Länder Länder/Staaten > SĂŒdamerika > Uruguay Uruguay

Land Karte: Uruguay | Grenzen der Regionen auf der Karte anzeigen | Nachbarstaaten auf der Karte anzeigen

Staaten Nachbarstaaten: (2)

Nachbarstaaten Info Die Nachbarstaaten werden automatisch anhand der Grenzen errechnet. Daher kann es vorkommen, dass ein Nachbarstaat fehlt oder zu viel angezeigt wird.
Wir versuchen diese im Laufe der Zeit manuell anzupassen. Bei Fehlern könnt ihr euch jederzeit an uns wenden über das Kontaktformular.

Staat Informationen : Uruguay

Informationen:


Uruguay (spanisch ; amtlich RepĂșblica Oriental del Uruguay [reˈpuÎČlika oÉŸjenˈtal del uÉŸuˈɣwaj] „Republik Östlich des Uruguay“) ist ein Staat im SĂŒdkegel SĂŒdamerikas. Es ist das kleinste spanischsprachige Land in SĂŒdamerika. Uruguay grenzt im Norden an Brasilien, im Osten an den Atlantischen Ozean, im SĂŒden an den RĂ­o de la Plata und im Westen (durch den RĂ­o Uruguay getrennt) an Argentinien.

Nach der Ankunft europĂ€ischer Siedler entwickelten sich die von den Spaniern ausgesetzten Pferde und Rinder auf den weiten Grasfluren der Pampa zu großen Herden, die die Grundlage fĂŒr den wirtschaftlichen Reichtum des Landes bildeten. Uruguay gehört heute zu den stabilsten, demokratischsten und wohlhabendsten LĂ€ndern in Lateinamerika. Die politische und wirtschaftliche Transformation hat in den letzten Jahren betrĂ€chtliche Fortschritte gemacht.

Herkunft des Namens

Der vollstĂ€ndige Name des Landes Uruguay ist „Republik Östlich des Uruguay“. In der Sprache der Guarani, der der Name entstammt, hat Uruguay je nach Interpretation unterschiedliche Bedeutungen:

  • „Fluss der bunten Vögel“ nach Juan Zorrilla de San MartĂ­n
  • „Schneckenfluss“ (arugua „Schnecke“, y „Wasser“)
  • „Fluss des Urulandes“ nach FĂ©lix de Azara. UrĂș = Vogelname, gua „Land“, y „Wasser“
  • „Fluss der Essensbringer“ nach einem alten Dokument des Jesuiten Lucas Marton.

Geografie

Lage

Uruguay ist nach Suriname der zweitkleinste Staat SĂŒdamerikas. Mit 176.215 Quadratkilometern FlĂ€che (davon rund 2.600 Quadratkilometer WasserflĂ€che) ist es so groß wie Österreich und Ungarn zusammen oder etwa halb so groß wie Deutschland. Uruguay hat im Norden eine 985 km lange Grenze mit Brasilien und im Westen eine 579 km lange Grenze mit Argentinien. Die KĂŒste ist 660 km lang.

Landschaftsbild

Uruguay stellt die geografische Erweiterung der argentinischen Pampa dar. Der SĂŒden des Landes ist daher nahezu flach. Entlang des RĂ­o Uruguay gibt es ausgedehnte sumpfige Ebenen, die hĂ€ufig ĂŒberschwemmt werden.

Das Zentrum ist ein niedriges Tafelland, das in HĂŒgelketten bis 514 m ĂŒ. M. ansteigt. Schichtstufen und HĂ€rtlinge verleihen dem Land einen insgesamt hĂŒgeligen Charakter. Die KĂŒste ist im SĂŒdosten durch flache Strandseen und Niederungen stark gegliedert. Im Norden ist das Land mit HĂŒgelketten bedeckt, z. B. der Cuchilla de Haedo oder auch der Cuchilla Grande im Nordosten, die aber die Höhe von 500 m nur unwesentlich ĂŒberschreiten. Die höchste Erhebung Uruguays ist der Cerro Catedral mit 514 m ĂŒ. d. M., weitere Erhebungen sind der Cerro de las Ánimas (501 m), der Cerro Ventana (420 m) und der Cerro Colorado (299 m). Der niedrigste Punkt liegt auf Meereshöhe. Insgesamt ist das Land sehr flach, nur zehn Prozent der LandesflĂ€che liegen höher als 200 Meter ĂŒber dem Meeresspiegel. Der Boden ist generell fruchtbar und wird deshalb fast ĂŒberall von der Landwirtschaft genutzt. WĂ€lder machen mit etwa fĂŒnf Prozent nur einen geringen Teil der LandesflĂ€che aus.

Klima

Das Klima ist im Norden subtropisch, im SĂŒden gemĂ€ĂŸigt. In den KĂŒstenregionen Ă€hneln die Temperaturen den klimatischen VerhĂ€ltnissen der KĂŒstenregionen von SĂŒdfrankreich, Norditalien und Nordspanien, mit klar definierten thermischen Jahreszeiten. Die Jahresdurchschnittstemperatur liegt dort bei 16,5 °C. Der wĂ€rmste Monat ist der Januar mit etwa 22 °C, wĂ€hrend der Juni der kĂŒhlste Monat ist, mit durchschnittlich 10 °C. Im Landesinneren liegt die Jahresmitteltemperatur etwas höher, hauptsĂ€chlich wegen der höheren Sommertemperaturen.

Die absoluten Temperaturextreme in Montevideo liegen bei 43 °C und −5 °C, Frost kann dort – wenn auch selten – von Mai bis Oktober auftreten.

Im ganzen Land fĂ€llt – im Gegensatz zur Mittelmeerregion – Niederschlag das ganze Jahr ĂŒber (Ostseitenklima), durchschnittlich 1.000 mm/Jahr, und bis zu 1.400 mm/Jahr in den feuchtesten Gebieten im Norden. Nur die Region um Punta del Este ist mit knapp unter 1.000 mm/Jahr etwas niederschlagsĂ€rmer.

Das Winterhalbjahr ist bei insgesamt großer jahreszeitlicher Ausgeglichenheit generell etwas trockener als das Sommerhalbjahr, der feuchteste Monat ist der MĂ€rz. An etwa 100 Tagen im Jahr fĂ€llt in Montevideo messbarer Niederschlag.

Die mittlere Jahressumme der Sonnenscheindauer liegt in Montevideo bei 2.800 Stunden.

Die relative Luftfeuchtigkeit schwankt zwischen 70 und 75 Prozent landesweit, mit Spitzen von 80 Prozent im Juli und 65 Prozent im Januar. Es kommt recht hÀufig vor, dass die Luftfeuchtigkeit von 90 Prozent zum Sonnenaufgang auf 45 Prozent am Nachmittag fÀllt.

Im Winter wird das Land oft von sehr starken, kalten SĂŒdwestwinden heimgesucht, die als Pamperos bekannt sind und die KĂŒstenregionen des Landes verwĂŒsten. KaltlufteinbrĂŒche gehen meist mit SĂŒdostwinden, den sogenannten Sudestadas einher, die in der La-Plata-Region verbreitet Überschwemmungen verursachen können. Insgesamt ĂŒberwiegen östliche bis nordöstliche Winde.

Obwohl die NiederschlĂ€ge sich relativ gleichmĂ€ĂŸig ĂŒber das Jahr verteilen, sind immer wieder extreme UnregelmĂ€ĂŸigkeiten zu beobachten. Es gab lange Trockenperioden wie 1891–1894, 1916–1917, 1942–1943, 1964–1965 und 1988–1989, andererseits waren die Jahre 1914, 1959, 1983 oder 1992 extrem regenreich. Da es keine Berge als natĂŒrliche Barrieren gibt, ist das Land sehr anfĂ€llig fĂŒr rasche WetterĂ€nderungen, speziell dann, wenn auf eine lĂ€ngere Trockenperiode heftige RegenfĂ€lle folgen.

Wichtige StÀdte

Montevideo, die Hauptstadt, ist mit knapp 1,5 Millionen Einwohnern die einzige Großstadt wie auch wichtigste Hafenstadt des Landes. Dort konzentriert sich nicht nur fast die HĂ€lfte der Bevölkerung, sondern auch Industrie und Handel des Landes, weshalb Uruguay oft scherzhaft als „eine Stadt mit ein paar Bauernhöfen im Hinterland“ bezeichnet wird. Montevideo stellt also eine Primatstadt dar, es ist auch ein Zentrum der lateinamerikanischen Politik (Sitz von ALADI und des Sekretariats des Mercosur). Die Stadt gilt fĂŒr lateinamerikanische VerhĂ€ltnisse außerdem als sehr sicher.

Um den Titel der – allerdings mit Abstand – zweitwichtigsten Stadt wetteifern die an der Grenze zu Argentinien am RĂ­o Uruguay gelegenen StĂ€dte Salto (104.028 Einw.) und PaysandĂș (76.429 Einw.). Beide StĂ€dte sind von der Agrarindustrie geprĂ€gt, Salto hat zudem Anteil am bedeutenden Wasserkraftwerk Salto Grande. Weitere StĂ€dte sind Las Piedras (71.268 Einw.), Rivera (64.485 Einw.), Maldonado (62.592 Einw.), TacuarembĂł (54.757 Einw.) und Melo (51.830 Einw.). Der bekannteste Badeort des Landes, Punta del Este, liegt etwa 140 km östlich von Montevideo. In den Hochsommermonaten Dezember bis Februar ist die Stadt Treffpunkt der mondĂ€nen sĂŒdamerikanischen Welt, wenn die Einwohnerzahl von 30.000 auf ĂŒber 200.000 Menschen anschwillt und internationale Segelregatten, Modeschauen und MarathonlĂ€ufe stattfinden.

FlĂŒsse und GewĂ€sser

Das Land ist sehr wasserreich. Das GewĂ€ssernetz lĂ€sst sich in zwei große Becken unterteilen: das Innen- und das Atlantikbecken. Das Atlantikbecken wird durch relativ kurze FlĂŒsse gespeist, die in das Meer mĂŒnden. Es lĂ€sst sich seinerseits in zwei Becken unterteilen: das des RĂ­o de la Plata (im Westen) und das der Merin-Lagune (im Osten). Das Innenbecken besteht aus WasserlĂ€ufen, die in den Uruguay mĂŒnden. Sein wasserreichster Nebenfluss, der RĂ­o Negro, durchfließt das Land von Ost nach West und bildet seinerseits ein großflĂ€chiges Becken.

Der grĂ¶ĂŸte Fluss ist der RĂ­o Uruguay, der insgesamt 1790 km lang ist, im sĂŒdbrasilianischen KĂŒstengebirge entspringt und zusammen mit dem RĂ­o de la Plata die Westgrenze des Landes bildet. Wichtigster Zufluss ist der RĂ­o Negro, der auf 750 km Uruguay von Nordost nach SĂŒdwest durchquert und in der Landesmitte zum 1140 Quadratkilometer großen See RincĂłn del Bonete aufgestaut ist. Dieser Stausee entstand durch die Errichtung des Staudamms am RĂ­o Negro zur Gewinnung von elektrischer Energie. Er liegt auf halber Strecke des Flusslaufes, hinter dem 1945 fertiggestellten Dr.-Gabriel-Terra-Damm.

Der RĂ­o de la Plata mĂŒndet in den Atlantik, am weltweit grĂ¶ĂŸten MĂŒndungstrichter. Der RĂ­o Uruguay ist entlang der ganzen Westgrenze des Landes schiffbar. Er versorgt, wie auch die zwei großen Stauseen am RĂ­o Negro (RincĂłn del Bonete und Paso del Palmar) im Zentrum Uruguays, das gesamte Land mit Trinkwasser. Weitere wichtige Seen sind die Laguna MerĂ­n im Osten des Landes, der Embalse de Salto Grande (FlĂ€che: 783 Quadratkilometer) am RĂ­o Uruguay und der Baygorria-Stausee am RĂ­o Negro. Zudem befinden sich an der sĂŒdöstlichen KĂŒste die Laguna del Sauce, die Laguna JosĂ© Ignacio, die Laguna GarzĂłn, die Laguna de Rocha, die Laguna de Castillos und die Laguna Negra.

Der Wasserreichtum Uruguays ist nicht nur oberirdisch zu finden. Der AcuĂ­fero GuaranĂ­, der sich unter den LandflĂ€chen Uruguays, Nordargentiniens, Paraguays und SĂŒdbrasiliens erstreckt, enthĂ€lt schĂ€tzungsweise 37.000 Kubikkilometer Grundwasser und ist damit eines der grĂ¶ĂŸten SĂŒĂŸwasser-Reservoirs ĂŒberhaupt.

Nach einer Volksabstimmung im Oktober 2004 wurde das Recht auf Wasser in Uruguays Verfassung verankert. Diese musste geÀndert werden und fortan eine Garantie enthalten, dass der Zugang zu Trinkwasser und sanitÀren Einrichtungen ein grundlegendes Menschenrecht ist und vom Staat gewÀhrleistet werden muss. Uruguay ist damit das erste Land der Welt, in dem das Recht auf Wasser durch ein Plebiszit Verfassungsrang erhielt.

BodenschÀtze

Uruguay ist relativ arm an BodenschĂ€tzen, verfĂŒgt ĂŒber keine eigenen Erdölvorkommen, und auch MinerallagerstĂ€tten sind nur vereinzelt anzutreffen. Abgebaut werden aber verschiedene Massenrohstoffe wie Kalkstein fĂŒr die Produktion von Zement, oder (besonders im SĂŒden des Landes) Tone und tonreiche Schluffe fĂŒr Ziegel. Neben Dolomit und Marmor wird insbesondere in den sĂŒdöstlichen Departements auch der sogenannte „Schwarze Granit“ als Naturwerkstein abgebaut. Allerdings handelt es sich nur in der Antiklinale von Soca um echten Granit (mit porphyrischem GefĂŒge und einer dunklen, graugrĂŒnen Matrix). Ansonsten werden basische Ganggesteine, wie mittel- bis feinkörnige Dolerite und Mikrogabbros, unter diesem (irrefĂŒhrenden) Namen vermarktet.

Aus PegmatitgĂ€ngen in den Departamentos Colonia und Florida werden die Industrieminerale Feldspat, Beryll und Quarz gewonnen. Letzteres ist elementar fĂŒr die Herstellung von Glas. In Blanquillo findet sich Kaolinit fĂŒr Porzellan, bei Bañado de Medina auch Montmorillonit. Im Departamento Colonia wird Talk sogar unter Tage abgebaut; im Departamento RĂ­o Negro findet sich Gips. An der KĂŒste des Departamento Rocha haben sich SeifenlagerstĂ€tten des wichtigen Titanerzes Ilmenit angereichert.

Im Nordosten des Landes finden sich ausgedehnte basaltische Lavadecken, deren BlasenrĂ€ume oft mit Achat und Amethysten gefĂŒllt sind. Jedoch nur im Departamento Artigas werden sie seit 1972 gewonnen und zu Schmuck verarbeitet.

Im Gebiet zwischen Minas und Pan de AzĂșcar (Lavalleja) finden sich einige kleine, meist unbedeutende Vorkommen von Blei- und Zinkerzen (untergeordnet auch Kupfer). Von diesen wurde La Oriental in den Jahren 1850 bis 1870 sowie von 1936 bis 1939 ausgebeutet. Die Eisenerze Magnetit und HĂ€matit sind an hochmetamorphes, in granitische Gneise eingeschaltetes BĂ€ndererz gebunden, die aber nur bei Valentines (Florida) abgebaut wurden. Weiteres (teilweise manganhaltiges) BĂ€ndererz findet sich in der Isla Cristalina de Rivera im Norden des Landes, wurde aber bisher noch nie genutzt. Allerdings befindet sich dort, bei Minas de Corrales, die einzige produzierende Goldmine des Landes.

Flora

Von den einst mĂ€chtigen, undurchdringlichen BuschwĂ€ldern sind nur noch wenige RestbestĂ€nde erhalten. Die WaldstĂŒcke, meist am Unterlauf der FlĂŒsse, nehmen heute insgesamt nur 5 Prozent des Staatsgebietes ein. Charakteristisch fĂŒr die in Uruguay vorherrschende Form der Vegetation sind hohe PrĂ€riegrĂ€ser. Zu den einheimischen HartholzbĂ€umen gehören Urunday, Lapacho, Carob, Quebracho, Jacaranda und Akazien. Andere BlĂŒtenpflanzen sind Mimosen und KapokbĂ€ume. Palmen gedeihen im SĂŒdosten und in den TĂ€lern der zentralen Region sowie im Norden Uruguays. In den KĂŒstengebieten sind zum Schutz gegen das weitere Vordringen des Sandes Kiefern und EukalyptusbĂ€ume angepflanzt worden. Die weit verbreiteten Zypressen, Eichen, Zedern, Maulbeer- und MagnolienbĂ€ume sind ebenfalls von außerhalb eingefĂŒhrt worden.

Fauna

Die BestĂ€nde von Pumas, Robben, Tapiren, Tschahas und Nandus sind heute stark zurĂŒckgegangen. Hirsche, Wildschweine, Otter (darunter die bis zu 2,20 m langen, vom Aussterben bedrohten Riesenfischotter), FĂŒchse, GĂŒrteltiere, AmeisenbĂ€ren und verschiedene Nagetiere gehören zu den hĂ€ufigsten SĂ€ugetieren. Unter den Vogelarten sind Geier, Kanincheneulen, TruthĂŒhner, Sittiche, KardinĂ€le, Kolibris, SchwĂ€ne (auch die sehr seltenen schwarzhalsigen SchwĂ€ne) und Wildenten erwĂ€hnenswert. Zur Reptilienfauna gehören Echsen, Schildkröten und Klapperschlangen. Das Verbreitungsgebiet der Kaimane ist auf den oberen Flusslauf des Uruguay beschrĂ€nkt. Uruguay verfĂŒgt (nach Alaska) ĂŒber die zweitgrĂ¶ĂŸte Kolonie von Seehunden und Seelöwen, die auf der Isla de Lobos (= Robbeninsel, vor Punta del Este gelegen) beheimatet ist. Auch Wale und Delfine werden gesichtet; Haie auf hoher See, jedoch nie in KĂŒstennĂ€he.

Bevölkerung

Die Einwohner Uruguays werden im Deutschen Uruguayer genannt. Der Uruguayer selbst bezeichnet sich als Uruguayo oder als Oriental.

Demografie

Bevölkerungsentwicklung

WÀhrend 1796 rund 31.000 Menschen in Uruguay (davon 15.245 in Montevideo) lebten, zÀhlte man 1852 bereits zwischen 130.000 und 140.000 Einwohner im Staatsgebiet. Der Anstieg der Einwohnerzahl setzte sich bis 1880 auf rund 400.000 (davon 100.000 in Montevideo) fort. Die Bevölkerung durchbrach die Millionengrenze erstmals im Jahre 1905. Schon 1937 zÀhlte Uruguay mehr als zwei Millionen Einwohner. 2010 betrug die Gesamteinwohnerzahl des Landes 3.510.386.

VerstĂ€rkte neuere europĂ€ische Einwanderung in Uruguay setzte etwa Mitte des 19. Jahrhunderts zur Zeit des 1861 beginnenden BĂŒrgerkriegs in Nordamerika ein. Anders als im Nachbarstaat Argentinien ging von Seiten Uruguays jedoch keine aktive Anwerbung von Einwanderern aus. Lediglich erließ man zu jener Zeit ein Gesetz, das die Förderung der „materiellen und moralischen Wohlfahrt des Landes“ mittels Einwanderung von Landwirten bezweckte, und grĂŒndete 1865 auch ein Einwanderungsamt. In der Bevölkerung ĂŒberwog jedoch eher die GleichgĂŒltigkeit statt eines RĂŒckhalts solchen Bestrebungen gegenĂŒber. In Zeiten der Weltwirtschaftskrise erschwerte man zum Schutz der von Einheimischen besetzten ArbeitsplĂ€tze ab 1930 sogar die Einwanderung durch den Erlass von Vorschriften. Nach dem Zweiten Weltkrieg beschrĂ€nkte man die Erteilung von Einwanderungserlaubnissen auf bestimmte Berufsgruppen. Dennoch erzielte Uruguay ab den 1830er Jahren bis Ende der 1950er Jahre einen Überschuss von rund 800.000 Menschen aus Migrationsbewegungen, davon ca. 650.000 in der Zeit von 1836 bis 1926. Der am stĂ€rksten frequentierte Einwanderungszeitraum war dabei die letzte Dekade vor Ausbruch des Ersten Weltkrieges. Auch die Jahre 1873, 1889 und 1913 sorgten mit einem EinwanderungsĂŒberschuss von 24.339, 27.349 und 28.504 fĂŒr statistische Höchstwerte.

Bevölkerungsstruktur

Ethnisch setzt sich die Bevölkerung aus Nachkommen europĂ€ischer Einwanderer (88 Prozent), Mestizen (8 Prozent) und Nachkommen afrikanischer Sklaven (4 Prozent), die hinsichtlich Uruguay je nach Quellenlage ĂŒberwiegend aus dem Gebiet des heutigen Angola oder den Bantu-Gebieten Ost- und Zentralafrikas und dem Senegal, Guinea, Gambia, Sierra Leone sowie dem heutigen Ghana stammten, zusammen.

Die europĂ€ischen Einwanderer kamen aus Spanien und zu einem großen Teil auch aus Italien, darĂŒber hinaus auch aus Kroatien sowie deutschsprachigen LĂ€ndern. Die indianischen, GuaranĂ­ sprechenden Ureinwohner (CharrĂșas, Guanaes, Yaros, Chanaes), die als JĂ€ger und Sammler lebten, sind seit Mitte des 18. Jahrhunderts innerhalb weniger Jahrzehnte ausgerottet worden.

Im Rahmen der neueren europĂ€ischen Einwanderung zur Mitte des 19. Jahrhunderts setzte sich der Immigrantenanteil bezĂŒglich der Herkunft wie folgt zusammen:

Nachdem Ende der 1850er-Jahre zunĂ€chst Waldenser ins Land gekommen waren, waren die Schweizer in den Jahren 1861 bis 1863 vertreten. In der Folgezeit gewann der Zustrom von Italienern und hier insbesondere von Neapolitanern aus den unteren Gesellschaftsschichten an Bedeutung. Von 1866 bis 1868 lag der italienische Anteil an der Einwanderung bei etwa 50 Prozent. Jedoch handelte es sich dabei in großen Teilen zunĂ€chst um Pendelwanderungen. Dies bedeutet, dass die Einwanderer als Saisonarbeiter (golondrinas) zur Erntehilfe kamen, deren RĂŒckkehr nach Europa dann zur Begleitung von Viehtransporten erfolgte. VerstĂ€rkt traten die Italiener im stĂ€dtischen Handel und insbesondere in Montevideo in Erscheinung. Der Anteil italienischer Kolonisten dagegen war gering. Mit der zweiten starken Einwanderungswelle von 1880 bis 1913 kamen dann verstĂ€rkt Landarbeiter und Kolonisten mit Siedlungsbereitschaft nach Uruguay. Auch hier spielten Italiener eine bedeutende Rolle, die beispielsweise im Zeitraum von 1890 bis 1894 42,6 % aller Einwanderer stellten, gefolgt von den Spaniern (17,7 %). Der Zustrom Deutschsprachiger war mit 3,2 % in diesem Zeitraum vergleichsweise gering. Hinsichtlich der Bevölkerungszusammensetzung in Uruguay ging man fĂŒr das Jahr 1930 beispielsweise von geschĂ€tzten 65.000 Italienern aus, was einen 3,5%igen Anteil an der Gesamt-Bevölkerung bedeutete. Die Zahl der DeutschstĂ€mmigen im Lande wurde Anfang der 1960er Jahre auf rund 15.000 geschĂ€tzt.

In der zweiten HĂ€lfte des 20. Jahrhunderts kamen Einwanderer auch aus den Nachbarstaaten Brasilien und Argentinien, wobei die hauptsĂ€chlichen GrĂŒnde fĂŒr die Emigration die repressiven Regimes und die schlechte Wirtschaftslage der beiden LĂ€ndern waren.

Sozioökonomisch ist Uruguay eines der lateinamerikanischen LĂ€nder mit dem grĂ¶ĂŸten Anteil der Mittelklasse an der Bevölkerung. Ein weitgehend europĂ€isch beeinflusster Wohlfahrtsstaat sorgte bis Anfang der 1960er Jahre fĂŒr einen relativ ausgeglichenen Lebensstandard, danach ging die Schere zwischen Arm und Reich weiter auseinander.

Obwohl Migranten eine wichtige Rolle in der Geschichte Uruguays spielte, waren 2017 nur noch 2,3 % der Bevölkerung im Ausland geboren. Die grĂ¶ĂŸten Gruppen davon kamen aus Argentinien (30.000 Personen), Spanien (20.000) und Brasilien (10.000).

Bevölkerungsverteilung

Der grĂ¶ĂŸte Teil der Bevölkerung, nĂ€mlich 92 Prozent, lebt in StĂ€dten, davon ĂŒber 40 Prozent in der Hauptstadt Montevideo (fast 1,5 Millionen). In Montevideo und der SĂŒdhĂ€lfte des Landes leben sogar rund 75 Prozent der Gesamtbevölkerung.

In den letzten beiden Jahrzehnten haben etwa eine halbe Million Uruguayer das Land in Richtung Argentinien (100.000–250.000), Brasilien (300.000–500.000), Spanien, die USA oder Australien verlassen.

Altersstruktur

Aufgrund einer sinkenden Geburtenrate (1,81 Kinder pro Frau), einer steigenden Lebenserwartung (77,2 Jahre) und der Auswanderung (0,9 Auswanderer pro 1000 Einwohner) steigt das Durchschnittsalter der Bevölkerung. Dieses betrÀgt 34,7 Jahre (MÀnner: 33,0 Jahre/Frauen: 36,4 Jahre). Die Zuwachsrate der Bevölkerung liegt bei 0,27.

22,9 Prozent der Einwohner sind unter 15 Jahre alt (davon mÀnnlich 399.409/weiblich 386.136), 63,9 Prozent sind zwischen 15 und 64 Jahre alt (davon mÀnnlich 1.087.180/weiblich 1.104.465) und 13,3 Prozent sind 65 und Àlter (davon mÀnnlich 185.251/weiblich 269.491). Die durchschnittliche Lebenserwartung liegt bei 77,2 Jahren (MÀnner: 74,1 Jahre/Frauen: 80,5 Jahre). (Stand 2016)

Sprachen

Artikel 40 des Allgemeinen Bildungsgesetzes (Ley General de EducaciĂłn) bestimmt uruguayisches Spanisch, uruguayisches Portugiesisch und die uruguayische GebĂ€rdensprache zu den drei „im Land existierenden Muttersprachen“ (lenguas maternas existentes en el paĂ­s). De jure verfĂŒgt Uruguay ĂŒber keine Amtssprache, doch wird de facto Spanisch als landesweite Amtssprache gehandhabt.

Die spanische Umgangssprache wird als RĂ­o-de-la-Plata-Dialekt bezeichnet. Sie weist dabei einige besondere Eigenschaften in der Grammatik auf. Des Weiteren weicht die Aussprache stark vom Spanischen (eigentlich: Kastilischen) ab. Dies liegt an dem großen Einfluss der Einwanderer aus Italien. Aus diesem Grund klingt die Sprache in Uruguay wesentlich ruhiger und weicher als das iberische Spanisch. In der gesamten NordhĂ€lfte des Landes, vor allem im Grenzgebiet zu Brasilien, ist der Einfluss des Nachbarlandes deutlich spĂŒrbar. Hier ist die Mischsprache Portuñol entstanden und verbreitet. Auch generell ist ein starker Einfluss des Portugiesischen auf das uruguayische Spanisch festzustellen. Dies macht sich in der Aussprache, in einer leicht verĂ€nderten Grammatik und im Vokabular bemerkbar. Aufgrund der Einwanderung haben auch noch Italienisch und Französisch eine gewisse Verbreitung.

Deutschsprachige

Bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts kamen Deutsche nur vereinzelt ins Land. Etwa ab 1850 kauften sie in den sĂŒdlichen und östlichen Landesteilen eine Reihe von Estancias auf, auf denen sie Viehzucht und Ackerbau betrieben. An verschiedenen Stellen bildeten sich um diese kleine Streusiedlungen wie: San Juan (Departamento Colonia), Cardoso (Departamento RĂ­o Negro), Santa Teresa (Departamento Rocha), Nuevo BerlĂ­n, Alemannia, Nueva Germania. 1857 entstand in Montevideo eine deutsche evangelische Kirchengemeinde mit eigener Schule. 1862 grĂŒndeten Schweizer aus den Kantonen Bern, St. Gallen, Appenzell und Luzern den Ort Colonia Suiza, der heute meist Nueva Helvecia genannt wird und zu einer kleinen Stadt angewachsen ist. Auch Badener und ElsĂ€sser ließen sich in Uruguay nieder. Nach dem Zweiten Weltkrieg fanden erneut viele Deutsche hier eine neue Heimat.

In Uruguay leben derzeit etwa 10.000 Deutsche; davon rund die HÀlfte Doppelstaatler, hinzu kommen etwa 40.000 DeutschstÀmmige. Damit stellen die Deutschen eine der stÀrkeren Einwanderergruppen, wenn auch in weitem Abstand zu Spaniern und Italienern. Deutsche Einwanderer haben seit der zweiten HÀlfte des 19. Jahrhunderts wichtige BeitrÀge zur Entwicklung Uruguays geleistet. Ab 1935 bot Uruguay vielen deutschsprachigen Juden Zuflucht.

In Uruguay besteht ein Goethe-Institut mit profiliertem Veranstaltungsprogramm und Deutschkursen. Die Deutsche Schule Montevideo ist eine Begegnungsschule (einschließlich Kindergarten), die seit ĂŒber 150 Jahren besteht und heute von rund 1200 SchĂŒlern besucht wird. Mit Beginn des Schuljahres 2002/2003 wurde neben der uruguayischen Hochschulreife modellhaft eine gemeinsame HochschulreifeprĂŒfung nach Abschluss der 12. Klasse eingefĂŒhrt, die zum Hochschulzugang in beiden LĂ€ndern berechtigt. Wichtige Faktoren in den kulturellen Beziehungen sind darĂŒber hinaus die Vereinigung ehemaliger Stipendiaten, Konzerte deutscher Orchester und Musiker; kleine deutschsprachige Schulen der Mennoniten im Landesinnern; die Waldorfschule in Montevideo und deutsche Klubs. Ein Kulturabkommen ist seit 8. Mai 1989 in Kraft.

Religion

Uruguay war zu Beginn des 20. Jahrhunderts einer der ersten laizistischen Staaten der Region. Seit 1916 herrscht Trennung zwischen Kirche und Staat, die Glaubensfreiheit ist in der Verfassung festgeschrieben. Die römisch-katholische Kirche als Institution hat – untypisch fĂŒr Lateinamerika – relativ wenig Einfluss in der Gesellschaft. Nach Angaben des Instituto Nacional de EstadĂ­stica (Stand: 2006) bekennen sich 47,1 % der Bevölkerung zum katholischen Glauben, 23,2 % sind konfessionslose GlĂ€ubige, 11,1 % sind nicht-katholische Christen, 0,3 % sind jĂŒdischen Glaubens, 0,6 % sind der Umbanda-Religion oder anderen afroamerikanischen Religionen zugehörig, 17,2 % sind Atheisten oder Agnostiker und 0,4 % gehören anderen Religionen an. Etwa die HĂ€lfte der Bevölkerung ĂŒbt die Religion nicht aus. Der Nationalheilige Uruguays ist Jakobus, Sohn des AlphĂ€us.

Geschichte

Es wird vermutet, dass das Gebiet des heutigen Uruguay seit etwa 7000 v. Chr. durch Menschen besiedelt wurde, die nomadisch in kleinen Gruppen lebten. Das erste Volk, das sich als solches herauskristallisierte, waren die CharrĂșas.

Um 1516 erkundeten die Spanier das Land. Die erste stĂ€ndige Ansiedlung auf dem Gebiet des heutigen Uruguay wurde 1624 von den Spaniern in Soriano (am RĂ­o Negro) gegrĂŒndet. Die nĂ€chsten Jahre waren ein stĂ€ndiger Kampf gegen die Portugiesen, die das Gebiet ebenfalls beanspruchten. 1726 wurde Montevideo gegrĂŒndet.

Das frĂŒhe 19. Jahrhundert war vor allem von KĂ€mpfen gegen die Argentinier und Brasilianer geprĂ€gt, die das Land annektieren wollten. Außerdem wurden in dieser Zeit die letzten CharrĂșas getötet. WĂ€hrend des 19. Jahrhunderts galt in Uruguay ein beschrĂ€nktes MĂ€nnerwahlrecht.

Nachdem das Land unabhĂ€ngig geworden war, begann eine Zeit der BĂŒrgerkriege zwischen den Colorados unter JosĂ© Fructuoso Rivera und den Blancos unter Manuel Oribe. Als 1864 die mit Paraguay verbĂŒndete Blanco-Regierung Uruguays von den Colorados unter Mithilfe Brasiliens gestĂŒrzt worden war, erklĂ€rte Paraguays PrĂ€sident Francisco Solano LĂłpez Brasilien den Krieg. Das Ergebnis war der „Dreibund-Krieg“ (Guerra de la Triple Alianza), der fĂŒnf Jahre spĂ€ter mit einer Niederlage Paraguays endete. Gleichzeitig zu diesen Entwicklungen gab es einen großen Strom von Immigranten, vor allem aus Europa, die sich in Uruguay niederließen. Es kam zu einer Modernisierung des Agrarsektors und mit Hilfe europĂ€ischen Kapitals einer Verbesserung der Infrastruktur, insbesondere des Verkehrs- und Dienstleistungssektors.

Das 20. Jahrhundert begann mit einer Phase der Demokratisierung und ProsperitÀt. Politisch wichtigster Mann war José Batlle y Ordóñez, der wÀhrend seiner PrÀsidentschaft von 1911 bis 1915 den uruguayischen Sozialstaat schuf.

Auf lokaler Ebene fand in Uruguay die erste WahlausĂŒbung einer Frau in SĂŒdamerika ĂŒberhaupt statt: Die Volksabstimmung in der Stadt Cerro Chato, 1927. Im Zuge der VerfassungsĂ€nderung von 1932 verabschiedeten beide Parlamentskammern mit einer Zweidrittelmehrheit das aktive und passive Frauenwahlrecht. Die Debatte in der Abgeordnetenkammer im Oktober 1932 wurde zu einer Art Wettbewerb zwischen den politischen FĂŒhrern, die einander und der Nation ihren langjĂ€hrigen Glauben an das Frauenwahlrecht demonstrierten. Der Senat nahm das Frauenwahlrecht ohne Debatte an. Es wurde am 16. Dezember 1932 eingefĂŒhrt. In der Verfassung von 1934 ist das allgemeine Wahlrecht fĂŒr alle Uruguayer und Uruguayerinnen ĂŒber 18 Jahre verbrieft. Sechs Jahre nach dem Erhalt des allgemeinen Wahlrechts, bei den Wahlen von 1938, durften Frauen ihr Stimmrecht zum ersten Mal ausĂŒben. Erst nach der Reform des Zivilgesetzbuches von 1946 konnten Frauen in den Kongress gewĂ€hlt werden.

Ab 1959 kam es zu großen wirtschaftlichen Problemen, die dazu fĂŒhrten, dass sich eine Stadtguerilla grĂŒndete, die unter der Bezeichnung Tupamaros bekannt wurde. Am 27. Juni 1973, inmitten einer Wirtschaftskrise mit hoher Inflation, entschloss sich das MilitĂ€r zur Schließung des Kongresses und zur Übernahme der Macht (→ Staatsstreich in Uruguay 1973). Erst zwölf Jahre spĂ€ter kehrte das Land zur Demokratie zurĂŒck, als im Februar 1985 PrĂ€sidentschaftswahlen stattfanden. Der Wahlsieger war Julio MarĂ­a Sanguinetti von den Colorados.

Am 31. Oktober 2004 wurde mit TabarĂ© VĂĄzquez Rosas der erste PrĂ€sident seit ĂŒber 150 Jahren gewĂ€hlt, der weder der Partido Nacional noch der Partido Colorado angehört. Vom 1. MĂ€rz 2005 bis zum 1. MĂ€rz 2010 war er im Amt. Von 2010 bis 2015 war JosĂ© Mujica, genannt "El Pepe" PrĂ€sident Uruguays, der wegen seiner politischen TĂ€tigkeit bei den Tupamaros vierzehn Jahre im GefĂ€ngnis verbracht hatte und durch seinen bescheidenen Lebensstil auffiel.

Politik

Mit der Verfassung von 1967 wurde eine demokratische, rechtsstaatliche PrĂ€sidialrepublik verankert. Der Staatsaufbau ist zentralistisch, die 19 Provinzen (Departamentos) haben nur eine geringe Selbstverwaltung. Jedoch verfĂŒgt jedes Departamento ĂŒber ein Junta Departamental genanntes, aus jeweils 31 Abgeordneten (Ediles) bestehendes Parlament als Legislativ-Organ. Dieses wird ebenso wie der die Exekutive leitende Intendente eines jeden Departamentos im FĂŒnf-Jahres-Turnus per Direktwahl gewĂ€hlt. Die Hauptstadt Montevideo, in der knapp die HĂ€lfte der Uruguayer lebt, dominiert das wirtschaftliche und kulturelle Geschehen. Uruguay ist eine parlamentarische Demokratie, in der Parteienpluralismus herrscht.

Politisches System

Verfassung

Die Verfassung von Uruguay hat die Verfassung Spaniens zum Vorbild, wurde am 27. November 1966 verabschiedet und trat im Februar 1967 in Kraft. Am 27. Juni 1973 setzte die MilitĂ€rregierung die Verfassung außer Kraft, sie scheiterte jedoch mit der Durchsetzung einer neuen Verfassung per Referendum am 30. November 1980. Seitdem gab es zwei VerfassungsĂ€nderungen, die jeweils durch Plebiszit angenommen wurden, und zwar am 26. November 1989 und am 7. Januar 1997.

Die Verfassung ist in 332 Artikel in 19 Sektionen gegliedert, dazu kommt eine Spezialsektion, die Übergangs- und Ausnahmeperioden (Disposiciones transitorias y especiales) regelt.

Wichtige Eckpunkte der Verfassung sind:

  • SouverĂ€nitĂ€t (SoberanĂ­a): Uruguay ist ein Einheitsstaat, der von keiner auslĂ€ndischen Macht abhĂ€ngt, pazifistisch ist und sich in die Organisationen von Lateinamerika (speziell wirtschaftlicher Natur) einbringt. Es herrscht Laizismus (Laicismo).
  • Rechte und Pflichten (Derechos y Deberes): Alle BĂŒrger sind frei, haben die Pflicht zu wĂ€hlen (ab 18 Jahren) und haben Recht auf Ehre, Freiheit, Sicherheit, Arbeit und Privateigentum (honor, libertad, seguridad, trabajo y propiedad). Alle BĂŒrger sind vor dem Recht gleich. Es herrscht Presse-, Versammlungs- und Redefreiheit.
  • StaatsbĂŒrgerschaft (CiudadanĂ­a): Jeder, der auf dem Gebiet Uruguays geboren wird, bekommt die StaatsbĂŒrgerschaft Uruguays. Jede Familie, die seit mehr als drei Jahren unbescholten in Uruguay lebt und ĂŒber ein Mindestkapital verfĂŒgt, kann die StaatsbĂŒrgerschaft beantragen. Personen, die sich durch besondere Ehren (mĂ©ritos relevantes) oder Verdienste um die Nation (servicios notables) auszeichnen, können ebenfalls die uruguayische StaatsbĂŒrgerschaft beantragen. Personen, die nicht frei denken können, sich einer schweren Straftat schuldig gemacht haben, die zum Exil verurteilt sind, sich unehrenhafter und ungesetzlicher TĂ€tigkeiten schuldig gemacht haben oder die Organisationen angehören, die gewaltsam die Grundlagen des Staates zerstören wollen, kann die StaatsbĂŒrgerschaft entzogen werden.

In Uruguay herrscht Gewaltentrennung:

  • Die Exekutive ist auf den PrĂ€sidenten der Republik beschrĂ€nkt. Dieser wird fĂŒr einen Zeitraum von 5 Jahren gewĂ€hlt. Eine unmittelbare Wiederwahl im Anschluss an eine Amtszeit ist nicht möglich. Er ist gleichzeitig Staatsoberhaupt und Regierungschef (Premierminister). Zu seinen Befugnissen gehört die Ernennung und Entlassung der Minister und die Auflösung des Parlaments.
  • Die Legislative wird durch ein Zweikammernparlament dargestellt, das die Bezeichnung ‚Hauptversammlung‘ (Asamblea General) trĂ€gt. Die beiden Kammern heißen Senat (CĂĄmara de Senadores) mit 30 Senatoren und ReprĂ€sentantenhaus (CĂĄmara de Representantes) mit 99 Abgeordneten. Die Mitglieder beider Kammern werden durch direkte und allgemeine Wahlen (VerhĂ€ltniswahl) auf 5 Jahre gewĂ€hlt.
  • Die Judikative liegt in den HĂ€nden des Obersten Gerichtshofes, dessen Mitglieder fĂŒr eine Amtszeit von 10 Jahren durch die Hauptversammlung gewĂ€hlt werden. Der Oberste Gerichtshof veröffentlicht die Gesetze (oder auch eine neue Verfassung) und ist die höchste rechtliche Instanz des Landes.

Regierung

Seit dem 1. MĂ€rz 2020 wird Uruguay von PrĂ€sident Luis Alberto Lacalle Pou von der Partido Nacional regiert, dessen Vater dieses Amt bereits von 1990 bis 1995 innehatte. Zuvor fĂŒhrte das Frente Amplio die Geschicke des Landes an (TabarĂ© VĂĄzquez von 2005–2010 und 2015–2020 sowie Pepe Mujica von 2010–2015). Historisch gesehen ist neben der Partido Nacional auch noch die Partido Colorado von Bedeutung, schließlich stellten diese beiden Parteien fĂŒr ĂŒber 150 Jahre kontinuierlich die PrĂ€sidenten. Lacalle Pou erzielte am 27. Oktober 2019 in der Stichwahl 51 Prozent der Stimmen.

Parteienlandschaft

Nach der GrĂŒndung des Staates Uruguay etablierte sich ein Zweiparteiensystem. Der konservativen Partido Nacional (frĂŒher Partido Blanco ‚Weiße Partei‘) stand die liberale Partido Colorado (‚Rote Partei‘) gegenĂŒber. Die Kommunistische Partei wurde 1985 legalisiert. Seit den frĂŒhen 1990er Jahren sind neue Parteien aufgetaucht und haben die Parteienlandschaft belebt.

Politische Indizes

Verwaltungsgliederung

Uruguay ist in 19 historisch gewachsene Departamentos (einschließlich der autonomen Stadt Montevideo) eingeteilt. Den Departamentos steht der Intendente Municipal vor, der von den Departamento-Parlamenten (junta departamental) gewĂ€hlt wird. Da der Staatsaufbau zentralistisch ist, haben die 19 Provinzen (Departamentos) nur eine begrenzte Selbstverwaltung.

Am 13. September 2009 wurde mit dem Gesetz 18567 eine weitere Verwaltungsebene geschaffen. Mit dem Gesetz 18653 vom 15. MĂ€rz 2010 wurden schließlich 89 Municipios festgelegt.

Rechtssystem

Uruguay hat ein Rechtssystem, das auf dem Code civil und dem spanischen Zivilrechtsystem beruht. Die oberste Instanz ist der Oberste Gerichtshof (Corte Suprema). Die Richter (fĂŒnf Mitglieder) des Obersten Gerichtshofes werden vom PrĂ€sidenten nominiert und auf zehn Jahre von der Vollversammlung gewĂ€hlt. Unter dem Obersten Gerichtshof sprechen Appellations-, Departements- sowie Friedensgerichte Recht.

Die Regierung greift nicht in die Rechtsprechung ein. Die Justiz ist unabhĂ€ngig und Korruption bei der Justiz ist, anders als in den Nachbarstaaten, kein großes Problem. Von BĂŒrgern wie von auslĂ€ndischen Investoren wird jedoch hĂ€ufig beklagt, dass das Justizsystem in Uruguay sehr langsam arbeitet.

Sozialstaat

Uruguay ist ein alter (das Land war einer der ersten Wohlfahrtsstaaten SĂŒdamerikas), dicht ausgebauter bĂŒrokratischer Sozialstaat nach europĂ€ischem Vorbild mit traditionell hohem Anspruchsniveau, der seit Jahrzehnten nicht mehr hinreichend leistungsfĂ€hig und verarmt ist. Chancengleichheit ist im Grundsatz gegeben (wenn auch inzwischen auf vergleichsweise niedrigem Niveau). Sozialstaatliche AnsprĂŒche werden grundsĂ€tzlich eingelöst, sind aber abgewertet. Eine zentrale Aufgabe der Politik ist – nach neoliberaler Auffassung – der Umbau der schwerfĂ€lligen Mechanismen des hergebrachten Sozialstaats (z. B. beim KĂŒndigungsschutz und der Neigung zur schnellen FrĂŒhverrentung, im privilegierten und ĂŒberbesetzten öffentlichen Dienst) und die Modernisierung der Systeme. Dies gilt insbesondere fĂŒr die Arbeitslosen- und Sozialversicherung, auch aufgrund der demographischen Stagnation, der zwischenzeitlich wieder angestiegenen, um zeitweilig um die 15-%-Marke schwankenden Arbeitslosenquote und der Zunahme von informellen und rechtlich ungesicherten prekĂ€ren und Teilzeit-ArbeitsverhĂ€ltnissen.

Diese Reformen haben begonnen, unter anderem mit einer Teilprivatisierung der Sozialversicherung, sind aber aus neo-liberaler Sicht noch nicht ĂŒberzeugend vorangekommen. Die tief verwurzelte Anerkennung sozialer AnsprĂŒche, Rechte und Verpflichtungen, der traditionelle sozialstaatliche Konsens und eingeĂŒbte Formen von Sozialpartnerschaft gehören zu Uruguays hoher und in Lateinamerika einmaliger Ausstattung mit „Sozialkapital“, die gewisse Mechanismen ebenso begĂŒnstigt hat wie die schnelle und ĂŒberzeugende RĂŒckkehr zur Demokratie. Wie in einigen europĂ€ischen LĂ€ndern reduzieren dieselben Errungenschaften aber auch das Reaktionsvermögen der privaten und öffentlichen Akteure in der Krise und verlangsamen das Tempo der neoliberal gerichteten Umsteuerung.

In jĂŒngster Zeit haben sich jedoch die Rahmendaten deutlich verbessert. So konnte im Jahr 2010 bei einem Wirtschaftswachstum von ĂŒber 8 % und einer bei 7 % liegenden Inflationsrate eine aus historischer Sicht niedrige Arbeitslosenquote von nur noch 5,4 % verzeichnet werden. Gleichzeitig besserte sich auch die qualitative Situation der ArbeitsverhĂ€ltnisse im Land, da die Schwarzarbeit deutlich eingedĂ€mmt werden konnte.

Gesundheitswesen

Die GesundheitsfĂŒrsorge und -vorsorge ist besser als in den meisten lateinamerikanischen LĂ€ndern; allerdings nimmt die Ärztedichte von Montevideo zum Landesinneren stark ab. Die öffentlichen KrankenhĂ€user in Uruguay sind kostenlos und ermöglichen so allen Bevölkerungsschichten eine medizinische Versorgung. Das Personal ist sehr gut ausgebildet, allerdings sind die Wartezeiten sehr lang. Private KrankenhĂ€user werden von den monatlichen BeitrĂ€gen der Versicherten finanziert. Die monatlichen BeitrĂ€ge sind um ein Vielfaches niedriger, da wegen der direkten Versicherung bei der jeweiligen Klinik keine Krankenkasse zwischen Versichertem und dem LeistungstrĂ€ger vermittelt. Die monatlichen BeitrĂ€ge fĂŒr eine Krankenversicherung liegen je nach Leistungspaket zwischen 30 und 60 US-Dollar.

Uruguay gilt seit Mai 2012 als erster lateinamerikanischer Staat, in dem die die Chagas-Krankheit ĂŒbertragenden Triatominae-Wanzen („Vinchucas“) ausgerottet wurden.

2013 erfolgte in Uruguay die Ă€ußerst umstrittene Verabschiedung eines Gesetzes, das einen begrenzten Handel mit Cannabis legalisiert. Somit ist Uruguay momentan das weltweit erste Land, in dem der Verkauf von begrenzten Mengen Cannabis in Apotheken an registrierte Konsumenten legal ist und ein Anbau unter staatlicher Kontrolle erfolgen soll.

Umweltpolitik

Die Umweltpolitik ist auch mit dem 1991 gegrĂŒndeten Ministerium fĂŒr Wohnungsbau, Landesplanung und Umwelt nur langsam vorwĂ€rtsgekommen. Problematisch sind unter anderen die Verunreinigung der FlĂŒsse, die wachsende Erosion des Bodens und der fehlende Abfallkreislauf. Besonders der geplante Bau von zwei Papierfabriken am Lauf des RĂ­o Uruguay hat zu heftigen Demonstrationen und diplomatischen Verwicklungen mit Argentinien gefĂŒhrt.

Innen- und Außenpolitik

Die wichtigsten Themen der uruguayischen Innenpolitik sind die glaubhafte Senkung und Stabilisierung der Inflation, die Senkung der Arbeitslosigkeit und der Auslandsverschuldung. Es gibt großen Reformbedarf in der Organisation des Staates, im Finanzsystem und in der Bildung. Das Land muss seinen außenpolitischen Standpunkt neu definieren, und es braucht Impulse in Forschung und Entwicklung.

Uruguay ist Mitglied in zahlreichen internationalen Organisationen. So ist das Land GrĂŒndungsmitglied der Vereinten Nationen. Seit 1991 ist Uruguay Mitglied der Freihandelszone Mercosur, der außerdem Argentinien, Brasilien, Venezuela und Paraguay angehören.

Es gibt Grenzstreitigkeiten mit dem Nachbarn Argentinien um einige Inseln im MĂŒndungsgebiet des RĂ­o Uruguay.

Mit dem Ziel einer stÀrkeren Integration Lateinamerikas ist Uruguay zusammen mit Argentinien, Venezuela und Kuba an dem Satellitensender telesur beteiligt, der im Juli 2005 seinen Sendebetrieb aufgenommen hat.

Uruguay ist Mitglied bei den Vereinten Nationen (UN), dem Internationalen WĂ€hrungsfonds (IWF), der Weltbank, der Welthandelsorganisation (WTO), der Organisation Amerikanischer Staaten (OEA), der Gemeinschaft der Lateinamerikanischen und Karibischen Staaten (CELAC), der Lateinamerikanischen Integrationsvereinigung (ALADI), der Interamerikanischen Entwicklungsbank (IDB), der Wirtschaftskommission fĂŒr Lateinamerika und die Karibik (CEPAL) und der Mercosur.

Montevideo ist außerdem der Sitz von ALADI und des Sekretariats von MERCOSUR.

Die OECD fĂŒhrt Uruguay gemeinsam mit 41 anderen Staaten auf der sogenannten grauen Liste, nachdem sie Anfang April 2011 als viertletztes Land von der fĂŒr das G20-Gipfeltreffen im Kampf gegen Steuerparadiese entworfenen schwarzen Liste gestrichen wurden. Die auf der grauen Liste befindlichen Staaten haben zugesichert, sich internationalen Standards zum Austausch von Finanzdaten zu unterwerfen, fĂŒhren jedoch noch keine Doppelbesteuerungsabkommen mit wenigstens 12 OECD-Staaten.

Beziehungen zur Bundesrepublik Deutschland

Zwischen Uruguay und der Bundesrepublik Deutschland besteht kein Auslieferungsabkommen. Dennoch werden deutsche StaatsbĂŒrger bei einem Rechtshilfeersuchen an die Bundesrepublik Deutschland ausgeliefert, wie der Fall Matthias Mönch im Jahr 2014 gezeigt hat. AnlĂ€sslich des Besuchs des deutschen Außenministers am 9. MĂ€rz 2010 unterzeichneten die beiden Staaten ein bilaterales Doppelbesteuerungsabkommen, das dasjenige vom 17. September 1982 ablöst und eine Lockerung des Bankgeheimnisses mit sich bringt. BezĂŒglich dieses dem OECD-Musterabkommen angelehnten Abkommens, das die Vermeidung von Doppelbesteuerung und SteuerverkĂŒrzung im einkommens- und vermögenssteuerrechtlichen Bereich beinhaltet, brachte die Bundesregierung am 6. Juni 2011 einen Gesetzesentwurf im Bundestag ein, der die Ratifizierungsvoraussetzungen schaffen soll. Die Bundesrepublik Deutschland steht zudem auf dem 7. Platz der ExportmĂ€rkte Uruguays und ist in dieser Hinsicht wichtigster Partner innerhalb der EU. Zum 1. Februar 2015 trat ein deutsch-uruguayisches Sozialversicherungsabkommen in Kraft.

Der erste offizielle Staatsbesuch eines deutschen PrÀsidenten in Uruguay datiert vom 26. November 2003, als BundesprÀsident Johannes Rau StaatsprÀsident Jorge Batlle und den montevideanischen Intendente Mariano Arana traf. Auf der Agenda stand auch ein Besuch in der Mennonitenkolonie Colonia Delta.

Weitere internationale Beziehungen

Insgesamt bestehen Doppelbesteuerungsabkommen mit zwölf Staaten. Im Einzelnen sind dies Belgien, Deutschland, Finnland, Frankreich, Liechtenstein, Luxemburg, Malta, Mexiko, Portugal, Schweiz, Spanien und SĂŒdkorea. 2012 trat Uruguay als erstes sĂŒdamerikanisches Land der Organisation internationale de la Francophonie (spanisch: OrganizaciĂłn Internacional de la FrancofonĂ­a) (OIF) als Beobachter bei. Seit 2016 hat das Land zudem Beobachterstatus in der Gemeinschaft der Portugiesischsprachigen LĂ€nder (CPLP).

Sicherheitspolitik

KriminalitÀt

Verglichen mit den sĂŒdamerikanischen Nachbarstaaten weist Uruguay eine relativ geringe KriminalitĂ€tsrate auf. GemĂ€ĂŸ der Polizeistatistik des Innenministeriums ist jedoch in den vergangenen Jahren ein Anstieg in Montevideo zu verzeichnen. KriminalitĂ€tsschwerpunkte in der Hauptstadt liegen dabei neben den Ă€rmeren Vierteln im Nordteil der Stadt auch in der Ciudad Vieja, Pocitos und am Nordrand des Barrios Carrasco. Sowohl in Montevideo als auch Punta del Este wird saisonal eine Touristenpolizei eingesetzt. Im Dezember 2011 kĂŒndigte das Innenministerium die Installation von 108 Überwachungskameras an verschiedenen Punkten der Hauptstadt und hier insbesondere in den Barrios Ciudad Vieja und Centro, sowie weiteren 214 Kameras in sieben verschiedenen GefĂ€ngnissen des Landes zur dortigen GefangenenĂŒberwachung an. Ein rund um die Uhr mit einer PersonalstĂ€rke von 25 besetztes Kontrollzentrum wird die gelieferten Bilder nutzen. Sowohl in Maldonado (6 Kameras an 4 verschiedenen Orten), Punta del Este (9/9), Rivera (9 Kameras), Salto (37 Kameras) und Colonia (14/12) existieren bereits solche Kameras.

Korruption

Uruguay hat bezĂŒglich Korruption und Bestechung sehr strenge Gesetze. Transparency International ermittelte fĂŒr das Land in den letzten 5 Jahren einen relativ guten Korruptionswahrnehmungsindex von 70 bis 75 von 100 Punkten. Trotz dieser relativ guten Bewertung beklagen die BĂŒrger Korruption im öffentlichen Sektor, und mehrere hohe Beamte sowie ein Richter wurden in den vergangenen Jahren wegen Korruption verfolgt. AuslĂ€ndische Firmen betrachten jedoch Korruption nicht als grĂ¶ĂŸeres Hindernis fĂŒr Investitionen in Uruguay.

MilitÀr

Uruguay definiert sich als friedliches Land, dessen StreitkrĂ€fte (die Fuerzas armadas del Uruguay) nur fĂŒr den Verteidigungsfall existieren. Das MilitĂ€r hat eine StĂ€rke von etwa 23.500 Mann, das sich in ein Heer, eine Marine und eine Luftwaffe aufteilt. Uruguay gab 2019 knapp 2,0 Prozent seiner Wirtschaftsleistung oder 1,165 Mrd. US-Dollar fĂŒr seine StreitkrĂ€fte aus.

1754 uruguayische Soldaten sind zurzeit an elf Friedensmissionen der UNO beteiligt. Das grĂ¶ĂŸte Kontingent befindet sich in der Demokratischen Republik Kongo (ehemals Zaire), nĂ€mlich 1549 Mann, wo die Soldaten einen Sektor des Landes kontrollieren. Außerdem sind 60 Soldaten auf dem Sinai stationiert.

Heer

Das Heer (Ejército Nacional) hat etwa eine MannstÀrke von 14.500 Mann und ist in vier Divisionen unterteilt.

Marine

Die Marine (Armada Nacional) inklusive der KĂŒstenwache (Prefectura Nacional Naval) hat eine MannstĂ€rke von knapp 5000 Mann. Sie ist ausgerĂŒstet mit drei Fregatten, drei Patrouillenbooten, drei MinenrĂ€umern und anderen kleinen Booten. Zur Marine gehört auch ein Marine-Corps (Cuerpo de Fusileros Navales), das in vier Brigaden (Kompanie-StĂ€rke) unterteilt ist. Die Marine verwendet folgende Hubschrauber und Flugzeuge: Beechcraft T-34C Mentor, S-2 Tracker, Westland Wessex, Beech King Air 200 und BAe Jetstream.

Luftwaffe

Die Luftwaffe (Fuerza AĂ©rea Uruguaya) hat eine MannstĂ€rke von 3000 Mann und ist ausgerĂŒstet mit FMA IA-58 PucarĂĄ und Cessna A-37B Dragonfly. Als Trainingsflugzeuge werden verwendet: die Aermacchi SF-260, Beechcraft B-58 Baron und Pilatus PC-7. Als Transportflugzeuge werden verwendet: die Lockheed C-130B Hercules, Embraer EMB 110 Bandeirante, Embraer EMB 120 Brasilia, Casa C-212-200 Aviocar, Cessna 206H Stationair und Cessna T-41D Mescalero. Folgende Hubschrauber setzt die Luftwaffe ein: Bell UH-1H Iroquois, Bell 212, Eurocopter AS-365 N2 Dauphin und Westland HC-2 Wessex.

Infrastruktur

Uruguay verfĂŒgt ĂŒber 2073 Kilometer Eisenbahnstrecken, 8983 Kilometer Straße (davon 8081 Kilometer befestigt beziehungsweise asphaltiert), 1600 Kilometer schiffbare Wasserwege (davon das meiste auf FlĂŒssen) und 9 HĂ€fen (davon sind die wichtigsten Colonia del Sacramento, Fray Bentos, Montevideo, PaysandĂș und Punta del Este). Es gibt 64 FlugplĂ€tze, davon haben 14 asphaltierte Landebahnen.

Verkehrswesen

Straßenverkehr

Generell fahren die Uruguayer, verglichen mit deutschen VerhĂ€ltnissen, etwas unkonventionell. Obwohl es die Rechts-vor-Links-Regelung gibt, hat eher das Recht des StĂ€rkeren oder des Schnelleren Geltung. Selbst auf den autobahnĂ€hnlich ausgebauten Schnellstraßen kreuzen gelegentlich Kinder, Mofas und viehtreibende Gauchos die Straße, weil viele kleine Ortschaften in AutobahnnĂ€he ĂŒber eine Art Feldweg die Zufahrt zur Autobahn oder zu den dahinter liegenden Ortschaften erhalten. Auf dem Land gibt es immer noch viele unbefestigte Schotterpisten, die teilweise sehr schlecht befahrbar sind.

In Uruguay sind, besonders in den Àrmeren lÀndlichen Regionen, noch sehr viele alte Kraftfahrzeuge unterwegs. Eine allzu strenge Hauptuntersuchung gibt es nicht und dementsprechend ist der Zustand vieler Kraftfahrzeuge. Viele Fahrzeuge sind zudem nicht haftpflichtversichert.

Es gibt Planungen fĂŒr eine 40 Kilometer lange BrĂŒcke, welche die Stadt Colonia del Sacramento in Uruguay mit Buenos Aires in Argentinien verbinden soll. Diese BrĂŒcke, die eine der lĂ€ngsten in der Welt wĂ€re, soll durch private Investitionen errichtet werden. In einem noch frĂŒheren Planungsstadium befindet sich eine Autobahnverbindung zwischen der Stadt SĂŁo Paulo in Brasilien und Buenos Aires, die auch durch Uruguay fĂŒhren soll. Auch diese Straßenverbindung soll privat finanziert werden, die privaten Investoren bekommen das Recht, Maut zu erheben.

Bislang ist das uruguayische Straßenverkehrsnetz ĂŒber drei den RĂ­o Uruguay querende internationale BrĂŒcken mit dem Nachbarland Argentinien verbunden. Dies sind die Puente Libertador General San MartĂ­n zwischen Puerto UnzuĂ© und Fray Bentos, die ColĂłn und PaysandĂș verbindende Puente General Artigas, sowie die Puente Salto Grande von Concordia nach Salto. An der nördlichen Grenze zu Brasilien befinden sich neben der ĂŒber den RĂ­o Cuareim fĂŒhrenden Puente Internacional de la Concordia (QuaraĂ­-Artigas) zahlreiche GrenzĂŒbergĂ€nge ins Nachbarland. Dazu gehört auch die Puente Internacional BarĂłn de MauĂĄ ĂŒber den RĂ­o YaguarĂłn an der westlichen Grenze.

Das Hauptverkehrsmittel ist der Omnibus. Mehrere Busgesellschaften (u. a. COT, COPSA, TURIL, CITA, CUTSCA und U.C.O.T.) verkehren landesweit, sie verbinden alle StĂ€dte des Landes und die GrenzĂŒbergĂ€nge nach Brasilien. Es gibt außerdem eine große Anzahl an regionalen Busgesellschaften wie Cota, Minuano, Nuñez, SabelĂ­n und Intertur. Die Busgesellschaften verfĂŒgen ĂŒber moderne und klimatisierte Fahrzeuge fĂŒr den Überlandverkehr. Montevideo hat ein umfangreiches Busnetz. Einige Oberleitungsbusse verkehren in der Stadt und in den Vororten.

In allen StÀdten und an den FlughÀfen gibt es Taxis mit Taxameter, Fahrer haben eine Preisliste. Innerhalb der StÀdte kann man Taxis stundenweise zum Pauschalpreis mieten.

Schienenverkehr

Das Eisenbahnnetz ist in den letzten Jahrzehnten verkommen, mit der Ausnahme eines kleinen Netzes von im Jahre 1993 reaktivierten VorortzĂŒgen in Montevideo sind alle PersonenzĂŒge im Jahre 1988 eingestellt worden. Der sehr geringe Personenverkehr spielt nur noch eine untergeordnete Rolle, der umfangreiche GĂŒterverkehr ist heute die Hauptaufgabe der Eisenbahn, da das Straßennetz Uruguays schlecht ausgebaut ist. Das Verkehrsministerium von Uruguay hat jedoch im Jahr 2006 ein Revitalisierungsprojekt fĂŒr das Eisenbahnnetz ausgeschrieben. Da keiner der Anbieter die Forderungen der Regierung erfĂŒllen konnte, war die Ausschreibung letzten Endes erfolglos. Es ist jedoch zu erwarten, dass ein neuer Versuch gestartet wird. Der gesamte Schienenverkehr Uruguays wird derzeit von der AdministraciĂłn de Ferrocarriles del Estado betrieben.

Flugverkehr

Östlich von Montevideo befindet sich der internationale Flughafen Aeropuerto Internacional de Carrasco; die staatliche Fluggesellschaft PLUNA (Primera LĂ­nea Uruguaya de NavegaciĂłn AĂ©rea) bediente den inlĂ€ndischen Flugverkehr und bot internationale FlĂŒge in die NachbarlĂ€nder und nach Spanien an; seit 5. Juli 2012 befindet sie sich in Liquidation. (Die Fluggesellschaft PLUNA war 1995 teilweise privatisiert worden, 49 Prozent des Kapitals wurden von der brasilianischen Fluggesellschaft VARIG gehalten, die mittlerweile in der brasilianischen GOL aufgegangen ist.) Es gibt einen weiteren internationalen Flughafen bei Punta del Este, zudem sind auch die FlughĂ€fen in Colonia und Salto teilweise an den internationalen Flugverkehr angeschlossen. Außerdem gibt es lokale beziehungsweise regionale FlughĂ€fen unter anderen in PaysandĂș, Florida, Rocha, Rivera, TacuarembĂł und Artigas.

Schifffahrt

Die Schifffahrt konzentriert sich auf den RĂ­o Uruguay und den RĂ­o de la Plata; schiffbare Wasserstraßen umfassen eine Strecke von rund 1600 Kilometern. Zwischen Buenos Aires und den uruguayischen HĂ€fen in Montevideo, Colonia und Carmelo verkehren zahlreiche FĂ€hr- und Schiffslinien. DarĂŒber hinaus gibt es eine Vielzahl an kleineren Sport- und YachthĂ€fen in Uruguay.

Uruguay ist zusammen mit Argentinien, Brasilien, Paraguay und Bolivien an einem Projekt zur Verbindung der FlĂŒsse RĂ­o Paraguay und ParanĂĄ mit dem Atlantischen Ozean beteiligt. Das Ziel dieses grĂ¶ĂŸten regionalen Integrationsprojekts in Lateinamerika ist es, die Produkte dieser LĂ€nder leichter in die HĂ€fen von Argentinien und Uruguay transportieren zu können. Dieses Transportsystem wird eine LĂ€nge von etwa 3500 Kilometern haben.

Telekommunikation

Die Anzahl an FestnetzanschlĂŒssen und Mobiltelefonen pro Kopf in Uruguay war 2016 im Vergleich mit dem restlichen Lateinamerika ĂŒberdurchschnittlich. Es gibt ĂŒber 1.000.000 FestnetzanschlĂŒsse. Beim Mobiltelefonie ist die staatliche ANTEL der grĂ¶ĂŸte Anbieter mit einem Marktanteil von etwas mehr als 50%, gefolgt von Movistar und Caro.

Hinsichtlich des digitalen Rundfunk- und Fernsehempfangs hat die uruguayische Regierung im Jahr 2010 beschlossen, das japanische ISDB-T-System einzufĂŒhren.

Wirtschaft

Uruguay hat eine Marktwirtschaft, die mit einem sehr großen staatlichen Sektor ausgestattet ist – 15 Prozent aller Arbeitnehmer arbeiten im öffentlichen Bereich. So betreibt die Regierung Monopolunternehmen wie die staatliche Eisenbahn, die Energieversorgung, das Telefonwesen, die nationale Fluggesellschaft und die staatlichen Rundfunkgesellschaften. Anders als seine Nachbarn hat Uruguay erst kĂŒrzlich mit der Privatisierung des Staatseigentums begonnen. Die Wirtschaft Uruguays beruht auf relativ soliden Fundamenten, jedoch ist das kleine Land anfĂ€llig dafĂŒr, in Wirtschaftskrisen der grĂ¶ĂŸeren Nachbarn Argentinien und Brasilien hineingezogen zu werden. Zudem ist Uruguay bei auslĂ€ndischen Investoren eher unbekannt.

Die uruguayische Wirtschaft stĂŒtzt sich maßgeblich auf die Landwirtschaft, insbesondere die Viehzucht. In der Industrie ist vor allem die Lebensmittelerzeugung bedeutend. Uruguay hatte bis in die 1950er-Jahre eine wirtschaftliche WettbewerbsfĂ€higkeit, die mit jener von europĂ€ischen LĂ€ndern vergleichbar ist. In den 1960er Jahren geriet das Land jedoch in eine Krise, aus der es seitdem nicht mehr herausgekommen ist. Auch wenn das Land seit dem Beitritt zum Mercosur Wachstumsraten von durchschnittlich 3,6 Prozent verzeichnen kann, so leben dennoch 23 Prozent der Bevölkerung unterhalb der Armutsgrenze.

Zudem ĂŒbertrug sich die schwere argentinische Wirtschaftskrise des Jahres 2002 auch auf Uruguay, das Land erholt sich seitdem langsam davon, hat aber weiterhin mit hoher Inflation zu kĂ€mpfen und ist noch weit entfernt von seinem ehemaligen Status als Musterland SĂŒdamerikas.

Im Global Competitiveness Index, der die WettbewerbsfĂ€higkeit eines Landes misst, belegt Uruguay Platz 76 von 137 LĂ€ndern (Stand 2017–2018). Im Index fĂŒr wirtschaftliche Freiheit belegt das Land 2017 Platz 38 von 180 LĂ€ndern.

Kennzahlen

Alle BIP-Werte sind in US-Dollar (KaufkraftparitÀt) angeben.

Wichtigste Wirtschaftszweige

Landwirtschaft

Die Landwirtschaft erwirtschaftete im Jahr 2003 9,5 Prozent des BIP. Hierbei stellt die Viehzucht, besonders die Haltung von Schafen und Rindern, den grĂ¶ĂŸten Anteil dar; Fleisch, Wolle und Leder sind die wichtigsten agrarischen ExportgĂŒter des Landes, wobei Uruguay einer der weltweit wichtigsten Wollproduzenten (an fĂŒnfter Position) ist.

Neben der Viehzucht wird der Anbau von Zuckerrohr und ZuckerrĂŒben, Weizen, Reis, Sorghum, Tomaten, Mais, Leinsaat und Sonnenblumenkernen betrieben. Weitere Agrarprodukte Uruguays stellen in geringerem Ausmaß auch Kartoffeln, ErdnĂŒsse, Gerste, Hafer oder Tabak dar. JĂ€hrlich werden etwa 130.000 Tonnen Fisch gefangen und mehr als 4 Millionen Kubikmeter Holz gewonnen. Zudem werden in Uruguay etwa 1,1 Millionen Hektoliter Wein pro Jahr erzeugt, der zum ĂŒberwiegenden Teil im eigenen Land konsumiert wird.

Ein Merkmal der Landwirtschaft in Uruguay ist die sehr extensive Bewirtschaftung, (extensiv im Sinne von wenig Bodenbearbeitung, geringer Einsatz von chemischem Pflanzenschutz, DĂŒnger etc., allgemein geringer Einsatz von Kapital und Technik). In der Viehwirtschaft bzw. Rindfleischproduktion herrschen vor: Weidegang auf Naturweide, große Koppeln, keine ZufĂŒtterung. So liegt Uruguay in der AgrarproduktivitĂ€t (Fleisch/ha, Getreide/ha) zurĂŒck hinter Ă€hnlich Agrarexport-orientierten LĂ€ndern wie Australien, Neuseeland, Brasilien. Andererseits sucht das Land, zukĂŒnftig genau hier eine Nische zu besetzen und seine Agrarprodukte unter dem Aspekt der Naturbelassenheit zu vermarkten.

Das traditionelle, zum Teil folkloristische Erscheinungsbild der Viehwirtschaft (Gauchos, Pferde etc.), dazu die verbliebenen historischen Estancias als architektonische Zeugen der BlĂŒtezeit Uruguays um 1900, lassen seit einiger Zeit eine neue Schnittstelle zwischen Landwirtschaft und Tourismus entstehen, den Turismo Rural oder Estancia-Tourismus. Staatlich geförderte Werbekampagnen in internationalen Medien Uruguayan Grass Fed Beef, Uruguay Natural bewerben in diesem Sinne im Verbund Uruguay als Reiseziel und uruguayische (Öko-)Agrarprodukte.

Eine Kehrseite der extensiven Landwirtschaft ist, dass der Sektor weniger ArbeitsplĂ€tze schafft und in geringerem Maße ein Motor fĂŒr die Volkswirtschaft ist, als seinem Potential bei Intensivierung entsprĂ€che.

Lediglich fĂŒnf Prozent (2000) der GesamtflĂ€che Uruguays sind bewaldet. Der Holzeinschlag wird hauptsĂ€chlich fĂŒr die Produktion von Brennstoff verwendet. Der ĂŒberwiegende Teil der Erzeugnisse der Fischindustrie geht in den Export und bringt fĂŒnf Prozent (2000) des Exporterlöses ein. Auf etwa 14.000 Hektar findet auch Weinbau in Uruguay statt. Uruguay ist somit viertgrĂ¶ĂŸter Weinerzeuger SĂŒdamerikas. SchĂ€tzungsweise 25 bis 30 % des Farmlandes in Uruguay befinden sich in auslĂ€ndischem Besitz.

Hinsichtlich der Aufteilung der landwirtschaftlichen Nutzung ergibt sich in etwa folgende Strukturierung. Montevideo ist umgeben von der Ackerbauzone des Landes, die sich als vergleichsweise schmaler Streifen hauptsĂ€chlich am KĂŒstensaum des RĂ­o de la Plata erstreckt. WĂ€hrend sich in nĂ€herer Umgebung Montevideos auch intensiver Obst- und GemĂŒseanbau findet, folgen Zonen der Milchviehhaltung, Rindermast und GeflĂŒgelzucht, daran anschließend bis etwa zum RĂ­o Negro insbesondere der Weizenanbau, aber auch Mais-, Sonnenblumen und Leinanbau. Der Maisanbau beispielsweise weist eine derjenigen des Weizens vergleichbare territoriale Konzentration weniger auf und ist auch im Norden verbreitet. Der Schwerpunkt der Schafzucht liegt vornehmlich in den zentralen Departamentos des Landes, wĂ€hrend diese um etwa 1860 eher noch auf den sĂŒdwestlichen Teil Uruguays (Colonia, San JosĂ©, Soriano und Flores) konzentriert war. Die extensive Rinderzucht dagegen ist in den nördlichen, an Brasilien grenzenden Departamentos dominierend vorhanden.

Industrie

Die Industrie erwirtschaftete im Jahr 2003 etwa 27 Prozent des Bruttoinlandsproduktes. Die wichtigste Branche ist die Verarbeitung von landwirtschaftlichen Produkten, vor allem von Wolle und Fleisch. Daneben gibt es recht bescheidenen Bergbau, der vor allem Tonmineralien, Sand, Granit, Marmor und Gold gewinnt. Weitere Industriezweige von Bedeutung sind die Erdölverarbeitung, die Zement-, Stahl- und Aluminiumproduktion, sowie die Herstellung von Bekleidung, ElektrogerÀten und Chemieprodukten.

Uruguay ist auch im IT-Bereich gut positioniert und hat durch eine vergleichsweise hohe Technisierung des Landes und gut ausgebildete IT-Ingenieure gute Chancen, diese Position mittelfristig weiter auszubauen. Auch im schnell wachsenden Bereich der Biotechnik kann Uruguay auf gute Ressourcen zurĂŒckgreifen, und der Business und Technology Park in Montevideo bietet einen idealen Standort fĂŒr die Entwicklung dieses Gebiets.

Tourismus und Dienstleistungen

Der Fremdenverkehr bildet eine wichtige Einnahmequelle fĂŒr Uruguay, dieser Wirtschaftszweig wird denn auch aktiv gefördert. Die meisten AuslandsgĂ€ste kamen 2006 aus Argentinien. Darauf folgten GĂ€ste aus Brasilien, Chile und den Vereinigten Staaten. Die meistbesuchten Orte befinden sich am Meer, darunter der grĂ¶ĂŸte und bekannteste Touristenort Punta del Este. JĂ€hrlich besuchen rund 2,5 Millionen Touristen Uruguay.

Das Bankensystem bestand aus vier staatlichen Banken, darunter die Zentralbank, 12 privaten Banken und weiteren Finanzorganisationen. Die staatlichen Banken dominieren den Markt, die grĂ¶ĂŸte Bank ist die Banco de la RepĂșblica Oriental del Uruguay (BROU). Im Jahr 2002 kam es aufgrund der Argentinien-Krise zu einer Bankenkrise, infolge derer mehrere Banken umstrukturiert werden mussten und einige auch geschlossen wurden. Uruguay gilt nach wie vor als sicherer Hafen fĂŒr Argentinier, die ihr Geld nicht in Argentinien anlegen wollen. Vor der Bankenkrise hielten Argentinier etwa 40 Prozent aller Einlagen in den Banken, auch nach der Bankenkrise liegt dieser Wert bei etwa 30 Prozent.

Arbeitsmarkt

Die Arbeitslosenquote lag im Jahr 2017 bei 7,3 %. Bei Jugendlichen liegt die Rate bei 24,5 %. 2010 arbeiteten 13 % aller ArbeitskrĂ€fte in der Landwirtschaft, 14 % in der Industrie und 73 % im Dienstleistungssektor. Die Gesamtzahl der BeschĂ€ftigten wird fĂŒr 2017 auf 1,75 Millionen geschĂ€tzt.

Gewerkschaften

Neben den Parteien sind die Gewerkschaften eine traditionell wichtige gesellschaftliche Gruppe. Der Dachverband PIT-CNT (Plenario Intersindical de Trabajadores – Convención Nacional de Trabajadores) zeigt große Streikbereitschaft. In ihm sind rund 200 Gewerkschaften mit rund 900.000 Mitgliedern vereinigt.

Nach einer Studie des Internationalen Gewerkschaftsbunds aus dem Jahr 2014 fĂŒhrt Uruguay gemeinsam mit 17 weiteren LĂ€ndern, darunter Deutschland, Norwegen, Schweden, Island, Togo und Barbados die Liste derjenigen LĂ€nder an, in denen in Bezug auf die Wahrung der Arbeitnehmerrechte die besten Arbeitsbedingungen fĂŒr Arbeitnehmer weltweit herrschen.

WĂ€hrung und Außenhandel

Die WĂ€hrungseinheit in Uruguay ist der Peso (= 100 CentĂ©simos). FĂŒr einen Euro erhĂ€lt man 52,31 Pesos (Stand 10. April 2021).

Der Außenhandel spielt fĂŒr die Wirtschaft des Landes eine große Rolle. Uruguay war eines der ersten lateinamerikanischen LĂ€nder, die sich fĂŒr die Globalisierung öffneten. Auch heute hat Uruguay mit 43 Prozent einen relativ hohen Offenheitsgrad. Es ist ein bedeutendes Finanzzentrum in der Region geworden, weil es eine Politik der totalen Freiheit des Kapitalverkehrs verfolgt.

Im Jahr 2004 betrugen die Exporte von Uruguay 2,5 Milliarden Euro, wobei 20 Prozent der Exporte in die Vereinigten Staaten gingen. 60 Prozent davon waren Fleisch. Die Importe betrugen im selben Jahr 2 Milliarden Euro, wobei jeweils 26 Prozent aus Brasilien und Argentinien kamen. Weitere wichtige Handelspartner waren damals Deutschland, die USA und China. Bis zum Jahre 2015 war China zum wichtigsten Handelspartner aufgestiegen.

Die wichtigsten ExportgĂŒter sind Fleisch, Fisch, Reis und Textilien. Die wichtigsten ImportgĂŒter sind Nahrungsmittel, chemische und pharmazeutische Produkte, Plastikprodukte, Kunstharze und Fahrzeuge.

Energieversorgung und Energiepolitik

Uruguay hat keine eigenen Ressourcen an fossiler Energie. Der Verbrauch wird vor allem ĂŒber Wasserkraft und Windenergie gedeckt. Das Potenzial zu einem weiteren Ausbau der Stromproduktion mit Wasserkraftwerken ist jedoch sehr gering, weil die meisten FlĂŒsse bereits mit DĂ€mmen reguliert sind und weil das Land von hĂ€ufigen Trockenperioden betroffen ist, worunter in der Vergangenheit auch die Stromversorgung litt. Das Stromnetz von Uruguay ist mit dem argentinischen Netz gekoppelt. Nachdem Uruguay in der Vergangenheit Nettoimporteur war, exportiert es mittlerweile durch die Umstellung der Energiepolitik etwa ein Drittel seiner elektrischen Energie.

2008 wurde die Energiepolitik umgestellt und Maßnahmen zum Ausbau Erneuerbarer Energien und der Energiewende eingeleitet, die sich als sehr erfolgreich erwiesen. Binnen weniger Jahre stieg der Anteil der erneuerbaren Energien rapide an: Im Jahr 2015 lieferten sie 95 % der elektrische Energie und 55 % des Gesamtenergiebedarfs. Bei der UN-Klimakonferenz in Paris 2015 verkĂŒndete Uruguay eines der ambitioniertesten Reduktionsziele aller Staaten: Die Kohlenstoffdioxidemissionen sollen bis 2017 um 88 % niedriger liegen als im Durchschnitt der Jahre 2009 bis 2013. Ein wichtiges Ziel war dabei die AbhĂ€ngigkeit von Energieimporten zu reduzieren. So wird insbesondere die Erzeugung elektrischer Energie mit Windkraftanlagen bevorzugt vorangetrieben. Wegen guter Windhöffigkeit liegen die Stromgestehungskosten fĂŒr Strom aus Windenergie mit 63 $/MWh unterhalb der Kosten fossiler Kraftwerke, weswegen sich der Ausbau auch ohne Förderung lohnt. In den 2010er Jahren stieg der Anteil der Windenergie an der Stromproduktion deutlich.

Durch die Kopplung von Windkraft mit der Wasserkraft wurde die AnfĂ€lligkeit gegenĂŒber DĂŒrren um 70 % reduziert, zudem sanken die Stromgestehungskosten insgesamt, wobei Kosten der Windenergie binnen dreier Jahre um mehr als 30 % sanken. Zudem wird auch der Einsatz von Erdgas anstelle von Erdöl vorangetrieben. Dieses kann ĂŒber Pipelines aus dem relativ gasreichen Argentinien importiert werden. Die erste derartige Pipeline (LĂ€nge: 192 Kilometer) wurde im Jahr 1998 eingeweiht.

Im MĂ€rz 2015 wurde der Auftrag fĂŒr den bislang grĂ¶ĂŸten Windpark Uruguays vergeben. Im Windpark Pampa gingen 2016 59 Windkraftanlagen des Typs Nordex N117/2400 in Betrieb, die zusammen rund 640 Mio. kWh elektrischer Energie produzieren sollen. Dies entspricht einem fĂŒr Onshore-Windparks sehr hohem KapazitĂ€tsfaktor von ca. 51 % bzw. 4500 Volllaststunden.

Die Netzspannung betrĂ€gt 220 Volt (50 Hz). FĂŒr europĂ€ische GerĂ€te sind aufgrund der verwendeten Steckdosentypen teilweise Steckdosen-Adapter nötig. Auf den Estancias im Landesinneren existiert ĂŒblicherweise kein Anschluss an das regulĂ€re Stromnetz. Dort erfolgt die Versorgung ĂŒber Inselnetze, die z. B. mit Dieselgeneratoren und kleinen WindrĂ€dern gespeist werden.

Staatshaushalt

Der Staatshaushalt umfasste 2016 Ausgaben von umgerechnet 15,9 Mrd. US-Dollar, dem standen Einnahmen von umgerechnet 14,3 Mrd. US-Dollar gegenĂŒber. Daraus ergibt sich ein Haushaltsdefizit in Höhe von 2,9 % des BIP.
Die Staatsverschuldung betrug 2016 60,9 % des BIP.

2006 betrug der Anteil der Staatsausgaben (in % des BIP) folgender Bereiche:

  • Gesundheit: 8,2 %
  • Bildung: 2,9 %
  • MilitĂ€r: 1,6 %

Steuern

Im Jahre 2007 wurde in Uruguay eine Steuerreform durchgefĂŒhrt; diese hatte den Zweck, das Steuersystem zu vereinfachen und den heimischen Konsum zu stĂ€rken. WĂ€hrend zuvor das Territorialprinzip galt und somit nur EinkĂŒnfte, Vermögen etc., die sich in Uruguay befinden, besteuert wurden, gibt es mittlerweile eine allgemeine Einkommensteuer, bezogen auf das Welteinkommen. Die Lohnsteuer betrĂ€gt maximal 6 Prozent. Die Mehrwertsteuer (USt.) betrĂ€gt 22 Prozent (ermĂ€ĂŸigt 10 Prozent). Einige Artikel des Grundbedarfs sind USt-befreit.

Weiterhin ist die Existenz mehrerer Freihandelszonen wie zum Beispiel Floridasur zu erwÀhnen, die von einer Besteuerung weitgehend ausgenommen sind. Es bestehen Doppelbesteuerungsabkommen (DBA) mit Deutschland und Ungarn.

Kultur

Das kulturelle Leben Uruguays wird durch europÀische Traditionen geprÀgt, allen voran durch die spanische Kultur, da Uruguay durch die Spanier kolonisiert wurde, daneben durch die italienische Kultur, da viele Italiener nach Uruguay emigrierten. Die Kultur der indianischen Ureinwohner spielt hingegen so gut wie keine Rolle, da diese alten Völker dezimiert und ihre Kultur vernichtet wurden. Neuerer Einfluss kommt aus Argentinien, speziell was Musik und Tanz betrifft.

Das Gesetz No. 14.040 vom 20. Oktober 1971 regelt den Denkmalschutz von GebÀuden.

KĂŒche

Die Uruguayer essen zum FrĂŒhstĂŒck und zu Mittag nur sehr wenig, dafĂŒr nimmt das Abendessen einen sehr gewichtigen Raum ein.

Die uruguayische KĂŒche ist stark europĂ€isiert mit deutlichen EinflĂŒssen der spanischen (MeeresfrĂŒchte) und italienischen (Pizza- und Pasta-)KĂŒche.

Das Nationalgericht ist das Asado. Darunter versteht man alle Sorten von (Rind-)Fleisch, die ĂŒber einem offenen Holzfeuer gegrillt werden. DarĂŒber hinaus werden Innereien wie Nieren, Rinderdarm und auch Kalbsbries auf der Parrilla (dem Grill) zubereitet.

Ein typisch uruguayisches Schnellgericht ist der Chivito. Dies ist ein Burger mit einer dĂŒnnen Scheibe Rinderlende.

Zu einem uruguayischen Gericht gehört traditionell ein sĂŒĂŸer Nachtisch, am liebsten mit Dulce de leche zubereitet. Dies ist ein Milch-Karamell, der fĂŒr alle Sorten von Kuchen, GebĂ€ck, Torten und Eiscremes verwendet wird. Dies wird unter anderem auch zur FĂŒllung der Alfajores genannten SĂŒĂŸspeisen verwendet. Dabei handelt es sich um eine Art kleinen runden Kuchen.

Ein besonders am Strand und bei Festen sehr beliebtes ErfrischungsgetrĂ€nk ist der ClericĂł, ein Gemisch aus Schaumwein, Weißwein, Fruchtsaft und klein geschnittenen FruchtstĂŒckchen, wie Orangen, Pfirsichen, und Trauben.

Die Gauchos, die die Viehherden bewachen, haben die Gewohnheit entwickelt, Mate am Lagerfeuer in großen TrinkgefĂ€ĂŸen (meist Kalebassen) aufzubrĂŒhen, die dann von Hand zu Hand gereicht werden, damit jeder mit einem speziellen Trinkhalm (bombilla) trinken kann.

Feiertage

Die wichtigsten Feiertage sind Neujahr (1. Januar), Carnaval (siehe Karneval), Ostern (einschließlich GrĂŒndonnerstag und Karfreitag), der Tag der Landung der 33 Patrioten (19. April), der Tag der Arbeit (1. Mai), der Tag der Verfassung (18. Juli), der UnabhĂ€ngigkeitstag (25. August) sowie Heiligabend und der 1. Weihnachtsfeiertag (24. und 25. Dezember). In katholischen Gemeinden werden zu Ehren der örtlichen Schutzheiligen Feierlichkeiten und UmzĂŒge veranstaltet.

Feste

Die wichtigsten Feste sind der Karneval, Ostern und die Semana Criolla (‚Rodeo-Woche‘), bei der die Gauchos ihre akrobatischen ReitkĂŒnste herzeigen. Der Karneval, der immer Montag und Dienstag vor Aschermittwoch stattfindet, wird in Uruguay mit Leidenschaft gefeiert. Aufwendig gestaltete und fast endlos scheinende UmzĂŒge an kostĂŒmierten Menschen ziehen in diesen zwei Tagen durch die Straßen Montevideos und werden von verschiedensten Musikkapellen begleitet. Speziell uruguayisch sind der Tag der Treinta y Tres Orientales, an dem Juan Antonio Lavalleja und seine 33 Freiwilligen im Jahr 1825 die Rebellion gegen die Portugiesen starteten, sowie der Gedenktag fĂŒr die Schlacht von Las Piedras im Jahr 1811, bei der JosĂ© Gervasio Artigas die Spanier in der NĂ€he von Montevideo schlug. Der „Tag der Rasse“ erinnert an den Tag, an dem Kolumbus Amerika entdeckte. Der UnabhĂ€ngigkeitstag wird am 25. August gefeiert.

Wegen der Trennung zwischen Kirche und Staat haben alle religiösen Festtage einen weltlichen Namen erhalten. So heißt Weihnachten z. B. „Tag der Familie“.

Bildende Kunst

Die bildenden KĂŒnste werden in Uruguay, Ă€hnlich wie in Europa, durch den Staat subventioniert, damit sie ĂŒberhaupt existieren können.

Zu den bedeutendsten Malern des Landes gehören Juan Manuel Blanes, der Bilder gemalt hat, die das Leben der Gauchos und Momente in der Geschichte des Landes darstellen, daneben JoaquĂ­n Torres GarcĂ­a, der GrĂŒnder der konstruktiven Universalismus, Pedro Figari, der Alltagsszenen aus Montevideo und dem Land dargestellt hat, Carlos SĂĄez, Rafael Barradas, Carmelo de Arzadum, Ernesto Laroche, Felipe Seade oder JosĂ© CĂșneo.

JosĂ© Belloni ist der wichtigste Bildhauer Uruguays, seine Werke, die Szenen aus dem Alltag darstellen, schmĂŒcken viele öffentliche PlĂ€tze in Montevideo. Daneben sind Manuel Pena, Juan Manuel Ferrari, JosĂ© Luis Zorrilla de San MartĂ­n, Carlos Moler de Berg, G. Fonseca oder G. Cabrera erwĂ€hnenswert.

Musik und Tanz

Der Tango und die davon abgeleitete Milonga sind nicht nur die Musik Argentiniens, sondern auch Uruguays. Das erste als „Tango“ definierte MusikstĂŒck wurde 1886 in Montevideo komponiert. Die international als „Hymne“ des Tangos geltende La Cumparsita stammt aus der Feder des Montevideaners Gerardo Matos RodrĂ­guez, der die erste Fassung des Liedes in Ermangelung besser geeigneter Schreibutensilien auf eine Serviette des Montevideaner Restaurants La Giralda an der Plaza Independencia kritzelte. Das StĂŒck wurde 1917 in einer Montevideaner Schwarzen- und Arbeiterbaracke uraufgefĂŒhrt.

Montevideo und Buenos Aires streiten sich seit jeher um den Rang als GeburtsstĂ€tte des Tangos, was auch schon zu einigen diplomatischen Verwicklungen fĂŒhrte.

Eine speziell uruguayische Musik sind der Candombe und die Murga, beide sind Karnevalsrhythmen. Der Candombe ist fast noch uruguayischer als der Tango, der hier eine ĂŒber 150-jĂ€hrige Tradition hat und jedes Jahr im drei Monate dauernden Karneval seinen Höhepunkt erfĂ€hrt. Die Candombe-Parade, die den uruguayischen Karneval krönt, ist eine Art Mini-Ausgabe des Karnevals in Rio.

Wichtige SÀnger Uruguays sind Jaime Roos, Jorge Drexler, Eduardo Mateo, Rubén Rada, Pablo Sciuto, Erwin Schrott und Los Shakers. La Vela Puerca sind eine international bekannte Ska-Band.

Literatur

Die Literatur Uruguays ist beeinflusst von der spanischen und argentinischen Literatur; viele Autoren lebten zeitweise im Exil.

Ariel von JosĂ© Enrique RodĂł gilt als eines der grĂ¶ĂŸten literarischen Werke Uruguays. Das Buch wurde im Jahr 1900 geschrieben und behandelt die Notwendigkeit, spirituelle Werte in einer Welt des materiellen und technischen Fortschritts beizubehalten.

Die ErzĂ€hlungen und Kurzromane von Andressen Banchero (1925–1987) behandeln das Alltagsleben in den bescheidenen Vorstadt-Barrios von Montevideo (Triste de la calle cortada, 1975). Er erhielt verschiedene Auszeichnungen fĂŒr sein literarisches Werk und war der fĂŒhrende Kopf der Gruppe um die Zeitschrift Asir (1948–1959).

Unter der Diktatur 1973 bis 1985 verstummten viele Autoren.

Die ErzĂ€hlerin Sylvia Lago (* 1932) ist Literaturprofessorin an der Universidad de la RepĂșblica Montevideo. Sie wurde mehrfach fĂŒr ihre Arbeiten ausgezeichnet und gab auch Anthologien heraus, darunter auch in deutscher Sprache. Ihre Themen sind das Leben von Frauen und jungen Menschen.

Stilistisch sehr isoliert und dennoch einflussreich ist das Werk von Mario Levrero (1940–2004), das teils in Argentinien und Spanien verlegt wurde. In La ciudad (1970) beschreibt er eine kafkaeske Traumwelt.

Mario Delgado AparaĂ­n (* 1949) ist ein ErzĂ€hler und Romancier, dessen Werke in mehrere Sprachen ĂŒbersetzt wurden. Sein wichtigster Roman ist La balada de Johnny Sosa, fĂŒr den er den Premio Municipal de Literatura 1987 erhielt.

Die TheaterstĂŒcke von Florencio SĂĄnchez behandeln soziale Probleme und werden bis heute gespielt. Der Dichter Juan Luis Zorrilla de San MartĂ­n ist Urheber von epischen Gedichten ĂŒber die Geschichte des Landes, wie etwa TabarĂ©. Dichterinnen wie Juana de Ibarbourou oder Delmira Agustini sind Vertreterinnen der femininen Poesie.

Nennenswerte zeitgenössische Schriftsteller sind Juan Carlos Onetti, Mario Benedetti, Eduardo Galeano, Mario Levrero und Jorge Majfud. In Montevideo lebt heute der 1955 in Argentinien geborene Carlos María Domínguez, dessen Werke auch in Deutschland bekannt wurden.

Film

Erfolge konnten uruguayische Filme erst gegen Anfang des 21. Jahrhunderts feiern. En la puta vida (2001), El Ășltimo tren (2002) und El viaje hacia el mar (2003) erhielten einige Auszeichnungen. Der 2007 produzierte Film El baño del papa (dt. Untertitel Das große GeschĂ€ft) wurde ebenfalls auf mehreren Festivals ausgezeichnet und war 2008 der von Uruguay fĂŒr die Oscar-PrĂ€mierung eingereichte Film. Die bedeutendsten Regisseure des Landes sind Juan Pablo Rebella und Pablo Stoll, deren Filme meistens in Montevideo spielen, so auch ihre beiden preisgekrönten Tragikomödien 25 Watts (2001) und Whisky (2005). Erfolge erzielte auch der 2009 erschienene Film Mal dĂ­a para pescar

Museen

Die bedeutendsten Museen des Landes sind in Montevideo beheimatet, wie das Nationalhistorische Museum, das Museum der Schönen KĂŒnste und das Naturgeschichtliche Museum. Das Museo del Indo y del Gaucho in TacuarembĂł stellt Kunstsammlungen der Indianer und der Gauchos sowie Waffen- und Handwerkzeugsammlungen aus. In Solymar, 24 km von Montevideo entfernt, befindet sich das Museo del Pan (‚das Brotmuseum‘); das einzige seiner Art in Lateinamerika.

Gesellschaft

Das Land ist liberal gegenĂŒber Homosexuellen, seit 2013 sind gleichgeschlechtliche Eheschließungen möglich; seit Oktober 2018 ist in Uruguay ein rechtlicher Geschlechtseintrag als „nicht mĂ€nnlich/weiblich“ möglich (siehe LGBT in Uruguay).

Bildungssystem

Schulsystem

Uruguay hat mit 98 Prozent eine der höchsten Alphabetisierungsraten SĂŒdamerikas. Außerdem liegt der Anteil derjenigen, die einen höheren Bildungsweg einschlagen, um 50 % höher als im Durchschnitt von Lateinamerika. Dies geht auf die neunjĂ€hrige Schulpflicht zurĂŒck, die vom 6. bis zum 14. Lebensjahr in Uruguay bereits ab 1877 bestand. Das Schulsystem ist dreistufig: Im Alter von 6 bis 12 Jahren gibt es eine Grundschulausbildung. Zwischen 12 und 15 Jahren gehen die SchĂŒler in die Sekundarstufe, wobei SchĂŒler, die in den staatlichen Examen gut abschneiden, das Recht erhalten, in die „diversifizierte Sekundarstufe“ einzusteigen, wo sie ein bachillerado, das Bakkalaureat ablegen können, das zum UniversitĂ€tsstudium berechtigt. Die SchĂŒler können auch die technische Sekundarstufe besuchen, um ein technisches Bakkalaureat zu erwerben. Uruguay gehört zu den wenigen LĂ€ndern, in denen der Schulbesuch sowie der von Hochschulen und weiterfĂŒhrenden Bildungseinrichtungen unentgeltlich sind. Dies ist bereits seit den Reformen JosĂ© Batlle y Ordóñez' zu Beginn des 20. Jahrhunderts der Fall. Uruguay soll das erste Land der Welt sein, das jedem Kind einen Laptop XO-1 der Initiative „One Laptop Per Child“ zur VerfĂŒgung stellt. Über 380.000 solcher Laptops seien bisher (Zeitpunkt September 2009) den Kindern ĂŒbergeben worden. In Uruguay heißt die Initiative Plan Ceibal und hat die Verbesserung und Verbreitung der Bildung zum Ziel. Alle Kinder und Lehrer, die öffentliche Schulen besuchen, sollen durch diese Initiative einen Laptop, auch Ceibalita genannt, bekommen. Dies soll auch den Zugang zu aktuellen Informationen und Nachrichten im Landesinneren ermöglichen.

Fremdsprachen im Bildungswesen

An uruguayischen Schulen besteht seit Mitte des 19. Jahrhunderts die Möglichkeit, Fremdsprachen zu erlernen. Neben Latein war zunĂ€chst Französischunterricht im Bildungswesen etabliert. In der Folgezeit wurde auch Englisch und ab 1906 Italienisch innerhalb des uruguayischen Bildungssystems vermittelt. WĂ€hrend sich die Fremdsprachenausbildung, in der die französische Sprache zu dieser Zeit dominierte, zunĂ€chst auf den Bereich der Sekundarschulen erstreckte, Ă€nderte sich dies im Laufe des 20. Jahrhunderts infolge mehrerer durchgefĂŒhrter Reformen. Sowohl die Gewichtung der einzelnen Sprachen, die optionale oder verpflichtende Vermittlung, als auch ihre Unterrichtung bereits in der Primarstufe waren Gegenstand dieser Änderungen. Deutsch etwa, das teilweise auch innerhalb des uruguayischen Bildungssystems vermittelt wurde, spielte seit der Schulreform 1976 zunĂ€chst keine Rolle mehr, wurde aber im Rahmen eines Pilotprojektes zwischen 1989 und 1995 erneut an einigen Gymnasien Montevideos angeboten. Mit der Schulreform aus dem Jahre 1996 erfolgte die Bestimmung der englischen Sprache zum sechsjĂ€hrigen Pflichtfach ab dem ersten Jahr der Sekundarstufe, dem sogenannten Ciclo BĂĄsico. Alle anderen Fremdsprachen wurden als WahlfĂ€cher zur Vermittlung in Sprachzentren aus den Schulen ausgelagert. Dort ist der Erwerb eines Diploms nach vorgesehener dreijĂ€hriger Ausbildung mit jeweils zwei 90-minĂŒtigen wöchentlichen Unterrichtseinheiten möglich. Ende der 1990er Jahre existierten vier dieser Sprachzentren in Montevideo und fĂŒnf im restlichen Uruguay. Aus der dem 1991 abgeschlossenen Mercosur-Abkommen der NachbarlĂ€nder Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay entstammenden Verpflichtung der schulischen Sprachvermittlung der Sprachen der BĂŒndnispartner folgend, ist seit 1998 auch die Möglichkeit gegeben, das Brasilianisch-Portugiesische als schulisches Wahlfach zu belegen. Ende der 1990er-Jahre wurde diese Sprache innerhalb der fremdsprachlichen WahlfĂ€cher von den uruguayischen SchĂŒlern bevorzugt.

UniversitÀten

Unter den Hochschulen sind die 1849 gegrĂŒndete Universidad de la RepĂșblica, die Universidad CatĂłlica del Uruguay Damaso A. Larranaga sowie die Universidad ORT Uruguay erwĂ€hnenswert. FĂŒr jene mit technischem Bakkalaureat gibt es die Universidad del Trabajo, kurz UTU genannt. Des Weiteren gibt es etwa 40 pĂ€dagogische Hochschulen.

Bibliothekswesen

Alle bedeutenden Bibliotheken befinden sich in der Hauptstadt Montevideo, was auf das Ungleichgewicht zwischen Montevideo und dem Hinterland hindeutet. Die Nationalbibliothek und vor allem die Bibliothek des Nationalen Geschichtsmuseums sind bekannt fĂŒr ihre Sammlungen von Gravuren und Briefen. Weitere wichtige Bibliotheken sind die Bibliothek des Nationalkongresses und das Staatsarchiv.

Radio und Fernsehen

Die Medienlandschaft ist vielfĂ€ltig. Es gibt in Uruguay mehr als 200 Radiostationen und 23 Fernsehsender. Fernsehen und Radio finanzieren sich ĂŒber Werbeeinnahmen und nutzen kostenlos zur VerfĂŒgung gestellte Materialien. Der staatlichen Rundfunk SODRE produziert nicht kommerziell Hörfunk und Fernsehprogramme.

Bedeutende Radiostationen sind zum Beispiel:

  • Radio Monte Carlo
  • Aire 100.3
  • Metropolis
  • Galaxia
  • 810 Espectador
  • Radio Urbana
  • Radio SarandĂ­
  • Radio Carve

Laut einer Erhebung aus dem FrĂŒhjahr 2009 ist Radio Monte Carlo morgens bis mittags der meistgehörte Radiosender, wĂ€hrend am Nachmittag und Abend Aire am hĂ€ufigsten eingeschaltet wird. Die Programme der staatlichen SODRE werden dagegen kaum gehört.

Wichtige Fernsehsender sind:

  • Canal 5 TelevisiĂłn Nacional de Uruguay
  • Canal 4 Montecarlo
  • Canal 10
  • Canal 12 – Teledoce Televisora Color
  • Canal Once

Presse

Zeitungen und Zeitschriften spiegeln ein breites Meinungsspektrum wider. TĂ€glich erscheinen 36 Tageszeitungen mit einer Gesamtauflage von rund eine Million Exemplaren, die bedeutendsten sind: El PaĂ­s (der Blanco Partei nahestehend), El Observador (unabhĂ€ngig – tendiert zu Colorados), La RepĂșblica (regierungsnah), außerdem noch einige Wochenzeitungen: BĂșsqueda (wirtschaftsliberal), Brecha (links), Revista Tres.

Die spanischsprachige Zeitung El PaĂ­s erscheint tĂ€glich als Morgenblatt und ist mit 25.000 Exemplaren Uruguays auflagenstĂ€rkste Tageszeitung. ZĂ€hlt die Ausgabe werktags zwischen 20.000 und 25.000 Exemplaren, so kann man am Wochenende mit einer bis viermal höheren Auflagenzahl rechnen. Im Durchschnitt hat die Sonntagsausgabe 150–180 Seiten, wĂ€hrend die Wochentagsausgaben in der Regel 20–44 Seiten umfassen. AuflagenstĂ€rkste Zeitung außerhalb Montevideos ist El TelĂ©grafo.

Internet

Seit 1990 existiert die Top-Level-Domain „.uy“. Im Jahr 2019 nutzten 77 Prozent der Einwohner Uruguays das Internet.

Sport

Fußball ist, wie in fast ganz Lateinamerika, der wichtigste Sport ĂŒberhaupt. Die zwei dominierenden Klubs der Liga sind Peñarol Montevideo und Nacional Montevideo, beide spielen im Estadio Centenario.

Die Fußballnationalmannschaft Uruguays zĂ€hlte zu den dominierenden Teams der Zwischenkriegszeit. So gewann sie die olympischen Fußballturniere in Paris 1924 und Amsterdam 1928 sowie die erste Fußball-Weltmeisterschaft, die 1930 im eigenen Land ausgetragen wurde. 1950 wurde Uruguay zum zweiten und bislang letzten Mal Weltmeister; zudem erreichte die Mannschaft bei den Weltmeisterschaften 1954, 1970 und 2010 jeweils das Halbfinale und belegte jeweils den 4. Platz.

Uruguay zĂ€hlt auch zu den mehrmaligen Siegern der Copa AmĂ©rica. Diesen Pokal der sĂŒdamerikanischen Nationalteams gewann man 1916, 1917, 1920, 1923, 1924, 1926, 1935, 1942, 1956, 1959, 1967, 1983, 1987, 1995 und 2011. Mit insgesamt 15 TrophĂ€en ist Uruguay damit der Rekordsieger der Copa AmĂ©rica.

Neben Fußball ist Basketball eine Sportart, die schnell an AnhĂ€ngern zulegt. Auch Rugby erfreut sich einer wachsenden PopularitĂ€t in Uruguay. So gehört die "Los Teros" genannte Nationalmannschaft zu den 20 besten Teams der Welt und nahm an den Weltmeisterschaften 1999 in Wales, 2003 in Australien, 2015 in England und 2019 in Japan teil. Reitsport wie Springreiten oder Polo haben speziell bei den Reicheren eine hohe Bedeutung. Die Gauchos spielen ein Reitspiel namens Pato, bei dem zwei Teams auf Pferden um den Besitz eines Balls mit Griff streiten. Daneben gibt es Criolla (eine Art Rodeo), bei dem sich ein Reiter so lange wie möglich auf einem wilden Pferd halten muss. Criollas werden das ganze Jahr ĂŒber abgehalten, die berĂŒhmteste findet zu Ostern in Montevideo statt. Das Boccia-Spiel ist aus Italien nach Uruguay gekommen.

Auch in anderen Sportarten gelang es uruguayischen Sportlern vereinzelt internationale Erfolge zu erzielen. So konnten bei den Olympischen Spielen zwischen 1924 und 2008 insgesamt 10 Medaillen gewonnen werden.

Siehe auch

  • Agrarstrukturen in Lateinamerika

Literatur

  • Stefan Thimmel (Hrsg.): Uruguay: ein Land in Bewegung. Mitherausgegeben von der Informationsstelle Lateinamerika. Assoziation A, Berlin und Hamburg 2010, ISBN 978-3-935936-74-3
  • Ernst von Hesse-Wartegg: Zwischen Anden und Amazonas. Reisen in Brasilien, Argentinien, Paraguay, Uruguay. Union, Stuttgart 1914; Neuausgabe: Salzwasser Verlag, Paderborn 2011, ISBN 978-3-86195-986-1
  • Thomas Fischer: Die Tupamaros in Uruguay. Das Modell der Stadtguerilla. In: Wolfgang Kraushaar (Hrsg.): Die RAF und der linke Terrorismus. Band 2. Hamburger Edition, Hamburg 2006, ISBN 978-3-936096-65-1, S. 736–750
  • GĂŒnther Wessel: Uruguay. ReisefĂŒhrer mit Landeskunde. Mai, Dreieich 1996, ISBN 3-87936-229-7 (Mai’s WeltfĂŒhrer, Nr. 5)
  • Ulrich Brand, Marlis Gensler, Stefan Thimmel: Argentinien und Uruguay. LĂ€nderkunde und Reisehandbuch fĂŒr Kultur- und Naturreisende. Peter Meyer Verlag, Frankfurt am Main 1999, ISBN 3-922057-69-1
  • Alfred von Metzen: Deutsche Siedlungen in Norden Uruguays. Elwert, Marburg 1983, ISBN 3-7708-0755-3
  • Christoph Wagner: Politik in Uruguay 1984–1990. Probleme der demokratischen Konsolidierung. LIT, MĂŒnster und Hamburg 1991, ISBN 3-89473-099-4
  • Christoph Wagner: Das politische System Uruguays. In: Klaus StĂŒwe, Stefan Rinke (Hrsg.): Die politischen Systeme in Nord- und Lateinamerika. VS, Wiesbaden 2008, ISBN 978-3-531-14252-4
  • Jorge Bossi: Recursos minerales del Uruguay. Ediciones Daniel Aljanati, Montevideo 1978.

Weblinks

  • Offizielle Website der uruguayischen Regierung
  • Offizielle Website der uruguayischen PrĂ€sidentschaft
  • Website des uruguayischen Tourismusministeriums
  • El PaĂ­s – die wichtigste uruguayische Tageszeitung
  • AusfĂŒhrliche Informationen zu Uruguay auf der Homepage der Universidad de la RepĂșblica (spanisch)
  • Datenbank inhaltlich erschlossener Literatur zur gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Situation in Uruguay
  • Website der Österreichisch-Uruguayischen Gesellschaft

Einzelnachweise


 

Region Regionen (19)

Abk Name Lat N Lat S Lng W Lng E B O
Artigas -30.097 -31.079 -57.89 -55.99  
Canelones -34.208 -34.885 -56.472 -55.374  
Cerro Largo -31.665 -33.025 -55.345 -53.111  
Colonia -33.778 -34.491 -58.416 -56.942  
Durazno -32.427 -33.497 -57.179 -55.01  
Flores -33.123 -33.988 -57.348 -56.422  
Florida -33.118 -34.433 -56.533 -55.091  
Lavalleja -33.337 -34.622 -55.619 -54.126  
Maldonado -33.926 -34.973 -55.473 -54.461  
Montevideo -34.713 -34.932 -56.421 -56.036  
PaysandĂș -31.47 -32.614 -58.203 -56.245  
RĂ­o Negro -32.363 -33.424 -58.419 -56.559  
Rivera -30.843 -32.123 -56.188 -54.468  
Rocha -33.125 -34.807 -54.538 -53.379  
Salto -30.752 -31.871 -58.076 -56.01  
San JosĂ© -33.85 -34.794 -57.176 -56.354  
Soriano -33.021 -33.963 -58.439 -57.078  
TacuarembĂł -31.256 -32.861 -56.667 -54.655  
Treinta y Tres -32.705 -33.465 -55.148 -53.183  
 

Die höchsten Gipfel Die höchsten Gipfel

 

Die höchsten Hütten Die höchsten Hütten

 

Touren in diesem Staat Touren in diesem Staat

 

Bücher und Karten Bücher und Karten

Flagge: Uruguay

Name englisch: Uruguay
Hauptstadt: Montevideo
Kfz: ROU
ISO: UY
ISO3: URY
Fläche: 176220 km²
Tld: .uy
Wärung Einheit: UYU
Währung: Peso
Vorwahl: 598

Ausdehnung / Grenzen (nach WGS 84 dezimal):
nördlichster Punkt: -30.0852149
südlichster Punkt: -34.9733882
westlichster Punkt: -58.43915
östlichster Punkt: -53.0779286


 
Uruguay: Große Karte mit den Grenzen und allen POIs
Uruguay. Schaue dir die Lage und viele weitere Informationen an. Höchste Gipfel und höchste Hütten.

Twitter twitter.com/deinebergede Instagram instagram.com/deineberge.de Facebook facebook.com/DeineBerge Frage Kontakt Fragen, Fehler, Lob, Kritik?
Schreib uns eine Nachricht.