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Staat Informationen : Amerikanische Jungferninseln

Informationen:


Die Amerikanischen Jungferninseln (englisch United States Virgin Islands, Virgin Islands of the United States oder kurz USVI) sind ein nicht inkorporiertes Außengebiet der Vereinigten Staaten. Geographisch sind sie ein Teil der in der Karibik, östlich von Puerto Rico, gelegenen Inselgruppe der Jungferninseln. Sie bestehen aus den drei Hauptinseln Saint Croix, Saint John und Saint Thomas. 1996 ĂŒbergab die Bundesregierung der Vereinigten Staaten Water Island an das Außengebiet. Daneben gibt es noch zahlreiche kleinere Inseln.

Geographie

Allgemein

Die Landschaft ist grĂ¶ĂŸtenteils steinig, hĂŒgelig bis gebirgig mit nur wenig ebener FlĂ€che. Der höchste Punkt ist der Crown Mountain mit 474 m ĂŒber dem Meeresspiegel. Das Klima auf den Inseln ist tropisch. Es wird gemĂ€ĂŸigt durch östliche Winde mit einer niedrigen Luftfeuchtigkeit und nur geringen Temperaturunterschieden ĂŒber das Jahr. Die Regenzeit ist von Mai bis November, wobei hier Abweichungen möglich sind. Die Inseln liegen entlang der Anegada-Passage, einem Schifffahrtsweg zum Panamakanal.

Die Inseln waren in den letzten Jahren mehreren TropenstĂŒrmen ausgesetzt. HĂ€ufig sind schwere DĂŒrreperioden oder auch Überschwemmungen, gelegentlich ereignen sich Erdbeben. Es mangelt an natĂŒrlichen SĂŒĂŸwasservorkommen.

Schutzgebiete

Auf den Inseln Saint John und Hassel befindet sich der 1956 gegrĂŒndete Virgin-Islands-Nationalpark.

Die Korallenriffe im Osten der Insel St. John sind seit 2001 als Virgin Islands Coral Reef National Monument ausgewiesen.

Liste der Inseln

Folgende Inseln und Inselgruppen sind Teil der Amerikanischen Jungferninseln:

  • Barrel of Beef
  • Blinders Rocks
  • Booby Rock
  • Bovoni Cay
  • Buck Island (Saint Croix)
  • Buck Island (Saint Thomas)
  • Calf Rock
  • Capella Islands
  • Carvel Rock
  • Cas Cay
  • Cinnamon Cay
  • Cockroach Island
  • Coculus Rock
  • Cololoba Cay
  • Congo Cay
  • Cow Rock
  • Cricket Rock
  • Current Rock
  • Dog Island
  • Dog Rocks
  • Domkirk Rock
  • Dry Rock
  • Durloe Cays
  • Dut Cheap Cay
  • Fish Cay
  • Flanagan Island
  • Flat Cays
  • Gorret Rock
  • Grass Cay
  • Great Saint James Island
  • Green Cay (Saint Croix)
  • Green Cay (Saint Thomas)
  • Hans Lollik Island
  • Hans Lollik Rock
  • Hassel Island
  • Henley Cay
  • Inner Brass Island
  • Kalkun Cay
  • Leduck Island
  • Limestone Rock
  • Little Hans Lollik Island
  • Harvey Island
  • Little Saint James
  • Lizard Rocks
  • Lovango Cay
  • Mingo Cay
  • Outer Brass Island
  • Packet Rock
  • Patricia Cay
  • Pelican Cay
  • Perkins Cay
  • Porpoise Rocks
  • Protestant Cay
  • Ramgoat Cay
  • Rata Cay
  • Rotto Cay
  • Rupert Rock
  • Ruth Island
  • Saba Island
  • Saint Croix
  • Saint John
  • Saint Thomas
  • Salt Cay
  • Saltwater Money Rock
  • Sandy Point Rock
  • Savana Island
  • Shark Island
  • Skipper Jacob Rock
  • Steven Cay
  • The Stragglers
  • Sula Cay
  • Thatch Cay
  • Triangle Island
  • Trunk Cay
  • Turtleback Rock
  • Turtledove Cay
  • Two Brothers
  • Water Island
  • Waterlemon Cay
  • Welk Rocks
  • West Cay
  • Whistling Cay

Bevölkerung

Die Amerikanischen Jungferninseln haben etwa 108.605 Einwohner. Die Lebenserwartung auf der Insel betrug 2016 80,0 Jahre (Frauen: 83,2 Jahre/MÀnner: 77,0 Jahre). Das Median-Alter der Bevölkerung war mit 45,6 Jahren sehr hoch (Stand 2016). Aufgrund der hohen Anzahl an Menschen, die die Insel verlassen, sank die Bevölkerungszahl Anfang des 21. Jahrhunderts leicht, stieg in den letzten Jahren aber wieder an.

Herkunft, Konfessionen und Sprachen

42 % der Einwohner sind Baptisten, 34 % Katholiken und 17 % Anglikaner. 76,0 % der Bevölkerung stammen von ehemaligen afrikanischen Sklaven ab, daneben gibt es noch Menschen gemischter Herkunft (2,1 %) und einige Weiße (15,6 %) sowie Asiaten (1,4 %). Die indianischen Ureinwohner wurden noch im 16. Jahrhundert ausgerottet. Neben der Amtssprache Englisch wird ein englischbasiertes Kreolisch gesprochen. Da auf den Inseln viele Zuwanderer aus anderen karibischen LĂ€ndern leben, sind auch Spanisch und französischbasierte Kreolsprachen verbreitet.

Bevölkerungsentwicklung

Quelle: UN

Geschichte

FrĂŒhe Kolonialgeschichte

Die von TaĂ­no bewohnten Inseln wurden 1493 von Christoph Kolumbus entdeckt. Am 14. November 1493 betrat er zunĂ€chst eine Insel, der er den Namen Santa Cruz gab (Saint Croix). Dann segelte er 70 km nach Norden zu den Inseln Saint Thomas und Saint John. Aufgrund der großen Zahl an kleineren Inseln und ihrer Schönheit nannte er sie (nach der Legende von der Heiligen Ursula und ihren 11.000 GefĂ€hrtinnen, die bei Köln ihr Martyrium erlitten haben sollen) die „Jungfraueninseln“ (Santa Ursula y las Once Mil VĂ­rgenes, kurz: Las VĂ­rgenes). Saint Croix wurde erst spĂ€ter zu den Jungferninseln gezĂ€hlt.

Nach Siedlungsversuchen der EnglĂ€nder und HollĂ€nder auf St. Croix ab 1625 kam es zur Inbesitznahme durch Spanier und Franzosen ab 1650. 1653 wurde St. Croix vom Malteserorden ĂŒbernommen, 1665 aber von Frankreich zurĂŒckerworben.

DĂ€nisch-Westindien

Am 30. MĂ€rz 1666 wurde der Dannebrog auf St. Thomas gehisst, das fortan als dĂ€nische Kolonie zu DĂ€nemark-Norwegen gehörte (DĂ€nisch-Westindien). 1672 errichteten dĂ€nische Siedler auf St. Thomas die erste stĂ€ndige Siedlung, 1685 schloss der kurbrandenburgische Marine-Generaldirektor Benjamin Raule mit Vertretern der DĂ€nisch-Westindisch-Guinesischen Compagnie einen Vertrag ĂŒber die Vermietung eines Teils von St. Thomas an Brandenburg. 1689 besetzte Brandenburg die zwischen Saint Thomas und Puerto Rico liegende Krabbeninsel.

1693 beschlagnahmten die DĂ€nen, ohne auf Widerstand zu stoßen, die brandenburgischen Faktoreien. 1694 breiteten die Siedler sich auch auf Saint John aus. Am 13. August 1720 unterzeichnete der preußische König Friedrich Wilhelm I. eine Urkunde, in der er gegenĂŒber der hollĂ€ndischen Handelsgesellschaft auf alle ehemaligen brandenburgischen Gebiete in Afrika (Arguin, heute Mauretanien, und Groß Friedrichsburg an der GoldkĂŒste, heute Ghana) und St. Thomas (Jungferninseln, USA) verzichtete.

Saint Croix, seit 1674 in französischem Besitz, wurde 1733 von DĂ€nemark erworben. Bedeutung erlangte der Handel mit DĂ€nisch-Westindien fĂŒr die damals dem dĂ€nischen Gesamtstaat zugehörige Stadt Flensburg (vor 1864) durch den Import und die Verarbeitung von Rohrzucker. 1733 und 1848 kam es hier zum Sklavenaufstand gegen die DĂ€nen.

Territorium der Vereinigten Staaten

Weil die Vereinigten Staaten im Ersten Weltkrieg in diesem Gebiet einen MarinestĂŒtzpunkt benötigten, erwarben sie die Inseln 1917 fĂŒr 25 Millionen Dollar von DĂ€nemark. Inflationsbereinigt sind dies nach heutigem Wert 498 Millionen Dollar bzw. 412 Millionen Euro respektive 453 Millionen Schweizer Franken.

P.W. Sparks, ein Offizier der US Navy, entwarf die Flagge der United States Virgin Islands. Nachdem sein Vorgesetzter Admiral Kitelle dem Design zugestimmt hatte, ließ Sparks die erste Flagge von seiner Frau und deren Schwester nĂ€hen. FĂŒr den Entwurf ĂŒbernahm er Symbole des Siegels des PrĂ€sidenten der Vereinigten Staaten. Die drei Pfeile in den Krallen des Weißkopfseeadlers stehen stellvertretend fĂŒr die drei Inseln, der Olivenzweig wie im Vorbild fĂŒr den Frieden.

Den Einwohnern garantieren die USA seit 1927 die amerikanische StaatsbĂŒrgerschaft. Das Innenministerium der USA ĂŒbernahm 1931 administrative Pflichten. Seit 1946 steht das Territorium auf der UN-Liste der Hoheitsgebiete ohne Selbstregierung. Seit 1972 entsenden die Virgin Islands einen Vertreter („delegate“) in das ReprĂ€sentantenhaus, der allerdings kein Stimmrecht hat.

Infrastruktur

Das Straßennetz der Inseln ist 856 km lang. Die Inseln sind das einzige Besitztum der USA mit Linksverkehr.

Saint Thomas hat einen der besten NaturhÀfen der Karibik. Daneben gibt es noch HÀfen in Christiansted, Cruz Bay und Port Alucroix.

Ferner gibt es drei FlughÀfen: Downtown Heliport auf der Insel Saint Croix, Henry E. Rohlson Airport auf der Insel Saint Croix und den Cyril E. King Flughafen auf der Insel Saint Thomas.

Wirtschaft

Der Schwerpunkt der Wirtschaft liegt auf dem Tourismus, der fĂŒr mehr als 70 % des Bruttosozialprodukts und 70 % der BeschĂ€ftigungsverhĂ€ltnisse sorgt. Im Schnitt besuchen jĂ€hrlich zwei Millionen Touristen die Inseln. Das Bruttoinlandsprodukt lag 2013 bei 36.100 US-Dollar pro Kopf. Dies ist auf dem Niveau der entwickelten IndustrielĂ€nder, jedoch deutlich unter dem Niveau des US-Festlands.

Der industrielle Sektor besteht vor allem aus Erdölraffinerien und der Herstellung von Textilien, Elektronik, pharmazeutischen Produkten und der Endmontage von Uhren. Eine der weltweit grĂ¶ĂŸten Erdölraffinerien steht auf Saint Croix. Die Raffinerie wurde 2012 nach 45 Jahren geschlossen.

Die Landwirtschaft ist unbedeutend; die meisten Nahrungsmittel mĂŒssen importiert werden.

Internationaler Handel und der Finanzsektor sind kleine, aber wachsende Wirtschaftsbereiche.

Kultur

Sport

Cricket war einst die beliebteste Sportart auf den Amerikanischen Jungferninseln, wurde aber inzwischen von den US-amerikanischen Sportarten American Football, Basketball und Baseball ĂŒberflĂŒgelt. Die Amerikanischen Jungferninseln sind eines der Gebiete, die mit anderen Karibikstaaten das West Indies Cricket Team bilden, eine der „Nationalmannschaften“ im internationalen Cricket mit Teststatus, der angesehensten Form dieses Sports. Das West Indies Cricket Team nahm an jedem Cricket World Cup teil und gewann die ersten beiden Austragungen 1975 und 1979.

Feiertage

Literatur

  • Rainer D. K. Bruchmann: Zur brandenburgischen Kolonialgeschichte. Die Insel St. Thomas in der Karibik (= Brandenburgische entwicklungspolitische Hefte. H. 31, ISSN 0946-042X). Unze-Verlags- und Druck-Gesellschaft, Teltow 1999.
  • Karlheinz Graudenz, Hanns Michael Schindler: Die deutschen Kolonien. Geschichte der deutschen Schutzgebiete in Wort, Bild und Karte. 8. Auflage. Weltbild, Augsburg 1995, ISBN 3-89350-701-9.
  • Paul H. Kuntze: Das Volksbuch unserer Kolonien. Georg Dollheimer, Leipzig 1938.

Weblinks

  • Literatur von und ĂŒber Amerikanische Jungferninseln im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
  • Datenbank inhaltlich erschlossener Literatur zur gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Situation auf den Amerikanischen Jungferninseln

Einzelnachweise




Quelle: Wikipedia

 

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Flagge: U.S. Virgin Islands

Name englisch: U.S. Virgin Islands
Hauptstadt: Charlotte Amalie
Kfz:
ISO: VI
ISO3: VIR
Fläche: 352 km²
Tld: .vi
Wärung Einheit: USD
Währung: Dollar
Vorwahl: +1-340

Ausdehnung / Grenzen (nach WGS 84 dezimal):
nördlichster Punkt: 18.41295
südlichster Punkt: 17.673884
westlichster Punkt: -65.0854569
östlichster Punkt: -64.5654944


 
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