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Dominica
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Informationen : DominicaDominica (amtlich Commonwealth Dominica) ist ein Inselstaat in den Kleinen Antillen in der östlichen Karibik. Der Staat erstreckt sich ĂŒber die gleichnamige Insel und ist Mitglied des Commonwealth of Nations. Neben der Amtssprache Englisch ist Antillen-Kreolisch, von den Einwohnern Patwa (Patois) genannt, als Umgangssprache verbreitet.
In der Sprache der karibischen indigenen Bevölkerung wurde die Insel wegen ihres gebirgigen GelĂ€ndeprofils Ouaitocoubouli genannt (in anderer Transkription Wai'tukubuli, deutsch âihr Körper ist hochâ).
Die europÀische Bezeichnung erhielt die Insel, weil Christoph Kolumbus sie nach dem Wochentag ihrer Entdeckung benannte, einem Sonntag (auf Latein: Dominica).
Dominica liegt auf 15°18âČN 61°23âČW in der östlichen Karibik. Als eine der Westindischen Inseln im östlichen Inselbogen der Kleinen Antillen gehört Dominica zu den Inseln ĂŒber dem Winde.
Nach britischem Sprachgebrauch zĂ€hlt Dominica zu den âLeeward Islandsâ, womit der nördliche Teil jener Inselgruppe gemeint ist, die im Deutschen und anderen Sprachen als Inseln ĂŒber dem Winde bezeichnet wird. Da aber Dominica ungefĂ€hr in der Mitte des Inselbogens liegt, die Abgrenzung von nördlich gelegenen (englisch Leeward Islands) gegenĂŒber weiter sĂŒdlich liegenden (englisch Windward Islands) Inseln dieser Kette in etlichen SprachrĂ€umen unterschiedlich gezogen wird und das westindische Englisch teilweise dem internationalen Sprachgebrauch folgt, wird Dominica auch als nördlichste der âWindward Islandsâ angesehen.
Dominica liegt zwischen den französischen Karibikinseln zweier Ăbersee-DĂ©partements: Guadeloupe im Norden und Martinique im SĂŒden. UngefĂ€hr 250 km im Westen befindet sich die unbewohnte venezolanische Insel Aves.
Die Insel Dominica ist knapp 49 km lang und nicht mehr als 23 km breit. Ihre LandflĂ€che von 751 kmÂČ entspricht etwa der des Stadtstaats Hamburg. Ihre maritime AusschlieĂliche Wirtschaftszone (umgangssprachlich auch 200-Meilen-Zone) umfasst 28.985 kmÂČ, ihr KĂŒstenmeer (12-Meilen-Zone) 659 kmÂČ, ihr gesamtes Seegebiet damit 29.736 kmÂČ. Damit liegt sie im weltweiten Vergleich auf Platz 124.
Eckpunkte Dominicas sind
Dominica liegt mit der Inselkette der kleinen Antillen am östlichen Rand der Karibischen Platte, in der Subduktionszone, in der die SĂŒdamerikanische Platte durch die Plattentektonik unter die Karibische Platte geschoben wird. Die Subduktion fĂŒhrt seit Millionen von Jahren zu vulkanischer AktivitĂ€t und Erdbeben, die bis heute vorkommen (s. Erdbeben in den kleinen Antillen 1974). Wie die gesamte Inselkette ist auch Dominica durch Vulkane entstanden. Ihre Entstehung begann im OligozĂ€n, vor ca. 26 Mio. Jahren, damit ist sie die jĂŒngste der Antillen-Inseln. Wie die anderen Inseln ist sie der Gipfel eines Unterwasserbergs, der durch AnhĂ€ufung von Magma entstand.
Dominica hat mindestens neun potentiell aktive Vulkane, eine der weltweit höchsten Konzentrationen. In den letzten 40.000 Jahren wiesen diese Dutzende, möglicherweise Hunderte Eruptionen auf. In den letzten 350 Jahren gab es 14 von den Vulkanen ausgehende seismische Krisen mit unterirdischer Magmabewegung und Erdbeben. Eine der jĂŒngsten seismischen AktivitĂ€ten der Insel war ein Dampfausbruch im Valley of Desolation im Jahr 1997.
Die OberflĂ€che der Insel besteht fast vollstĂ€ndig aus pleistozĂ€nen Ablagerungen, âŁâŁmit der Ausnahme eines pliozĂ€nen Gebiets im Osten. Darunter findet sich vulkanischer Basalt aus dem EozĂ€n sowie Andesit und Rhyolith, die an manchen Stellen ĂŒber die Ablagerungen herausragen.
Einige der höchsten Berge der Kleinen Antillen finden sich hier, teils von vulkanischen Kratern gekennzeichnet. Die höchste Erhebung ist der Morne Diablotins mit 1447 m; er wird als zweithöchster Berg der Kleinen Antillen nur vom aktiven Vulkan SoufriĂšre auf der benachbarten Insel Basse-Terre (eine von Guadeloupes Hauptinseln) ĂŒberragt. Die zweitgröĂte Erhebung ist der Morne Trois Pitons mit 1423 m. Die Landschaft ist eine der felsigsten und zerklĂŒftetsten der Karibik. 80 % der KĂŒste ist SteilkĂŒste.
Die Kombination aus zerklĂŒfteter, vulkanischer Landschaft mit hohen NiederschlĂ€gen fĂŒhrt zu bemerkenswerten GewĂ€sser-VerhĂ€ltnissen. Auf Dominica findet sich mit dem Boiling Lake ein Kratersee, die weltweit zweitgröĂte HeiĂwasserquelle, die von noch heute vorhandener vulkanischer AktivitĂ€t im Untergrund zeugt. Daneben finden sich auf dem wasserreichen Dominica etwa 300 FlĂŒsse oder BĂ€che, WasserfĂ€lle und etliche Seen wie der Freshwater Lake und der Kratersee Boeri Lake sowie weitere heiĂe Quellen.
Das Klima ist tropisch, gemĂ€Ăigt durch nordöstliche Winde, mit schweren RegenfĂ€llen; Dominica ist eines der niederschlagsreichsten LĂ€nder der Welt.
Dies kann besonders in der Hurrikan-Saison zwischen Mai und November zu Ăberschwemmungen und Erdrutschen fĂŒhren. Im Weltrisikobericht 2021 ist Dominica auf Rang 4 der LĂ€nder mit dem höchsten Katastrophenrisiko weltweit.
WirbelstĂŒrme:
Dominica trĂ€gt den inoffiziellen Beinamen the nature island (âdie Naturinselâ) wegen ihrer ĂŒppigen und artenreichen Tier- und Pflanzenwelt. Es wurden 1226 Pflanzenarten beschrieben.
50 % der Insel sind von unberĂŒhrtem immergrĂŒnem tropischen Regenwald bedeckt, in höheren Lagen findet sich Berg- und Nebelwald.
Es wurden 172 Vogelarten beschrieben, darunter Kolibris, BreitflĂŒgelbussard, Krabbenreiher und Zitterdrosseln. Dominicas Nationalvogel ist die Kaiseramazone, eine vom Aussterben bedrohte Papageienart, die in den BergwĂ€ldern heimisch ist.
In der umgebenden karibischen See finden sich zahlreiche Wal-Arten, insbesondere Pottwale, die man an ruhigen Tagen beobachten kann, daneben auch Grindwale, Borneodelfine, Schlankdelfin und Tursiop-Delfine. Weniger hĂ€ufig sind Cuvier-Schnabelwal, Kleiner Schwertwal, Zwergpottwal, Kleiner Pottwal, Rundkopfdelfin, Gemeiner Delfin, Buckelwal und Brydewal. Dies macht Dominica interessant fĂŒr die Walbeobachtung.
Dominica hatte 2022 73.000 Einwohner. Das jĂ€hrliche Bevölkerungswachstum betrug + 0,4 %. Zum Bevölkerungswachstum trug ein GeburtenĂŒberschuss (Geburtenziffer: 13,3 pro 1000 Einwohner vs. Sterbeziffer: 8,9 pro 1000 Einwohner) bei. Die Anzahl der Geburten pro Frau lag 2022 statistisch bei 1,6, die der Region Lateinamerika und die Karibik betrug 1,8. Im Jahr 2023 waren 19,4 Prozent der Bevölkerung unter 15 Jahre, wĂ€hrend der Anteil der ĂŒber 64-JĂ€hrigen 9,8 Prozent der Bevölkerung betrug.
Die Bevölkerung Dominicas gliedert sich in folgende Gruppen: 86,8 % Schwarze, 8,9 % Menschen gemischter afrikanisch-europÀischer Abstammung, 2,9 % Kariben und 0,8 % EuropÀer.
Die Staatsangehörigen Dominicas werden laut StAGN als âDominicanerâ bezeichnet, im Unterschied zu den Staatsangehörigen der flĂ€chenmĂ€Ăig um ein Vielfaches gröĂeren, nordwestlich gelegenen Dominikanischen Republik, die âDominikanerâ genannt werden.
Kariben
Die Karibik hat von diesen Indigenen ihren Namen, die sich dort Kalinago oder Kalinagos nennen. In einem Reservat (Kalinago Territory) im Osten Dominicas lebt die gröĂte annĂ€hernd homogene Population der Kariben weltweit. Die Zahlenangaben zu den unvermischten Indigenen dieses Reservats divergieren. Dominica Weekly nennt fĂŒr das Jahr 2008 noch 1000 unvermischte Kariben. Abweichend hiervon beziffert eine Karibin die Anzahl der unvermischten Kariben im Reservat mit nur noch rund 300. Die britische Kolonialregierung richtete 1903 das Karibenreservat ein, ihr HĂ€uptling (chief) ist Garnet Joseph, der im Juli 2009 gewĂ€hlt wurde.
1902 schrieb Henry Hesketh Bell (1864â1952), der Verwalter der Insel, an Joseph Chamberlain, den britischen Kolonialminister (Secretary of State for the Colonies), es habe sich zur Zeit der Entdeckung auf einigen Inseln um eine âmilde und schĂŒchterne Rasseâ, auf den kleinen Inseln um kriegerische Kariben gehandelt, wie er von französischen Historikern des 17. Jahrhunderts zu wissen glaubte. Durch ihren unbeugsamen â âheldenhaftenâ â Widerstand entgingen sie, so Bell, der Sklaverei auf den anderen Inseln. Er berichtet weiter, die Kariben seien als Eroberer vom Festland gekommen und hĂ€tten die âArrowakâ unterworfen. Die Töchter hĂ€tten von nun an die Karibensprache, die Söhne jedoch die Arouak-Sprache gesprochen. Die Einwohnerzahl war aber insgesamt gering, die als âCarbetâ bezeichneten Dörfer bestanden nie aus mehr als 30 HĂŒtten und lagen an der KĂŒste. Nur zur Jagd zogen die Kariben in die Berge. Sie bauten hochseetĂŒchtige Kanus und gingen mit ihnen auf Fischfang. Dass sie auf Sklavenjagd gingen, kann wohl als gesichert gelten, doch ob die GerĂŒchte von Menschenfresserei eine wahre Grundlage hatten oder nur dazu dienten, die Spanier abzuschrecken, ist ungeklĂ€rt.
Jedenfalls war schon 1547 dies das Argument, mit dem die Versklavung der Kariben vom spanischen König erlaubt wurde. Da sie jedoch als Sklaven wertlos waren â sie starben lieber, denn als Sklaven zu leben â, wurden sie sofort und ohne jede Kontaktaufnahme getötet. Um 1600 beherrschten die Kariben nur noch Guadeloupe, Dominica und Martinique. Auch auf Dominica setzten sich EuropĂ€er fest, in diesem Fall Franzosen. Einer von ihnen, Du Tertre, gab fĂŒr 1633 die Zahl der Kariben mit 938 an, die sich auf 32 Dörfer verteilten. Dagegen waren 349 Franzosen auf der Insel, hinzu kamen 23 Menschen gemischter afrikanisch-europĂ€ischer Herkunft (in kolonialen Quellen als âMulattenâ bezeichnet) und 338 schwarze Sklaven. 1635 versuchten mehrere KaribenverbĂ€nde einen Angriff auf Guadeloupe, doch wurde er abgewehrt und dann als Vorwand genommen, die Kariben auf Guadeloupe auszurotten. Einige entkamen nach Dominica. Da man auf Martinique offenbar genauso vorging, kamen zahlreiche FlĂŒchtlinge nach Dominica, wo mittlerweile der GroĂteil der Kariben lebte. Ihrer Ăbermacht mussten wiederum die lokalen Franzosen weichen. 1666 rĂ€umten die Franzosen auch Antigua. Im Vertrag von Aachen von 1748, in dem die BesitzverhĂ€ltnisse auch in dieser Region geregelt wurden, erscheint Dominica als eine neutrale Insel, da sie keiner der KolonialmĂ€chte gehörte. Dennoch entstanden an der Westseite Dominicas französische Siedlungen, und die Kariben konnten die Siedler nicht vertreiben. Briten unterstĂŒtzten die Kariben gegen die Franzosen, doch sobald sie 1763 selbst Kolonialherren geworden waren, behandelten sie die Indianer selber wie es zuvor die Franzosen getan hatten. Nur ein winziges Gebiet von weniger als einem Quadratkilometer (232 Acre) sollte ihnen schlieĂlich bleiben. Doch die Kariben verteidigten erfolgreich das Binnenland und zu ihnen stieĂen entflohene Sklaven. 1791 existierten nur 20 bis 30 Familien und sie hatten sich in den Nordosten der Insel geflĂŒchtet, in die Dörfer Salybia und Bataka. Zudem sollen sie um diese Zeit den Kannibalismus aufgegeben haben. Am Ende des 19. Jahrhunderts waren sie so weit assimiliert, dass sie an Sonntagen, wie Bell schrieb, schwarze Röcke und hohe HĂŒte trugen. Er schĂ€tzte die Zahl der vollblĂŒtigen Kariben auf 120, dazu kamen rund 280 Mischlinge. Rochefort stellte 1665 ein knappes Glossar zusammen. Um 1900 war ihr HĂ€uptling Auguste François, doch nannte man ihn âOgisteâ. Bell schlug vor, das Karibenreservat auf 3700 Acre (15 kmÂČ) zu vergröĂern.
Im Mai 2008 schlug Chief Charles Williams vor, Ehen zwischen den rund tausend Kalinagos, wie die Kariben in Abgrenzung zu den sonstigen im Reservat Lebenden genannt werden, und Nicht-Kalinagos zu verbieten, doch lehnte die Regierung das Programm zur Rettung der letzten Karibenpopulation ab, weil dies Freiheitsrechte einschrÀnke.
Englisch ist die Amtssprache und wird allgemein verstanden und gesprochen. Das ursprĂŒnglich in der ganzen Region gesprochene Inselkaribische oder Kalinago der einheimischen Kariben ist seit 1920 ausgestorben. Dominica war zugleich die letzte Insel, auf der Kalinago gesprochen wurde. Weit verbreitet ist Dominikanisches Kreolisch, von den Einheimischen Patwa genannt, eine Variante des Antillen-Kreolisch, das auf dem Französischen beruht und auf die französische Kolonialphase ab 1690 zurĂŒckzufĂŒhren ist, in der eine Bevölkerungsmehrheit französisches Kreolisch sprach, sowie auf die Lage zwischen den zwei französischsprachigen Inseln Martinique und Guadeloupe.
Seit 1979 ist Dominica ein Mitglied der Frankophonie. Dominikanisches Kreolisch ist besonders in der Ă€lteren Generation im Gebrauch. In den jĂŒngeren Generationen nimmt die Verwendung des Kreolischen ab, weshalb Initiativen gestartet wurden, es lebendig zu halten.
Etwa 80 % der Bevölkerung sind katholisch, 15 % protestantisch (5 % Methodisten, 3 % Pfingstler, 3 % Adventisten, 2 % Baptisten, 2 % andere). Voodoo und voodooĂ€hnliche Religionen sind ebenfalls verbreitet und werden oft parallel zu den christlichen Religionsbekenntnissen ausgeĂŒbt.
Die Gesundheitsausgaben des Landes betrugen im Jahr 2021 6,5 % des Bruttoinlandsprodukts. Im Jahr 2017 praktizierten in Dominica 11,4 Ărztinnen und Ărzte je 10.000 Einwohner. Die Sterblichkeit bei unter 5-JĂ€hrigen betrug 2022 32,2 pro 1000 Lebendgeburten. Die Grundversorgung mit medizinischen GerĂ€ten und Bedarfsmitteln in den KrankenhĂ€usern Dominicas ist nicht immer gewĂ€hrleistet.
Hochbetagte
Auf Dominica leben ungewöhnlich viele Zentenare, also Menschen jenseits der hundert Lebensjahre. 2001 waren ĂŒber 20 amtlich erfasst, was einer Quote von einem Zentenar pro 3450 Einwohner entspricht (zum Vergleich: in Deutschland ist die Quote ca. 1 zu 12.200, Stand 2000, also fast 75 % geringer). Legenden ranken sich heute noch um einen der angeblich Ă€ltesten Menschen der Welt, die Dominicanerin Mione Elizabeth George Israel oder einfach Ma Pampo, die am 14. Oktober 2003 im sagenhaften Alter von 128 Jahren auf Dominica gestorben ist. Es gibt jedoch bis dato kein Dokument, welches zweifelsfrei ihren Geburtstag (27. Januar 1875) belegen könnte.
Mit der Ankunft der EuropĂ€er in der Karibik begann die schriftliche Dokumentation und Erforschung der indigenen Ethnien. Dabei haben der begrenzte Kenntnisstand, eine eurozentrische Sichtweise und koloniale Interessen der EuropĂ€er die Schriften der frĂŒhen spanischen, französischen und englischen Chronisten ĂŒber die Indigenen beeinflusst, was zu vielen Vereinfachungen und Verzerrungen fĂŒhrte. Die moderne Geschichtsschreibung, ArchĂ€ologie (einschl. DNA-Forschung) und Ethnologie haben ein differenzierteres Bild erarbeitet, das laufend erweitert und korrigiert wird. In der prĂ€-kolumbianischen Epoche erlebte die Insel mehrere Siedlungswellen bzw. kulturelle Entwicklungen:
Lange dominierte aufgrund der spanischen Ăberlieferung die Annahme, dass auf Dominica zuerst die Ciboney oder Steinleute gelebt hĂ€tten, dann seien die friedlichen Arawak erschienen, die spĂ€ter von den kriegerischen und kannibalischen Kariben ausgerottet worden seien. So berichteten spanische Chronisten, dass die Taino-Einwohner anderer Inseln sich fĂŒrchteten âvor Leuten, die aus Carib oder Canib kamenâ, kriegerisch waren und Gefangene verspeisten, wodurch das Wort Caniba, Kannibalen, ins Spanische und von dort in viele Sprachen vordrang. Heute herrscht ein differenzierteres Bild vor:
Dominica wurde am 3. November 1493 von Christoph Kolumbus auf seiner zweiten Reise entdeckt, er ging jedoch nicht an Land. Kolumbus benannte die Insel nach dem Wochentag ihrer Entdeckung, einem Sonntag (auf Latein: Dominica). Eines der Schiffe seiner Flotte erkundete die InselkĂŒste und fand u. a. die heutige Prince Rupert Bay mit einer Kalinago-Siedlung.
Dominica hatte fĂŒr die Spanier und die anderen kolonisierenden EuropĂ€er strategische Bedeutung, weil sie auf dem Seeweg von Europa nach Westindien das erste Land sowie reich an Holz und Wasser ist. Jedoch war Dominica aufgrund seiner bergigen, zerklĂŒfteten Landschaft, die von nicht schiffbaren FlĂŒssen durchzogen und von dichtem, fast undurchdringlichem Urwald bedeckt ist, jahrhundertelang eine uneinnehmbare âNaturfestungâ. Daher wurde lange Zeit nur selten ein Kolonisierungsversuch unternommen und nur sporadisch liefen Schiffe die Insel an, um Trinkwasser oder Holz zu laden oder den Indianern Obst abzukaufen. Die EuropĂ€er wandten sich anderen Inseln zu, die leichter zu erobern waren. Mit fortschreitender europĂ€ischer Expansion in die Karibik flĂŒchteten Kariben von diesen eroberten Inseln nach Dominica bzw. wurden hierhin deportiert, was die indigene Kontrolle ĂŒber die Insel weiter verstĂ€rkte. Dominica wurde zum letzten RĂŒckzugsgebiet der Kalinago. Aufgrund des hier besonders starken Widerstands wurde Dominica die letzte von EuropĂ€ern kolonisierte karibische Insel.
1503 erlĂ€sst die spanische Regierung die ersten Edikte, die spanischen Kolonisten in Hispaniola freistellen, Kariben sĂŒdlich von Puerto Rico zu jagen und zu versklaven.
1514 trafen die nÀchsten spanischen Besucher ein, eine Flotte unter Pedro Arias de Avila. Am 3. Juni 1514 lief er mit 19 Schiffen und 1.500 Mann Besatzung in die gleiche Bucht ein. Beim Landgang wurden seine MÀnner aus dem Hinterhalt von den Indianern mit giftigen Pfeilen beschossen.
1519 wurde Dominica mit weiteren 20 Inseln durch die Spanier dem Bistum von Puerto Rico zugeteilt.
1520 erhÀlt der spanische Ratsherr Antonio Serrano die Ernennung zum Gouverneur von Dominica und benachbarten Inseln und den Auftrag, sie zu kolonisieren, aber die Kalinago besiegen bei Guadeloupe seine Truppen und es findet keine Kolonisation statt.
1535 wird Dominica zum Rastplatz fĂŒr die regelmĂ€Ăig verkehrende spanische Schatzflotte auf ihrem Weg von Europa in die Karibik erklĂ€rt. Der Ankerplatz ist die Bucht am heutigen Portsmouth âan der nordwestlichen KĂŒsteâ, die WĂ€lder, heiĂe Quellen und frisches Wasser bot. Danach teilten sich die Flotten, die eine HĂ€lfte segelte nach Carthagena und Panama, die andere nach Mexiko.
1567 wurden die spanischen Silberschiffe âSan Juanâ, âSanta Barbolaâ, âSan Felipeâ und âEl Espiritu Santoâ bei der Durchfahrt durch die Dominica-Passage von einem Wirbelsturm an die NordkĂŒste der Insel getrieben und sanken. Die Kalinago plĂŒndern die an den Strand geschwemmten Schiffe. Im gleichen Jahr gibt es die ersten Berichte ĂŒber geflohene afrikanische Sklaven und weiĂe Deserteure, die unter den Kalinago leben.
1568 Französische und englische Eindringlinge (im Sinne von Monopolbrecher) wie John Hawkins, Francis Drake und dem Duke of Cumberland beginnen, die Bucht als Rastplatz und Handelsort mit den Kalinago zu nutzen, um Tabak und Nahrung einzutauschen.
1607 rasten die drei englischen Siedlerschiffe Godspeed, Susan Constant und Discovery drei Tage auf Dominica. Sie sind im Auftrag der Virginia Company of London unterwegs, um in Virginia Jamestown zu grĂŒnden, die erste dauerhafte englische Siedlung in Nordamerika.
1627 schenkte der englische König Karl I. seinem Höfling James Hay, 1st Earl of Carlisle sĂ€mtliche karibischen Inseln, darunter auch Dominica. Obwohl James Hay sehr an den Kolonien interessiert war und Plantagen in Neuengland besaĂ, war das nur ein theoretisches Eigentum, dessen tatsĂ€chliche Durchsetzung von den realen militĂ€rischen VerhĂ€ltnissen abhing, weshalb keine reale Kolonisation stattfand. Offiziell beanspruchte England die Insel bis 1748, als es Dominica an Frankreich abtrat.
1632 beanspruchte das französische Unternehmen Compagnie des Ăles de lâAmĂ©rique Dominica und andere Antillen-Inseln, es fand jedoch keine Besiedlung statt.
1642 wurden die beiden katholischen Missionare Raymond Breton und Charles Raymond im Auftrag des Dominikanerordens von Guadeloupe aus nach Dominica geschickt, um die Kalinago zum Christentum zu bekehren. Breton besuchte Dominica bis 1650 wiederholt. Damit wurde er der erste regelmĂ€Ăige europĂ€ische Besucher der Insel. Er feiert die erste Messe in Itassi (Vieille Case) und baut die erste Kirche, in der Form eines taboui der Kalinago, in Colihaut. Nach seiner RĂŒckkehr nach Frankreich 1654 verfasste er vier BĂŒcher ĂŒber die Karibik, darunter 1665 das âDictionnaire Caribe â Francaisâ und 1667 eine Karibische Grammatik. Dort weist er u. a. darauf hin, dass die Frauen nur Arawak sprachen, wĂ€hrend die MĂ€nner sowohl Arawak als auch Carib sprachen. Er berichtet, dass sie sich selbst âCallinagoâ nannten (oder Calliponan in der Frauensprache).
1653 greifen französische Truppen unter Captain Du MĂ© zur Vergeltung fĂŒr einen Kalinago-Angriff auf eine französische Siedlung auf Mariegalante ein Kalinago-Dorf an Dominicas NordkĂŒste an, das heutige Anse Du MĂ©, und massakrieren die Einwohner.
1655 wurde Pater Phillipe de Beaumont als Nachfolger von Raymond Breton auf die Insel geschickt. Er schlug dem Gouverneur der französischen Karibikinseln vor, mit den Carib-Indianern Frieden zu schlieĂen und ihnen die Inseln Dominica und St. Vincent zu ĂŒberlassen.
1660 treffen Kalinago, Franzosen und EnglĂ€nder am 31. MĂ€rz die Vereinbarung, Dominica und St. Vincent den Kalinago zu ĂŒberlassen.
Trotzdem ging der Kleinkrieg mit den âCaribsâ weiter, denn die natĂŒrlichen Ressourcen zogen englische und französische HolzfĂ€ller an, die anfingen, Holz zu schlagen. Die Kalinago konnten weitgehend die Kontrolle ĂŒber Dominica behalten, auch indem sie die rivalisierenden EuropĂ€er gegeneinander ausspielten und teils von Franzosen, teils von den EnglĂ€ndern unterstĂŒtzt wurden. Doch diese KĂ€mpfe und europĂ€ische Krankheiten reduzierten ihre Anzahl erheblich. 1647 hatte man noch 5.000 gezĂ€hlt, um 1700 waren es nur noch 2.000, bis 1713 ging die Zahl auf 500 zurĂŒck und 1730 waren es nur noch 400.
1664 unterstĂŒtzt der britisch-karibische HĂ€uptling Thomas âIndianâ Warner (auch âCaribâ Warner genannt) einen britischen Angriff auf französische Siedler in St. Lucia; er fĂŒhrt 600 Kalinago-Krieger in 17 Kanus von Dominica in die Schlacht. 'Indian' Warner war ein Sohn des âErkunders von St. Kittsâ, Sir Thomas Warner, der auf St. Kitts die erste englische Kolonie in der Karibik einrichtete, mit seiner vierten Frau, einer Kalinago aus Dominica. 1630 geboren, wurde er von seinem Vater in dessen Haushalt aufgezogen. Nach dessen Tod 1649 wollte ihn die dritte Frau des Vaters nicht lĂ€nger im Haushalt dulden, obwohl ihn sein Halbbruder Phillip verteidigte. Indian Warner floh nach Dominica, wo er von einem Kalinago-Dorf an der WestkĂŒste aufgenommen wurde, ihre Lebensweise annahm und spĂ€ter zum HĂ€uptling wurde.
1665 wurde Indian Warner von William Willoughby, 6th Baron Willoughby of Parham, von 1667 bis 1673 Gouverneur von Barbados, zum englischen Lieutenant Governor Dominicas ernannt, in der Hoffnung, die englische Kontrolle ĂŒber die Insel zu erreichen.
1666 wurde Indian Warner von den Franzosen gefangen genommen und in der Haft in Guadeloupe und St. Kitts misshandelt.
1667 wird am 9. Dezember Indian Warner von den Franzosen in der Folge eines Friedensvertrags freigelassen und von Gouverneur Willoughby wieder als Lieutenant Governor von Dominica eingesetzt.
1674 ĂŒberfielen die Kalinago von Dominica die Insel Antigua. Als Vergeltung griff Warners Halbbruder Philip Warner, seit 1671 Lieutnant Governor in Antigua, mit englischen Truppen das Dorf von Carib Warner an, tötete seinen Bruder am Anfang der Schlacht und massakrierte die Einwohner. Die Franzosen nannten diesen Ort spĂ€ter Massacre. Phillip Warner wurde 1675 fĂŒr den Mord an seinem Bruder und dem Massaker an dessen Stamm zu 18 Monaten GefĂ€ngnis verurteilt und verlor 1676 seinen Posten als Lieutenant Governor von Antigua. Dort hatte er jedoch so viel Zustimmung, dass er spĂ€ter zum Parlamentssprecher gewĂ€hlt wurde.
Auch in den folgenden acht Jahren griffen die Kalinago Dominicas europÀische Siedler auf den Inseln Barbuda und Montserrat an.
1690 errichteten die Franzosen ihre erste dauerhafte Siedlung auf Dominica. Französische HolzfĂ€ller aus Martinique und Guadeloupe richteten HolzfĂ€llerlager ein, um die französischen Inseln mit Holz zu versorgen, und wurden allmĂ€hlich zu dauerhaften Siedlern. Sie brachten die ersten afrikanischen Sklaven aus Westafrika nach âDominiqueâ, wie sie die Insel nannten.
1700 besucht der französische Priester Jean Baptiste Labat Dominica und trifft die Kalinago der OstkĂŒste.
1715 kam es zu einer Revolte armer weiĂer Kleinbauern im Norden von Martinique, die als La GaoulĂ© bekannt wurde. Sie löste eine Einwanderung dieser Siedler ins sĂŒdliche Dominique aus, wo sie kleine Bauernhöfe aufbauten. Gleichzeitig siedelten französische und andere Familien aus Guadeloupe im Norden Dominicas.
1727 ĂŒbernahm der erste französische Kommandant M. Le Grand die Befehlsgewalt und installierte erste Regierungsstrukturen. Dominique wurde formell zur französischen Kolonie und die Inseln wurden in Distrikte bzw. âquartiersâ unterteilt. Der Jesuitenorden legt eine Plantage bei Grand Bay (heute Berekua) an.
Die Franzosen hatten bereits Plantagen auf Martinique und Guadeloupe eingerichtet, wo sie Zuckerrohr mit Hilfe afrikanischer Sklavenarbeiter anbauten. Auf Dominique bauten sie schrittweise Kaffeeplantagen auf. Aufgrund des transatlantischen Sklavenhandels Ànderte sich die Bevölkerungsstruktur völlig, die Bevölkerung bestand bald hauptsÀchlich aus schwarzafrikanischen Sklaven.
1731 befahlen die Könige von GroĂbritannien und Frankreich, dass die französischen Siedler von Dominica evakuiert und die Insel den Kalinago ĂŒberlassen werden sollten.
1748 vereinbarten Frankreich und GroĂbritannien im Frieden von Aachen, Dominica als neutrales Territorium zu betrachten und den Kalinago zu ĂŒberlassen.
Dennoch fuhren die Franzosen fort, die reiche Insel zu kolonisieren.
1761 eroberte wÀhrend des europÀischen SiebenjÀhrigen Kriegs eine britische Expedition unter Lord Andrew Rollo und Sir James Douglas Dominica und weitere karibische Inseln. Sie warfen den Franzosen vor, den Vertrag von Aachen von 1748 gebrochen zu haben. Sie eroberten am 6. Juni die Siedlung Roseau und besetzten die Insel. Viele afrikanische Sklaven nutzten das Durcheinander und flohen in die WÀlder.
1763 hatte Frankreich den Krieg verloren und ĂŒbergab im Friedensvertrag von Paris die Insel an GroĂbritannien. Dominica war nun offiziell britische Kolonie. Im gleichen Jahr richteten die Briten eine gesetzgebende Versammlung ein, in der nur europĂ€ische Kolonisten vertreten waren. Französisch blieb Amtssprache, aber der gröĂte Teil der Bevölkerung sprach das daraus entstandene Antillen-Kreolisch. In der Bevölkerung war eine Gegnerschaft zur britischen Herrschaft verbreitet, insbesondere bei den freien farbigen Menschen (âfree people of colourâ). Auch waren im Lauf des 18. Jahrhunderts Maroon-Gemeinschaften entstanden, in denen sich entflohene schwarze Sklaven mit den indigenen Kalinago in unzugĂ€nglichen, dicht bewaldeten RĂŒckzugsgebieten zusammentaten. Bis zur Aufhebung der Sklaverei standen sie in stĂ€ndigem Konflikt mit den britischen Kolonialbehörden, kontrollierten noch fĂŒr weitere Generationen im 18. und 19. Jahrhundert ein eigenes Territorium von ca. 170 kmÂČ im Landesinnern und verhinderten 1763 bis 1818 mit hĂ€ufigen KriegszĂŒgen eine Expansion der europĂ€ischen Kolonisation ĂŒber einen schmalen KĂŒstenstreifen hinaus.
1764 teilten britische Landvermesser die Insel in Parzellen auf, um GrundstĂŒcksverkĂ€ufe vorzubereiten. John Byres zeichnete 1776 die âByres mapâ, die die Grundlage allen kĂŒnftigen Landbesitzes in Dominica wurde. Die Insel wurde auch in die bis heute gĂŒltigen Distrikte (âparishesâ) aufgeteilt. Tausende Hektar Land (gemessen in Acre) wurden fĂŒr Zucker- und Kaffeeplantagen gerodet und der Import afrikanischer Sklaven stieg rasch an.
1765 wurde eine erste Lokalregierung als Teil der föderierten Kolonien der sĂŒdlichen Karibik mit Hauptstadt in Grenada eingerichtet. Portsmouth wurde als Hauptstadt des britischen Dominica geplant und angelegt, der Bau der dortigen Garnison Fort Shirley begann. Erste Gesetze wurden verabschiedet, ein Gericht berufen, eine Druckerpresse importiert und die Anglikanische Kirche zur Staatskirche erklĂ€rt. Im gleichen Jahr wurde die Insel von Naturkatastrophen schwer getroffen: Erdbeben im April und Mai und spĂ€ter im Jahr ein Hurrikan. 1766 erholte sich die Bevölkerung, im britisch kontrollierten Gebiet wurde 2020 WeiĂe und 8497 Sklaven gezĂ€hlt.
1768 wurde das Gebiet von Portsmouth als ungesund erachtet und es begannen Planungen fĂŒr eine Hauptstadt in Roseau.
1770 forderten die dominicanischen Kolonisten ihr eigenes Parlament und die Insel wurde selbstÀndige Kolonie mit Sir William Young als erstem Gouverneur.
1773 wurden im britisch kontrollierten Bereich 3350 WeiĂe, 750 freie farbige Menschen und 18.753 Sklaven gezĂ€hlt.
1776 forderte Gouverneur John Orde die Regierung in London auf, Dominicas Verfassung von 1775 abzuschaffen, um das Parlament aufzulösen.
1778 nutzten die Franzosen den Amerikanischen UnabhĂ€ngigkeitskrieg und eroberten am 7. September mit Truppen unter Marquis de Bouille und aktiver UnterstĂŒtzung der Bevölkerung die Insel kurzzeitig zurĂŒck. Marquis Duchilleau wird zum Gouverneur ernannt, 5000 französische Soldaten auf Dominica stationiert und Gesetze gegen die britischen Einwohner erlassen.
1780 richtete am 10. Oktober ein Hurrikan schwere SchĂ€den an. Im französisch kontrollierten Bereich werden 1066 WeiĂe, 543 freie farbige Menschen und 12.713 Sklaven gezĂ€hlt.
1781 wurde Roseau durch ein Feuer zerstört, 500 HĂ€user gehen verloren. Die französischen Truppen werden dafĂŒr verantwortlich gemacht und der französische Gouverneur wird ausgetauscht.
1782 fang bei einigen Inselchen vor der NordostkĂŒste von Dominica am 12. April die Schlacht von Les Saintes statt. Die französische Marine unter Admiral François Joseph Paul de Grasse verliert gegen die britische Navy unter Admiral George Rodney.
1783 mussten die Franzosen Dominica im Frieden von Paris wieder an England zurĂŒckgeben.
1784 erreichte der neue britische Gouverneur, Sir John Orde, 1st Baronet, im Januar Dominica und ĂŒbernimmt die Insel wieder fĂŒr GroĂbritannien.
1785â1786 kam es zum Ersten Maroon-Krieg, einem Aufstand von Maroons unter HĂ€uptling Balla und anderen. Sie greifen das Gut Rosalie an und die britischen Truppen antwortet mit einem Gegenangriff auf Maroon-Lager bei Belles. Bekannte Frauen wie Angelique, Calypso und Victorie werden gefangen genommen und vor Gericht gestellt. 150 Maroons werden getötet. HĂ€uptling Balla wird gefangen und öffentlich hingerichtet. Der Sklave des Belfast-Landgutes, der ihn fing, erhĂ€lt die Freiheit und 165 britische Pfund.
1787 kamen die ersten Methodisten-Missionare unter Thomas Coke die Insel. Im britisch kontrollierten Bereich werden 1236 WeiĂe, 545 freie farbige Menschen und 14.967 Sklaven gezĂ€hlt.
1788 wurde im Parlament (House of Assembly) ein Gesetz zur Verbesserung der Lebensbedingungen der Sklaven verabschiedet.
1791 revoltierten Sklaven im SĂŒden und Osten der Insel, v. a. im St. Patrick Parish. Gouverneur Sir John Orde unterdrĂŒckte die Revolte und erhĂ€lt Danksagungen von Parlament und Plantagenbesitzern.
1795 versuchten die Franzosen wĂ€hrend der Haitianischen Revolution, bei der Frankreich seine reichste karibische Kolonie in die UnabhĂ€ngigkeit entlassen musste, vergeblich, Dominica zurĂŒckzuerobern. Französische RevolutionsstreitkrĂ€fte griffen die Insel an der NordkĂŒste an. Französische Sympathisanten von Colihaut revoltierten und versuchten, durch den Urwald zu marschieren, um sich den Invasionstruppen anzuschlieĂen. Das misslang und die Briten schlugen die Angreifer zurĂŒck. 600 französische Einwohner wurden von Dominica deportiert.
1796 grĂŒndete Gouverneur Andrew James Cochrane Johnston angesichts der Schwierigkeiten der britischen Truppen, die Maroons zu bekĂ€mpfen, das erste Schwarze Regiment der Westindischen Regimenter. Es wurde aus afrikanischen Sklaven gebildet, die eigens dafĂŒr gekauft und fĂŒr die Verteidigung der Kolonie ausgebildet wurden. Sie wurde in der Garnison Fort Shirley in Cabrits bei Portsmouth stationiert.
1799 beschloss das Parlament ein Gesetz, das die Teilnahme der Sklaven an Gottesdiensten erlaubte.
1802 revoltierte das 8th West India regiment in Fort Shirley, die Sklaven-Soldaten empörten sich ĂŒber die Arbeitsbedingungen und fĂŒrchteten die RĂŒckversetzung auf Plantagen. Sie ĂŒbernahmen das Fort fĂŒr drei Tage. Gouverneur Cochrane setzte das Königliche Schottische Regiment aus Roseau ein, das die Revolte niederschlĂ€gt. Ein groĂer Teil der Sklaven-Soldaten flĂŒchtete in die Berge und vereinigte sich mit den Maroons, 34 von ihnen wurden gehĂ€ngt. Das Regiment wurde von Gouverneur Cochrane aufgelöst.
1804 wurde Gouverneur Cochrane aufgrund dieses Aufstands abgelöst, George Prevost wurde sein Nachfolger.
1805 fand der letzte französische Angriff auf Dominica statt. Truppen unter General La Grange fielen von Martinique aus ein, eroberten Roseau und brannten es nieder. Die Parlamentsmitglieder wurden als Geiseln genommen, ein Lösegeld von 20.000 Pfund wird verlangt, aber nur 8.000 Pfund wurden gezahlt. Englische Truppen unter Gouverneur George Prevost eilten quer durch die Insel durch das âCarib quarterâ nach Cabrits und bereiteten die dortige Garnison auf einen Angriff vor. Die französischen Schiffe nĂ€herten sich Cabrits, aber entschieden sich, den Angriff abzubrechen; die französischen Truppen zogen sich von Dominica zurĂŒck, das unter britischer Kontrolle blieb. Im gleichen Jahr wurde Dominica offiziell zur britischen Kolonie erklĂ€rt. Im britisch kontrollierten Bereich wurden 1594 WeiĂe, 2882 freie Farbige und 22.083 Sklaven gezĂ€hlt.
1806 traf am 9. September ein verheerender Hurrikan die Insel, der Roseau-Fluss schwoll an und ĂŒberflutete die Hauptstadt, zahlreiche HĂ€user wurden weggeschwemmt und 131 Personen getötet.
1807 setzte sich in GroĂbritannien die Abolitionismus-Bewegung durch, das Londoner Parlament verbot mit dem Slave Trade Act den Sklavenhandel im britische Empire, aber noch nicht die Sklavenhaltung.
1809 griffen bewaffnete Sklaven ein Maroon-Lager an und vernichteten es.
1812 lebten 800 Maroons in 15 Lagern. Im gleichen Jahr wurde ein neuer Gouverneur ins Amt eingefĂŒhrt: George Robert Ainslie. Als eine der ersten Amtshandlungen versprach er eine Amnestie fĂŒr Maroons, die den Kampf aufgeben.
1813 trifft ein weiterer zerstörerischer Hurrikan Dominica.
1814â1815 kam es zum Zweiten Maroon-Krieg, ĂŒberall auf der Insel kam es zu AufstĂ€nden der Maroon. Gouverneur George Robert Ainslie ordnete massive VergeltungsmaĂnahmen an. Der alte Maroon-HĂ€uptling Jacko wurde getötet. Verhaftungen, ErhĂ€ngungen und andere Bestrafungen fanden statt. Zwischen Februar und November 1814 wurden insgesamt 577 Maroons getötet, festgenommen oder sie ergaben sich. Mit dem Ende dieses Kriegs endete offenbar generell der bewaffnete Widerstand von Kalinago und Maroons. Ainslie wurde nach England zurĂŒckgerufen, um sich Anklagen wegen ĂŒbertriebener Grausamkeit zu stellen.
1818 forderte Gouverneur Charles William Maxwell, Dominica den Status einer von auĂen regierten Kronkolonie zu geben und das Parlament abzuschaffen, das er als âNest von Idioten und Unzufriedenenâ (ânest of fools und malcontentsâ) bezeichnete.
1822 wurden in Dominica Gesetze verabschiedet (Amelioration Acts), die die Lebensbedingungen der versklavten Bevölkerung verbessern sollten.
1823 forderte Gouverneur Earl of Huntingdon, Dominicas Verfassung zu Ă€ndern, um die Zahl ihrer Mitglieder von 19 auf 13 zu senken. Er habe seine âfrommen Hoffnungenâ aufgegeben, das Parlament âin einer der radikalsten Kolonienâ kontrollieren zu können und bat um sofortige Versetzung auf einen beliebigen anderen Posten im Empire (âanywhere in the worldâ).
1825 traf ein weiterer verheerender Hurrikan die Insel.
1829 wurde ein Gesetz verabschiedet, das Katholiken von den BeschrÀnkungen befreit, die ihnen die protestantische britische Regierung auferlegt hatte, und ihnen erlaubte, voll am öffentlichen und politischen Leben teilzunehmen.
1831 wurde ein Gesetz verabschiedet, das âBrown Privilege Billâ, das alle Benachteiligungen aufgrund von Hautfarbe fĂŒr alle freien Menschen abschaffte. Das betraf im Wesentlichen die Bevölkerungsgruppe der freien Farbigen (free people of colour). Hauptexportprodukt war zu dieser Zeit Kaffee, der rund ein Drittel des Ausfuhrwertes ausmachte.
1832 wurde Dominica der Verwaltungseinheit Leeward-Islands zugeteilt und nun von St. John aus verwaltet, der Hauptstadt von Antigua. Im gleichen Jahr wirkte sich die im Vorjahr verabschiedete Brown Privilege Bill politisch aus: Es wurden die ersten drei farbigen MÀnner in das Parlament gewÀhlt.
1833 verbot das Londoner Parlament mit dem Slavery Abolition Act die Sklavenhaltung im Britischen Empire.
1834 erhielten am 1. August sĂ€mtliche Sklaven im Empire die Freiheit. Allerdings wurde eine vierjĂ€hrige Ăbergangszeit verordnet (âapprenticeship periodâ genannt), wĂ€hrend der die ehemaligen Sklaven weiter auf den Plantagen arbeiten mussten, nun allerdings gegen Lohn. Im September verwĂŒstete âThe Great Hurricaneâ die Insel.
1835 flohen viele Sklaven der benachbarten französischen Kolonien auf Guadeloupe und Martinique nach Dominica.
1837 setzte die Royal Navy versklavte Afrikaner, die sie von auslÀndischen Schiffen befreite, auf Dominica ab. Diese siedelten als freie Menschen an verschiedenen Stellen der Insel.
1838 endete am 1. August die Ăbergangszeit des Slavery Abolition Act und die farbige Bevölkerung erhielt die volle Freiheit. Es verbreitete sich das GefĂŒhl, nun eine freie Gesellschaft aufzubauen. An den RĂ€ndern der Plantagen-LandgĂŒter entstanden neue Dörfer. Im gleichen Jahr erreichten Menschen gemischter Herkunft erstmals eine Mehrheit im Parlament Dominicas, das erste Mal im britischen Empire â eine gesellschaftliche Gruppe, die damals als âMulattenâ bezeichnet wurde.
Mit der Befreiung der Sklaven wandelte sich die Sozialstruktur Dominicas grundlegend. Eine neue Klasse freier Bauern entstand, wĂ€hrend sich gleichzeitig eine gebildete Schicht von Menschen afrikanischer und europĂ€ischer Herkunft herausbildete. Diese Gruppe spielte zunehmend eine politische und wirtschaftliche Rolle â ein Prozess, der spĂ€ter als âder Aufstieg der Mulattenâ (The Mulatto Ascendency oder The Rise of the Mulatto Ălite) bezeichnet wurde. Diese aufstrebende Mittelschicht trat in Konkurrenz zur bisherigen herrschenden Klasse der weiĂen Plantagenbesitzer. Letztere war eng mit weiĂen Amtsinhabern in Verwaltung und Justiz (z. B. Beamte, StaatsanwĂ€lte, Richter) sowie mit stĂ€dtischen Unternehmern (wie AnwĂ€lten, HĂ€ndlern und dem Besitzer der einzigen Zeitung) verbunden. Der Machtkampf zwischen diesen Gruppen prĂ€gte die politische Entwicklung Dominicas bis weit ins 19. Jahrhundert hinein â und darĂŒber hinaus.
1839 erreichte der Farbige George Charles Falconer Dominica. 1819 in Barbados geboren, lernte er zunĂ€chst das Tischler-, dann das Druckerhandwerk. Dadurch in Kontakt mit BĂŒchern gekommen, bildete er sich autodidaktisch fort. Er verlieĂ das ĂŒbervölkerte Barbados und fand in Dominica eine aufgeheizte AtmosphĂ€re vor. Die freien farbigen Menschen, die nun die Mehrheit im Parlamenten hatten, versuchten Verbesserungen fĂŒr die farbige Bevölkerungsmehrheit durchzusetzen, aber scheiterten hĂ€ufig an den parlamentarischen Tricks der Plantagenbesitzer und ihrer VerbĂŒndeten im Parlament und im âCouncilâ (einer Art Oberhaus des Parlaments). Deren Sichtweise, die Farbigen âan ihrem Platzâ zu halten, wurde auch von der einzigen Tageszeitung Dominicas unterstĂŒtzt, âThe Colonistâ unter Besitzer Thomas Doyle. George Charles Falconer entschied, eine Zeitung zu grĂŒnden, die die Sichtweise der farbigen Bevölkerungsmehrheit vertreten sollte. Mit einiger Geheimhaltung importierte er eine hölzerne Druckerpresse von Nevis und im Oktober 1839 erschien die erste Ausgabe des âThe Dominicanâ mit dem Motto âDeo, Regina et Populoâ. Falconer war EigentĂŒmer und Redakteur, Francis Coquille Verleger und Drucker. Die Zeitung erschien bis 1907. Damit formten sich eine konservative und eine liberale politische Strömung. Falconer wurde zu einem WortfĂŒhrer und schlieĂlich parlamentarischem AnfĂŒhrer der Liberalen. Im Lauf der Konflikte des 19. Jahrhunderts gelang den Konservativen eine schrittweise Entmachtung des Parlaments und damit der Vertreter der farbigen Bevölkerungsmehrheit, die ihren Gipfelpunkt 1898 erreichte.
1844 fanden AufstĂ€nde gegen die VolkszĂ€hlung statt, âCensus Riotsâ und âLa Guerre Negreâ genannt. Die arbeitende Bevölkerung hegte den Verdacht, dass die erste VolkszĂ€hlung dazu dienen soll, die Namen aller Farbigen zu erfassen, um die Sklaverei wieder einzufĂŒhren. Die Miliz unterdrĂŒckte die AufstĂ€nde.
1850 wurde die römisch-katholische Diözese von Roseau eingerichtet, der erste Bischof ernannt. Sie deckte die Leeward Islands und die Jungferninseln ab. Es begann eine intensive Evangelisierung und Taufen auf der ganzen Insel.
1856 fanden die âAufstĂ€nde von Batalieâ statt (Batalie Riots), als Menschen bei Batalie (einschlieĂlich âThe Queenâs Three Chainsâ) Land besetzten. Im gleichen Jahr wurde eine Steuer zur Finanzierung der StraĂenreparatur eingefĂŒhrt (Road Tax bzw. umgangssprachlich âTraveauâ), gegen die sich Protest richtete, weil es die erste Steuer war, die allen BĂŒrgern auferlegt wurde und verlangte, dass sie entweder einige Tage pro Jahr im StraĂenbau arbeiteten oder stattdessen Geld fĂŒr die Reparatur zahlten.
1857 landeten die ersten katholischen Nonnen (aus Norwood in England) die Insel und eröffneten eine Klosterschule (Convent School).
1863 wurde George Charles Falconer, inzwischen Mitglied im Unterhaus des Parlaments, aufgrund einer Rede im Parlament fĂŒr drei Tage verhaftet, weil der ParlamentsprĂ€sident sein Verhalten als âMissachtung des Parlamentsâ empfand. Falconer reichte dagegen Klage ein, die 1866 vor dem Privy Council in London verhandelt wurde.
1865 wurde Dominica auf Forderung der weiĂen Plantagenbesitzer zur Kronkolonie erklĂ€rt, um das von Farbigen kontrollierte Parlament Dominicas zu entmachten. Dies wurde aber nur teilweise umgesetzt. Das gewĂ€hlte Parlament wurde ersetzt durch eines, das zur HĂ€lfte aus gewĂ€hlten und zur HĂ€lfte aus ernannten Mitgliedern besteht.
1871 wurde Dominica ein vollgĂŒltiges Mitglied der kolonialen Verwaltungseinheit Leeward Islands, die von Antiqua aus regiert wurde.
1880 brach aus dem Boiling Lake eine DampfsÀule aus (phreatische Eruption), die Roseau mit Asche bedeckte und Angst in der Stadt verbreitete.
1888 verursachten eine Grundsteuer und weitere Steuern groĂe Kontroversen.
1898 wurde der bereits 1865 beschlossene Status Dominicas als Kronkolonie durch Entsendung des Verwalters Sir Hesketh Bell praktisch umgesetzt.
1914â1918 meldeten sich Freiwillige aus Dominica, um im Ersten Weltkrieg in der britischen Armee in Europa zu kĂ€mpfen, v. a. Söhne von Kleinbauern.
1938 gab der Staat dem politischen Druck der Farbigen nach und ParteigrĂŒndungen wurden erlaubt.
1951 schaffte man das Wahlrecht ab, das sich am Vermögen orientierte, und ersetzte es durch ein gleiches Wahlrecht. Dabei wurde auch das Frauenwahlrecht eingefĂŒhrt. Es wurde bei der UnabhĂ€ngigkeit 1978 bestĂ€tigt.
Es entstanden Parteien und 1957 erhielt die Insel ihren ersten Chief Minister. 1957/58 entstand die Westindische Föderation, die jedoch 1962 aufgelöst wurde. 1967 erhielt die Insel eine begrenzte SelbstĂ€ndigkeit, denn die Verteidigungs- und AuĂenpolitik blieb bei GroĂbritannien.
Am 3. November 1978 wurde schlieĂlich die UnabhĂ€ngigkeit von GroĂbritannien proklamiert, seit dem 8. Dezember 1978 ist Dominica Mitglied der Vereinten Nationen.
Erster Premierminister wurde Patrick John von der sozialdemokratischen DLP (Dominican Labour Party). Seine Regierungszeit war geprĂ€gt von persönlicher Vorteilsnahme und Korruption, was unter anderem zu blutigen Demonstrationen und zur GrĂŒndung der konservativen Partei âDominican Freedom Partyâ (DFP) fĂŒhrte. Ein nationales Notstandskomitee, das Committee for National Salvation (CNS), wĂ€hlte am 21. Juni 1979 den Wirtschaftsminister Oliver J. Seraphin zum Premier.
Im Juni 1980 wurde Mary Eugenia Charles von der Partei DFP zur Nachfolgerin gewĂ€hlt und blieb als erste Staatschefin in der Karibikregion 15 Jahre im Amt. Patrick John scheiterte 1981 mit dem Versuch, mit Hilfe von Mitgliedern des rechtsradikalen amerikanischen Ku Klux Klan die Regierung von MinisterprĂ€sidentin Eugenia Charles zu stĂŒrzen. Wegen dieses Putschversuchs wurden die StreitkrĂ€fte aufgelöst.
Die Wirtschaft profitierte in den 1980er Jahren vom Erfolg des Bananen-Exports, erlebte jedoch schwere BeeintrĂ€chtigungen, als mehrere Hurrikans zahlreiche Bananenplantagen vernichteten und fruchtbareren Boden verwehten; darĂŒber hinaus verlor Dominica 1992 den bevorzugten Zugang zum Markt des Vereinigten Königreichs. Die Regierungen setzen seitdem auf Diversifizierung der Wirtschaft und auf eine Förderung des Tourismus, zu der auch umweltpolitische AktivitĂ€ten wie Aufforstung und die Einrichtung von Schutzgebieten beitragen sollen.
1997 wurde der 1975 eingerichtete Nationalpark Morne Trois Pitons, benannt nach dem gleichnamigen Berg, zum Weltnaturerbe der UNESCO ernannt. Einen weiteren Beitrag zum Aufschwung des Tourismus leisten ab 2003 Piratenfilme wie Fluch der Karibik.
Nach dem plötzlichen Tod des Premierministers Pierre Charles folgte 2004 Roosevelt Skerrit in dieses Amt.
2005 fanden auf Dominica die Dreharbeiten zum Hollywood-Blockbuster Fluch der Karibik 2 und seinem Nachfolger statt. Dazu kam ein rund 600-köpfiges Filmteam auf die Insel und heuerte insgesamt ca. 450 lokale Angestellte fĂŒr Security und Catering, als Fahrer und Komparsen an. Gedreht wurde an neun Drehorten, zu denen teilweise die StraĂen eigens fĂŒr diesen Anlass gebaut wurden, um das Drehteam vor Ort bringen zu können. Auch fehlten UnterkĂŒnfte, so dass ein Teil der Crew tĂ€glich mit Booten und Flugzeugen an den Drehort gebracht werden musste. Einer der Drehorte war Touna Village im Kalinago Territory (dem Kalinago-Reservat der Insel). 150 der Komparsen wurden aus den örtlichen Kalinago rekrutiert, um an diesem Ort die Szenen mit den kannibalistischen âPelegostosâ zu drehen. Die Kalinago waren in dieser Frage gespalten: wĂ€hrend ein Teil dies als willkommenen Zuerwerb und amĂŒsanten Zeitvertreib ansah, waren andere empört ĂŒber die Popularisierung alter Klischees ĂŒber ihr Volk. Kalinago-HĂ€uptling Carlo rief zum Boykott auf und verfasste einen offenen Brief, in dem er kritisiert, dass der Disney-Film das alte Stigma des Kannibalismus wiederhole, das seit der Kolonialzeit auf den Kalinago laste und fĂŒr das es keine Belege gebe. Im gleichen Jahr wurde zum ersten Mal ein Kalinago, Kelly Graneau, zum Minister for Carib Affairs ernannt. Dies wurde zum Teil mit der Bedeutung der Kalinago fĂŒr den Tourismus der Insel in Verbindung gebracht.
Das Land ist eine parlamentarische Republik, eine der wenigen in der Karibik. Es ist von der britischen Verfassungstradition geprÀgt.
Es besteht ein Einkammerparlament, das House of Assembly, mit einer fĂŒnfjĂ€hrigen Legislaturperiode und 30 Mitgliedern. Davon werden 21 gewĂ€hlt, 5 durch den Regierungschef und 4 durch die Opposition benannt. Wahlberechtigt sind alle Personen ab dem 18. Lebensjahr.
Wie schon bei den Wahlen in den Jahren 2000, 2002, 2009 und 2014 gewann die Dominica Labour Party auch die Parlamentswahl am 6. Dezember 2019 und damit die fĂŒnfte Wahl in Folge. Sie erzielte 59 % der Stimmen und gewann den Abgeordnetensitz in 18 von 21 Wahlkreisen. Die United Workers Party errang 41 % der Stimmen und 3 Mandate im House of Assembly. Somit wurde Roosevelt Skerrit als MinisterprĂ€sident fĂŒr eine weitere Amtszeit bestĂ€tigt.
Zum Justizsystem Dominicas gehören
Es gibt einen StaatsprÀsidenten mit v. a. reprÀsentativen Aufgaben. Die exekutive Gewalt liegt beim Premierminister und seinem Kabinett, dessen Ministern mehrere Ministerien und Behörden unterstehen.
Siehe auch:
Dominica ist in zehn Parishes als Verwaltungsbezirke eingeteilt. Die Einwohnerzahlen in der folgenden Tabelle beziehen sich auf die VolkszÀhlung vom 12. Mai 2001.
Quelle: Central Statistical Office of Dominica
Im Jahr 2023 lebten 72 Prozent der Einwohner Dominicas in StĂ€dten. Die gröĂten StĂ€dte auf Dominica waren am 1. Januar 2005:
Das Land ist Mitglied des Commonwealth of Nations, der Karibischen Gemeinschaft (CARICOM), der Organisation Ostkaribischer Staaten (OECS), der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS), der Gemeinschaft der Lateinamerikanischen und Karibischen Staaten (CELAC) der Alliance of Small Island States (AOSIS) und seit dem 20. Januar 2008 des WirtschaftsbĂŒndnisses Bolivarianische Allianz fĂŒr Amerika (ALBA). DarĂŒber hinaus gehört es zu den TrĂ€gern der UniversitĂ€t der Westindischen Inseln.
Das Land schĂŒtzt seine Umwelt mit mehreren Schutzgebieten, darunter dem Nationalpark Morne Trois Pitons, der 1997 zum UNESCO-Weltnaturerbe erklĂ€rt wurde.
Die Wirtschaft Dominicas ist von der Landwirtschaft, vor allem von Bananen, abhĂ€ngig und bleibt durch die klimatischen Bedingungen und die AbhĂ€ngigkeit von internationalen Förderprojekten sehr verwundbar. Mit einem BIP pro Kopf von 7356 US-Dollar im Jahre 2016 hatte das Land ungefĂ€hr das Wohlstandsniveau von Bulgarien. Die Hurrikane Marilyn und Luis zerstörten 1995 die Bananenernte fast vollstĂ€ndig, nachdem bereits 1994 tropische StĂŒrme ein Viertel der Ernte zunichtemachten. Die Wirtschaft erholte sich spĂ€ter wieder durch Wachstum in der Baubranche, der Seifenproduktion und durch den Tourismus. Das wirtschaftliche Wachstum ist trĂ€ge, die Arbeitslosigkeit liegt bei ĂŒber 20 %.
Ein bedeutender Wirtschaftszweig ist nach EinschĂ€tzungen von 2023 der Passhandel mit wohlhabenden Kunden. BĂŒrger von Dominica können ohne Visum in 110 Staaten der Welt, einschlieĂlich der EuropĂ€ischen Union reisen, was die StaatsbĂŒrgerschaft wertvoll macht. So erwarben nach Recherchen des Organized Crime and Corruption Reporting Project offiziell mehr als 7000 Personen die StaatsbĂŒrgerschaft fĂŒr etwa 100.000 US-Dollar. Zwischen 2009 und 2021 seien so etwa 775 Millionen Dollar eingenommen worden. Nach Untersuchungen des dominicanischen Staatshaushalts könnten allerdings bis zu 25.000 Personen von einem entsprechenden Programm Gebrauch gemacht haben. Das Vereinigte Königreich fĂŒhrte daraufhin im Sommer 2023 die Visumspflicht fĂŒr Dominica wieder ein, die EuropĂ€ische Union belieĂ es jedoch bei der Visumfreiheit.
Wichtigste Agrarprodukte sind Bananen, Yams, Grapefruit, Taro, Milch, KokosnĂŒsse, Orangen, Yautia, Plantains und Zuckerrohr.
Die Fischerei ist mit Stand 2019 laut FAO durch folgende Zahlen gekennzeichnet:
Trends: seit dem RĂŒckgang der Bananenproduktion sind viele Bauern auf die Erwerbsmöglichkeit Fischerei ausgewichen; auch ist im Land aufgrund des wachsenden Tourismus eine verstĂ€rkte Nachfrage nach Fisch zu verzeichnen.
Dominica will gemeinsam mit Venezuela auf der Insel eine Raffinerie errichten und im Bereich der geothermischen Energiegewinnung sowie der Wasserkraftnutzung zusammenarbeiten.
Verarbeitendes Gewerbe: Wichtig sind in Dominica die Herstellung von Seife, Kokosöl, Kopra, Möbel, Zementblocks und Schuhen.
Energieversorgung: Die Elektrifizierung (Zugang der Bevölkerung zu Strom) betrÀgt 100 % (2020). Die ElektrizitÀtsproduktion betrug 2016 111,4 Millionen kWh, der Stromverbrauch 103,6 Millionen kWh. ElektrizitÀt wird weder importiert noch exportiert.
Die Exporte beliefen sich 2018 auf 160 Mio. USD. Exportiert wurden v. a. Medizintechnik, Pharmazeutika, elektrische SchutzausrĂŒstung, tropische FrĂŒchte und Verbandsmaterial (2019). Hauptabnehmer waren Saudi-Arabien mit 47 % und Katar mit 5 % (2019).
Die Importe beliefen sich 2018 auf 430 Mio. USD. Importiert wurden v. a. raffiniertes Erdöl, Naturgas, Rohöl, Freizeitschiffe und Automobile (2019). Die Hauptlieferanten waren die Vereinigten Staaten mit 57 %, Nigeria mit 11 %, China mit 6 % und Italien mit 5 % (2019).
Dominica ist Mitglied im WirtschaftsbĂŒndnis Petrocaribe, wodurch die Insel venezolanisches Erdöl zu Vorzugspreisen erhĂ€lt und Mitglied im BĂŒndnis ALBA.
Das Land profitiert auch von der Caribbean Basin Initiative (CBI), die fĂŒr viele Produkte zollfreien Zugang zu den Vereinigten Staaten erlaubt.
Dominica gehört zu weiteren wirtschaftlich nĂŒtzlichen ZusammenschlĂŒssen: Caribbean Community (CARICOM), CARICOM Single Market and Economy (CSME), Organisation of Eastern Caribbean States (OECS).
Der Tourismus wurde wichtiger, seit die Landwirtschaft an Bedeutung verloren hat. Die touristische Entwicklung geht jedoch nur zögerlich vonstatten, hauptsĂ€chlich wegen der rauen KĂŒste, des fast vollstĂ€ndigen Fehlens von SandstrĂ€nden (mit wenigen Ausnahmen an der WestkĂŒste, z. B. bei Salisbury) sowie des Nichtvorhandenseins eines internationalen Verkehrsflughafens.
Die EuropĂ€ische Union ist momentan Dominicas wichtigster Partner in der Förderung der Wirtschaft und des Tourismus. Zwischen 2002 und 2006 versuchte die Regierung mit dem Eco-Tourism Development Programme (ETDP), einem Förderprogramm fĂŒr den Ăkotourismus in Zusammenarbeit mit der EU, den schrittweisen Aufbau einer ökologisch geprĂ€gten Tourismusbranche.
Die Versuche der Regierung, den Tourismus zu fördern, zeigen bisher wenig Erfolg. Die millionenschweren Investitionen, die in den Ausbau des Douglas-Charles Airport geflossen sind, werden von Kritikern als nutzlos betrachtet, da der Flughafen nach wie vor keine internationale Zulassung hat und nur kleine Maschinen aus den umliegenden Inseln dort landen können.
Im Dezember 2007 erhielt Dominica 36 Millionen XCD (ca. 9,1 Millionen Euro) als Fördermittel aus dem Entwicklungshilfeetat der EU.
Seit den 1980er Jahren wÀchst die Finanzdienstleistungsbranche. Dabei spielt u. a. Offshore Banking eine Rolle.
Zu den hier angesiedelten Banken gehören: Scotiabank, Royal Bank of Canada, Cathedral Investment Bank, First Caribbean International Bank und The Interoceanic Bank of the Caribbean.
FĂŒr Aufsicht und Regulation ist die Financial Service Unit of the Commonwealth of Dominica (FSU) zustĂ€ndig, die dem Finanzministerium untergeordnet ist.
Seit Mitte der 1990er Jahre kommen Offshore-LĂ€nder (Steueroasen) unter zunehmenden Druck der OECD, die deren Steuerpolitik kritisierte und drohte, sie auf eine Schwarze Liste zu setzen, gegen die Sanktionen ausgesprochen werden sollen. Dominica konnte das verhindern, indem es seine Finanz- und Steuergesetze den Anforderungen der OECD anpasste und einem Informationsaustausch ĂŒber steuerflĂŒchtige BĂŒrger zustimmte.
Es wird angenommen, dass Dominica auslÀndischen Unternehmen Steuerfreiheit gewÀhrt. Wie viele Unternehmen davon profitieren, ist nicht bekannt, weil die Regierung strikte Vertraulichkeit einhÀlt. Allerdings ist bekannt, dass viele Internet-Unternehmen und Hedge Fonds Dominica zu diesem Zweck nutzen. Am 12. Juli 2012 hat Dominica eine Vereinbarung mit Polen getroffen, um solche Steuerinformationen auszutauschen.
Dominica verfĂŒgt ĂŒber zwei Tageszeitungen, The Sun und The Chronicle.
Historische Zeitungen sind u. a. The Dominican, The Dominica Guardian und der Dominica Colonist, die online bei Digital Library of the Caribbean kostenlos verfĂŒgbar sind.
Es gibt zwei nationale Fernsehsender und einige Radiostationen:
Ab 2005 boten Digicel und das britische Unternehmen Orange (seit 2010 nicht mehr in Dominica tÀtig) Telekommunikationsdienstleistungen an. Eine Reihe von Mobilfunkanbietern sind im Land tÀtig, v. a. LIME und Digicel.
Im Jahr 2021 nutzten 82,4 Prozent der Einwohner Dominicas das Internet.
Cricket ist der beliebteste Sport auf Dominica. Dominica ist eines der LĂ€nder, das mit anderen Karibikstaaten das West Indies Cricket Team bildet, eine der âNationalmannschaftenâ im internationalen Cricket mit Teststatus, der angesehensten Form dieses Sports. Das West Indies Cricket Team nahm an beinahe jedem Cricket World Cup teil, gewann die ersten beiden Austragungen 1975 und 1979 und verpasste lediglich das Turnier 2023. AuĂerdem gewannen sie den Menâs T20 World Cup zweimal (2012 und 2016) sowie je einmal die Champions Trophy (2004) und die U19-Cricket-Weltmeisterschaft (2016).
Special Olympics Dominica wurde in den spĂ€ten 1970er Jahren gegrĂŒndet und nahm mehrmals an Special Olympics Weltspielen teil.
Regionen (10)| Abk | Name | Lat N | Lat S | Lng W | Lng E | B | O |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Saint Andrew | 15.633 | 15.445 | -61.449 | -61.269 | |||
| Saint David | 15.51 | 15.317 | -61.335 | -61.249 | |||
| Saint George | 15.346 | 15.254 | -61.394 | -61.304 | |||
| Saint John | 15.634 | 15.503 | -61.489 | -61.408 | |||
| Saint Joseph | 15.494 | 15.389 | -61.455 | -61.317 | |||
| Saint Luke | 15.26 | 15.236 | -61.373 | -61.356 | |||
| Saint Mark | 15.244 | 15.202 | -61.376 | -61.346 | |||
| Saint Patrick | 15.333 | 15.212 | -61.357 | -61.254 | |||
| Saint Paul | 15.405 | 15.313 | -61.416 | -61.327 | |||
| Saint Peter | 15.534 | 15.466 | -61.484 | -61.406 |
