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Staat Informationen : Dominica

Informationen:


Dominica (amtlich Commonwealth Dominica) ist ein Inselstaat in den Kleinen Antillen in der östlichen Karibik. Der Staat erstreckt sich über die gleichnamige Insel und ist Mitglied des Commonwealth of Nations.

In der Sprache der karibischen indigenen Bevölkerung wurde die Insel wegen ihres gebirgigen Geländeprofils Ouaitocoubouli genannt (in anderer Transkription Wai'tukubuli, deutsch „ihr Körper ist hoch“).

Neben der Amtssprache Englisch ist Antillen-Kreolisch, von den Einwohnern Patwa (Patois) genannt, als Umgangssprache verbreitet.

Geografie

Geologie, Flora und Besiedlung

Die Insel Dominica ist knapp 49 km lang und nicht mehr als 23 km breit. Ihre Fläche von rund 750 km² entspricht etwa der des Stadtstaats Hamburg. Dominica liegt zwischen den französischen Karibikinseln zweier Übersee-Départements: Guadeloupe im Norden und Martinique im Süden. Ungefähr 250 km im Westen befindet sich die unbewohnte venezolanische Insel Aves.

Als eine der Westindischen Inseln im östlichen Inselbogen der Kleinen Antillen gehört Dominica zu den Inseln über dem Winde.

Nach britischem Sprachgebrauch zählt Dominica zu den „Leeward Islands“, womit der nördliche Teil jener Inselgruppe gemeint ist, die im Deutschen und anderen Sprachen als Inseln über dem Winde bezeichnet wird. Da aber Dominica ungefähr in der Mitte des Inselbogens liegt, die Abgrenzung von nördlich gelegenen (englisch Leeward Islands) gegenüber weiter südlich liegenden (englisch Windward Islands) Inseln dieser Kette in etlichen Sprachräumen unterschiedlich gezogen wird und das westindische Englisch teilweise dem internationalen Sprachgebrauch folgt, wird Dominica auch als nördlichste der „Windward Islands“ angesehen.

Dominica trägt den inoffiziellen Beinamen the nature island („die Naturinsel“) wegen ihrer üppigen und artenreichen Tier- und Pflanzenwelt. Einige der höchsten Berge der Kleinen Antillen, über 300 Flüsse oder Bäche und etliche Seen wie der Freshwater und der Boeri Lake sowie heiße Quellen finden sich hier. Die höchste Erhebung auf dieser Insel vulkanischen Ursprungs ist der Morne Diablotins mit 1447 m; er wird als zweithöchster Berg der Kleinen Antillen nur vom aktiven Vulkan Soufrière auf der benachbarten Insel Basse-Terre Guadeloupes überragt. Viele der Sehenswürdigkeiten Dominicas liegen im Nationalpark Morne Trois Pitons, der 1997 zum UNESCO-Weltnaturerbe erklärt wurde.

Die größten Städte auf Dominica sind (Stand 1. Januar 2005):

  1. Roseau: 16.074 Einwohner
  2. Portsmouth: 3.633 Einwohner
  3. Berekua: 3.195 Einwohner
  4. Marigot: 2.669 Einwohner
  5. Grand Bay: 2.608 Einwohner

Siehe auch: Liste der Städte auf Dominica

Klima

Das Klima ist tropisch, gemäßigt durch nordöstliche Winde, mit schweren Regenfällen, die besonders in der Hurrikan-Saison zwischen Mai und November zu Überschwemmungen und Erdrutschen führen können.

WirbelstĂĽrme:

  • Im November 1999 hinterlieĂź der Hurrikan Lenny eine Spur der VerwĂĽstung an der WestkĂĽste.
  • Im August 2007 wĂĽtete der Hurrikan Dean auf der Insel und forderte mindestens zwei Todesopfer.
  • Im August 2015 kamen durch den tropischen Sturm Erika 39 Menschen ums Leben. Die materiellen Schäden infolge von Erika summierten sich auf 90 % des Bruttoinlandsproduktes des Vorjahres.
  • In der Nacht vom 18. auf den 19. September 2017 zog der Hurrikan Maria mit seinem Auge ĂĽber Dominica und hinterlieĂź groĂźe VerwĂĽstungen. 65 Menschen kamen dabei ums Leben, darunter 34 Vermisste, die nicht gefunden werden konnten und fĂĽr tot erklärt wurden. Unmittelbar nach dem verheerenden Hurrikan kam es in vielen Städten der Insel zu PlĂĽnderungen, an denen auch Polizeibeamte beteiligt waren. Die Gesamtschäden inkl. Produktionsausfällen beliefen sich auf ĂĽber 1,4 Mrd. USD und damit auf fast das Doppelte des Bruttoinlandsproduktes von 2016.

Bevölkerung

Dominica hat 71.293 Einwohner (Volkszählung 2011). Aufgrund der starken Abwanderung (überwiegend in andere karibische Inselstaaten, die USA und Kanada) beträgt die Wachstumsrate lediglich 0,184 %. Etwa 80 % der Bevölkerung sind katholisch, 15 % protestantisch (5 % Methodisten, 3 % Pfingstler, 3 % Adventisten, 2 % Baptisten, 2 % Andere). Voodoo und voodooähnliche Religionen sind ebenfalls verbreitet und werden oft parallel zu den christlichen Religionsbekenntnissen ausgeübt.

Die dominicanische Bevölkerung gliedert sich in folgende Gruppen: 86,8 % Schwarze, 8,9 % Mulatten, 2,9 % Kariben und 0,8 % Europäer.

Die Staatsangehörigen Dominicas werden laut StAGN als „Dominicaner“ bezeichnet, im Unterschied zu den Staatsangehörigen der flächenmäßig um ein Vielfaches größeren, nordwestlich gelegenen Dominikanischen Republik, die „Dominikaner“ genannt werden.

Bevölkerungsentwicklung

Quelle: UN

Kariben

Die Karibik hat von diesen Indigenen ihren Namen, die sich dort Kalinago oder Kalinagos nennen. In einem Reservat (Kalinago Territory) im Osten Dominicas lebt die größte annähernd homogene Population der Kariben weltweit. Die Zahlenangaben zu den unvermischten Indigenen dieses Reservats divergieren. Dominica Weekly nennt für das Jahr 2008 noch 1000 unvermischte Kariben. Abweichend hiervon beziffert eine Karibin die Anzahl der unvermischten Kariben im Reservat mit nur noch rund 300. Die britische Kolonialregierung richtete 1903 das Karibenreservat ein, ihr Häuptling (chief) ist Garnet Joseph, der im Juli 2009 gewählt wurde.

1902 schrieb Henry Hesketh Bell (1864–1952), der Verwalter der Insel, an Joseph Chamberlain, den britischen Kolonialminister (Secretary of State for the Colonies), es habe sich zur Zeit der Entdeckung auf einigen Inseln um eine „milde und schüchterne Rasse“, auf den kleinen Inseln um kriegerische Kariben gehandelt, wie er von französischen Historikern des 17. Jahrhunderts zu wissen glaubte. Durch ihren unbeugsamen – „heldenhaften“ – Widerstand entgingen sie, so Bell, der Sklaverei auf den anderen Inseln. Er berichtet weiter, die Kariben seien als Eroberer vom Festland gekommen und hätten die „Arrowak“ unterworfen. Die Töchter hätten von nun an die Karibensprache, die Söhne jedoch die Arouak-Sprache gesprochen. Die Einwohnerzahl war aber insgesamt gering, die als „Carbet“ bezeichneten Dörfer bestanden nie aus mehr als 30 Hütten und lagen an der Küste. Nur zur Jagd zogen die Kariben in die Berge. Sie bauten hochseetüchtige Kanus und gingen mit ihnen auf Fischfang. Dass sie auf Sklavenjagd gingen, kann wohl als gesichert gelten, doch ob die Gerüchte von Menschenfresserei eine wahre Grundlage hatten oder nur dazu dienten, die Spanier abzuschrecken, ist ungeklärt.

Jedenfalls war schon 1547 dies das Argument, mit dem die Versklavung der Kariben vom spanischen König erlaubt wurde. Da sie jedoch als Sklaven wertlos waren – sie starben lieber, denn als Sklaven zu leben –, wurden sie sofort und ohne jede Kontaktaufnahme getötet. Um 1600 beherrschten die Kariben nur noch Guadeloupe, Dominica und Martinique. Auch auf Dominica setzten sich Europäer fest, in diesem Fall Franzosen. Einer von ihnen, Du Tertre, gab für 1633 die Zahl der Kariben mit 938 an, die sich auf 32 Dörfer verteilten. Dagegen waren 349 Franzosen auf der Insel, hinzu kamen 23 Mulatten und 338 schwarze Sklaven. 1635 versuchten mehrere Karibenverbände einen Angriff auf Guadeloupe, doch wurde er abgewehrt und dann als Vorwand genommen, die Kariben auf Guadeloupe auszurotten. Einige entkamen nach Dominica. Da man auf Martinique offenbar genauso vorging, kamen zahlreiche Flüchtlinge nach Dominica, wo mittlerweile der Großteil der Kariben lebte. Ihrer Übermacht mussten wiederum die lokalen Franzosen weichen. 1666 räumten die Franzosen auch Antigua. Im Vertrag von Aachen von 1748, in dem die Besitzverhältnisse auch in dieser Region geregelt wurden, erscheint Dominica als eine neutrale Insel, da sie keiner der Kolonialmächte gehörte. Dennoch entstanden an der Westseite Dominicas französische Siedlungen, und die Kariben konnten die Siedler nicht vertreiben. Briten unterstützten die Kariben gegen die Franzosen, doch sobald sie 1763 selbst Kolonialherren geworden waren, behandelten sie die Indianer selber wie es zuvor die Franzosen getan hatten. Nur ein winziges Gebiet von weniger als einem Quadratkilometer (232 Acre) sollte ihnen schließlich bleiben. Doch die Kariben verteidigten erfolgreich das Binnenland und zu ihnen stießen entflohene Sklaven. 1791 existierten nur 20 bis 30 Familien und sie hatten sich in den Nordosten der Insel geflüchtet, in die Dörfer Salybia und Bataka. Zudem sollen sie um diese Zeit den Kannibalismus aufgegeben haben. Am Ende des 19. Jahrhunderts waren sie so weit assimiliert, dass sie an Sonntagen, wie Bell schrieb, schwarze Röcke und hohe Hüte trugen. Er schätzte die Zahl der vollblütigen Kariben auf 120, dazu kamen rund 280 Mischlinge. Rochefort stellte 1665 ein knappes Glossar zusammen. Um 1900 war ihr Häuptling Auguste François, doch nannte man ihn „Ogiste“. Bell schlug vor, das Karibenreservat auf 3700 Acre (15 km²) zu vergrößern.

Im Mai 2008 schlug Chief Charles Williams vor, Ehen zwischen den rund tausend Kalinagos, wie die Kariben in Abgrenzung zu den sonstigen im Reservat Lebenden genannt werden, und Nicht-Kalinagos zu verbieten, doch lehnte die Regierung das Programm zur Rettung der letzten Karibenpopulation ab, weil dies Freiheitsrechte einschränke.

Hochbetagte

Auf Dominica leben ungewöhnlich viele Zentenare, also Menschen jenseits der hundert Lebensjahre. 2001 waren über 20 amtlich erfasst, was einer Quote von einem Zentenar pro 3450 Einwohner entspricht (zum Vergleich: in Deutschland ist die Quote ca. 1 zu 12.200, Stand 2000, also fast 75 % geringer). Legenden ranken sich heute noch um einen der angeblich ältesten Menschen der Welt, die Dominicanerin Mione Elizabeth George Israel oder einfach Ma Pampo, die am 14. Oktober 2003 im sagenhaften Alter von 128 Jahren auf Dominica gestorben sei. Es gibt jedoch bis dato kein Dokument, welches zweifelsfrei ihren Geburtstag (27. Januar 1875) belegen könnte (siehe auch den Artikel ältester Mensch).

Geschichte

Dominica wurde spätestens um 3000 v. Chr. besiedelt, und zwar durch Einwanderer der sich seit 5000 v. Chr. ausbildenden Ortoiroiden-Kultur. Lange dominierte die Annahme, dass zuerst die Ciboney oder Steinleute auf der Insel gelebt hätten, dann seien die friedlichen Arawak erschienen, die von den kriegerischen Kariben ausgerottet worden seien.

Dominica wurde am 3. November 1493 von Kolumbus auf seiner zweiten Reise entdeckt, er ging jedoch nicht an Land. Kolumbus benannte die Insel nach dem Wochentag ihrer Entdeckung, einem Sonntag (auf Latein: Dominica). Die Bewohner fürchteten sich offenbar vor Leuten, die aus Carib oder Canib kamen, wodurch das Wort Caniba, Kannibalen, ins Spanische und von dort in viele Sprachen vordrang. Die auf dem Festland lebenden Kariben wurden von Ethnologen weiterhin so bezeichnet, die übrigen Gruppen erhielten den Namen Insel-Kariben. Diese nennen sich Kalinago und sie kontrollierten die Inseln zwischen etwa 1400 und 1700. Ihre berüchtigten Raubfahrten sind wohl eher als Frauenraub anzusprechen denn als Kannibalenfahrten. Ihr letztes Rückzugsgebiet war Dominica, nachdem St. Vincent 1796 britisch geworden war und mehrere tausend von ihnen deportiert worden waren.

1627 kam Dominica an den Earl of Carlisle, und England beanspruchte die Insel bis 1748, als es Dominica an Frankreich abtrat. Doch schon 1635 einigte man sich mit Frankreich, das versucht hatte, die Indianer zu missionieren, darauf, die Insel den Bewohnern zu ĂĽberlassen.

Dominica war wegen des besonders starken Widerstands der Ureinwohner die letzte von Europäern kolonialisierte karibische Insel. Im Jahr 1763 übergaben die Franzosen die Insel an Großbritannien, das sie 1805 zur Kolonie erklärte. Die Verwaltung erfolgte durch das Government of Grenada, doch erhielt Dominica 1768 eine eigene gesetzgebende Versammlung. Nach einem fünfjährigen französischen Intermezzo (1783–1788) kam die Insel wieder an Großbritannien. 1784 kam es zum Aufstand der Maroons.

1831 erhielten alle Nicht-WeiĂźen volle BĂĽrgerrechte, 1834 wurde die Sklaverei abgeschafft. Hauptexportprodukt war zu dieser Zeit Kaffee, der rund ein Drittel des Ausfuhrwertes ausmachte. 1838 erreichten die Mulatten erstmals eine Mehrheit unter FĂĽhrung des Zeitungsverlegers George Charles Falconer.

1865 wurde die Insel zur Kronkolonie erhoben, doch erst 1898 wurde dies durch Entsendung des Verwalters Sir Hesketh Bell praktisch umgesetzt. Erst 1938 gab man dem politischen Druck nach, und die Moyne-Kommission hielt Parteiengründungen für angebracht. 1951 schaffte man das Wahlrecht ab, das sich am Vermögen orientierte, und ersetzte es durch ein gleiches Wahlrecht. Das Frauenwahlrecht wurde ebenfalls 1951 eingeführt. Es wurde bei der Unabhängigkeit 1978 bestätigt.

Es entstanden Parteien und 1957 erhielt die Insel ihren ersten Chief Minister. 1957/58 entstand die Westindische Föderation, die jedoch 1962 aufgelöst wurde. 1967 erhielt die Insel eine begrenzte Selbständigkeit, denn die Verteidigungs- und Außenpolitik blieb bei Großbritannien. Am 3. November 1978 wurde schließlich die Unabhängigkeit von Großbritannien proklamiert, seit dem 8. Dezember 1978 ist Dominica Mitglied der Vereinten Nationen.

Erster Premierminister wurde Patrick John von der sozialdemokratischen DLP. Seine Regierungszeit war geprägt von persönlicher Vorteilsnahme und Korruption, was unter anderem zu blutigen Demonstrationen führte. Ein nationales Notstandskomitee, das Committee for National Salvation (CNS), wählte am 21. Juni 1979 den Wirtschaftsminister Oliver J. Seraphin zum Premier. Im Juni 1980 wurde Mary Eugenia Charles von der Partei DFP zur Nachfolgerin gewählt und blieb als erste Staatschefin in der Karibikregion 15 Jahre im Amt. Patrick John scheiterte 1981 mit dem Versuch, mit Hilfe von Mitgliedern des rechtsradikalen amerikanischen Ku Klux Klan die Regierung von Ministerpräsidentin Eugenia Charles zu stürzen. Wegen dieses Putschversuchs wurden die Streitkräfte aufgelöst. 1997 wurde der 1975 eingerichtete Nationalpark Morne Trois Pitons, benannt nach dem gleichnamigen Berg, zum Weltnaturerbe der UNESCO ernannt. Einen weiteren Beitrag zum Aufschwung des Tourismus leisten ab 2003 Piratenfilme, wie Fluch der Karibik.

Nach dem plötzlichen Tod des Premierministers Pierre Charles folgte 2004 Roosevelt Skerrit in dieses Amt.

Politik

Politisches System

Dominica wurde am 3. November 1978 von Großbritannien unabhängig. Das Land ist eine parlamentarische Republik mit einem Einkammerparlament, dem House of Assembly, mit einer fünfjährigen Legislaturperiode und 30 Mitgliedern. Davon werden 21 gewählt, 5 durch den Regierungschef und 4 durch die Opposition benannt. Wahlberechtigt sind alle Personen ab dem 18. Lebensjahr.

Wie schon bei den Wahlen in den Jahren 2000, 2002, 2009 und 2014 gewann die Dominica Labour Party auch die Parlamentswahl am 6. Dezember 2019 und damit die fünfte Wahl in Folge. Sie erzielte 59 % der Stimmen und gewann den Abgeordnetensitz in 18 von 21 Wahlkreisen. Die United Workers Party errang 41 % der Stimmen und 3 Mandate im House of Assembly. Somit wurde Roosevelt Skerrit als Ministerpräsident für eine weitere Amtszeit bestätigt.

Das Land ist Mitglied des Commonwealth of Nations, der Karibischen Gemeinschaft (CARICOM), der Organisation Ostkaribischer Staaten (OECS), der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS), der Gemeinschaft der Lateinamerikanischen und Karibischen Staaten (CELAC) der Alliance of Small Island States (AOSIS) und des Wirtschaftsbündnisses Bolivarianische Allianz für Amerika (ALBA). Darüber hinaus gehört es zu den Trägern der Universität der Westindischen Inseln.

Siehe auch:

  • Liste der Präsidenten von Dominica
  • Liste der Premierminister von Dominica

Verwaltungsgliederung

Dominica ist in zehn Parishes als Verwaltungsbezirke eingeteilt. Die Einwohnerzahlen in der folgenden Tabelle beziehen sich auf die Volkszählung vom 12. Mai 2001.

Quelle: Central Statistical Office of Dominica

Wirtschaft und Infrastruktur

Allgemeines

Die Wirtschaft Dominicas ist von der Landwirtschaft, vor allem von Bananen, abhängig und bleibt durch die klimatischen Bedingungen und die Abhängigkeit von internationalen Förderprojekten sehr verwundbar. Mit einem BIP pro Kopf von 7356 US-Dollar im Jahre 2016 hatte das Land ungefähr das Wohlstandsniveau von Bulgarien.

Die Hurrikane Marilyn und Luis zerstörten 1995 die Bananenernte fast vollständig, nachdem bereits 1994 tropische Stürme ein Viertel der Ernte zunichtemachten. Die Wirtschaft erholte sich später wieder durch Wachstum in der Baubranche, der Seifenproduktion und durch den Tourismus. Die touristische Entwicklung geht jedoch nur zögerlich vonstatten, hauptsächlich wegen der rauen Küste, des fast vollständigen Fehlens von Sandstränden (mit wenigen Ausnahmen an der Westküste, z. B. bei Salisbury) sowie des Nichtvorhandenseins eines internationalen Verkehrsflughafens. Das wirtschaftliche Wachstum ist träge, die Arbeitslosigkeit liegt bei über 20 %.

Die Europäische Union ist momentan Dominicas wichtigster Partner in der Förderung der Wirtschaft und des Tourismus. Zwischen 2002 und 2006 versuchte die Regierung mit dem „Eco-Tourism Development Programme (ETDP)“, einem Förderprogramm für den Ökotourismus in Zusammenarbeit mit der EU, den schrittweisen Aufbau einer ökologisch geprägten Tourismusbranche.

Die Versuche der Regierung, den Tourismus zu fördern, zeigen bisher wenig Erfolg. Die millionenschweren Investitionen, die in den Ausbau des Douglas-Charles Airport geflossen sind, werden von Kritikern als nutzlos betrachtet, da der Flughafen nach wie vor keine internationale Zulassung hat und nur kleine Maschinen aus den umliegenden Inseln dort landen können.

Im Dezember 2007 erhielt Dominica 36 Millionen XCD (ca. 9,1 Millionen Euro) als Fördermittel aus dem Entwicklungshilfeetat der EU.

Dominica ist Mitglied im Wirtschaftsbündnis Petrocaribe, wodurch die Insel venezolanisches Erdöl zu Vorzugspreisen erhält und Mitglied im Bündnis ALBA. Dominica will gemeinsam mit Venezuela auf der Insel eine Raffinerie errichten und im Bereich der geothermischen Energiegewinnung sowie der Wasserkraftnutzung zusammenarbeiten.

Staatshaushalt

Der Staatshaushalt umfasste 2009 Ausgaben von umgerechnet 84,4 Mio. US-Dollar, dem standen Einnahmen von umgerechnet 73,9 Mio. US-Dollar gegenüber. Daraus ergibt sich ein Haushaltsdefizit in Höhe von 2,8 % des BIP.
Die Staatsverschuldung betrug 2008 136 Mio. US-Dollar oder 37,3 % des BIP.

2006 betrug der Anteil der Staatsausgaben (in % des BIP) folgender Bereiche:

  • Gesundheit: 5,9 %
  • Bildung: 5,0 % (1999)
  • Militär: k. A. (Dominica unterhält kein Militär im eigentlichen Sinne)

Infrastruktur

Das Straßennetz hat eine Länge von 780 km, davon sind 387 km unbefestigt (Stand 1999). Seehäfen gibt es in Portsmouth und Roseau.

Dominica verfügt über zwei Flughäfen: Douglas-Charles Airport (IATA-Flughafencode DOM) und Canefield Airport (IATA-Code DCF). Beide haben keine internationale Zulassung für große Passagiermaschinen, was als eines der Haupthindernisse für die touristische Entwicklung des Inselstaates angesehen wird. Der Douglas-Charles Airport hieß bis zur offiziellen Umbenennung am 27. Oktober 2014 Melville Hall Airport und wurde in den letzten Jahren mit finanzieller Unterstützung der EU und Venezuelas erweitert und verfügt seit Ende 2010 über eine längere und breitere Start- und Landebahn sowie ein Instrumentenlandesystem, sodass auch nachts und bei schlechter Sicht gelandet werden kann. Bis zum April 2019 war Dominica der letzte Staat der Erde, der einen Flughafen betrieb, ohne Mitglied bei der ICAO zu sein. Aktuell (Stand Februar 2021) wird über den Bau eines internationalen Flughafens ca. 5 km nördlich des Douglas-Charles Airports bei der Gemeinde Wesley diskutiert, gegen den sich jedoch Widerstand der Dorfbewohner regt.

Im Rahmen des Eco-Tourism Development Programme wurde mit Fördermitteln der Europäischen Union im August 2006 eine Dekompressionskammer zur Notfallversorgung bei Tauchunfällen im Princess Margaret Hospital, Roseau, eingerichtet.

Die Grundversorgung mit medizinischen Geräten und Bedarfsmitteln in den Krankenhäusern Dominicas ist nicht immer gewährleistet.

Kultur

Sport

Cricket ist der beliebteste Sport auf Dominica. Dominica ist eines der Länder, das mit anderen Karibikstaaten das West Indies Cricket Team bildet, eine der „Nationalmannschaften“ im internationalen Cricket mit Teststatus, der angesehensten Form dieses Sports. Das West Indies Cricket Team nahm an jedem Cricket World Cup teil und gewann die ersten beiden Austragungen 1975 und 1979.

Feiertage

BerĂĽhmte Dominicaner

  • Carissa Etienne (* 1952), Direktorin der Panamerikanischen Gesundheitsorganisation, Regionaldirektorin der WHO
  • Nasio Fontaine (* 1969), Reggae-Musiker
  • Prince Ital Joe (1963–2001), Reggae-Musiker
  • Philip Potter (1921–2015), Generalsekretär des Ă–kumenischen Rats der Kirchen
  • Jean Rhys (1890–1979), Schriftstellerin
  • Patricia Scotland (* 1955), Generalsekretärin des Commonwealth of Nations

Galerie

Literatur

  • Christian Cwik, Verena Muth: Dominica. In: Wolfgang Gieler, Markus Porsche-Ludwig (Hrsg.): Staatenlexikon Amerika: Geographie, Geschichte, Kultur, Politik und Wirtschaft. Peter Lang, Berlin 2018, ISBN 978-3-631-77017-7, S. 151–162.
  • Peter Hulme: Remnants of Conquest: The Island Caribs and their Visitors, 1877–1998. Oxford University Press, Oxford 2000, ISBN 0-19-811215-7.
  • Lennox Honychurch: The Dominica Story. A History of the Island. Macmillan, London 1995, ISBN 0-333-62776-8.

Weblinks

  • Datenbank inhaltlich erschlossener Literatur zur gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Situation in Dominica
  • Government of the Commonwealth of Dominica; offizielle Regierungsseite (englisch)
  • Discover Dominica (englisch)

Einzelnachweise


 

Region Regionen (10)

Abk Name Lat N Lat S Lng W Lng E B O
Saint Andrew 15.633 15.445 -61.449 -61.269  
Saint David 15.51 15.317 -61.335 -61.249  
Saint George 15.346 15.254 -61.394 -61.304  
Saint John 15.634 15.503 -61.489 -61.408  
Saint Joseph 15.494 15.389 -61.455 -61.317  
Saint Luke 15.26 15.236 -61.373 -61.356  
Saint Mark 15.244 15.202 -61.376 -61.346  
Saint Patrick 15.333 15.212 -61.357 -61.254  
Saint Paul 15.405 15.313 -61.416 -61.327  
Saint Peter 15.534 15.466 -61.484 -61.406  
 

Die höchsten Gipfel Die höchsten Gipfel

 

Die höchsten Hütten Die höchsten Hütten

 

Touren in diesem Staat Touren in diesem Staat

Bücher und Karten Bücher und Karten

Flagge: Dominica

Name englisch: Dominica
Hauptstadt: Roseau
Kfz: WD
ISO: DM
ISO3: DMA
Fläche: 754 km²
Tld: .dm
Wärung Einheit: XCD
Währung: Dollar
Vorwahl: +1-767

Ausdehnung / Grenzen (nach WGS 84 dezimal):
nördlichster Punkt: 15.6400639
südlichster Punkt: 15.207682
westlichster Punkt: -61.4798301
östlichster Punkt: -61.2403035


 
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