Lšnder Länder/Staaten > S√ľdamerika > Paraguay Paraguay

Land Karte: Paraguay | Grenzen der Regionen auf der Karte anzeigen | Nachbarstaaten auf der Karte anzeigen

Staaten Nachbarstaaten: (3)

Nachbarstaaten Info Die Nachbarstaaten werden automatisch anhand der Grenzen errechnet. Daher kann es vorkommen, dass ein Nachbarstaat fehlt oder zu viel angezeigt wird.
Wir versuchen diese im Laufe der Zeit manuell anzupassen. Bei Fehlern kŲnnt ihr euch jederzeit an uns wenden Łber das Kontaktformular.

Staat Informationen : Paraguay

Informationen:


Paraguay (amtlich: Rep√ļblica del Paraguay [re'puő≤lika √įel p…Ď…ĺ…Ď'…£waj]; auf Guaran√≠: Tet√£ Paragu√°i) ist ein Binnenstaat in S√ľdamerika, der im Osten an Brasilien, im S√ľden und Westen an Argentinien und im Norden und Westen an Bolivien grenzt. Die s√ľdliche und s√ľd√∂stliche Landesgrenze wird vom Fluss Paran√° gebildet, die s√ľdwestliche sowie nord√∂stliche vom R√≠o Paraguay, der das Land durchquert. Der Name des Flusses, nach dem auch der Staat benannt ist, stammt von der Sprache der Ureinwohner, Guaran√≠.

Geographie

Paraguay ist, neben dem benachbarten Bolivien, einer der zwei Binnenstaaten des Kontinents Amerika. Im Nordwesten und Norden grenzt es mit 750¬†km an Bolivien, im Osten mit 1290¬†km an Brasilien und im S√ľden und im Westen an Argentinien mit 1699¬†km. Die gesamte Grenzl√§nge betr√§gt 3739 Kilometer. Mit einem Staatsgebiet von knapp 407.000¬†km¬≤ ist das Land ungef√§hr so gro√ü wie Deutschland und die Schweiz zusammengenommen.

Landschaftsbild

Der R√≠o Paraguay durchflie√üt das Land von Norden nach S√ľden und gliedert es in zwei naturr√§umliche Teile, den d√ľnn besiedelten Gran Chaco im Westen, der etwa 60¬†Prozent der Landesfl√§che einnimmt, und den Oriente, die Ostregion, in der √ľber 97¬†Prozent der Bev√∂lkerung lebt. Der Gran Chaco ist eine schwach nach Osten geneigte, von 100¬†Meter im Sumpfland am R√≠o Paraguay allm√§hlich auf 450¬†Meter am Fu√ü der Anden ansteigende quart√§rzeitliche Aufsch√ľttungsebene mit einheitlichem Landschaftscharakter. Er zeichnet sich durch einen Mangel an S√ľ√üwasser aus, das Grundwasser ist gr√∂√ütenteils hoch versalzen. √Ėstlich des R√≠o Paraguay erstreckt sich ein in der Cordillera de Caaguaz√ļ bis zu 700¬†Meter hohes subtropisches Tafel- und Bergland, das zu dem von pal√§ozoischen und mesozoischen Sedimenten und m√§chtigen Basaltdecken, den so genannten Paran√°-Basalten, bedeckten pr√§kambrischen Brasilianischen Schild geh√∂rt. Es bricht in einer Stufe zur fruchtbaren Paran√°-Paraguay-Senke ab, in deren s√ľdlichem Teil sich weite Sumpf- und √úberschwemmungsgebiete erstrecken. H√∂chster Berg des Landes ist der Cerro Per√≥ (Cerro Tres Kand√ļ) mit 842¬†Metern H√∂he.

Klima

Das Gesamtklima ist tropisch bis subtropisch. Wie die meisten Länder der Region hat Paraguay nur nasse und trockene Perioden statt Jahreszeiten. Der Wind spielt eine wichtige Rolle bei der Beeinflussung des Wetters in Paraguay: Zwischen Oktober und März weht ein warmer Wind aus dem Amazonasbecken im Norden, während die Zeit zwischen Mai und August kalte Winde aus den Anden bringt.

Das Fehlen von Gebirgsz√ľgen als nat√ľrliche Barriere erm√∂glicht es dem Wind, Geschwindigkeiten von bis zu 161 km/h zu erreichen. Dies f√ľhrt auch innerhalb kurzer Zeit zu erheblichen Temperaturschwankungen; zwischen April und September fallen die Temperaturen teilweise unter den Gefrierpunkt. Januar ist der hei√üeste Sommermonat mit einer durchschnittlichen Tagestemperatur von 28,9 Grad Celsius.

Die Niederschl√§ge variieren im ganzen Land dramatisch, mit erheblichen Niederschl√§gen in den √∂stlichen Teilen und semi-ariden Bedingungen im √§u√üersten Westen. Der fern√∂stliche Waldg√ľrtel erh√§lt durchschnittlich 170 Zentimeter Regen pro Jahr, w√§hrend die westliche Chaco-Region typischerweise nicht mehr als 50 cm pro Jahr betr√§gt. Die Regenf√§lle im Westen sind in der Regel unregelm√§√üig; dass sie meist schnell verdunsten, tr√§gt zur Trockenheit des Gebietes bei.

Flora und Fauna

Zur einheimischen Tierwelt geh√∂ren verschiedene Affenarten, Jaguare, Pumas, Ameisenb√§ren, Tapire, G√ľrteltiere, Wasserschweine, Ozelote sowie Reptilien wie Kaimane, Anakondas und andere Schlangenarten. Zu den zahlreichen Fischarten Paraguays geh√∂ren die Lungenfische, die sich w√§hrend der Trockenzeit im Schlamm eingraben, sowie Piranhas. Es gibt zudem √ľber 700 Vogelarten, darunter Tukane, Kolibri, Sittiche und verschiedene Papageien sowie die gr√∂√üten V√∂gel des Landes, Nandus. Zu deren Schutz wurden in Paraguay zahlreiche Nationalparks gegr√ľndet. Die gr√∂√üten befinden sich im bev√∂lkerungsarmen Westteil des Landes.

Die Vegetation ist im Ostteil Paraguays, in dem es auch den meisten Niederschlag gibt, am dichtesten. In diesem Landesteil verlieren die B√§ume im Lauf des Jahres n√§mlich nur einen Teil ihrer Bl√§tter, sodass die Landschaft immer gr√ľn aussieht. In der weitaus trockeneren Gran-Chaco-Region hingegen gedeihen B√ľsche und B√§ume, die ihre Bl√§tter abwerfen. In dieser Gegend w√§chst auch der √§u√üerst harte Quebracho-Baum, dessen Stamm den Gerbstoff Tannin enth√§lt und aus dessen Rinde ein Heilmittel gegen Malaria gewonnen wurde. Im trockensten Gebiet, dem Westen, √ľberwiegen Dornb√ľsche und Savannen. Im Chaco f√§llt au√üerdem auch der bauchige Florettseidenbaum auf, der bis zu 23 Meter hoch wird. Die Rinde der jungen B√§ume ist mit dicken, kugelf√∂rmigen Stacheln versehen, deren Fasern von den Ureinwohnern zu Seilen verarbeitet werden. Ebenfalls im Chaco beheimatet ist der Palo Santo (Bulnesia sarmiento), dessen hartes und dichtes Holz im Wasser untergeht. Es wird zum Bau von M√∂beln und Gef√§√üen und als Heilmittel (Tee) verwendet. Des Weiteren erw√§hnenswert sind die paraguayischen Kokospalmen (Coco del Paraguay), deren St√§mme mit Stacheln versehen sind. Ihre N√ľsse sind nur golfballgro√ü und enthalten keine Fl√ľssigkeit. Sie werden zur Seifenproduktion genutzt. Daneben gibt es im Land viele weitere Palmenarten.

‚Üí Liste der Nationalparks in Paraguay

Verwaltungsbezirke

Paraguay besteht aus 17 Verwaltungsregionen (departamentos) und der Landeshauptstadt Asunci√≥n als eigenst√§ndiger Kommune. Die Einwohnerzahlen beziehen sich auf eine Sch√§tzung f√ľr Juni 2017:

Wichtige Städte

Paraguays gr√∂√üte und wichtigste Stadt ist die Hauptstadt Asunci√≥n mit etwa einer Million Einwohner im Ballungsraum, das Zentrum von Verwaltung, Industrie und Handel. Zweitgr√∂√üte Stadt ist Ciudad del Este (281.500 Einwohner) nahe der Grenze zu Brasilien und Argentinien, eine schnell wachsende Stadt, die als Einkaufs- und Handelszentrum, aber auch als Metropole des Schmuggels bekannt ist. Weitere wichtige St√§dte sind: Luque (etwa 244.500 Einwohner), San Lorenzo (etwa 244.000 Einwohner), Capiat√° (etwa 232.000 Einwohner), Lambar√© (etwa 158.000 Einwohner), Fernando de la Mora (etwa 153.500 Einwohner), Encarnaci√≥n (etwa 130.000 Einwohner) an der Grenze zu Argentinien, Caaguaz√ļ (etwa 119.000 Einwohner), Limpio (etwa 114.000 Einwohner), √Ďemby (etwa 110.600 Einwohner), Coronel Oviedo (etwa 108.000 Einwohner), Pedro Juan Caballero (etwa 108.000 Einwohner) im Nordosten an der Grenze zu Brasilien, Itaugu√° (etwa 106.200 Einwohner) und Mariano Roque Alonso (etwa 101.700 Einwohner).

Zu den mittelgro√üen St√§dten geh√∂rt die kleinere Universit√§tsstadt Villarrica (etwa 66.000 Einwohner). Sie ist landesweit bekannt f√ľr ihren gro√üen Karneval, der j√§hrlich die Stadt durchquert. In der Cordillera, dem 3. Bundesland Paraguays, befinden sich zwei erw√§hnenswerte kleinere St√§dte. Zum einen Caacup√©, etwa 50¬†km √∂stlich von Asunci√≥n, wo j√§hrlich am 8. Dezember das Fest der Jungfrau von Caacup√© mit mehr als zwei Millionen Menschen gefeiert wird. Zum anderen ist die Nachbarstadt Eusebio Ayala durch ihre Geschichte bedeutsam. Diese historische Schul- und Universit√§tsstadt ist mit ihren 22.000 Einwohnern einer der geschichtlich wichtigsten Orte Paraguays. Hier fand eine vernichtende Schlacht im Tripel-Allianz-Krieg (1865‚Äď1870) statt, bei der 20.000 Soldaten mehr als 3.500 paraguayische Kinder, die als Soldaten mit B√§rten verkleidet waren, ermordeten. Der am 16. August j√§hrlich stattfindende Aufmarsch von Schulkindern aus dem ganzen Land und die Gedenkst√§tte am Cerro Cora erinnern noch heute daran, jegliche Akte von Unmenschlichkeit zu unterlassen.

→ Liste der Städte in Paraguay

Bevölkerung

Die Bev√∂lkerung wird im Deutschen als Paraguayer bezeichnet. Der √ľberwiegende Teil der Bev√∂lkerung wohnt √∂stlich des R√≠o Paraguay und hier besonders in der Gegend um Asunci√≥n sowie nahe der Grenze zu Brasilien. Im Norden und Westen des Landes, der von der Ebene des Gran Chaco eingenommen wird, leben nur etwa f√ľnf Prozent der Bev√∂lkerung. Laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstitutes Gallup vom Dezember 2012 bezeichnen sich die Einwohner des Landes als die gl√ľcklichsten Menschen auf der Erde; auch 2013 lag Paraguay beim subjektiven Gl√ľcksgef√ľhl auf dem ersten Platz.

Die Fertilit√§tsrate pro Frau betrug 2017 1,9 Kinder. Auf 1000 Einwohner kamen im selben Jahr 16,6 Geburten und 4,8 Todesf√§lle. Das Median-Alter betrug 28,2 Jahre. 24,6¬†% der Bev√∂lkerung sind unter 15 Jahre und 7,1¬†% sind √ľber 65 Jahre alt. Das Bev√∂lkerungswachstum lag 2017 bei 1,18 Prozent pro Jahr.

61,6¬†% der Bev√∂lkerung leben in St√§dten. Das Land z√§hlt damit zu den am wenigsten urbanisierten L√§ndern in S√ľdamerika.

Ethnien

Knapp 90¬†Prozent der Bev√∂lkerung sind Paraguayer, in der Mehrzahl Mestizen, die aus der im Wesentlichen vom 16. bis zum 18. Jahrhundert erfolgten Verbindung von Guaran√≠-Indianerinnen mit spanischen Einwanderern hervorgegangen sind. Sporadisch, insbesondere Anfang des 20. Jahrhunderts, kam es zu Einwanderungssch√ľben aus Europa sowie aus den Nachbarl√§ndern Brasilien und Argentinien. Die Zahl der Einwanderungen blieb jedoch im Vergleich zu anderen L√§ndern in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts auf geringerem Niveau. W√§hrend beispielsweise in Uruguay das durch Migrationsbewegungen ausgel√∂ste Bev√∂lkerungswachstum in jener Phase bei rund 800.000 und dasjenige des Nachbarlandes Argentinien gar bei 4,3 Millionen lag, konnte Paraguay in diesem Zeitraum lediglich ein Plus von 70.000 Menschen aus Zu- und Abwanderung registrieren. Allerdings ist dabei zu beachten, dass in der offiziellen Einwanderungsstatistik nur eine Ber√ľcksichtigung der per Schiff und Eisenbahn Eingewanderten stattfand, eine Registrierung der √ľber die Nachbarl√§nder immigrierten Personen erfolgte nicht. So kamen im Zeitraum von 1881 bis 1927 lediglich 27.537 Personen ins Land. Darunter befanden sich 5.372 Reichsdeutsche, 5.240 Italiener und 3.788 Spanier. In der Folgezeit stie√üen in geringer Zahl Japaner und Slawen sowie eine gr√∂√üere Gruppe Auslandsdeutsche hinzu.

F√ľr den Zeitabschnitt 1927 bis 1930 wurde die Einwanderung 1.303 kanadadeutscher und wenig sp√§ter 2.008 aus der Sowjetunion stammender Mennoniten verzeichnet. In den 1930er Jahren bewegte sich die Einwanderung nur noch im Bereich weniger hunderter Personen. Lediglich 1.122 aus Deutschland stammende Einwanderer j√ľdischen Glaubens f√ľhrten im Jahr 1935 zu einem kurzzeitig ansteigenden Aufkommen. Von 1926 bis 1948 wurden insgesamt 27.872 Zuwanderer, davon etwas mehr als ein Drittel Mennoniten, registriert. F√ľr die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg wird ein verst√§rkter Zuzug von Japanern aufgef√ľhrt, die sich insbesondere am Alto Paran√° bei Encarnaci√≥n niederlie√üen. Zu Beginn der 1960er Jahre lebten rund 4000 Japaner in Paraguay. Zudem legte die Regierung Paraguays 1959 eine j√§hrliche Quote von 3.500 aufzunehmenden Japanern bei einem beabsichtigten Gesamtzuzug von 85.000 Personen fest.

Es gibt regional bedeutende Minderheiten von Europ√§ern und indigenen V√∂lkern, unter denen die Guaran√≠ die bedeutendste Gruppe sind. Ihre Sprache (Guaran√≠) ‚Äď die auch von 80¬†Prozent der nicht-indigenen Bev√∂lkerung gesprochen wird ‚Äď, hat laut der Verfassung von 1992 offiziellen Status; neben Spanisch ‚Äď das bei der Volksz√§hlung im Jahr 2002 nur etwa 11¬†% der Bev√∂lkerung als Muttersprache nannten. Heute z√§hlt man vier St√§mme zur Guaran√≠-Tup√≠-Gruppe: Die Av√°-Guaran√≠, die P√£√≠ tavyter√°ŐÉ (Caiu√°), die Mby√° und die Ach√©. Die Nachkommen der vergleichsweise wenigen schwarzafrikanischen Sklaven, die nach Paraguay kamen, sind inzwischen fast v√∂llig mit den √ľbrigen Bev√∂lkerungsgruppen vermischt.

Im subtropischen Osten leben 1000 bis 1200 Aché-Indianer. Sie gelten als Nachkommen der einstigen Urbevölkerung Ostparaguays. Um 500 v. Chr. wanderten Guaraní-Gruppen aus dem Amazonasgebiet ein, besetzten die an den Flussniederungen liegenden Gebiete, legten dort ihre Pflanzungen an und verdrängten die Vorfahren der Aché in die höher gelegenen Waldgebiete. Insgesamt sind rund 2 Prozent (ca. 112.000 Personen nach dem Zensus von 2012) der indianischen Urbevölkerung zuzurechnen. Diese teilen sich laut dem Zensus von 2012 auf 19 indigene Stämme auf, die neben dem Guaraní noch vier weiteren Sprachfamilien zuzurechnen sind.

Im Jahre 2017 waren 2,4 % der Bevölkerung im Ausland geboren.

Deutschstämmige

Die ersten deutschen Einwanderer kamen bereits 1535 mit den spanischen Eroberern ins Land. Mit der Expedition von Pedro de Mendoza kamen 80 Deutsche an den R√≠o de la Plata. Darunter befand sich auch Ulrich Schmidl, Chronist der Expedition und ein Mitbegr√ľnder von Asunci√≥n. Die ersten Kolonien bildeten sich 1881 in San Bernardino und 1887 in Nueva Germania. 1919 wurde die Colonia Independencia in der N√§he von Villarrica gegr√ľndet. Sie z√§hlt heute etwa 25.000 Einwohner. Zwischen 1930 und 1933 warb die paraguayische Regierung in der deutschen Presse um Einwanderer, besonders Landwirte wurden gesucht. Die meisten kamen aus Baden-W√ľrttemberg, Sachsen, Bayern und √Ėsterreich.

Von deutschen Auswanderern und von Mennoniten wird häufig Deutsch gesprochen. Letztere verwenden als Umgangssprache jedoch meist einen niederdeutschen Dialekt (Plautdietsch). Dennoch spielt das Standarddeutsche in den mennonitischen Kolonien eine signifikante Rolle: insbesondere als Kirchen-, Schul- und Verwaltungssprache sowie als Sprache der Medien. Nur wenige Deutschstämmige verwenden allerdings Deutsch noch als Muttersprache. Je in etwa zur Hälfte in Ostparaguay und im Chaco wohnt diese zahlenmäßig unbedeutende, aber mit großer Wirtschaftskraft und bestimmten Privilegien ausgestattete Minderheit der deutschsprachigen Mennoniten, die seit 1927 zunächst aus Kanada und später meist aus Russland eingewandert sind. Durch weitere Zuwanderung aus den Vereinigten Staaten, Kanada und Mexiko beläuft sich deren Anzahl inzwischen auf knapp 30.000 Personen. In der brasilianischen Grenzregion leben inzwischen etwa 500.000 portugiesischsprachige Siedler, davon sind 150.000 deutschstämmige Brasilianer aus den Bundesstaaten Rio Grande do Sul, Santa Catarina, Paraná. Sie werden auch Brasiguayos genannt. Die Situation der Brasiguayos wird zurzeit wegen der ungleichen Verteilung des Grundbesitzes zu Gunsten der Brasiguayos während der Stroessnerschen Periode in den paraguayischen Medien diskutiert.

F√ľnf bis sieben Prozent der paraguayischen Bev√∂lkerung sind Einwanderer deutscher Herkunft. Die Volksz√§hlung im Jahr 2002 belegt 1838 (circa 0,035¬†Prozent der Bev√∂lkerung) in Paraguay lebende Personen, die in Deutschland geboren sind. In der Regierungszeit des deutschst√§mmigen Diktators Alfredo Stroessner, der von 1954 bis 1989 das Amt des Staatspr√§sidenten innehatte, sind zehntausende aus Brasilien stammende Deutschbrasilianer eingewandert. Allein in den Jahren 1973/74 waren es 42.000, vor allem in die Departaments Alto Paran√°, Itapua, Canendiy√ļ, Caaguaz√ļ und San Pedro. Allein in diesen Departaments leben heute weit √ľber 100.000 Deutschbrasilianer in neun Gro√ü- und 45 Randsiedlungen. Ein weiteres Zentrum der Einwanderung liegt in der N√§he von Encarnaci√≥n um Hohenau herum mit mindestens 30.000‚Äď35.000 Deutschbrasilianern. Seit dem Sturz Stroessners im Februar/M√§rz 1989 kamen weitere 150.000 Deutschst√§mmige aus S√ľdbrasilien dazu. Im Jahr 2005 wurde eine neue Kolonie namens Kolonie Neufeld im Department Caazap√° gegr√ľndet, in der sich Russlanddeutsche ansiedelten. An der argentinischen Grenze wohnen auch viele polnisch- und ukrainischst√§mmige Menschen.

Sprachen

In Paraguay werden √ľber 20 Sprachen gesprochen. Amtssprachen sind heute Guaran√≠ und Spanisch.

Die Verfassung von 1992, mit der Guaran√≠ als zus√§tzliche Amtssprache festgelegt wurde, ist allerdings eine von nur wenigen offiziellen Texten, die in die Sprache Guaran√≠ √ľbersetzt wurden. Offiziell gilt Paraguay als zweisprachig. 2012 wurde die erste Akademie f√ľr Guarani in Paraguay gegr√ľndet. Sie soll der indigenen Amtssprache ein zeitgem√§√ües Regelwerk geben und so ihren Fortbestand sichern.

Die folgende √úbersicht f√ľhrt die gr√∂√üten Sprachen gem√§√ü den Ergebnissen der Volksz√§hlung aus dem Jahre 2002 auf. Es konnten pro Person bis zu f√ľnf Sprachen angegeben werden.

Religion

Wie viele L√§nder Lateinamerikas ist Paraguay ein mehrheitlich katholisches Land, etwa 90¬†% der Bev√∂lkerung bekennt sich zu diesem Glauben. Es gibt verschiedene evangelische Gemeinden, zu denen auch die etwa 30.000 meist deutschst√§mmigen Mennoniten geh√∂ren. √úber 10.000 Einwohner sind praktizierende Zeugen Jehovas (2015). In Ciudad del Este gibt es eine muslimische Minderheit, die auf Einwanderer aus dem Libanon zur√ľckgeht. Daneben gibt es auch Anh√§nger indigener Religionen.

Gesundheit

√Ėffentliche Gesundheitsausgaben beliefen sich 2014 auf etwa 4,5¬†% des BIP und private auf etwa 5,3¬†%. 2005 lag die S√§uglingssterblichkeit bei 20 pro 1000 Geburten. Im Jahr 2000 betrug die M√ľttersterblichkeit 150 pro 100.000 Lebendgeburten. Die Lebenserwartung betrug im Zeitraum von 2010 bis 2015 72,9 Jahre (M√§nner: 70,7 Jahre, Frauen: 74,9 Jahre). 20,3¬†% der Bev√∂lkerung sind stark √ľbergewichtig. 0,5¬†% der Bev√∂lkerung waren 2016 HIV-Positiv.

Die Behandlung in den öffentlichen Krankenhäusern ist kostenlos. Der bauliche Zustand und die hygienischen Bedingungen sind jedoch nicht mit denen in wohlhabenden Ländern vergleichbar. Wer es sich leisten kann, hat eine private Krankenversicherung und lässt sich in einem privaten Krankenhaus behandeln.

Malaria

Im Juni 2018 hat Paraguay offiziell als erstes Land in S√ľdamerika die Malaria ausgerottet. Im April wurde ihm von der WHO zertifiziert, dass es seit drei Jahren keine Malariainfektionen im Land gab. Die Bek√§mpfung dieser Krankheit begann in Paraguay 1957 mit der Einrichtung der Anti-Malaria Beh√∂rde Senepa.

Dengue

In manchen Jahren kommt es zu Ausbr√ľchen von Dengue-Fieber. Davon betroffen sind haupts√§chlich Asunci√≥n und das benachbarte Departamento Central. Im Jahr 2017 gab es 616 Infektionen, aber keine davon war t√∂dlich. Anfang 2018 kam es erneut zu einem Ausbruch.

Bildung

F√ľr Kinder herrscht im Alter von 5 bis 15 Jahren eine Schulpflicht, diese wird aber nicht ausreichend durchgesetzt. Im Land stieg die mittlere Schulbesuchsdauer √ľber 25-J√§hriger von 5,8 Jahren im Jahr 1990 auf 8,1 Jahre im Jahr 2015 an. Die aktuelle Bildungserwartung betr√§gt 12,3 Jahre. Ein staatlich geregeltes Ausbildungssystem (servicio nacional de promoci√≥n profesional, SNPP) zur Erlangung beruflicher Abschl√ľsse, etwa im Handwerk oder Handel, besteht nur in Ans√§tzen. Private Einrichtungen und auch ausl√§ndische Nichtregierungsorganisationen, wie etwa das deutsche Kolping-Werk, bieten kostenpflichtige, berufliche Lehrg√§nge f√ľr Jugendliche an. Wegen Qualit√§tsm√§ngeln der √∂ffentlichen Schulen besuchen Kinder, deren Eltern das Geld aufbringen k√∂nnen, eine der zahlreichen Privatschulen, wie beispielsweise die Goethe-Schule in der Hauptstadt Asunci√≥n. Au√üerdem sind einige wenige √∂ffentliche deutsche Schulen in Paraguay zu finden. Ferner verf√ľgt Paraguay √ľber staatliche und private Universit√§ten, deren Abschl√ľsse im Ausland, etwa in Deutschland, oft nicht als gleichwertig anerkannt werden. Das Hochschulwesen in Paraguay ist dreigliedrig f√ľr die Geistes- und Sprachwissenschaften sowie einige Naturwissenschaften (licenciatura, postgraduale Master, Promotion), in den Rechts-, Wirtschafts-, Chemie- und Medizinwissenschaften ist es eingliedrig, so dass man mit Abschluss des Studiums den Doktor-(en derecho, en econom√≠a, en qu√≠mica, en medicina/odontolog√≠a/veterinaria) erlangt. Auch die Ingenieurwissenschaften praktizieren die eingliedrige Abschlussvergabe. Einen landesweit allgemein guten Ruf genie√üt die Universidad Nacional de Asunci√≥n (staatlich). In Paraguay werden generell Studiengeb√ľhren erhoben.

Die Alphabetisierungsrate betrug 2015 95,6 % der erwachsenen Bevölkerung.

Geschichte

In vorkolumbischer Zeit geh√∂rte das heutige Paraguay zum Siedlungsgebiet der indigenen St√§mme der Guaran√≠ (bedeutet ‚ÄěKrieger‚Äú) zwischen dem R√≠o de la Plata und dem Orinoco-Delta, dem Atlantik und den Anden. Es kam zu periodischen Wanderungen in unterschiedliche Richtungen auf der Suche nach dem ‚ÄěLand ohne √úbel‚Äú. Die Wanderungsbewegung der Guaran√≠ nach Westen f√ľhrte etwa 1513 bis 1518 erneut zum Zusammensto√ü mit dem Inkareich. In dieser Zeit verbreiteten sich Ger√ľchte √ľber Berge und St√§dte aus Edelmetall im Westen.

Der Spanier Juan de Salazar y Espinosa gr√ľndete 1537 die heutige Hauptstadt Asunci√≥n. Um die indigene Bev√∂lkerung zu kontrollieren und zu evangelisieren, gr√ľndete der Franziskaner Luis de Bola√Īos ab 1580 die ersten Reduktionen, wobei er die in diesen Siedlungen lebenden Ureinwohner vor dem Zugriff der Gro√ügrundbesitzer, Sklavenj√§ger und der spanischen Krone abschirmte. Von 1609 bis 1767 f√ľhrten die Jesuiten diese Gr√ľndungen fort und missionierten weiter. 1811 wurde Paraguay unabh√§ngig, verlor allerdings im blutigen Tripel-Allianz-Krieg (1864‚Äď1870) einen gro√üen Teil seiner Bev√∂lkerung und seines Territoriums. Im Chacokrieg gegen Bolivien 1932 bis 1935 siegte Paraguay und sicherte sich somit umfangreiche Gebiete im umstrittenen Chaco-Gebiet.

Zu den Helden der hiesigen Kultur zählt in erster Line Francisco Solano López, der Oberbefehlshaber des Tripel-Allianz-Krieg.

Politik

Das allgemeine M√§nnerwahlrecht erhielt mit der Verfassung aus dem Jahre 1870 G√ľltigkeit. Das Gesetz Nummer 704 f√ľhrte 1961 das allgemeine aktive und passive Frauenwahlrecht auf nationaler Ebene ein.

Paraguay wurde 61¬†Jahre von der Partido Colorado regiert. Die lange Herrschaft hat zu einer engen Verflechtung zwischen den Strukturen des Staates und denen der Partei gef√ľhrt. Eine vollst√§ndige Wende hin zur pluralistischen Demokratie, wie sie in anderen L√§ndern mit Milit√§rdiktaturen in S√ľdamerika stattgefunden hat (z.¬†B. in Brasilien, Chile und Argentinien) ist in Paraguay bislang ausgeblieben.

Am 20. April 2008 fanden in Paraguay Parlaments- und Pr√§sidentschaftswahlen statt. Fernando Lugo, ehemaliger Bischof und Befreiungstheologe, wurde mit √ľber 40¬†% der Stimmen zum Pr√§sidenten gew√§hlt und in das Amt des Pr√§sidenten Paraguays eingesetzt. Unter anderem versprach er, das Elend und die Korruption in dem s√ľdamerikanischen Land zu bek√§mpfen. Am 23. Juni 2012 wurde er vom Senat seines Amtes enthoben.

Zum neuen Pr√§sidenten wurde der Vizepr√§sident Federico Franco von der Partido Liberal Radical Aut√©ntico ernannt, der die Amtsgesch√§fte bis zur Wahl im August 2013 f√ľhren sollte. Als Nachfolger im Amt des Vizepr√§sidenten wurde der Senator √ďscar Denis bestimmt. Der Mercosur suspendierte Paraguays Mitgliedschaft infolge der Ereignisse um die Absetzung des Staatspr√§sidenten vor√ľbergehend bis zu den dortigen Neuwahlen.

Im April 2013 wurde Horacio Cartes mit 45,8 % der Stimmen zum Staatspräsidenten gewählt. Er gehört der Partido Colorado an.

In den Tagen vom 31. M√§rz bis 2. April 2017 kam es in der Hauptstadt Asunci√≥n zu schweren Unruhen, in deren Verlauf das Parlamentsgeb√§ude in Brand gesteckt wurde. W√§hrend der Demonstrationen, die sich gegen den Versuch der Regierungspartei richteten, die in Absprache mit der Opposition ein Gesetz erlassen wollte, so dass der amtierende Pr√§sident Horacio Cartes entgegen der Verfassung h√§tte wiedergew√§hlt werden d√ľrfen, wurde ein 25-j√§hriger Oppositionspolitiker der Liberalen Partei von der Polizei erschossen. Die Demonstranten zeigten Schilder mit dem Slogan no + dictatura (Nie wieder Diktatur). Als Konsequenz entlie√ü der Pr√§sident den amtierenden Innenminister Tadeo Rojas und den Polizeichef des Landes Cr√≠spulo Sotelo. Nach den Erfahrungen verschiedener lateinamerikanischer L√§nder mit Diktaturen hatte man auch in Paraguay die Amtszeit eines Pr√§sidenten in der Verfassung auf eine Amtszeit begrenzt. Die Unruhen waren ausgebrochen, als die Kongressabgeordneten der √Ąnderung in der ersten von zwei Kammern zugestimmt hatten.

Am 28. Mai 2018 erkl√§rte Horacio Cartes seinen R√ľcktritt als Staatspr√§sident. Demgem√§√ü w√§re ihm die Vizepr√§sidentin, Alicia Beatriz Pucheta de Correa, im Amt gefolgt. Am 26. Juni 2018 widerrief Cartes jedoch in einem Brief an Fernando Lugo, den Pr√§sidenten des Nationalkongresses, seinen R√ľcktritt. Am 15. August 2018 √ľbernahm Mario Abdo Ben√≠tez das Amt des Staatspr√§sidenten Paraguays, in welches er am 22. April 2018 gew√§hlt worden war, von seinem Vorg√§nger Horacio Cartes.

Parlament

Der Nationalkongress (span.: Congreso Nacional) besteht aus einer Abgeordnetenkammer (span.: C√°mara de Diputados) und einem Senat (span.: C√°mara de Senadores).

Politische Indizes

Parteien

  • Asociaci√≥n Nacional Republicana ‚Äď Partido Colorado (ANR-PC)
  • Movimiento Popular Tekojoja (MPT)
  • Partido Comunista Paraguayo (PCP)
  • Partido de los Trabajadores (Paraguay) (PT)
  • Partido Dem√≥crata Cristiano (PDC)
  • Partido Dem√≥crata Progresista (PDP)
  • Partido Encuentro Nacional (PEN)
  • Partido Frente Amplio Paraguayo (PFA)
  • Partido Humanista Paraguayo (PH)
  • Partido Independiente de Paraguay
  • Partido Liberal Radical Aut√©ntico (PLRA)
  • Partido Pa√≠s Solidario (PPS)
  • Partido Patria Querida (PPQ)
  • Partido Revolucionario Febrerista (PRF)
  • Partido Socialista Comunero (PSC)
  • Uni√≥n Nacional de Ciudadanos √Čticos (UNACE)

Präsidenten

Am 15. August 2018 √ľbernahm Mario Abdo Ben√≠tez das Amt des Staatspr√§sidenten Paraguays, in welches er am 22. April 2018 gew√§hlt worden war. Er √ľbernahm das Amt von seinem Vorg√§nger Horacio Cartes.

Außenpolitik

Militär

Die Streitkräfte Paraguays (spanisch: Fuerzas Armadas de Paraguay) bestehen aus dem Heer, der Marine (einschließlich Marineflieger- und Marinekorps) und der Luftwaffe.

In der Verfassung Paraguays ist der Pr√§sident des Landes als Oberbefehlshaber verankert. Es besteht Wehrpflicht. Obwohl die Verfassung von 1992 die M√∂glichkeit der Kriegsdienstverweigerung aus Gewissensgr√ľnden vorsieht, wurde bisher kein entsprechendes Gesetz verabschiedet.

Wirtschaft

Paraguay war bis in die 1960er Jahre ein reines Agrarland, aber auch ein Land, das die Wasserwirtschaft stark ausbaute. Heute noch spielt die Landwirtschaft eine wichtige Rolle: 39 Prozent der Bevölkerung arbeitet im Agrarsektor, der 24,9 Prozent zum BIP beiträgt.

Gro√ügrundbesitz pr√§gt nach wie vor die Besitzstruktur, etwa 66¬†% der landwirtschaftlich nutzbaren Fl√§chen geh√∂ren 10¬†% der Bev√∂lkerung ‚Äď ein Merkmal, das f√ľr die meisten lateinamerikanischen Staaten typisch ist. Allerdings haben das Forstgesetz Ley 536/95 und die Verabschiedung des Estatuto Agrario im Januar 2002 zu einer deutlichen Verschiebung der Besitzverh√§ltnisse gef√ľhrt. Heute k√∂nnen alle Gro√ügrundst√ľcke, die nicht zu mindestens 30¬†% landwirtschaftlich genutzt sind, enteignet werden. Trotzdem ist immer noch etwa ein Drittel der l√§ndlichen Bev√∂lkerung ohne Land. Die Arbeitslosenquote im gesamten Land lag im Jahr 2017 bei 6,5¬†%. Die Armutsquote liegt 2015 bei 22,2¬†%, mit gro√üen regionalen Unterschieden. Die √§rmsten Departamentos sind Caazap√° mit einer Armutsquote von 47,9¬†%, San Pedro (44,9¬†%) und Caaguaz√ļ (40,1¬†%). Die geringste Armut gibt es in Presidente Hayes (8,2¬†%).

Seit den 1970er Jahren entwickelte sich ein industrieller Sektor, der im Jahre 2006 rund 13,9 Prozent zum BIP beitrug. Der Dienstleistungssektor steuerte im selben Jahr (2006) mit 51,4 Prozent den Löwenanteil zum BIP von 9,3 Milliarden US-Dollar bei.

Die Wirtschaftsleistung der beiden binationalen Wasserkraftwerke Itaip√ļ und Yacyret√° wurde bis 2009 als nicht im Land erbracht betrachtet und fand keinen Eingang in das BIP. Ab 2010 werden die dem paraguayischen Anteil entsprechenden Erl√∂se aus den Kraftwerken dem BIP Paraguays zugerechnet. Hierdurch erh√∂ht sich das BIP um gut 9¬†% (Stand 2010); au√üerdem l√∂st die Energieerzeugung den Export von Soja als gr√∂√üten Einzelposten des BIP ab.

Land- und Forstwirtschaft

In der westlichen Landeshälfte, dem Chaco, wird vor allem Weidewirtschaft betrieben, wo Niederschlagsmengen es zulassen (Agua Dulce Region) auch Feldwirtschaft (Sorghum). Im ariden Westen des Chacos sind (Stand Januar 2009) einige großflächige Jatropha-Plantagen projektiert.

In den letzten Jahrzehnten wurde von den Mennoniten die Milchwirtschaft nach europ√§ischen Standards ausgebaut, die nun fest in ihrer Hand ist. √Ėstlich des Paraguay wird vorwiegend Ackerbau betrieben. Hauptanbauprodukte sind Sojabohnen, Maniok, Baumwolle, Zuckerrohr und Getreide. Forstwirtschaftliche Produkte (21¬†Prozent Paraguays sind mit Wald bedeckt) sind neben Holz Tannin und Petitgrain. Petitgrain ist ein √Ėl der Bitterorange, das zur Parf√ľmherstellung verwendet wird.

Die Situation des Waldes in Paraguay gilt als unvermindert kritisch. Bei einer Waldzerst√∂rung von 400.000 ha j√§hrlich hat die Waldfl√§che laut Landwirtschaftsministerium innerhalb von nur 50 Jahren um mehr als 65¬†% abgenommen. Es gibt praktisch keine unber√ľhrten Waldfl√§chen mehr, da auch in Nationalparks illegal abgeholzt wird. Nur 20.000 ha des Naturwaldes werden nach forstlichen Kriterien bewirtschaftet. Dazu gesellen sich noch 43.000 ha Schnellwuchsplantagen, auf denen Neophyten, wie Kiefer, Eukalyptus und Teak hochgezogen werden.

Der Export von Soja als Vorprodukt, nicht nur zu Speise√∂l und Mastfutter, sondern auch zu Biokraftstoff spielt eine √ľberaus schnell wachsende Rolle, so dass es inzwischen zu schweren Konflikten zwischen Gro√ügrundbesitzern, die Soja anbauen, auf der einen Seite und der √ľbrigen Bauernbev√∂lkerung auf der anderen Seite kommt. Dabei wurden bis 2007 rund 100.000 Bauern und indigene Gruppen gegen ihren Widerstand umgesiedelt. Zugleich wurden die Waldbest√§nde drastisch reduziert, und, da es sich nicht um Nahrungsmittelproduktion handelt, der Einsatz von Sch√§dlingsbek√§mpfungsmitteln stark erh√∂ht.

In Paraguay ist ausl√§ndischer Grundbesitz in jeder Gr√∂√üe fast ohne Einschr√§nkungen gestattet (nur Staatsb√ľrger Brasiliens, Argentiniens und Boliviens d√ľrfen in bestimmten Grenzregionen kein Land erwerben. Berichte einiger Medien am Jahresende 2008, dass ausl√§ndischer Grunderwerb beschr√§nkt werden solle, sind entsprechend falsch und basierten auf einem Missverst√§ndnis genau dieser Brasilianer/Grenzregions-Bestimmung).

Bergbau spielt in Paraguay kaum eine Rolle, da die nachgewiesenen Lagerstätten nur in geringem Umfang abgebaut werden. Es gibt Erdöl-, Eisenerz-, Mangan- und Steinsalzlagerstätten.

2014 wurden gewaltige Titanerzvorkommen entdeckt, deren Ausbeutung jedoch noch einige Zeit in Anspruch nehmen wird.

Industrie

Seit den 1970er Jahren verzeichnet der Industriesektor betr√§chtliche Zuwachsraten und tr√§gt nun 13,9¬†Prozent zum BIP bei. Die industrielle Produktion beschr√§nkt sich weitgehend auf land- und forstwirtschaftliche G√ľter. Vorherrschende Zweige sind Holz- und Fleischverarbeitung, Gewinnung pflanzlicher √Ėle sowie Herstellung von S√ľ√üwaren und Fruchts√§ften. Dar√ľber hinaus gibt es Textil- und Glasfabriken sowie ein Zement- und Stahlwerk. 22¬†Prozent der Erwerbst√§tigen sind in der Industrie besch√§ftigt.

Ein Devisenbringer f√ľr Paraguay ist das Kraftwerk Itaip√ļ, das bis 2006 das gr√∂√üte Kraftwerk der Welt war. Es wurde in einem Joint-Venture zusammen mit Brasilien erbaut und geh√∂rt den beiden Staaten zu gleichen Teilen. Der vom Kraftwerk Itaip√ļ erzeugte paraguayische Stromanteil, der von Paraguay nicht verbraucht werden kann, musste bis 2011 zu Produktionskosten an Brasilien verkauft werden. Nach langwierigen Verhandlungen zwischen den beiden Staaten wird der Strom mittlerweile von Brasilien mit dem Marktpreis verg√ľtet. √Ąhnlich verh√§lt es sich mit dem Wasserkraftwerk Yacyret√°, welches sich Paraguay und Argentinien teilen. √úber 99¬†Prozent der elektrischen Energie Paraguays werden in den drei Wasserkraftwerken Itaip√ļ, Yacyret√° und Acaray erzeugt. In Spitzenzeiten m√ľssen geringe Mengen Strom aus dem Ausland zugekauft werden.

Kenndaten

Zwischen den Jahren 1998 und 2002 durchlief Paraguay eine Wirtschaftskrise, welche durch einen R√ľckgang des Bruttoinlandsprodukts, eine Erh√∂hung der Staatsverschuldung sowie einen deutlichen Anstieg der Arbeitslosigkeit gekennzeichnet war.

Seit 2003 zeichnet sich eine sp√ľrbare Erholung der wirtschaftlichen Lage ab. Zwischen 2003 und 2006 wuchs das BIP um durchschnittlich 3,7¬†Prozent. Ebenso wird seit 2004 erstmals seit 1995 ein Haushalts√ľberschuss erzielt, welcher 2006 bei 0,5¬†Prozent des BIP lag. Die Staatsverschuldung Paraguays lag Ende 2006 bei 24,1¬†Prozent des BIP.

Die Verbesserung der Rahmenbedingungen ist eine Folge der allgemein g√ľnstigen wirtschaftlichen Entwicklung in S√ľdamerika, dem Anstieg wichtiger Exportartikel, sowie Konsolidierungsbestrebungen der Regierung Nicanor Duarte Frutos.

Durch die starke Bevölkerungsentwicklung (Wachstum von 2,3 Prozent pro Jahr) sowie die ausgeprägten sozialen Ungleichheiten trägt das Wirtschaftswachstum allerdings nur langsam zur Verbesserung der Lebensbedingungen weiter Teile der Bevölkerung bei.

Im Global Competitiveness Index, der die Wettbewerbsf√§higkeit eines Landes misst, belegte Paraguay Platz 112 von 137 L√§ndern (Stand 2017‚Äď18). Im Index f√ľr wirtschaftliche Freiheit belegte Paraguay 2017 Platz 80 von 180 L√§ndern.

In den 2010er Jahren wuchs die Wirtschaft, die weitgehend auf die Sojaproduktion ausgerichtet ist, um durchschnittlich 4¬†%. Das Wirtschaftswachstum f√ľhrte jedoch nicht zu einer Verringerung der Armut, die 2018 nach offiziellen Angaben mehr als 26¬†% der Bev√∂lkerung betraf. Laut der New York Times ist Paraguay eines der L√§nder in Lateinamerika, in denen sich die Kluft zwischen Arm und Reich in den letzten Jahren am st√§rksten vergr√∂√üert hat. Auf dem Land befinden sich 85¬†% des landwirtschaftlichen Bodens im Besitz von 2,6¬†% der Eigent√ľmer. Dar√ľber hinaus wurde die indigene Bev√∂lkerung vertrieben, um Platz f√ľr Sojabohnenunternehmen zu schaffen.

Der Exportmarkt f√ľr Sojabohnen wird weitgehend von multinationalen Unternehmen (Cargill, Archer Daniels Midland, Bunge Limited usw.) beherrscht und kommt daher nur wenigen Paraguayern zugute. Exportunternehmen und Landbesitzer zahlen kaum Steuern. So zeigt eine 2018 ver√∂ffentlichte Studie der UN-Agentur ECLAC, dass Paraguay zu den L√§ndern geh√∂rt, in denen sich Unternehmen am wenigsten am Staatshaushalt beteiligen.

Entwicklung der Kenndaten

Alle BIP-Werte sind in US-Dollar (Kaufkraftparität) angeben.

Staatshaushalt

Der Staatshaushalt umfasste 2016 Ausgaben von umgerechnet 5,531 Mrd. US-Dollar, dem standen Einnahmen von umgerechnet 5,531 Mrd. US-Dollar gegen√ľber. Daraus ergibt sich ein ausgeglichener Haushalt.

Die Staatsverschuldung betrug 2016 25,5 % des BIP.

2006 betrug der Anteil der Staatsausgaben (in % des BIP) folgender Bereiche:

  • Gesundheit: 7,6¬†%
  • Bildung: 4,0¬†% (2004)
  • Milit√§r: 1,0¬†%

Schattenwirtschaft

Paraguay hat eine durch starke Schattenwirtschaft gekennzeichnete Marktwirtschaft. Die Schattenwirtschaft zeichnet sich durch die Einfuhr von Konsumartikeln und deren Wiederausfuhr in benachbarte wohlhabende Länder sowie durch die Aktivitäten tausender Kleinstunternehmer und städtischer Straßenhändler aus.

Wegen der Bedeutung der Schattenwirtschaft sind Wirtschaftsdaten schwer zu erhalten. Ein großer Prozentsatz der Bevölkerung arbeitet im einfachen Dienstleistungssektor, in der Landwirtschaft und dort häufig in Form der Subsistenzwirtschaft.

Nach paraguayischem Arbeitsrecht (Kapitel IV, Artikel 151) d√ľrfen Personen ohne Berufsabschluss nicht weniger als 40¬†% des gesetzlichen Mindestlohnes verdienen.

Gr√∂√üter Marihuana-Produzent S√ľdamerikas

Paraguay ist mit gesch√§tzten 50 000 Tonnen j√§hrlich S√ľdamerikas gr√∂√üter Marihuana- Produzent. Dabei werden allerdings nur ungef√§hr f√ľnf Prozent im eigenen Land konsumiert, der Rest wird aus dem Land geschmuggelt. 80 Prozent des Marihuanas werden illegal nach Brasilien gebracht, vor allem in die Metropolen Rio de Janeiro und S√£o Paulo, der Rest geht nach Chile, Argentinien und Uruguay. Die paraguayischen Bauern sind im illegalen Handel wie so oft die √Ąrmsten. Sie erhalten f√ľr ein Kilogramm Marihuana ungef√§hr 30 Dollar, w√§hrend der Stra√üenpreis in Chile bis zu 2800 Dollar betr√§gt und die Bootscrew pro Schmuggel um die 10 000 Dollar verdient. Im Norden des Landes existieren Gebiete, in denen acht von zehn Familien vom Cannabisanbau leben. Es ergibt sich ein Teufelskreis, denn die Jugendlichen dieser Familien m√ľssen oft schon fr√ľh beim Anbau und der Ernte des Rauschmittels mithelfen und k√∂nnen meist nicht zur Schule gehen. Ihnen bleibt dann nichts anders √ľbrig, als den Familienbetrieb zu √ľbernehmen und selbst Cannabis zu kultivieren. Paraguay versucht durch Eradikation Felder an der Grenze zu Brasilien zu zerst√∂ren und konnte damit teilweise Erfolge erzielen. Dennoch tut sich das Land im Kampf gegen die Drogen schwer, vor allem auch durch den Schiffsschmuggel. Da in Uruguay 2013 der Konsum von Cannabis legalisiert wurde, geht ein gro√üer Teil des Rauschmittels aus Paraguay wegen des geringeren Preises dorthin.

Tourismus

Der Tourismus spielt im Land eine immer gr√∂√üere Rolle. Im Jahr 2015 kamen 1,28 Millionen ausl√§ndische Touristen nach Paraguay. Damit erh√∂hte sich die Zahl um 97¬†% im Vergleich zu 2014, was dem Land den ersten Platz im Ranking der Weltorganisation f√ľr Tourismus der UN einbrachte. 2016 stieg die Zahl leicht auf 1,3 Millionen und generierte 519 Millionen US-Dollar an Devisen. Der Tourismus lag damit als Devisenbringer an sechster Stelle nach dem Export von Strom, Sojasamen, Fleisch, Sojamehl und Getreide. Im Jahr 2017 erh√∂hte sich die Zahl der Touristen zum Vorjahr um 17,5¬†%. Dieser Anstieg war doppelt so hoch wie das Tourismuswachstum in S√ľdamerika. Es wurden dadurch rund 620 Millionen US-Dollar an Devisen eingenommen. Von den 1,54 Millionen ausl√§ndischen Touristen waren 75¬†% Argentinier, 14,5¬†% Brasilianer, 1,3¬†% Uruguayer und jeweils knapp ein Prozent US-Amerikaner, Spanier und Chilenen. In diesen Zahlen sind die 3,5 Millionen Tagesbesucher, die meist nur zum Einkaufen in die grenznahen Orte kommen, nicht mitgerechnet. Zus√§tzlich betrieben 2,5 Millionen Paraguayer im Land Tourismus. Das beliebteste Reiseziel der Paraguayer sind die Str√§nde von Encarnaci√≥n und Carmen del Paran√° am dort mehrere Kilometer breiten R√≠o Paran√°.

Verkehr

Schifffahrt

Von Bedeutung ist die Binnenschifffahrt auf dem Rio Paraguay. Ein wichtiger Hafen befindet sich in der Hauptstadt Asunción.

Luftverkehr

In Paraguay gibt es zwei Flughäfen mit Flugverbindungen ins benachbarte Ausland. In der Nähe von Asunción befindet sich auf dem Gebiet von Luque der Aeropuerto Internacional Silvio Pettirossi und in der Nähe von Ciudad del Este der Aeropuerto Internacional Guaraní. Außerdem existieren viele weitere kleinere und größere Flugplätze, jedoch ohne Linienverkehr.

Eisenbahn

Das Eisenbahnnetz von Paraguay bestand √ľberwiegend aus der normalspurigen, 370 km langen Strecke von Asunci√≥n zum Grenzort Encarnaci√≥n. Der fahrplanm√§√üige Personenverkehr wurde 1999, der G√ľterverkehr der Staatsbahn Ferrocarriles del Paraguay (Fepasa) 2010 und der touristische Verkehr mit dampflokbespannten Z√ľgen 2011 eingestellt. Auf dem Endst√ľck der Strecke von Encarnaci√≥n √ľber die Grenze nach Argentinien gibt es wieder G√ľter- und Personenverkehr, letzteres seit 2014.

Straßenverkehr

Paraguay wird von einer Reihe von Nationalstra√üen (Rutas) durchzogen, die gr√∂√ütenteils asphaltiert sind. Meist sind die Rutas zweispurig, einige Teilstrecken sind vierspurig und wenige sechsspurig. Im Jahr 2013 hat die Regierung Paraguays mit einer Stra√üenverbesserungs- und Ausbauaktion begonnen. Diese beinhaltet den Bau einer neuen sechsspurigen Autobahn (genannt Autopista √Ďu Guazu) in der Hauptstadt Asunci√≥n mit Anbindungen an das dortige Verkehrsnetz und mit einer Verbindung zur noch in Bau befindlichen K√ľstenstra√üe, die zusammen einen Ring um die Stadt bilden, um den dortigen Verkehr zu entlasten. Au√üerdem sollen die Ruta 2 und Ruta 7, die momentan nur zweispurig sind, zu vierspurigen Autobahnen ausgebaut werden. Der Stra√üenkilometer Null liegt in Asunci√≥n beim Portikus des Pante√≥n Nacional de los H√©roes.

Busverkehr

Der Busverkehr stellt die wichtigste Form des Personentransports innerhalb des Landes sowie von und nach Paraguay dar. Es gibt direkte Verbindungen nach Chile (Santiago), Brasilien (São Paulo, Rio), Argentinien (Buenos Aires, Córdoba), Bolivien (Santa Cruz) und Uruguay (Montevideo).

Kultur

Literatur

Der größere Teil der Literatur Paraguays ist in spanischer Sprache verfasst, ein kleiner Teil in Guaraní. Im 19. Jahrhundert war Paraguay weitgehend vom intellektuellen Leben abgeschnitten. Als Romantiker von immerhin regionaler Bedeutung gilt Roberto Villanueva.

√úber die nationalen Grenzen hinaus wurde f√ľr die spanischsprachige Literatur Paraguays der Schriftsteller und Cervantespreistr√§ger von 1989 Augusto Roa Bastos von nachhaltiger Bedeutung, der √ľber 40 Jahre im argentinischen und franz√∂sischen Exil lebte. Mit Yo, el Supremo (‚ÄěIch, der Allm√§chtige‚Äú, 1974) schrieb er einen der bedeutendsten Romane Lateinamerikas √ľber die Diktatur des Jos√© Gaspar Rodr√≠guez de Francia von 1814 bis 1840. Als Lyrikerin, Erz√§hlerin und Theaterautorin wurde die auf den Kanaren geborene Josefina Pla bekannt. Angesichts fehlender leistungsf√§higer Verlage m√ľssen viele Autoren ihre Arbeiten im Ausland ver√∂ffentlichen.

Der Anthropologe Le√≥n Cadogan stellte 1959 eine bedeutende Sammlung √ľberlieferter heiliger Texte im Mby√°-Dialekt des Guaran√≠ unter dem Titel Ayvu Rapyta (etwa: Der Ursprung der Sprache) zusammen. In Guaran√≠ schrieben im 20. Jahrhundert der Sprachgelehrte und Sozialist F√©lix de Guarania (eigentlich F√©lix Gim√©nez G√≥mez, 1924‚Äď2011), der ebenfalls ins Exil gehen musste und zahlreiche Texte aus dem Spanischen ins Guaran√≠ √ľbersetzte, ferner der Vertreter des modernismo Manuel Ortiz Guerrero (1897‚Äď1933), der Lyriker Carlos Mart√≠nez Gamba (1939‚Äď2010) und der Lyriker und Arzt Carlos Federico Abente (1924‚Äď2018). Viele ihrer in Guaran√≠ geschriebenen Gedichte wurden vertont. In der volkst√ľmlichen Lieddichtung finden sich oft Texte, die in hybridem Spanisch-Guaran√≠ verfasst sind.

Musik

Bez√ľglich der klassischen Musik ist der Gitarrenvirtuose Agust√≠n Barrios Mangor√© (1885‚Äď1947) hervorzuheben, der in San Juan Bautista geboren wurde und in ganz S√ľdamerika und Europa erfolgreich als Virtuose, Lehrer und Komponist t√§tig war.

In Paraguay wird au√üerdem die folkloristische Musik sehr gepflegt, besonders wichtig ist hierbei die ‚ÄěPolka‚Äú. Ein klassisches Folklore-Instrument ist die Harfe. Aus dieser Folklore entwickelte Jos√© Asunci√≥n Flores die Guarania.

Wie in vielen lateinamerikanischen Ländern ist zurzeit die Cumbia (in Paraguay Cachaca genannt) die wichtigste Form der Populärmusik.

Feste

Der Karneval in der Stadt Encarnación ist der größte des Landes. Er findet an vier Wochenenden hintereinander im Sambódromo statt und zieht jährlich Tausende Touristen an.

Das größte religiöse Fest ist das der Unbefleckten Empfängnis am 8. Dezember, der in Paraguay ein Feiertag ist.

Jedes Jahr am 8. September findet in Guarambaré das traditionelle Vito de dinero (Geldregenfest) statt, bei dem vom Kirchturm Banknoten wie Konfetti auf die Menschenmenge geworfen werden.

Ein besonderes Weihnachtsfest wird in Nueva Londres gefeiert. Am 25. Dezember wird die ber√ľhmte Fiesta del Tuj√ļ veranstaltet. Es beginnt mit einem Rodeo und endet damit, dass sich Hunderte von Einwohnern und Besuchern gegenseitig in den Schlamm werfen und darin tanzen.

Essen

Zu den typischen, traditionellen paraguayischen Speisen gehören die Chipa, eine Art Donut aus Maniok bzw. Mais und Käse, dem sogar ein nationaler Feiertag gewidmet wurde, und die Sopa paraguaya, ein souffléähnliches Maisbrot.

Sport

Fußball

Fußball ist die Hauptsportart Paraguays. Der Vorläufer dieser Sportart wurde bereits in prä-kolumbianischer Zeit von den Guaraní erfunden. Seit 1639 ist das Fußballspiel mit einem Ball aus Hartgummi bei diesen Ureinwohnern schriftlich dokumentiert.

Die Nationalmannschaft ist in den 1990er Jahren st√§rker geworden und konnte sich ab 1998 vier Mal in Folge f√ľr die Fu√üball-Weltmeisterschaft qualifizieren. F√ľr die Weltmeisterschaft 2010 in S√ľdafrika qualifizierte sich die Mannschaft als Dritter der S√ľdamerikaqualifikation. Als Erster der Gruppe F traf sie im Achtelfinale auf Japan und siegte im Elfmeterschie√üen. Paraguay zog ins Viertelfinale ein und verlor das Spiel gegen Spanien 0:1. F√ľr die Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien konnte sich Paraguay nicht qualifizieren.

Die beiden popul√§rsten Vereine der nationalen Liga Primera Divisi√≥n sind der Club Cerro Porte√Īo und der Club Olimpia. 2011 wurde der Club Nacional Meister der Apertura, und Olimpia der Clausura.

Die bekanntesten paraguayischen Fu√üballspieler sind Salvador Caba√Īas, Lucas Barrios, Jos√© Luis Chilavert, Roque Santa Cruz, Nelson Valdez, Julio dos Santos und Jos√© Saturnino Cardozo.

Tennis

V√≠ctor Pecci gewann 1973 das Jugendturnier von Roland Garros und 1979 den Vizetitel in der Profiklasse. Rossana de los R√≠os wiederholte den Erfolg von Pecci im Jahre 1992 beim Roland Garros Jugendturnier. Paraguays Davis-Cup-Mannschaft hatte ihre ersten Eins√§tze im Turnier 1931, kehrte danach aber erst 1982 in den Wettbewerb zur√ľck. Das beste Ergebnis war das Erreichen des Viertelfinales 1983, 1984, 1985 und 1987.

Andere Sportarten

Nach Fußball sind Rallyes der Sport mit den meisten Fans. Die traditionsreichste Veranstaltung ist die Trans-Chaco-Rallye, die seit 1971 ausgetragen wird. Im Jahr 2017 fand die Rallye Dakar zum ersten Mal auch in Paraguay statt. Der Start war in Atyrá und Asunción. Ansonsten ist Handball bei der paraguayischen Jugend sehr beliebt.

Literatur

  • Johannes Bottl√§nder: Paraguay. In: Wolfgang Gieler, Markus Porsche-Ludwig (Hrsg.): Staatenlexikon Amerika: Geographie, Geschichte, Kultur, Politik und Wirtschaft. Peter Lang, Berlin 2018, ISBN 978-3-631-77017-7, S. 359‚Äď382.

Weblinks

  • Pr√§sidialamt Paraguay mit deutschsprachigen Infos zur wirtschaftlichen und finanziellen Situation
  • L√§nderinformationen des Ausw√§rtigen Amtes zu Paraguay
  • Botschaft der Republik Paraguay in Deutschland
  • Datenbank inhaltlich erschlossener Literatur zur gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Situation in Paraguay
  • Tourismusministerium Paraguay (dt.)
  • Geologische Landschaftsbilder

Einzelnachweise


 

Region Regionen (17)

Abk Name Lat N Lat S Lng W Lng E B O
Alto Paraguay -19.287 -22.423 -61.925 -57.817  
Alto Paran√° -24.467 -26.239 -55.526 -54.359  
Amambay -22.074 -23.865 -56.843 -55.514  
Asunci√≥n -25.107 -26.011 -57.821 -57.162  
Boquer√≥n -20.065 -23.874 -62.651 -59.304  
Caaguaz√ļ -24.502 -25.71 -56.815 -54.949  
Caazap√° -25.546 -26.776 -56.783 -55.226  
Canindey√ļ -23.531 -24.783 -56.159 -54.246  
Concepci√≥n -22.081 -23.505 -57.981 -56.127  
Cordillera -24.915 -25.663 -57.455 -56.495  
Guair√° -25.578 -26.179 -56.672 -55.625  
Itap√ļa -26.078 -27.587 -56.69 -54.664  
Misiones -26.403 -27.507 -57.705 -56.532  
√Ďeembuc√ļ -25.807 -27.43 -58.659 -57.196  
Paraguar√≠ -25.425 -26.623 -57.705 -56.587  
Presidente Hayes -22.083 -25.29 -60.793 -57.091  
San Pedro -23.307 -25.039 -57.46 -55.751  
 

Die höchsten Gipfel Die höchsten Gipfel

 

Die höchsten Hütten Die höchsten Hütten

 

Touren in diesem Staat Touren in diesem Staat

 

Bücher und Karten Bücher und Karten

Flagge: Paraguay

Name englisch: Paraguay
Hauptstadt: Asuncion
Kfz: PY
ISO: PY
ISO3: PRY
Fläche: 406750 km²
Tld: .py
Wärung Einheit: PYG
Währung: Guarani
Vorwahl: 595

Ausdehnung / Grenzen (nach WGS 84 dezimal):
nördlichster Punkt: -19.2877065
südlichster Punkt: -27.5883343
westlichster Punkt: -62.6380511
östlichster Punkt: -54.258562


 
Paraguay: Große Karte mit den Grenzen und allen POIs
Paraguay. Schaue dir die Lage und viele weitere Informationen an. Höchste Gipfel und höchste Hütten.

Twitter twitter.com/deinebergede Instagram instagram.com/deineberge.de Facebook facebook.com/DeineBerge Frage Kontakt Fragen, Fehler, Lob, Kritik?
Schreib uns eine Nachricht.