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Staat Informationen : Turks- und Caicosinseln

Informationen:


Die Turks- und Caicosinseln, manchmal auch nur Turks & Caicos genannt, sind ein Britisches √úberseegebiet in der Karibik. Es setzt sich aus zwei Inselgruppen, den Turks- und den Caicos-Inseln, zusammen.

Etymologie

Der Namensbestandteil ‚ÄěTurks‚Äú leitet sich von dem autochthonen Kaktus Melocactus intortus (englisch Turk‚Äôs cap cactus) ab, einem Kaktus mit einem charakteristischen roten Fruchtk√∂rper, den die Namensgeber mit der damals charakteristischen Kopfbedeckung der T√ľrken, dem Fes assoziierten. ‚ÄěCaicos‚Äú leitet sich ab von der Bezeichnung ‚Äěcaya hico‚Äú f√ľr ‚ÄěInselkette‚Äú, welche die Lucayaner der Inselgruppe gaben.

Geographie

Die Turks- und Caicosinseln werden, obwohl geographisch im Atlantik gelegen, noch zur Karibik gez√§hlt; die beiden kleinen Inselgruppen bilden die s√ľd√∂stlichen Ausl√§ufer der Bahamas. Ungef√§hr 150¬†km s√ľdlich liegt die Insel Hispaniola mit Haiti und der Dominikanischen Republik, 50¬†km s√ľdwestlich die zu den Bahamas geh√∂rende Inselgruppe Inagua, 65¬†km nordwestlich die Insel Mayaguana der Bahamas.

Die Gesamtfläche aller Inseln beträgt etwa 616 km². Hauptstadt ist Cockburn Town auf Grand Turk.

Bevölkerung

Die Bevölkerung zählte im Januar 2012 etwa 31.500 Menschen, bestehend aus den Nachfahren afrikanischer Sklaven und einer gemischt europäischen Minderheit.

Geschichte

Die urspr√ľngliche indigene Bev√∂lkerung bildeten die Taino, welche wahrscheinlich von den Lucayanern verdr√§ngt oder assimiliert wurden. Die indigene Bev√∂lkerung war um die Mitte des 16. Jahrhunderts aufgrund von Krankheiten und Sklaverei ausgel√∂scht.

Über die Entdeckung der Inseln durch die Europäer gibt es verschiedene Theorien: Einige Historiker sind der Überzeugung, dass Christoph Kolumbus im Jahr 1492 nicht in San Salvador oder Samana Cay auf den Bahamas landete, sondern auf Grand Turk am heutigen Ankerplatz Hawks Nest. Offiziell gilt heutzutage aber Juan Ponce de León, der 1513 erstmals von den Inseln berichtete, als europäischer Entdecker der Inseln.

Im 17. Jahrhundert wurden die Inseln von Bermuda aus besiedelt und befanden sich später unter spanischer, französischer und britischer Kontrolle. Von 1776 bis 1848 waren sie Teil der britischen Kolonie der Bahamas, und von 1848 bis 1959 gehörten sie zum damals ebenfalls noch britischen Jamaika; 1959 wurden sie zur eigenen Kolonie erklärt. Seit 1946 steht das Territorium auf der UN-Liste der Hoheitsgebiete ohne Selbstregierung. Seit etwa 1976 gab es immer wieder Bestrebungen, unabhängig zu werden, seit etwa 1982 ruhen diese allerdings.

1974 gab es erste Bestrebungen im kanadischen Parlament, die Inseln als elfte Provinz in den kanadischen Staatsverband aufzunehmen. Der Gesetzesvorschlag fand jedoch keine Mehrheit und wurde somit abgelehnt. Seit 2003 gibt es jedoch erneute Bestrebungen in diese Richtung. Daf√ľr m√ľsste jedoch erstens Gro√übritannien die Inseln in die Unabh√§ngigkeit entlassen und zweitens jede einzelne kanadische Provinz zustimmen; gerade Letzteres ist infolge der sehr komplizierten kanadischen Verfassungsprozeduren wenig erfolgversprechend.

Im September 2008 wurden die Inseln von den kurz aufeinander folgenden Hurrikanen Hanna und Ike stark getroffen. Vor allem die Turksinseln und South Caicos erlitten starke Zerstörungen.

Auf Grund von Korruptionsvorw√ľrfen erkl√§rte das britische Au√üenministerium die Regierung der Turks- und Caicosinseln im August 2009 f√ľr abgesetzt. Das Parlament wurde aufgel√∂st und die Verfassung, die die Autonomie von Gro√übritannien regelt, au√üer Kraft gesetzt. Die Amtsgesch√§fte wurden von Gouverneur Gordon Wetherell √ľbernommen. Ex-Premier Galmo Williams warf der Regierung in London Rekolonialisierung und Bruch von EU-Recht vor.

2011 wurde eine ge√§nderte Verfassung beschlossen, die am 15. Oktober 2012 in Kraft trat. Allgemeine Wahlen fanden am 9. November 2012 statt, am 13. November 2012 wurde Rufus Ewing als neuer Premierminister vereidigt, und am 28. November 2012 trat das neue Parlament erstmals zusammen. Dort k√ľndigte Gouverneur Ric Todd die Einrichtung einer von ihm geleiteten Kommission zur Vorbereitung der Unabh√§ngigkeit vom Vereinigten K√∂nigreich an, die von beiden im Parlament vertretenen Parteien angestrebt wird.

Zu mehreren politischen Themen gibt es Unstimmigkeiten mit London, beispielsweise bez√ľglich der Einf√ľhrung einer Mehrwertsteuer, die auf den Inseln abgelehnt wird. Von London wird jedoch eine langfristige Stabilisierung der Finanzen der Inseln angestrebt, die ab 2016 nicht mehr durch britische B√ľrgschaften abgesichert werden sollen.

Politik

Die Turks- und Caicosinseln sind ein Überseegebiet des Vereinigten Königreichs. Die 2011 erlassene Verfassung ist seit dem 15. Oktober 2012 in Kraft.

Staatsoberhaupt ist Königin Elisabeth II., die durch einen von ihr ernannten Gouverneur vertreten wird.

Das Parlament (House of Assembly) z√§hlt 21 Mitglieder, n√§mlich 15 f√ľr vier Jahre gew√§hlte Mitglieder, vier ernannte Mitglieder, den Generalstaatsanwalt (ohne Stimmrecht) und den Sprecher. F√ľr die Parlamentswahlen bilden die Turks- und Caicos-Inseln sowohl einen einzigen gemeinsamen Wahlkreis wie auch zehn Wahlkreise. Von den 15 gew√§hlten Parlamentsmitgliedern werden f√ľnf Mitglieder im gemeinsamen Wahlkreis gew√§hlt sowie je ein Mitglied f√ľr jeden der zehn Wahlkreise.

Der Mehrheitsf√ľhrer im Parlament wird vom Gouverneur zum Premierminister ernannt. Die Regierung (Kabinett) setzt sich aus dem Gouverneur, dem Premierminister, bis zu sechs weiteren Ministern aus den Reihen der gew√§hlten oder ernannten Mitglieder des Parlaments, dem stellvertretenden Gouverneur und dem Generalstaatsanwalt zusammen.

Am 28. Januar 2016 legte die EU-Kommission ein Maßnahmenpaket zur Bekämpfung von Steuerflucht vor, bei dem unter anderem die Turks- und Caicosinseln auf der schwarzen Liste der Steueroasen auftauchen.

Verwaltung

Die Turks- und Caicos-Inseln sind in sechs Verwaltungsdistrikte aufgeteilt, zwei davon auf den Turks-Inseln und vier auf den Caicos-Inseln. Die Verwaltungsdistrikte werden von Distriktkommissaren geleitet.

Wirtschaft

Lange Zeit dominierte die Salzgewinnung die Wirtschaft der Turks- und Caicosinseln. Schon vor der Ankunft der Europ√§er tauschten die Ta√≠no das Salz gegen Honig und Fr√ľchte aus Hispaniola. Ende des 17. Jahrhunderts begannen englische Kolonisten aus Bermuda mit der Anlage von Salzg√§rten. W√§hrend der n√§chsten 250 Jahre wurde auf South Caicos, Grand Turk und Salt Cay in gro√üem Umfang Salz gewonnen. Ihren H√∂hepunkt erreichte die Salzproduktion am Beginn des 20. Jahrhunderts; auf rund 320 Hektar Salinenfl√§che wurden j√§hrlich etwa 60.000 Tonnen Salz erzeugt. Mangelnde Konkurrenzf√§higkeit aufgrund der relativ geringen Betriebsgr√∂√üen f√ľhrte nach der Mitte des 20. Jahrhunderts zur Einstellung der Salzgewinnung.

Heute ist das Land wirtschaftlich stark vom Tourismus abh√§ngig. Hotels und Restaurants erwirtschaften mehr als ein Drittel des Bruttoinlandsprodukts. Finanzdienstleistungen tragen etwa 10¬†% zum BIP bei, die relative Bedeutung dieses Sektors ist in den letzten Jahren etwas zur√ľckgegangen.

Das nominale Bruttoinlandsprodukt der Turks- und Caicosinseln lag 2018 bei etwa 1113¬†Mio. US-Dollar, das entsprach 26.909 US-Dollar pro Kopf der Bev√∂lkerung. Die Handelsbilanz ist stark negativ; im Jahr 2018 standen Importen von 483,7¬†Mio. US-Dollar Exporte von lediglich 5,8¬†Mio. US-Dollar gegen√ľber. Hauptexportg√ľter sind Fischereiprodukte wie die Gro√üe Fechterschnecke und die Karibik-Languste, dennoch hat die Fischerei heute nur noch einen geringen Anteil am BIP. Die Leistungsbilanz war 2018 ebenfalls negativ, das Defizit betrug nach vorl√§ufigen Berechnungen mehr als 90¬†Mio. US-Dollar. Im Gegensatz dazu wurden in den Jahren davor erhebliche √úbersch√ľsse erwirtschaftet.

Mit großem Abstand wichtigster Handelspartner sind die Vereinigten Staaten, aus denen mehr als 85 % aller Importe stammen, gefolgt von den Bahamas mit 9,4 % der Importe.

Als Währung wird der US-Dollar verwendet.

Infrastruktur

Die Turks and Caicos Islands Port Authority betreibt mehrere Seeh√§fen auf den Turks- und Caicos Inseln. Wichtigster Hafen, √ľber den der Gro√üteil des internationalen Handels abgewickelt wird, ist South Dock auf Providenciales. Weitere internationale H√§fen sind South Dock auf Grand Turk und Conch Ground auf South Caicos. Dar√ľber hinaus gibt es weitere Anlegestellen f√ľr den lokalen Verkehr.

Mehrmals täglich verkehren Personenfähren zwischen Providenciales und North Caicos. Jeweils dreimal wöchentlich gibt es Fährverbindungen zwischen Providenciales und South Caicos sowie zwischen Grand Turk und Salt Cay.

Hauptflughafen ist der Flughafen Providenciales, √ľber den derzeit (Stand 2020) alle internationalen Linienfl√ľge von und zu den Turks- und Caicosinseln abgewickelt werden. Der zweite internationale Flughafen des Landes, der JAGS McCartney International Airport auf Grand Turk, wird im Linienbetrieb nur von Inlandsfl√ľgen bedient. Weitere planm√§√üig im Inlandsverkehr angeflogene Flugpl√§tze befinden sich auf South Caicos und Salt Cay; der North Caicos Airport wird ausschlie√ülich von Charterfl√ľgen bedient. Ferner gibt es auf Pine Cay und Ambergris Cay zwei privat betriebene Flugpl√§tze. Der Flughafen auf Middle Caicos ist zur Zeit (2019) geschlossen. Der Flugverkehr zwischen den Inseln wird von InterCaribbean Airways und Caicos Express Airways durchgef√ľhrt.

Sport

Cricket ist der beliebteste Sport auf den Turks- und Caicosinseln und gilt als Nationalsport. Im Gegensatz zu den meisten anderen ehemaligen britischen √úberseegebieten der Karibik stellen die Turks- und Caicosinseln keine Spieler f√ľr das West Indies Cricket Team und verf√ľgen stattdessen √ľber ihre eigene Nationalmannschaft.

Literatur

  • Carlton Mills: A History of the Turks & Caicos Islands. Macmillan Caribbean, London 2009, ISBN 978-1-4050-9894-6 (englisch).¬†
  • Herbert E. Sadler, Marjorie Sadler, Karen Collins: Turks Islands Landfall. A History of the Turks & Caicos Islands. Marjorie E. Sadler, Grand Turk 1997, ISBN 976-8138-62-9 (englisch).¬†
  • Theodoor de Booy: The Turks and Caicos Islands, British West Indies. In: Geographical Review. Band¬†6, Nr.¬†1, Juli 1918, ISSN¬†0016-7428, S.¬†37‚Äď51, JSTOR:207448 (englisch).¬†

Weblinks

  • About the Turks and Caicos Islands. In: visittci.com. Visit Turks and Caicos Islands Limited; abgerufen am 22.¬†Oktober 2019 (englisch).¬†
  • Martin M√ľhlbauer: Die Turks and Caicos Islands. 2006, archiviert vom Original am 29.¬†September 2007; abgerufen am 22.¬†Oktober 2019.¬†
  • The Turks and Caicos Islands Constitution Order 2011. In: legislation.gov.uk. Government of the United Kingdom, 13.¬†Juli 2011; abgerufen am 22.¬†Oktober 2019 (englisch, Verfassung von 2011).¬†

Einzelnachweise



Quelle: Wikipedia

 

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Flagge: Turks and Caicos Islands

Name englisch: Turks and Caicos Islands
Hauptstadt: Cockburn Town
Kfz:
ISO: TC
ISO3: TCA
Fläche: 430 km²
Tld: .tc
Wärung Einheit: USD
Währung: Dollar
Vorwahl: +1-649

Ausdehnung / Grenzen (nach WGS 84 dezimal):
nördlichster Punkt: 21.9623502
südlichster Punkt: 21.1921745
westlichster Punkt: -72.4824716
östlichster Punkt: -71.0860034


 
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