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Staat Informationen : Saint-Barthelemy (Insel)

Informationen:


Saint-BarthĂ©lemy (deutsch Sankt BartholomĂ€us, auch St. Barths, St. Barts, St. Barth oder Saint-Barth genannt) ist eine Insel der Kleinen Antillen. Sie ist seit Februar 2007 ein eigenstĂ€ndiges französisches Überseegebiet mit dem Status einer CollectivitĂ© d’outre mer. Seit dem 1. Januar 2012 zĂ€hlt sie zu den mit der EuropĂ€ischen Union assoziierten Überseeischen LĂ€ndern und Hoheitsgebieten.

Geographie

Im Nordwesten liegt die französisch-niederlĂ€ndische Insel St. Martin (niederlĂ€ndisch Sint Maarten), im SĂŒden befinden sich St. Kitts sowie die niederlĂ€ndischen Inseln Sint Eustatius und (im SĂŒdwesten) Saba. In OstsĂŒdost liegt Barbuda.

Die Insel hat eine FlĂ€che von 21 kmÂČ und 10.124 Einwohner (Stand 1. Januar 2018) und damit 482 Einwohner pro kmÂČ. Die höchste Erhebung ist mit 286 m der Morne de Vitet im Osten der Insel.

Zu Saint-BarthĂ©lemy gehören außer der Hauptinsel diverse kleinere unbewohnte Nebeninseln, u. a. Île Fourchue (0,99 kmÂČ), Île Chevreau (Île Bonhomme) (0,62 kmÂČ), Île FrĂ©gate (0,29 kmÂČ), La Tortue (L’Ecalle) (0,4 kmÂČ), Île Toc Vers (0,15 kmÂČ), Île le Boulanger, Île Coco, Mancel (La Poule et les Poussins), Île PelĂ©, Pain de Sucre, Île Petit-Jean und Les Grenadins.

Politik

Politischer Status

Bis 2007 war Saint-BarthĂ©lemy eine Gemeinde und bildete zusammen mit dem französischen Teil der Nachbarinsel St. Martin ein Arrondissement des Übersee-DĂ©partements Guadeloupe, das Arrondissement Saint-Martin-Saint-BarthĂ©lemy (auch Arrondissement des Îles du Nord „Arrondissement der nördlichen Inseln“).

Nach einem im Jahr 2003 abgehaltenen Referendum trennte sich Saint-BarthĂ©lemy – neben Saint-Martin – am 22. Februar 2007 von Guadeloupe und wurde zu einer eigenen CollectivitĂ© d’outre mer. Die Verwaltung wird aber auch in Zukunft der einer französischen Kommune entsprechen. Ebenso dĂŒrfen Nichtfranzosen, die aus einem EU-Land stammen, auch zukĂŒnftig an Gemeinderatswahlen teilnehmen. Saint-BarthĂ©lemy ist seit dem 1. Januar 2012 als assoziiertes ĂŒberseeisches Hoheitsgebiet (ÜLG) nicht mehr Teil der EuropĂ€ischen Union, behĂ€lt jedoch den Euro als gesetzliches Zahlungsmittel.

Michel Magras vertritt seit 1. Oktober 2008 die Insel im französischen Senat und ist dort Mitglied der Fraktion Les Républicains.

Gemeindepartnerschaft

  • Schweden PiteĂ„, Provinz Norrbottens lĂ€n, Schweden, seit 1977.

Geschichte

Die Insel war ursprĂŒnglich vom indigenen Volk der Kariben (Arawak) besiedelt, die ihr den Namen Ouanalao gaben. 1493 wurde sie von Christoph Kolumbus auf dessen zweiter Reise entdeckt und zu Ehren seines Bruders Bartolomeo nach dessen Namenspatron, dem Apostel BartholomĂ€us, benannt. Die Spanier besiedelten die Insel in der Folgezeit jedoch nicht, und so war sie nur auf dem Papier in spanischem Besitz. Über den Verbleib der Urbevölkerung ist wenig bekannt. Zum einen Teil starb sie wahrscheinlich an aus Europa eingeschleppten Krankheiten, die sich auch ohne Zutun der Spanier von Insel zu Insel verbreiteten, zum anderen Teil wurde sie von diesen auch aktiv bekĂ€mpft und vermutlich wie von zahlreichen anderen kleinen Antilleninseln auch zur Zwangsarbeit nach Hispaniola verschleppt.

1648 wurde die zu dem Zeitpunkt lediglich von 170 EuropĂ€ern und 50 afrikanischen Sklaven besiedelte Insel von dem französischen Malteserritter Phillippe de Longvilliers de Poincy besetzt. 1651 verkaufte die französische Krone ihre AnsprĂŒche auf die Insel an den Orden von Malta. Ab 1659 ließen sich vor allem aus der Normandie und der Bretagne stammende französische Kolonisten auf Saint-BarthĂ©lemy nieder. FĂŒr den damals sehr gewinnbringenden Anbau von Zuckerrohr war das dortige Klima zu trocken. Aus diesem Grund wurde auch keine grĂ¶ĂŸere Zahl von afrikanischen Sklaven auf die Insel gebracht, was die Bevölkerungsstruktur bis heute von derjenigen benachbarter Inseln unterscheidet. Die Lage im Norden der Kleinen Antillen war jedoch strategisch interessant, weshalb sich Saint-BarthĂ©lemy mit seinem natĂŒrlich geschĂŒtzten Hafen beim Hauptort Le CarĂ©nage (wörtlich: Platz zum Reparieren des Kiels) zu einer Anlaufstation fĂŒr Piraten entwickelte. Die wenigen Bewohner lebten vom Fischfang, der Aufzucht von Nutztieren, der Gewinnung von Salz und dem Anbau von Baumwolle und Indigo.

1784 ĂŒberließ König Ludwig XVI. die als relativ wertlos geltende Insel König Gustav III. von Schweden im Tausch gegen ein Handelsrecht in Göteborg. Am 7. MĂ€rz 1785 wurde die Insel von den Schweden in Besitz genommen und der Hauptort Le CarĂ©nage wurde zu Ehren des schwedischen Königs in Gustavia umbenannt. Saint-BarthĂ©lemy hatte jedoch nicht einmal eigene Trinkwasservorkommen, sodass Wasser von den Nachbarinseln importiert werden musste. Durch GewĂ€hrung eines Freihafenstatus blĂŒhte der Hafen auf (siehe auch Schwedischer Sklavenhandel und Schwedische Westindien-Kompanie), bis 1852 ein großes Feuer weite Teile Gustavias zerstörte. In US-Handelsstatistiken aus dieser Zeit wird die Insel als „Schwedisch-Westindien“ gefĂŒhrt. Die Einwohner blieben auch unter schwedischer Herrschaft mehrheitlich französischstĂ€mmige EuropĂ€er mit ihren Sklaven, wodurch weiterhin ein französisches Patois gesprochen wurde.

In der Zeit vom 19. MĂ€rz 1801 bis zum 10. Juli 1802 war Saint-BarthĂ©lemy von britischen Truppen besetzt und stand unter britischer Zwangsverwaltung. Alle freien BĂŒrger der Insel mussten einen Treueeid auf den englischen König ablegen. Diese militĂ€rische Aktion der Briten fand zeitgleich und aus gleichem Anlass statt wie die britische Okkupation DĂ€nisch-Westindiens.

Die Sklaverei bestand im nun schwedischen Saint-BarthĂ©lemy zunĂ€chst weiter. Anstatt des vorher gĂŒltigen Code Noir wurde von Pehr Hermann RosĂ©n von Rosenstein, dem schwedischen Interimsverwalter der Insel, 1787 eine „Ordonnance de la police gĂ©nĂ©rale“ erlassen, welche die Behandlung der Sklaven gesetzlich regelte. Durch den Übergang in schwedischen Besitz wurde die im Zuge der französischen Revolution am 4. Februar 1794 beschlossene Abschaffung der Sklavenhaltung nicht wirksam, ein Gesetz, das jedoch auch auf den französischen Antilleninseln nicht umgesetzt wurde. Ab 1814 kam es zu einer Diskussion ĂŒber die Sklaverei in Schweden selbst, und sogar die schwedischen ReichsstĂ€nde beschĂ€ftigten sich mit dem Thema. Ab 1844 wurde ein Programm gestartet, bei dem mit Geldern der schwedischen Staatskasse die damals noch 529 auf der Insel lebenden Sklaven schrittweise freigekauft wurden. FĂŒr ein Kind wurden 45 Gourdes bezahlt und fĂŒr jeden erwachsenen Mann 160. 71 dieser Sklaven waren noch vor dem schwedischen Verbot des Sklavenimports vom Jahr 1831 direkt aus Afrika gekommen, der Rest war auf der Insel geboren. Ein Teil der schwarzen Bevölkerung war schon zuvor von seinen Besitzern freigelassen worden oder hatte sich selbst freigekauft. Zur endgĂŒltigen Abschaffung der Sklaverei kam es erst am 9. Oktober 1847, unter König Oskar I. und dessen lokalem Gouverneur James Haarlef Haasum. Die Mehrheit der ehemaligen Sklaven verließ in den folgenden Jahren die Insel, wodurch sich die Gesamtbevölkerung fast halbierte.

Am 10. August 1877 kauften die Franzosen die Insel fĂŒr 400.000 Francs wieder von Schweden zurĂŒck. Ausschlaggebend war der Wunsch der Bewohner. Bei einer Abstimmung hatten 350 von 351 WĂ€hlern fĂŒr die RĂŒckkehr zur französischen Herrschaft votiert. Die Franzosen unterstellten Saint-BarthĂ©lemy im Jahr darauf der Verwaltung von Guadeloupe, von dem sie 1946 eine Commune wurde.

Im Jahr 1957 kaufte der US-amerikanische Bankier David Rockefeller ein Anwesen auf der Insel (heute im Besitz von Roman Abramowitsch), und Saint-BarthĂ©lemy entwickelte sich von da an zu einer Destination fĂŒr Luxustourismus, in der immer wieder der europĂ€ische Jetset und US-amerikanische Stars ihren Urlaub verbringen. ExklusivitĂ€t, schöne StrĂ€nde und gute Möglichkeiten zum Segeln zeichnen Saint-BarthĂ©lemy weiterhin aus.

Zwischen 1962 und 2007 bildete Saint-BarthĂ©lemy zusammen mit dem französischen Teil von St. Martin das zu Guadeloupe gehörende Arrondissement Saint-Martin-Saint-BarthĂ©lemy. 2003 kam es zu einer Volksabstimmung, bei der die Mehrheit fĂŒr eine Abtrennung von Guadeloupe stimmte, und so gilt die Insel seit 22. Februar 2007 als collectivitĂ© d’outre-mer (COM). Beide Gebiete sind seitdem zugleich Kommune, Departement und Region und direkter Teil Frankreichs, wodurch auch zahlreiche Bestimmungen der EuropĂ€ischen Union auf Saint-BarthĂ©lemy gelten. Allerdings besitzen beide CollectivĂ©s fiskale Autonomie, wodurch französische Steuergesetze dort nicht automatisch gelten. Beide Inseln versuchen sich seitdem als Offshore-Finanzplatz und Steuerparadies zu positionieren.

In den Morgenstunden des 6. September 2017 zog das Auge des Hurrikans Irma ĂŒber die Insel. Bevor das Anemometer der örtlichen Wetterstation zerstört wurde, wurden Windgeschwindigkeiten von 250 km/h gemessen.

Territoriale Gliederung

Saint-Barthélemy wird in zwei paroisses mit 40 quartiers gegliedert:

Infrastruktur

Auf der Insel existiert ein Flughafen, der AĂ©roport de Saint-BarthĂ©lemy-RĂ©my de Haenen (IATA-Code: SBH). Die LĂ€nge der Landebahn betrĂ€gt 646 Meter und endet direkt am Wasser. Eine spezielle Pilotenlizenz ist erforderlich. Der Anflug ist aufgrund der stĂ€ndig wechselnden Winde und der Lage hinter einer HĂŒgelkette anspruchsvoll.

Demographie

GemĂ€ĂŸ der VolkszĂ€hlung vom 1. Januar 2018 hat Saint-BarthĂ©lemy 10.124 Einwohner. Mehrheitlich sind die heutigen Bewohner Nachkommen französischer Siedler aus der Kolonialzeit, wovon die meisten aus der Normandie, der Bretagne und anderen Regionen im Norden und Westen Frankreichs stammten. Die meisten der ehemaligen afrikanischen Sklaven haben die Insel nach der Abschaffung der Sklaverei im Jahr 1847 in Richtung anderer Karibikinseln verlassen, wodurch Saint-BarthĂ©lemy eine der wenigen Antilleninseln mit einer mehrheitlich weißen Bevölkerung ist. Deshalb ist Französisch auch die meistgesprochene Sprache, wobei die Einheimischen teilweise ein französisches Patois sprechen. Im Westen der Insel hat dieses Ähnlichkeiten mit dem Französisch, das in QuĂ©bec und anderen nordamerikanischen Sprachinseln gesprochen wird. Im Osten der Insel, dem Teil in dem frĂŒher in beschrĂ€nktem Maße Plantagenwirtschaft betrieben wurde, Ă€hnelt es mehr einer archaischen Variante des afrikanisch beeinflussten karibischen Patois von Martinique. Das Schwedische hat außer einigen Ortsnamen keine nennenswerten Spuren in der Sprache hinterlassen. Ein großer Teil der Einwohner spricht heute auch Englisch als Zweitsprache, um zum einen mit den internationalen Touristen, zum anderen mit den Bewohnern der benachbarten Inseln kommunizieren zu können, auf denen ein karibisches Englisch gesprochen wird (St. Kitts und Nevis, Antigua und Barbuda, Anguilla, Jungferninseln etc.).

Auf Saint-BarthĂ©lemy lebte auch EugĂ©nie Blanchard, die am 16. Februar 1896 geboren wurde und die Ă€lteste lebende BĂŒrgerin Frankreichs und seit dem Tod der Spanierin Manuela FernĂĄndez-Fojaco am 6. Januar 2009 Ă€lteste BĂŒrgerin der EuropĂ€ischen Union war. Mit dem Tode der Japanerin Kama Chinen, geboren am 10. Mai 1895, am 2. Mai 2010 wurde sie zudem der Ă€lteste Mensch der Welt, bis sie selbst am 4. November 2010 starb.

Weblinks

  • Bienvenue sur le site de la CollectivitĂ© de Saint-BarthĂ©lemy. Offizielle Website der CollectivitĂ© de Saint-BarthĂ©lemy, Antilles Françaises (französisch).
  • St Barth – L’art d’ĂȘtre une Ăźle. Website des ComitĂ© Territorial du Tourisme de Saint BarthĂ©lemy (französisch).
  • St Barts Vacation guide. In: St.Barths Online (englisch).
  • Saint BarthĂ©lemy, French West Indies. Bildatlas der Insel. In: iledestbarth.com. Ingo Hundertmark (englisch).
  • S:t BarthĂ©lemysĂ€llskapet. Website der St. BarthĂ©lemy Gesellschaft (schwedisch).
  • MĂ©moire St Barth. Geschichte der Insel Saint-BarthĂ©lemy (ĂŒber die Sklaverei und deren Abschaffung). ComitĂ© de Liaison et d’Application des Sources Historiques (C-L-A-S-H) (französisch).

Einzelnachweise



Quelle: Wikipedia

 

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Flagge: Saint Bartholemy

Name englisch: Saint Bartholemy
Hauptstadt: Gustavia
Kfz:
ISO: BL
ISO3: BLM
Fläche: 21 km²
Tld: .gp
Wärung Einheit: EUR
Währung: Euro
Vorwahl: 590

Ausdehnung / Grenzen (nach WGS 84 dezimal):
nördlichster Punkt: 17.960853
südlichster Punkt: 17.8708287
westlichster Punkt: -62.9118453
östlichster Punkt: -62.7892148


 
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