Gebirge Gebirge und Gebirgsgruppen » Europa » S√ľdwestdeutsches Stufenland » Schwarzwald

Gebirge Karte: Schwarzwald

Gebirge Lage und Zugehörigkeit

Zugehörigkeit: Europa » S√ľdwestdeutsches Stufenland » Schwarzwald
 

Gebirge Informationen zur Gebirgsgruppe: Schwarzwald

Informationen zur Lage und Bezeichnung:


ausführliche Beschreibung:

Der Schwarzwald ist Deutschlands h√∂chstes und gr√∂√ütes zusammenh√§ngendes Mittelgebirge und liegt im S√ľdwesten Baden-W√ľrttembergs. Er ist die wichtigste Tourismusregion des Bundeslandes und das meistbesuchte Urlaubsziel unter den deutschen Mittelgebirgen.

Geographie

Meist dicht bewaldet erstreckt sich der Schwarzwald vom Hochrhein im S√ľden bis zum Kraichgau im Norden. Im Westen wird er begrenzt von der Oberrheinischen Tiefebene (zu der naturr√§umlich auch die Vorh√ľgelkette geh√∂rt), im Osten geht er √ľber in G√§u, Baar und das H√ľgelland westlich des Klettgaus. Der Schwarzwald ist der h√∂chste Teil der s√ľdwestdeutschen Schichtstufenlandschaft und aus Gesteinen des Grundgebirges und des Buntsandsteins aufgebaut. Die naturr√§umliche Abgrenzung von den umgebenden Landschaften orientiert sich am Auftreten des Muschelkalks, der innerhalb des Schwarzwalds fehlt. Diese Linie ist aufgrund der vom Gestein abh√§ngigen Bodenfruchtbarkeit gleichzeitig eine Vegetationsgrenze und die Grenze zwischen Altsiedelland und dem erst im Hochmittelalter dauerhaft besiedelten Schwarzwald. Von Nord nach S√ľd erstreckt sich der Schwarzwald √ľber etwa 150¬†km, seine Breite erreicht im S√ľden bis zu 50¬†km, im Norden bis zu 30¬†km. Tektonisch bildet das Gebirge eine Pultscholle, die im Westen aus dem Oberrheingraben imposant herausgehoben ist, w√§hrend sie von Osten betrachtet den Eindruck einer waldreichen Hochfl√§che vermittelt.

Naturräume

Die Naturräume des Schwarzwaldes werden nach verschiedenen Merkmalen gegliedert:

Geomorphologisch wird vor allem einerseits zwischen der Ostabdachung mit meist gerundeten Bergformen und weiten Hochplateaus (sogenanntes danubisches ‚Äď donaub√ľndiges ‚Äď Relief, besonders augenf√§llig im Norden und Osten auf Buntsandstein) und andererseits dem intensiv zertalten Abbruch zum Oberrheingraben hin (sogenannter Talschwarzwald mit rhenanischem ‚Ästrheinb√ľndigem¬†‚Äď Relief) unterschieden. Dort liegen die h√∂chsten Erhebungen und treten die gr√∂√üten unmittelbaren H√∂henunterschiede (bis 1000¬†m) auf. Die T√§ler sind meist eng, oft schluchtartig, seltener beckenf√∂rmig. Die Gipfel sind gerundet, es kommen aber auch Plateaureste und gratartige Formen vor.

Geologisch ergibt sich die augenf√§lligste Gliederung ebenfalls in ostwestlicher Richtung. Den Ostschwarzwald bedeckt √ľber gr√∂√üere Fl√§chen das unterste Glied des S√ľdwestdeutschen Schichtstufenlandes, der Buntsandstein, mit endlos scheinenden Nadelw√§ldern und davon umschlossenen Rodungsinseln. Das im Westen freiliegende Grundgebirge, √ľberwiegend aus metamorphen Gesteinen und Graniten aufgebaut, war trotz seiner Steilheit leichter zu besiedeln und erscheint heute mit seinen vielgestaltigen Wiesent√§lern offen und freundlicher.

Die g√§ngigsten Gliederungen teilen den Schwarzwald jedoch in nords√ľdlicher Richtung. Zun√§chst, bis etwa in die 1930er Jahre, wurde der Schwarzwald in Nord- und S√ľdschwarzwald geteilt, wobei man die Grenze an der Kinzigtallinie zog. Sp√§ter wurde der Schwarzwald in den waldreichen Nordschwarzwald, den im Mittel niedrigeren, vorwiegend in den T√§lern landwirtschaftlich gepr√§gten Mittleren Schwarzwald sowie den deutlich h√∂heren S√ľdschwarzwald mit ausgepr√§gter H√∂henlandwirtschaft und von eiszeitlichen Gletschern gepr√§gtem Relief aufgeteilt. Der Begriff Hochschwarzwald stand f√ľr die h√∂chsten Bereiche von S√ľdschwarzwald und s√ľdlichem Mittelschwarzwald.

Die gezogenen Grenzen waren jedoch sehr verschieden. Robert Gradmann nannte 1931 als Mittleren Schwarzwald den Einzugsbereich der Kinzig und dazu im Westen den Abschnitt bis zur unteren Elz und zum Kinzig-Zufluss Gutach. Eine pragmatische Gliederung, die sich nicht an Natur- und Kulturr√§umen orientiert, nutzt die wichtigsten Quert√§ler. Ihr zufolge wird der Mittlere Schwarzwald von der Kinzig im Norden und der Linie Dreisam‚ÄďGutach (Wutach) im S√ľden begrenzt, entsprechend der Bonndorfer Grabenzone und dem Verlauf der heutigen B¬†31.

Rudolf Metz fasste 1959 die bisherigen Gliederungen zusammen und schlug selbst eine modifizierte Dreiteilung vor, die natur- und kulturr√§umliche Ans√§tze verbindet und weite Verbreitung fand. Sein Mittlerer Schwarzwald wird im Norden von der Wasserscheide zwischen Acher und Rench und im weiteren Verlauf zwischen Murg und Kinzig bzw. Forbach und Kinzig begrenzt, im S√ľden von der Bonndorfer Grabenzone, die den Schwarzwald im Osten einschn√ľrt wie der Freudenst√§dter Graben weiter n√∂rdlich am √úbergang zum Nordschwarzwald.

Arbeiten des Instituts f√ľr Landeskunde

Das seit den fr√ľhen 1950er Jahren von der Bundesanstalt f√ľr Landeskunde erstellte Handbuch der naturr√§umlichen Gliederung Deutschlands nennt den Schwarzwald als eine von sechs Gro√üregionen 3. Ordnung innerhalb der naturr√§umlichen Gro√üregion 2. Ordnung des S√ľdwestdeutschen Stufenlandes und gleichzeitig eine von neun Haupteinheitengruppen. Er wird in insgesamt sechs sogenannte Haupteinheiten (Landschaften 4. Ordnung) aufgeteilt. Diese Gliederung wurde bis zum Jahre 1967 in mehreren, jeweils einzelne Kartenabschnitte betreffenden Nachfolgepublikationen (Einzelbl√§tter 1: 200.000) verfeinert und modifiziert. Zu den dabei eingef√ľhrten Untereinheiten siehe Naturr√§umliche Gliederung des Schwarzwaldes. Eine Dreiteilung des Gebirges zeichnet sich ebenfalls ab. Die Nordgrenze des Mittleren Schwarzwaldes verl√§uft hier s√ľdlich des Renchtales und des Kniebis bis nahe Freudenstadt. Die S√ľdgrenze wechselte je nach Bearbeitungsstand.

Die Landesanstalt f√ľr Umweltschutz Baden-W√ľrttemberg (heute Landesanstalt f√ľr Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-W√ľrttemberg LUBW) ver√∂ffentlichte 1998 eine √ľberarbeitete Naturr√§umliche Gliederung Baden-W√ľrttembergs. Sie beschr√§nkt sich auf die Ebene der naturr√§umlichen Haupteinheiten und findet seitdem in der Naturschutzverwaltung des Landes Verwendung:

Die Schwarzwald-Randplatten (150) bilden geomorphologisch zum Kraichgau im Norden und den Heckeng√§u-Landschaften im Osten abfallende Hochfl√§chen am Nord- und Nordostrand des Mittelgebirges. Sie werden vor allem durch das Flusssystem der Nagold in einzelne Riedel zertalt; ein schmaler Nordwestausl√§ufer reicht bis √ľber die Enz bei Neuenb√ľrg und ums√§umt weiter westlich auch den Mittellauf der Alb bis unmittelbar oberhalb Ettlingens. S√ľdwestlich schlie√üen sich unmittelbar Grindenschwarzwald und Enzh√∂hen (151) an den Oberl√§ufen von Enz und Murg an, die das Kernst√ľck des Nordschwarzwaldes darstellen. Den Westen des Nordschwarzwalds bildet der N√∂rdliche Talschwarzwald (152) mit dem Mittellauf der Murg um Gernsbach, dem der Oos bis Baden-Baden, dem der B√ľhlot oberhalb B√ľhls sowie dem Oberlauf der Rench um Oppenau, deren Austrittst√§ler aus dem Mittelgebirge alle nach Nordwesten gerichtet sind.

Der Mittlere Schwarzwald (153) beschränkt sich im Wesentlichen auf das Einzugsgebiet der Kinzig oberhalb Offenburgs nebst Schutter sowie auf das niedrige Bergland nördlich der Elz.

Der S√ľd√∂stliche Schwarzwald (154) besteht in der Hauptsache aus den Einzugsgebieten der Oberl√§ufe der Donau-Quellfl√ľsse Brigach und Breg sowie dem der linken Seitent√§ler der Wutach n√∂rdlich Neustadts ‚Äď und somit aus dem Nordosten des S√ľdschwarzwaldes. Nach S√ľden und Westen schlie√üt sich der Hochschwarzwald (155) an mit den h√∂chsten Schwarzwaldgipfeln um Feldberg und Belchen. Sein Ostteil, der S√ľdliche Hochfl√§chenschwarzwald, ist durch die danubische Richtung gepr√§gt, entw√§ssert jedoch √ľber die Wutach und die Alb zum Rhein. Der S√ľdliche Kammschwarzwald im Westen ist durch vom Rhein her tief eingeschnittene T√§ler in zahlreiche K√§mme aufgel√∂st. Unmittelbar rechts der Wiese oberhalb L√∂rrachs hebt sich morphologisch, geologisch und klimatisch noch einmal die fl√§chenm√§√üig kleine Buntsandstein-Rotliegend-Tafel des Weitenauer Berglandes im √§u√üersten S√ľdwesten des Schwarzwaldes von den anderen Teilen des S√ľdschwarzwaldes ab, die in dieser Einteilung ebenfalls zum Hochschwarzwald gerechnet wird.

Berge

Mit 1493¬†m¬†√ľ.¬†NHN ist der Feldberg im S√ľdschwarzwald der h√∂chste Berggipfel. Dort liegen auch das Herzogenhorn (1415,6¬†m) und der Belchen (1414,2¬†m). Allgemein sind die Berge des S√ľd- oder Hochschwarzwaldes h√∂her als die des Nordschwarzwaldes. Der h√∂chste Schwarzwaldberg n√∂rdlich der Linie Freiburg‚ÄďH√∂llental‚ÄďNeustadt ist der Kandel (1241,3¬†m). Wie auch die h√∂chste Erhebung des Nordschwarzwaldes, die Hornisgrinde (1164,4¬†m), oder die S√ľdschwarzw√§lder Aussichtsberge Schauinsland (1283,9¬†m) und Blauen (1165,4¬†m) liegt er nahe am Westrand des Gebirges.

Gewässer

Fl√ľsse, die im Schwarzwald entspringen (der L√§nge nach, Verlauf au√üerhalb des Schwarzwaldes eingeschlossen):

  • Enz (105¬†km)
  • Kinzig (93¬†km)
  • Elz (90¬†km)
  • Nagold (90¬†km), hydrologischer Hauptstrang des Nagold-Enz-Systems (149¬†km)
  • Wutach (90¬†km)
  • Murg (79¬†km), im Nordschwarzwald
  • Pfinz (60¬†km, √ľberwiegend au√üerhalb des Schwarzwaldes)
  • Rench (57¬†km)
  • Schutter (56¬†km)
  • Wiese (55¬†km)
  • Acher (54¬†km)
  • Alb (51¬†km), im Nordschwarzwald
  • Dreisam (mit Rotbach 49¬†km)
  • Breg (46¬†km), l√§ngster Quellfluss der Donau (2857¬†km)
  • Alb (43¬†km mit Menzenschwander Alb), im S√ľdschwarzwald
  • Brigach (40¬†km), Quellfluss der Donau
  • Glatt (37¬†km),
  • M√∂hlin (32¬†km)
  • Wolf (31¬†km)
  • Schiltach (30¬†km)
  • Gutach (29¬†km), Nebenfluss der Kinzig
  • Wilde Gutach (28¬†km)
  • Wehra (mit R√ľttebach 28¬†km)
  • Oos (25¬†km)
  • Murg (22¬†km), im S√ľdschwarzwald
  • Glasbach (18¬†km), hydrologischer Hauptstrang des Neckar-Systems

Bedeutende Seen nat√ľrlichen, glazialen Ursprungs im Schwarzwald sind unter anderem der Titisee, der Mummelsee und der Feldsee. Besonders im n√∂rdlichen Schwarzwald finden sich eine Reihe weiterer kleiner Karseen. Zahlreiche Stauseen wie der ‚Äď fr√ľher als Natursee noch kleinere ‚Äď Schluchsee mit den weiteren Seen des Schluchseewerks, die Schwarzenbachtalsperre, die Talsperre Kleine Kinzig oder die Nagoldtalsperre dienen der Stromerzeugung, dem Hochwasserschutz oder der Trinkwasserversorgung.

Geologie

Entstehung

Seit dem Einbruch des Oberrheingrabens im Eoz√§n wurden der Schwarzwald an der √∂stlichen und die Vogesen an der westlichen Grabenschulter herausgehoben. Im Zentrum sitzt der (mioz√§ne) Kaiserstuhlvulkan. Das mesozoische Deckgebirge wurde in der Folgezeit auf den H√∂hen bis auf Reste des Buntsandsteins und des Rotliegenden weitgehend abgetragen, w√§hrend es im Grabeninneren erhalten ist. Im Plioz√§n setzte eine ausgepr√§gte, aber ungleichm√§√üige Aufw√∂lbung ein, die den s√ľdlichen Schwarzwald mit dem Feldberg am st√§rksten erfasste. So liegt heute im n√∂rdlichen Teil um die Hornisgrinde die Oberfl√§che des Grundgebirges wesentlich niedriger. Im mittleren Schwarzwald entstand die tektonische Mulde des Kinzigtals.

Das geologische Fundament des Schwarzwalds bildet der kristalline Sockel des variszischen Grundgebirges. Er wird im Osten und Nordosten von Buntsandsteintafeln, dem sogenannten Deckgebirge, √ľberlagert. Am Westrand erstreckt sich zum Oberrheingraben hin eine staffelbruchartig abtreppende Vorbergzone mit Gesteinen des Trias und Jura.

Grundgebirge

Im Grundgebirge herrschen Gneis-Gesteine vor (Ortho- und Paragneise, im S√ľden ebenso Migmatite und Diatexite, z.¬†B. am Schauinsland und Kandel). In diese Gneise drangen im Karbon eine Anzahl von Granitk√∂rpern ein. Zu den gr√∂√üeren geh√∂ren der Triberger Granit und der Forbachgranit, der j√ľngste ist der B√§rhaldegranit. Im S√ľden liegt die Zone von Badenweiler-Lenzkirch, in der pal√§ozoische Gesteine erhalten sind (Vulkanite und Sedimentgesteine), die als eingeschuppte Reste einer Mikrokontinentkollision gedeutet werden. Noch weiter im S√ľdosten (um Todtmoos) liegen im Gneis eine Reihe von exotischen Einschl√ľssen (Gabbro von Ehrsberg, Serpentinite und Pyroxenite bei Todtmoos, Norit bei Horbach), die m√∂glicherweise Reste eines Akkretionskeils aus einer Kontinentkollision sind. Zum geologischen √úbergangsstockwerk z√§hlen die Rotliegend-Senken, beispielsweise die Schramberger oder die Baden-Badener Senke, mit teils m√§chtigen Quarzporphyr- und Tuffdecken (aufgeschlossen zum Beispiel am Felsmassiv Battert bei Baden-Baden).

Deckgebirge

√úber dem kristallinen Sockel (Grundgebirge) und dem √úbergangsstockwerk erhebt sich im Nordschwarzwald und in den angrenzenden Teilen des Mittleren Schwarzwaldes das Buntsandstein-Deckgebirge mit markanten Stufen. Widerstandsf√§higste Deckschicht auf der Stufenfl√§che der durch die Murgzufl√ľsse stark aufgel√∂sten Grindenh√∂hen und der geschlossenen Enzh√∂hen ist das verkieselte Hauptkonglomerat (Mittlerer Buntsandstein). Nach Osten und Norden schlie√üen sich die Platten des Oberen Buntsandsteins an (Plattensandsteine und R√∂ttone). S√ľdlich der Kinzig verschm√§lert sich die Buntsandsteinzone auf einen Randsaum im Osten des Gebirges.

Eiszeit und Formgebung

Es gilt als erwiesen, dass der Schwarzwald w√§hrend der Hochphasen mindestens der Ri√ü- und W√ľrmeiszeit (bis vor rund 12.000 Jahren) mit dem Feldberg-Gletscher stark vergletschert war. Der glazi√§re Formenschatz pr√§gt fast den gesamten Hochschwarzwald und den Hauptkamm des Nordschwarzwalds. Ansonsten ist er lediglich in einer Vielzahl von meist nach Nordosten gerichteten Karen augenf√§llig. Besonders in dieser Exposition f√ľhrten Schneeanh√§ufungen auf den sonnen- und windabgewandten H√§ngen der Gipfelplateaus zur Bildung kurzer Kargletscher, die diese trichterf√∂rmigen Mulden versteilten. In ihnen sind, teils durch anthropogene √úberh√∂hung der Karschwelle, noch einige Karseen erhalten wie Mummelsee, Wildsee, Schurmsee, Glaswaldsee, Nonnenmattweiher, Feldsee. Der Titisee bildete sich als Zungenbeckensee hinter einer Gletschermor√§ne.

Klima

Klimatisch hebt sich das Gebirge durch geringere Temperaturen und höhere Niederschläge von den Randlandschaften ab. Regelmäßige Niederschläge während des ganzen Jahres prägen den Mittelgebirgscharakter des Schwarzwalds. Jedoch nehmen die Temperaturen mit zunehmender Höhe nicht etwa gleichmäßig ab und die Niederschläge nicht gleichmäßig zu. Vielmehr steigen die Niederschläge schon in tieferen Lagen und besonders an der niederschlagsreichen Westseite unverhältnismäßig an.

Regen- und Schneemengen

Die niederschlagsreichsten Bereiche sind die H√∂henregionen um die Hornisgrinde im Nord- sowie Belchen und Feldberg im S√ľdschwarzwald, wo j√§hrliche Niederschlagsmengen von 1800 bis 2100¬†l/m¬≤ auftreten. Regenreichen atlantischen Westwinden frei ausgesetzt, fallen im Nordschwarzwald trotz geringerer H√∂he in etwa gleich viele Niederschl√§ge wie im S√ľdlichen Schwarzwald. Dort wirken die davor liegenden Vogesen als Regenf√§nger. Auf der nach Osten exponierten Seite des Mittleren Schwarzwalds wird es wieder wesentlich trockener. So liegen die j√§hrlichen Niederschlagsmengen hier teilweise nur bei etwa 750¬†l/m¬≤.

Temperaturen und Sonnenscheindauer

Thermisch zeichnen sich die h√∂heren Lagen des Schwarzwalds durch relativ geringe Jahresschwankungen und ged√§mpfte Extremwerte aus. Gr√ľnde sind im Sommer h√§ufig auftretende leichte Winde und eine st√§rkere Bew√∂lkung. Im Winterhalbjahr f√ľhrt die h√§ufigere Hochdruckwetterlage auf den Gipfeln zu Sonnenschein, w√§hrend die T√§ler in Kaltluftseen unter einer dichten Nebeldecke verschwinden (Inversionswetterlage).

Geschichte

In der Antike war der Schwarzwald unter dem Namen Abnoba mons bekannt, nach der keltischen Gottheit Abnoba. In der r√∂mischen Sp√§tantike findet sich auch der Name Marciana Silva (‚ÄěMarcynischer Wald‚Äú; von germanisch marka, ‚ÄěGrenze‚Äú). Wahrscheinlich beschrieb der Schwarzwald die Grenze zum Gebiet der √∂stlich des r√∂mischen Limes siedelnden Markomannen (‚ÄěGrenzleute‚Äú). Diese wiederum geh√∂rten zu dem germanischen Volk der Sueben, von denen sich die sp√§teren Schwaben ableiteten.

Die Besiedlung des Schwarzwalds erfolgte mit Ausnahme der Randbereiche (zum Beispiel Badenweiler: Thermen, bei Badenweiler und Sulzburg m√∂glicherweise schon Bergbau) noch nicht durch die R√∂mer, welche allerdings die Kinzigtalstra√üe schufen, sondern erst durch die Alemannen. Diese besiedelten und kolonisierten zuerst die Talbereiche, indem sie beispielsweise von der Baar aus die ehemalige Siedlungsgrenze, die sogenannte ‚ÄěBuntsandsteingrenze‚Äú √ľberschritten. Bald danach wurden immer h√∂her gelegene Bereiche und angrenzende W√§lder kolonisiert, so dass sich bereits Ende des 10. Jahrhunderts erste Siedlungen im Gebiet des Buntsandsteins finden. Dazu geh√∂rt beispielsweise R√∂tenbach, das erstmals 819 erw√§hnt wird. In einem Urkundenbuch des Klosters St. Gallen wird der Schwarzwald als saltu Svarzwald im Jahr 868 erstmals erw√§hnt.

Einige der Aufstände (unter anderem die Bundschuh-Bewegung), die dem Deutschen Bauernkrieg vorausgingen, gingen im 16. Jahrhundert vom Schwarzwald aus. Ein weiteres Aufbäumen der Bauern fand in den beiden folgenden Jahrhunderten durch die Salpetererunruhen im Hotzenwald statt.

Vor allem an Pass√ľberg√§ngen finden sich im Schwarzwald Reste milit√§rischer Verteidigungsanlagen aus dem 17. und 18. Jahrhundert. Beispiele sind die Barockschanzen des Markgrafen Ludwig Wilhelm von Baden-Baden oder Einzelanlagen wie die Alexanderschanze, die R√∂schenschanze und die Schwedenschanze.

Urspr√ľnglich war der Schwarzwald ein Mischwald aus Laubbaumarten und Tannen ‚Äď siehe Geschichte des Waldes in Mitteleuropa. In den H√∂henlagen wuchsen auch Fichtenbest√§nde. Mitte des 19. Jahrhunderts war der Schwarzwald durch die intensive Nutzung fast vollst√§ndig entwaldet und wurde danach √ľberwiegend mit Fichtenmonokulturen wieder aufgeforstet.

1990 entstanden gro√üe Waldsch√§den durch die Orkane Vivian und Wiebke. Am 26. Dezember 1999 w√ľtete im Schwarzwald der Orkan Lothar und richtete besonders in den Fichtenmonokulturen Waldsch√§den von noch gr√∂√üerem Ausma√ü an. Wie bereits nach 1990 mussten gro√üe Mengen an Sturmholz jahrelang in provisorischen Nasslagern aufbewahrt werden. Die Auswirkungen des Sturms demonstriert der Lotharpfad, ein Waldlehr- und Erlebnispfad am Naturschutzzentrum Ruhestein auf einer vom Orkan zerst√∂rten Hochwaldfl√§che von rund 10 Hektar.

Einige kleinere und auch gr√∂√üere Sturmfl√§chen werden heute sich selbst √ľberlassen und dort entwickelt sich wieder ein nat√ľrlicher Mischwald.

Wirtschaft

Bergbau

Die Grundlage des Bergbaus im Schwarzwald bildeten oft gangf√∂rmige Erzlagerst√§tten. Die Entstehung dieser gangf√∂rmigen Lagerst√§tten (Grube Schauinsland: Zink, Blei, circa 700‚Äď1000 g Silber/Tonne Blei; Baryt, Fluorit, wenig Blei und Zink im Kinzigtal; BiCoNi-Erze bei Wittichen, Uran wurde im Krunkelbachtal bei Menzenschwand aufgeschlossen, aber offiziell nie regul√§r abgebaut) wurden fr√ľher oft mit der Intrusion karbonischer Granite in die Para- und Orthogneise in Zusammenhang gebracht. Neue Untersuchungen legen nahe, dass diese Gangf√ľllungen zum guten Teil viel j√ľnger sind (Trias bis Terti√§r). Abbauw√ľrdige Fluoritvorkommen gab es im Nordschwarzwald bei Pforzheim, im mittleren Schwarzwald Baryt bei Freudenstadt, Fluorit neben Blei und Silber bei Wildschapbach, Baryt und Fluorit im Rankachtal und bei Ohlsbach, im S√ľdschwarzwald bei Todtnau, Wieden und Urberg.

Kleine liquidmagmatische Vorkommen von Nickelmagnetkies in Norit wurden im Hotzenwald bei Horbach und Todtmoos abgebaut oder exploriert. An schichtgebundenen Lagerst√§tten sind Eisenerze im Dogger der Vorbergzone und ein Uranvorkommen bei M√ľllenbach/Baden-Baden zu nennen. Vorkommen von Steinkohle existieren zwar bei Berghaupten und Diersburg, waren aber immer nur von lokaler Bedeutung.

Zeitlicher Ablauf: Steinzeitlicher Bergbau auf H√§matit (als rotes Pigment) ist bei Sulzburg nachgewiesen. Bereits im 5. und 6. Jahrhundert v. Chr. wurde von den Kelten im Nordschwarzwald Eisenerz gewonnen (beispielsweise in Neuenb√ľrg). Insbesondere im Mittleren Schwarzwald sowie im S√ľdschwarzwald (zum Beispiel im M√ľnstertal) fand vermutlich schon in der R√∂merzeit Erzbergbau statt (Gewinnung von Silber- und Bleierzen, Hinweise f√ľr Sulzburg und m√∂glicherweise Badenweiler). Bis ins fr√ľhe Hochmittelalter war der Hochschwarzwald praktisch unbesiedelt. Im Laufe der Binnenkolonisation im sp√§teren Hochmittelalter wurde ausgehend von den dort gegr√ľndeten Kl√∂stern (St. Peter, St. M√§rgen) auch die Hochebene kultiviert. Im sp√§teren Hochmittelalter (ab etwa 1100) erlebte auch der Bergbau wieder einen Aufschwung, insbesondere um Todtnau, im M√ľnster- und Suggental, sp√§ter auch am Schauinsland. Man nimmt an, dass bis zum Ausgang des Mittelalters etwa 800‚Äď1000 Bergleute im M√ľnstertal lebten und arbeiteten. Nach der Pest, die das Tal 1516 heimsuchte, dem Deutschen Bauernkrieg (1524‚Äď26) und dem Drei√üigj√§hrigen Krieg ging der Bergbau in der Region bis auf wenige Gruben zur√ľck.

Ein bedeutenderes Bergbaugebiet war auch das Kinzigtal und seine Seitent√§ler. Die kleine Bergbausiedlung Wittichen bei Schenkenzell im oberen Kinzigtal hatte zahlreiche Gruben, in denen √ľber Schwerspat, Kobalt und Silber vielerlei abgebaut wurde. Ein geologischer Pfad f√ľhrt heute noch als Rundweg vorbei an alten Gruben und Abraumhalden.

Ein erneuter Aufschwung begann Anfang des 18. Jahrhunderts nach dem Verlust des Elsass an Frankreich. Er dauerte bis in das 19. Jahrhundert. Viele Gruben aus dieser Zeit k√∂nnen heute als Schaubergwerk besichtigt werden, wie beispielsweise die Grube Teufelsgrund (M√ľnstertal), die Grube Finstergrund bei Wieden, der Hoffnungsstollen Todtmoos, das Bergwerk im Schauinsland, die ehemals besonders silberreiche Grube Wenzel in Oberwolfach und Gr. Segen Gottes in Haslach-Schnellingen.

Buntmetallbergbau wurde im Schwarzwald bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts bei Wildschapbach und am Schauinsland (bis 1954) betrieben, der Bergbau auf Fluorit und Baryt h√§lt in der Grube Clara im Rankachtal in Oberwolfach bis heute an. Eisenerze des Doggers wurden bis in die 1970er Jahre bei Ringsheim gef√∂rdert und in Kehl verh√ľttet.

Insgesamt sind die im Schwarzwald gewonnenen Silbermengen im Vergleich zum Erzgebirge oder zum Harz eher bescheiden und machen weniger als zehn Prozent der jeweils dort gewonnenen Mengen aus.

Es gibt im Schwarzwald zahlreiche Besucherbergwerke: Grube Frischgl√ľck bei Neuenb√ľrg, Grube Hella-Gl√ľck bei Neubulach, Grube Silbergr√ľndle bei Seebach, Grube Himmlich Heer bei Hallwangen, Grube Heilige Drei K√∂nige bei Freudenstadt, Grube Segen Gottes bei Haslach, Grube Wenzel bei Oberwolfach, Grube Caroline bei Sexau, Silberbergwerk Suggental bei Waldkirch, Grube Schauinsland bei Freiburg, Grube Teufelsgrund bei M√ľnstertal, Grube Finstergrund bei Wieden und Grube Hoffnungsstollen bei Todtmoos.

Forstwirtschaft

√úber Enz, Kinzig, Murg, Nagold und Rhein wurde w√§hrend mehrerer Jahrhunderte Holz aus dem Schwarzwald auf dem Wege der Fl√∂√üerei zur Verwendung im Schiffbau, als Bauholz und f√ľr andere Zwecke exportiert. Dieser Wirtschaftszweig boomte im 18. Jahrhundert und f√ľhrte zu gro√üfl√§chigen Kahlschl√§gen. Da die langen und gerade gewachsenen Tannen f√ľr den Schiffbau meist in die Niederlande gefl√∂√üt wurden, wurden sie auch als ‚ÄěHoll√§nder‚Äú bezeichnet. Die St√§mme dienten in den Niederlanden vor allem als Pfahlgr√ľndung f√ľr den Hausbau in sandigem und nassem Untergrund. Bis heute stehen in Amsterdam gro√üe Teile des historischen Baubestandes auf diesen Pf√§hlen, und im Schwarzwald zeugen Wiederaufforstungen mit Fichtenmonokulturen von der Zerst√∂rung des urspr√ľnglichen Mischwaldes. Aufgrund des Ausbaus des Schienen- und Stra√üennetzes als alternative Transportm√∂glichkeiten endete die Fl√∂√üerei gr√∂√ütenteils mit Ende des 19. Jahrhunderts.

Heute werden besonders gro√üe Tannen mit bis auf gro√üe H√∂he astfrei gewachsenem Stamm vor allem nach Japan verschifft. Die Expo 2000 erm√∂glichte durch den weltweiten Werbeeffekt eine Wiederauferstehung der Stammholzexporte. Die Bedeutung der Holzbest√§nde auch des Schwarzwalds hat in der j√ľngsten Vergangenheit aufgrund des zunehmenden Bedarfs an Holzpellets zu Heizzwecken wieder stark zugenommen.

Glasherstellung, Köhlerei und Pottaschegewinnung

Der Holzreichtum des Schwarzwalds lieferte die Grundlage f√ľr weitere Wirtschaftszweige, die heute weitgehend verschwunden sind. K√∂hler errichteten in den W√§ldern ihre Meiler und stellten Holzkohle her, die ebenso wie die Erzeugnisse der Pottasche-Sieder unter anderem in der Glasherstellung weiterverarbeitet wurde. F√ľr das Waldglas lieferte der Schwarzwald Rohstoffe und Energie. Davon zeugen noch heute einige Glasbl√§sereien z.¬†B. im H√∂llental, bei Todtnau und die Dorotheenh√ľtte in Wolfach und das Wald-Glas-Zentrum in Gersbach (Schopfheim), die besichtigt werden k√∂nnen.

Feinwerktechnik, Uhren- und Schmuckherstellung

Im Schwarzwald entstanden erste Uhren bereits in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts. Aber erst ab etwa 1730 konnte sich die Uhrmacherei als eigenes Gewerbe etablieren.

Viele kleine Werkst√§tten zwischen Triberg und Titisee-Neustadt bauten im 18. und 19.¬†Jahrhundert Uhren mit Werken aus Holz. Diese Uhren waren konkurrenzlos preisg√ľnstig, denn Holz war im √úberfluss vorhanden und leichter zu bearbeiten als Metall. Dar√ľber hinaus wurden sie ab 1780 arbeitsteilig hergestellt: Neben den eigentlichen Uhrmachern gab es hochspezialisierte Zulieferhandwerke wie Gestellmacher, Gie√üer f√ľr Glocken und Zahnradrohlinge, Kettenmacher und Schilderhersteller.

Bis zur Gr√ľndung erster eigentlicher Uhrenfabriken dominierten diese hausindustriell hergestellten Produkte den Weltmarkt f√ľr Wanduhren. Ein wesentlicher Faktor f√ľr diesen Erfolg war auch, dass die Schwarzw√§lder die Vermarktung selbst in die Hand genommen hatten. Schon im 18.¬†Jahrhundert verteilten Handelsgesellschaften die Uhren im In- und Ausland.

Mitte des 19. Jahrhunderts geriet die hausgewerbliche Herstellung durch die ersten eigentlichen Uhrenfabriken in eine tiefe Krise. Doch um 1900 hatte sich auch im Schwarzwald die Gro√üserienproduktion neuartiger Uhren aus Metall durchgesetzt. Mit den Zentren in Schramberg (Junghans, Hamburg-Amerikanische Uhrenfabrik) und Schwenningen auf der benachbarten Hochebene Baar (B√ľrk, Kienzle, Mauthe) hatte sich der S√ľdwesten Deutschlands wieder zu einem Weltzentrum f√ľr Gro√üuhren gemausert. Neben Weckern, Tisch-, Wand- und Standuhren wurden auch technische Uhren wie Kontrolluhren hergestellt. Im letzten Drittel des 20.¬†Jahrhunderts mussten die meisten Hersteller auf Grund der Quarzkrise schlie√üen.

Im 20. Jahrhundert entwickelte sich die Produktion der Unterhaltungselektronik durch Firmen wie SABA, Dual und Becker.

In Pforzheim finden sich seit den Anfängen der Industrialisierung bis heute zahlreiche Unternehmen der Schmuckfabrikation, die Edelmetalle und Edelsteine verarbeiten. Ebenfalls in Pforzheim beheimatet ist die dort ansässige Goldschmiedeschule.

Wasserkraftnutzung

Aufgrund der gro√üen Niederschlagsmengen und H√∂henunterschiede besitzt der Schwarzwald ein bedeutendes Wasserkraftpotential. Es diente bis ins 19. Jahrhundert vor allem zum Betreiben zahlreicher M√ľhlen, darunter S√§gem√ľhlen und Hammerwerke, und war anschlie√üend einer der Standortfaktoren bei der Industrialisierung einiger Schwarzwaldt√§ler.

Seit dem 20. Jahrhundert wird im Schwarzwald mit Laufwasser- und Pumpspeicherkraftwerken im gr√∂√üeren Ma√üstab elektrischer Strom erzeugt. Von 1914 bis 1926 entstand im Nordschwarzw√§lder Murgtal das Rudolf-Fettweis-Werk mit der Schwarzenbachtalsperre. Der Schluchsee wurde 1932 mit seiner neu errichteten Staumauer zum Oberbecken eines Pumpspeicherkraftwerks. Zum Verbund des S√ľdschwarzw√§lder Schluchseewerks geh√∂ren im Jahr 2013 f√ľnf Kraftwerke mit 14 Speicherbecken. Beim Hornbergbecken erm√∂glichen die topographischen Gegebenheiten eine mittlere Fallh√∂he des Wassers von 625¬†m zum Antrieb der Turbinen, bevor dieses in die Wehratalsperre flie√üt.

Infolge des Erneuerbare-Energien-Gesetzes wurden im beginnenden 21. Jahrhundert zahlreiche kleinere Laufwasserkraftwerke wieder in Betrieb genommen oder neu errichtet.

Tourismus und Verkehr

Weite Teile des Schwarzwalds leben heute haupts√§chlich von der Tourismusbranche. Die von der Schwarzwald Tourismus GmbH betreute Ferienregion reicht weit √ľber den naturr√§umlichen Schwarzwald hinaus und erstreckt sich auf insgesamt 11.100 Quadratkilometer. Im Fr√ľhjahr, Sommer und Herbst erm√∂glichen ausgedehnte Wanderwegrouten und Mountainbikestrecken verschiedenen Zielgruppen die Nutzung des Naturraumes. Im Winter stehen die Wintersportarten im Vordergrund. Sowohl Ski Alpin als auch Ski Nordisch kann vielerorts betrieben werden.

Statistik

Im Dezember 2019 boten in der Ferienregion Schwarzwald 2845 gewerbliche Betriebe 157.859 Schlafgelegenheiten an. Rund 91.000 Schlafgelegenheiten davon finden sich in den 1843 Hotels der Ferienregion. Daneben gibt es in der Ferienregion etwa 8000 weitere Gastgeber und Privatvermieter mit weniger als zehn Betten. Sie werden in dieser Statistik nicht erfasst.

Der Tourismus sichert rund 100.000 Arbeitspl√§tze direkt und mehr als 300.000 Arbeitspl√§tze in den Zulieferbetrieben und bei Dienstleistern in der Region. Im Vergleich dazu: Im Jahr 2009 rechnete die Schwarzwald Tourismus GmbH mit rund 140.000 direkten Vollarbeitspl√§tzen im touristischen Sektor und rund 34,8 Millionen touristischen √úbernachtungen. 2019 sind die Urlauberzahlen aus Deutschland mit plus 3,2 Prozent st√§rker gestiegen als die Zahl der ausl√§ndischen G√§ste (+2,9¬†%). Die wichtigsten Auslandsm√§rkte haben dabei √ľberproportional zum Erfolg beigetragen: die Schweiz mit einem Zuwachs um 4,3 Prozent G√§ste, Frankreich mit einem Plus von 9,7 Prozent. Prozentual √§hnlich starke Zuw√§chse gibt es aus Spanien (+9,8¬†%), Belgien (+8,1¬†%) und Italien (+5,7¬†%). 6.800 G√§ste weniger aus China und Hongkong im Jahr 2019 bedeuteten auch rund 10.400 √úbernachtungen weniger in den auf asiatische G√§ste spezialisierten Betrieben.

Zu beachten ist, dass sich die genannten Statistiken auf das Verbandsgebiet der Schwarzwald Tourismus GmbH beziehen und nicht auf den Naturraum Schwarzwald. Hier d√ľrften bspw. die √úbernachtungszahlen deutlich geringer ausfallen, da √ľbernachtungsstarke Kommunen wie Rust oder Freiburg (beide mit mehr als einer Million √úbernachtungen pro Jahr) fehlen.

Ausflugsziele

Im Naturpark S√ľdschwarzwald mit dem Biosph√§rengebiet Schwarzwald, sowie dem Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord, in dessen Areal sich der Nationalpark Schwarzwald befindet, erleben Besucher urspr√ľngliche Natur.

Stark frequentierte touristische Ausflugs- und Erholungsziele im Schwarzwald sind etwa der Titisee, der Mummelsee und der Schluchsee. Die Seen bieten die M√∂glichkeit, Wassersportarten wie Tauchen und Windsurfen zu betreiben. Von Freiburg kommend werden diese Seen √ľber die B 31 durch das H√∂llental erreicht, vorbei am Hirschsprung-Denkmal an dessen engster Stelle, und an der Oswald-Kapelle unterhalb der Ravennaschlucht.

Aussichtsberge sind neben dem Feldberg vor allem der Belchen, der Kandel, der Brandenkopf und der Schauinsland sowie im Nordschwarzwald die Hornisgrinde, der Schliffkopf, der Hohloh, der Merkur und die Teufelsm√ľhle. Das Murgtal, das Kinzigtal, die Wutachschlucht oder etwa die Triberger Wasserf√§lle werden h√§ufig besucht. Die H√∂henunterschiede des Gebirges werden vielerorts von Drachen- und Gleitschirmfliegern genutzt.

Wintersport

Die Anf√§nge des Wintersports im Schwarzwald liegen gerade mal ein gutes Jahrhundert zur√ľck. Erst 1888 kam das erste Paar Schneeschuhe in die Region. Doch schon innerhalb weniger Jahre entwickelte sich eine lebhafte Wintersportkultur. Nachdem die ersten Skifahrer den Feldberg bestiegen hatten, entwickelte sich das Skifahren im Schwarzwald schnell zum Modesport. Skifahren galt als schick und lockte ein durchaus mond√§nes Publikum in den Schwarzwald. Von Anfang an waren auch Frauen auf Skiern unterwegs. In einer Zeit, in der Sport f√ľr Frauen eigentlich nicht vorgesehen war, wurden Skifahrerinnen von ihren m√§nnlichen Kameraden als gleichberechtigte Partner angesehen. Das erste Damenskirennen fand schon 1897 auf dem Feldberg statt.

Bekannte Wintersportgebiete liegen um den Feldberg, bei Todtnau mit der FIS-Ski-Alpin-Strecke ‚ÄěFahler Loch‚Äú und in Hinterzarten, einer Hochburg und Talentschmiede der deutschen Skispringer. Im Nordschwarzwald konzentrieren sich die Wintersportgebiete entlang der Schwarzwaldhochstra√üe und auf dem H√∂henzug zwischen Murg und Enz um Kaltenbronn.

Seit 1973 gibt es in mehreren Orten im Schwarzwald Schlittenhunderennen. In Todtmoos fand 1994 die erste Weltmeisterschaft in Deutschland statt, die zweite dann 2003, die dritte 2015.

Wanderwege

Im Schwarzwald finden sich sehr verschiedenartige Wanderwege, teilweise von √ľberregionaler Attraktivit√§t. Grundger√ľst ist ein Fernwanderwegesystem mit L√§ngs- und Querwegen, das vor allem zu Beginn des 20. Jahrhunderts seitens des Schwarzwaldvereins aufgebaut wurde. Der bekannteste davon ist der recht steigungsintensive Westweg. Nach 1950 wurden, dem ge√§nderten Bedarf folgend, Rundwanderwege ausgewiesen, zun√§chst vom relativ dichten Bahnstreckennetz aus, sp√§ter √ľberwiegend von eigens angelegten Wanderparkpl√§tzen aus. Aktuell werden spezielle, st√§rker erlebnisorientierte Themenwege angelegt, teils als konzipierte Anlage (Barfu√üpark Dornstetten, Park mit allen Sinnen in Gutach), teils unmittelbaren Naturkontakt erschlie√üend (Schluchtensteig). Stra√üen und allzu breite Forstwege werden dabei konsequenter gemieden als bisher.

  • Westweg Pforzheim‚ÄďBasel
  • Mittelweg Pforzheim‚ÄďWaldshut
  • Ostweg Pforzheim‚ÄďSchaffhausen
  • Schwarzwald-Nordrandweg M√ľhlacker-Karlsruhe (3 Tage)
  • Querweg Rottweil‚ÄďLahr (4 Tage)
  • Querweg Gengenbach‚ÄďAlpirsbach (2‚Äď3 Tage)
  • Querweg Freiburg‚ÄďBodensee (6‚Äď7 Tage)
  • Hansjakobweg I (Rundweg 3 Tage)
  • Hansjakobweg II (Rundweg 4 Tage)
  • Murgleiter (5 Tage, ‚ÄěPremium-Wanderweg‚Äú)
  • Gernsbacher Runde (Rundweg 2‚Äď3 Tage, ‚ÄěPremium-Wanderweg‚Äú)
  • Baiersbronner Seensteig (Rundweg, 5 Tage)
  • Kandelh√∂henweg Oberkirch‚ÄďFreiburg (5 Tage)
  • Schluchtensteig (Fernwanderstrecke, 5‚Äď6 Tage, Pr√§dikatswanderweg)
  • Zweit√§lersteig (Rundweg, 5 Tage, Pr√§dikatswanderweg)
  • Schwarzwald-Schw√§bische-Alb-Allg√§u-Weg, auch Hauptwanderweg 5, f√ľhrt √ľber 311 Kilometer ins Allg√§u

Städtetourismus

Ein vielbesuchtes st√§dtisches Ziel ist Baden-Baden mit seiner Spielbank, den Festspielen und den Thermalb√§dern wie etwa das r√∂misch-irische Friedrichsbad. Weitere Thermalb√§der im Schwarzwald sind die Cassiopeia-Therme in Badenweiler, die Siebent√§ler Therme in Bad Herrenalb, das Palais Thermal in Bad Wildbad, das Vita Classica in Bad Krozingen, das Rotherma in Bad Rotenfels, das Solemar Bad D√ľrrheim, die Paracelsus-Therme in Bad Liebenzell, die Mineral-Therme in Bad Teinach oder die Balinea Thermen in Bad Bellingen.

Architektur und Geschichte erlebt man unter anderem in der alten Reichsstadt Gengenbach, der ehemaligen Kreisstadt Wolfach, Schiltach und Haslach im Kinzigtal (beide an der deutschen Fachwerkstra√üe) und im Blumen- und Weindorf Sasbachwalden am Fu√üe der Hornisgrinde. Auch in Altst√§dten wie etwa Altensteig, Dornstetten, Freiburg im Breisgau, Gernsbach, Villingen und Zell am Harmersbach. Baiersbronn ist f√ľr seine Spitzengastronomie bekannt. Zwei der zehn deutschen Drei-Sterne-Restaurants sind in der Schwarzwaldgemeinde daheim. Freudenstadt ist um den gr√∂√üten Marktplatz Deutschlands gebaut. In der Gemeinde Titisee-Neustadt befindet sich die die Hochfirstschanze. Sie ist die gr√∂√üte Naturschanze Deutschlands und eine der gr√∂√üten Sprungschanzen der Welt.

Die Geschichte des ehemaligen Benediktinerkloster St. Blasien sowie der Kl√∂ster Sankt Trudpert, St. Peter und St. M√§rgen geht teilweise bis ins 9. Jahrhundert zur√ľck. Im Hirsauer Baustil aus Buntsandstein errichtet wurde das Kloster Alpirsbach sowie die Klosterruine Hirsau. Das Kloster Wittichen bei Schenkenzell besitzt eine barocke Klosterkirche und ist heute noch Ziel vieler Wallfahrer.

Museen

Das Freilichtmuseum Vogtsbauernhof in Gutach an der Schwarzwaldbahn bietet mit seinen original wiederaufgebauten Schwarzwaldh√§usern Einblicke in das b√§uerliche Leben des 16. und 17. Jahrhunderts. Die meisten Geb√§ude wurden an anderer Stelle abgetragen, die Einzelteile nummeriert und exakt nach Plan im Museum wieder erstellt (transloziert). Das Deutsche Uhrenmuseum in Furtwangen zeigt einen umfassenden Querschnitt durch die Geschichte der Uhrmacherei und Uhrenindustrie. Aus der Feinmechanik ging im 20. Jahrhundert auch eine ehemals bedeutsame Phonoindustrie hervor; die Geschichte dieser Unterhaltungselektronik wird im Deutschen Phonomuseum in St. Georgen pr√§sentiert. Das Franziskanermuseum in Villingen-Schwenningen zeigt unter anderem eine Ausstellung zur Schwarzwaldsammlung von Oskar Spiegelhalder und zum fr√ľhkeltischen Gro√ügrabh√ľgel Magdalenenberg. Das Sch√ľttes√§ge-Museum in Schiltach bietet Informationen und lebendige Geschichte zu den Themen Holzwirtschaft, Fl√∂√üerei im Kinzigtal sowie Gerberei. Das Schwarzw√§lder Trachtenmuseum in Haslach im Kinzigtal bietet eine √úbersicht √ľber die Trachten des gesamten Schwarzwaldes und der Randgebiete. Ebenfalls in Haslach befindet sich das Hansjakob-Museum und das Hansjakob-Archiv mit zahlreicher Exponate des Schriftstellers, Pfarrers, Politikers, Historikers und Chronisten Heinrich Hansjakob. Das MiMa Mineralien- und Mathematikmuseum in Oberwolfach beherbergt Mineralien und Bergbauzeugnisse aus dem gesamten Schwarzwald und verbindet sie mit mathematischen Erkl√§rungen. Das Glasmuseum in der Dorotheenh√ľtte in Wolfach bietet einen Streifzug durch rund 2000 Jahre Glasgeschichte.

Straßenverkehr

Mehrere touristisch interessante Stra√üen f√ľhren durch den Schwarzwald. Bekannte Ferienstra√üen sind die Schwarzwaldhochstra√üe (B 500) oder die Deutsche Uhrenstra√üe. Insbesondere f√ľr den West-Ost-Durchgangsverkehr stellt das Gebirge ein Hindernis dar. Planungen f√ľr Autobahntrassen durch den Schwarzwald (siehe Bundesautobahn 84 und Bundesautobahn 86) wurden verworfen.

Der Schwarzwald ist aufgrund seiner kurvenreichen Landstra√üen ein beliebtes Ziel f√ľr Motorradfahrer. Dieser Tourismuszweig wird aufgrund hoher Unfallzahlen und der weitreichenden L√§rmbelastung kontrovers gesehen und mit Geschwindigkeitsbegrenzungen und einzelnen Stra√üensperrungen eingeschr√§nkt. So ist seit 1984 das Befahren der Schauinslandstra√üe, einer ehemaligen Bergrennstrecke, f√ľr Motorradfahrer an den Sommerwochenenden verboten.

Bahnverkehr

Der Schwarzwald wurde schon fr√ľh durch die Eisenbahn erschlossen. Im √∂stlichen Teil des Nordschwarzwalds durch die Enztalbahn von Pforzheim nach Bad Wildbad, durch die Nagoldtalbahn von Pforzheim √ľber Calw und Nagold nach Horb am Neckar, die W√ľrttembergische Schwarzwaldbahn von Stuttgart-Zuffenhausen nach Calw wurde ab Weil der Stadt au√üer Betrieb genommen, soll hier jedoch als ‚ÄěHermann-Hesse-Bahn‚Äú wieder befahren werden.

Vom Rheintal f√ľhren durch die T√§ler viele Eisenbahnen in den Schwarzwald. Die Albtalbahn von Karlsruhe Albtalbahnhof nach Bad Herrenalb, die Murgtalbahn von Rastatt nach Freudenstadt, die Achertalbahn von Achern nach Ottenh√∂fen und die Renchtalbahn von Appenweier nach Bad Griesbach. Vom Bahnhof Baden-Baden f√ľhrte bis 1977 eine Stichbahn in das Zentrum der Weltkurstadt. Geschichte ist die Lokalbahn Orschweier‚ÄďEttenheimm√ľnster. Die Harmersbachtalbahn nach Oberharmersbach-Riersbach zweigt in Biberach/Baden von der badischen Schwarzwaldbahn ab. Diese Gebirgsbahn verbindet seit 1873 Offenburg √ľber Hausach, Triberg, St. Georgen, Villingen und Donaueschingen mit Konstanz am Bodensee. Ein Abzweig in Hausach ist die Bahnstrecke nach Schiltach, die ab dort Richtung Freudenstadt‚ÄďEutingen weiterf√ľhrt. In Denzlingen zweigt die Elztalbahn nach Elzach ab, die H√∂llentalbahn verl√§uft von Freiburg im Breisgau durch das H√∂llental nach Donaueschingen, die M√ľnstertalbahn von Bad Krozingen nach M√ľnstertal, die 1970 abgebaute Bahnstrecke nach Badenweiler ab M√ľllheim, die nur noch im Museumszugverkehr genutzte Kandertalbahn von Haltingen nach Kandern und die Wiesentalbahn vom Badischen Bahnhof in Basel nach Zell im Wiesental, wo bis Mitte der 1960er-Jahre Anschluss zur Schmalspurbahn nach Todtnau bestand.

Vom Bahnhof Titisee an der H√∂llentalbahn f√ľhrt die Dreiseenbahn entlang von Titisee und Windgf√§llweiher zum Schluchsee.

Die Strecken haben heute einen regen Alltagsverkehr oder sind Museumseisenbahnen, so die Sauschwänzlebahn nahe der Grenze zwischen Deutschland und der Schweiz. Im Verlauf dieser Strecke wird mit dem Großen Stockhalde-Tunnel der einzige Kreiskehrtunnel in einem Mittelgebirge durchfahren.

Rund 11.000 Gastgeber in 143 Ferienorten geben an Urlauber die KONUS-Gästekarte aus. Damit können kostenlos Busse und Bahnen in der gesamten Ferienregion genutzt werden.

Verwaltung

Seit Januar 2006 ist die Schwarzwald Tourismus GmbH mit Sitz in Freiburg f√ľr die Verwaltung des Tourismus in den 320 Gemeinden im Schwarzwald zust√§ndig. Zuvor gab es vier getrennte Tourismusverb√§nde.

In Freiburg gr√ľnden Gastronomen und Industrielle 1864 den ‚ÄěBadischen Verein zum Zweck, den Schwarzwald und seine angrenzenden Gegenden besser bekannt zu machen‚Äú. Drei Jahre sp√§ter wird daraus der Schwarzwaldverein. Er legt Wege an, baut Aussichtst√ľrme auf Schwarzwaldh√∂hen, Schutzh√ľtten, Ruheb√§nke, gibt Pflanzenf√ľhrer und Wanderkarten heraus und legt so den Grundstock f√ľr das, was heute als eine der intensivsten Erlebnis- und Wanderregionen Deutschlands gilt.

Bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts hatten die Mitglieder des Schwarzwaldvereins schon die Fernwanderrouten Westweg (1900), Mittelweg (1902) und Ostweg (1904) angelegt und zahlreiche Aussichtst√ľrme auf den H√∂hen errichtet. 1906 wird dann f√ľr die touristische Arbeit eine eigene Organisation gegr√ľndet, deren Nachfolgeorganisation die heutige Schwarzwald Tourismus GmbH ist. Schwarzwaldverein und Schwarzwald Tourismus GmbH sind heute in Sachen Wandertourismus enge Verb√ľndete und gestalten viele Projekte gemeinsam.

Schutzgebiete

Der seit Anfang 2014 bestehende Nationalpark Schwarzwald ist der erste Nationalpark in Baden-W√ľrttemberg. Er ist 10.062 Hektar gro√ü und liegt am Hauptkamm des Nordschwarzwalds zwischen Baiersbronn und Baden-Baden. Seit Februar 2016 ist eine 63.236 Hektar gro√üe zusammenh√§ngende Fl√§che des S√ľdschwarzwaldes als Biosph√§rengebiet Schwarzwald ausgewiesen, das im Juni 2017 durch die UNESCO als Biosph√§renreservat anerkannt wurde.

Zwei nach ihm benannte Naturparks umfassen das Gebiet des Schwarzwaldes, der Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord und der Naturpark S√ľdschwarzwald. Sie sollen dazu beitragen, die Landschaft als Kulturlandschaft zu erhalten, die Produkte der einheimischen Landwirte besser zu vermarkten und das Gebiet f√ľr den Tourismus besser nutzbar zu machen. Der 394.000¬†ha gro√üe Naturpark S√ľdschwarzwald, der gr√∂√üte Naturpark Deutschlands, schlie√üt den s√ľdlichen Teil des Mittleren Schwarzwalds, den S√ľdschwarzwald und angrenzende Gebiete ein. Der Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord ist mit 375.000¬†ha der drittgr√∂√üte deutsche Naturpark. Er beginnt im s√ľdlichen Teil des Mittleren Schwarzwalds, angrenzend an den Naturpark S√ľdschwarzwald, und nimmt den restlichen Teil des Schwarzwalds nach Norden hin ein.

Dar√ľber hinaus liegen im Schwarzwald √ľber 100 Naturschutzgebiete sowie zahlreiche Landschafts-, Wald- und Vogelschutzgebiete. Das Naturschutzgebiet Feldberg ist das √§lteste und mit 4227 ha Fl√§che vor dem Gletscherkessel Pr√§g auch das gr√∂√üte Naturschutzgebiet in Baden-W√ľrttemberg. Die drei gro√üen Europ√§ischen Vogelschutzgebiete Nord-, Mittlerer- und S√ľdschwarzwald nehmen zusammen √ľber 90.000 ha Fl√§che ein.

Kultur

Der größtenteils sehr ländlich geprägte Schwarzwald besteht aus vielen verstreuten Gemeinden und wenigen großen Städten. Tradition und Brauchtum werden vielerorts gepflegt.

Zum Teil werden heute noch, meist zu festlichen Anl√§ssen, die traditionellen Trachten getragen. Das Aussehen der Trachten variiert von Region zu Region zum Teil sehr stark. Eine der bekanntesten Schwarzw√§lder Trachten ist diejenige der Gemeinden Kirnbach, Reichenbach und Gutach im Kinzigtal mit dem charakteristischen Bollenhut. Unverheiratete Frauen tragen ihn mit roten ‚ÄěBollen‚Äú, verheiratete mit schwarzen. Heiratsf√§hige Frauen tragen bisweilen vor und am Hochzeitstag eine Brautkrone, den so genannten Sch√§ppel, dessen gr√∂√üte Exemplare aus der Stadt St. Georgen bis zu f√ľnf Kilogramm schwer sind.

Bekannt ist der Schwarzwald ferner f√ľr die typischen Bauernh√§user mit ausladenden Kr√ľppelwalmd√§chern, die Schwarzw√§lder Kirschtorte, den Schwarzw√§lder Schinken, den Schwarzwaldwichtel, Kirschwasser und die Kuckucksuhr. Die landschaftliche Sch√∂nheit sowie das Traditionsbewusstsein seiner Bewohner hat schon im 19. Jahrhundert und beginnenden 20. Jahrhundert zahlreiche K√ľnstler angezogen, die √ľber ihre Werke den Schwarzwald in der ganzen Welt bekannt machten. Vor allem der aus Bernau stammende Hans Thoma sowie sein vom badischen Gro√üherzog Friedrich¬†I. (Baden) gef√∂rderter Studienkollege Rudolf Epp malten zeitlebens Motive aus dem Schwarzwald. Der Maler J. Metzler aus D√ľsseldorf bereiste den Schwarzwald zum Malen von Landschaften. Weite Verbreitung fanden die Werke der Gutacher Malerkolonie um Wilhelm Hasemann, deren Landschafts- und Genremotive das Bild des Schwarzwalds pr√§gten. Wie der Heimatschriftsteller Heinrich Hansjakob waren sie Teil einer badischen Volkstrachtenbewegung.

Im Kunsthandwerk nimmt die Holzschnitzerei eine bedeutende Rolle ein, die nicht nur volkst√ľmliche Werke wie die Longinuskreuze, sondern auch ber√ľhmte Bildhauer wie Matthias Faller hervorbrachte.

Cego

Im Schwarzwald gibt es ein ungew√∂hnliches Kartenspiel, Cego, das Teil des kulturellen Erbes der Region ist. Nach der Niederlage von Vorder√∂sterreich wurde 1805 ein Gro√üteil seines Territoriums dem Gro√üherzogtum Baden zugewiesen. W√§hrend der folgenden Napoleonischen Kriege zogen Soldaten aus Baden zusammen mit franz√∂sischen Truppen nach Spanien, wo sie unter anderem ein neues Kartenspiel lernten, das L'Hombre. Sie brachten dies nach Baden und passten es an, um es mit Tarock-Spielkarten zu spielen, die damals in S√ľddeutschland noch weit verbreitet waren. Cego war so beliebt, dass es sich zum Nationalspiel von Baden und Hohenzollern entwickelte. Dies sind die einzigen Regionen in Deutschland, in denen Tarock-Karten noch zum Spielen verwendet werden. Das Spiel ist organisch gewachsen und es gibt viele regionale Unterschiede. In den letzten Jahren hat die Einrichtung einer Cego-Schwarzw√§lder Meisterschaft jedoch dazu gef√ľhrt, dass offizielle Turnierregeln definiert wurden. Dar√ľber hinaus finden regelm√§√üig Kurse und lokale Turniere statt. Dies ist ein fester Bestandteil der Alemannische Woche, die j√§hrlich Ende September im Schwarzwald stattfindet.

Der Schwarzwald in Literatur und Film

Literatur

Die Schwarzw√§lder Dorfgeschichten (1843) von Berthold Auerbach erschienen in zahlreichen europ√§ischen L√§ndern und begr√ľndeten ma√ügeblich die Erz√§hlgattung der Dorfgeschichte. Ein sehr bekanntes Werk, das im Schwarzwald spielt, ist Wilhelm Hauffs M√§rchen Das kalte Herz, das 1827 als Teil der Erz√§hlung Das Wirtshaus im Spessart in Hauffs ‚ÄěM√§rchenalmanach auf das Jahr 1828‚Äú erschien und seitdem mehrfach verfilmt wurde.

Der junge Journalist Ernest Hemingway bereiste im August 1922 f√ľr drei Wochen den Schwarzwald. Im Toronto Star ver√∂ffentlichte der sp√§tere Nobelpreistr√§ger dar√ľber einige nicht gerade wohlwollende Reportagen.

Musikfilm

Bereits seit den 1920er Jahren wurden im Schwarzwald zahlreiche Filme produziert. Den Auftakt bildete 1920 die erste Verfilmung der Operette Schwarzwaldmädel von Leon Jessel.

Heimatfilme

Besonders seit der vierten Verfilmung von 1950, die die Heimatfilmwelle einl√§utete, bot der Schwarzwald die malerische Kulisse f√ľr etliche Kino- und Fernsehproduktionen der Nachkriegszeit, darunter Schwarzwaldmelodie mit Gardy Granass, Schwarzw√§lder Kirsch mit Marianne Hold und Dietmar Sch√∂nherr, sowie Schwarzwaldfahrt aus Liebeskummer mit Roy Black. Erfolgreiche Fernsehserien waren Der Forellenhof (1965), in den 1980er Jahren Die Schwarzwaldklinik, seit 1994 Die Fallers ‚Äď Eine Schwarzwaldfamilie sowie im Jahr 2002 die Dokumentation Schwarzwaldhaus 1902.

Spielfilme (Auswahlliste)

  • 1920: Schwarzwaldm√§del
  • 1929: Schwarzwaldm√§del, Drehorte: Bad Liebenzell, Triberg, Hirsau
  • 1933: Schwarzwaldm√§del
  • 1934: Die M√ľhle im Schwarzwald
  • 1950: Schwarzwaldm√§del, Drehorte: St. Peter, Baden-Baden, Freiburg, Heidburg
  • 1953: Die M√ľhle im Schwarzw√§ldertal
  • 1956: Schwarzwaldmelodie
  • 1956: Die Rosel vom Schwarzwald
  • 1958: Das Posthaus im Schwarzwald
  • 1959: Schwarzw√§lder Kirsch
  • 1974: Schwarzwaldfahrt aus Liebeskummer

Literatur

Geographie

  • Hartwig Haubrich, Wolfgang Hug, Herbert Lange: Das gro√üe Buch vom Schwarzwald. Theiss, Stuttgart 1991, ISBN 3-8062-0819-0.¬†
  • Der Schwarzwald. Beitr√§ge zur Landeskunde. In: Ekkehard Liehl, Wolf Dieter Sick (Hrsg.): Ver√∂ffentlichung des Alemannischen Instituts Freiburg i. Br. 4. Auflage. Band¬†47. Konkordia, B√ľhl 1989, ISBN 3-7826-0047-9.¬†
  • Kurt Klein: Verborgener Schwarzwald. Unbekanntes aus Volkskunde und Geschichte. In: Edition Morstadt. Band¬†18. Morstadt, Kehl, Strasbourg, Basel 1988, ISBN 3-88571-172-9.¬†
  • Max Scheifele: Aus der Waldgeschichte des Schwarzwaldes. Die Trift von Brenn- und Kohlholz. Wenn Grenzsteine reden. DRW-Verlag, Stuttgart 2004, ISBN 3-87181-010-X.¬†
  • Horst Friedrich Vorwerk (Text), Erich Spiegelhalter (Abb.): Der Schwarzwald. Eine deutsche Kulturlandschaft in Geschichte und Gegenwart. Herder, Freiburg 1992, ISBN 3-451-22658-8.¬†

Wirtschaft, Geologie und Bergbau

  • Michael Bliedtner, Manfred Martin: Erz- und Minerallagerst√§tten des Mittleren Schwarzwaldes. Geologisches Landesamt Baden-W√ľrttemberg, Freiburg im Breisgau 1986, ISBN 978-88-12-65452-9.¬†
  • Eberhard Gothein: Wirtschaftsgeschichte des Schwarzwaldes und der angrenzenden Landschaften. Erster Band: St√§dte- und Gewerbegeschichte, Verlag Karl J. Tr√ľbner, Strassburg 1892 (Digitalisat)
  • Gregor Markl, S√∂nke Lorenz (Hrsg.): Silber, Kupfer, Kobalt. Bergbau im Schwarzwald. Markstein, Filderstadt 2004, ISBN 3-935129-10-6.¬†
  • Georg Sawatzki, Horst Peter Hann: Badenweiler-Lenzkirch-Zone (S√ľdschwarzwald). Erl√§uterungen mit Hinweisen f√ľr Exkursionen. In: Geologische Karte von Baden-W√ľrttemberg 1:50000. Landesamt f√ľr Geologie, Rohstoffe und Bergbau Baden-W√ľrttemberg, Freiburg im Breisgau 2003.¬†
  • Wolfgang Werner, Volker Dennert: Lagerst√§tten und Bergbau im Schwarzwald. Landesamt f√ľr Geologie, Rohstoffe und Bergbau Baden-W√ľrttemberg, Freiburg im Breisgau 2004.¬†

Kunstgeschichte

  • Richard Schmidt: Schwarzwald (Deutsche Lande ‚Äď Deutsche Kunst). M√ľnchen/Berlin 1965

Natur

  • Adolf Hanle: Nordschwarzwald (Meyers Naturf√ľhrer). Mannheim/Wien/Z√ľrich 1989
  • Adolf Hanle: S√ľdschwarzwald (Meyers Naturf√ľhrer). Mannheim/Wien/Z√ľrich 1989
  • Ulrike Klugmann (Hrsg.): S√ľdschwarzwald, Feldberg und Wutachschlucht (Naturmagazin Drau√üen). Hamburg 1983
  • Hans-Peter Schaub: Der Schwarzwald. Naturvielfalt in einer alten Kulturlandschaft. Mannheim 2001

Belletristik

  • J√ľrgen Lodemann (Hrsg.): Schwarzwaldgeschichten. Kl√∂pfer & Mayer, T√ľbingen 2007, ISBN 978-3-940086-04-4
  • Herbert Schnierle-Lutz (Hrsg.): Schwarzwald-Lesebuch. Geschichten aus 6 Jahrhunderten mit zahlreichen Bildern, 224 Seiten, Hohenheim Verlag, Stuttgart 2011, ISBN 978-3-89850-213-9

Siehe auch

  • Liste der Gebirge und H√∂henz√ľge in Deutschland
  • Liste der Mittelgebirge in Deutschland
  • Mittelgebirge

Weblinks

  • Linkkatalog zum Thema Schwarzwald bei curlie.org (ehemals DMOZ)

Einzelnachweise

 

Kommentar Meinungen und Kommentare


Die höchsten Gipfel Die höchsten Gipfel

Die höchsten Hütten Die höchsten Hütten

Touren in diesem Gebirge Touren in diesem Gebirge

Bücher und Karten Bücher und Karten


Staaten die sich in dieser Gebirgsgruppe befinden (1):
Deutschland Deutschland

Ausdehnung / Grenzen (nach WGS 84 dezimal):
nördlichster Punkt: 48.986751
südlichster Punkt: 47.545191
westlichster Punkt: 7.645111
östlichster Punkt: 8.824983


Das Gebirge hat eine Fläche
von etwa
6113 km²

Die Länge der Grenze
beträgt ca.
505 km
 
Schwarzwald: Große Karte mit den Grenzen und Hütten, Gipfeln sowie Touren der Gebirgsgruppe
Schaue dir die Lage und viele weitere Informationen der Gebirgsgruppe Schwarzwald an. Höchste Gipfel, höchste Hütten und Touren.

Twitter twitter.com/deinebergede Instagram instagram.com/deineberge.de Facebook facebook.com/DeineBerge Frage Kontakt Fragen, Fehler, Lob, Kritik?
Schreib uns eine Nachricht.