrolliert ein.

Geforscht wird u. a. auch im Bereich der Biotechnologie.

Kultur

Literatur

  • Siehe Literatur Puerto Ricos

Sport

Die fĂŒhrende Sportart in Puerto Rico ist Baseball. Der Freistaat verfĂŒgt ĂŒber eine eigene Baseball-Liga mit fĂŒnf Vereinen, die Liga de BĂ©isbol Profesional de Puerto Rico. Das grĂ¶ĂŸte Baseballstadion ist das Estadio Hiram Bithorn in San Juan-Santurce, welches Platz fĂŒr rund 18.000 Personen bietet.

Puerto Rico hat bislang zehn olympische Medaillengewinner hervorgebracht. Neben den einzigen Goldmedaillen fĂŒr MĂłnica Puig (Tennis-Einzel) in Rio de Janeiro 2016 und Jasmine Camacho-Quinn (100 m HĂŒrden) in Tokio 2021 erhielten alle weiteren Puerto-Ricaner Silber- und Bronze-Medaillen, zumeist in der Sportart Boxen (siehe auch Liste der olympischen Medaillengewinner aus Puerto Rico).

Weitere populÀre Sportarten sind Basketball in der Baloncesto Superior Nacional und Volleyball.

Im Jahr 2004 gelang es der puerto-ricanischen Basketballnationalmannschaft um NBA-Star Carlos Arroyo bei den Olympischen Spielen in Athen sensationell das Team der Vereinigten Staaten in der Vorrunde zu bezwingen (92:73). Letztlich scheiterte man jedoch im Viertelfinale an der Mannschaft von Italien, dem spÀteren Silbermedaillengewinner.

Eine weitere Sportart ist das Wellenreiten. 2010 fand die Ripcurl Pro Search statt, ein Profi-Tourenstopp der World Championship Tour (WCT), bei der sich die besten Profis der Welt das DebĂŒt geben. Hier entschied sich Kelly Slaters 10. Weltmeisterschaftstitel im Viertelfinale gegen den Brasilianer Adriano da Souza. Am Ende trug Slater den Sieg davon.

Medien

Es gibt in Puerto Rico kein öffentlich-rechtliches Rundfunksystem, dafĂŒr eine Reihe kommerzieller Radio- und Fernsehsender. Eine Reihe von Zeitungen erscheinen in Englisch oder Spanisch.

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter Puerto Ricos

  • RenĂ© MarquĂ©s (1919–1979), Dramatiker
  • Julia de Burgos (1914–1953), Dichterin
  • Rosario FerrĂ© (1939–2016), Schriftstellerin
  • Giannina Braschi (* 1953), Dichterin, Spanglishe Romanautorin
  • MĂłnica Puig (* 1993), Olympiasiegerin 2016 im Tennis
  • Roberto SĂĄnchez Vilella (1913–1997), von 1965 bis 1969 Gouverneur von Puerto Rico
  • Wanda VĂĄzquez Garced (* 1960), von 2019 bis 2021 Gouverneurin von Puerto Rico

Musiker

Als Musiker puerto-ricanischer Herkunft haben sich weltweit einen Namen gemacht:

Seit einigen Jahren machen aus Puerto Rico stammende Musiker eines neuen Musikstils namens Reggaetón nach anfÀnglichen Erfolgen im lateinamerikanischen Raum zunehmend auch weltweit auf sich aufmerksam. Bekannte Interpreten sind Daddy Yankee, Pedro Pietri, Tego Calderón, Don Omar, Ivy Queen, Julio Voltio, Wisin y Yandel, Héctor y Tito und Arcångel.

Das Musikvideo des Songs Despacito der beiden puerto-ricanischen SĂ€nger Luis Fonsi und Daddy Yankee wurde 2017 das erste Video auf YouTube mit mehr als 3 Milliarden Klicks.

Miss Universe

Obgleich Puerto Rico politisch zu den Vereinigten Staaten gehört, hat es das Recht (ebenso wie es z. B. bei den Olympischen Spielen oder bei den Fußballweltmeisterschaften seine eigene Mannschaft stellen darf), seine eigene Miss Universe zu nominieren. So hat Puerto Rico zusĂ€tzlich zu den sieben Miss Universe des Mutterlandes fĂŒnf eigene Siegerinnen des Wettbewerbs hervorgebracht. Als Marisol Malaret 1970 den Titel der „Miss Universe“ das erste Mal errang, löste dies ein mehrtĂ€giges Volksfest auf den Straßen der gesamten Insel aus. Es folgten: Deborah Carthy-Deu (1985), Dayanara Torres (1993), Denise Quiñones (2001) und Zuleyka Rivera (2006).

Persönlichkeiten mit puerto-ricanischen Wurzeln

  • Joseph Michael Acaba, NASA-Astronaut
  • Sonia Sotomayor, Richterin am obersten Gerichtshof der Vereinigten Staaten von Amerika
  • Alexandria Ocasio-Cortez, Politikerin

Literatur

  • Sam Erman: Almost Citizens: Puerto Rico, the U.S. Constitution, and Empire. Cambridge University Press, Cambridge 2019, ISBN 978-1-108-40149-4.

Weblinks

  • Offizielle Website der puerto-ricanischen Regierung (spanisch)
  • Datenbank inhaltlich erschlossener Literatur zur gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Situation in Puerto Rico
  • Puerto-ricanisches Kulturinstitut (spanisch)

Einzelnachweise


 

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Flagge: Puerto Rico

Name englisch: Puerto Rico
Hauptstadt: San Juan
Kfz: PRI
ISO: PR
ISO3: PRI
Fläche: 9104 km²
Tld: .pr
Wärung Einheit: USD
Währung: Dollar
Vorwahl: +1-787 and

Ausdehnung / Grenzen (nach WGS 84 dezimal):
nördlichster Punkt: 18.5160099
südlichster Punkt: 17.8814286
westlichster Punkt: -67.9455471
östlichster Punkt: -65.2211099


 
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