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Gebirge Karte: Europa

Gebirge Lage und Zugehörigkeit

Zugehörigkeit: Europa
Untergruppen:
 

Gebirge Informationen zur Gebirgsgruppe: Europa

Informationen zur Lage und Bezeichnung:


ausführliche Beschreibung:

Europa (altgriechisch Εᜐρώπη Euráč“pē) ist ein Erdteil, der sich ĂŒber das westliche FĂŒnftel der eurasischen Landmasse erstreckt. Obwohl es geographisch gesehen nur ein Subkontinent ist, der mit Asien zusammen den Kontinent Eurasien bildet, wird es historisch und kulturell begrĂŒndet oft als eigenstĂ€ndiger Kontinent betrachtet. Der Begriff „Europa“ ist also nicht rein geographisch definiert, sondern bezieht sich auch auf historische, kulturelle, politische, wirtschaftliche, rechtliche, ideelle Aspekte.

Die Einwohner Europas werden als EuropĂ€er bezeichnet. Mit ĂŒber 700 Millionen Einwohnern, die auf einer FlĂ€che von etwa 10,5 Millionen Quadratkilometern leben, gehört Europa zu den dichter besiedelten Teilen der Erde. Europa ist stark urbanisiert, besonders im Bereich der HauptstĂ€dte und der Megalopolis „Blaue Banane“. Bedeutende politische BĂŒndnisse Europas sind vor allem der Europarat und die EuropĂ€ische Union.

Name

Der Name „Europa“ geht auf das altgriechische Εᜐρώπη (Euráč“pē) zurĂŒck. Er wurde als Kompositum aus Δᜐρύς, eurĂœs, „weit, breit“ und ᜄψ, Ăłps, „Sicht, Gesicht“ aufgefasst, woraus sich die Bedeutungen „die mit der weiten Sicht“ oder „die Breitgesichtige“ ergeben.

Nach der griechischen Mythologie war Euráč“pē eine phönizische Königstochter, die der in Stiergestalt auftretende Gott Zeus schwimmend auf seinem RĂŒcken nach Kreta entfĂŒhrte. Nach Auffassung der Sprachwissenschaften stammt der Name aus dem Semitischen und wurde grĂ€zisiert. Phonetisch naheliegend ist demnach die Herkunft vom akkadischen oder phönizischen Wort (ʕ)erebu bzw. (ʕ)arab„untergehen“ (bezogen auf die Sonne) sowie dem davon abgeleiteten phönizischen ʕerob „Abend, Westen“ (zur Assoziation des Abends mit der Himmelsrichtung vgl. Abendland sowie das arabische Maghreb, dem dieselbe semitische Wortwurzel zugrunde liegt wie offenbar Europa, nĂ€mlich ʕrb bzw. ÄĄrb „vorĂŒbergehen“; zum ins Griechische nicht ĂŒbernommenen semitischen Kehllaut am Anfang vgl. ʕ und ÄĄ).

Im 5. Jahrhundert vor Christus bezog der griechische Schriftsteller und Geograf Herodot den Begriff Euráč“pē, der als geografischer Begriff zunĂ€chst nur die Peloponnes bezeichnete, auch auf die Landmassen nördlich des Mittelmeers und des Schwarzen Meers, die er so von Asien (AsĂ­a) und Afrika (LibĂœe) unterschied.

Europa selbst ist der Namensgeber des 1890 entdeckten chemischen Elements Europium.

Geographie

Europa hat im Osten gegenĂŒber Asien keine eindeutige geographische oder geologische Grenze. Deshalb sind die ‚Grenzen Europas‘ eine Frage gesellschaftlicher Übereinkunft. Eine geographische Definition Europas ist immer willkĂŒrlich. Nach einer bekannten Formulierung von Bernard-Henri LĂ©vy ist Europa „kein Ort, sondern eine Idee“. Heute folgt man bei der Grenzziehung zwischen Europa und Asien ĂŒblicherweise weitgehend der Definition von Philip Johan von Strahlenberg. Danach bilden Uralgebirge und -fluss die Ostgrenze Europas. Zwischen dem Kaspischen Meer und dem Schwarzen Meer verlĂ€uft die Grenzlinie durch die Manytschniederung nördlich des Kaukasusgebirges, da an ihrer Stelle einst eine Meeresstraße das Kaspische Meer mit dem Schwarzen Meer verband. Die oben gezeigte Weltkugel zieht – davon leicht abweichend – die Grenze entlang des Kaukasus-Hauptkammes; diese Grenzziehung wird im englisch- und französischsprachigen Raum bevorzugt (→ Innereurasische Grenze).

Insgesamt hat Europa eine FlĂ€che von etwa 10,5 Millionen Quadratkilometern und ist damit nach Australien der zweitkleinste Kontinent. Der nördlichste Punkt des europĂ€ischen Festlands ist Kinnarodden auf der Nordkinnhalbinsel in Norwegen, der sĂŒdlichste ist die Punta de Tarifa in Spanien, der westlichste das Cabo da Roca in Portugal. Die Nord-SĂŒd-Ausdehnung betrĂ€gt etwa 3800 km. In Ost-West-Richtung misst das europĂ€ische Festland etwa 6000 km, vom Uralgebirge in Russland bis zur AtlantikkĂŒste Portugals.

Klima

Der Kontinent liegt hauptsĂ€chlich in den gemĂ€ĂŸigten Breiten. Das Klima ist in Europa im Vergleich mit Gebieten gleicher geographischer Breite in anderen Erdteilen wegen des Einflusses des relativ warmen Golfstroms milder. Die durchschnittliche Jahrestemperatur von Bordeaux betrĂ€gt beispielsweise 12,8 °C, wĂ€hrend das auf nahezu gleicher Breite liegende kanadische Halifax (Nova Scotia) nur 6,3 °C erreicht.

In großen Teilen Westeuropas stehen milden Wintern kĂŒhle Sommer gegenĂŒber. In Gebieten, die weit vom Meer, also auch von dessen klimatisch ausgleichendem Einfluss entfernt liegen, sind die Temperaturunterschiede in verschiedenen Jahreszeiten stĂ€rker. In den grĂ¶ĂŸten Teilen Osteuropas ist das Klima durch das Fehlen des Meeres in unmittelbarer NĂ€he vorwiegend kontinental geprĂ€gt. Kalte Winter und heiße Sommer sind in diesen Regionen vorherrschend.

Durch die Erdrotation und die damit verbundene ablenkende Kraft kommen Winde hauptsĂ€chlich aus westlicher Richtung. Da in den KĂŒstengebieten Westeuropas deswegen Winde vornehmlich vom Atlantischen Ozean wehen, kommt es fast ganzjĂ€hrig zu Regen. In Ost- und Mitteleuropa ist die Niederschlagsmenge dagegen vergleichsweise gering, da wiederum der Einfluss des Meeres auf diese Regionen zu gering ausfĂ€llt. Gebirge beeinflussen die Niederschlagsmenge ebenfalls stark. So zĂ€hlen Teile der nordwestlichen Alpen zu den niederschlagsreichsten Gebieten Europas, wĂ€hrend zentrale AlpentĂ€ler vergleichsweise trocken sind. Die Alpen wirken in diesem Fall als Barriere fĂŒr Regenfronten.

In Gebieten nahe dem Mittelmeer herrscht ĂŒberwiegend mediterranes Klima mit subtropischen Winterregen. Den trockenen und sehr warmen Sommern folgen milde und z. T. regenreiche Winter. Die mittlere Lufttemperatur liegt im Sommer zw. 22 °C im westlichen und 27 °C im östlichen Mittelmeer. Im Winter zwischen 8 °C im ÄgĂ€ischen, wĂ€hrend die Nordumrahmung des Mittelmeeres bei Venedig Januartemperaturen von nur 3 °C hat. Im Sommer gibt es vorwiegend Winde aus nördlicher Richtung, den Etesien. Im Winter bringen westliche Winde aus Richtung des Atlantischen Ozeans dagegen hĂ€ufig Niederschlag mit. Aufgrund der im Herbst und Winter noch relativ hohen Wassertemperaturen erreichen die Niederschlagssummen, insbesondere an Staulagen (Steigungsregen) der östlichen Adriaumrahmung, die höchsten Werte in Europa. Sie liegen in Montenegro maximal bei ĂŒber 4500 mm/a (Crkvice) und sind damit fast doppelt so hoch wie in den Staulagen der Nordalpen. Es findet insbesondere im Winter durch kalte Windströmungen ein Luftmassenaustausch zwischen polar geprĂ€gter Kaltluft und den subtropischen Luftmassen statt. Diese Winde wehen insbesondere an natĂŒrlichen ReliefausflĂŒssen wie der Mistral im Rhonetal sowie die Bora ĂŒber den niedrige liegenden PĂ€ssen im Kvarnergolf und vor Istrien.

Im Norden Europas herrscht arktisches Klima, im SĂŒdosten an der Wolga dagegen Kontinentalklima mit heißen Sommern und geringem Niederschlag. So kann es z. B. auch sein, dass in Lappland noch Schnee liegt, wĂ€hrend in Sizilien ĂŒber Sommerhitze geklagt wird, es auf den Shetland­inseln andauernd regnet und Andalusien von jahrelanger Trockenheit geplagt wird.

Flora

Die Vegetation in Europa lĂ€sst sich anhand des Klimas grob in vier Zonen einteilen: arktisch, boreal, gemĂ€ĂŸigt und mediterran. Durch jahrtausendelange Nutzung ist die ursprĂŒngliche Vegetation Europas in der gemĂ€ĂŸigten und mediterranen Zone bis auf winzige Reste vernichtet. Im Norden Europas sind in der arktischen Tundra nur StrĂ€ucher, Moose und Flechten zu finden. Weiter sĂŒdlich schließen sich in Skandinavien und dem nördlichen Russland boreale NadelwĂ€lder an (vorwiegend aus Fichten und Kiefern), in die ausgedehnte Moore eingebettet sind. In der gemĂ€ĂŸigten Zone wĂŒrden zwischen dem Atlantischen Ozean und den Karpaten unter natĂŒrlichen Bedingungen vermutlich vor allem durch Rotbuchen geprĂ€gte LaubwĂ€lder wachsen, in den wĂ€rmsten Tieflagen auch solche mit sommergrĂŒnen Eichen und Hainbuchen. Östlich des Verbreitungsgebietes der Rotbuche, etwa ab der Weichsel und dem Dnjestr bis zum sĂŒdlichen Ural, wĂ€ren wohl MischwĂ€lder ausgebildet, in denen Stieleiche, Winter-Linde, Waldkiefer und – im Übergang zur nördlich anschließenden Nadelwaldzone – die Fichte die wichtigste Rolle spielen. Nach SĂŒden schließt an diese Mischwaldzone nördlich des Schwarzen Meeres eine Region an, in der unter natĂŒrlichen Bedingungen Steppen­vegetation ausgebildet wĂ€re.

Auch der Mittelmeerraum war ursprĂŒnglich wohl weitgehend bewaldet. Dort wĂ€re die Vegetation ohne menschliche Einwirkung von mediterranem Hartlaubwald geprĂ€gt, der von immergrĂŒnen Eichenarten (v. a. Steineiche) beherrscht wĂ€re, in den sĂŒdlichsten und wĂ€rmsten Lagen auch mit starker Beteiligung von OlivenbĂ€umen, Pistazien und Kiefern. Durch den anthropogenen Einfluss aber wachsen heutzutage vor allem Macchie- oder Garigue-GewĂ€chse. In den kĂŒhleren Lagen des Mittelmeergebiets spielen auch verschiedene sommergrĂŒne Eichenarten, etwa die Flaumeiche, eine große Rolle. In den mittleren und höheren Lagen der Gebirge ist die ursprĂŒngliche Vegetation besser erhalten als in den Tieflagen. Hier sind auf relativ kleinem Raum mehrere einander ĂŒberlagernde Höhenstufen ausgebildet, wobei in AbhĂ€ngigkeit vom Klima die einzelnen Komponenten einer solchen Höhenstufenzonierung sehr unterschiedlich sein können. In den BergwĂ€ldern der mittleren oberen Höhenlagen sind neben der Rotbuche vor allem Tannen- und Kiefernarten, in den nördlicheren Gebirgen auch Fichte und LĂ€rche von Bedeutung. Oberhalb der Waldgrenze sind in den Gebirgen Zwergstrauchheiden, alpine Rasen, und im Mittelmeerraum auch Dornpolstervegetation zu finden. Nach oben zu wird die geschlossene Vegetation von einzeln wachsenden Fels- und Schuttpflanzen abgelöst.

Laut der umstrittenen Megaherbivorenhypothese jedoch wĂ€re Europa vor dem Einfluss des Menschen weniger bewaldet gewesen, vielmehr hĂ€tten abwechslungsreiche Weidelandschaften aus Wiesen, GebĂŒschen und kleineren HutewĂ€ldern großflĂ€chig dominiert, geformt durch Pflanzenfresser wie Auerochse, Wisent, Tarpan und Rothirsch. Diese Hypothese wird u. a. durch die HĂ€ufigkeit von Eichen- und Haselpollen sowie das Vorkommen anderer Offenlandarten in Mitteleuropa wĂ€hrend des frĂŒhen HolozĂ€n gestĂŒtzt.

Heute ist der grĂ¶ĂŸte Teil Europas durch agrarische Nutzung geprĂ€gt, die verbliebenen WĂ€lder werden intensiv forstlich genutzt. Vom Menschen weniger beeintrĂ€chtigte Bereiche gibt es vor allem in den höheren Lagen der Gebirge.

Fauna

Große Raubtiere wie BraunbĂ€r, Eurasischer Wolf oder Luchs sind nur noch im Norden oder Osten in grĂ¶ĂŸeren BestĂ€nden zu finden. Im Ă€ußersten Norden und Osten Europas kommen Rentiere und Elche noch relativ hĂ€ufig vor. Nach seiner Ausrottung wurde der Wisent aus ZoobestĂ€nden wieder in Osteuropa ausgewildert. Rothirsch, Reh und Wildschwein findet man in den meisten Regionen Europas. Eine typisch europĂ€ische Großtierart ist die GĂ€mse, die außerhalb der europĂ€ischen Gebirge nur in Kleinasien und den asiatischen Teilen des Kaukasus verbreitet ist. In Alpen, PyrenĂ€en und im Kaukasus leben verschiedene Arten des Steinbocks. Die Saigaantilope war noch im Mittelalter bis in die Ukraine verbreitet, heute ist sie in Europa auf Gebiete am Unterlauf der Wolga beschrĂ€nkt. Viele Arten sind schon vor Jahrhunderten ausgerottet worden (Ur, Tarpan). Auch der Bestand an Greifvögeln, wie Steinadler, Seeadler und GĂ€nsegeier ist in den letzten Jahrhunderten stark dezimiert worden. Nur in SĂŒdeuropa gibt es aufgrund des warmen Klimas eine grĂ¶ĂŸere Artenzahl an Eidechsen, Schlangen und Schildkröten. An der KĂŒste leben Seehunde und andere Robbenarten. In den nördlichen Meeren sind die bekanntesten Wale Schwertwal und Schweinswal, im Mittelmeer verschiedene Delfinarten. Die bekanntesten Salzwasserfische sind Heringe und verschiedene Thunfischarten.

StÀdte und Metropolen

Die StĂ€dte und Gemeinden bilden die kleinsten administrativen Einheiten im Verwaltungsaufbau der Staaten. Lissabon war eine der ersten kosmopolitischen Metropolen der Neuzeit, da sie im Zeitalter des Imperialismus Zentrum eines großen Kolonialreiches war. Noch 1950 befanden sich vier StĂ€dte in der heutigen EuropĂ€ischen Union unter den 20 grĂ¶ĂŸten der Welt, seitdem wachsen die europĂ€ischen StĂ€dte kaum noch, verlieren teilweise an Einwohnerzahlen. Diese vier grĂ¶ĂŸten heutigen EU-StĂ€dte waren London auf dem zweiten Platz hinter New York, Paris auf dem vierten Platz hinter Tokio sowie Mailand und Neapel, die Platz 13 und 19 belegten.

Doch in der zweiten HĂ€lfte des 20. Jahrhunderts holten die StĂ€dte der restlichen Welt, besonders die der EntwicklungslĂ€nder, z. B. Mexiko-Stadt, Manila oder SĂŁo Paulo, bei den Einwohnerzahlen auf und fĂŒhren jetzt die Tabelle der Welt an. Trotz Stagnation in Ă€lteren StĂ€dten gibt es zahlreiche andere Prozesse in der Raumentwicklung des 21. Jahrhunderts, wie z. B. die Gentrifizierung der InnenstĂ€dte.

Problematisch beim Vergleich der Metropolen ist, dass es auch oft polyzentrische BallungsrĂ€ume gibt, in denen die KernstĂ€dte im Vergleich zum Ballungsraum sehr klein sind (z. B. Rhein-Ruhr, das oberschlesische Industriegebiet oder Mittelengland). Daher tauchen sie, auch wenn sie teilweise sehr groß sind, nicht in der Tabelle unten auf.

StÀdte mit mehr als 1,5 Millionen Einwohnern in Europa sind:

* Istanbul liegt auf der Grenze zwischen Europa und Asien, der alte Stadtkern und etwa 2/3 des Stadtgebietes gehören zum europÀischen Teil
** Anzahl der Einwohner des europÀischen Teils Istanbuls
*** als Byzantion auf europÀischer Seite

Zeitzonen

Die Staaten Vereinigtes Königreich, Irland, Portugal und Island haben sich der westeuropÀischen Zeit (WEZ/WET) zugeordnet, die identisch mit der koordinierten Weltzeit (UTC) ist. Sie entspricht der mittleren Sonnenzeit am Nullmeridian, der durch London und Ostengland verlÀuft.

Alle mittel- und einige west- und osteuropĂ€ischen Staaten nutzen die MitteleuropĂ€ische Zeit (UTC + eine Stunde), dies sind Spanien, Frankreich, Andorra, Monaco, die Niederlande, Belgien, Luxemburg, DĂ€nemark, Schweden, Norwegen, Deutschland, Polen, Österreich, die Schweiz, Liechtenstein, Italien, San Marino, die Vatikanstadt, Tschechien, die Slowakei, Ungarn, Slowenien, Kroatien, Bosnien und Herzegowina, Serbien, Montenegro, Nordmazedonien, der Kosovo, Malta und Albanien.

Die osteuropÀische Zeit (UTC + 2 Stunden) nutzen Finnland, Estland, Lettland, Litauen, die Ukraine, RumÀnien, Moldau, Bulgarien und Griechenland.

Die Moskauer Zeit (UST + 3 Std.) nutzen Belarus und ein Großteil des europĂ€ischen Teils Russlands sowie die TĂŒrkei.

Die meisten Staaten verwenden von Ende MĂ€rz bis Ende Oktober eine Sommerzeit, bei der die Uhren ĂŒber diesen Zeitraum hinweg eine Stunde vorgestellt werden. Dies gilt fĂŒr alle EU-Staaten, auch die meisten europĂ€ischen Nicht-EU-Staaten folgen diesem Beispiel, jedoch nicht Island, Russland, Belarus und die TĂŒrkei.

Geschichte

Älteste Nachweise von Vertretern der Gattung Homo stammen derzeit aus der Sierra de Atapuerca in Spanien und sind bis zu 1,2 Mio. Jahre alt. Noch Ă€ltere Fossilfunde aus Georgien (außerhalb der heute gĂŒltigen Grenzen Europas) sind 1,8 Mio. Jahre alt und werden als „Homo erectus ergaster georgicus“ bezeichnet. Im nordalpinen Europa beginnt der Ă€lteste Besiedlungshorizont mit Homo heidelbergensis vor ca. 600.000 Jahren.

Erst vor ca. 40.000 Jahren gelangte Homo sapiens nach Europa (vgl. Ausbreitung des Menschen) und ersetzte nach und nach den Neandertaler. Mit der Jungsteinzeit und der Bronzezeit begann in Europa eine lange Geschichte großer kultureller und wirtschaftlicher Errungenschaften, zunĂ€chst im Mittelmeerraum, dann auch im Norden und Osten.

Besonders die griechische Kultur, das Römische Reich und das Christentum hinterließen bis heute ihre Spuren. In der Antike vereinigte das Römische Reich zur Zeit des Augustus erstmals das gesamte sĂŒdliche Europa zusammen mit den anderen KĂŒstenlĂ€ndern des Mittelmeerraums in einem Großreich. Im Römischen Reich konnte sich die neue Religion des Christentums schnell ausbreiten. Trotz aller Verfolgungen wurde das Christentum in der SpĂ€tantike von Konstantin dem Großen gefördert (konstantinische Wende) und unter Kaiser Theodosius I. zur Staatsreligion erhoben – eine Entwicklung, die bis heute fortwirkt. Mit dem Ende der Antike brach im Westen das Imperium Romanum zusammen, bestand im Osten jedoch als (immer mehr griechisch geprĂ€gtes) Byzantinisches Reich bis 1453 fort. In dieser Zeit drĂ€ngten mit der Völkerwanderung eine Vielzahl von meist germanischen StĂ€mmen (Angelsachsen, Franken, Goten u. a.) in das westliche Europa und bildeten den Grundstein fĂŒr zukĂŒnftige Nationen (England, Frankreich, Spanien).

Im FrĂŒhmittelalter erklĂ€rte das Paderborner Epos den Herrscher des Frankenreichs, Karl den Großen, zum „Vater Europas“ (pater EuropĂŠ). Das Mittelalter war unter anderem geprĂ€gt von der Konkurrenz zwischen dem neuen römischen Kaiser im Westen (→ Römisch-deutscher Kaiser) und dem byzantinischen Kaiser in Konstantinopel (→ Zweikaiserproblem), auf deren beider EinflusssphĂ€ren die spĂ€ter weiter vertiefte Spaltung in ein westliches und östliches Europa zurĂŒckgeht (→ MorgenlĂ€ndisches Schisma). Missionare verbreiteten das Christentum seit dem FrĂŒhmittelalter ĂŒber Nord- und Osteuropa, so dass ganz Europa im SpĂ€tmittelalter christlich wurde. Im westlichen Europa gab es jedoch seit dem Investiturstreit im 11. Jahrhundert Auseinandersetzungen zwischen Kaiser und Papst um die Vorherrschaft. Im Zeitalter der Renaissance entdeckte man im lateinischen Westen das „Wissen der Antike“ wieder, was teils einen kulturellen Aufschwung bewirkte. Die Reformation im 16. Jahrhundert spaltete die westliche Kirche (mit der orthodoxen Kirche war es bereits im Jahr 1054 zum Bruch gekommen) in einen katholischen und evangelischen Teil. Religionskriege waren die Folge. 1618 bis 1648 verwĂŒstete der DreißigjĂ€hrige Krieg weite Teile Mitteleuropas.

Seit dem 15. Jahrhundert bauten europĂ€ische Nationen (besonders Spanien, Portugal, Russland, die Niederlande, Frankreich und das Vereinigte Königreich von Großbritannien und Nordirland) koloniale Imperien mit großen BesitztĂŒmern auf allen anderen Kontinenten auf. Europa ist der Kontinent, der die anderen Erdteile am meisten beeinflusst hat (zum Beispiel durch christliche Missionierung, Kolonien, Sklavenhandel, Warenaustausch und Kultur).

Im 18. Jahrhundert setzte die Bewegung der AufklĂ€rung neue Akzente und forderte Toleranz, die Achtung der MenschenwĂŒrde, Gleichheit und Freiheit. In Frankreich kam 1789 durch die Französische Revolution das BĂŒrgertum zur Macht. Im frĂŒhen 19. Jahrhundert musste sich halb Europa nach dem Willen des nach der Revolutionszeit zur Macht gekommenen französischen Kaisers Napoleon richten, bis er 1812 in Russland ein Fiasko erlebte. Die konservativen SiegermĂ€chte versuchten darauf im Rahmen des Wiener Kongresses die vorrevolutionĂ€ren ZustĂ€nde wiederherzustellen, was nur vorĂŒbergehend gelang. Die Industrialisierung begann in Teilen Europas im 18. Jahrhundert und verĂ€nderte rasant den Alltag breiter Bevölkerungsschichten. Als Folge der Verarmung der Arbeiter entstand im 19. Jahrhundert die kommunistische Bewegung. Daneben war das 19. Jahrhundert stark bestimmt von der Verbreitung demokratischer Ideen und Systeme, der konservativen Reaktion darauf und dem mit ungezĂŒgeltem Nationalismus einhergehenden Imperialismus der GroßmĂ€chte. Sowohl der Erste Weltkrieg (1914 bis 1918) als auch der Zweite Weltkrieg (1939 bis 1945) brachen in Europa aus und richteten riesige Zerstörungen an. Rund 60 Millionen Menschen verloren in Letzterem ihr Leben; geschĂ€tzte sechs Millionen davon waren Juden, welche die Nationalsozialisten in ihrem Rassenwahn, wie auch Homosexuelle und „Zigeuner“, auszurotten versuchten.

Nach dem Zweiten Weltkrieg und im Kalten Krieg war Europa in zwei große politisch-ökonomische Blöcke geteilt: sozialistische Nationen in Osteuropa und kapitalistische Nationen in Westeuropa. Man sprach auch vom Eisernen Vorhang, der die Staaten Europas voneinander trennte. Dazwischen gab es einige neutrale Staaten. Erst Perestroika und Glasnost fĂŒhrten in der Sowjetunion Mitte der 1980er Jahre zu einem politischen Kurswechsel. 1989 brach der Ostblock auf, die Berliner Mauer fiel, die Sowjetunion und der Warschauer Pakt lösten sich auf.

Seit den letzten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts wachsen die Kulturen Europas verstÀrkt zusammen, was sich zum einen durch Institutionen wie die EU, aber auch durch die Bevölkerungs- und Wirtschaftsschwerpunkte zeigt.

Politik

LĂ€nder Europas

Je nach Ziehung der Grenze zwischen Europa und Asien (siehe: Abschnitt Geographie) gibt es zurzeit 46 bis 49 souverÀne Staaten, die ganz oder teilweise in Europa liegen (HauptstÀdte in Klammern); die Zugehörigkeit Georgiens und Aserbaidschans sowie die UnabhÀngigkeit Kosovos sind dabei nicht eindeutig.

(HauptstÀdte in Klammern)
Fußnoten

Umstrittene Gebiete

  1. Kosovo Kosovo (Hauptstadt Pristina): Das Parlament in der von der UN verwalteten Provinz Kosovo erklĂ€rte am 17. Februar 2008 einseitig seine UnabhĂ€ngigkeit von Serbien. Serbien, in dessen Verfassung explizit von der serbischen Provinz als unteilbarer Teil der Republik die Rede ist, betrachtet die Region weiterhin als Bestandteil Serbiens. Der Kosovo wird von der Mehrheit der europĂ€ischen Staaten (einschließlich Deutschlands, Österreichs und der Schweiz) als eigenstĂ€ndig anerkannt; andere, darunter Griechenland, Russland oder Spanien, erkennen den Kosovo nicht als eigenen Staat an.
  2. Transnistrien Transnistrien (Eigenbezeichnung: Pridnestrowien, Hauptstadt: Tiraspol): 1992 hat sich in Transnistrien ein von der Republik Moldau de facto unabhÀngiger Staat etabliert, der jedoch von keinem anderen souverÀnen Staat anerkannt wird.
  3. Krim Autonome Republik Krim (Hauptstadt: Simferopol): Seit der russischen Annexion 2014 umstritten zwischen Russland und der Ukraine.
  4. Volksrepublik Donezk (Hauptstadt: Donetsk) und Volksrepublik Lugansk (Hauptstadt: Luhansk): ErklĂ€rten sich im April 2014 fĂŒr unabhĂ€ngig. Völkerrechtlich gelten sie weiterhin als Teil der Ukraine.

Weitere Gebiete

Daneben gibt es noch kleinere Territorien, die nicht integrierter Bestandteil eines Staates, aber auch nicht voll selbstÀndig sind:

  • Guernsey Guernsey (Hauptstadt Saint Peter Port)
  • Isle of Man Isle of Man (Hauptstadt Douglas)
  • Jersey Jersey (Hauptstadt Saint Helier)
    • Diese drei Gebiete sind Kronbesitzungen der britischen Krone. Sie sind kein Bestandteil des Vereinigten Königreichs Großbritannien und Nordirland.
  • Gibraltar Gibraltar
    • Gibraltar ist ein Britisches Überseegebiet. Als solches steht es zwar unter der SouverĂ€nitĂ€t des Vereinigten Königreichs Großbritannien und Nordirland, ist aber kein Teil davon.
  • Faroer FĂ€röer (Hauptstadt TĂłrshavn)
    • Die FĂ€röer sind Teil des Königreichs DĂ€nemark.
  • Norwegen Spitzbergen (Hauptstadt Longyearbyen), Jan Mayen (Hauptort Olonkinbyen)
    • Diese zwei Gebiete sind Teil des Königreichs Norwegen und werden deshalb gewöhnlich zu Europa gezĂ€hlt. Aufgrund ihrer Lage zwischen Skandinavien und Grönland (Jan Mayen) bzw. zwischen Skandinavien und dem Nordpol (Spitzbergen, norwegisch Svalbard) ist die geographische Zuordnung zum Kontinent nicht eindeutig.
  • Azoren Azoren (Hauptstadt Ponta Delgada)
  • Madeira Madeira (Hauptstadt Funchal)
    • Beide Inselgruppen sind autonome Regionen Portugals. Ihre Zuordnung zu Europa folgt aufgrund politischer, kultureller und historischer Gleichartigkeit.
      Geographisch liegt Madeira nĂ€her der afrikanischen als der europĂ€ischen KĂŒste.

Teilweise in Europa liegende Staaten

  • Kasachstan liegt nach der am weitesten verbreiteten geographischen Abgrenzung am Uralfluss mit 5,4 Prozent seiner LandflĂ€che in Europa. Etwa die HĂ€lfte der Einwohner sind Angehörige europĂ€ischer Völker (Russen, Ukrainer, Polen, Deutsche). Es ist Mitglied in der UEFA sowie als Nachfolgestaat der Sowjetunion Mitglied der OSZE. FĂŒr gewöhnlich wird es politisch und kulturell zu (Zentral-)Asien gezĂ€hlt.
  • Russland liegt mit bis zu 25 Prozent seiner FlĂ€che in Europa, wenn man den Nordkaukasus dazuzĂ€hlt. Im europĂ€ischen Teil leben, je nach Zuordnung des Nordkaukasus, etwa 65 bis 75 Prozent der Bevölkerung. Das Land ist ethnographisch, historisch und kulturell Teil Europas. In Asien liegen der Ostteil des Uralgebietes, Sibirien und der Ferne Osten Russlands.
  • Die TĂŒrkei liegt nach der traditionellen geographischen Abgrenzung an Bosporus und Dardanellen mit 3 Prozent ihrer FlĂ€che in Europa. Etwa 12 Prozent der Bevölkerung leben auf dem europĂ€ischen Teil, allem voran in der Altstadt Istanbuls, der grĂ¶ĂŸten Stadt und historischen Hauptstadt. Die TĂŒrkei ist Mitglied des Europarats, bildet mit der EU eine Zollunion und wird bei internationalen Sport- und Kulturveranstaltungen meist Europa zugeordnet. Auf politischem Gebiet ist die Frage der Zugehörigkeit der TĂŒrkei derzeit vor allem im Kontext der Verhandlungen ĂŒber ihren Beitritt zur EU heftig umstritten.
  • Wenn man die Wasserscheide des Kaukasus als innereurasische Grenze ansieht, dann liegen auch kleinere Teile Georgiens und Aserbaidschans in Europa. Beide LĂ€nder sind, wie auch Armenien, Mitglied im Europarat.

AußereuropĂ€ische Besitzungen europĂ€ischer LĂ€nder

  • Grönland gehört politisch zu DĂ€nemark, ist aber autonom und seit 1985 kein Teil der EuropĂ€ischen Union. Geographisch liegt Grönland in Nordamerika.
  • Zu Spanien gehören die vor Afrika gelegenen Kanarischen Inseln und die an der KĂŒste Marokkos gelegenen Hoheitsgebiete (u. a. die Exklaven Ceuta und Melilla). Geographisch sind sie Teil Afrikas.
  • Zu Portugal gehören die Ilhas Selvagens, die geographisch Teil Afrikas sind.
  • Unter der SouverĂ€nitĂ€t des Vereinigten Königreichs von Großbritannien und Nordirland stehen die Gebiete: Anguilla, Bermuda, Britische Jungferninseln, Britisches Territorium im Indischen Ozean, Falklandinseln, Kaimaninseln, Montserrat, Pitcairninseln, St. Helena, Ascension und Tristan da Cunha, SĂŒdgeorgien und die SĂŒdlichen Sandwichinseln, Turks- und Caicosinseln
  • Zu Frankreich gehören folgende Überseegebiete: Clipperton-Insel, Französisch-Guayana, Französisch-Polynesien, Französische SĂŒd- und Antarktisgebiete, Guadeloupe, Martinique, Mayotte, Neukaledonien, RĂ©union, Saint-BarthĂ©lemy, Saint-Martin, Saint-Pierre und Miquelon, Wallis und Futuna
  • Zum Königreich der Niederlande gehören: die „LĂ€nder“ Aruba, Curaçao und Sint Maarten; sowie die „Besonderen Gemeinden“ Bonaire, Saba und Sint Eustatius.
  • Norwegen verwaltet im SĂŒdpolarmeer das nicht zum Mutterland gehörende, unbewohnte Außengebiet Bouvetinsel.

Politische Organisationen

In der Mitte des 20. Jahrhunderts wurde als erste gemeinsame europĂ€ische Institution der Europarat gegrĂŒndet, der nach Ende des Ost-West-Konfliktes 47 Staaten umfasst. Ebenfalls von großer Bedeutung ist die Organisation fĂŒr Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE), die 1975 als Konferenz fĂŒr Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (KSZE) damals blockĂŒbergreifend gegrĂŒndet wurde, und der neben europĂ€ischen LĂ€ndern auch die USA und Kanada angehören.

1951 schlossen sich Belgien, die Niederlande, Luxemburg, Deutschland, Italien und Frankreich zur Montanunion bzw. EGKS (EuropĂ€ische Gemeinschaft fĂŒr Kohle und Stahl) zusammen. Der Versuch, eine EuropĂ€ische Verteidigungsgemeinschaft (EVG) sowie eine EuropĂ€ische Politische Gemeinschaft (EPG) zu grĂŒnden, scheiterte 1954 an der französischen Nationalversammlung. Daraufhin wurden 1957 mit den Römischen VertrĂ€gen die EuropĂ€ische Atomgemeinschaft (Euratom) sowie die EuropĂ€ische Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) gegrĂŒndet. Ab dem EG-Fusionsvertrag 1967 teilten sich die drei EuropĂ€ische Gemeinschaften (EGKS, Euratom und EWG) die gemeinsamen Institutionen Kommission, Rat, Parlament und Gerichtshof. Mit dem Vertrag von Maastricht 1993 wurde die EWG in EuropĂ€ische Gemeinschaft (EG) umbenannt und außerdem die EuropĂ€ische Union gegrĂŒndet, die die drei Gemeinschaften umfasste sowie um zwei intergouvernementale Politikbereiche die Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik und die Zusammenarbeit im Bereich Justiz und Inneres erweiterte. 2002 wurde die EGKS aufgelöst und ihre Funktionen von der EG ĂŒbernommen. Nach der Ost-Erweiterung in den Jahren 2004, 2007 und 2013 sowie dem Austritt Großbritanniens zĂ€hlt die EU gegenwĂ€rtig 27 Mitgliedsstaaten. Durch den Vertrag von Lissabon ging die EG zum 1. Dezember 2009 vollstĂ€ndig in der EU auf. Heute sind 26 europĂ€ische LĂ€nder Mitglied der EuropĂ€ischen Union. Der 27. Mitgliedstaat der EU, die Republik Zypern, zĂ€hlt geographisch zu Asien.

Ein Großteil der Mitgliedstaaten der ebenfalls in den 1950er Jahren gegrĂŒndeten EuropĂ€ischen Freihandelsassoziation (EFTA) ist mittlerweile in die EU ĂŒbergetreten, nur noch Island, Norwegen, Schweiz und Liechtenstein sind Mitglieder. Die EFTA ist anders als die EU eine reine Freihandelszone ohne supranationale Entscheidungsbefugnisse.

In militĂ€rischer Hinsicht ist die NATO (Nordatlantikvertrag-Organisation) in Europa von großer Bedeutung. Sie wurde 1949 aufgrund der sich abzeichnenden Differenzen nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs zwischen den Westalliierten und der UdSSR gegrĂŒndet. Neben den 23 europĂ€ischen Mitgliedern sind auch die USA, Kanada und die TĂŒrkei Mitglieder der NATO.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) der UNO kennt eine Region Europa, die die Russische Föderation und die gesamte TĂŒrkei mit einschließt.

Einige Staaten gehören geographisch nicht zu Europa, sind aber Mitglieder europÀischer Organisationen

  • Zypern liegt im östlichen Mittelmeer nahe der KĂŒste Asiens, zu dem es deshalb geographisch gezĂ€hlt wird. Geschichtlich und kulturell ist es jedoch eng mit Europa verbunden und politisch und kulturell Mitglied europĂ€ischer Organisationen. Seit Mai 2004 ist die Republik Zypern auch Mitglied der EuropĂ€ischen Union.
  • Die transkaukasischen Staaten Armenien, Aserbaidschan und Georgien werden geographisch je nach Definition teilweise oder vollstĂ€ndig zu Asien gerechnet. Geschichtlich und kulturell sind jedoch die beiden mehrheitlich christlichen Staaten Armenien und Georgien mit Europa verbunden. Alle drei Staaten sind Mitglieder des Europarates und werden bei internationalen Sport- und Kulturveranstaltungen meist Europa zugeordnet.
  • Israel liegt geographisch in Asien. Bei internationalen Sport- und Kulturveranstaltungen wird es oft in Europa einbezogen, weil es in der arabischen Welt politisch isoliert ist.

Bevölkerung

Mit ĂŒber 700 Millionen Einwohnern gehört Europa zu den dichter besiedelten Teilen der Erde. Die durchschnittliche Bevölkerungsdichte betrĂ€gt etwa 65 Einwohner pro kmÂČ. Vor allem in West-, Mittel- und SĂŒdeuropa ist die Bevölkerungsdichte relativ hoch, wĂ€hrend sie weiter nach Nord- und Osteuropa stark abnimmt. Die zentral gelegene Bevölkerungskonzentration in West-, Mittel- und SĂŒdeuropa, die sich bandförmig zwischen der Irischen See und dem Mittelmeer erstreckt, wird unter der Bezeichnung „Blaue Banane“ als wirtschafts- und siedlungsgeographisch bedeutende Megalopolis klassifiziert.

Sprachen

Mehr als 90 Prozent der Einwohner Europas sprechen indogermanische Sprachen. Am weitesten verbreitet sind slawische, germanische und romanische Sprachen. Auch Griechisch, Albanisch, die baltischen und keltischen Sprachen sowie das Romani zÀhlen zu den indogermanischen Sprachen.

Die uralischen Sprachen stellen die zweitgrĂ¶ĂŸte Sprachfamilie Europas dar. Sie unterteilen sich weiter in die samojedischen Sprachen, die von einigen wenigen Tausend Menschen im Ă€ußersten Nordosten Europas gesprochen werden, und in die finno-ugrischen Sprachen. Hierzu zĂ€hlen vor allem Finnisch, Ungarisch und Estnisch als Amtssprachen, ferner die in Lappland gesprochenen samischen Sprachen und einige Minderheitensprachen, vor allem in Russland.

Im europĂ€ischen Teil der TĂŒrkei ist mit TĂŒrkisch eine Turksprache Amts- und Titularsprache, ebenso Kasachisch im europĂ€ischen Teil Kasachstans. Andere Turksprachen kommen als Minderheitensprachen in Ost- und SĂŒdosteuropa vor, so etwa das Gagausische, das Tatarische und das Baschkirische. Mit KalmĂŒckisch wird am Ostrand des Kontinents auch ein Vertreter der mongolischen Sprachfamilie in Europa gesprochen.

Mit Maltesisch ist auf der Insel Malta zudem eine Sprache des semitischen Zweigs der afroasiatischen Sprachen vertreten. Die in Spanien und Frankreich gesprochene baskische Sprache wird keiner grĂ¶ĂŸeren Sprachfamilie zugerechnet, ihr Ursprung konnte durch die moderne Sprachwissenschaft nicht rekonstruiert werden und ist nach wie vor unbekannt. DarĂŒber hinaus werden heute in Europa zahlreiche weitere Sprachen aus anderen Sprachfamilien gesprochen, die durch Einwanderer in jĂŒngerer Zeit hierher gelangt sind.

Betrachtet man den Kaukasus-Hauptkamm als SĂŒdostgrenze Europas, zĂ€hlen auch zahlreiche Kaukasische Sprachen, darunter die Adyghe-Abchasischen Sprachen Adygeisch, Kabardinisch, Abasinisch, sowie die verschiedenen Nachisch-Dagestanischen Sprachen zu den Sprachen, die geschlossene Sprachgebiete in Europa haben. Prinzipiell sĂŒdlich des Hauptkammes angesiedelt sind die Kartwelischen Sprachen Georgisch und Swanisch, die jedoch den Hauptkamm nach Norden stellenweise geringfĂŒgig ĂŒberschreiten. Turksprachen, die in Europa nur an der Nordflanke des Kaukasus gesprochen werden, sind Aserbaidschanisch, Karatschai-Balkarisch, Kumykisch und Nogaisch. Eine Iranische Sprachinsel im zentralen Nordkaukasus bildet weiterhin das Ossetische, im Ostkaukasus bis ins 19. Jahrhundert regional auch Tatisch, deren Sprecheranteil seitdem sehr zurĂŒckgeht.

Bezogen auf die Zahl der Bewohner ist in Europa das lateinische Schriftsystem am gebrĂ€uchlichsten, gefolgt von dem kyrillischen Alphabet (in Russland, Belarus, der Ukraine, Bulgarien, Serbien, Montenegro, Nordmazedonien und Teilen Bosniens und der Herzegowina) und dem griechischen Alphabet. Die lateinische Sprache hat durch die römisch-katholische Kirche bis in die Neuzeit als Schriftsprache des Kontinents ĂŒberleben können.

Religionen

Das Christentum und der Islam sind die am weitesten in Europa verbreiteten Religionen.

Etwa 75 % der EuropÀer sind Christen (vor allem katholisch, protestantisch, orthodox).

Durch den stetigen Zuzug von christlichen Assyrern aus Nordmesopotamien beherbergt Europa heute 500.000 AnhÀnger des Syrischen Christentums.

Zwischen 42 und 53 Millionen, also 6–8 % sind Muslime, wobei die meisten Muslime in den europĂ€ischen Teilen Russlands (13–20 Millionen) leben. Ca. 16 Millionen sind muslimische Einwanderer und deren Nachkommen in der EuropĂ€ischen Union. 9,5 Millionen leben im europĂ€ischen Gebiet der TĂŒrkei, 2,2 Millionen in Bosnien und Herzegowina und 1,4–2,5 Millionen in Albanien.

Knapp 1,3 Millionen der europÀischen Bevölkerung sind Juden, die meisten davon in Frankreich (ca. 449.000), dem Vereinigten Königreich (ca. 295.000), Russland und Deutschland (ca. 118.000). Andere Religionen (Hinduismus, Buddhismus etc.) sind ebenfalls mit weniger als 0,3 % vertreten.

Etwa 17 % der EuropÀer sind konfessionslos, besonders in Estland, Tschechien, den Niederlanden, Russland und Ostdeutschland, sonst v. a. in den StÀdten.

Die alleinige Konfessionszugehörigkeit sagt jedoch wenig ĂŒber den tatsĂ€chlichen Grad der ReligiositĂ€t in einem Land aus. Nach der European Values Study bezeichneten sich etwa ein Drittel der EuropĂ€er als unreligiös, 5 % als ĂŒberzeugte Atheisten.

  • In Russland, dem flĂ€chengrĂ¶ĂŸten und bevölkerungsreichsten Staat Europas (der europĂ€ische Teil Russlands hat ĂŒber 100 Mio. Einwohner) sind ĂŒber 50 % Christen, mindestens 30 % Atheisten bzw. konfessionslos und etwa 14 % Muslime.
  • Im Vergleich dazu hat Deutschland mit ĂŒber 82 Mio. Einwohnern die zweitgrĂ¶ĂŸte Bevölkerungszahl. Knapp 60 % sind Christen, etwa 5 % Muslime, der Rest vor allem Atheisten und Konfessionslose. Im Osten Deutschlands allerdings machen Konfessionslose bis zu 70 % aus.

Das Christentum erreichte Europa erstmals im 1. Jahrhundert nach Chr. Der Islam breitete sich im 8. Jahrhundert auf der Iberischen Halbinsel aus, wurde aber im Zuge der „Reconquista“ vom 13. bis zum 15. Jahrhundert wieder verdrĂ€ngt. EuropĂ€er verbreiteten das Christentum durch Einwanderung und Mission in Amerika, Australien und in geringerem Maße auch auf anderen Kontinenten (Teile SĂŒdostasiens, Afrikas und Ozeaniens). Heute ist Europa weitgehend sĂ€kularisiert.

Die römisch-katholische Kirche hat seit 1964 sechs Heilige zu Patronen Europas ernannt.

Wirtschaft

Im 19. Jahrhundert war Europa durch die in England beginnende und auf den ganzen Kontinent ĂŒbergreifende Industrielle Revolution konkurrenzlos die fĂŒhrende Wirtschaftskraft. SpĂ€ter brachten verschiedene internationale Einrichtungen und Organisationen, wie die EFTA (EuropĂ€ische Freihandelszone) und die EuropĂ€ische Gemeinschaft – der heutigen EU – einen Wachstumsschub, der in vielen Teilen Europas bis in die 1970er und teilweise in die 1980er Jahre anhielt. Die Versorgung der Bevölkerung Europas konnte durch die Verringerung von HandelsbeschrĂ€nkungen ebenfalls weiter ausgebaut werden. Momentan erlebt Osteuropa einen Wirtschaftsboom und schließt zu den westeuropĂ€ischen Staaten auf. Besonders hoch ist das Wachstum zurzeit [2006] in den EU-Staaten Lettland, Estland, Litauen und der Slowakei, mit zum Teil zweistelligen Wachstumsraten.

Mit dem Vertrag von Maastricht bildeten zunĂ€chst 12 Staaten der EU ab 1999 eine WĂ€hrungsunion. Ab dem 1. Januar 2002 wurden Euro-Geldscheine und -mĂŒnzen eingefĂŒhrt. Heute ist der Euro gesetzliches Zahlungsmittel in 18 EU-Staaten und sechs weiteren europĂ€ischen Staaten.

Heute ist Europa ein wohlhabender Kontinent mit großen Industriemetropolen, ertragreicher Landwirtschaft und einem wachsenden Dienstleistungssektor. Dennoch ist seit den 1970er Jahren Arbeitslosigkeit ein weit verbreitetes Problem in vielen europĂ€ischen Staaten. Die Industrie und die Dienstleistung konzentrieren sich vor allem auf die Ballungsgebiete. In den meisten Staaten Europas ist das Problem nicht mehr der Mangel an Nahrungsmitteln, sondern die Überproduktion und die Fettleibigkeit. AusfuhrgĂŒter sind vor allem Maschinen, Stahl, Computer­bedarf und Autos. EinfuhrgĂŒter sind unter anderem Kakao, Tee, Kautschuk, Erdöl, Erdgas und Erze.

Kultur

Siehe: Kategorie:Kultur (Europa)

Bildhauerei, Malerei, Literatur, Architektur und Musik haben in Europa eine lange Tradition. Viele StĂ€dte, wie beispielsweise Paris, Wien, Rom, Berlin und Moskau werden heute als kulturelle Zentren betrachtet. Außerdem besitzen viele StĂ€dte wichtige Theater, Museen, Orchester und weitere bedeutende Einrichtungen.

Bildung

In allen Staaten Europas gibt es eine Bildungspflicht, in einigen auch eine Schulpflicht, die oft vom 6. oder 7. bis zum 15. oder 16. Lebensjahr dauert. Die Grundschulzeit betrĂ€gt in den meisten LĂ€ndern vier bis fĂŒnf – in wenigen Staaten auch sieben oder acht Jahre. Danach folgt meist eine weiterfĂŒhrende Schule, die auch verschiedene Schultypen und -arten umfassen kann. Die Analphabetenrate ist in fast allen LĂ€ndern durch verschiedene Förderungen des Bildungssystems sehr niedrig. In vielen LĂ€ndern gibt es außerdem renommierte Hochschulen und UniversitĂ€ten, teilweise auch mit bestimmten fachlichen Schwerpunkten.

Sport

Der Sport hat fĂŒr die Vorstellung eines einheitlichen europĂ€ischen Raumes eine besondere Rolle gespielt, da es seit Ende des 19. Jahrhunderts Europameisterschaften (zuerst 1891 im Eiskunstlauf) gibt. Da die EuropĂ€ische Union auf eine eigene Gestaltung des Sports weitgehend verzichtet hat, in den Fußball-Ligen nationale Monopole gepflegt werden, die sich auch vom europĂ€ischen Ausland strikt abgrenzen, ist das Bild des Europas des Berufssports in der öffentlichen Wahrnehmung viel prĂ€senter als das des politischen Europas.

Siehe auch

  • NUTS (Europas Regionen)
  • EuropĂ€ertum
  • LĂ€nder in Europa
  • Geographische Rekorde in Europa
  • Staatswappen der europĂ€ischen LĂ€nder

Literatur

  • Heinrich-Böll-Stiftung, Deutsche Gesellschaft fĂŒr AuswĂ€rtige Politik, Le Monde diplomatique (Hrsg.): Europa-Atlas. Daten und Fakten ĂŒber den Kontinent. Berlin 2014.
  • Peter Blickle (Hrsg.): Handbuch der Geschichte Europas. 9 BĂ€nde. Stuttgart 2000 ff.
  • Lorraine Bluche, Veronika Lipphardt, Kiran Klaus Patel (Hrsg.): Der EuropĂ€er – ein Konstrukt. WissensbestĂ€nde, Diskurse, Praktiken. Wallstein Verlag, Göttingen 2009, ISBN 978-3-8353-0444-4.
  • Hortense Hörburger: Europa-Lexikon fĂŒr Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. 100 kurzgefasste Stichworte. SchĂŒren Verlag, Marburg 1999, ISBN 3-89472-169-3.
  • Klaus Oschema: Bilder von Europa im Mittelalter. (= Mittelalter-Forschungen; 43). Thorbecke, Ostfildern 2013 (Digitalisat)
  • Almut-Barbara Renger, Roland Alexander Ißler (Hrsg.): Europa – Stier und Sternenkranz. Von der Union mit Zeus zum Staatenverbund. (= GrĂŒndungsmythen Europas in Literatur, Musik und Kunst. 1). V&R unipress, Göttingen 2009, ISBN 978-3-89971-566-8, v-r.de.
  • Wolfgang Schmale: Europa: Kulturelle Referenz – Zitatensystem – Wertesystem. In: EuropĂ€ische Geschichte Online. Hrsg. vom Leibniz-Institut fĂŒr EuropĂ€ische Geschichte, 2010. Zugriff am 13. Juni 2012.
  • Hans Jörg Schrötter: Kleines Europalexikon. Geschichte – Politik – Recht. C. H. Beck Verlag, MĂŒnchen 2016, ISBN 978-3-423-50782-0.

Weblinks

  • Zahlen und Fakten: Europa, Bundeszentrale fĂŒr politische Bildung (bpb; Deutschland)
  • Internationales und LĂ€nderprofile, Statistisches Bundesamt (Deutschland)
  • LĂ€nderportrĂ€ts – aktuelle statistische Kennzahlen von 35 europĂ€ischen LĂ€ndern, Bundesamt fĂŒr Statistik (Schweiz)
  • CVCE, die Multimedia-Referenz zur Geschichte Europas, Centre Virtuel de la Connaissance sur l’Europe

Einzelnachweise



Quelle: Wikipedia
 

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südlichster Punkt: 27.72122
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