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Staat Informationen : Argentinien

Informationen:


Argentinien (spanisch [a…ĺxenňątina]) ist eine Republik im S√ľden S√ľdamerikas. Sie grenzt im Westen an Chile, im Norden an Bolivien und Paraguay, im Nordosten an Brasilien und Uruguay und wird im Osten durch den Atlantischen Ozean begrenzt.

Der Landesname leitet sich von der lateinischen Bezeichnung f√ľr Silber ‚Ästargentum¬†‚Äď ab und stammt aus der spanischen Kolonialzeit, als man hier Edelmetalle zu finden hoffte. Bis zu seiner Unabh√§ngigkeit 1816 war es Teil des spanischen Kolonialreiches. Politisch ist Argentinien eine pr√§sidentielle Bundesrepublik, in der die einzelnen Provinzen weitreichende Kompetenzen haben. Laut der argentinischen Verfassung gelten neben Rep√ļblica Argentina auch Provincias Unidas del R√≠o de la Plata und Confederaci√≥n Argentina als offizielle Bezeichnungen Argentiniens.

Mit einer Fl√§che von knapp 2,8 Mio. km¬≤ ist Argentinien der achtgr√∂√üte Staat der Erde und der zweitgr√∂√üte des s√ľdamerikanischen bzw. der viertgr√∂√üte des amerikanischen Doppelkontinentes. Wegen seiner gro√üen Nord-S√ľd-Ausdehnung hat das Land Anteil an mehreren Klima- und Vegetationszonen. Im Hinblick auf die Einwohnerzahl steht es mit rund 45 Millionen Einwohnern in S√ľdamerika an dritter (nach Brasilien und Kolumbien) und in ganz Amerika an f√ľnfter Stelle. Etwa ein Drittel der Bev√∂lkerung konzentriert sich im Ballungsraum der Hauptstadt Buenos Aires, die als bedeutendes Kulturzentrum Amerikas gilt, in dem unter anderem der Tango Argentino seinen Ursprung hat. Weitere Ballungszentren bilden die St√§dte C√≥rdoba, Rosario, Mar del Plata und Mendoza. Gro√üe Teile des trockenen und kalten S√ľdens sind dagegen nur sehr d√ľnn besiedelt.

Bis etwa 1950 war Argentinien eines der reichsten Länder der Erde. Wirtschaftlich spielten traditionell die Landwirtschaft, Viehzucht und der Rohstoffabbau eine große Rolle, wenn auch heute der Dienstleistungssektor mit rund 60 % den größten Anteil am BIP ausmacht.

Politisch war das Land bis Mitte des 20.¬†Jahrhunderts stark durch die Einwanderung aus Europa gepr√§gt, vor allem aus Italien und Spanien. Die wichtigsten politischen Etappen seitdem sind der Peronismus (1946‚Äď1955; 1973‚Äď1976), mehrere Milit√§rdiktaturen (insbesondere 1976‚Äď1983), die Redemokratisierung (nach 1983) und der Neoliberalismus (1990er Jahre) bis zur Argentinien-Krise 2001 und der darauf folgenden Konsolidierung.

Geographie

Argentinien hat eine Fl√§che von 2,78 Millionen km¬≤ und ist damit nach Brasilien der zweitgr√∂√üte Staat S√ľdamerikas. Die Ausdehnung von Norden nach S√ľden betr√§gt 3694¬†km, die von Westen nach Osten an der breitesten Stelle circa 1423¬†km. Es grenzt im Osten an den Atlantischen Ozean, im Norden an Bolivien und Paraguay, im Nordosten an Brasilien und Uruguay; ihre jeweils l√§ngste gemeinsame Grenze bilden Chile und Argentinien im Westen des Landes.

Das gesamte westliche Grenzgebiet wird von den Anden eingenommen, der l√§ngsten kontinentalen Gebirgskette der Erde. Der zentrale Norden Argentiniens wird vom Gran Chaco, einer hei√üen Trockensavanne, eingenommen. √Ėstlich davon schlie√üt sich entlang des R√≠o Paran√° das H√ľgelland der Provinz Misiones an. Dort befinden sich am Dreil√§ndereck Argentinien‚ÄďParaguay‚ÄďBrasilien die Iguaz√ļ-Wasserf√§lle; sie sind etwa 2,7 Kilometer breit und z√§hlen zu den gr√∂√üten der Erde. S√ľdlich davon, zwischen den gro√üen Str√∂men R√≠o Paran√° und R√≠o Uruguay, liegt das feuchte und sumpfige Mesopotamia. Am R√≠o de la Plata, dem gemeinsamen √Ąstuar dieser beiden Str√∂me, liegen die Stadt Buenos Aires und die gleichnamige Provinz Buenos Aires, das wirtschaftliche Herz Argentiniens, wo etwa ein Drittel der Einwohner des Landes lebt.

Westlich und s√ľdlich von Buenos Aires erstrecken sich die Pampas, eine grasbewachsene Ebene, wo der gr√∂√üte Teil der Agrarprodukte des Landes erzeugt wird. In dieser Region befinden sich gro√üe Weizenfelder und Weidefl√§chen f√ľr Rinder; die Ausfuhr von Rindfleisch brach ab 2005 als Folge von Exportbeschr√§nkungen und -verboten der Regierung von 771.000¬†Tonnen auf 190.000¬†Tonnen ein. 2017 gingen wieder 308.638¬†Tonnen Rindfleisch in den Export.

Zwischen den Pampas und den Anden liegen im zentralen Argentinien die Gebirgsz√ľge der Sierras Pampeanas. Diese Mittelgebirge erreichen H√∂hen von 2800¬†m in den Sierras de C√≥rdoba und bis zu 6250¬†m in der Sierra de Famatina in La Rioja. Das im S√ľden Argentiniens gelegene Patagonien ist von starken Westwinden gepr√§gt und hat ein sehr raues Klima. Dieses Gebiet, das etwa ein Viertel der Fl√§che des Landes ausmacht, ist sehr d√ľnn besiedelt. Der tiefste Punkt des Landes und Gesamtamerikas ist die Laguna del Carb√≥n mit 105¬†m unter dem Meeresspiegel. Sie befindet sich zwischen Puerto San Juli√°n und Comandante Luis Piedra Buena in der Provinz Santa Cruz.

Ein etwa 60¬†km langer Abschnitt der Grenze zu Chile, der sich im S√ľdpatagonischen Eisfeld befindet, ist nicht als klar gezogene Grenze markiert, sondern wird von einer zwischen den beiden Staaten vereinbarten besonderen Zone eingenommen.

Von Argentinien wird ein Sektor des antarktischen Kontinents beansprucht; dieser Anspruch kollidiert jedoch mit dem Antarktisvertrag, der seit 1961 in Kraft ist.

Gebirge und Berge

In den argentinischen Anden gibt es viele √ľber 6000¬†m hohe Berge. Zu ihnen z√§hlen der h√∂chste Berg des amerikanischen Kontinents, der Aconcagua mit 6961¬†m H√∂he und die beiden h√∂chsten Vulkane der Erde, der Ojos del Salado mit 6880¬†m und der Monte Pissis mit 6795¬†m. In den S√ľdanden sind die Berge weniger hoch; viele sind wegen des feuchtkalten Klimas stets schneebedeckt. Auch in den Sierras Pampeanas werden teilweise sehr gro√üe H√∂hen gemessen: Die Sierra de Famatina in der Provinz La Rioja erreicht ebenfalls √ľber 6000¬†m. Die H√∂hen dieses Gebirgskomplexes fallen jedoch nach Osten hin ab, in den Sierras de C√≥rdoba werden nur noch maximal 2800¬†Meter erreicht.

Die n√∂rdlichen Patagoniden (Mesetas Patagoniens) weisen im S√ľdosten von Mendoza immerhin noch 4700¬†m H√∂he auf, ihre H√∂he nimmt nach S√ľdosten hin ab. In den anderen Gebieten Argentiniens erreichen die Berge nur in Ausnahmef√§llen √ľber 1000¬†m H√∂he. Darunter fallen die Sierras Australes Bonaerenses (Sierra de la Ventana und Sierra de Tandil) an der Atlantikk√ľste und das H√ľgel- und Bergland von Misiones.

Fl√ľsse und Seen

Argentiniens Hydrologie wird von den Zufl√ľssen des R√≠o de la Plata dominiert. Sein Einzugsgebiet umfasst etwa 5.200.000 km¬≤. Etwa ein Drittel hiervon liegt in Argentinien, der Rest in Bolivien, Brasilien, Paraguay und Uruguay. Zufl√ľsse des R√≠o de la Plata sind der R√≠o Paran√° und der R√≠o Uruguay. Im Norden an der Grenze zu Brasilien befindet sich der Iguaz√ļ-Nationalpark. Darin der Fluss Iguaz√ļ mit den Iguaz√ļ-Wasserf√§llen, welche dreimal so gro√ü wie die Niagaraf√§lle sind. Das zweitgr√∂√üte Einzugsgebiet hat der R√≠o Colorado in Nordpatagonien, dessen gr√∂√üter Zufluss, der R√≠o Salado del Oeste, einen Gro√üteil Westargentiniens entw√§ssert, wobei jedoch ein Gro√üteil seines Wasservolumens wegen des trockenen Klimas bereits auf dem Weg verdunstet oder in Sumpfgebieten versickert.

Argentinien weist zwei gr√∂√üere Seengebiete auf. Das umfangreichste liegt am Fu√ü der S√ľdanden, wo sich eine lange Kette von Schmelzwasserseen von der Provinz Neuqu√©n bis nach Feuerland erstreckt. Daneben finden sich in der westlichen zentralen Pampa und im s√ľdlichen Chaco zahlreiche Flachlandseen, die teilweise nur wenige Meter tief und oft salzhaltig sind. Der Flachlandsee Mar Chiquita mit 5770¬†km¬≤ in der Provinz C√≥rdoba sowie die Andenseen Lago Argentino (1415¬†km¬≤) und Lago Viedma (1088¬†km¬≤) liegen im Nationalpark Los Glaciares, der zum UNESCO-Welterbe erkl√§rt wurde. Dort befindet sich auch der Gletscher Perito Moreno.

Inseln

Argentinien hat trotz seiner lang gestreckten K√ľstenlinie nur wenige Inseln. Die gr√∂√üte ist die zum Archipel Feuerland geh√∂rende Isla Grande de Tierra del Fuego mit 47.020¬†km¬≤, die sich Argentinien (Provinz Tierra del Fuego, 21.571¬†km¬≤) und Chile (25.429¬†km¬≤) teilen. Das einzige weitere Inselgebiet von Bedeutung ist der S√ľden der Provinz Buenos Aires, wo sich in den Buchten Bah√≠a Blanca und Bah√≠a Anegada zwei ausgedehnte Wattenmeere befinden. Die Inseln dort sind flach und mit Ausnahme der Isla Jabal√≠, auf der der Badeort San Blas liegt, unbewohnt. Gr√∂√üte Insel ist die Isla Trinidad mit 207¬†km¬≤. Des Weiteren gibt es vor der patagonischen K√ľste einige kleinere Felseninseln.

V√∂lkerrechtlich umstrittenes Territorium sind die Falklandinseln (auch Malwinen, englisch Falkland Islands, spanisch Islas Malvinas), eine Inselgruppe im s√ľdlichen Atlantik. Sie geh√∂ren geographisch zu S√ľdamerika, liegen 600 bis 800¬†km √∂stlich von S√ľdargentinien und Feuerland bei 52¬į S√ľd und 59¬į West und sind britisches √úberseegebiet. Seit 1833 werden sie von Argentinien beansprucht. Die Besetzung der Inseln durch Argentinien am 2. April 1982 l√∂ste den Falklandkrieg aus, der bis zum 14. Juni 1982 dauerte und mit einer Niederlage f√ľr Argentinien endete. Die gr√∂√üten Inseln der Falkland Islands sind Ostfalkland (Soledad) mit 6683¬†km¬≤ und Westfalkland (Gran Malvina) mit 5278¬†km¬≤. Unter demselben Status befindet sich das s√ľd√∂stlich von den Falklandinseln gelegene Territorium S√ľdgeorgien und die S√ľdlichen Sandwichinseln.

Klima

Argentinien hat von tropischen Gebieten im √§u√üersten Nordosten √ľber subtropische im restlichen Norden und eine ausgedehnte gem√§√üigte Klimazone bis hin zu kalten Klimaregionen im S√ľden und in den Anden nahezu alle Klimazonen in einem Land vereint.

Der Nordwesten Argentiniens ist im Bereich der Anden trocken mit einer kurzen Regenzeit im Sommer. In ihr findet man die Hochw√ľste Puna, deren Westen zu den regen√§rmsten Gebieten der Welt z√§hlt, sowie den steppenhaften, unfruchtbaren Monte am Fu√ü der Anden in den Provinzen Mendoza, San Juan und La Rioja.

Die Osth√§nge der Voranden beherbergen subtropische Nebelw√§lder in den Provinzen Tucum√°n, Salta und Jujuy, die im Sommer wegen des Abregnens der feuchten Ostwinde sehr niederschlagsreich, im Winter aber relativ trocken sind. Nach Osten hin schlie√üt sich der Gran Chaco im zentralen Norden an, seine Niederschl√§ge konzentrieren sich auf den Sommer, das Gleiche gilt f√ľr die Region der Sierras Pampeanas in Zentralargentinien. In beiden Regionen nehmen die Niederschl√§ge nach Westen hin ab.

Der Nordosten sowie die Pampa-Region sind das ganze Jahr √ľber feucht, wobei die h√∂chsten Niederschlagsmengen im subtropischen Regenwald der Provinz Misiones auftreten.

Der S√ľden (Patagonien) liegt in der Westwindzone, weshalb hier der westliche Teil mehr Niederschl√§ge als der Osten erh√§lt. Die Anden sind st√§ndig feucht und von der Temperatur k√ľhl gem√§√üigt. Sie wirken als Barriere f√ľr die feuchten Pazifikwinde, so dass das √∂stlich anschlie√üende patagonische Schichtstufenland sehr trocken und halbw√ľstenhaft ist. In dieser Region bestimmt der regelm√§√üig alle ein bis zwei Wochen vom S√ľdwesten her blasende Pampero-Wind das Klima. Ein Sonderfall ist das Klima im s√ľdlichen Teil Feuerlands mit k√ľhlem ozeanischem Klima, wo wegen der dort fehlenden Klimascheide der Anden sowohl pazifische als auch atlantische Einfl√ľsse das Wetter bestimmen. Dort sind die Niederschlagsmengen relativ hoch und die Temperaturen weisen eine relativ geringe Abweichung zwischen Sommer und Winter auf.

Flora und Fauna

Entsprechend den sehr unterschiedlichen Klimazonen Argentiniens variieren auch die Vegetation und die Tierwelt sehr stark. Insgesamt sind etwa zwölf Prozent der Landfläche bewaldet.

Flora

In den warmfeuchten tropischen und subtropischen Regenw√§ldern im Norden gedeihen tropische Pflanzen, wie Rosenh√∂lzer (Dalbergia), Guajakholzb√§ume (Guaiacum officinale), Palisander (Jacaranda mimosifolia) und Quebracho-B√§ume (Schinopsis lorentzii), aus denen Gerbs√§ure gewonnen wird, aber auch Palmen. Der Gran Chaco, ebenfalls im Norden Argentiniens, verf√ľgt √ľber eine savannenartige Vegetation, welche von den Algarrobo-B√§umen (haupts√§chlich Prosopis alba und Prosopis nigra) dominiert wird, Quebracho kommt auch vor. Der S√ľden und Osten des Chaco mit seinem milderen Klima wird intensiv landwirtschaftlich genutzt, w√§hrend der Norden noch weitgehend urspr√ľnglich ist.

Die Pampa ist gepr√§gt von ausgedehnten Graslandschaften mit verschiedenen Gr√§sern. Von Eukalyptus (Eucalyptus), amerikanischen Platanen (Platanus occidentalis) und Akazien (Acacia) abgesehen, finden sich hier keine B√§ume; die ersteren beiden Gattungen sind nicht heimisch. Aufgrund des sehr feinen steinfreien Bodens ist eine landwirtschaftliche Bebauung gut m√∂glich, so dass sich nur noch wenig urspr√ľngliche Vegetation erhalten hat.

Patagonien liegt schon im Schatten der Anden und ist eine karge und weitestgehend baumlose Landschaft. Hier herrschen wie in der Pampa auch die Gräser vor, die Vegetation ist aber den wesentlich trockeneren Gegebenheiten angepasst. Daneben findet man verschiedene krautige Gewächse und Sträucher. Wegen des steinigen Bodens ist Getreideanbau nicht möglich, stattdessen werden die Graslandschaften als Schafweide genutzt.

In den Vorgebirgen der Anden und auf Feuerland finden sich ausgedehnte Nadelw√§lder mit Fichten (Picea), Zypressen (Cypressus), Kiefern (Pinus), Zedern (Cedrus) und anderen Nutzh√∂lzern. Nahe der chilenischen Grenze gibt es vereinzelte Gruppen von Scheinbuchen (Nothofagus). Die Baumgrenze liegt bei etwa 3500¬†m. In den trockenen n√∂rdlichen Hochlagen der Anden finden sich in den ariden Halbw√ľsten viele Kakteengew√§chse (Cactaceae) und Dornstr√§ucher.

Die Bl√ľte des Ceibos (Hahnenkammbaum oder Korallenbaum) ist als sogenannte ‚Äěnationale Blume‚Äú eines der Nationalsymbole.

Fauna

Im tropischen Norden ist die Tierwelt √§u√üerst vielf√§ltig. Hier leben verschiedene Affenarten, Jaguare, Pumas, Ozelots, Waschb√§ren, Nasenb√§ren, Ameisenb√§ren, aber auch Tapire, Nabelschweine und Reptilien wie Schlangen und Kaimane. Die Vogelwelt beherbergt im tropischen Norden Kolibris, Flamingos, Tukane und Papageien. In den Fl√ľssen sind neben vielen anderen Fischen auch Piranhas zu finden. In der Pampa findet man G√ľrteltiere, M√§hnenw√∂lfe, Pampasf√ľchse, Pampaskatzen, Pampashirsche, Nandus, verschiedene Greifv√∂gel wie Falken sowie Reiher. In den kargen Gebieten der Anden trifft man auf die wilden Lamas, Guanakos und Vikunjas, sowie auf den Andenkondor, der zu den gr√∂√üten V√∂geln der Welt geh√∂rt. Raubtiere sind die Bergkatze, der Puma und der Andenschakal. An Salzseen finden sich h√§ufig Zugv√∂gel wie Flamingos. In Patagonien und Feuerland ist das Tierleben arten√§rmer. Auch hier leben Pumas, Nandus und Guanakos; der Patagonische Huemul und Pud√ļ (ein kleiner Hirsch) sind Teil der Fauna der s√ľdlichen Anden. Auf Feuerland nisten zudem Kormorane und Magellanspechte. Die patagonischen K√ľsten beherbergen Magellanpinguine und Kolonien von S√ľdamerikanischen Seeb√§ren und M√§hnenrobben. Die K√ľstengew√§sser Argentiniens beherbergen unter anderem S√ľdkaper, Orcas und Commerson-Delfine, daneben Seehechte, Sardinen, Makrelen und Dorados.

Bevölkerung

Demografie

Bevölkerungsdichte

Argentinien hat eine Bev√∂lkerung von etwa 45 Millionen Einwohnern. Dies entspricht einer Bev√∂lkerungsdichte von 16,3 Einwohnern/km¬≤. Etwa 87¬†% der Bev√∂lkerung leben in St√§dten von mehr als 2000 Einwohnern, wovon allein 11,5 Millionen auf die Agglomeration Gran Buenos Aires entfallen. Diese hat eine Bev√∂lkerungsdichte von 2989 Einwohnern/km¬≤. Die Stadt und die gesamte Provinz Buenos Aires zusammen haben 16,6 Millionen Einwohner, die Provinzen C√≥rdoba und Santa Fe jeweils ca. drei Millionen, so dass in diesen drei im zentralen Teil des Landes gelegenen Provinzen zusammen mehr als 60¬†% der Bev√∂lkerung leben. Weite Teile des √ľbrigen Landes sind dagegen sehr d√ľnn besiedelt, vor allem im trockenen S√ľden, wo nur etwa ein bis drei Einwohner/km¬≤ leben.

Bevölkerungsentwicklung und Altersstruktur

In der Kolonialzeit lag der Schwerpunkt der argentinischen Bev√∂lkerung lange im Nordwesten, und insbesondere in der Minenregion um Salta und Jujuy. Gr√∂√üte Stadt war das am Kreuzungspunkt mehrerer Handelsrouten gelegene C√≥rdoba. Dies √§nderte sich mit der Einrichtung des Vizek√∂nigreiches R√≠o de la Plata 1776. Der Handel lie√ü nun die Bev√∂lkerungszahl der K√ľstenregion im Osten des Landes (Buenos Aires, Santa Fe, Entre Rios) sprunghaft ansteigen, und nach der Erringung der Unabh√§ngigkeit hatte sich die wirtschaftliche und politische Macht endg√ľltig in dieser Region konzentriert. Das Gebiet s√ľdlich einer Linie etwa zwischen dem heutigen La Plata und Mendoza war dagegen bis zur W√ľstenkampagne des General Roca in den 1870er Jahren noch von den Indianern bewohnt, es gab allerdings einige spanische und walisische Enklaven.

Die Einwanderungswelle 1880‚Äď1930 verst√§rkte die Dominanz der K√ľstenregion und besonders von Stadt und Provinz Buenos Aires zus√§tzlich, da sich der Gro√üteil der Einwanderer in dieser Gegend niederlie√ü. Der Nordwesten wurde mehr und mehr zu einer r√ľckst√§ndigen und wirtschaftlich schwachen Region, in dem relativ wenig Einwanderung stattfand, und Patagonien befand sich erst am Beginn seiner Entwicklung. Der Gro√üraum Buenos Aires wuchs so zwischen 1850 und 1914 von 150.000 auf 1,6 Millionen Einwohner. Nach dem Versiegen des Einwandererstroms um 1930 brachte die Industrialisierung einen Binnenwandererstrom, dessen Ziel ebenfalls Buenos Aires und ‚Äď mit Abstand ‚Äď C√≥rdoba und Rosario war. Dieser Strom hielt bis in die 1970er Jahre an und f√ľhrte dazu, dass sich der Gro√üraum rund um die Hauptstadt weit √ľber das eigentliche Stadtgebiet von Buenos Aires ausdehnte.

1980 √ľberschritt der Gro√üraum Buenos Aires im nationalen Zensus zum ersten Mal die 10-Millionen-Marke und konzentrierte damit fast 40¬†% der Bev√∂lkerung (damals 24 Millionen). Danach flachte das Wachstum der St√§dte der K√ľstenregion deutlich ab. Zwischen 1991 und 2001 verlor die Stadt Buenos Aires 7¬†% ihrer Einwohner, die Bev√∂lkerung des Ballungsraums der Stadt insgesamt stieg nur noch leicht an, auch Rosario und Santa Fe stagnierten. Zum Wachstumsmagnet wurden dagegen abgelegene Regionen wie das wirtschaftlich boomende Patagonien, insbesondere die s√ľdlichsten Provinzen Provinz Tierra del Fuego und Santa Cruz (44¬†% bzw. 23¬†% Zuwachs zwischen 1991 und 2001), aber auch die St√§dte des Nordwestens wie Jujuy, Salta, La Rioja und Tucum√°n sowie der Ballungsraum C√≥rdoba.

In Buenos Aires und den meisten Gro√üst√§dten gibt es seit etwa 1980 das Ph√§nomen der Stadtflucht: Viele, meist besser verdienende Einwohner siedeln von den Stadtzentren ins Umland um. Seit etwa 1990 hat sich dieses Ph√§nomen durch die massenhafte Einrichtung von privaten Stadtvierteln und Country Clubs noch verst√§rkt. Die Ursache liegt in der als steigend empfundenen Kriminalit√§t. Auch touristisch und landschaftlich interessante Orte erleben seit dieser Zeit eine positive Entwicklung, was sowohl mit der steigenden Mobilit√§t der Bev√∂lkerung als auch mit der inzwischen deutlich besseren Verf√ľgbarkeit von infrastrukturellen Dienstleistungen wie Telefon, Radio, Fernsehen und Internet selbst in weit entlegenen Gebieten zusammenh√§ngt. So wurden aus ehemals kleinen Ferienorten wie Merlo, Pinamar und Villa Carlos Paz prosperierende, schnell wachsende St√§dte.

Ethnien

Ethnische Zusammensetzung

Mehr als 90¬†% der Bev√∂lkerung stammen nach der offiziellen Statistik von eingewanderten Europ√§ern ab, hiervon 36¬†% von Italienern, 29¬†% von Spaniern und 3 bis 4¬†% von Deutschen. Im Raum Buenos Aires sowie in den Provinzen Chaco und Misiones spielt auch die polnische Kultur eine Rolle. Hierbei handelt es sich um Nachkommen polnischer Emigranten aus den 1920er Jahren. Bis Anfang der 1990er Jahre ging man von einem Anteil der Mestizen ‚Äď Nachfahren sowohl von Europ√§ern als auch von Indianern ‚Äď unter 10¬†% aus. Nach neueren Erkenntnissen ist deren Anteil jedoch weitaus h√∂her. Eine genetische Untersuchung von 2012 ergab 65¬†% europ√§isches, 31¬†% indianisches und 4¬†% schwarzafrikanisches Erbgut. Diese Diskrepanz wird darauf zur√ľckgef√ľhrt, dass die Mestizen fr√ľher unter einer starken Diskriminierung zu leiden hatten und sich daher als ‚ÄěWei√üe‚Äú deklarierten. In Argentinien haben gesch√§tzt 300.000 Menschen eine Roma-Abstammung, von denen zahlreiche wegen Diskriminierung und fehlender kultureller F√∂rderung ihre eigene Kultur aufgegeben und sich assimliert haben.

Indigene Bevölkerung

Nur eine Minderheit der Argentinier sind ausschlie√ülich Nachkommen der insgesamt 30 Ethnien, die vor dem Eintreffen der Spanier auf dem Landesterritorium lebten. Dies liegt einerseits daran, dass Argentinien vor der Kolonialzeit nur im Nordwesten dicht bev√∂lkert war, zum anderen auch daran, dass die verbleibenden Ureinwohner von den Spaniern und sp√§ter von den Argentiniern weitgehend ausgerottet wurden. Vom staatlichen Institut f√ľr indigene Angelegenheiten (INAI) wird die Zahl der Indigenen auf etwa 1¬†Million, von Seiten der Indigenenorganisationen wie der AIRA (Asociaci√≥n de Ind√≠genas de la Rep√ļblica Argentina) jedoch auf mehr als 1,5¬†Millionen gesch√§tzt.

Im Jahr 2001 hatten etwa 2,8 % aller argentinischen Haushalte indigene Haushaltsmitglieder, wobei der Anteil von Provinz zu Provinz stark variierte. So war in der Provinz Jujuy der Anteil mit 10,5 % am größten. Am niedrigsten war der Anteil in der Provinz Corrientes mit 1,0 %. In der Hauptstadt Buenos Aires betrug er 2,3 %.

Die gr√∂√üten Gruppen sind die Kollas in Jujuy und Salta, die Mapuche (Araukaner) in Neuqu√©n und R√≠o Negro, die Wich√≠ und Toba im Chaco und in Formosa sowie die Guaran√≠ in den n√∂rdlichen Provinzen. Nur eine Minderheit der Indigenen lebt in ihren angestammten Siedlungsgebieten, viele sind in die Gro√üst√§dte √ľbergesiedelt, wo sie oft unter √§rmlichen Bedingungen als schlecht bezahlte Arbeiter leben. So gibt es in Rosario und Resistencia Viertel, die nur von Toba-Indianern bewohnt werden, dasselbe gilt f√ľr Kollas in San Salvador de Jujuy und San Miguel de Tucum√°n. Seit den 1980er Jahren erstarken innerhalb dieser St√§mme Bewegungen, die traditionelle Kultur gezielt zu erhalten und verbreiten, etwa √ľber Radiostationen und an Schulen.

Zuwanderung und Auswanderung

Die Zahl der Ausländer lag bei der Volkszählung 2010 bei 1.805.957 (4,6 % der Bevölkerung), dabei sind die größten Gruppen Paraguayer (550.713), Bolivianer (345.272), Chilenen (191.147), Peruaner (157.514) und Italiener (147.499). Den höchsten Anteil von im Ausland Geborenen haben die Provinz Santa Cruz (12 %), die Stadt Buenos Aires sowie Tierra del Fuego (beide 11 %). Im Jahre 2017 waren 4,9 % der Bevölkerung Migranten.

Historisch gesehen wurde die gr√∂√üte Einwanderungswelle zwischen 1880 und 1930 verzeichnet, fast ausschlie√ülich aus Europa, insbesondere aus Italien (2,9 Millionen Einwanderer; 45¬†%) und Spanien (2 Millionen Einwanderer; 31,5¬†%). Die Zahl der Immigranten aus Deutschland wird f√ľr die Zeit von 1857 bis 1940 auf 152.000 gesch√§tzt. Mitte des 20.¬†Jahrhunderts flachte die Migration nach Argentinien immer weiter ab, abgesehen von einem kurzzeitigen Wiederaufflammen zur Zeit des Zweiten Weltkrieges. Nach einer Phase negativen Wanderungssaldos zwischen 1975 und 2001 ist die Bilanz seit der Argentinienkrise derzeit wieder leicht positiv. Heute wandern vor allem B√ľrger der Nachbarl√§nder Bolivien, Paraguay und Uruguay sowie aus den s√ľdamerikanischen Staaten Peru und Venezuela nach Argentinien ein. Zu Zeiten der Pinochet-Diktatur fand die Einwanderung auch aus Chile statt, dies hat sich jedoch aufgrund der Redemokratisierung und des mittlerweile h√∂heren Lebensstandards des Nachbarlandes nach 2001 umgekehrt. Insgesamt kommen etwa 68¬†% der Einwanderer aus amerikanischen Staaten. Etwa 2¬†% aller Einwanderer kommen aus Asien (haupts√§chlich Koreaner).

Seit den 1990er Jahren findet man immer mehr Einwanderer aus Europa, die haupts√§chlich wegen der unber√ľhrten Natur hierher ziehen. Im Unterschied zu den anderen Einwanderern weisen sie meist schon eine gesicherte Existenz auf oder sind Rentner, versuchen also durch den Umzug ihre Lebensqualit√§t zu erh√∂hen. Andere Ausl√§ndergruppen (besonders Italiener und Spanier) sind noch lebende Einwanderer der Hauptwelle (bis 1950). Europ√§er repr√§sentieren etwa 28¬†% der Ausl√§nder.

Seit der Argentinien-Krise zwischen 1998 und 2002 sind vermehrt Emigrationswellen aufgetreten. Argentinier verließen das Land in Richtung Europa und Nordamerika, in geringeren Maßen auch nach Brasilien und Chile. Diese Emigrationswelle ist jedoch aufgrund der relativ schnellen Erholung der argentinischen Wirtschaft weitgehend abgeebbt.

Sprachen

Alleinige landesweit g√ľltige Amtssprache ist in Argentinien Spanisch. Daneben gibt es eine Reihe von mehr oder weniger verbreiteten Minderheitensprachen, die von der indigenen Bev√∂lkerung gesprochen werden. Die verbreitetsten darunter sind das Quechua (in zwei lokalen Varianten) und das Guaran√≠, in manchen Gegenden wird auch noch Mapudungun gesprochen. In der Provinz Chaco haben die Sprachen der Wich√≠, der Toba (Volk) und der Mocov√≠ amtssprachlichen Charakter; in der Provinz Corrientes gilt dieses f√ľr das Guaran√≠. Am h√∂chsten ist die Sprecherzahl von autochthonen Sprachen bei den Indigenen im Chaco, bei denen mehr als die H√§lfte noch ihre angestammte Sprache versteht. Bei anderen Gruppen wie den Kolla und Mapuche ist diese Zahl weit geringer.

Das argentinische Spanisch unterscheidet sich hinsichtlich der Aussprache, der Grammatik und des Wortschatzes von den in Spanien und auch von den in anderen lateinamerikanischen L√§ndern √ľblichen Varianten. Der Doppelkonsonant ll wird wie das deutsche sch oder wie das franz√∂sische j ausgesprochen, ebenso der Buchstabe y zwischen Vokalen und ein konsonantisches y am Wortbeginn; dieses Ph√§nomen wird als Ye√≠smo bezeichnet. Der Buchstabe z wird immer wie ein stimmloses s ausgesprochen, das gleiche trifft auf das c vor e und i zu, dies nennt man Seseo. Des Weiteren herrscht in Argentinien der Voseo vor, d.¬†h. anstatt des Personalpronomens t√ļ f√ľr die 2. Person Singular wird vos verwendet. Die Verben werden dabei anders konjugiert (im Pr√§sens immer endbetont und mit abweichenden Imperativformen). Weiterhin wird die 2. Person Plural vosotros auch in informeller Sprache durch die 3. Person Plural ustedes ersetzt, die im europ√§ischen Spanisch nur die H√∂flichkeitsform ist. Dar√ľber hinaus gibt es eine Reihe lexikalischer Abweichungen.

Während ein Großteil der Nachfahren italienischer Einwanderer in Argentinien die Sprache ihrer Vorfahren aufgegeben hat, wird von den Nachfahren der deutschsprachigen und englischsprachigen Einwanderer teilweise noch die Sprache ihrer Vorfahren gepflegt. So gibt es Stadtviertel im Großraum Buenos Aires, in denen man noch sehr viel Deutsch hört. In der Provinz Córdoba gibt es eine relativ große Kolonie von Überlebenden des Kriegsschiffs Admiral Graf Spee aus dem Zweiten Weltkrieg, die sich in Villa General Belgrano ansiedelte, wo heute noch teilweise Deutsch gesprochen wird.

Siehe auch: Río-de-la-Plata-Spanisch, Belgranodeutsch, Cocoliche, Quechua

Religionen

Argentinien hat seit dem 20. Mai 1955 keine Staatsreligion mehr, welche davor die römisch-katholische Konfession war. Der Katholizismus genießt nach der Verfassung aber einen bevorzugten Status. Nach dem Report on International Religious Freedom 2017 sind 71 % der Bevölkerung römisch-katholischen Glaubens.

Offiziell bestehen √ľber 2500 registrierte Kulte und Religionen, darunter der Protestantismus (9¬†%), die Zeugen Jehovas (ca. 1,2¬†%), und andere (ca. 1,2¬†%) zum Beispiel der Pachamama-Kultus im Nordwesten Argentiniens, der durch Verschmelzung christlicher Riten mit indigenen Religionen entstand. Der Erzbischof von Buenos Aires, Jorge Mario Bergoglio SJ, wurde am 13. M√§rz 2013 durch das Konklave zum Papst gew√§hlt und ist somit der erste Papst aus Lateinamerika. Bergoglio w√§hlte den Namen Franziskus. In Argentinien leben rund 400.000 bis 500.000 Muslime (1¬†%). Mit rund 205.000 bis 300.000 Mitgliedern (0,6¬†%) ist die j√ľdische Gemeinde die gr√∂√üte in Lateinamerika. Rund 11¬†%‚Äď13¬†% der Bev√∂lkerung gaben bei Umfragen an, keiner Religion anzugeh√∂ren.

Soziale Situation

Die Lebenserwartung betrug im Zeitraum von 2010 bis 2015 76,0 Jahre (Frauen 79,8, Männer: 72,2).

Das Instituto Nacional de Estad√≠stica y Censos dokumentiert laufend wichtige Indikatoren f√ľr die Beurteilung der sozialen Situation in Argentinien.

Die soziale Situation des Landes ist in mehrerlei Hinsicht durch eine starke Ungleichheit gekennzeichnet. So gibt es einerseits wie in ganz Lateinamerika ein großes Wohlstandsgefälle zwischen Ober- und Unterklasse.

Aber auch die Unterschiede zwischen den Regionen Argentiniens sind gro√ü. So lag etwa die Armutsquote, die nach einem Warenkorb berechnet wird, im Jahr 2008 in der Hauptstadt Buenos Aires mit etwa 15¬†% nur etwas mehr als halb so hoch wie im Landesdurchschnitt (23¬†%), w√§hrend sie in der Nordostregion bei 41¬†% liegt (Stand 2007). Eine Durchschnittsperson ben√∂tigte im M√§rz 2008 monatlich etwa 317¬†AR$, um nicht unter die Armutslinie zu fallen. In den meisten Haushalten ist es daher n√∂tig, dass mehrere Familienmitglieder zum Einkommen beitragen. Dies zeigt auch die offizielle Statistik: So liegt das durchschnittliche monatliche Pro-Kopf-Einkommen bei etwa 1156¬†AR$ und damit nur knapp √ľber der Armutsquote f√ľr Familien, w√§hrend das durchschnittliche monatliche Haushaltseinkommen bei 2090¬†AR$ liegt (s.¬†u.).

Die n√∂rdlichen Provinzen, besonders die Provinz Tucum√°n und der Nordosten (Chaco, Formosa, Santiago del Estero) waren bis um den Jahrtausendwechsel am st√§rksten von Armut und Unterern√§hrung betroffen. Versch√§rft wurde diese Situation durch das relativ hohe Bev√∂lkerungswachstum in dieser Region. Als relativ reich dagegen galten die zentralen Provinzen (Buenos Aires, Santa Fe, C√≥rdoba, San Luis und Mendoza), aber auch der √§u√üerste S√ľden (Santa Cruz und Tierra del Fuego).

Neben den grenznahen Gegenden (beispielsweise Jujuy und Formosa) haben vor allem die reichen Zentralprovinzen am st√§rksten mit der st√§dtischen Armut und damit mit der Bildung von Elendsvierteln zu k√§mpfen. Die Zuwanderung aus den √§rmeren Nachbarl√§ndern Peru, Bolivien und Paraguay sowie die Binnenwanderung aus abgelegenen Gegenden des Landesinneren waren trotz einer Abschw√§chung in den 1990er Jahren ein Problem in den Gro√üst√§dten, die die Zahl der Elendsviertelbewohner trotz sozialer Wohnungsprogramme weiterhin anwachsen lie√ü. So lag 2004 beispielsweise in Rosario der Anteil der Elendsviertelbewohner an der Gesamtbev√∂lkerung bei √ľber 15¬†%. Zudem kam Zuwachs f√ľr die Elendsviertel auch von den so genannten Neu-Armen, besonders in den wirtschaftlich kritischen Jahren 1989/1990, 1995 sowie zwischen 1998 und 2002.

In der Argentinien-Krise verschlechterten sich insbesondere in den Jahren 2001 und 2002 viele Indikatoren der sozialen Situation in k√ľrzester Zeit. Die Armutsquote nach einem Warenkorb berechnet stieg auf √ľber 50¬†%. Ab 2003 normalisierten sich die Werte langsam wieder, allerdings blieb bis 2006 die Armutsquote trotz eines R√ľckgangs weiterhin mit √ľber 20¬†% deutlich √ľber den Werten der 1990er Jahre. Dabei waren in der am st√§rksten betroffenen Regi√≥n Noreste Argentino (Nordostregion) weiterhin fast die H√§lfte der Bev√∂lkerung arm.

Nachdem sich die Wirtschaft zunächst wieder erholte, rutschte sie ab 2012 wieder in eine Rezession. 2016 lebte ein Drittel der Argentinier unter der Armutsgrenze und der neu gewählte konservative Präsident Macri sah sich zu einem Sparprogramm gezwungen. In der Folge stieg die Zahl der Personen unterhalb der Armutsgrenze von 29 % auf 41 % (Dezember 2019).

Bei der Armuts- und Elendsrate variieren die Einkommen, nach denen sich die Rate richtet, je nach Region, daher wird nur ein ungef√§hrer Durchschnittswert angegeben. Bei der Inflationsrate wird der Wert nur im Gro√üraum Buenos Aires errechnet. Die Daten des INDEC f√ľr den Preisindex wurden allerdings mehrfach angezweifelt; der IWF erteilte dem Land deshalb im Jahr 2013 ein R√ľge.

Geschichte

Präkolumbische Zeit

Die Forschung nimmt an, dass die Besiedlung des heutigen Argentinien durch den Menschen etwa 15000 v. Chr. von Nordamerika aus erfolgte.

Die im Pampa-Raum des heutigen Argentinien ans√§ssigen Pampas-Indianer Het (Querand√≠es), Charr√ļa und andere kleine St√§mme waren bis zum Eintreffen der Spanier nicht sesshaft und lebten als J√§ger und Sammler oder Fischer. Die St√§mme im Nordwesten des Landes hingegen (z.¬†B. die Diaguita) praktizierten etwa ab der Zeit des fr√ľhen europ√§ischen Mittelalters Ackerbau und Viehzucht und waren vor allem auf architektonischem Gebiet weit fortgeschritten. Im 13. und 14. Jahrhundert expandierte das Inka-Reich stark nach S√ľden und umfasste um 1450 weite Teile des Nordwestens Argentiniens bis in den Norden der heutigen Provinz Mendoza.

Kolonialzeit

Die Europ√§er erreichten die Region erstmals mit der Reise Amerigo Vespuccis 1502. Das heutige Argentinien wurde im 16. Jahrhundert von den Spaniern aus zwei Richtungen kolonisiert. Vom M√ľndungstrichter des R√≠o Paran√° am Atlantik her wurden spanische Niederlassungen am Stromsystem des R√≠o de la Plata (‚ÄěSilberfluss‚Äú) gegr√ľndet, darunter 1536 zuerst Buenos Aires. Dort konnten sich die Spanier allerdings erst im Jahre 1580 auf Dauer etablieren, nachdem der erste Gr√ľndungsversuch am Widerstand der indigenen Pampas-Bewohner gescheitert war. Nachdem die La-Plata-Kolonie zun√§chst vom 1537 gegr√ľndeten Asunci√≥n aus verwaltet wurde, kam es nach dem Aufstieg des wiedergegr√ľndeten Buenos Aires zum bedeutendsten Wirtschaftsstandort der Kolonie im Verlauf des 17. Jahrhunderts zur zunehmenden institutionellen Trennung des s√ľdlichen Teils des Silberlandes vom n√∂rdlichen Teil, dem heutigen Paraguay. Die nordwestlichen Teile des heutigen Argentiniens (vor allem im Gran Chaco) nahmen die Spanier hingegen von Peru aus in den 1540er Jahren in Besitz.

Die weiter s√ľdlich von Buenos Aires im S√ľdkegel gelegenen Gebiete des heutigen Argentiniens (Patagonien) blieben in der Kolonialzeit faktisch au√üerhalb des spanischen Herrschaftsbereichs. Sie wurden etwa 300¬†Jahre lang von indianischen Reiterv√∂lkern beherrscht (Puelche), die in einem spannungsreichen kulturellen Austausch mit den Kolonisten standen. In mehreren Feldz√ľgen eroberten schlie√ülich die Kolonisten bzw. ihre Nachfahren im 19. Jahrhundert die Gebiete unter gro√üen Verlusten seitens der indigenen Bev√∂lkerung. Gleichzeitig konnten sich Mapuche-V√∂lker aus Westpatagonien bis √ľber die Mitte des 19. Jahrhunderts hinaus einen hohen Grad an Unabh√§ngigkeit bewahren.

Administrativ war das heutige Argentinien zun√§chst Teil des Vizek√∂nigreichs Peru, das mit Ausnahme Venezuelas und der portugiesischen Einflusssph√§re ganz S√ľdamerika umfasste. Im Jahre 1776 wurde das Vizek√∂nigreich des R√≠o de la Plata mit der Hauptstadt Buenos Aires abgespalten, das neben Argentinien auch das heutige Paraguay, Uruguay und Teile des heutigen Boliviens umfasste.

Der latinisierte Name Argentinien (‚ÄěSilberland‚Äú) f√ľr die Kolonie taucht erstmals im Titel des 1602 in Portugal gedruckten historischen Langgedichts La Argentina von Mart√≠n del Barco Centenera auf, in dem der ehemalige Konquistador und Diakon die Eroberung der La-Plata-Kolonie schildert und dabei den Stil von La Araucana, des erfolgreichen Versromans von Alonso de Ercilla y Z√ļ√Īiga √ľber den Eroberungskrieg in Chile, nachzuahmen versuchte.

Bildung eines Nationalstaats

Die unter dem Eindruck der Franz√∂sischen Revolution und der Koalitionskriege in Europa am 25. Mai 1810 in Buenos Aires erkl√§rte Unabh√§ngigkeit hatte als Mai-Revolution zun√§chst nur lokale Wirkung, f√ľhrte aber zu einem landesweiten Befreiungskrieg gegen die Spanier. Die Unabh√§ngigkeit erlangte das Land schlie√ülich am 9. Juli 1816 in San Miguel de Tucum√°n. Wie zuvor Paraguay im Jahre 1811 spalteten sich dann auch 1825 Bolivien und 1828 Uruguay von den damaligen Vereinigten Provinzen des R√≠o de la Plata ab.

Zwischen 1816 und 1880 war die Entwicklung Argentiniens von Diktaturen (unter dem Bonarenser Gouverneur Juan Manuel de Rosas) und B√ľrgerkriegen gepr√§gt. Die Provinzen waren zun√§chst weitgehend autonom, nur 1826‚Äď1827 konnte das Land kurzzeitig geeint werden. 1853 wurde zun√§chst ohne die abtr√ľnnige Provinz Buenos Aires die heutige Argentinische Republik gegr√ľndet und eine f√∂deralistische Verfassung in deren erster Hauptstadt Paran√° verabschiedet. In den Jahren 1861 und 1862 schloss sich die Provinz Buenos Aires nach einer milit√§rischen Auseinandersetzung wieder an, es wurden landesweite Wahlen ausgerufen, und erster gesamtargentinischer Pr√§sident wurde Bartolom√© Mitre. In dessen Regierungszeit fiel der Tripel-Allianz-Krieg 1864 bis 1870, in dem sich Argentinien gemeinsam mit Brasilien und Uruguay gegen expansive Tendenzen Paraguays durchsetzte, das sich zu dieser Zeit zu einer der st√§rksten Milit√§rm√§chte S√ľdamerikas entwickelt hatte. Argentinien gewann durch diesen Krieg das Gebiet der heutigen Bundesstaaten Misiones, Formosa und Chaco hinzu.

Einwanderung und Wirtschaftsboom

Die Jahre von 1880 bis 1912 waren durch die zahlreiche Einwanderung vor allem von Italienern und Spaniern gekennzeichnet, die sich in den St√§dten und in sogenannten ‚ÄěKolonien‚Äú auf dem Land ansiedelten. Politisch ist diese Zeit als Scheindemokratie zu bezeichnen, denn die Regierung Julio Argentino Roca und die folgenden Regierungen waren oligarchisch ausgerichtet, mit gro√üem Einfluss der Gro√ügrundbesitzer. Dem Gros der Bev√∂lkerung wurden durch ein ausgekl√ľgeltes Wahlbetrugssystem durch die Regierungspartei Partido Autonomista Nacional, die von 1874 bis 1916 ununterbrochen regierte, die politischen Rechte vorenthalten; auch die Einwanderer hatten kein Stimmrecht.

Ab 1893 versch√§rften sich die Grenzprobleme mit Chile, nachdem Bolivien einen Teil der Puna de Atacama an Argentinien abgetreten hatte. Diese war seit dem Salpeterkrieg von Chile besetzt. Zwischen Chile und Argentinien kam es zu einem Wettr√ľsten. Erst der britische K√∂nig Edward VII. konnte 1902 den Grenzstreit schlichten. Patagonien und Feuerland wurden neu aufgeteilt, dabei fielen 54.000¬†km¬≤ an Chile und 40.000¬†km¬≤ an Argentinien.

1912 wurde vom Pr√§sidenten und Leiter des liberalen Fl√ľgels der PAN, Roque S√°enz Pe√Īa, das allgemeine Wahlrecht f√ľr M√§nner eingef√ľhrt. In der Folge kam 1916 die aus der b√ľrgerlichen Protestbewegung hervorgegangene Uni√≥n C√≠vica Radical an die Regierung. Es folgte die wechselhafte so genannte Etapa Radical von 1916 bis 1930. Die Uni√≥n C√≠vica Radical regierte bis 1930, als ein Milit√§rputsch wieder ein konservatives System einf√ľhrte. Vor allem die 1930er Jahre werden heute als D√©cada infame, als ber√ľchtigtes Jahrzehnt bezeichnet, in dem die Demokratie nur auf dem Papier existierte und Wahlbetrug an der Tagesordnung war.

Peronismus

Im Laufe der ersten H√§lfte der 1940er Jahre gelang es dem jungen Offizier Juan Domingo Per√≥n, sich geschickt an die Macht zu man√∂vrieren. Er war zun√§chst unter dem Milit√§rregime Ram√≠rez Minister f√ľr Arbeit und wurde wegen seiner weitreichenden Zugest√§ndnisse an die Gewerkschaften schnell zu einem Volkshelden in der Arbeiterklasse, so dass nach seinem Sturz im Juli 1945 Massendemonstrationen seine R√ľckkehr erzwangen. Im Jahre 1946 wurde er zum Pr√§sidenten gew√§hlt.

Im Zweiten Weltkrieg war Argentinien offiziell neutral. Es sympathisierte zun√§chst mit den Achsenm√§chten, unterst√ľtzte gegen Kriegsende jedoch die Alliierten. W√§hrend des Krieges war Argentinien Zielland von Fl√ľchtlingen aus Europa; nach dem Krieg fanden zahlreiche Nationalsozialisten und Faschisten √ľber die so genannte "Rattenlinie" Unterschlupf in Argentinien ebenso wie in anderen Staaten Lateinamerikas. Unter den prominentesten nationalsozialistischen Kriegsverbrechern in Argentinien waren Adolf Eichmann, der 1960 vom Mossad entf√ľhrt und in Israel zum Tode verurteilt wurde, Josef Mengele, Walther Rauff und Erich Priebke. √úber sogenannte Schl√ľsselfirmen wurden auch hohe Verm√∂genswerte der Nationalsozialisten nach Argentinien verschoben.

M√§rz 2015 wurde die Entdeckung eines in einem Waldgebiet des Naturparks Teyu Cuare etwa 1000 Kilometer n√∂rdlich der Landeshauptstadt Buenos Aires gelegenen Geb√§udes aus den 1940er Jahren bekannt. Es wurde nie benutzt. Indizien wie Baustil und gefundene Gegenst√§nde sprechen daf√ľr, dass es als Versteck f√ľr fl√ľchtige Nazi-Gr√∂√üen gedacht war, so das Zentrum f√ľr Stadtarch√§ologie (CAU). ‚ÄěDie nationale Kommission zur Aufkl√§rung von Nazi-Aktivit√§ten (CEANA) sch√§tzt, dass sich mindestens 180 Kriegsverbrecher in das s√ľdamerikanische Land abgesetzt haben.‚Äú

Unter Per√≥n, der mit faschistischem Gedankengut sympathisierte, verfolgte Argentinien das Ziel, durch Zugest√§ndnisse an die Arbeiter den Kommunismus abzuwehren. In seiner ersten Regierungszeit wurde die Industrialisierung des Landes, die nach der Weltwirtschaftskrise um 1930 begonnen hatte, vertieft und eine Importsubstitutionspolitik durchgesetzt. Die forcierte Industrialisierung und die aktive Sozialpolitik f√ľhrte zu einem nie gekannten und bis heute nicht wieder erreichten Wohlstandsniveau f√ľr die Massen, die deshalb das zunehmend autorit√§r werdende Regime unterst√ľtzten, jedoch auch zu steigender Inflation und Staatsverschuldung. In der zweiten Amtszeit Per√≥ns kam es zu wirtschaftlichen Schwierigkeiten und Konflikten mit der m√§chtigen katholischen Kirche.

1955 wurde er bei einem Putsch abgesetzt und floh ins Exil nach Spanien.

Instabilität und Diktaturen

Argentinien verzeichnete in der Folgezeit wirtschaftliche H√∂hen und Tiefen im Wechsel. Bis 1983 gab es eine Epoche der Instabilit√§t, in der abwechselnd zivile und Milit√§r-Regierungen das Land in der Hand hatten. Die demokratisch gew√§hlten Regierungen Frondizis (1958‚Äď1962) und Illias (1963‚Äď1966) wurden von den antiperonistischen Milit√§rs vorzeitig aus dem Amt geputscht. Von 1966 bis 1973 gab es unter Ongan√≠a und seinen Nachfolgern eine l√§ngere rechtskonservative Milit√§rdiktatur, die jedoch nach Protesten der Bev√∂lkerung 1973 schlie√ülich aufgegeben wurde. Das Land fand kurzzeitig zur Demokratie zur√ľck, der nach wie vor popul√§re Per√≥n durfte wieder einreisen und konnte bald erneut die Macht erlangen.

Die zweite Amtszeit Per√≥ns von Oktober 1973 bis zu seinem Tod am 1. Juli 1974 brachte nur eine geringf√ľgige Beruhigung in die politischen und wirtschaftlichen Verh√§ltnisse Argentiniens. Nach seinem Tod wurde seine dritte Ehefrau, Isabel Per√≥n (genannt ‚ÄěIsabelita‚Äú), die er zur Vizepr√§sidentin gemacht hatte, auf Betreiben der peronistischen Partei als Pr√§sidentin eingesetzt. Diese, eine ehemalige Nachtclubt√§nzerin, war mit diesem Amt v√∂llig √ľberfordert und diente lediglich als Marionette von rechten Peronisten wie Jos√© L√≥pez Rega, der mit der Alianza Anticomunista Argentina schon unter Per√≥n eine paramilit√§rische Gruppe eingesetzt hatte, die Regimegegner folterte und ermordete. Zudem nahmen wirtschaftliche Probleme zu, die Inflation stieg steil an. Mehrere Guerillagruppen (Guerilleros) wie die Montoneros waren in diesem Kontext aktiv und es kam zu verschiedenen Entf√ľhrungen. Die Entf√ľhrung des f√ľr Mercedes-Benz den Standort Argentinien betreuenden Produktionsleiters Heinrich Metz im Oktober 1975 (er kam sp√§ter f√ľr ein L√∂segeld in H√∂he von mehreren Millionen US-Dollar wieder frei) l√∂ste eine Fluchtwelle unter den f√ľr deutsche Unternehmen in Argentinien t√§tigen Immigranten aus.

Im Jahr 1976 kam es erneut zu einem Milit√§rputsch und es installierte sich unter der F√ľhrung von Jorge Rafael Videla eine Milit√§rdiktatur, geleitet von einer Junta aus drei Mitgliedern, die mit einem offenen Staatsterror regierten. Die Zeit zwischen 1976 und 1978 wird daher auch als ‚ÄěSchmutziger Krieg‚Äú bezeichnet. Unter den gesch√§tzt 30.000 Desaparecidos (‚ÄěVerschwundenen‚Äú) befanden sich auch zahlreiche Studenten, deren M√ľtter sich zusammenschlossen, um auf dem Platz vor dem Regierungsgeb√§ude (Plaza de Mayo) ungeachtet ihrer Selbstgef√§hrdung zu demonstrieren, und damit in die Geschichte eingingen. Ziel der Madres de Plaza de Mayo (M√ľtter der Plaza de Mayo), war und ist es, Kenntnis √ľber den Verbleib ihrer Kinder zu erhalten. Die 1977 gegr√ľndete Organisation Abuelas de Plaza de Mayo (Gro√üm√ľtter der Plaza de Mayo) hat es sich zum Ziel gesetzt, die in der Gefangenschaft geborenen und illegal zur Adoption freigegebenen Kinder der Verschwundenen in ihre Familie zur√ľckzuf√ľhren.

Nachdem man ihre Eltern get√∂tet hatte, wurden die Waisen als Kriegsbeute von Menschen aufgezogen, die der Diktatur nahestanden. Nur etwa 100 dieser Kinder haben bis heute von ihrer wahren Identit√§t erfahren. Von 400 weiteren fehlt trotz aller Bem√ľhungen von Verwandten und den Suchenden bislang jede Spur. In sp√§teren Gerichtsverfahren gegen verantwortliche Milit√§rs, die nur mit M√ľhe durchgesetzt werden konnten, wurde bekannt, dass sich die milit√§rischen Machthaber zahlreicher Menschen auf grausame Weise entledigt hatten: Die Opfer wurden bet√§ubt und √ľber dem R√≠o de la Plata oder dem offenen Meer aus dem Flugzeug geworfen. Zu den Todesopfern der Diktatur geh√∂rte 1977 auch die Deutsche Elisabeth K√§semann, der 2014 erstmals ausgestrahlte Dokumentarfilm Das M√§dchen ‚Äď Was geschah mit Elisabeth K.? enth√§lt Stellungnahmen Hinterbliebener und politisch Verantwortlicher.

Um Souver√§nit√§tstreitigkeiten (siehe Beagle-Konflikt) √ľber die Inseln an der s√ľdlichen Spitze Amerikas zu beenden, beauftragten Argentinien und Chile 1971 ein internationales Tribunal damit, √ľber eine bindende Interpretation des Grenzvertrags von 1881 zu entscheiden. Das Schiedsgericht im Beagle-Konflikt entschied 1977, dass alle Inseln s√ľdlich der Isla Grande de Tierra del Fuego zu Chile geh√∂ren. 1978 erkl√§rte Argentinien die Entscheidung f√ľr nichtig und bereitete die milit√§rische Einnahme der Inseln (siehe Operation Soberan√≠a) vor, nur durch die Vermittlung von Papst Johannes Paul II konnte dies verhindert werden. Erst 1984, im Rahmen der Demokratisierung, anerkannte Argentinien ‚Äď nach Austausch von Navigationsrechten und einer Verschiebung der maritimen Grenze nach Westen ‚Äď im Freundschafts- und Friedensvertrag von 1984 zwischen Chile und Argentinien das Urteil endg√ľltig.

Im April 1982 begann Argentinien unter dem neuen Junta-Chef Leopoldo Galtieri den Falklandkrieg gegen Gro√übritannien. Es ging um die Argentinien vorgelagerten Falklandinseln (in Argentinien als ‚ÄěIslas Malvinas‚Äú bezeichnet), die nach argentinischer Rechtsauffassung zum eigenen Staatsgebiet geh√∂ren, jedoch ebenso von Gro√übritannien als eigenes Hoheitsgebiet betrachtet werden und seit 1833 unter dessen Verwaltung stehen. Die Invasion argentinischer Soldaten wurde von den Streitkr√§ften des Vereinigten K√∂nigreichs mit Luftangriffen, einem Seekrieg und einer Landeoperation erfolgreich revidiert. Argentinien kapitulierte am 14. Juni 1982.

Das demokratische Argentinien ab 1983

Im Jahre 1983 kehrte das Land zur Demokratie zur√ľck. Der erste Pr√§sident dieser Epoche war Ra√ļl Alfons√≠n (Uni√≥n C√≠vica Radical), der jedoch 1989 infolge einer schweren Wirtschaftskrise vorzeitig zur√ľcktrat. Die Peronistische Partei kam mit Carlos Menem wieder an die Macht. Die neoliberale Wirtschaftspolitik Menems und die 1:1-Bindung des Argentinischen Peso an den US-Dollar war w√§hrend seiner ersten Amtszeit √§u√üerst erfolgreich und konnte das Land stabilisieren. W√§hrend seiner zweiten Amtszeit machten sich aber immer mehr die negativen Seiten dieser Wirtschaftspolitik bemerkbar.

Zwischen 1998 und 2002 fiel daher das Land erneut in eine schwere Wirtschaftskrise, in der die Wirtschaftskraft um 20¬†% zur√ľckging. 1999 wurde die Regierung Menem durch eine Mitte-links-Koalition mit dem Pr√§sidenten Fernando de la R√ļa abgel√∂st. De la R√ļa konnte aber die verfahrene wirtschaftliche Situation, die sein Vorg√§nger hinterlie√ü, nicht schnell und nachhaltig verbessern. Das z√∂gerliche Handeln des Pr√§sidenten, Streitereien innerhalb der Koalition und eine starke au√üerparlamentarische Opposition durch die Gewerkschaften, die traditionell den Peronisten nahestehen, schw√§chten de la R√ļa zunehmend. Dies gipfelte Ende 2001 nach starken Unruhen und Pl√ľnderungen im R√ľcktritt von Pr√§sident Fernando de la R√ļa.

In der Folge gab es mehrere peronistische Interimspr√§sidenten, bis Eduardo Duhalde mit der Verwaltung der Krise beauftragt wurde. Dieser l√∂ste die Dollarparit√§t wieder auf. Im Mai 2003 wurde nach einer sehr chaotisch verlaufenden Pr√§sidentschaftswahl N√©stor Kirchner zum neuen Staatsoberhaupt gew√§hlt, der dem sozialdemokratischen Fl√ľgel der Peronistischen Partei angeh√∂rt. Trotz seines niedrigen Wahlergebnisses war Kirchner in seiner Amtszeit bei der Bev√∂lkerung sehr beliebt, weil er die Krise erfolgreich √ľberwinden und daher die Gesamtsituation des Landes verbessern konnte. Die Wirtschaft bekam einen starken Wachstumsschub: 2003 verbuchte Argentinien ein Wachstum des Bruttoinlandsproduktes in H√∂he von +8,7¬†% gegen√ľber ‚ąí10,9¬†% im Jahr 2002. Kirchner war jedoch auch Kritik ausgesetzt, insbesondere wegen seines autokratischen F√ľhrungsstils und zum Teil auch wegen seiner als Populismus gedeuteten Zusammenarbeit mit der Piquetero-Protestbewegung.

Bei den Wahlen zum argentinischen Senat und zur argentinischen Abgeordnetenkammer im Oktober 2005 gingen die Anh√§nger N√©stor Kirchners mit etwa 40¬†% der Stimmen als Sieger hervor. Bei der Wahl um Senatorenposten der Provinz Buenos Aires gewann seine Frau Cristina Fern√°ndez de Kirchner gegen die Ehefrau des ehemaligen Pr√§sidenten Eduardo Duhalde Hilda Gonz√°lez de Duhalde, die ebenfalls der Peronistischen Partei angeh√∂rt. Der Pr√§sident wurde somit gest√§rkt und konnte sich in beiden Kammern auf eine breite Mehrheit auch innerhalb seiner eigenen Partei st√ľtzen.

Die Pr√§sidentschafts- und Parlamentswahl am 28. Oktober 2007 konnten die regierenden Peronisten, insbesondere die Wahlplattform Kirchners, Frente para la Victoria, mit einem √ľberw√§ltigenden Sieg gewinnen. Cristina Fern√°ndez de Kirchner konnte sich schon im ersten Wahlgang mit 45,3¬†% der Stimmen durchsetzen und damit eine Stichwahl vermeiden. Sie trat das Pr√§sidentenamt am 10. Dezember 2007 an. Auch im Parlament wurde der Kirchnerismo leicht gest√§rkt.

In der Folge war die Peronistische Partei von Fl√ľgelk√§mpfen betroffen. Mehrmals wurde sogar erwogen, die Partei auch offiziell zu spalten. Nachdem Kirchner aber 2008 den Parteivorsitz √ľbernommen hatte, stabilisierte sich die Situation innerhalb der Regierungspartei wieder.

Bei den Parlamentswahlen am 28. Juni 2009 verlor die Frente para la Victoria (FPV) allerdings. Daraufhin gab Néstor Kirchner den Parteivorsitz der Peronistischen Partei an den Gouverneur der Provinz Buenos Aires, Daniel Scioli, ab. Im Oktober 2010 erlag er einem Herzinfarkt.

2015 kam es zu einem Machtwechsel: Bei der Pr√§sidentschaftswahl setzte sich in der ersten Stichwahl der argentinischen Geschichte Mauricio Macri, Parteivorsitzender der konservativen Partei Propuesta Republicana und seit 2007 B√ľrgermeister von Buenos Aires, knapp gegen den von der Regierung Kirchner unterst√ľtzten Kandidaten Daniel Scioli durch. Cristina Kirchner konnte laut der Verfassung Argentiniens nicht zur Wiederwahl antreten; sie war schon zwei Wahlperioden Pr√§sidentin.

Macri beendete nach 2016 das seit 2012 existierende System der Devisenkontrolle und gab den Wechselkurs des Peso frei, schaffte Subventionen f√ľr Gas, Strom und √∂ffentlichen Transport ab und reduzierte die Agrarsteuern auf Exporte.

Nach wirtschaftlicher Rezession, hoher Inflation und starken Protesten der Bevölkerung im Jahr 2019 musste sich Macri bei den Präsidentschaftswahlen der Wahlformel Alberto Fernández / Cristina Fernández (Frente de Todos) geschlagen geben.

Siehe auch: Liste der Präsidenten von Argentinien, Argentinien-Krise

Politik

Politisches System

Nach der Verfassung von 1994 ist Argentinien eine föderalistische, republikanische Präsidialdemokratie.

Im September 1947 wurde nach pers√∂nlichem Einsatz von Eva Per√≥n f√ľr dieses Vorhaben das aktive und passive Frauenwahlrecht vom Parlament beschlossen. In einigen Provinzen hatten Frauen das aktive und passive Wahlrecht schon fr√ľher erhalten.

Der Pr√§sident der Nation (‚ÄěPresidente de la Naci√≥n Argentina‚Äú, ‚ÄěPoder Ejecutivo Nacional‚Äú) ist Staatsoberhaupt und Regierungschef in Person und hat eine starke Stellung, unter anderem die M√∂glichkeit per Dekret zu regieren. Er wird gemeinsam mit dem Vizepr√§sidenten, der ihn bei Abwesenheit vertritt, alle vier Jahre (bis 1995: alle sechs Jahre) in zwei Wahlg√§ngen direkt gew√§hlt. Um in der ersten Runde zu gewinnen, muss der siegreiche Kandidat 45 oder mehr Prozent der g√ľltigen Stimmen erreichen oder bei einem Wert zwischen 40 und 45 Prozent zehn Prozentpunkte Vorsprung vor dem Zweitplatzierten aufweisen. In allen anderen F√§llen gibt es eine Stichwahl. Verzichtet einer der beiden erfolgreichsten Kandidaten in der ersten Runde auf die Teilnahme in der Stichwahl (zuletzt 2003), gilt der andere Kandidat als Sieger, der Drittplatzierte r√ľckt also in diesem Fall nicht nach. Eine Pr√§sidentschaft ist h√∂chstens w√§hrend zwei aufeinander folgenden Perioden m√∂glich, eine erneute Kandidatur ist aber nach einer Pause von vier Jahren wieder erlaubt. Der Pr√§sident muss unter anderem argentinischer Staatsb√ľrger sein und musste bis zur Verfassungsreform 1994 dem r√∂misch-katholischen Glauben angeh√∂ren.

Die Legislative (Überbegriff: Congreso, Kongress, bestehend aus Abgeordnetenkammer und Senat) wird meist in allen Provinzen zu anderen Zeitpunkten gewählt.

Die Anzahl der Abgeordneten der Abgeordnetenkammer wird per Verh√§ltniswahlrecht ermittelt und ist nach einem bestimmten Schl√ľssel auf die Provinzen verteilt, sie bel√§uft sich auf etwa einen Abgeordneten pro 152.000 Einwohner. Die Abgeordneten werden f√ľr vier Jahre gew√§hlt, allerdings jeweils die H√§lfte der Abgeordneten alle zwei Jahre. Die Anzahl der Senatoren betr√§gt drei je Provinz und drei f√ľr die autonome Stadt Buenos Aires. Der Senat wird im Gegensatz zur Abgeordnetenkammer nach einem Sonderfall des Mehrheitswahlrechts gew√§hlt; zwei Senatorensitze erh√§lt die Partei mit den meisten Stimmen, einen Sitz die Partei mit den zweitmeisten Stimmen. Die Senatoren werden f√ľr einen Zeitraum von sechs Jahren gew√§hlt, alle zwei Jahre wird ein Drittel der Senatoren gew√§hlt.

Seit der Wirtschaftskrise ist die Debatte um eine politische Reform aufgekommen, da das heutige System vor allem f√ľr die W√§hler sehr undurchsichtig ist und sowohl Personenkult als auch Korruption beg√ľnstigt.

So werden beispielsweise die Wahlen zum Senat und dem Repr√§sentantenhaus meist gemeinsam mit B√ľrgermeisterwahlen durchgef√ľhrt, was aufgrund der so genannten Listas S√°banas zu Verzerrungen f√ľhrt. Das liegt an der Tatsache, dass in Argentinien keine Kreuze auf Stimmzettel gemacht werden, sondern jede Partei ihren eigenen Stimmzettel (Lista S√°bana) hat und man seine Stimme durch die richtige Auswahl des Stimmzettels abgibt. Man kann aber bei vielen gleichzeitigen Wahlen die Stimmen aufteilen. In diesem Falle muss man, wenn man Kandidaten verschiedener Parteien w√§hlen m√∂chte, die Stimmzettel auseinander schneiden und nur die entsprechenden Abschnitte in die Urne werfen. Von dieser M√∂glichkeit machen jedoch nur wenige W√§hler Gebrauch, was bei H√§ufung von Wahlen am selben Tag zu Verzerrungen f√ľhrt. Listas S√°banas (deutsch etwa: Betttuch(gro√üe)-Listen) hei√üen die Stimmzettel, weil sie oft sehr gro√ü sind.

Die jeweiligen Mehrheitsverhältnisse in der Legislative werden ebenfalls kaum publik gemacht, was auch daran liegt, dass die Zusammensetzung sich fast jedes Jahr ändert.

Politische Indizes

Parteien

Die Parteienlandschaft Argentiniens ist durch starke Zersplitterung und Unstetigkeit gekennzeichnet. Besonders die zweite Hälfte der 1990er Jahre bis zur Argentinien-Krise markierten eine deutliche Zäsur, nach ihr entstanden zahlreiche neue Gruppierungen, zum Teil aus Abspaltungen der traditionellen Parteien.

Eine der größten Parteien ist heute die aus der peronistischen Bewegung hervorgegangene PJ (Partido Justicialista, auf Deutsch meist: peronistische Partei genannt), die etwa 50 % des Wählerpotenzials auf landesweiter Ebene ballt. Dahinter folgt mit heute weitem Abstand die UCR (Unión Cívica Radical), die zwischen 1945 und 2003 faktisch ein Zweiparteiensystem mit der PJ gebildet hatte und mehrmals an der Regierung beteiligt war. Von 2015 bis 2019 stellte die Propuesta Republicana (meist als PRO bezeichnet) mit Mauricio Macri den Präsidenten. Die Propuesta Republicana wird als konservativ-liberal eingeschätzt.

Die nach der Argentinien-Krise gegr√ľndeten Parteien ARI (sozialdemokratisch), Propuesta Republicana (konservativ-liberal) sowie die √§lteste Linkspartei Partido Socialista sind regional von gro√üer Bedeutung und gehen auf Landesebene vielfache Allianzen ein, die zum Teil auch Teile von PJ und UCR integrieren. Weiterhin gibt es zahlreiche mitgliederstarke Regionalparteien, die in ihren jeweiligen Provinzen dominante Stellungen einnehmen und ebenfalls wechselnd mit den landesweit aktiven Parteien koalieren. Das europ√§ische Rechts-Links-Schema l√§sst sich in Argentinien daher nicht eindeutig auf bestimmte Parteien anwenden, da viele von ihnen h√§ufig ihre Ausrichtung √§ndern. Einige Parteien, die in den 1990er Jahren zeitweise Erfolge verbuchen konnten, etwa die liberale Acci√≥n por la Rep√ļblica und die sozialdemokratische Frente Grande, die zwischen 1999 und 2001 in der Koalition Frente Pa√≠s Solidario an der Regierung beteiligt war, sind heute nur noch von lokaler Bedeutung.

Seit Ende der 1990er Jahre finden wesentliche Debatten zwischen den Fl√ľgeln des PJ statt, die ideologisch sehr verschieden sind. Die Fl√ľgel werden meist mit dem Namen ihrer f√ľhrenden Pers√∂nlichkeit bezeichnet. Der zwischen 2003 und 2015 herrschende Kirchnerismo (ausgehend von N√©stor und Cristina Kirchner) ist sozialdemokratisch orientiert, w√§hrend der in den 1990er Jahren dominierende Menemismo wirtschaftsliberal eingestellt war. Ein weiterer Fl√ľgel war lange Zeit der in der Provinz Buenos Aires regierende, urspr√ľnglich mit dem Kirchnerismus alliierte Duhaldismo, wobei nach der Machtergreifung Kirchners durch Differenzen insbesondere im Verh√§ltnis mit Carlos Menem die Allianz der beiden Bl√∂cke zerbrach und der Duhaldismo insgesamt an Bedeutung verlor. Mit der Pr√§sidentschaft Macris 2015 bis 2019 trat die PJ wieder etwas geeinter auf.

Bei den Parteien mit extremeren Orientierungen haben bei der Linken diverse kommunistische Parteien (Partido Comunista Revolucionario, Partido Obrero, Izquierda Unida und Movimiento Socialista de los Trabajadores) eine gewisse Bedeutung. Im Fall der Rechten trifft das nur auf die rechtskonservativ-nationalistische Partido del Campo Popular zu (aus dem MODIN hervorgegangen), die als Sammelbewegung f√ľr Nostalgiker der Milit√§rdiktatur zwischen 1976 und 1983 gilt.

Außenpolitik

Der argentinische Pr√§sident Mauricio Macri hatte gleich zu Beginn seiner Amtsperiode im Dezember 2015 erkl√§rt, gute Beziehungen zu allen L√§ndern anstreben zu wollen. Sichtbar setzte er dabei auf die Wiederbelebung der Beziehungen zu Europa und den USA und eine R√ľckf√ľhrung Argentiniens auf die Weltb√ľhne. Hierzu z√§hlte auch die schnelle L√∂sung des Konflikts mit den Hedgefonds in den USA im April 2016, durch die die R√ľckkehr des Landes auf die internationalen Finanzm√§rkte erzielt wurde. Priorit√§t genie√üt f√ľr die Macri-Regierung ferner das Verh√§ltnis zu den L√§ndern der Region, insbesondere zu Brasilien. Die Verfolgung des auf die Falklandinseln/Malwinen erhobenen Souver√§nit√§tsanspruchs bleibt von der Verfassung vorgegebenes Ziel argentinischer Au√üenpolitik, soll allerdings einer Zusammenarbeit mit Gro√übritannien in anderen Fragen nicht im Wege stehen.

Die Beziehungen zu den Nachbarn in der Region, insbesondere zu Brasilien, Chile und Uruguay sowie Fragen der regionalen Zusammenarbeit ‚Äď vor allem in Mercosur und UNASUR ‚Äď geh√∂ren zu den klassischen au√üenpolitischen Priorit√§ten Argentiniens.

Argentinien ist Mitglied in der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) sowie in der im Dezember 2011 gegr√ľndeten Gemeinschaft der Lateinamerikanischen und Karibischen Staaten (CELAC), deren Mitglieder alle 33 amerikanischen Staaten mit Ausnahme der USA und Kanadas sind.

Argentinien steht seit 1998 auf der Liste der Major non-NATO ally und geh√∂rt damit zu den engsten diplomatischen und strategischen Partnern der USA au√üerhalb der NATO. Unter den sozialistischen Regierungen litten die Beziehungen mit den USA allerdings erheblich. F√ľr das Verh√§ltnis zu den USA hat die argentinische Regierung eine deutliche Belebung angek√ľndigt, die USA haben die ersten wirtschafts- und au√üenpolitischen Schritte Argentiniens durch erste Gesten honoriert. Der ehemalige US-Pr√§sident Obama besuchte im M√§rz 2016 Argentinien, die bilateralen Beziehungen gewannen deutlich an Dynamik. Wie sich das Verh√§ltnis zu den USA unter der neuen Trump-Regierung entwickeln wird, ist noch offen.

Mit Blick auf die angestrebte Handelsdiversifizierung hat Argentinien seine Beziehungen zu China, Indien und Russland verstärkt. China ist nach Brasilien inzwischen der zweitwichtigste Handelspartner Argentiniens.

Argentinien geh√∂rt den G20 an und ist aktives Mitglied der Vereinten Nationen (Truppensteller im Rahmen der VN-Mission MINUSTAH in Haiti). Es war 2013‚Äď2015 im UN-Menschenrechtsrat und 2013/2014 als nichtst√§ndiges Mitglied im UN-Sicherheitsrat vertreten.

Siehe auch: Mitgliedschaft Argentiniens in internationalen Organisationen

Militär und Verteidigung

Das argentinische Milit√§r hat in der Geschichte des Landes immer wieder eine dominierende Rolle gespielt. Besonders in der Zeit zwischen 1955 (Putsch gegen Juan Per√≥n) und 1973 (R√ľckkehr und zweite Pr√§sidentschaft Per√≥ns) und in der Zeit zwischen 1974 (Tod Per√≥ns) und 1983 (Niederlage im Falklandkrieg und Redemokratisierung) war Argentinien vom Milit√§r direkt oder indirekt gepr√§gt. (Siehe auch: Geschichte Argentiniens)

Unter den Pr√§sidentschaften Ra√ļl Alfons√≠ns (1983‚Äď1989) und Carlos Menems (1989‚Äď1999) wurde der Versuch unternommen, den Einfluss des Milit√§rs zu schw√§chen und 1994 wurde die Wehrpflicht abgeschafft. 1999 betrugen die Ausgaben f√ľr die Verteidigung nur noch 62¬†% der Ausgaben von 1983; im gleichen Zeitraum sind die Staatsausgaben allgemein auf 152¬†% der Ausgaben von 1983 angestiegen. Im Jahr 2003 wurden die Anmestiegesetze f√ľr Verbrechen der Milit√§rdiktatur (1976‚Äď1983) abgeschafft.

Die argentinischen Streitkr√§fte, Fuerzas Armadas de la Rep√ļblica Argentina, hatten 2004 eine Personalst√§rke (Soldaten und Verwaltung) von insgesamt etwa 102.300 Personen (Heer: 50.900 Personen (41.400 Soldaten), Marine: 26.600 Personen (17.200 Soldaten), Luftwaffe: 23.600 Personen (13.200 Soldaten), Verteidigungsministerium und Generalstab: 1200 Personen).

Argentinien gab 2017 knapp 0,9 Prozent seiner Wirtschaftsleistung oder 5,7 Mrd. US-Dollar f√ľr seine Streitkr√§fte aus.

Bildungswesen

In Argentinien herrscht Schulpflicht von zehn Jahren. Es gibt neben den staatlichen Schulen auch eine hohe Zahl von privaten Schulen. Das Schulsystem ist in drei Stufen eingeteilt: Inicial (Vorschule; in der Regel ein Jahr), Primaria (in der Regel ab sechs Jahren mit zwei Grundstufen: EGB1 und EGB2; insgesamt sechs Schuljahre) und Secundaria (Sekundärstufe; drei Jahre EGB 3 bis einschließlich zur 9. Klasse und die anschließende dreijährige Polimodalstufe).

Laut der Volksz√§hlung des Jahres 2005 waren etwa 2,8¬†% der Bev√∂lkerung √ľber 15 Jahren Analphabeten. Dabei waren starke regionale Disparit√§ten zu beobachten: in Tierra de Fuego im S√ľden lag die Rate bei 0,73¬†%, im Norden des Landes wie etwa in der Provinz Chaco bei 8,96¬†%. Im Jahr 2015 war die Analphabetismusrate auf 1,9¬†% gesunken, wobei der Wert f√ľr M√§nner und Frauen nahezu gleich niedrig war.

Von allen Argentiniern, die √ľber 20 Jahre alt sind, haben 88¬†% die Schule besucht. Etwa 14¬†% haben die Primaria nicht abgeschlossen, circa 29¬†% haben eine abgeschlossene Primaria, ungef√§hr 14¬†% haben die Secundaria nicht abgeschlossen, etwa 16¬†% haben eine abgeschlossene Secundaria, circa 5¬†% einen h√∂heren nicht-universit√§ren Abschluss und etwa 5¬†% einen Universit√§tsabschluss. Das hei√üt, etwa 73¬†% der Bev√∂lkerung haben mindestens die Primaria abgeschlossen, circa 30¬†% mindestens die Secundaria und nur etwa 10¬†% haben einen weiterf√ľhrenden Abschluss.

Schulsystem

Im Jahre 1995 wurde das Schulsystem in vielen Provinzen reformiert: Die ersten neun Jahre der Schulzeit werden seitdem als EGB (Educaci√≥n General B√°sica) bezeichnet, die in mehrere Richtungen aufgeteilte weiterf√ľhrende Schule stattdessen als 'Polimodal'. Dieses System wurde mit geringen Abweichungen in fast allen argentinischen Provinzen eingef√ľhrt; die Bezeichnungen variieren jedoch, so hei√üt beispielsweise in der Provinz C√≥rdoba der EGB CBU (Ciclo B√°sico Unitario). 2005/2006 wurde diese Reform in einigen Provinzen, z.¬†B. in Buenos Aires, teilweise √ľberarbeitet und wieder ans alte System angen√§hert. Es gibt eine Vielzahl von verschiedenen Schulabschl√ľssen (naturwissenschaftlich, sozialwissenschaftlich, technisch und wirtschaftlich orientiert), einige sind berufsbef√§higende Techniker-Titel. Die Regierung Kirchner hat die F√∂rderung der technischen Schulen von 5 auf 15 Millionen Pesos erh√∂ht und sieht f√ľr 2006 eine Erh√∂hung auf insgesamt 260 Millionen Pesos vor. Die F√∂rderung versucht seit 2003, die erheblichen Schwierigkeiten argentinischer Unternehmen, technisch qualifiziertes Personal zu rekrutieren, zu beheben.

Zum Besuch der Hochschulen berechtigen alle im Rahmen des Polimodal erlangten Abschl√ľsse, auch wenn der Studiengang nicht mit der Ausrichtung des Polimodals √ľbereinstimmt.

In der ersten PISA-Studie 2003 schnitt Argentinien bei einer inoffiziellen nachtr√§glichen Erweiterung der Studie (offiziell nahm es nicht teil), verglichen mit anderen lateinamerikanischen Staaten, bei weitem am besten ab. Bei der ersten offiziellen Teilnahme 2006 fiel es in nahezu allen Disziplinen hinter Uruguay, Chile und Mexiko, im Leseverst√§ndnis auch hinter Brasilien und Kolumbien zur√ľck, wenn auch meist nur mit geringem Punkteabstand. Bei der PISA-Studie 2015 belegte Argentinien in allen Teilbewertungen Pl√§tze zwischen Rang 36 und 43. In der Gesamtwertung lag es auf Rang 40, die h√∂chste Platzierung aller lateinamerikanischen Staaten.

Es gibt ein starkes Gefälle in der Qualität der Schulbildung zwischen Großstädten und ländlichen Regionen einerseits und zwischen Privatschulen und vielen staatlichen Schulen sowie sozialen Klassen und Milieus andererseits. Durch kontinuierliche interne Qualitäts-Tests seit Ende der 1990er Jahre versucht die Politik, dieses Problem in den Griff zu bekommen. Bei diesen Tests kam eine Bandbreite von durchschnittlich 30 % bis 80 % der möglichen Punktzahl heraus, wobei die schlechtesten Ergebnisse von Schulen in ländlichen Gegenden, die besten dagegen in den Privatschulen der Großstädte sowie in den so genannten Colegios Universitarios (von Universitäten abhängige Staatsschulen) erzielt wurden.

Universitäten

Argentinien hat eine Vielzahl von staatlichen und privaten Universit√§ten. Zahlreiche private Universit√§ten haben in der Regierungszeit des neoliberalen Peronisten Menem ihre Pforten ge√∂ffnet. Das 1958 in Kraft getretene Gesetz zur Finanzierung der privaten Universit√§ten sieht ein Verbot finanzieller Unterst√ľtzung vor, erlaubt aber seit den 1990er Jahren unter Menem eine gezielte F√∂rderung einzelner Forschungsprojekte. In der politikkritischen Zeitschrift ‚ÄěCaras y Caretas‚Äú erschien im Mai 2006 ein Artikel, der vor der wachsenden N√§he einiger privater Bildungseinrichtungen zu orthodoxen religi√∂sen Institutionen warnt, wie z.¬†B. der Universidad Austral zum Opus Dei.

Die √§lteste Universit√§t ist die Universit√§t von C√≥rdoba, die 1613 gegr√ľndet wurde und heute die zweitgr√∂√üte des Landes ist (ca. 120.000 Studenten). Die gr√∂√üte Universit√§t ist dagegen die Universit√§t von Buenos Aires (UBA), die 1821 gegr√ľndet wurde und etwa 400.000 Studenten hat.

Bibliothekswesen

Das Bibliothekswesen in Argentinien ist vielgestaltig. So entstanden gegen Ende des 19. Jahrhunderts die ersten privat finanzierten Bibliotecas populares (Volksbibliotheken). Sie werden heute von der Comisi√≥n Nacional Protectora de Bibliotecas Populares gef√∂rdert. Diese organisiert auch Weiterbildungsveranstaltungen f√ľr das Bibliothekspersonal. Seit 1977 gibt es die Confederaci√≥n Argentina de Bibliotecas Populares. Ihre Mitglieder sind zumeist keine Bibliothekare, sondern Politiker. Daneben existieren 19 Federaciones Provinciales.

Seit 1927 entstanden die bibliotecas p√ļblicas municipales (√Ėffentliche Stadtbibliotheken), die heute fast ausschlie√ülich in Buenos Aires existieren. Seit 1944 untersteht diese der Secretar√≠a de Cultura de la Municipalidad de la Ciudad de Buenos Aires. Derzeit existieren in Buenos Aires 23 Stadtbibliotheken und 3 B√ľcherbusse, deren gr√∂√üte Benutzergruppe Sch√ľler sind.

Die 1963 gegr√ľndete Junta de Bibliotecas Universitarias Argentinas (JUBIUA) vertritt die Interessen der staatlichen Universit√§tsbibliotheken gegen√ľber der Regierung und erarbeitet gemeinsame Zielvorgaben. Die privaten Universit√§tsbibliotheken verf√ľgen nicht √ľber eine institutionalisierte Zusammenarbeit.

Von den Schulen verf√ľgen nur wenige √ľber eigene Bibliotheken, die durch Buch- und Sachspenden sowie ehrenamtliche T√§tigkeit der Eltern der Sch√ľler finanziert werden. Derzeit wird ein Konzept zum Aufbau eines nationalen Schulbibliothekssystems erarbeitet.

Die Biblioteca Nacional (Nationalbibliothek der Republik Argentinien) wurde 1810 unter dem Namen Biblioteca p√ļblica de Buenos Aires gegr√ľndet. Seit 1884 ist sie die Nationalbibliothek. 1933 erhielt sie das Pflichtexemplarrecht. Ihr Buchbestand wird auf 800.000 bis 2,5 Millionen B√§nde gesch√§tzt. Die Biblioteca del Congreso de la Naci√≥n (Parlamentsbibliothek) entstand 1859. Die Bibliothek ist Depotbibliothek internationaler Organisationen und besitzt sch√§tzungsweise 1,5 Millionen Bestandseinheiten.

Politische Gliederung

Provinzen

Die Provinzen (spanisch provincias, Einzahl: provincia) sind die Gliedstaaten des argentinischen Bundesstaates. Sie haben jeweils eine eigene Provinzverfassung, eine Provinzregierung unter Leitung eines direkt gewählten Gouverneurs (gobernador) und ein Parlament. Die Provinzen sind wiederum administrativ in Departamentos untergliedert. Ausnahme ist hier die Provinz Buenos Aires, die in Partidos untergliedert ist.

Es gibt 23 Provinzen und die autonome Stadt Buenos Aires, siehe Liste der Provinzen Argentiniens.

Regionen

Ab Ende der 1980er-Jahre haben sich die Provinzen Argentiniens mit Ausnahme der Provinz Buenos Aires zu Regionen zusammengeschlossen, mit dem Ziel, die Wirtschafts-, Infrastruktur- und Entwicklungspolitik untereinander abzustimmen und Gegengewichte zur dominierenden Stellung des Großraums Buenos Aires zu bilden. Diese Regionen sind allerdings bisher keine offiziellen Gliedstaaten, sondern reine Interessengemeinschaften, sie haben also keinerlei offizielle politische Organe. Der Grad der Kooperation ist unterschiedlich.

  1. Die Región Centro besteht aus den Provinzen Córdoba, Entre Ríos und Santa Fe und weist den höchsten Integrationsgrad auf. Die Interessengemeinschaft wurde schon 1973 als Ziel anvisiert, aber erst 1998 umgesetzt. Seit 2004 bestehen als offizielle Institutionen der Gouverneursrat (Junta de Gobernadores) und das Exekutivkomitee (Comité Ejecutivo).
  2. Die Región del Nuevo Cuyo besteht aus den Provinzen Mendoza, San Juan, La Rioja und San Luis. Sie weist nur einen geringen Integrationsgrad auf und besteht seit 1988. Auch sie hat als Institutionen einen Gouverneursrat und ein Exekutivkomitee, die jedoch kaum praktische Bedeutung haben.
  3. Einen Sonderfall nimmt die Regi√≥n del Norte Grande Argentino ein. Diese integriert die zwei traditionellen Regionen Nordost- (Provinzen Chaco, Corrientes, Formosa und Misiones) und Nordwestargentinien (Catamarca, Jujuy, Salta, Santiago del Estero und Tucum√°n). Sie existiert seit 1999 und hat bereits zahlreiche Projekte verwirklicht, obwohl der Regionalvertrag noch von drei Provinzen ratifiziert werden muss. Aus traditionellen Gr√ľnden ist aber die Einteilung in Nordwesten und Nordosten nach wie vor f√ľr viele Statistiken ausschlaggebend.
  4. Schlie√ülich besteht die Regi√≥n Patag√≥nica aus den Provinzen Chubut, La Pampa, Neuqu√©n, R√≠o Negro, Santa Cruz und Tierra del Fuego. Sie wurde 1996 gegr√ľndet und hat einen hohen Kooperationsgrad. So entsenden die Provinzparlamente Vertreter in ein gemeinsames Parlament, das Parlamento Patag√≥nico, das schon seit 1991 besteht, als die Region offiziell noch nicht gegr√ľndet worden war.

Menschenrechte

Frauenrechte

Im Dezember 2020 wurden Schwangerschaftsabbr√ľche in den ersten 14 Wochen f√ľr straffrei erkl√§rt. Ab der 15. Woche darf nur im Falle einer Vergewaltigung und wenn das Leben der Mutter in Gefahr ist, abgetrieben werden. Gleichzeitig wies Amnesty International im Jahresreport (2020) auf zahlreiche Menschenrechtsverst√∂√üe in Argentinien hin: Die Corona-Pandemie habe die Ungleichheit zwischen den Geschlechtern versch√§rft: Frauen verrichteten 75 Prozent der unbezahlten Haus- und Pflegearbeit. Bis November 2020 nahm die Gewalt gegen Frauen und M√§dchen um 18 Prozent gegen√ľber dem Vorjahr zu. Es wurden im Jahr 2020 298 Femizide ver√ľbt.

Rechte indigener Bevölkerungsgruppen

Die Landrechte indigener Gemeinschaften werden nicht anerkannt bzw. umgesetzt (Stand 2020), obwohl ihr Recht auf die angestammten Territorien in der Verfassung verankert ist. Die Gemeinschaften waren Gewalt und unzureichender Versorgung mit Essen und Trinken ausgesetzt.

Polizeigewalt

Im Amnesty International Bericht (2020) moniert die Organisation ‚ÄěExzessive Gewaltanwendung durch Polizisten‚Äú sowie F√§lle von Verschwindenlassen, die staatlicherseits nicht ausreichend aufgekl√§rt werden.

Infrastruktur

Große Städte

Buenos Aires, dessen Ballungsraum 2017 etwa 14,9 Millionen Einwohner umfasst, ist politische Hauptstadt und wirtschaftliches Zentrum Argentiniens. Es ist umgeben von einer Reihe von selbstst√§ndigen Vorst√§dten, die zum Teil reine Schlafst√§dte sind, zum Teil aber auch selbst √ľber Produktionsst√§tten verf√ľgen. C√≥rdoba, mit 1,6 Mio. Einwohnern die zweitgr√∂√üte Stadt des Landes, verf√ľgt √ľber gr√∂√üere Produktionsst√§tten und beherbergt die √§lteste Universit√§t des Landes Universidad Nacional de C√≥rdoba. Rosario in der Provinz Santa Fe (1,3 Mio. Einwohner) ist der zweitgr√∂√üte Hafen des Landes und ein Industrie- und Handelszentrum. Mendoza (1 Mio. Einwohner) ist vor allem f√ľr seinen Wein- und Obstanbau bekannt, dient aber auch als Br√ľckenkopf f√ľr den Handel mit Santiago de Chile. San Miguel de Tucum√°n (883.000 Einwohner) ist die Geburtsst√§tte der Unabh√§ngigkeit und wurde durch die intensive Landwirtschaft, insbesondere den Zuckerrohranbau, wirtschaftlich und kulturell bedeutsam, litt aber in den letzten Jahrzehnten unter der Krise in diesem Wirtschaftssektor und ist heute eine der St√§dte mit der gr√∂√üten Armutsquote des Landes. Die Universit√§ten in dieser Stadt haben allerdings √ľberregionale Bedeutung und werden z.¬†B. von Studenten aus Bolivien besucht.

Siehe auch: Liste der Städte in Argentinien

Verkehrsnetze

Im Logistics Performance Index, der von der Weltbank erstellt wird und die Qualität der Infrastruktur misst, belegte Argentinien 2018 den 61. Platz unter 160 Ländern. Von allen Länder in Lateinamerika belegt Argentinien einen der besseren Plätze.

Schienenverkehr

Das Eisenbahnsystem in Argentinien hat am 29. August 1857 mit der ersten Fahrt eines Zuges seinen Anfang genommen. Im Laufe der Zeit wurde das Schienennetz haupts√§chlich von englischen Unternehmen relativ z√ľgig ausgebaut und wurde zu einem Schl√ľssel f√ľr die Entwicklung des Landes. In den 1930er Jahren verf√ľgte das Land mit 43.000 Kilometer Schiene √ľber ein gr√∂√üeres Netz als die meisten L√§nder Europas. Das Eisenbahnsystem bestand aus mehreren unabh√§ngigen privaten Unternehmen, die 1946 von Pr√§sident Per√≥n verstaatlicht wurden. Die Ende der 1950er Jahre hinzugezogenen US-amerikanischen Berater legten die Priorit√§t auf den Stra√üenverkehr, so dass Bahnstrecken in gro√üem Umfang stillgelegt wurden. Die Staatsbahn wurde 1992 von Carlos Menem wieder privatisiert, was zur Folge hatte, dass der Fahrgastbetrieb noch mehr reduziert wurde, die Eisenbahnergewerkschaft zerschlagen wurde, 50.000¬†Menschen arbeitslos wurden, ganze Landstriche ver√∂deten und die Korruption im Eisenbahngesch√§ft stark zunahm. Heute hat das argentinische Schienennetz eine L√§nge von etwa 28.300 Kilometern in drei verschiedenen Spurweiten. Zwei Eisenbahnstrecken verbinden Argentinien mit Chile, weitere Strecken haben Verbindung mit Bolivien, Paraguay, Uruguay und Brasilien. Allerdings werden immer noch Strecken stillgelegt oder verfallen und werden nicht wieder instand gesetzt. Der Personentransport per Eisenbahn spielt generell nur noch im Gro√üraum Buenos Aires f√ľr die Pendler eine Rolle. Bahnfernverbindungen gibt es noch bzw. wieder von Buenos Aires nach C√≥rdoba, Mar del Plata, San Miguel de Tucum√°n, Santa Fe und nach Posadas. Die Z√ľge ben√∂tigen f√ľr die gleiche Strecke jedoch wesentlich l√§nger als Fernreisebusse und haben einen sehr eingeschr√§nkten Fahrplan (z.¬†B. Buenos Aires, Bahnhof Retiro ‚Äď C√≥rdoba zwei Fahrten pro Woche). Die Regierung unter N√©stor Kirchner hatte 2006 einen ‚ÄěMegaplan Eisenbahn‚Äú aufgestellt, worin auch eine 710¬†km lange, mit bis zu 320¬†km/h betriebene Hochgeschwindigkeitsstrecke Cobra zwischen Buenos Aires und C√≥rdoba f√ľr 2011 geplant war. Die infolge dieses Planes reaktivierten Strecken mussten jedoch aufgrund technischer Defizite der Schienen oder des rollenden Materials oft gleich wieder stillgelegt werden. Touristisch gesehen gibt es einige interessante Z√ľge, z.¬†B. den Tren a las Nubes in der Provinz Salta, La Trochita ‚Äď die einzige dampfbetriebene Schmalspurbahn Argentiniens, die zwischen Esquel und Nahuel Pan verkehrt ‚Äď sowie den Tren del Fin del Mundo in der Provinz Tierra del Fuego.

Straßenverkehr

Die Rolle der Eisenbahn f√ľr den Personentransport wurde weitestgehend von modernen, klimatisierten Reisebussen √ľbernommen. Es kann praktisch jeder Punkt des Landes mit dem Reisebus erreicht werden, und so sind die Busbahnh√∂fe heute neben den Flugh√§fen die meistgenutzten Infrastruktureinrichtungen. Der bedeutendste Busbahnhof Argentiniens ist Retiro in Buenos Aires. Von dort gibt es Busverbindungen in das ganze Land. Weitere stark frequentierte Busbahnh√∂fe und Drehkreuze finden sich in C√≥rdoba (etwa 10 Stunden Reisezeit von Buenos Aires) und Mendoza (etwa 14‚Äď15 Stunden Reisezeit von Buenos Aires). Die l√§ngste Direktverbindung besteht zwischen San Salvador de Jujuy und R√≠o Gallegos (3430¬†km, fahrplanm√§√üig 55 Stunden Fahrzeit), von wo aus man weiter nach Ushuaia fahren kann.

Das Stra√üennetz hat eine Gesamtl√§nge von etwa 215.000¬†km und verteilt sich auf National-, Provinz- und Gemeindestra√üen. Die Qualit√§t der Stra√üen variiert stark. Die gro√üen Wirtschaftszentren sind mit asphaltierten und zum Teil gut ausgebauten Stra√üen verbunden, die meist √ľber Mautgeb√ľhren von privaten Unternehmen gebaut und instand gehalten werden. In den Ballungszentren und auf einigen Hauptverbindungen existieren einige mehrspurige Autobahnen (autopistas) und Schnellstra√üen (autov√≠as), die meist als regul√§re National- und Provinzstra√üen ausgeschildert sind. Die meisten Fernstra√üen sind jedoch zweispurig und durch den Schwerlastverkehr oft stark belastet. In abgelegenen Gebieten sind h√§ufig nur Schotter- und Erdpisten vorhanden. Da die Eisenbahn im Personenverkehr keine Rolle mehr spielt und dieser fast ausschlie√ülich √ľber die Stra√üe abgewickelt wird, gibt es pro Jahr fast 10.000 Verkehrstote, was hochgerechnet auf die Einwohnerzahl eine h√∂here Zahl als in Indien ist.

Bekannteste touristische Strecke ist die Ruta Nacional 40 zwischen Cabo V√≠rgenes an der S√ľdspitze des Festlandes (Provinz Santa Cruz) und La Quiaca, die das gesamte Land von Nord nach S√ľd durchquert.

Flugverkehr

Die nationale Fluggesellschaft Aerolíneas Argentinas wurde 1990 privatisiert und 2008 wieder verstaatlicht. Im Inlandsverkehr hat Aerolíneas einen hohen Marktanteil; seit 2018 sind auch mehrere einheimische Billigfluggesellschaften primär im Inland aktiv. Die zu den argentinischen Luftstreitkräften gehörende Líneas Aéreas del Estado (LADE) verbindet kleinere Städte in Patagonien.

Aufgrund der gro√üen Entfernungen verf√ľgt fast jede gr√∂√üere Stadt in Argentinien √ľber einen Flughafen. Die Hauptstadt Buenos Aires selbst besitzt zwei Passagier-Flugh√§fen: Internationale Fl√ľge, insbesondere alle Langstreckenverbindungen, werden √ľberwiegend am Flughafen Ezeiza (EZE) abgewickelt. Dar√ľber hinaus gibt es den Stadtflughafen Aeroparque Jorge Newbery (AEP), der √ľberwiegend f√ľr Inlandsfl√ľge, aber auch f√ľr k√ľrzere internationale Strecken, genutzt wird.

Schiffsverkehr

Ungef√§hr 3100¬†km der Wasserwege sind schiffbar. Der R√≠o de la Plata mit seinen Oberl√§ufen R√≠o Paran√° und R√≠o Uruguay ist der wichtigste Wasserweg. √úber diese Fl√ľsse wird auch ein Gro√üteil der landwirtschaftlichen Exporte Argentiniens transportiert, die meist in der Region um Rosario auf hochseef√§hige Sch√ľttgutfrachter verladen werden.

Energiewirtschaft

Erdgas und Erdöl

Argentinien besitzt gro√üe Vorkommen an Erdgas. Diese Energieform wird zum Kochen und Heizen, aber auch vermehrt als Kraftstoff f√ľr Pkw eingesetzt. Mehr und mehr spielt der Import von Erdgas, z.¬†B. aus Bolivien, eine gr√∂√üere Rolle.

Elektrizitätsversorgung

Laut CIA lag Argentinien im Jahr 2016 bzgl. der installierten Leistung mit 38.350 MW an Stelle 27 und bzgl. der jährlichen Erzeugung mit 131,9 Mrd. kWh an Stelle 30 in der Welt. Der Elektrifizierungsgrad lag 2013 bei 96,4 % (99,2 % in den Städten und 96 % in ländlichen Gebieten). Laut der Comisión Nacional de Energía Atómica (CNEA) betrug die installierte Leistung der Kraftwerke in Argentinien 37.652 MW, davon entfielen auf kalorische Kraftwerke 24.396 MW (64,8 %), auf Wasserkraftwerke 11.265 MW (29,9 %) und auf Kernkraftwerke 1.755 MW (4,66 %).

Auf der anderen Seite wird der Energiemix seit 1994 durch die Windenergie erg√§nzt, die in der Provinz Chubut in Patagonien mit ihrem besonders windigen Klima bereits einen erheblichen Teil der Stromerzeugung √ľbernimmt. Sie wird seit der zweiten H√§lfte der 1990er Jahre gesetzlich gef√∂rdert und die Branche weist daher derzeit ein hohes Wachstum auf. Argentinien gilt als eines der L√§nder mit dem h√∂chsten Windkraftpotenzial der Erde, lag jedoch in der Nutzung dieser Energieform 2006 nur auf dem dritten Platz in Lateinamerika hinter Mexiko und Brasilien. November 2015 k√ľndigt China an, in Patagonien einen Windpark mit 200¬†MW Leistung zu errichten. Ende 2015 waren 187¬†MW Windkraft in Argentinien installiert, was 0,6¬†% Anteil an der Stromerzeugung entsprach. Die argentinische Regierung strebt an, bis 2025 6-7 GW Windenergieleistung zu installieren. Gerade in Patagonien herrschen exzellente Windbedingungen mit niedrigen Turbulenzraten und Windgeschwindigkeiten von bis zu 12¬†m/s im Jahresschnitt.

An der Nutzung der Kernenergie will das Land festhalten. Bereits seit 1974 ist ein deutscher Importreaktor am Standort Atucha im Betrieb. Der zweite argentinische Reaktor am Standort Embalse, in Betrieb seit 1983, war ein Import aus Kanada. Seit 1981 befindet sich ein weiterer aus Deutschland importierter Reaktor im Bau und ging 2014 als Atucha-2 in Betrieb. Der Bau eines vierten Reaktors wurde seit 2006 in Erw√§gung gezogen. Bewerber f√ľr die Ausschreibung kamen aus Kanada, Frankreich, Russland, Japan, S√ľdkorea, China und den USA. Eine entsprechende Anfrage erfolgte durch die argentinische Regierung. 2010 wurden Kooperationsvertr√§ge mit Russland und S√ľdkorea unterzeichnet, wobei im Mai 2011 erstmals die M√∂glichkeit erw√§hnt wurde, zusammen mit der russischen Gesellschaft Rosatom einen Reaktor zu errichten. Am 12. Juli 2014 unterzeichneten Staatspr√§sidentin Cristina Kirchner und Wladimir Putin eine Vereinbarung √ľber die russische Beteiligung am Projekt Atucha 3. Bereits 2012 hatte Argentinien mit China eine Kooperation vereinbart zu Finanzierung und Bau des Projekts Atucha 4. Im Juni 2018 beschloss die argentinische Regierung unter Mauricio Macri, die Pl√§ne zum Bau eines Reaktors Atucha 3 und Atucha 4 einzustellen.

Telekommunikation und Post

Die staatliche Telekommunikationsgesellschaft ENTEL wurde 1990 privatisiert und an zwei ausl√§ndische Unternehmen ‚Äď Telef√≥nica (Spanien) und Telecom (Frankreich, heute in der Hand von Telecom Italia) ‚Äď verkauft, die sich das Land aufteilten. Seitdem hat die Zahl der Telefonanschl√ľsse je Einwohner rasant zugenommen, denn nach der Privatisierung betrug die Einrichtungsgeb√ľhr f√ľr einen Telefonanschluss mit 100¬†US-$ nur noch ein Zehntel der fr√ľheren Geb√ľhr, und auch die Wartezeit bis zum Anschluss hatte sich wesentlich verringert. Im Jahr 2017 gab es etwa 10¬†Millionen Festnetzanschl√ľsse und rund 90¬†% der Argentinier hatten ein Smartphone. Die Netzqualit√§t und -abdeckung ist aber von Betreiber zu Betreiber sehr unterschiedlich. Im Jahr 2017 nutzten 74 Prozent der Einwohner Argentiniens das Internet.

Auch der Postdienst wurde 1997 durch die Gesellschaft SOCMA privatisiert. In der Folge machte das Unternehmen (Correo Argentino) 250 Millionen Dollar schulden und wurde schließlich 2003 wieder verstaatlicht. Neben Correo Argentino gibt es noch mehrere kleinere Postdienste, z. B. OCA und Andreani.

Wirtschaft

Argentinien ist eine gelenkte Volkswirtschaft, die in mehreren Stufen seit den 1970er Jahren zunehmend dereguliert und privatisiert wurde. Unter Präsident Néstor Kirchner jedoch wurde diese Tendenz umgekehrt.

Argentinien ist mit einem Bruttoinlandsprodukt (BIP) von rund 604 Milliarden US-Dollar (2015) die gr√∂√üte Volkswirtschaft des spanischsprachigen S√ľdamerikas. In Lateinamerika sind lediglich Brasilien und Mexiko wirtschaftlich bedeutender. Argentinien verf√ľgt √ľber eine im Regionalvergleich relativ gut entwickelte Industrie; wichtigste Sektoren sind die Nahrungsmittelindustrie und die Automobilindustrie (u.¬†a. Volkswagen und Daimler), die wesentliche Anteile der Produktion nach Brasilien exportiert.

Die verarbeitende Industrie, Immobilien/Unternehmensdienstleistungen sowie der Handel tragen jeweils rund 10 % zum BIP bei. Der Beitrag der reinen Land- und Forstwirtschaft zum BIP liegt bei knapp 5 %; allerdings wird geschätzt, dass ein Drittel der Arbeitsplätze direkt oder indirekt (zum Beispiel Transport, Verpackung) im Zusammenhang mit der Agrarindustrie stehen. Auch bei den Exporten dominiert der Anteil der Nahrungsmittel (rund 45 %) deutlich vor Auto(teile)-Exporten (um 10 %).

International wird Argentinien oft zu den Schwellenl√§ndern gez√§hlt. Nach dem von den Vereinten Nationen erhobenen Index der menschlichen Entwicklung z√§hlt es seit 2011 jedoch zu den sehr hoch entwickelten Staaten. Es geh√∂rt unter den unabh√§ngigen s√ľdamerikanischen Staaten gemeinsam mit Chile und Uruguay (S√ľdkegel) zur Spitzengruppe in Hinblick auf das Pro-Kopf-Bruttoinlandsprodukt (Kaufkraftparit√§t). Die Einkommensungleichheit (Gini-Koeffizient) lag 2009 im weltweiten Vergleich relativ hoch, aber noch unter dem Durchschnitt der lateinamerikanischen Staaten.

Im Jahr 2014 befand sich die argentinische Wirtschaft trotz guter Rahmenbedingungen f√ľr Rohstoffexporte auf einer Talfahrt mit massiver Abwertung des Peso. Gleichzeitig stieg die Inflationsrate, die seit 2008 stets zwischen sechs und elf Prozent gelegen hatte auf 24¬†% im Jahr 2014 und auf 34¬†% im Jahr 2018. Im Global Competitiveness Index des WEF, der die Wettbewerbsf√§higkeit eines Landes beurteilt, belegt Argentinien Platz 92 von 137 L√§ndern (Stand 2017‚Äď2018). Im Competitiveness-Report von 2020 wurden Argentinien im internationalen Vergleich Fortschritte bei einer progressiven Besteuerung attestiert, jedoch bestehen demnach im Vergleich weiterhin kaum Regelungen gegen Monopolstellungen von Unternehmen und Probleme bei der Infrastruktur und dem Berufsbildungssystem.

Nach dem Regierungswechsel von 2015 k√ľrzte die Regierung 2016 staatliche Ausgaben in gr√∂√üerem Umfang. 2017 lag die Inflationsrate bei 26¬†% und stieg bis 2019 weiter an, 2020 fiel sie von 54 auf 42¬†%.

Bodenschätze

Wertvolle Mineralerze und Gesteine finden sich in Argentinien nur in kleineren Mengen, so etwa Gold, Silber, Kupfer, Blei, Zink, Eisen, Zinn, Glimmer und Kalkstein. Wirtschaftlich bedeutender sind die Erd√∂l- und Erdgas-Vorkommen im Nordwesten, Neuqu√©n, der Gegend rund um die Bucht Golfo San Jorge und vor der K√ľste.

Geschichte der Wirtschaftspolitik

Die argentinische Wirtschaft ist traditionell durch die Landwirtschaft gepr√§gt. Bis in die 1950er Jahre wurden fast ausschlie√ülich Agrarg√ľter exportiert. Erst danach setzte eine Industrialisierung nennenswerten Umfanges ein. Die wirtschaftliche Entwicklung wurde jedoch von den verschiedenen Regierungen nach unterschiedlichen, teilweise widerspr√ľchlichen Vorgaben reglementiert. Es entstand, vor allem unter dem Einfluss des Peronismus, ein breiter staatlich kontrollierter Sektor in Industrie, Handel und Dienstleistung. Dennoch hat Argentinien das Wohlstandsniveau der 1950er Jahre nie wieder erreicht. Die Korruption war und ist in Argentinien weit verbreitet.

Die 1976 unter der Politik der Milit√§rdiktatur eingeleitete massive Staatsverschuldung f√ľgte der heimischen Wirtschaft schweren Schaden zu. Die Auslandsverschuldung stieg von unter 8¬†Mrd. US-Dollar im Jahr 1967 auf 160¬†Mrd. US-Dollar im Jahr 2001. Der Peso Ley musste mehrfach abgewertet werden. Der Falklandkrieg geht m√∂glicherweise auch auf die wirtschaftlichen Probleme unter der Milit√§rdiktatur zur√ľck.

Nach der R√ľckkehr zur Demokratie 1983 erwies sich die Hyperinflation als eines der gr√∂√üten wirtschaftlichen Probleme des Landes. Der 1989 gew√§hlte Pr√§sident Carlos Menem f√ľhrte daraufhin die 1:1-Bindung des argentinischen Peso an den US-Dollar ein. Dies f√ľhrte fast schlagartig zu einem Ende der Inflation und zu einem deutlichen wirtschaftlichen Aufschwung. Auf l√§ngere Sicht hatte sie aber zur Folge, dass argentinische Produkte auf dem Weltmarkt teurer und Importware im Inland billiger wurden. Zahlreiche argentinische Produktionsbetriebe mussten schlie√üen. Es kam zu einem schnell zunehmenden Ungleichgewicht zwischen dem (offiziellen) Wechselkurs der W√§hrung und ihrer inneren Werthaltigkeit. Kapitalflucht setzte ein, und das ohnehin hoch verschuldete Land musste immer neue Kredite im Ausland aufnehmen, um alte Verbindlichkeiten bezahlen und Devisen f√ľr dringende Importe bereitstellen zu k√∂nnen. Gelegentlich wurden sogar Staatsbedienstete nicht mehr mit Geld, sondern mit Schuldverschreibungen bezahlt, und Gesch√§ftsleute wurden gesetzlich verpflichtet, derartige Papiere als Zahlungsmittel anzunehmen. Anfangs wurde dies noch durch private Kapitalzufl√ľsse ausl√§ndischer Anleger √ľberlagert, die sich in argentinische Unternehmen einkauften, besonders im Zuge der von Menem eingeleiteten Privatisierung von Staatsbetrieben. Doch schlie√ülich hatte die Verschuldung so weit zugenommen und die Wirtschaftsleistung so weit abgenommen, dass Ende 2001 nach schweren Unruhen Pr√§sident Fernando de la R√ļa zur√ľcktrat. Ausl√∂ser f√ľr die Unruhen war der sogenannte Corralito, also das Einfrieren s√§mtlicher Bankguthaben.

Die folgende Regierung gab die Einstellung der Zahlungen auf Tilgung und Zinsen, also den Staatsbankrott, bekannt. Wegen fehlender Unterst√ľtzung der Partei trat der √ľbergangsweise angetretene Pr√§sident Adolfo Rodr√≠guez Sa√° schon nach f√ľnf Tagen wieder zur√ľck. Es folgte der Peronist Eduardo Duhalde, der im Januar 2002 den argentinischen Peso zun√§chst auf 1,40¬†ARS/US-Dollar abwertete, um ihn dann wenig sp√§ter ganz freizugeben.

Der IWF versorgte nach einer langen Verhandlung Mitte 2002, mit politischer Unterst√ľtzung der gr√∂√üten Industrienationen, Argentinien im Rahmen verschiedener Interimsabkommen mit frischem Geld. Damit konnte die argentinische Wirtschaft bereits im Jahr 2003 ein beachtliches Wachstum verzeichnen, vor allem weil nun Mittelabfl√ľsse durch Kreditr√ľckzahlungen nicht mehr stattfanden und wegen des nun deutlich billigeren Peso (3,5 bis 4 Argentinische Peso je US-Dollar). Allerdings wurde im M√§rz 2004 die R√ľckzahlung einer Rate von 3,1¬†Mrd.¬†US-Dollar (etwa 2,5¬†Mrd.¬†Euro) f√ľr einen im Rahmen der Interimsabkommen gew√§hrten IWF-Kredite f√§llig. Erst unmittelbar vor dem letztm√∂glichen Termin wies die Regierung Kirchner die Zahlung an. Vorausgegangen war ein mehrw√∂chiger Verhandlungspoker. Die argentinische Regierung wollte dabei erreichen, dass ein Bericht des IWF √ľber die Bem√ľhungen des Landes im Hinblick auf die Wiedergewinnung wirtschaftlicher Solidit√§t m√∂glichst positiv ausfiel. Dies galt als Voraussetzung f√ľr eine weitere Kreditgew√§hrung durch den IWF. √úber die Behandlung der Forderungen von privaten Gl√§ubigern Argentiniens wurde bislang aber noch keine Einigung erzielt. Dies belastet weiterhin die Handelsbeziehungen des Landes.

Im IWF war lange umstritten, ob Argentinien die Voraussetzungen f√ľr die weitere Vergabe von Krediten erf√ľllt. Die Auflage, in ‚Äěgutem Glauben‚Äú zu verhandeln, hat die argentinische Regierung nach Ansicht der privaten Gl√§ubiger nicht erf√ľllt. Stattdessen forderte Argentinien in den Verhandlungen zwischen 2002 und 2004 einen Kapitalschnitt, der auf 75¬†% Barwertverlust hinausl√§uft. Es liefen Klagen gegen Argentinien und den IWF vor dem Bundesverfassungsgericht mit dem Ziel der vollst√§ndigen R√ľckzahlung des geliehenen Geldes, die teilweise noch nicht abgeschlossen sind. Eine deutsche Gl√§ubigerorganisation ist die Interessengemeinschaft Argentinien e.¬†V.

Anfang 2005 nahm die Regierung Verhandlungen mit den Inhabern argentinischer Staatspapiere zur Annahme eines Umschuldungsplanes auf. Dieser Plan umfasste neben einem erheblichen Kapitalschnitt die zeitliche Streckung der Verbindlichkeiten sowie eine Reduzierung des Zinses. Dabei wurde ausschließlich mit privaten Gläubigern und ihren Interessenvertretungen verhandelt. Hierbei war bislang bei inländischen Gläubigern eine deutliche Bereitschaft erkennbar, das Umschuldungsangebot zu akzeptieren. Bei ausländischen Gläubigern stießen die Vorschläge jedoch zunächst auf harten Widerstand.

Der Umschuldungsplan wurde von etwas mehr als 76 % der privaten Gläubiger innerhalb der gesetzten Frist akzeptiert. Eine kurzzeitige Streitigkeit mit einem Hedgefonds um 7 Milliarden Dollar verzögerte die Ausgabe der neuen Bonds allerdings um zwei Monate bis Ende Mai 2005.

Siehe auch: Argentinien-Krise

Wirtschaftswachstum

Die Tabelle des Wirtschaftswachstums Argentiniens zeigt den tiefen Einschnitt bei der argentinischen Wirtschaftskrise 2001/2002, der zeitlich nach der mexikanischen Tequila-, der Asien- und der Brasilienkrise stattfand.

Bruttoinlandsprodukt

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) betrug im Jahr 2003 376,2 Milliarden Arg$, dies entsprach etwa 103 Milliarden Euro. Davon entfielen etwa 43¬†% auf die Produktion von Waren und etwa 51¬†% auf die Erbringung von Dienstleistungen. Den gr√∂√üten Anteil am BIP hatten dabei die produzierende Industrie mit 22¬†%, die Landwirtschaft mit 10¬†%, der Gro√ü- und Einzelhandel mit 11¬†% sowie die Vermietung von Geb√§uden und Grundst√ľcken mit ebenfalls 11¬†%.

Staatsverschuldung

W√§hrend der 1990er Jahre galt Argentinien als ein positives Beispiel f√ľr finanzielle Stabilit√§t und erfolgreiche Marktreformen, doch stieg unter der Regierung Menem die Staatsverschuldung kontinuierlich an. Dies war eine der Ursachen f√ľr die Argentinien-Krise und den Staatsbankrott im Jahr 2001. Die Staatsanleihen wurden nicht mehr bedient. Die Gl√§ubiger, die sich einem Umtausch unterwarfen, verloren ca. 70¬†% ihrer Anlage, darunter viele private Kleinanleger vor allem in Italien, Japan und Deutschland. Allein in Deutschland wurden mehrere hundert Urteile erstritten, welche die Republik Argentinien zur Zahlung der ausstehenden Schulden verpflichtet. Am 31. Juli 2014 wurde Argentinien zum zweiten Mal seit 2001 zahlungsunf√§hig.

Seit 1985 gehört Argentinien ununterbrochen zu den Top-5-Kreditnehmern des Internationalen Währungsfonds.

Inflationsrate

Argentinien war in den 1980er Jahren bekannt als ein Land mit einer sehr hohen Inflationsrate. Diese verst√§rkte sich ab Beginn der Redemokratisierung 1983 zunehmend zu einer Hyperinflation, deren H√∂hepunkt 1989 erreicht wurde. Im selben Jahr wurde unter der Regierung von Carlos Menem und seinem Wirtschaftsminister Domingo Cavallo die 1:1-Bindung des argentinischen Peso an den US-Dollar beschlossen. Diese Ma√ünahme konnte die Inflationsrate in der Folge relativ rasch auf ‚Äěnormale‚Äú Werte dr√ľcken. Im Zeitraum zwischen 1994 und 1998 gab es keine nennenswerte Inflationsrate. Ab 1999 drehte die beginnende Wirtschaftskrise die Inflationsrate sogar in den deflation√§ren Bereich. Mit der Argentinien-Krise, die um den Jahreswechsel 2001/2002 ihren H√∂hepunkt erreichte und mit der Erkl√§rung des Default und einer Abwertung gegen√ľber dem Dollar verbunden war, stieg die Inflationsrate zun√§chst stark an, sank aber zwischenzeitlich wieder auf einstellige Werte. Seit das argentinische Statistikamt INDEC Anfang 2007 unter Regierungsaufsicht gestellt und die statistischen Berechnungsgrundlagen ver√§ndert wurden, wird die offizielle Inflationsrate von privaten Wirtschaftsinstituten und internationalen Organisationen in Zweifel gezogen. Deren Sch√§tzungen f√ľr 2011 liegen bei ca. knapp 23¬†% (2010: ca. 25¬†%). Dieses hohe Niveau setzte sich mindestens bis 2018 fort. Die hohe Inflation schl√§gt sich in den letzten Jahren in den Abschl√ľssen der Tarifrunden nieder, bei denen die m√§chtigen Gewerkschaften meist Erh√∂hungen noch deutlich oberhalb der realen Inflationsraten erzielen konnten.

Außenhandel

Der Au√üenhandel war in den vergangenen Jahren stark von der Argentinien-Krise gepr√§gt. Die Importe gingen seit 1999 zur√ľck. Im Jahresvergleich 2001/2002 hatten sie einen besonders starken R√ľckgang von 56¬†% und konnten sich erst 2003 wieder erholen. Die Exporte blieben von der Argentinien-Krise nahezu unber√ľhrt.

Die Exporte sind von landwirtschaftlichen Produkten dominiert. 31 % aller Exporte sind weiterverarbeitete, landwirtschaftliche Produkte, 25 % sind Rohstoffe (wobei hierzu auch landwirtschaftliche Produkte zählen), 25 % sind industrielle Produkte und 18 % sind Mineralöle und andere Energieträger.

Nach Handelsbl√∂cken unterteilt gingen 2015 24¬†% aller argentinischen Exporte in den MERCOSUR, 23¬†% an ASEAN und China, S√ľdkorea, Japan, Indien, 15¬†% an die EU und 10¬†% an NAFTA. Unter den einzelnen Abnehmerl√§ndern liegt Brasilien mit 17,8¬†% an erster Stelle, gefolgt von China mit 9,5¬†% und den USA und Chile mit 6,0¬†% bzw. 4,2¬†%. Bei den argentinischen Importen dominierten 2015 die Handelsbl√∂cke ASEAN und China, S√ľdkorea, Japan, Indien mit 28¬†%, gefolgt von Mercosur mit 23¬†% und der EU und NAFTA mit jeweils 17¬†%. Als Hauptlieferl√§nder dominieren Brasilien mit 21,8¬†% und China mit 19,7¬†%, gefolgt von den USA mit 12,9¬†% und Deutschland mit 5,2¬†%.

Staatshaushalt

Der Staatshaushalt umfasste 2016 Ausgaben von umgerechnet 141,7 Mrd. US-Dollar, dem standen Einnahmen von umgerechnet 115,9 Mrd. US-Dollar gegen√ľber. Daraus ergibt sich ein Haushaltsdefizit in H√∂he von 4,7¬†% des BIP. Die Staatsverschuldung betrug 2016 279,6¬†Mrd. US-Dollar oder 51,3¬†% des BIP.

2006 betrug der Anteil der Staatsausgaben (in % des BIP) folgender Bereiche:

  • Gesundheit: 10,1¬†%
  • Bildung: 3,8¬†% (2004)
  • Milit√§r: 1,3¬†% (2005)

Kultur

Ein scherzhafter Ausspruch von Jorge Luis Borges bezeichnet die Argentinier als ‚ÄěItaliener, die Spanisch sprechen und gerne Engl√§nder w√§ren, die glauben, in Paris zu leben.‚Äú Dadurch kommt die Mischung des Volkes aus Einwanderern verschiedener europ√§ischer L√§nder zum Ausdruck, der sich in der Kultur deutlich bemerkbar macht. Argentinien hat eine sehr aktive, multikulturelle und stark durch europ√§ische Einfl√ľsse gepr√§gte Kulturszene. Vor allem in Buenos Aires gibt es ein vielf√§ltiges Angebot an Veranstaltungen in den Bereichen Theater, Musik, Oper, Literatur, Film und Sport.

Musik

Argentinische Musik ist durch den Tango (und die verwandten Musikformen Milonga und Vals) bekannt geworden. Bekannteste Interpreten sind Carlos Gardel, Astor Piazzolla und Osvaldo Pugliese. Tango kann jedoch nicht auf die musikalische Dimension beschr√§nkt werden, vielmehr ist Tango ein gesamtkulturelles Ph√§nomen mit den zus√§tzlichen Aspekten Textdichtung und t√§nzerische Interpretation. Als solches begr√ľndet der Tango eine kulturelle Identit√§t, die sehr viel zum Selbstverst√§ndnis der Argentinier, genauer genommen der ‚ÄěPorte√Īos‚Äú aus Buenos Aires, beitr√§gt.

Au√üerdem gibt es in Argentinien die in der traditionellen Musik verwurzelten Folklore-Interpreten. Zu den auch international beachteten Musikern z√§hlen der als Atahualpa Yupanqui weltweit bekannt gewordene H√©ctor Roberto Chavero und die aus der Provinz Tucum√°n stammende Mercedes Sosa (1935‚Äď2009), die 1982 nach vier Jahren Exil in Madrid und Paris nach Argentinien zur√ľckkehrte.

Neuerdings sind in Argentinien einige traditionelle Musikstile von der Popmusik her wiederbelebt worden. Zu nennen sind hier der fr√∂hlich-leichte Tanz des Cuarteto, die urbane Musik der Stadt C√≥rdoba, sowie einige Stile der von den Spaniern √ľbernommenen nationalen Folklore, die durch Mischung mit anderen Stilen eine v√∂llig neue Gestalt erlangt haben. Auch Musikstile aus anderen Teilen S√ľdamerikas, allen voran die kolumbianische Cumbia, wurden von argentinischen Interpreten weiterentwickelt. So entstand als aktueller Beitrag Argentiniens zur Popmusik in Buenos Aires die Cumbia Villera (‚ÄěElendsviertel-Cumbia‚Äú).

Literatur

Im 19. Jahrhundert l√∂st sich mit der Unabh√§ngigkeit des Landes die argentinische Literatur von der spanischen ‚Äď ohne dieses Erbe zu verleugnen. Durch die Thematisierung des Lebens der Gauchos in der Pampa gewinnt die Literatur eine deutliche nationale Komponente. Beispiele daf√ľr sind Fausto (1866) von Estanislao del Campo, das in Gedichtform die Geschichte eines Gauchos erz√§hlende und oft als argentinisches Nationalepos bezeichnete El gaucho Mart√≠n Fierro (1872) von Jos√© Hern√°ndez sowie das bereits 1845 entstandene Facundo von Domingo Faustino Sarmiento. In √§hnlicher Traditionslinie steht auch die 1926 ver√∂ffentlichte Erz√§hlung Don Segundo Sombra von Ricardo G√ľiraldes (deutsch bereits 1934: Das Buch vom Gaucho Sombra).

Bekannte moderne Autoren sind Eduardo Mallea, Ernesto Sabato, Humberto Costantini, Julio Cortázar, Adolfo Bioy Casares, Manuel Puig, Victoria Ocampo, María Elena Walsh, Tomás Eloy Martínez, Roberto Arlt und besonders Jorge Luis Borges.

In den 1920er Jahren formierten sich verschiedene K√ľnstler, vor allem Schriftsteller, aus Argentinien und Uruguay in den Gruppen Grupo Boedo und Grupo Florida. Die Boedo-Gruppe wird als ‚Äěplebejisch‚Äú die Florida-Gruppe (u.¬†a. mit Borges) als ‚Äěgro√üb√ľrgerlich‚Äú bezeichnet. Die Kontroverse zwischen diesen Gruppen wird jedoch als eher ‚Äěfreundschaftlicher Art‚Äú beschrieben.

Bekannte Comic- und Cartoonautoren sind Guillermo Mordillo und Quino, der unter anderem Preisträger des Max-und-Moritz-Preises ist und die Reihe Mafalda schuf.

Theater

In vielen St√§dten gibt es eine lebhafte Theaterszene. Man k√∂nnte pro Woche leicht √ľber 100 verschiedene Theaterst√ľcke von professionellen und Laiengruppen ansehen. Besonders bekannt ist Rosario f√ľr seine Theatergruppen. Das bekannteste Theatergeb√§ude Argentiniens ist das Opernhaus Teatro Col√≥n in Buenos Aires.

Malerei

Die argentinische Malerei geh√∂rt mit zu den f√ľhrenden in S√ľdamerika. Stilistisch ist die Malerei, im Gegensatz zu anderen lateinamerikanischen L√§ndern, weniger von indigenen Einfl√ľssen bestimmt, sondern von der klassischen Moderne Europas. Herausragende traditionelle Maler Argentiniens sind Enrique de Larra√Īaga, Didimo Nardino und Horacio Politi. Eine neue Generation von Malern wird zunehmend von Einfl√ľssen der Popul√§rkultur wie Graffiti und New Pop Art bestimmt.

Film

Argentinien war eines der Pionierl√§nder auf dem Gebiet des Stummfilms. Schon 1896 wurde der erste Film gedreht, der die argentinische Fahne zum Thema hatte. 1933 begann der Aufstieg der argentinischen Filmindustrie mit dem Aufkommen des Tonfilms. Damit begann die beste Zeit des argentinischen Kinos, die Filme dieses Landes wurden in der ganzen Welt gezeigt. Besonders bekannt wurden die ‚ÄěTangofilme‚Äú aus Buenos Aires, unter anderem mit dem Superstar Carlos Gardel.

Ab der Mitte der 1940er Jahre griff allerdings der Staat mittels Zensur und Einmischung in die Kinoszene ein. Besonders dramatisch wurde dies in den Milit√§rregierungen (1966‚Äď1973 und 1976‚Äď1983). In den demokratischen Zwischenzeiten wurden jedoch k√ľnstlerisch sehr hochwertige Filme produziert.

1968 kam La hora de los hornos (deutsch: Die Stunde der Hoch√∂fen) von Pino Solanas heraus, ein Film, der als einer der H√∂hepunkte des politischen lateinamerikanischen Kinos gilt. Ein anderer politischer Filmemacher aus dieser Zeit ist Raymundo Gleyzer. Nach der Milit√§rdiktatur begann das Kino, die Terrorherrschaft aufzuarbeiten. Es entstanden Filme wie La Historia Oficial (Luis Puenzo) (Oscar 1986 f√ľr den besten ausl√§ndischen Film), La Noche de los L√°pices (H√©ctor Olivera) und sp√§ter Garage Olimpo (Marco Bechis), die teils fiktive, teils wahre F√§lle von sogenannten ‚ÄěVerschwundenen‚Äú auf die Leinwand brachten.

1997 leitete Pizza, Birra, Faso (Adri√°n Caetano) die Epoche des ‚ÄěNuevo Cine Argentino‚Äú ein, in dem vor allem Geschichten aus dem Milieu der einfachen Leute und Elendsviertelbewohner verfilmt wurden.

Heute ist die argentinische Filmszene vor allem in Buenos Aires und in geringerem Ma√üe auch in Rosario und Santa Fe sehr aktiv. Der international bekannteste Regisseur war um die Jahrtausendwende wohl Berlinale-Gewinner Pino Solanas mit seinen sozialkritischen Filmen wie Sur, El viaje (Die Reise), Tangos ‚Äď el exilio de Gardel sowie den Dokumentationen Memoria del Saqueo und La Dignidad de los Nadies, die den Zustand von Politik und Gesellschaft des Argentinien zu jener Zeit beschreiben.

2010 gewann der argentinische Film El secreto de sus ojos (In ihren Augen) neben anderen Auszeichnungen den Oscar f√ľr den besten nicht-englischsprachigen Film. Drehbuch und Regie stammen von Juan Jos√© Campanella.

Sport

Die Argentinier sind fu√üballbegeistert. Bereits 1893 wurde der argentinische Fu√üballverband AFA gegr√ľndet, dieser geh√∂rt somit zu den √§ltesten nationalen Fu√üballverb√§nden der Erde. Das erste L√§nderspiel der argentinischen Nationalmannschaft wurde 1902 gegen Uruguay ausgetragen. Seither hat die Nationalmannschaft 15 Mal die s√ľdamerikanische Fu√üballmeisterschaft, die Copa Am√©rica, und zweimal die Fu√üball-Weltmeisterschaft gewonnen (1978, 1986). 1978 wurde das Weltmeisterschaftsturnier in Argentinien ausgerichtet. Die beiden bekanntesten Fu√üballclubs sind River Plate und Boca Juniors, beide aus Buenos Aires. Die Spiele zwischen diesen beiden Mannschaften werden Supercl√°sico genannt und das √∂ffentliche Leben steht dabei praktisch still. Bei Boca Juniors hat der bekannte argentinische Fu√üballspieler Diego Maradona gespielt, der oft als einer der besten oder sogar als bester Fu√üballspieler des 20. Jahrhunderts bezeichnet wird und von 2008 bis 2010 auch die argentinische Nationalmannschaft trainiert hat. Seit Ende der 2000er Jahre gilt der f√ľnfmalige Weltfu√üballer Lionel Messi, der seit 2000 beim FC Barcelona unter Vertrag steht, als bester argentinischer Fu√üballspieler.

Ein weiterer beliebter Sport in Argentinien ist Rugby in der Variante Rugby Union. Die argentinische Rugby-Nationalmannschaft, die ‚ÄěPumas‚Äú, spielt mittlerweile auf h√∂chstem internationalen Niveau und vollzog ab der WM 1999 eine gro√üe Entwicklung nach vorn. Bei der Weltmeisterschaft 2007 in Frankreich belegte sie den dritten Platz und schlug dabei Gr√∂√üen wie Frankreich und Schottland. Im Jahr 2015 wurden die Pumas Weltmeisterschafts-Vierte. Auch Basketball (bei M√§nnern) und Hockey (vor allem bei Frauen) sind weit verbreitet, bei beiden Sportarten geh√∂ren die Nationalmannschaften mit zur Weltspitze.

Neben Fußball und anderen Ballsportarten genießt der Pferdesport, insbesondere das Polo ein großes Interesse in Argentinien. Die argentinische Polo-Nationalmannschaft gehört zu den besten der Welt und konnte bisher viermal den Sieg bei der Poloweltmeisterschaft erringen: 1987, 1992, 1998 und 2011. Im Gegensatz zu Polo, das eher von Mitgliedern der argentinischen Oberschicht gespielt wird, ist Pato, der offizielle argentinische Nationalsport, ein Spiel der einfachen Landbevölkerung, eine Art Basketball auf Pferden.

Im Gegensatz zu den Mannschaftssportarten sind die argentinischen Erfolge in Individualsportarten geringer. Ausnahme ist Tennis, bei dem mehrere Spieler bisher zur Weltspitze geh√∂rten. Bekannt sind vor allem Guillermo Vilas, Juan Mart√≠n del Potro, Gast√≥n Gaudio, David Nalbandian und fr√ľher bei den Damen Gabriela Sabatini. Von weiten Teilen der Bev√∂lkerung werden auch Squash und Paddle-Tennis gespielt. Auch im Schwimmsport gab es einige Vertreter in der Weltspitze, in der Leichtathletik dagegen wurden von wenigen Ausnahmen abgesehen nur auf s√ľdamerikanischer Ebene Erfolge erzielt. Im Kampfsport ist die beliebteste Disziplin Boxen, das trotz der relativ geringen internationalen Bekanntheit argentinischer Boxer ein reges Medieninteresse, auch bei den Frauen, hervorruft.

Im Motorsport ist wegen der landschaftlichen Bedingungen besonders die Rallye beliebt. Die Rallye Argentinien geh√∂rt seit 1980 fast ununterbrochen zur Rallye-Weltmeisterschaft. Seit 2009 findet die Rallye Dakar aus Sicherheitsgr√ľnden in S√ľdamerika statt, was allerdings aus kulturellen und √∂kologischen Gr√ľnden umstritten ist. Start- und Zielort ist Buenos Aires. Der popul√§rste Motorsportler ist jedoch der ehemalige Formel-1-Fahrer Juan Manuel Fangio, mit insgesamt f√ľnf Titeln vor Michael Schumacher lange Zeit Rekordweltmeister dieser Disziplin. Weitere erfolgreiche Formel-1-Fahrer waren Jos√© Froil√°n Gonz√°lez und Carlos Reutemann. Die Bedeutung von Argentinien in der Formel 1 hat allerdings stark nachgelassen ‚Äď der jeweils auf dem Aut√≥dromo Juan y Oscar Alfredo G√°lvez in Buenos Aires abgehaltene Gro√üe Preis von Argentinien fand letztmals 1998 statt; mit Gast√≥n Mazzacane trat letztmals 2001 ein Argentinier in dieser Rennsportklasse an. Im November 2012 fanden in Bah√≠a Blanca im Rahmen der Speedway-Junioren-U-21-Weltmeisterschaft zwei Finall√§ufe statt. Zudem gab es von 2015 bis 2017 drei Auflagen des Buenos Aires E-Prix im Rahmen der FIA-Formel-E-Meisterschaft.

Siehe auch:

  • Fu√üball in Argentinien
  • Copa Am√©rica
  • Polo in Argentinien
  • Argentinien bei den Olympischen Spielen

Feiertage

  • 1. Januar: Neujahr (A√Īo nuevo)
  • 24. M√§rz: Gedenktag an den Milit√§rputsch 1976
  • Gr√ľndonnerstag, Karfreitag (Viernes Santo) und Ostern (Pascuas)
  • 2. April: Tag der Islas Malvinas (D√≠a del Veterano y de los Ca√≠dos en la Guerra de Malvinas)
  • 1. Mai: Tag der Arbeit (D√≠a del Trabajador)
  • 25. Mai: Erkl√§rung der Unabh√§ngigkeit von Spanien am 25. Mai 1810 (Primer Gobierno Patrio)
  • 20. Juni: Tag der Nationalflagge (D√≠a de la Bandera, offiziell: Paso a la Inmortalidad del General Manuel Belgrano)
  • 9. Juli: Anerkennung der Unabh√§ngigkeit durch Spanien am 9. Juli 1816 (D√≠a de la Independencia)
  • 17. August: Gedenktag zu Ehren des Generals Jos√© de San Mart√≠n (Paso a la Inmortalidad del General Jos√© de San Mart√≠n)
  • 12. Oktober: Tag der Entdeckung Amerikas durch Christoph Kolumbus (D√≠a de la Raza), siehe auch Kolumbus-Tag
  • 8. Dezember: Mari√§ Empf√§ngnis (Inmaculada Concepci√≥n de Mar√≠a)
  • 25. Dezember: Weihnachten (Navidad), teilweise ist auch der Heilige Abend arbeitsfrei
  • 31. Dezember: Silvester ist teilweise arbeitsfrei

Sollte ein Feiertag auf einen Samstag oder Sonntag fallen, so ist der darauf folgende Montag meist arbeitsfrei. Diese Regelung gilt nicht f√ľr Neujahr, Ostern und Weihnachten, den Tag der Arbeit sowie den 24. M√§rz, 25. Mai und den 9. Juli.

Zus√§tzliche Feiertage, die f√ľr Angeh√∂rige der j√ľdischen Gemeinde arbeitsfrei sind (Daten sind variabel und richten sich nach dem j√ľdischen Kalender):

  • zwei Tage zwischen dem 6. September und dem 5. Oktober: j√ľdisches Neujahrsfest (Rosch ha-Schana; A√Īo Nuevo)
  • einen Tag zwischen dem 15. September und dem 14. Oktober: Vers√∂hnungstag (Jom Kippur; Gran D√≠a del Perd√≥n)

Zus√§tzliche Feiertage, die f√ľr die Angeh√∂rigen der muslimischen Gemeinde arbeitsfrei sind (Daten sind variabel und richten sich nach dem islamischen Kalender):

  • Opferfest (Eid ul-Adha; Fiesta del Sacrificio)
  • Islamisches Neujahrsfest (Ra's as-sana; A√Īo Nuevo Isl√°mico)
  • Fastenbrechen am Ende des Ramadan (Eid al-fitr; Culminaci√≥n del Ayuno)

Essen

Typisch f√ľr die argentinische Esskultur ist das Rindfleisch, traditionell als Asado oder Parrillada auf einem Holz- oder Holzkohlegrill zubereitet. Des Weiteren sind der Locro, ein Maiseintopf mit zahlreichen Zutaten, und die Empanadas, gef√ľllte Teigtaschen, verbreitete argentinische Gerichte.

Bei den Getr√§nken ist der Mate besonders charakteristisch, der auch in den Nachbarl√§ndern Uruguay, Paraguay, Chile sowie im S√ľden Brasiliens getrunken wird. Er ist ein teeartiger Aufguss aus den getrockneten und zerkleinerten Bl√§ttern des Mate-Strauchs (Yerba Mate), einer Pflanzenart aus der Gattung der Stechpalmen. Man trinkt ihn durch einen metallenen Trinkhalm, Bombilla genannt, und zumeist in geselliger Runde und bei jeder Gelegenheit. Dabei ist es √ľblich, dass nur ein (ebenfalls Mate genanntes) Trinkgef√§√ü aus Holz oder K√ľrbis jeweils mit hei√üem, aber nicht kochenden Wasser neu aufgegossen und weitergereicht wird. Oft trinkt man den Mate-Tee auch als kalte Variante, die Terer√© genannt wird. Argentinien besitzt au√üerdem mehrere gro√üe Weinanbaugebiete.

Homosexualität

Homosexualit√§t ist in Argentinien mittlerweile weitgehend gesellschaftlich akzeptiert. Im Jahre 2010 wurde die Ehe f√ľr homosexuelle Paare erlaubt; in der autonomen Stadt Buenos Aires und der Provinz R√≠o Negro konnten gleichgeschlechtliche Paare bereits seit 2003 eine eingetragene Partnerschaft eingehen. Es bestehen jedoch auf Bundesebene noch keine Antidiskriminierungsgesetze zum Schutz der sexuellen Orientierung.

Dritte Geschlechtsoption

Seit 2012 ist das Gesetz zur Geschlechtsidentit√§t in Kraft, das eine √Ąnderung des Geschlechtseintrags ohne psychiatrische Begutachtung oder geschlechtsangleichende Operation erlaubt. Im Juli 2021 ist Argentinien das erste Land in Lateinamerika, das in Ausweisdokumenten eine Kennzeichnung f√ľr nichtbin√§re Menschen einf√ľhrt: Personalausweise und Reisep√§sse k√∂nnen als Geschlecht ein ‚ÄěX‚Äú enthalten.

Medien

Fernsehen

Argentinien hat einen staatlichen Fernsehsender, Canal 7. Daneben gibt es eine Vielzahl von lokalen und nationalen, privaten Fernsehsendern, die √ľber Antenne und Kabel zu empfangen sind. Des Weiteren gibt es eine gro√üe Anzahl von Sendern, die nur √ľber Kabel und Satellit verbreitet werden. Die bekanntesten Sender sind die per Antenne zu empfangenen Telefe, Canal 9, Am√©rica TV und Canal 13, die in vielen Regionen auch lokale Programme ausstrahlen.

Einige argentinische Fernsehserien (darunter viele Telenovelas, Familienserien, aber auch wöchentliche Produktionen wie etwa Los Simuladores (2002-2003)) sind wegen ihrer niedrigen Produktionskosten und der hohen Qualität zu einem Exportschlager vor allem nach Osteuropa geworden.

Mit dem Ziel einer stärkeren Integration Lateinamerikas ist Argentinien zusammen mit Uruguay, Kolumbien, Venezuela und Kuba an dem Satellitensender teleSUR beteiligt, der im Juli 2005 seinen Sendebetrieb aufgenommen hat.

Hörfunk

Radio ist ein sehr beliebtes Medium in Argentinien. Es gibt eine F√ľlle von staatlichen und privaten Radiosendern. Von den privaten Radiosendern sind viele in Cadenas, Radio-Ketten zusammengeschlossen und so kann man viele Sender aus Buenos Aires im ganzen Land empfangen. Der staatliche Auslands-Rundfunksender Radiodifusi√≥n Argentina al Exterior (RAE) existiert seit 1949. Die Sendungen werden in Deutsch, Englisch, Franz√∂sisch und Spanisch auf den Frequenzen 6060, 11.710 und 15.345¬†kHz ausgestrahlt. Radio 360 in Euskirchen verbreitet die deutschsprachigen Sendungen auch als Podcast. Empfangsberichte werden von RAE mit QSL-Karten best√§tigt, wenn R√ľckporto in Form von Internationalen Antwortscheinen beigef√ľgt wird.

Printmedien

Es werden in Argentinien √ľber 200 Tageszeitungen publiziert. Die auflagenst√§rksten erscheinen in Buenos Aires, zu nennen sind hier Clar√≠n, La Naci√≥n sowie die Boulevardzeitungen Diario Popular, La Raz√≥n, Perfil, Cr√≥nica, Tiempo Argentino, √Āmbito Financiero und Buenos Aires Herald. Eine linksalternative Zeitung aus Buenos Aires ist P√°gina/12 mit detailliertem Kulturteil. Auflagenstarke Zeitungen aus anderen St√§dten sind La Capital (Rosario), die √§lteste heute noch erscheinende Zeitung des Landes, sowie La Voz del Interior (C√≥rdoba) mit der h√∂chsten Auflage im Landesinneren und La Gaceta (Tucum√°n). Erw√§hnenswert ist weiterhin El Tribuno, die in drei verschiedenen Ausgaben in den Provinzen Salta, Tucum√°n und Jujuy herausgegeben wird.

In j√ľngerer Zeit haben eine Reihe von Zeitungen in den Gro√üst√§dten Bedeutung erlangt, die vor allem in Bussen und Bahnen kostenlos verteilt werden (zum Beispiel La Raz√≥n und El Diario del Bolsillo).

In Argentinien gibt es zudem eine große Anzahl von Zeitschriften und Wochenblättern. Die bekanntesten Nachrichtenmagazine sind Noticias und Veintitrés, auflagenstarke Magazine des Boulevardjournalismus sind Gente und Paparazzi. Des Weiteren erscheinen zahlreiche lokale Ausgaben internationaler Zeitschriften.

Deutschsprachige Medien

In Buenos Aires wird seit 1878 das Argentinische Tageblatt herausgegeben. Es erschien zwischen 1889 und 1981 t√§glich, wurde dann jedoch aus √∂konomischen Gr√ľnden in eine Wochenzeitung umgewandelt. Zwischen 1880 und 1945 erschien zus√§tzlich die Deutsche La Plata Zeitung.

Im H√∂rfunk gibt es beispielsweise im Programm des Senders Radio Popular eine Sendung mit dem Namen ‚ÄěTreffpunkt Deutschland‚Äú, die sonntags von 10 bis 14 Uhr √ľber Mittelwelle 660¬†kHz sowie via Internet √ľbertragen wird. Auf Kurzwelle 15.345¬†kHz sendet montags bis freitags der Radiosender Radiodifusi√≥n Argentina al Exterior ein einst√ľndiges Programm in deutscher Sprache, das ebenfalls im Internet geh√∂rt werden kann.

Pressefreiheit

Die Nichtregierungsorganisation Reporter ohne Grenzen h√§lt Argentiniens Medienlandschaft f√ľr vielf√§ltig, aber politisch polarisiert. Sie sieht erkennbare Probleme f√ľr die Pressefreiheit.

Siehe auch

  • Agrarstrukturen in Lateinamerika
  • Tourismus in Argentinien

Literatur

  • Klaus Bodemer, Andrea Pagni, Peter Waldmann (Hrsg.): Argentinien heute. Politik. Wirtschaft. Kultur. 2., vollst. neu bearb. Aufl., Vervuert. Frankfurt 2010, ISBN 978-3-86527-594-3.
  • Tobias Boos: Populismus und Mittelklasse. Die Kirchner-Regierungen zwischen 2003 und 2015 in Argentinien. transcript-Verlag, Bielefeld 2021, ISBN 978-3-8376-5782-1, 321 Seiten (OA, zum Herunterladen [1])
  • Christoph Jost: Argentinien: Umfang und Ursachen der Staatsverschuldung und Probleme der Umschuldung in: Auslandsinformationen 11, Konrad-Adenauer-Stiftung, Sankt Augustin 2003, ISSN¬†0177-7521 (zum Herunterladen: (PDF; 258¬†kB) (Memento vom 22. Oktober 2012 im Internet Archive))
  • Barbara Potthast: Eine kleine Geschichte Argentiniens. Suhrkamp, Berlin 2010, ISBN 978-3-518-46147-1
  • Michael Riekenberg: Kleine Geschichte Argentiniens. C.H. Beck, M√ľnchen 2006, ISBN 978-3-406-58516-6.
  • Deutschsprachiges Exil in Argentinien. Themenhefte von Zwischenwelt. Literatur, Widerstand, Exil, Zeitschrift der Theodor Kramer Gesellschaft, Wien 2011/2012, Nr. 3 und 4 ISSN¬†1606-4321

Weblinks

  • CIA World Factbook: Argentinien (englisch)
  • Website der argentinischen Botschaft in Deutschland (deutsch, spanisch)
  • L√§nderinformationen zu Argentinien vom Ausw√§rtigen Amt (Deutschland) und vom Bundesministerium f√ľr europ√§ische und internationale Angelegenheiten (√Ėsterreich)
  • L√§nderprofil zu Argentinien. Statistisches Bundesamt, 17.¬†Dezember 2020, abgerufen am 24.¬†Januar 2021.¬†
  • Tobias Aufmkolk: Planet Wissen: Argentinien. Westdeutscher Rundfunk K√∂ln, 18.¬†M√§rz 2020, abgerufen am 24.¬†Januar 2021.¬†
  • Argentinien: L√§nderprofile Migration: Daten - Geschichte - Politik. Bundeszentrale f√ľr politische Bildung, 27.¬†M√§rz 2015, abgerufen am 24.¬†Januar 2020.¬†
  • Datenbank inhaltlich erschlossener Literatur zur gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Situation in Argentinien

Einzelnachweise


 

Region Regionen (24)

Bezeichnung der Regionen: Provinz
Abk Name Lat N Lat S Lng W Lng E B O
B Buenos Aires -33.2550721 -41.0404548 -63.3935969 -56.6647662 Buenos Aires  
C Buenos Aires Stadt -34.531379 -34.709049 -58.531269 -58.335855 Buenos Aires Stadt  
K Catamarca -25.154159 -30.117254 -69.0860159 -64.8243494  
H Chaco -24.087868 -27.9948404 -63.4273587 -58.3636268 Chaco  
U Chubut -41.9916219 -46.0022302 -72.1973387 -63.5832578 Chubut  
X Cordoba -29.4981645 -34.9937046 -65.7779768 -61.7774399 Cordoba  
W Corrientes -27.2482802 -30.748808 -59.6889671 -55.6186518 Corrientes  
E Entre Rios -30.1576867 -34.0387891 -60.7565435 -57.800863 Entre Rios  
V Feuerland -52.658766 -55.2856432 -68.611864 -63.796267 Feuerland  
P Formosa -22.4580218 -26.871209 -62.3473138 -57.557598 Formosa  
Y Jujuy -21.7794586 -24.6074313 -67.2374206 -64.1549213 Jujuy  
L La Pampa -34.9923158 -39.3161456 -68.29545 -63.3868243 La Pampa  
F La Rioja -27.7056246 -31.9974404 -69.5942521 -65.4134405 La Rioja  
M Mendoza -31.9628079 -37.5729141 -70.574636 -66.5019949 Mendoza  
N Misiones -25.4954899 -28.1633594 -56.0595043 -53.6385579 Misiones  
Q Neuquen -36.094386 -41.0915771 -71.961558 -68.0123098 Neuquen  
R Rio Negro -37.5729141 -42.0024984 -71.902908 -62.7873146 Rio Negro  
A Salta -21.998386 -26.3930488 -68.5469763 -62.3441087 Salta  
J San Juan -28.36589 -32.6268692 -70.567859 -66.7151436 San Juan  
D San Luis -31.8629379 -35.9941139 -67.3872645 -64.8808183 San Luis  
Z Santa Cruz -45.9915403 -52.3975018 -73.6322 -65.7171603 Santa Cruz  
S Santa Fe -27.9887351 -34.3792492 -62.8889678 -58.8705923 Santa Fe  
G Santiago del Estero -25.6466646 -30.4738496 -65.1871379 -61.7096313 Santiago del Estero  
T Tucuman -26.0682808 -27.9981679 -66.1620882 -64.4780028 Tucuman  
 

Die höchsten Gipfel Die höchsten Gipfel

Die höchsten Hütten Die höchsten Hütten

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Flagge: Argentina

Name englisch: Argentina
Hauptstadt: Buenos Aires
Kfz: RA
ISO: AR
ISO3: ARG
Fläche: 2766890 km²
Tld: .ar
Wärung Einheit: ARS
Währung: Peso
Vorwahl: 54

Ausdehnung / Grenzen (nach WGS 84 dezimal):
nördlichster Punkt: -21.7808136
südlichster Punkt: -55.1035
westlichster Punkt: -73.6322
östlichster Punkt: -53.6497164


 
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