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Gebirge Karte: Sauerland

Gebirge Lage und Zugehörigkeit

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Gebirge Informationen zur Gebirgsgruppe: Sauerland

Informationen zur Lage und Bezeichnung:


ausführliche Beschreibung:

Das Sauerland ist eine Mittelgebirgsregion in Westfalen und, je nach Definition, zum Teil auch in Hessen. Es umfasst den nordöstlichen Teil des Rheinischen Schiefergebirges. Eine genaue Abgrenzung ist nicht möglich und die Begriffsdeutung unterliegt einem stetigen Wandel. Im Kern besteht die Region aus dem sĂŒdlich der Möhne liegenden Teil des frĂŒheren, ĂŒberwiegend katholisch geprĂ€gten Herzogtums Westfalen (kurkölnisches Sauerland) und dem sĂŒdlich der Ruhr liegenden Teil der frĂŒheren, ĂŒberwiegend protestantisch geprĂ€gten Grafschaft Mark (mĂ€rkisches Sauerland). Zu ihm gehört, zumindest in einer der gĂ€ngigen Definitionen, auch das Upland im hessischen Landkreis Waldeck-Frankenberg. Die Region umfasst verschiedene Teilgebirge. Die höchsten Erhebungen liegen im Rothaargebirge. Dort entspringen auch die Ruhr und die Lenne. Die im VerhĂ€ltnis zum Landesdurchschnitt dĂŒnn besiedelte Region hat viele Waldgebiete und Stauseen. Wirtschaftlich war die Region neben der Land- und Forstwirtschaft vom Erzbergbau sowie der Eisen- und Metallindustrie geprĂ€gt. Heute existiert eine ĂŒberwiegend mittelstĂ€ndische Industrie. Insbesondere im höher gelegenen Ostteil der Region, dem Hochsauerland, ist der Tourismus von großer Bedeutung.

Geographie

Lage und Grenzen

Das Sauerland liegt im SĂŒden Westfalens; es umfasst vor allem den ehemals zur Grafschaft Mark und zum Herzogtum Westfalen gehörenden, nordöstlichen Teil des Rheinischen Schiefergebirges sowie angrenzende Gebiete. Da Regionen immer einer freien Grenzziehung unterliegen und da die Region Sauerland nicht auf ein historisches Territorium zurĂŒckgeht, existiert keine feste Grenzdefinition. Zudem unterlag und unterliegt der Begriff einem stetigen Bedeutungswandel (→ siehe Begriffsgeschichte).

Im Westen, SĂŒden und Osten folgt die Grenzziehung meist historischen Grenzen, wĂ€hrend im Norden der Wechsel im Landschaftsbild herangezogen wird. Eine mögliche Grenzziehung nennt im Westen die Wasserscheide zwischen Ennepe und Volme und die sich sĂŒdwĂ€rts anschließende Wasserscheide zwischen Agger und Bigge als Grenze. Dies entspricht der historischen Grenze zwischen der Grafschaft Mark und dem Herzogtum Berg beziehungsweise zwischen den preußischen Provinzen Westfalen und Rheinland. Zum Teil liegt die so skizzierte Westgrenze im heutigen Ennepe-Ruhr-Kreis; diese Gebiete werden zunehmend zum Ruhrgebiet gezĂ€hlt. Dies gilt auch fĂŒr die Stadt Hagen. Im SĂŒden werden Sieger- und Wittgensteiner Land abgegrenzt; doch werden trotz aller historischen Differenzen gerade diese beiden Regionen immer wieder gemeinsam mit dem Sauerland genannt. Im Allgemeinen werden die drei Regionen mit anderen Gebieten zur Region SĂŒdwestfalen zusammengefasst. Weiter im Osten könnten die Zechsteinsenke von Korbach und der SĂŒdostrand des Rothaargebirges herangezogen werden. Dies entspricht der historischen Grenze zur Grafschaft Waldeck; jedoch wird das waldeckische Upland zum Hochsauerland gezĂ€hlt. Im Norden können Ruhr, Möhne und der sĂŒdliche Rand der Kreideschichten der WestfĂ€lischen Bucht herangezogen werden, wobei auch Teile der Haar und des Hellwegraums zum Sauerland gezĂ€hlt werden. Daneben gibt es zahlreiche weitere Definitionen des Sauerlands, etwa als Quellgebiet von Ruhr und Lenne.

Im naturrĂ€umlich-geographischen Sinne gehört das Sauerland zur Haupteinheitengruppe 33 „SĂŒderbergland“, die auch als „Bergisch-SauerlĂ€ndisches Gebirge“ bezeichnet wird.

StÀdte und Landkreise

Die einwohnerstĂ€rkste Stadt des Sauerlands ist Iserlohn mit 91.815 Einwohnern. Arnsberg (73.487 Einwohner) und LĂŒdenscheid (71.911 Einwohner) sind die nĂ€chstgrĂ¶ĂŸten StĂ€dte. Die flĂ€chenmĂ€ĂŸig grĂ¶ĂŸten StĂ€dte sind Schmallenberg (303,07 kmÂČ), Brilon (229,01 kmÂČ) und Meschede (218,40 kmÂČ).

Im Sauerland gab es nie eine Stadt, die als Zentrum fungierte.

Der weitaus grĂ¶ĂŸere, zu Nordrhein-Westfalen gehörende Teil des Sauerlandes umfasst im Westen den MĂ€rkischen Kreis, im SĂŒden den Kreis Olpe und in der Mitte und im Osten den Hochsauerlandkreis, der flĂ€chenmĂ€ĂŸig den grĂ¶ĂŸten Teil des Sauerlands ausmacht. Daneben werden auch der sĂŒdliche Teil des Kreises Soest und das Upland im Landkreis Waldeck-Frankenberg meist zum Sauerland gezĂ€hlt (s. Karte „Politische Gliederung des Sauerlandes“).

Neben den genannten Gebieten und StÀdten werden zum Teil auch einzelne Gemeinden der Kreise Unna und Paderborn, der Ennepe-Ruhr-Kreis sowie die kreisfreie Stadt Hagen zum Sauerland gezÀhlt.

Nachbarregionen

Im SĂŒden geht das Sauerland ins Wittgensteiner und Siegerland ĂŒber, im Westen ins Bergische Land. Alle drei Landschaften sind ebenfalls Teile des SĂŒderberglandes und aus historischen GrĂŒnden abgegrenzt.

Im Nordwesten grenzt das Sauerland an das Ruhrgebiet. Historisch wie naturrĂ€umlich ĂŒberschneiden sich Teile der beiden Regionen, sie unterlagen aber anderen wirtschaftlichen Entwicklungen.

Weiter östlich grenzt das Sauerland an die Hellwegbörden, zum Beispiel an die Soester Börde, und im Nordosten und Osten an das ostwestfÀlische Hochstift Paderborn. Diese Regionen liegen in der WestfÀlischen Bucht und unterscheiden sich damit landschaftlich vom Sauerland.

Nachbarregion im SĂŒdosten und SĂŒden ist Waldeck, das sich historisch vom Sauerland abgrenzt. Eine Sonderstellung hat das Upland, das beiden Regionen zugerechnet wird.

Das Bergische Land wird zum Rheinland, Waldeck zu Nordhessen und alle ĂŒbrigen Nachbarregionen werden wie das Sauerland zu Westfalen gezĂ€hlt.

Berge

Die höchsten Berge des Sauerlandes, alle im Rothaargebirge gelegen, sind der Langenberg (843,2 mÂ ĂŒ. NHN) zwischen Willingen und Niedersfeld, der Hegekopf (842,9 m) sĂŒdlich von Willingen und der Kahle Asten (841,9 m) bei Winterberg. Der Langenberg ist die höchste Erhebung im Rothaargebirge, in Nordrhein-Westfalen und in Nordwestdeutschland. Über seinen Gipfel verlĂ€uft die Grenze von Nordrhein-Westfalen und Hessen. Der Hegekopf, der ganz auf hessischem Gebiet liegt, ist nach dem Langenberg der zweithöchste Berg im Nordteil von Nordhessen.

Neben dem Rothaargebirge wird die Region von weiteren GebirgszĂŒgen geprĂ€gt. Dazu zĂ€hlen die Saalhauser Berge (Himberg, 687,7 m), das Ebbegebirge (Nordhelle, 663,3 m), das Lennegebirge (Homert, 656,1 m) und das Nordsauerland (Plackweghöhe, 581,5 m).

  • Siehe auch: Liste von Bergen des Rothaargebirges

FließgewĂ€sser

Durch das Sauerland und ĂŒber seinen höchsten Gipfel, den Langenberg, verlĂ€uft in Nord-SĂŒd-Richtung die Rhein-Weser-Wasserscheide. Der grĂ¶ĂŸere, westlich davon gelegene Teil des Sauerlandes entwĂ€ssert grĂ¶ĂŸtenteils ĂŒber die Ruhr und ihre linken NebenflĂŒsse zum Rhein, wĂ€hrend einige Randbereiche im Nordosten auch zur Lippe entwĂ€ssern.

Andere Rhein-NebenflĂŒsse verlaufen zwar zum Teil (die Lahn im Wittgensteiner Land) bzw. fast gĂ€nzlich (die Sieg im Siegerland und die Wupper im Bergischen Land) im SĂŒderbergland, jedoch in Teilen, die nicht zum Sauerland gehören.

Der Osten des Sauerlandes, insbesondere das gesamte Upland, entwĂ€ssert ĂŒber die Diemel und NebenflĂŒsse der Eder zur Weser hin.

Die wichtigsten FlĂŒsse des Sauerlands sind (nach Flusssystem und Zuflusshöhe geordnet):

Stauseen

Durch die Industrialisierung nahm vor allem im Ruhrgebiet der Bedarf an Trink- und Industriewasser zu. Es entstanden am Unterlauf der Ruhr zahlreiche Wasserwerke, die aber in trockenen Sommern hĂ€ufig trockenlagen. Zur Regulierung grĂŒndeten die Wassererzeuger im Ruhrgebiet 1899 den Ruhrtalsperrenverein. Vor allem diese Organisation finanzierte den Bau von Stauanlagen an einigen kleineren FlĂŒssen im Sauerland. Diese speichern im Herbst und Winter das Wasser und lassen es im FrĂŒhjahr und Sommer kontrolliert abfließen, um stets einen ausreichenden Wasserstand im Unterlauf der Ruhr zu gewĂ€hrleisten. Die grĂ¶ĂŸten dieser Seen sind der Biggesee (mit der Listertalsperre), der Möhnesee, der Sorpesee, der Hennesee und die Versetalsperre. Am nordöstlichen Rand und nur knapp in den benachbarten Landkreisen gelegen befinden sich der Diemelsee (liegt zum Teil in Nordrhein-Westfalen) und der Aabachstausee.

Die Stauseen sind auch als Ausflugsziele fĂŒr Bewohner des Ruhrgebiets und aus den Niederlanden beliebt. Um die meisten dieser Seen hat sich eine Tourismus-Wirtschaft mit Gastronomie und Freizeitmöglichkeiten zur Naherholung gebildet.

Bevölkerungsentwicklung und Siedlungsdichte

Zwar gilt das Sauerland als eher dĂŒnn besiedeltes Gebiet; abhĂ€ngig von der wirtschaftlichen Entwicklung gab und gibt es jedoch erhebliche Unterschiede in der Bevölkerungsdichte.

Insgesamt lĂ€sst sich hinsichtlich der Bevölkerungsentwicklung und Siedlungsdichte ein deutliches West-Ost-GefĂ€lle ausmachen. Das frĂŒh industrialisierte Gebiet des heutigen MĂ€rkischen Kreises hatte im 19. Jahrhundert durch Zuwanderung, auch aus dem Hochsauerland, ein beachtliches Bevölkerungswachstum. Dort wurde bereits Eisenerz abgebaut und mit einheimischer Holzkohle verhĂŒttet (etwa in der LuisenhĂŒtte Wocklum), als es das Ruhrgebiet als industrielles Ballungsgebiet noch gar nicht gab. Nach 1870 holte der nordwestlichste Teil des heutigen Hochsauerlandkreises (vor allem in Neheim und HĂŒsten) auf und unterschied sich kaum von der Entwicklung in der Mark.

Dagegen waren die gering industrialisierten Gebiete in den heutigen Kreisen Hochsauerland, Olpe und Soest zeitweise Aus- und Abwanderungsgebiete mit einer entsprechend niedrigen Bevölkerungszunahme. Der Landrat von Brilon schĂ€tzte zu Beginn der 1870er Jahre, dass allein von 1845 bis 1864 ĂŒber 500 Personen nach Amerika ausgewandert waren. In der Phase der Hochindustrialisierung verlor die Auswanderung nach Übersee zu Gunsten der Abwanderung in die benachbarten Industriegebiete an Bedeutung. Bereits zu Beginn der 1860er Jahre zĂ€hlte man im Kreis Brilon nur etwa 180 Auswanderungen nach Übersee, aber ĂŒber 600 UmzĂŒge innerhalb des preußischen Staates. Hauptzielgebiete waren die Industrieorte im westlichen Teil des Sauerlandes und das Ruhrgebiet.

Wenngleich im 20. Jahrhundert die wirtschaftlichen Unterschiede abnahmen, ist die Bevölkerungsdichte noch immer außerordentlich unterschiedlich. WĂ€hrend der MĂ€rkische Kreis nur wenig unter dem Durchschnitt von Nordrhein-Westfalen liegt, ist die Bevölkerungsdichte vor allem im Hochsauerland um ein Mehrfaches geringer. Hier ist sie zwischen den beiden grĂ¶ĂŸten StĂ€dten Arnsberg und Meschede sowie im Röhrtal in Richtung Sundern am grĂ¶ĂŸten.

Generell ist ein signifikanter BevölkerungsrĂŒckgang seit 2004 zu konstatieren. So hatte der Hochsauerlandkreis im Jahr 2010 nur noch rund 267.000 Einwohner, der MĂ€rkische Kreis 2012 nur noch rund 419.000 Einwohner. Mittelfristig rechnet der Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen in seiner Prognose 2014/2015 zum Beispiel fĂŒr den Hochsauerlandkreis mit einem weiteren BevölkerungsrĂŒckgang bis 2040 um 16 Prozent (entsprechend rund 40.000 Einwohner) und fĂŒr den MĂ€rkischen Kreis fĂŒr den gleichen Zeitraum (2015–2040) um 20 Prozent (entsprechend etwa 78.000 Einwohner). Noch deutlicher ist fĂŒr den gleichen Zeitraum (2014–2040) gemĂ€ĂŸ Prognose des Landesbetriebs aufgrund des demographischen Wandels der RĂŒckgang der Erwerbspersonen. FĂŒr den Hochsauerlandkreis um 27,4 % (von 136.400 auf 99.700; mithin −36.700) und fĂŒr den MĂ€rkischen Kreis um 28,6 % (von 200.500 auf 143.100; mithin −57.400).

Geologie

Das Sauerland ist Teil des Rheinischen Schiefergebirges. Das meiste Gestein entstand wÀhrend des Devons, als das ganze Gebiet ein seichtes Meer war. Aus diesem Grund sind Schiefer, Sandstein, Grauwacken und Kalkstein die hÀufigsten Gesteine. Daneben kommen im östlichen Sauerland vulkanische Gesteine des Devons vor, und an manchen Stellen bildeten sich am Meeresgrund Erze, wie sie etwa in Meggen abgebaut wurden.

Die gebirgsbildenden KrĂ€fte der variszischen Orogenese im Karbon haben die ehemals waagrechten Gesteinsschichten in Falten gelegt, die an vielen Stellen durch Überschiebungen und Verwerfungen gestört sind. Das damals entstandene Gebirge wurde rasch wieder abgetragen, so dass das Gebiet des spĂ€teren Sauerlandes lange nahezu eine Ebene war. Die HĂŒgel des Sauerlandes entstanden durch die Hebung des Rheinischen Schiefergebirges seit dem Ende des MiozĂ€ns und vor allem im QuartĂ€r. Seitdem schneiden sich die FlĂŒsse vor allem von seinen RĂ€ndern her in das Schiefergebirge ein. Das Schiefergebirge und mit ihm das Sauerland steigt auch heute noch langsam auf.

Einige Gegenden des Sauerlandes sind wegen des Vorkommens von Kalkstein verkarstet, und es gibt, besonders im Norden, zwischen Iserlohn und dem Hönnetal sowie im Gebiet um Attendorn und auf der Briloner HochflÀche, hunderte Tropfsteinhöhlen. Einige davon, wie die Dechenhöhle in Iserlohn, die Atta-Höhle in Attendorn, die Heinrichshöhle am Felsenmeer Hemer, die Bilsteinhöhle bei Warstein und die Reckenhöhle in Balve, sind zu Schauhöhlen ausgebaut und können besichtigt werden.

Die zahlreichen grĂ¶ĂŸeren und kleineren Erzvorkommen haben schon seit dem Mittelalter zur Entwicklung eines traditionsreichen Bergbauwesens gefĂŒhrt. Der Bergbau im Sauerland war frĂŒher ein bedeutender Wirtschaftsfaktor; er ist heute gĂ€nzlich zum Erliegen gekommen.

Natur und Umwelt

Das Sauerland ist geprÀgt durch eine Mittelgebirgslandschaft mit Buchen- und FichtenwÀldern. MischwÀlder sowie andere Laub- und NadelwÀlder sind eher selten. Wegen der vielen Berge wird es manchmal auch als Land der tausend Berge bezeichnet.

In den Jahren 1961 bis 1965 wurden mehrere Landstriche als Naturparks ausgewiesen. Im Norden zwischen Ruhr und Möhne liegt der Naturpark Arnsberger Wald. Der Naturpark Ebbegebirge umfasste den grĂ¶ĂŸten Teil des sĂŒdwestlichen Sauerlandes, der Naturpark Homert lag zwischen dem Lennetal im SĂŒdwesten und dem Ruhrtalgebiet im Nordosten. Der Naturpark Rothaargebirge breitete sich im nordöstlichen Sauerland, im Wittgensteiner Land und im Siegerland aus. Zum 1. Mai 2015 wurden die drei zuletzt genannten zum Naturpark Sauerland-Rothaargebirge zusammengeschlossen, dem mit 3.826 kmÂČ FlĂ€che nun zweitgrĂ¶ĂŸten deutschen Naturpark. In nordöstlichen Randbereichen des Sauerlands und im angrenzenden Upland liegt zwischen Brilon und Marsberg der Naturpark Diemelsee im Grenzgebiet zum hessischen Landkreis Waldeck-Frankenberg.

Die Natur des Sauerlandes weist eine große Vielfalt auf, mit vielen schutzwĂŒrdigen Gebieten und seltenen Pflanzen und Tieren. Viele Arten haben hier einen Verbreitungsschwerpunkt in Deutschland. Dazu gehören z. B. der Wisent, der Schwarzstorch, der Uhu, der RaubwĂŒrger und das Braunkehlchen. Dies fĂŒhrte zur Ausweisung einer Vielzahl von unterschiedlich großen Schutzgebieten neben den Naturparken. So ist der Hochsauerlandkreis einer von sehr wenigen Kreisen in NRW, die fĂŒr das ganze Kreisgebiet LandschaftsplĂ€ne aufgestellt haben. Dabei wurden alle FlĂ€chen außerhalb der Ortslagen und bestehender BebauungsplĂ€ne zumindest als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen und 177 Naturschutzgebiete mit einer GesamtflĂ€che von ca. 7.800 ha ausgewiesen. Ferner sind 55 FFH-Gebiete mit einer FlĂ€che von ca. 30.000 ha im Hochsauerlandkreis durch das Land NRW an die EuropĂ€ische Union gemeldet worden, wobei die meisten grĂ¶ĂŸeren Naturschutzgebiete auch Bestandteil von meist noch grĂ¶ĂŸeren FFH-Gebieten sind. Zwei Vogelschutzgebiete liegen ganz und zwei weitere zum Teil im Hochsauerlandkreis, darunter das EuropĂ€ische Vogelschutzgebiet Medebacher Bucht. Auch bei den Vogelschutzgebieten gibt es Überschneidungen mit Naturschutzgebieten und FFH-Gebieten. Im nordwestlichen Sauerland befindet sich der LĂŒrwald, der auf 1618 ha FlĂ€che als Naturschutzgebiet Luerwald ausgewiesen ist. Das Gebiet ist Teil des 2633 ha großen FFH-Gebietes LĂŒrwald und Bieberbach und des 2637 ha großen Vogelschutzgebietes LĂŒrwald und Bieberbach. Weitere schutzwĂŒrdige Biotope sind z. B. als Naturdenkmale ausgewiesen.

Im Januar 2007 hinterließ der Orkan Kyrill vor allem in den NadelwĂ€ldern erhebliche Zerstörungen durch Windbruch. Von der GesamtflĂ€che des Hochsauerlandkreises, des MĂ€rkischen Kreises und des Kreises Olpe sowie der Gemeinden Ense, Möhnesee, RĂŒthen, Warstein (alle Kreis Soest), Diemelsee und Willingen (Upland) (beide Landkreis Waldeck-Frankenberg) lag der Waldanteil im Jahr 2010 knapp ĂŒber 50 Prozent. Im Vergleich dazu betrug die WaldflĂ€che in der Bundesrepublik 30,1 Prozent (2009), in Nordrhein-Westfalen 25,6 Prozent.

SĂŒdlich von Bestwig befindet sich die PlĂ€sterlegge, der höchste Wasserfall in Nordrhein-Westfalen.

FĂŒr die Tier- und Pflanzenwelt hat das Sauerland ĂŒberregionale Bedeutung. Das Rothaargebirge hat im Raum Winterberg, Olsberg und Brilon seine höchsten Erhebungen mit dem Kahlen Asten und der Umgebung der Hochheide Neuer Hagen. Hier sind auf Grund der besonderen Klimalage und der Höhenlagen von ĂŒber 800 Meter die einzigen Vorkommen einiger Tier- und Pflanzenarten in Nordrhein-Westfalen. Zu erwĂ€hnen sind Alpen-Milchlattich (Cicerbita alpina), Alpen-BĂ€rlapp (Diphasiastrum alpinum) und ZweiblĂŒtiges Veilchen (Viola biflora). Auch das Kalkgebiet der Briloner HochflĂ€che mit den Magerrasen an den Kalkkuppen beherbergt eine einzigartige Vegetation. Als Besonderheiten seien Quendel-Sommerwurz (Orobanche alba) und Steppenfenchel (Seseli annuum) genannt. Eine weitere Besonderheit ist die Vegetation der Karstquellen der Alme mit dem Vorkommen des PyrenĂ€en-Löffelkrauts (Cochlearia pyrenaica). In der Medebacher Bucht liegt das EuropĂ€ische Vogelschutzgebiet Medebacher Bucht. Insbesondere die bedeutenden Vorkommen des RaubwĂŒrgers, Neuntöters und Braunkehlchens haben dazu beigetragen. Der Marsberger Raum mit dem Diemelgebiet besitzt ausgedehnte Kalkmagerrasen auf Zechsteinuntergrund. Bekannt ist auch das Felsenmeer in Hemer, das durch den Einsturz der dort vorher vorhandenen Höhlen entstand.

FĂŒr den Erhalt der Kulturlandschaft mit der hohen Artenvielfalt setzt sich im Hochsauerlandkreis insbesondere der Verein fĂŒr Natur- und Vogelschutz im Hochsauerlandkreis (VNV) ein. Im Hochsauerlandkreis, im MĂ€rkischen Kreis und im Kreis Soest bestehen biologische Stationen, die mit Förderung durch das Land die Schutzgebiete im jeweiligen Kreis betreuen.

Geschichte

Begriffsgeschichte

Der Begriff Sauerland wurde erstmals 1266 als Beiname des Zeugen Wesselo de Suderlande erwĂ€hnt. In den folgenden Jahren trat die Bezeichnung in leicht variierender Form ebenfalls als Herkunftsbezeichnung in Arnsberg, Stralsund, Greifswald, Köln, Soest, LĂŒbeck, London, Breslau, Rostock, Riga, Danzig, Kassel und Essen auf. Ab dem 14. Jahrhundert wurde der Begriff zur nĂ€heren Beschreibung von Ortslagen verwendet.

Im WestfĂ€lischen fand ab dem 13. Jahrhundert ein Schwund des intervokalischen d statt, sodass aus Suderlande allmĂ€hlich Suerland wurde. Sozial höher gestellte Schichten hielten am d fest; entsprechend finden sich Schreibweisen mit d in von Kanzleien und Schreibstuben verfassten Dokumenten. Vermutlich unter dem Einfluss der aus den Niederlanden beziehungsweise von der NordseekĂŒste vordringenden Form sĂŒd fĂŒr sud setzte sich in gelehrten Kreisen die Bezeichnung SĂŒderland durch. Gegen Ende des 16. Jahrhunderts verlor die mittelniederdeutsche Schriftsprache an Bedeutung und wurde durch das Hochdeutsche ersetzt. Daraufhin wurde die Bezeichnung des Sauerlands verhochdeutscht: der lange Vokal u wurde zu au diphthongiert, sodass die heutige Namensform Sauerland entstand.

Der Ursprung des Landschaftsnamens Sauerland reicht in vorterritoriale Zeit zurĂŒck; er ist vermutlich im 12. Jahrhundert aufgekommen. Im SpĂ€tmittelalter bezeichnete er die Landstriche sĂŒdlich und nördlich der mittleren und unteren Lenne, in der frĂŒhen Neuzeit dehnte er sich auf das sĂŒdwestfĂ€lische Gebirgsland sĂŒdlich der Haar und des Hellwegs aus; ausgeschlossen waren das Sieger- und das Wittgensteiner Land. Territorial war das Gebiet in die protestantische Grafschaft Mark und das katholische Herzogtum Westfalen gespalten; beide Herrschaften umfassten auch Gebiete außerhalb des Sauerlands. Im 17. und 18. Jahrhundert erhielt Westfalen, und hier insbesondere das Sauerland, zunehmend einen schlechten Ruf. Vor allem das kurkölnische Sauerland galt als rĂŒckstĂ€ndig und arm. Ab dem 19. Jahrhundert ließ deshalb die Bindung an den Begriff nach; im industriell aufstrebenden mĂ€rkischen Sauerland wurde die Bezeichnung SĂŒderland bevorzugt.

Das Bild des Sauerlands Ă€nderte sich erst mit der Romantik. Levin SchĂŒckings unter dem Einfluss Annette von Droste-HĂŒlshoffs entstandenes Reisebuch war das erste, das das Sauerland positiv beschrieb. Trotzdem bewog es Friedrich Wilhelm Grimme, eine Verteidigungsschrift fĂŒr das Sauerland zu verfassen. Grimmes Schrift hatte entscheidenden Einfluss auf das Sauerlandbild. Mit Karl Kneebuschs ReisefĂŒhrer und der GrĂŒndung des SauerlĂ€ndischen Gebirgsvereins, der ab Ende des 19. Jahrhunderts ein markiertes Wanderwegenetz schuf, setzte eine touristische Erschließung ein. Infolgedessen weitete sich der Begriff Sauerland: Er wurde im mĂ€rkischen Sauerland wieder populĂ€r und dehnte sich darĂŒber hinaus beispielsweise auf den Haarstrang und das Upland aus.

Über die Bedeutung des Namens entstand im 19. Jahrhundert ein Etymologiestreit. Auch wenn es viele ErklĂ€rungsansĂ€tze gab, bildeten sich zwei Parteien heraus: Die eine interpretierte den Begriff unter verschiedenen Herleitungen als sĂŒdliches Land, die andere unter Verweis auf die niederdeutsche Namensform als beschwerliches Land. Der Streit wurde emotional gefĂŒhrt und war verquickt mit der Frage, ob der kurkölnische oder der mĂ€rkische Teil das „wahre“ Sauerland darstelle. Heute hat sich die Etymologie als sĂŒdliches Land durchgesetzt. Gemutmaßt wird ĂŒber eine Bedeutung im Sinne von sĂŒdlich der westfĂ€lischen Zentren Dortmund, Soest und MĂŒnster.

Trotz der ohnehin freien Grenzziehung, die allen Regionen eigen ist, und des stetigen Bedeutungswandels des Begriffs Sauerland gab und gibt es BemĂŒhungen, das Gebiet des Sauerlands enger zu umreißen. Diese Grenzziehungen haben alle das Problem, dass dem Sauerland die kultur- oder naturrĂ€umliche Einheit fehlt. Geografisch gehört es zum SĂŒderbergland, einem Teil des Rheinischen Schiefergebirges; kulturell ist das Sauerland in den mĂ€rkischen und kurkölnischen Teil gespalten. Im Allgemeinen wird heute das Gebiet des Hochsauerlandkreises, des MĂ€rkischen Kreises und des Kreises Olpe als sauerlĂ€ndisches Kerngebiet angesehen; die Grenzziehung darĂŒber hinaus variiert.

Vor- und FrĂŒhgeschichte

Funde, die fĂŒr eine altsteinzeitliche Besiedlung sprechen, sind im Sauerland relativ selten. Immerhin stieß man in der NĂ€he von Stockhausen bei Meschede in den frĂŒhen 1990er Jahren auf Werkzeuge aus der Altsteinzeit. Aus dem MittelpalĂ€olithikum wurden unter anderem Funde in der Balver Höhle gemacht.

Ein bedeutender endpalĂ€olithischer Fundplatz ist der Hohle Stein bei RĂŒthen-Kallenhardt. Ausgrabungen in den 1930er Jahren erbrachten den Nachweis einer JĂ€gerstation der Ahrensburger RentierjĂ€ger vom Ende der letzten Eiszeit, der Weichsel-Eiszeit.

Aus der frĂŒhen Mittelsteinzeit stammen Skelettreste von Menschen. Sie wurden in der BlĂ€tterhöhle, einer Massenkalkhöhle bei Hohenlimburg, entdeckt. Es handelt sich um die Ă€ltesten Nachweise anatomisch moderner Menschen in Westfalen.

Aus der Mittelsteinzeit stammen Werkzeugfunde von zahlreichen Freilandfundstellen an der mittleren Lenne, insbesondere auf den Hochebenen der Attendorn-Elsper Doppelmulde, aus dem RĂŒthener Raum, dem Ruhrtal und aus dem Warsteiner Raum. „Weiße Flecken“ auf den Fundkarten insbesondere der Mittelsteinzeit resultieren aus dem Waldreichtum der Gegend (fĂŒr den Ackerbau werden nur relativ kleine FlĂ€chenanteile genutzt, und nur dort sind normalerweise aussagefĂ€hige Funde zu machen) und dem Fehlen ehrenamtlicher Mitarbeiter der Bodendenkmalpflege. Auch die vielen Höhlen des Sauerlandes wurden in der Mittelsteinzeit noch von Menschen aufgesucht. Aus der Bilsteinhöhle stammt der Ă€lteste Kupferfund des Sauerlandes, ein etwa 4300 Jahre alter kleiner Griffzungendolch aus der Glockenbecherzeit.

GrabhĂŒgel der Bronzezeit zeigen an, dass das Sauerland auch in dieser Phase bewohnt war. Die letzte Phase der Bronzezeit (Urnenfelderzeit) ist nur sehr gering belegt: ein ZylinderhalsgefĂ€ĂŸ aus der Bilsteinhöhle und – einer der bedeutendsten Bronzefunde Deutschlands – die Bronzeamphore von Gevelinghausen, die als BestattungsgefĂ€ĂŸ diente. Eine C14-Datierung des organischen Materials erbrachte allerdings ein deutlich jĂŒngeres Datum. Vermutlich wurde das GefĂ€ĂŸ, das um 800 v. Chr. wohl in SĂŒdosteuropa entstand, erst etwa 200 Jahre spĂ€ter im Sauerland als Urne benutzt.

In der Eisenzeit wurde im Sauerland Eisenerz abgebaut. In einigen Höhlen im Hönnetal wurden Beweise fĂŒr die Nutzung als Wohn- und auch als GrabstĂ€tte gefunden. Weitere Höhlen mit Funden aus dieser Epoche sind die Veledahöhle bei Bestwig, der Hohle Stein bei RĂŒthen-Kallenhardt und die Bilsteinhöhle. Die Funde aus dieser Zeit weisen nach Ansicht einiger Wissenschaftler Spuren von Kannibalismus auf. Diese These erscheint durch neuere Untersuchungen anderer HöhlenfundplĂ€tze (zum Beispiel der Lichtensteinhöhle bei Osterode am Harz) mittlerweile als relativ abwegig. Die Befunde sprechen eher fĂŒr SekundĂ€rbestattungen. Bedeutende Spuren einer offensichtlich dichteren Besiedlung wĂ€hrend der vorrömischen Eisenzeit sind auch die verschiedenen Wallburgen des Sauerlandes, die teilweise bis in die Eisenzeit zurĂŒckreichen (beispielsweise Bruchhauser Steine, Schiedlike Borg bei Freienohl, Wilzenberg). Westfalens grĂ¶ĂŸter Waffenfund (1950) aus der Eisenzeit stammt vom Wilzenberg bei Schmallenberg.

Aus der Zeit der römischen VorstĂ¶ĂŸe nach Germanien stammt das Römerlager Kneblinghausen bei RĂŒthen. WĂ€hrend die Ă€ltere Forschung es in die Zeit zwischen 78 und 85 n. Chr. datierte, tendiert die moderne Forschung eher dazu, es der Zeit des Augustus (bis 14 n. Chr.) zuzuordnen. In der NĂ€he, auf der Briloner HochflĂ€che, haben die Römer in der kurzen Zeit der römischen Herrschaft den Bleiabbau gefördert oder zeitweise selbst betrieben. Das Plumbum Germanicum wurde bis in den Mittelmeerraum exportiert.

Gegen Ende des 7. Jahrhunderts lebten im Gebiet des Sauerlandes noch nichtsĂ€chsische germanische StĂ€mme (teilweise) frĂ€nkischer Herkunft wie die Brukterer und die Sugambrer. Die SchwĂ€che des merowingischen Königtums ließ die sĂ€chsische Expansion in diesen Raum zu. An ihrem Ende dehnte sich das sĂ€chsische Gebiet bis an die untere Ruhr aus (Unterwerfung der Brukterer 693/695).

Siehe dazu auch: Keltische Funde im Sauerland

Mittelalter

Eingliederung ins Frankenreich und Christianisierung

Die frĂ€nkische Gegenreaktion auf die sĂ€chsische Expansion setzte bereits unter Karl Martell ein und wurde von dessen Nachfolgern fortgesetzt. Im Unterschied zu den christianisierten Franken hielt die Mehrzahl der Sachsen noch an ihrem heidnischen Glauben fest. Die Auseinandersetzungen mit dem sich ausbreitenden Frankenreich unter Karl dem Großen wurden auch in der Region ausgetragen. So wurde die Eresburg beim heutigen Marsberg 772 von Karl erobert. Dabei wurde mit der Irminsul auch eines der wichtigsten sĂ€chsischen HeiligtĂŒmer zerstört und an ihrer Stelle wenige Jahre spĂ€ter eine Kirche errichtet.

Nach der endgĂŒltigen Zerschlagung des sĂ€chsischen Widerstands gehörte das Sauerland seit dem Ende des 8. Jahrhunderts zum Machtbereich des karolingischen Großreiches. Zwar wurde der sĂ€chsische Adel nicht beseitigt, aber seit dem Reichstag in Lippspringe (782) wurde das Land in die Gerichts- und Verwaltungseinheiten der Grafschaften eingeteilt.

Mit der Eroberung durch die Franken begannen auch die Christianisierung und der Ausbau der Kirchenorganisation der Region. Am Anfang stand die Einteilung des sĂ€chsischen Gebiets in Missionsbezirke. Das Sauerland und der Hellwegraum unterstanden dem Erzbischof von Köln. Auch durch KlostergrĂŒndungen sollte die christliche Religion weiter gefestigt werden. Zu den frĂŒhen GrĂŒndungen gehörte etwa ein Stift in Meschede. Wichtiger noch war die GrĂŒndung von Pfarreien. Zu den Ă€ltesten Urpfarreien (gegrĂŒndet bis 785) gehören Wormbach (bei Schmallenberg) an der Heidenstraße und Eresburg (Marsberg). Bis 800 kamen Menden, Attendorn, Velmede und Medebach hinzu. Es folgten bis 830 HĂŒsten und AltenrĂŒthen (bei RĂŒthen).

Territoriumsbildung im Hoch- und SpÀtmittelalter

Mit dem nach dem Tode Karls des Großen beginnenden Zerfall der kaiserlichen Zentralmacht setzte auch im Sauerland allmĂ€hlich die Territorialisierung ein. Gemeinsam war der Region weitgehend ihre Zugehörigkeit zum Herzogtum Sachsen. Da der sĂ€chsische Herzog gerade im sĂŒdlichen Bereich seines Herrschaftsgebiets kaum eigene materielle Interessen hatte, konnten sich unterhalb dieser Ebene verschiedene, zunĂ€chst vor allem weltliche, spĂ€ter auch kirchliche Territorien ausbilden. Das wichtigste und stĂ€rkste Grafenhaus Westfalens im 10. und auch noch im 11. Jahrhundert waren die Grafen von Werl, die auch ĂŒber weite Teile des Sauerlandes geboten. Im Investiturstreit blieb der westfĂ€lische Adel, unter diesem auch die Grafen von Werl-Arnsberg, auf Seiten König Heinrichs IV. Durch das Aussterben der Ă€lteren Grafenlinie schrumpfte die Grafschaft Werl-Arnsberg stark zusammen. Dieses Machtvakuum nutzten jĂŒngere Grafengeschlechter wie die der Grafen von Altena-Mark oder die Grafen von Isenberg zur Ausdehnung ihres Herrschaftsbereichs.

Knapp 150 Jahre nach dem Tod Karls des Großen gehörte das westliche Sauerland zur Grafschaft Mark, der Norden um Warstein zum kölnischen Herzogtum Westfalen und der östliche Teil zur Grafschaft Arnsberg. Ein kleines Gebiet im unteren Lennetal gehörte zur Grafschaft Limburg. Die politische Geschichte des Sauerlandes im hohen und spĂ€ten Mittelalter war geprĂ€gt von der Konkurrenz dieser und benachbarter Herrschaftsgebiete um die Vorherrschaft in dieser Region.

Nach dem Sturz Heinrichs des Löwen 1180 kam es zur Aufteilung des Herzogtums Sachsen. Große Gebiete des Sauerlandes wurden dabei dem Erzbistum Köln zugesprochen. Der den Erzbischöfen nunmehr zufallende Titel eines Herzogs von Westfalen vergrĂ¶ĂŸerte ihren Einfluss noch. Sie erhielten damit auch das Recht, den Grafen die Anlage von Burgen und die GrĂŒndung von StĂ€dten zu erlauben oder zu verbieten. Allerdings entschied letztlich die tatsĂ€chlich vorhandene Macht, ob der Erzbischof dieses Recht auch durchsetzen konnte. So konnte er nicht verhindern, dass Graf Engelbert I. von der Mark auf die GrĂŒndung der grenznahen kölnischen Stadt Menden mit der Stadterhebung Iserlohns antwortete.

Dem Vordringen Kölns widersetzten sich vor allem die Grafschaften Arnsberg und Mark mit wechselndem Erfolg. Zu einem festen BĂŒndnis gegen Köln kam es jedoch nicht; zu groß war der Konkurrenzkampf untereinander. Vor allem gegen die Expansionsversuche des Erzbischofs Siegfried von Westerburg entwickelte sich Widerstand. Abgesehen vielleicht von den Bischöfen von Minden und MĂŒnster waren daran fast alle Territorialherren Westfalens beteiligt, unter ihnen auch Graf Eberhard II. von der Mark. Die Entscheidung fiel in der Schlacht von Worringen (1288), in deren Verlauf der Bischof gefangen genommen wurde. Als Ergebnis der Schlacht wurde der weitere Aufstieg Kölns in Westfalen gebrochen. Schwelm und Hagen fielen an die Grafschaft Mark. Die Burgen Volmarstein und Raffenberg wurden zerstört. Der Erzbischof war von nun an nur noch ein Landesherr neben anderen. Dagegen gewannen die Grafen von der Mark deutlich an Einfluss.

Im Laufe der Zeit geriet vor allem die Grafschaft Arnsberg in die Defensive. Als sich im letzten Drittel des 14. Jahrhunderts abzeichnete, dass der Graf Gottfried IV. von Arnsberg kinderlos sterben wĂŒrde, standen sich Kurköln und die Grafschaft Mark als Konkurrenten um das Erbe gegenĂŒber. Dabei setzte sich Köln durch. Der Erzstuhl kaufte dem Grafen sein Territorium ab und ermöglichte ihm als einzigem weltlichen FĂŒrsten ein BegrĂ€bnis im Kölner Dom.

Mit diesem Erwerb hatte die Expansion Kölns in Westfalen ihren Höhepunkt erreicht. Insbesondere die Grafschaft Mark konnte ihre UnabhĂ€ngigkeit bewahren. Eine erhebliche SchwĂ€chung der Kölner Position war zweifellos der Verlust der reichen Handelsstadt Soest. Diese erkannte im Jahre 1444 die Oberhoheit des Kölner Erzbischofs Dietrich II. von Moers nicht mehr an und unterstellte sich dem Herzog von Kleve, der auch Graf von Mark war. Daraufhin kam es zur Soester Fehde (1444–1449) zwischen dem Erzbischof von Köln und der Stadt Soest. Auf der Seite von Soest standen neben Kleve/Mark auch der Herzog von Burgund und zahlreiche westfĂ€lische StĂ€dte. Bei dieser Auseinandersetzung ging es nicht mehr nur um die Rechte einer Stadt, sondern um die Machtverteilung im sĂŒdlichen Westfalen insgesamt. 1447 wurde die Stadt Soest von einem 12.000 Mann starken Söldnerheer belagert, konnte aber nicht eingenommen werden. Soest und sein unmittelbares Umland, die Soester Börde, verblieben beim Herzog von Kleve beziehungsweise der Grafschaft Mark. Dagegen behielt Köln die wĂ€hrend des Krieges eingenommenen Gebiete um Fredeburg und Bilstein. Damit war die Territorialentwicklung des „Herzogtums Westfalen“ weitgehend abgeschlossen. Mit dem Gewinn von Soest war auch fĂŒr die Grafen der Mark der Höhepunkt ihrer Expansionsphase erreicht.

Die jahrhundertelange Auseinandersetzung zwischen den Erzbischöfen von Köln und den Grafen von der Mark waren seit der Schlacht von Worringen und endgĂŒltig nach der Soester Fehde zu Gunsten der Grafschaft Mark entschieden.

StĂ€dtegrĂŒndungen und Hanse

Geht man von einem rechtlichen StĂ€dtebegriff (Stadtrechte) aus, gehörten die Grafschaft Mark und das Herzogtum Westfalen im Mittelalter und der frĂŒhen Neuzeit zu den Gebieten mit einem dichten Netz von StĂ€dten und Freiheiten (Orten mit stadtĂ€hnlichen Rechten, meist aber ohne Stadtmauern). Sieht man von Ausnahmen wie der gewachsenen Stadt Medebach ab, handelte es sich um GrĂŒndungen der jeweiligen Landesherrn zur Sicherung ihres Gebiets und als StĂŒtzpunkt bei den Auseinandersetzungen mit den Nachbarn. Insofern war die Entstehung von StĂ€dten ein Ergebnis der Territoriumsbildung in der Region. FĂŒr eine gewisse wirtschaftliche Bedeutung spricht, dass einige von ihnen sogenannte „BeistĂ€dte“ der Hanse waren. Im kölnischen Sauerland waren dies etwa Brilon, RĂŒthen, Arnsberg, Schmallenberg und Attendorn. Im mĂ€rkischen Sauerland waren dies vor allem Iserlohn, LĂŒdenscheid, Neuenrade, Altena, Plettenberg und Breckerfeld.

FrĂŒhe Neuzeit

Von einem historischen Sauerland kann insbesondere wĂ€hrend der frĂŒhen Neuzeit keine Rede sein. Die Reformation und Gegenreformation fĂŒhrte vor allem zwischen kurkölnischen und mĂ€rkischen Territorien zu einer kaum ĂŒberbrĂŒckbaren kulturellen Kluft. WĂ€hrend die Mark protestantisch wurde, blieb das Herzogtum Westfalen katholisch. Auch verfassungsrechtlich entwickelten sich beide Gebiete unterschiedlich, wie die Darstellung beider Territorien zeigt.

Wirtschaftlich allerdings gab es durchaus BerĂŒhrungspunkte, aber auch erhebliche GegensĂ€tze. Die gebirgigen Teile des Herzogtums Westfalen und der Grafschaft Mark bildeten zusammen mit dem Siegerland eine frĂŒhe montanindustrielle Verdichtungszone mit einer innerregionalen „Arbeitsteilung“. Freilich waren Ausmaß und Ausrichtung von Erzförderung und -verarbeitung sehr unterschiedlich. Grundlage waren in allen drei Territorien die reichlich vorhandene Wasserkraft, Holz zur Kohleerzeugung und Erzgruben. Zwar gab es in allen Regionen Bergbau, Eisenerzeugungs- und Weiterverarbeitungsbetriebe, aber alle Gebiete spezialisierten sich doch auf bestimmte Bereiche. Im Siegerland dominierte die Eisengewinnung und -erzeugung, im kurkölnischen Sauerland wurden diese Produkte zu Stahl und Blechen weiterverarbeitet, die dann im mĂ€rkischen Sauerland zu Fertigwaren veredelt wurden. Vor allem die immer stĂ€rkere Abholzung der WĂ€lder hat bereits am Ende des 18. Jahrhunderts die Eisenverarbeitung verteuert. Mit der Ausbeutung der Kohlegruben im Ruhrgebiet verloren die Standortfaktoren Wasser und Holz dann endgĂŒltig ihre Bedeutung.

Grafschaft Mark

Durch die Ehe Herzog Johanns III. mit einer Tochter des Herzogs Wilhelm III. von JĂŒlich und Berg kam es 1521 zur Vereinigung der HerzogtĂŒmer Kleve, JĂŒlich und Berg sowie der Grafschaften Mark und Ravensberg. Nach dem Tod von Herzog Johann Wilhelm im Jahr 1609 begann der jĂŒlich-klevische Erbfolgestreit, der zu gĂ€nzlich neuen Territorialverbindungen auch im sĂŒdlichen Westfalen fĂŒhrte. Ein Ergebnis brachte erst der Vertrag von Xanten im Jahr 1614. Danach fielen JĂŒlich und Berg an Pfalz-Neuburg, wĂ€hrend das Herzogtum Kleve sowie die Grafschaften Mark und Ravensberg an Brandenburg ĂŒbergingen.

Vier Jahre spĂ€ter begann der DreißigjĂ€hrige Krieg, der die Wirtschaft zwar in eine Krise fĂŒhrte, die MachtverhĂ€ltnisse aber kaum Ă€nderte.

Der Übergang an Preußen hatte auf lĂ€ngere Sicht allerdings erhebliche Auswirkungen. Ähnlich wie Minden-Ravensberg wurde das mĂ€rkische Sauerland immer stĂ€rker in den vergleichsweise zentralisierten preußischen Staat integriert. Zwar konnten sich einige stĂ€ndische Relikte behaupten, aber tendenziell setzte sich der preußische Absolutismus durch.

In der frĂŒhen Neuzeit nahm im gebirgigen Teil der Mark die Bedeutung der Herstellung von Eisen- und spĂ€ter auch Metallfertigwaren zu. Ein bekanntes Beispiel sind die Iserlohner Tabakdosen. Dagegen verlor die VerhĂŒttung und Herstellung von Halbfertigwaren an Bedeutung. Das mĂ€rkische Sauerland war im 18. und zu Beginn des 19. Jahrhunderts zweifellos eine gewerbliche Verdichtungszone erster Ordnung.

Herzogtum Westfalen

Die ehemalige Grafschaft Arnsberg wurde zum eigentlichen Zentrum des Herzogtums Westfalens. Die Stadt Arnsberg war neben Bonn eine der Residenzen des KurfĂŒrstentums. Politisch war die Entwicklung des Herzogtums geprĂ€gt von stĂ€ndischen Beharrungstendenzen der einheimischen Eliten aus BildungsbĂŒrgertum, Adel und Klerus einerseits und den Versuchen des KurfĂŒrsten, einen unmittelbaren Einfluss zu gewinnen, andererseits. Im Jahr 1437 kam es nicht nur zur Arnsberger Reformation der Feme, sondern eine erste Erblandesvereinigung zwischen Kurköln, den NebenlĂ€ndern Vest Recklinghausen und dem Herzogtum Westfalen versuchte einen Ausgleich der widerstreitenden Interessen herbeizufĂŒhren. Dies gelang nur bedingt, und 1463 wurde eine zweite Erblandesvereinigung zwischen KurfĂŒrst, Domkapitel und StĂ€nden abgeschlossen. Diese Vereinbarung wurde mehrfach bestĂ€tigt. Obwohl die KurfĂŒrsten bis zum Ende des Alten Reiches versuchten, ihren Einfluss auszuweiten, blieb der Erfolg gering. Dazu trug auch bei, dass alle Beamten und FunktionstrĂ€ger aus dem Herzogtum selbst stammen mussten. Gegen den Widerstand der meist in Arnsberg tagenden LandstĂ€ndeversammlung mussten alle Versuche, einen absolutistischen Staatsaufbau durchzusetzen, scheitern. Das Herzogtum Westfalen blieb daher im Kern ein nur teilweise in den Kurstaat integrierter StĂ€ndestaat. WĂ€hrend die bildungsbĂŒrgerliche Elite im frĂŒhen 19. Jahrhundert diesen Zustand gewissermaßen als AnknĂŒpfungspunkt fĂŒr eine kĂŒnftige liberale Gesellschaft pries, sahen die inzwischen eine straffe preußische Regierung gewohnten IndustriebĂŒrger der Mark am Ende des 18. Jahrhunderts die Situation der Nachbarregion als anachronistisch an.

Insbesondere behaupteten Reisende, dass die urtĂŒmliche Verfassung das Wirtschaftsleben behindere. TatsĂ€chlich war die wirtschaftliche Lage im Herzogtum Westfalen nicht mit dem protoindustriellen Aufschwung in der Grafschaft Mark zu vergleichen. Weite Teile der auch landwirtschaftlich wenig ergiebigen Region verfĂŒgten nur ĂŒber eine gering ausgeprĂ€gte gewerbliche Entwicklung. Der Versuch der kurfĂŒrstlichen Regierung, durch die EinfĂŒhrung von Industrieschulen das Textilgewerbe zu fördern, trug nur an wenigen Orten FrĂŒchte. NotdĂŒrftig versuchte man sich mit Besenbinden oder der Herstellung von Holzwaren ĂŒber Wasser zu halten. Auch die große Zahl von WanderhĂ€ndlern vor allem in den höher gelegenen Regionen zeugt vom Mangel an lokalen Erwerbsmöglichkeiten.

Die Beobachter von außen ĂŒbersahen allerdings vielfach, dass es daneben auch ganz beachtliche ĂŒberwiegend eisen- und metallindustrielle Verdichtungsgebiete gab. Mehrere Bergordnungen regelten und förderten den Abbau von Silber, Kupfer und Blei. Im Unterschied zu den strikt obrigkeitlichen Bergordnungen der Grafschaft Mark stieß ihre Durchsetzung freilich auf erhebliche Probleme.

Die Fertigwarenherstellung war – abgesehen von heimgewerblichen Nagelschmieden in einigen Orten – wenig ausgeprĂ€gt. Bedeutender waren der Bergbau sowie die Herstellung von Schmiedeeisen durch Hammerwerke und von Halbfertigwaren. Von Bedeutung waren an der Grenze zur Grafschaft Mark die Eisen- und Metallförderung und -verarbeitung bei Balve (LuisenhĂŒtte). Hinzu kam der Bergbau bei Sundern, Warstein, Brilon, Marsberg, Winterberg-Silbach und Schmallenberg. Das gewerbliche Zentrum des Herzogtums lag jedoch in der Gegend von Olpe. Dort konzentrierte sich vor allem die Herstellung von Blechen. Gemeinsam war den meisten ProduktionsstĂ€tten, dass sie hauptsĂ€chlich fĂŒr den Bedarf der bergischen und mĂ€rkischen Fertigwarenindustrie arbeiteten.

Insbesondere wÀhrend des 17. Jahrhunderts war das Herzogtum ein Zentrum der Hexenverfolgungen.

19. und 20. Jahrhundert

Im Zuge der SĂ€kularisation und der Aufhebung der geistlichen FĂŒrstentĂŒmer fiel das kölnische Sauerland zunĂ€chst an Hessen-Darmstadt, ehe dann nach den Napoleonischen Kriegen die ganze Gegend durch den Wiener Kongress als Teil der neuen Provinz Westfalen an Preußen kam. Sowohl die ehemalige Grafschaft Mark wie auch das ehemalige Herzogtum Westfalen wurden Teil des Regierungsbezirks Arnsberg.

Wirtschafts- und Sozialgeschichte

Im mĂ€rkischen Sauerland gab es anknĂŒpfend an die vorindustriellen Gewerbetraditionen eine beachtliche frĂŒhindustrielle Expansionsphase. Noch 1800 bildete der Raum Iserlohn-Altena-LĂŒdenscheid mit Galmeibergbau, Draht-, Nadel-, Messing-, Bronze- und Seidenindustrie eines der weltweit grĂ¶ĂŸten Industriegebiete der damaligen Zeit. Bis weit ins 19. Jahrhundert hinein war beispielsweise Iserlohn die grĂ¶ĂŸte Industriestadt Westfalens und eine der reichsten HandelsstĂ€dte Preußens. Wie stark die gewerbliche Verdichtung im mĂ€rkischen Raum war, zeigt die Tatsache, dass die gewerbliche BeschĂ€ftigung mit der Landwirtschaft gleichauf lag, wĂ€hrend selbst in anderen frĂŒhindustriellen Verdichtungszonen die Landwirtschaft stĂ€rker war als das Gewerbe. Dann jedoch geriet das Gebiet gegenĂŒber dem Ruhrgebiet ins Hintertreffen.

Noch weitaus tiefgreifender waren die negativen wirtschaftlichen Folgen der industriellen Revolution fĂŒr das ehemals kölnische Sauerland. Dort kam es in vielen Orten zu einer tiefgreifenden Entindustrialisierung und Agrarisierung von Wirtschaft und Gesellschaft. Eine nennenswerte industrielle Entwicklung gab es zunĂ€chst ĂŒberwiegend im Grenzbereich zum Siegerland und mĂ€rkischen Sauerland. Dazu zĂ€hlten insbesondere die StĂ€dte Neheim („Leuchtenindustrie“), HĂŒsten (Schwerindustrie „HĂŒstener Gewerkschaft“), Warstein (Eisenverarbeitung, Achsenherstellung), Olpe (industrielle Blechproduktion). Vor allem in den Kreisen Meschede und Brilon blieb die industrielle Entwicklung punktuell. Der Bergbau konzentrierte sich auf Eisenerze (beispielsweise Sundern, Balve, Warstein, Brilon, und Marsberg) und andere Metallerze; hier sind vor allem Ramsbeck, Meggen, und Marsberg zu nennen. Der Schieferbergbau hatte nur begrenzte Bedeutung (Antfeld, Nuttlar, Schmallenberg). Ein Großteil des ĂŒbrigen Gebiets war im Wesentlichen auf Land- und Forstwirtschaft angewiesen. Sofern man nicht als Pendler oder Saisonarbeiter zusĂ€tzlich Geld verdienen konnte, waren insbesondere die unterbĂ€uerlichen Schichten zur Aus- oder Abwanderung gezwungen. WĂ€hrend des Baus der Oberen Ruhrtalbahn 1870 bis 1873 wurden erstmals im Sauerland in grĂ¶ĂŸerem Umfang ArbeitskrĂ€fte aus dem Ausland (Italien) eingesetzt.

Politische Kultur

Zwar kam es vor allem wĂ€hrend des Kaiserreichs gerade im Westen des ehemaligen Herzogtums Westfalen (Neheim, HĂŒsten, Sundern und Warstein) zu einer Angleichung der Wirtschafts- und Sozialstruktur an die Entwicklung im mĂ€rkischen Sauerland; allerdings blieben die kulturellen und konfessionellen Unterschiede wirkmĂ€chtig. Dies zeigte sich insbesondere im Bereich der politischen Kultur. Im mĂ€rkischen Sauerland waren der preußische Liberalismus und der Konservatismus lange Zeit die stĂ€rksten politischen KrĂ€fte, so auch wĂ€hrend des „Iserlohner Aufstandes“ im Jahr 1849. Hinzu kam seit den 1860er Jahren bereits die sozialistische Bewegung. Ihr Versuch in den 1870er Jahren, auch ins ehemals kurkölnische Sauerland vorzustoßen, scheiterte allerdings klĂ€glich. Der Grund war, dass dort spĂ€testens mit dem Kulturkampf annĂ€hernd alle Bevölkerungsgruppen ĂŒber Jahrzehnte fast geschlossen die Zentrumspartei wĂ€hlten. Politische Konflikte zwischen sozialen Gruppen spielten sich dort fast ausschließlich innerhalb des katholischen Milieus ab. Im Wesentlichen erst nach der Jahrhundertwende gelang es den Sozialdemokraten in bescheidenem Ausmaß, auch in den Industrieorten des östlichen Sauerlandes Fuß zu fassen.

Nationalsozialismus und Zweiter Weltkrieg

Wie im Deutschen Reich insgesamt waren die Erfolge der Nationalsozialisten in den eher protestantisch geprĂ€gten Gebieten der Region grĂ¶ĂŸer als in den katholischen Teilen des Sauerlandes. WĂ€hrend die NSDAP im Kreis Iserlohn bei der Reichstagswahl von 1933 mit etwa 40 % die mit Abstand stĂ€rkste Kraft war, blieb sie in den Kreisen Olpe und Meschede deutlich hinter der noch immer dominierenden Zentrumspartei zurĂŒck. Jedoch bildete etwa im industriell und evangelisch geprĂ€gten LĂŒdenscheid die organisierte Arbeiterschaft ebenfalls lange ein wirksames Gegengewicht zum Nationalsozialismus. Bis 1933 blieben die Wahlergebnisse der NSDAP auch hier weit unter dem Reichsdurchschnitt und jenen der beiden Arbeiterparteien SPD und KPD gemeinsam.

WĂ€hrend der nationalsozialistischen Diktatur gehörte das Sauerland zum Gau Westfalen-SĂŒd, der im Wesentlichen dem Gebiet des Regierungsbezirks Arnsberg entsprach. Gauleiter war von 1928 bis 1941 Josef Wagner. Eine Folge der Gleichschaltung in den Jahren von 1933 bis 1945 war, dass regionale historische Aspekte deutlich hinter den allgemeinen Entwicklungen zurĂŒckblieben. Gewisse Unterschiede lassen sich allenfalls noch im Bereich des Widerstandes ausmachen. WĂ€hrend im mĂ€rkischen Kreis sich daran vor allem kommunistische und sozialdemokratische Arbeiter beteiligten, kam im östlichen Teil der Region Kritik vor allem aus dem katholischen Lager. Ansonsten unterschied sich die Praxis der Gleichschaltung und der politischen und rassischen Verfolgung kaum von den allgemeinen Tendenzen.

Dies betrifft insbesondere auch die Tötung von Behinderten und die Judenverfolgung. WĂ€hrend der Novemberpogrome 1938 brannten mehrere SauerlĂ€nder Synagogen. In der psychiatrischen Klinik in Marsberg wurden im Zuge der sogenannten „Aktion T4“ zahlreiche behinderte Kinder ermordet, bis der Unmut in der Bevölkerung dem an diesem Ort ein Ende machte. Auch aus dem Sauerland wurde die jĂŒdische Bevölkerung, sofern sie nicht vor Kriegsbeginn ausreisen konnte, wĂ€hrend des Zweiten Weltkrieges in die Konzentrations- und Vernichtungslager verschleppt. Nur wenige wie Hans Frankenthal ĂŒberlebten diese Zeit, kamen zurĂŒck und berichteten ĂŒber ihre Erlebnisse.

WĂ€hrend des Krieges wurden auch im Sauerland zahlreiche Kriegsgefangenen- und Zwangsarbeitslager (beispielsweise das Arbeitserziehungslager Hunswinkel bei LĂŒdenscheid, das Zwangsarbeiterlager Möhnewiesen in Neheim oder das Stalag VI A in Hemer) errichtet. Das Stalag VI A war eines der grĂ¶ĂŸten Kriegsgefangenenlager im ganzen Deutschen Reich. Etwa 23.900 Kriegsgefangene, davon rund 23.500 aus der Sowjetunion, sind wĂ€hrend ihres Aufenthalts im Stalag VI A umgekommen. In diesen Zahlen sind die Gefangenen, die wĂ€hrend eines Arbeitseinsatzes ums Leben kamen, nicht enthalten.

Wegen ihrer geographischen und geologischen VerhĂ€ltnisse kam es in der Region ab 1944 auch zur Einrichtung unterirdischer ProduktionsstĂ€tten zum Schutz vor alliierten Bombenangriffen. Das Projekt Schwalbe I im Hönnetal zur Herstellung von Treibstoff war eines der grĂ¶ĂŸten seiner Art.

Kurz vor Kriegsende wurden Zwangsarbeiter aus dem Ruhrgebiet ins Sauerland transportiert. Dort kam es im MĂ€rz 1945 im Raum Warstein und bei Eversberg beim Massaker im Arnsberger Wald zur Ermordung von ĂŒber 200 Personen.

Kampfhandlungen im Sauerland

WĂ€hrend des Zweiten Weltkrieges wurde das Sauerland vom 15. September 1940 bis zum April 1945 wiederholt durch zwei- und viermotorige Bomber und ab Mitte 1944 auch durch Jagdbomber und Jagdflugzeuge im Tiefflug angegriffen. Bis Herbst 1944 handelte es sich meist nur um Not- bzw. FehlwĂŒrfe der Bomber, wenn diese zum Beispiel durch deutsche JĂ€ger und Flak selbst beschĂ€digt waren.

Die Zerstörung der Staumauer des Möhnesees durch einen Bombenangriff am 17. Mai 1943 fĂŒhrte im Möhnetal zu einer Flutwelle von bis zu 12 Meter Höhe. Unterhalb der Staumauer und im anschließenden Abschnitt des Ruhrtals bis Schwerte kam es zu massiven Zerstörungen an GebĂ€uden und zu 1284 Opfern unter der Zivilbevölkerung und Kriegsgefangenen etwa aus dem Zwangsarbeiterlager Möhnewiesen. Die Hauptziele der Luftangriffe im Sauerland waren bis 1945 verschiedene RĂŒstungsbetriebe wie Honsel (Zulieferbetrieb der LuftrĂŒstung) in Meschede. Dabei wurden auch die bei den Industriebetrieben liegenden StĂ€dte schwer getroffen. So war in Meschede praktisch die gesamte Innenstadt zerstört. 1945 wurden verstĂ€rkt die Bahnstrecken im Sauerland angegriffen; ein Hauptziel war das Arnsberger Eisenbahnviadukt, welches vom 9. Februar bis 19. MĂ€rz 1945 siebenmal angegriffen wurde. Es wurden bis zur Zerstörung 1818 Bomben auf das Viadukt abgeworfen; darunter waren sechs Grand Slam, mit 10 Tonnen der grĂ¶ĂŸte und schwerste bisher im Krieg eingesetzte Bombentyp, und zwölf Tallboy, 5,4 Tonnen schwer. Auch die Bahnanlagen und deren Umgebung in weiteren Orten wie Bestwig, Neheim und Finnentrop wurden schwer getroffen. Als die KĂ€mpfe um den Ruhrkessel vom 29. MĂ€rz bis 17. April 1945 im Sauerland tobten, wurde von Tieffliegern jedes Fahrzeug, sei es LKW oder Pferdefuhrwerk, ja sogar jeder FußgĂ€nger und auf dem Feld arbeitende Bauern von feindlichen Flugzeugen angegriffen. Im Sauerland wurde eine große Anzahl von Menschen verwundet oder getötet; ferner wurden viele WohnhĂ€user und Industriebetriebe beschĂ€digt oder ganz zerstört.

Am 29. MĂ€rz 1945 um 9 Uhr wurde als erster Ort im Sauerland Hallenberg kampflos von US-Truppen besetzt. An diesem Tag waren um 6 Uhr vier Angriffsspitzen der 3. US-Panzerdivision sĂŒdlich des Sauerlandes angetreten, um 120 km auf Paderborn vorzustoßen. Die AngriffsverbĂ€nde verfĂŒgten ĂŒber zahlreiche Sherman- und einige Pershing-Panzer; dazu kamen einige leichte Panzer und zahlreiche Halbkettenfahrzeuge, Jeeps und LKW. Die AngriffsverbĂ€nde wurden von in der Luft kreisenden AufklĂ€rern geleitet. Jagdflugzeuge und Jagdbomber griffen auf der Vormarschroute alle sich zeigenden deutschen Soldaten an. Der Weg der US-Truppen, aufgeteilt auf vier Routen, durch das Sauerland war von brennenden deutschen Fahrzeugen und zerstörten Waffen und GerĂ€t gesĂ€umt. Der Vormarsch wurde nur durch einzelne Straßenblockaden und durch BrĂŒcken, welche zu schwach fĂŒr die Panzer waren, gehemmt. In solchen FĂ€llen wichen die Angriffstruppen auf freies Feld aus und durchfuhren auch FlĂŒsse. Schon an diesem Tage konnten die US-Truppen die ersten Gefangenenkolonnen zusammenstellen. Die Bilder dieses ersten Kampftages im Sauerland wiederholten sich nun bis zur Zerschlagung des Ruhrkessels. Die US-Truppen erreichten an diesem 29. MĂ€rz Brilon und Niedermarsberg.

Erst im Gebiet um Paderborn kam es beim weiteren Vormarsch zu massivem Widerstand der deutschen Truppen, darunter Eliteeinheiten der Waffen-SS mit Tiger-Panzern. Trotzdem wurde am 1. April der Ruhrkessel, darin auch alle westlich der heutigen Stadtgebiete Hallenberg, Medebach, Marsberg und Brilon liegenden Teile des Sauerlandes, bei Lippstadt geschlossen. Trotz eingeleiteter Gegenangriffe konnte der Kessel nicht mehr durchbrochen werden. Die US-Truppen konnten im Gegenteil bei ihrem weiteren Vormarsch zur Verkleinerung des Ruhrkessels meist nur kurzzeitig aufgehalten werden. Die deutschen Truppen aus Wehrmacht, Waffen-SS und Volkssturm waren zwar zahlenmĂ€ĂŸig ĂŒberlegen, aber zu schlecht ausgerĂŒstet, um die US-Truppen aufzuhalten. So fehlte ihnen jede LuftunterstĂŒtzung, wĂ€hrend sie selbst fast pausenlos von US-Flugzeugen angegriffen wurden. Am 16. April kapitulierten die letzten deutschen Truppen im Sauerland in Iserlohn. Am 18. April gaben die letzten deutschen Truppen in dem außerhalb des Sauerlandes liegenden westlichen Teil des Ruhrkessels auf. Vereinzelt leisteten einige Soldaten und Kleingruppen noch bis zum 21. April 1945 schwachen Widerstand. Am 20. April 1945 wurde der im sĂŒdöstlichen Raum von Schmallenberg befehlsfĂŒhrende General der Infanterie Joachim von Kortzfleisch von den amerikanischen Truppen nach der Gefangennahme bei Wulwesort (heute Stadt Schmallenberg) erschossen. Damit war der Krieg fĂŒr die in der Heimat befindlichen SauerlĂ€nder beendet. Noch heute kĂŒnden mehrere kleinere KriegsgrĂ€berfriedhöfe und KriegsgrĂ€ber auf normalen Friedhöfen im Sauerland von den getöteten deutschen Soldaten. Auch zahlreiche Zivilisten wurden verwundet oder getötet. Bei den KĂ€mpfen um den Ruhrkessel wurden zudem viele GebĂ€ude beschĂ€digt oder zerstört. Dagegen sind auf Grund ihrer Überlegenheit vergleichsweise wenige US-Soldaten verwundet worden oder gefallen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg

Der Regierungsbezirk Arnsberg kam 1946 zum neuen Bundesland Nordrhein-Westfalen. Im Jahr 1959 holte die Textilfirma Falke aus Schmallenberg mit 20 Frauen aus SĂŒdtirol und 70 Frauen aus SĂŒditalien die ersten so genannten Gastarbeiter ins Sauerland. In den Jahren bis zum Anwerbestopp 1973 folgten noch einige Tausend weitere Gastarbeiter aus SĂŒdeuropa, der TĂŒrkei und Nordafrika. Im Jahr 1975 trat das Gesetz zur Neugliederung der Gemeinden und Kreise des Neugliederungsraumes Sauerland/Paderborn (Sauerland/Paderborn-Gesetz) in Kraft. Die sauerlĂ€ndischen Teile des Kreises Soest und des Kreises Altena wurden bereits 1969 neu gegliedert. Zum Teil gegen den Widerstand von BĂŒrgern und Kommunalpolitikern wurden zahlreiche zuvor selbststĂ€ndige Orte zu grĂ¶ĂŸeren Gemeinden zusammengelegt. Hier seien nur die grĂ¶ĂŸten erwĂ€hnt: Neheim-HĂŒsten, Hohenlimburg und Letmathe. Ähnliches geschah auch auf der Ebene der Kreise. Relativ ungeschoren kam der Kreis Olpe davon. Der heutige MĂ€rkische Kreis setzt sich weitgehend aus einem Großteil des ehemaligen Kreises Iserlohn, der vormals kreisfreien Stadt Iserlohn und dem ehemaligen Kreis LĂŒdenscheid, in dem zuvor 1969 schon der Kreis Altena aufgegangen war, zusammen. Aus den Kernbestandteilen der Kreise Arnsberg, Meschede und Brilon entstand der Hochsauerlandkreis. Die Ortschaften Neuastenberg, Langewiese, Mollseifen und Hoheleye, vormals zum Kreis Wittgenstein gehörend, wechselten in den neuen Hochsauerlandkreis.

Wirtschaft

Wie der historische Überblick zeigt, war das Sauerland in unterschiedlichem Ausmaß eine alte Gewerberegion. Erhebliche VerĂ€nderungen vollzogen sich auch im 20. Jahrhundert und insbesondere nach dem Zweiten Weltkrieg.

Allen SauerlĂ€nder Kreisen gemeinsam ist die mittelstĂ€ndische Wirtschaftsstruktur. Diese ließ sie im 19. und frĂŒhen 20. Jahrhundert gegenĂŒber den Großbetrieben des Ruhrgebiets zwar deutlich ins Hintertreffen geraten, auf lange Sicht erwiesen sich die mittelbetrieblichen Strukturen aber als anpassungsfĂ€hig. Die Industrie- und Handelskammer in Arnsberg meldete etwa an der Wende zum neuen Jahrtausend, dass der Anteil gewerblicher ArbeitskrĂ€fte im Kammerbezirk grĂ¶ĂŸer sei als im Ruhrgebiet. Negativ schlĂ€gt insbesondere im Hochsauerlandkreis zu Buche, dass der wissensbasierte Dienstleistungssektor relativ schwach ausgeprĂ€gt ist. Er wird im Wesentlichen nur von einigen Fachbereichen der Fachhochschule SĂŒdwestfalen vertreten.

Land- und Forstwirtschaft

Seit dem systematischen Anbaubeginn von WeihnachtsbĂ€umen in den 1980er Jahren hat sich das Sauerland mit 18.000 ha Weihnachtsbaumkulturen zum grĂ¶ĂŸten Anbaugebiet in Europa entwickelt. 1990 betrug die AnbauflĂ€che noch 3.000 ha. Zuletzt kamen nach dem Orkan Kyrill 2007 3.000 ha dazu. Wegen der Umweltbelastung durch Pflanzenschutzmittel und der eintönigen Landschaft in Folge der großflĂ€chigen Plantagen wurde die weitere Ausbreitung der AnbauflĂ€che begrenzt.

Produzierendes Gewerbe

Der sĂŒdwestfĂ€lische Raum ist, bezogen auf den ĂŒber 40-prozentigen BeschĂ€ftigtenanteil, im produzierenden Gewerbe die drittstĂ€rkste Industrieregion Deutschlands. Im westlichen Sauerland werden die höchsten Werte mit einem IndustriebeschĂ€ftigtenanteil von 43–44 % erreicht. Viele Hidden Champions haben ihren Sitz in der Region. Heute gibt es nur noch wenige Überreste der frĂŒhen Industrie. Von Bedeutung sind noch die Drahtproduktion in Altena und die Kettenproduktion im Iserlohner und Esloher Raum. Im mĂ€rkischen Sauerland bestehen seit den AnfĂ€ngen der Industrialisierung zahlreiche kleinere und mittlere Industriebetriebe. (Dort entstand auch das geflĂŒgelte Wort „ein Fabriksken im Keller haben“.) Heute sind dort insbesondere Zulieferbetriebe der Automobilindustrie (unter anderem Kostal, Dura Automotive) tĂ€tig. Ebenso sind noch der Werkzeugbau und die Aluminium verarbeitende Industrie zu nennen. Nachdem schon Carl Berg und Alfred Colsman in Werdohl durch ihre Aluminiumkonstruktionen den Luftschiffbau des Grafen Zeppelin mit modernsten Materialien ermöglichten, werden heute insbesondere Aluminiumprofile (fĂŒr beispielsweise den Fensterbau) und Aluminiumfelgen (ATS) hergestellt. RH Alurad und Borbet sind weitere international renommierte Felgenhersteller aus dem Sauerland.

In Iserlohn sind die pharmazeutische und die chemische Industrie vertreten. Bekannt ist das Sauerland auch fĂŒr namhafte Produzenten von Leuchten im Arnsberger, LĂŒdenscheider und Iserlohner Raum sowie fĂŒr sanitĂ€re Armaturen (Grohe) insbesondere in und um Hemer. Im Schmallenberger Raum existieren noch immer bedeutende Unternehmen der SauerlĂ€nder Textilindustrie, so etwa die Firma Falke. Der Bergbau im Sauerland lebt heute noch als Schieferbergbau in Bad Fredeburg (Magog-Schiefer) fort.

WĂ€hrend das mĂ€rkische Sauerland seit je her mehrere wirtschaftliche Zentren aufzuweisen hatte, lag der wirtschaftliche Schwerpunkt des Hochsauerlandkreises lange Zeit im Gebiet der heutigen Stadt Arnsberg. Besondere Bedeutung hat hier die Leuchtenindustrie. Zwar haben nur wenige Ă€ltere Unternehmen (wie die Firma BJB oder Cronenberg) die Wirtschaftsgeschichte der letzten Jahrhunderte ĂŒberlebt, aber als Nachfolgeunternehmen oder NeugrĂŒndungen existieren noch zahlreiche Betriebe mit ĂŒberregionaler Bekanntheit. Dazu gehören etwa der Leuchtenproduzent Trilux, die Haushaltswarenproduzenten Wesco und Berndes, der Papierhersteller Wepa und der Gurthersteller Schroth. Ein zweiter wichtiger Industriestandort des Hochsauerlandkreises ist die Kreisstadt Meschede. Hier setzte die industrielle Entwicklung auch aufgrund des Baus der Bahntrasse bereits in den 1870er Jahren ein. In Meschede finden sich neben den Honselwerken auch mehrere mittelgroße Unternehmen im Karosserie- und Fahrzeugbau sowie der Kunststoffverarbeitung und der Schraubtechnik.

Weitere gewerbliche Schwerpunkte sind in Brilon (Hoppecke Batterien), Sundern (Severin ElektrogerÀte) und Olsberg (F. W. Oventrop) sowie der Kettenproduzent KettenWulf in Eslohe. In den ehemals agrarischen Gemeinden haben sich nach dem Zweiten Weltkrieg zahlreiche meist kleinere produzierende Betriebe angesiedelt.

Mit Blick auf den Bekanntheitsgrad sauerlĂ€ndischer Produkte spielen die Brauereien eine besondere Rolle. Neben zahlreichen kleinen Brauereien sind vor allem Warsteiner und Veltins im Mescheder Stadtteil Grevenstein ĂŒberregional bekannt. Damit liegen zwei der grĂ¶ĂŸten Brauereien Deutschlands nur wenige Kilometer voneinander entfernt. Zu erwĂ€hnen sind auch die Privatbrauerei Iserlohn mit ihren BierspezialitĂ€ten aus dem GrĂŒner Tal und die Westheimer Brauerei in Marsberg. Die Firma RC Ritzenhoff Cristall in Marsberg produziert international bekannte Design-GlĂ€ser. Des Weiteren ist der Spielwarenhersteller SIKU aus LĂŒdenscheid ĂŒberregional bekannt.

Tourismus

Entwicklung

Seit dem Ende des 19. Jahrhunderts wurde vor allem das obere Sauerland Ziel erholungssuchender Bewohner des Industriereviers und der GroßstĂ€dte. Das schuf neue Verdienstmöglichkeiten, die dazu beitrugen, die Abwanderung aus diesen Gebieten zu mindern. Vor allem nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das (obere) Sauerland zu einem Zentrum des Tourismus. Die WĂ€lder und die kleinen StĂ€dte machen es zum Wandern sehr attraktiv, und viele StĂ€dte sind wegen ihrer guten LuftqualitĂ€t Kurorte. Die höheren Erhebungen sind zudem beliebte Wintersportgegenden, vor allem fĂŒr niederlĂ€ndische Touristen. Weltweit bekannt sind die Bobbahn Winterberg und das Skispringen im hessischen Willingen. Insbesondere nach der Jahrtausendwende wurde in diesem Bereich stark investiert. Es entstanden die Wintersport-Arena Sauerland mit zahlreichen Schneekanonen, eine Mountainbikearena und der 154 km lange Rothaarsteig, der das Sauerland, das Siegerland und das Lahn-Dill-Bergland verbindet, die 240 km lange Sauerland-Waldroute sowie der 251 km lange Sauerland-Höhenflug. Neben diesen Wanderwegen gibt es seit Jahrzehnten eine Vielzahl von weiteren Wanderwegen, welche meist vom SauerlĂ€ndischen Gebirgsverein (SGV) betreut werden. Seit den 1990er Jahren wurden auch einige Radwege im Sauerland angelegt. Der lĂ€ngste dieser Radwege ist der auf ehemaligen Bahnstrecken verlaufende, 84 km lange SauerlandRadring. Der RuhrtalRadweg mit 230 km entlang der Ruhr von der Quelle am Ruhrkopf bei Winterberg bis zur MĂŒndung bei Duisburg-Ruhrort liegt nur in seinem östlichen Teil im Sauerland. Die AktivitĂ€ten im Radfahren im Sauerland wurden in der Bike Arena Sauerland zusammengefasst.

Fremdenverkehrsorte im Hochsauerland

  • Winterberg (Bobbahn, Skiliftkarussell, St.-Georg-Schanze und weitere Schanzen, Wanderwege auf den Kahlen Asten und entlang des Rothaarsteigs), mit den Ortsteilen:
    • Langewiese (Biathlonstadion, Panoramablick, Skilanglauf-Loipen, Natur und Wandern entlang des Rothaarsteigs)
    • Neuastenberg (Ski-Alpin-Abfahrten, Wintersportmuseum, Kartbahn, Biathlonstadion)
    • Altastenberg (Wintersport und Wandern im Gebiet des Kahlen Astens)
  • Schmallenberg (Wandern, Mountainbike, Ski alpin, Skilanglauf und Biathlon)
  • Willingen (MĂŒhlenkopfschanze, Wintersport)
  • Usseln (Wintersport)
  • Bruchhausen (Naturdenkmal Bruchhauser Steine, Wasserschloss, Bergrodelbahn, Wintersport)

Freizeitparks und weitere Freizeiteinrichtungen

Bedeutende touristische Zentren sind die großen Freizeitparks, der 80 ha große Panorama-Park in Kirchhundem, das Fort Fun Abenteuerland in Bestwig mit 400.000 Besuchern jĂ€hrlich und der 200 ha große Wildwald Voßwinkel mit 120.000 Besuchern jĂ€hrlich.

Weitere Sporteinrichtungen zur Freizeitgestaltung sind unter anderem ErlebnisbĂ€der in Arnsberg-HĂŒsten, Bad Fredeburg („Sauerlandbad“), Finnentrop, Iserlohn („Seilerseebad“), Olpe, Plettenberg (Aqua Magis), Warstein („Allwetterbad“) und Winterberg sowie Sommerrodelbahnen in Winterberg, Bestwig (Fort Fun) und Olsberg-Bruchhausen (Sternrodt).

Verkehr

Straßen und Wege

Straßen, Landstraßen, Hohlwege oder Feldwege bestanden vielfach schon vor dem Mittelalter. Dazu gehörten die ĂŒber 1000 Jahre alte und rund 500 km lange Heidenstraße, die von Leipzig ĂŒber Kassel nach Köln fĂŒhrte, der Römerweg sowie der Kriegerweg, der Siegen mit Paderborn verband.

Bis ins 19. Jahrhundert fĂŒhrten die bis dahin unbefestigten und kaum unterhaltenen „Verkehrswege“ vorzugsweise ĂŒber die Höhen, weil die TĂ€ler wegen der unregulierten GewĂ€sser hĂ€ufig unpassierbar waren. Im Sauerland waren die Fuhrleute bis weit ins 19. Jahrhundert hinein ein wichtiger Beruf, der in einigen Gebieten teilweise auch den Mangel an anderen Verdienstmöglichkeiten kompensieren konnte.

Affeln (Neuenrade) war bekannt als Kreuzungspunkt eines Wegenetzes, das in viele Himmelsrichtungen ging. Auch die damalige Königstraße fĂŒhrte ĂŒber diesen Ort. Je nach Witterung nur schwer passierbar war die Hönnetalstraße von Menden ĂŒber Balve nach Werdohl. Neben den Furten waren gut passierbare BrĂŒcken ĂŒber die Hönne wichtige ÜbergĂ€nge zum Beispiel von KĂŒntrop (Neuenrade) nach Garbeck (Balve), die BrĂŒcke vor dem alten Balver Stadttor (abgerissen), die BrĂŒcke von Sanssouci (Balve) nach Beckum (Balve), die sehr alte, denkmalgeschĂŒtzte BrĂŒcke in Volkringhausen (Balve) sowie die BrĂŒcken in Lendringsen und in Menden. Im schwer passierbaren Hönnetal soll es im Mittelalter der Sage nach hĂ€ufig zu RaubĂŒberfĂ€llen gekommen sein; die Burg Klusenstein galt als „Raubritterburg“.

Straßen mit befestigtem Oberbau – meist eine Packlage aus Schotter –, sogenannte Chausseen, wurden erst zu Ende des 18. Jahrhunderts gebaut. Die erste im Sauerland war die in dieser Region um 1780 gebaute Holland-Frankfurt-Straße, die von den Niederlanden kommend ĂŒber Wesel, Essen, Hagen, Halver, Meinerzhagen, Drolshagen, Olpe, Kreuztal, Siegen, Dillenburg und Wetzlar nach Frankfurt fĂŒhrte, im Sauerland allerdings nur StĂŒckwerk blieb. König Friedrich Wilhelm II. (1786–1797) ordnete an, dass „Kunststraßen“ mit gewölbtem Profil gebaut werden sollten, besonders im „Suderlandischen Theile“ der Grafschaft Mark, und zwar wegen der Felsen mit einer Breite von wenigstens 12 bis 16 Fuß.

Der OberprĂ€sident Ludwig von Vincke fand bei der Übernahme seiner AmtsgeschĂ€fte außer der Holland-Frankfurt-Straße nur drei teilweise fertiggestellte Chausseen im ehemaligen Herzogtum Westfalen vor: die heutige B7 von Canstein (Marsberg) ĂŒber Brilon, Meschede und Arnsberg nach Menden, die Straße zwischen Werl und Olpe ĂŒber Wickede, Neheim, HĂŒsten und Sundern und die Straße von Meschede nach GrevenbrĂŒck. Erst mit dem Bau der Minden-Koblenzer Chaussee in den 1830er Jahren begann eine Erschließung der Region durch ein vollkommen neues Straßennetz mit befestigten Straßen, bei deren Trassierung auch auf eine geringere Steigung geachtet wurde. Gleichzeitig gerieten viele der uralten Fernstraßen und Fuhrmannswege in Vergessenheit und sind heute nur noch als zugewachsene Hohlwege in der Landschaft erkennbar.

Um die Straßen in Ordnung zu halten, wurde an SchlagbĂ€umen Wegegeld erhoben, so in Holzen, Sanssouci, auf der Kuschert bei Blintrop, auf der Wilhelmshöhe, bei Buchholz zwischen Neuenrade und Altena und in Finnentrop an der LennebrĂŒcke.

Die Erschließung durch Autobahnen erfolgte erst sehr spĂ€t und auch nicht so dicht wie in anderen Regionen, weil die schwierige Topographie den Bau sehr erschwert. Am 25. Oktober 1971 wurde die Sauerlandlinie (A 45) fĂŒr den Verkehr freigegeben. Am 7. Dezember 1976 wurde das letzte TeilstĂŒck der Autobahn Köln–Olpe (A 4) fertiggestellt; der Weiterbau ĂŒber das Kreuz Olpe SĂŒd hinaus durch das Rothaargebirge zum Kirchheimer Dreieck wurde zurĂŒckgestellt. Seit dem 1. Dezember 2006 ist allerdings der Anschluss zur HĂŒttentalstraße bei Krombach in Betrieb. Den Norden des Sauerlandes erschließt die noch nicht ganz fertiggestellte Bundesautobahn 46 Hagen–Iserlohn–Arnsberg–Bestwig. Der nordöstliche Teil des Sauerlandes ist auch ĂŒber die Autobahn Dortmund–Kassel zu erreichen.

Eisenbahnen

Bergisch-MĂ€rkische Eisenbahn-Gesellschaft

Das Sauerland wurde trotz der bis 1833 zurĂŒckreichenden Planungen erst relativ spĂ€t vom Eisenbahnverkehr erschlossen. Entscheidende Bedeutung fĂŒr diese Entwicklung kommt der 1843 gegrĂŒndeten Bergisch-MĂ€rkischen Eisenbahn-Gesellschaft (BME) zu. Dieses Unternehmen war im 19. Jahrhundert die zweitgrĂ¶ĂŸte (nominell private) Eisenbahngesellschaft im Königreich Preußen und darĂŒber hinaus in Deutschland. Es schuf in rund zwei Jahrzehnten den Kern des Schienennetzes, wie es bis heute im Sauerland noch besteht. Den Anfang machte im Jahre 1859 die Ruhr-Sieg-Strecke, gefolgt von der Biggetalbahn und der Volmetalbahn. In den 1870er Jahren erschloss die BME auch den Norden des Sauerlandes durch die Obere Ruhrtalbahn. Die letzte Bahnstrecke im Sauerland, die noch von der BME geplant worden war, wurde 1882 von Menden bis Hemer in Betrieb genommen und 1885 ĂŒber den neu errichteten Iserlohner Ostbahnhof bis Iserlohn weitergefĂŒhrt.

Staatliche Nebenbahnen

Von der Eisenbahndirektion Elberfeld wurden die Bahnstrecke Altenhundem–Wenholthausen, die VerlĂ€ngerung der Volmetalbahn sowie die Ardey-Bahn gebaut. Weiterhin wurden die Bahnstrecke Finnentrop–Wennemen, die Bahnstrecke Plettenberg–Herscheid und die Bahnstrecke Altenhundem–Birkelbach gebaut und außerdem die Hönnetalbahn erstellt.

Privat- und Kleinbahnen

Bedeutend fĂŒr die Region waren die Kleinbahnen. Die Kreis Altenaer Schmalspur-Eisenbahn (KAS) verband LĂŒdenscheid mit Altena und Werdohl sowie SchalksmĂŒhle mit Halver. Die Iserlohner Kreisbahn (IKB) verkehrte hauptsĂ€chlich zwischen Iserlohn, Hemer, Altena und Hohenlimburg. In Hohenlimburg verkehrte die Hohenlimburger Kleinbahn (HKB). Im sĂŒdlichen mĂ€rkischen Sauerland gab es die Plettenberger Kleinbahn (PKB). Weiterhin folgten Ruhr-Lippe-Kleinbahnen, die Westdeutsche Eisenbahn-Gesellschaft und die Kleinbahn Steinhelle–Medebach.

Stilllegungen

In den Jahren nach der WĂ€hrungsreform von 1948 begannen umfangreiche Stilllegungen. So existiert heute unter der Regie der DB Regio NRW GmbH und der Abellio Rail NRW nur noch ein Grundnetz. Die Feinverteilung im ÖPNV in der FlĂ€che des lĂ€ndlichen Raumes obliegt in weiten Teilen dem Omnibusverkehr.

Kultur

Die Kultur im kurkölnischen Sauerland ist stark geprÀgt durch den fest verwurzelten Katholizismus seiner Bewohner. Als Teil des Kulturraumes Westfalen ist die Kultur des Sauerlandes mit der Aufteilung in Hochsauerland und dem eher protestantisch geprÀgten MÀrkischen Sauerland jedoch nicht einheitlich ausgeprÀgt.

Religion

Seit der Reformation ist das Sauerland konfessionell vielfĂ€ltig. In der Grafschaft Mark verbreitete sich die Reformation seit den 1530er Jahren. Obwohl der Landesherr Johann III. von JĂŒlich-Kleve zunĂ€chst noch einen Mittelweg zwischen den entstehenden Konfessionen anstrebte, entschieden sich die dortigen StĂ€dte und Kirchengemeinden fĂŒr die Reformation lutherischer PrĂ€gung. Gefördert durch die dem reformierten Bekenntnis angehörenden Hohenzollern, seit 1614 Landesherren der westfĂ€lischen Mark, entstanden hier jedoch auch einzelne reformierte Gemeinden in den grĂ¶ĂŸeren, wirtschaftlich aufstrebenden StĂ€dten, so Altena, Iserlohn und LĂŒdenscheid. Bedingt durch die preußische Toleranzpolitik konnten sich ebenfalls bald erneut katholische Gemeinden etablieren. König Friedrich Wilhelm III. setzte ab 1817 den organisatorischen Zusammenschluss lutherischer und reformierter Gemeinden in Preußen durch. Die lutherische PrĂ€gung des mĂ€rkischen Sauerlandes ist aber noch erkennbar, etwa im Unterschied zum ursprĂŒnglich reformierten Siegerland. Äußerlich ablesbar ist dies an den fĂŒr die lutherische Konfession charakteristischen KanzelaltĂ€ren in den Ă€lteren Stadt- und Dorfkirchen. Dagegen blieb das Herzogtum Westfalen im Wesentlichen katholisch. GeprĂ€gt wurde diese Region von der Gegenreformation, katholischer Reform und dem Barockkatholizismus.

Die konfessionellen Unterschiede zwischen den Teilen des Sauerlandes sind auch heute noch vorhanden. Der Hochsauerlandkreis ist trotz Zuwanderungen in den letzten Jahrzehnten mit einem Anteil von ĂŒber 70 Prozent immer noch ein Schwerpunkt des Katholizismus in Westfalen. Ähnliches gilt fĂŒr den Kreis Olpe. Dagegen ĂŒberwiegt im MĂ€rkischen Kreis nach wie vor das evangelische Bekenntnis.

Daneben haben sich in den letzten Jahrzehnten auch VerĂ€nderungen ergeben. Infolge von Migrationsbewegungen sind Muslime im MĂ€rkischen Kreis stĂ€rker vertreten als im Durchschnitt Westfalens. Etwa erhielten (freikirchliche) christliche Gemeinschaften unter anderem infolge der Zuwanderung von Russlanddeutschen Zulauf, haben aber u. a. aufgrund der preußischen Religionspolitik im mĂ€rkischen Sauerland bereits eine lĂ€ngere Tradition. Dagegen spielen sie im Kreis Olpe mit 0,1 % weiterhin kaum eine Rolle. Wenngleich neue religiöse Bewegungen nur eine geringe Rolle spielen, so sind auch sie im MĂ€rkischen Kreis etwas verbreiteter als in vielen anderen Teilen Westfalens. Örtlich bedeutend sind seit wenigen Jahrzehnten evangelikale oder charismatische religiöse Gemeinschaften. Die religiöse Vielfalt ist im MĂ€rkischen Kreis, wie auch im benachbarten Ruhrgebiet, im westfĂ€lischen Vergleich hoch. Im Hochsauerlandkreis und im Kreis Olpe dagegen ist diese in Westfalen am geringsten ausgeprĂ€gt.

Sprache und Literatur

Im Sauerland wurde frĂŒher SauerlĂ€nder Platt oder SiuerlĂ€nner Platt gesprochen. Im Gegensatz zu anderen westfĂ€lischen Regionen wie dem Ruhrgebiet konnte sich im lĂ€ndlichen Sauerland das SauerlĂ€nder Platt noch bis in die 1960er Jahre als Verkehrssprache behaupten. SauerlĂ€nder Platt war die niederdeutsche Volkssprache im Sauerland, in der Regel wird sie zum westfĂ€lischen Zweig des NiedersĂ€chsischen gerechnet. Mittlerweile wird Platt hauptsĂ€chlich nur noch von der Ă€lteren Bevölkerungsgruppe gesprochen, da es an die nachfolgenden Generationen nicht weitergegeben wurde. Auch die passive Sprachkompetenz ist vor allem im MĂ€rkischen Sauerland stark rĂŒcklĂ€ufig. Trotz Engagements von Vereinen und Schulen geht man davon aus, dass in der nĂ€chsten Generation das SauerlĂ€nder Platt ausgestorben sein wird. Die heutige hochdeutsche Umgangssprache im Sauerland enthĂ€lt jedoch oft noch plattdeutsche Elemente, wie das „dat“ und „wat“. Charakteristisch fĂŒr das Sauerland ist die westfĂ€lische Refrainfrage „woll?“ (auch „wonnich?“ als Kontraktion von „woll nicht?“), die an das Satzende gestellt wird, um die Zustimmung des Zuhörers zu erfragen. Bei der jĂŒngsten Generation wird es durch „ne?“ verdrĂ€ngt.

Im 19. und frĂŒhen 20. Jahrhundert wurden die niederdeutschen Sprachformen wissenschaftlich erforscht (beispielsweise Friedrich Leopold Woeste) und von einigen Schriftstellern (beispielsweise Christine Koch, Friedrich Wilhelm Grimme) auch fĂŒr Lyrik- und Prosaarbeiten, oft mit regionalen HandlungsbezĂŒgen, verwendet. Die Christine-Koch-Gesellschaft unterhĂ€lt in Schmallenberg ein SauerlĂ€nder Literaturarchiv mit rund 2000 Periodika und BĂŒchern. Die Bibliothek ist im „Schmalen Haus“ neben dem Schmallenberger Rathaus untergebracht. Es gibt auch einige Sagen aus dem Sauerland.

Als moderne literarische Werke mit Bezug zum Sauerland finden Kriminalromane (beispielsweise von Kathrin Heinrichs, Friedel Thiekötter) seit einigen Jahren wachsendes Interesse. Im Jahr 2005 fand die Criminale daher im Sauerland statt.

Volksfeste und Brauchtum

Zum kulturellen Leben fast jeder sauerlĂ€ndischen Gemeinde gehören in erster Linie die jĂ€hrlichen SchĂŒtzenfeste. In nahezu jedem Dorf lĂ€sst sich ein SchĂŒtzenverein (vor allem in der ehemaligen Grafschaft Mark) oder eine -bruderschaft (vor allem im ehemaligen Kurköln) finden. In Iserlohn findet jĂ€hrlich das SchĂŒtzenfest des „Iserlohner BĂŒrgerschĂŒtzenvereins“ (IBSV) statt, das als grĂ¶ĂŸtes Volksfest SĂŒdwestfalens gilt.

In den ehemals kurkölnischen Gebieten ist Karneval ein weiteres beliebtes Volksfest. Höhepunkt einer jeden Session sind die RosenmontagszĂŒge (teilweise finden die UmzĂŒge, wie zum Beispiel in Menden, auch am Tulpensonntag statt). Einer der lĂ€ngsten RosenmontagszĂŒge des Sauerlandes ist der in Warstein-Belecke. Der grĂ¶ĂŸte Veilchendienstags-Umzug, mit mehr als 2000 aktiven Teilnehmern und bis zu 30.000 Besuchern, findet in Attendorn statt.

Auch Heimatvereine engagieren sich meist auf lokaler Ebene stark in der Brauchtumspflege und sind im ehemals kurkölnischen Sauerland im SauerlÀnder Heimatbund und im mÀrkischen Sauerland im Heimatbund MÀrkischer Kreis zusammengefasst. Diese sind wiederum im Dachverband des WestfÀlischen Heimatbundes integriert.

BĂŒhnen und Theater

Die Karl-May-Festspiele auf einer FreilichtbĂŒhne in Elspe finden jĂ€hrlich von Juni bis September statt. Sie wurden durch Pierre Brice, den Hauptdarsteller in den Winnetou-Filmen, berĂŒhmt, als er fĂŒr mehrere Spielzeiten die Hauptrolle in Elspe ĂŒbernahm. Weitere FreilichtbĂŒhnen gibt es in Herdringen bei Arnsberg und Hallenberg. Bekannt als TheaterspielstĂ€tte und Veranstaltungsort fĂŒr Konzerte jeder Art ist die Balver Höhle. Im Arnsberger „Sauerlandtheater“, im Iserlohner „Parktheater“ und im Kulturhaus LĂŒdenscheid gastieren vor allem auswĂ€rtige Ensembles. Dagegen ist die Arnsberger KulturSchmiede stĂ€ndiger Spielort des Experimentaltheaters „Teatron“ von Yehuda Almagor.

Kunst und Musik

RegelmĂ€ĂŸige kulturelle Veranstaltungen sind unter anderem der „Kunstsommer“ in Arnsberg mit einem breiten Spektrum zwischen bildender und darstellender Kunst. Über die Region hinaus bekannt sind die „DrĂŒggelter KunststĂŒckchen“ als das kleinste Musikfestival Westfalens. An verschiedenen SpielstĂ€tten im Hochsauerlandkreis findet ebenso regelmĂ€ĂŸig das Festival „Sauerland-Herbst“ statt. Auf der Burg Altena findet jĂ€hrlich der „Burgrock“ statt, bei dem schon Fury in the Slaughterhouse oder MIA., aber auch Nachwuchsbands aus der Region spielten. Ein weiteres bekanntes Rockfestival ist das Under the bridge in Neheim. JĂ€hrlich finden sich zu den Meisterkursen bedeutender internationaler Solisten im Rahmen der „Iserlohner Herbsttage fĂŒr Musik“ sowie zum international beachteten „Iserlohner Gitarrensymposion“ Musiker aus ganz Deutschland und darĂŒber hinaus ein.

Einzelne Teile des Sauerlandes wurden schon im 19. Jahrhundert von Musikern besungen. Seit den 1980er Jahren gehört das Lied „Sauerland“ von „Zoff“ zum musikalischen Gemeingut der gesamten Region. Auch die Band „Foyer des Arts“ hat das Sauerland in einem ihrer Lieder genarrt; so werden Aussagen ĂŒber die Stadt Iserlohn getroffen, wie zum Beispiel „Also die gastfreundlichsten Leute wohnen immer noch in Iserlohn“ sowie „Und die Stadt ist so sauber, und die Jugendlichen so gepflegt und ordentlich.“ Außerdem veröffentlichte die Punkband „Die Kassierer“ das (fĂŒr ihre VerhĂ€ltnisse sehr wenig vulgĂ€re) „Sauerlandlied“.

Unter dem Motto Mein Freund ist SauerlĂ€nder wurde 1994 und 2006 eine CD veröffentlicht, die einen Überblick ĂŒber die aktuelle Pop- und Rockszene der Region bieten sollte. Überregional bekannt wurde vor allem das dazugehörige T-Shirt Mein Freund ist SauerlĂ€nder.

Von den lokalen und regionalen Bands hat vor allem die politische Hip-Hop-Band der ersten Stunde Anarchist Academy aus LĂŒdenscheid und Iserlohn deutschlandweit fĂŒr Aufmerksamkeit gesorgt, deren Haupttexter Hannes Loh spĂ€ter mit mehreren BĂŒchern ĂŒber die Entstehung der deutschen Hip-Hop-Szene reĂŒssierte und regelmĂ€ĂŸig BeitrĂ€ge fĂŒr die deutsche Musikzeitschrift Intro verfasste.

Jugendherbergswesen

In der Burg Altena eröffnete Richard Schirrmann 1912 die erste stĂ€ndige Jugendherberge der Welt. Nach einer mehrtĂ€gigen Wanderung mit seinen SchĂŒlern, bei der die Gruppe wĂ€hrend eines Unwetters mangels Alternativen spontan ein Behelfsquartier in der Dorfschule in Bröl (Hennef) einrichten musste, entwickelte Schirrmann die Idee eines flĂ€chendeckenden Netzwerkes derartiger Jugendherbergen, die schnell in ganz Deutschland UnterstĂŒtzung fand. Schirrmann fungierte als erster Herbergsvater in Altena. Diese Herberge ist bis heute museal auf der Burg Altena erhalten. Jugendherbergen werden im Sauerland betrieben auf der Burg in Altena, in Lennestadt auf der Burg Bilstein, in Brilon, in Meinerzhagen, in Meschede, in Olpe-Stade am Biggesee, in Finnentrop-Bamenohl (privat), in Winterberg-Neuastenberg, in RĂŒthen, in Schmallenberg, in Sundern am Sorpesee und in Möhnesee am SĂŒdufer des Möhnetalsperre. Die Jugendherberge in Kirchhundem-Oberhundem wurde zum 31. Oktober 2006 aufgegeben. FrĂŒher existierten auch HĂ€user in Attendorn, Iserlohn, Olpe und Arnsberg.

Kulinarische SpezialitÀten

Allgemein gelten deftige Speisen wie Bockwurst und Pumpernickel als typisch sauerlÀndisch.

Ein altes sauerlĂ€ndisches Kartoffelgericht ist die Potthucke, auch vereinzelt Puffert genannt. FrĂŒher wurde sie nur aus rohen geriebenen Kartoffeln, Ungel (Rindertalg) und Salz auf dem Kohleherd im Topf ĂŒber Stunden hinweg gebacken. Erste Aufzeichnungen dieses Gerichtes stammen aus der Gegend um Altena und Werdohl. In neuerer Zeit wird die Potthucke gehaltvoller, mit zusĂ€tzlich Zwiebeln, Eiern, Mehl, MettwĂŒrsten oder auch Rauchfleisch, zubereitet. Beliebt ist auch Himmel und Erde, ein Gericht aus Stampfkartoffeln und Apfelmus. Im Sauerland weit verbreitet ist die sogenannte Rinderwurst; aus Rindfleisch wird ebenfalls die Pfefferwurst hergestellt. Eine regionale SpezialitĂ€t im Hochsauerland ist die Knochenwurst. In Sauerland-KochbĂŒchern und Speisekarten im Sauerland finden sich verschiedene Gerichte nach SauerlĂ€nder Art. Dabei handelt es sich meist um Abwandlungen von Gerichten aus Westfalen und anderen Regionen.

Aus dem Sauerland stammen die bekannten und umsatzstarken Biersorten Warsteiner und Veltins. Die Privatbrauerei Iserlohn war ĂŒberregional aktiv und hatte ProduktionsstĂ€tten in Iserlohn und Gießen. Daneben existieren weitere kleinere, auf dem regionalen Markt agierende Brauereien.

Sport

Von den Sportarten ist im Sauerland vor allem der Wintersport bedeutend. Im Hochsauerland, zum Beispiel in Winterberg, befinden sich zahlreiche Ski- und RodelhĂ€nge. Auf der Rodel- und Bobbahn Winterberg werden seit Jahrzehnten Weltcups beim Rennrodeln, Bob und Skeleton durchgefĂŒhrt; ferner fanden zahlreiche Welt- und Europameisterschaften statt. Die erste Europameisterschaft in Winterberg fand schon 1914 statt. Die MĂŒhlenkopfschanze in Willingen richtet jĂ€hrlich einen der stimmungsvollsten Skisprung-Wettbewerbe aus. Die MĂŒhlenkopfschanze wurde im Jahr 1951 errichtet. 1995, 1997 und jĂ€hrlich seit 1999 findet ein Weltcup-Skispringen statt, welches großen Zuschauerzuspruch findet; im Jahr 2003 kamen an drei Tagen 90.000 Besucher an die Großschanze. Sommersprungschanzen gibt es in Meinerzhagen und Winterberg. Die Wintersport-AktivitĂ€ten im Sauerland wurden 2003 in der Wintersport-Arena Sauerland gebĂŒndelt.

Iserlohn ist Standort der in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) spielenden Iserlohn Roosters, SpielstĂ€tte ist hier die Eissporthalle am Seilersee. Die Iserlohn Roosters bzw. deren VorgĂ€ngervereine spielten ab der Saison 1973/74 fast immer in der 1. und 2. Bundesliga bzw. nach deren GrĂŒndung in der DEL.

In Iserlohn beheimatet sind ebenfalls der Rollhockey-Erstligist ERG Iserlohn, der Basketball-Zweitligist Iserlohn Kangaroos und der Fußball-Landesligist FC Iserlohn 46/49; in LĂŒdenscheid ist der ehemalige Fußball-Zweitligist Rot-Weiß LĂŒdenscheid ansĂ€ssig. Im Handballsport ist das Sauerland höherklassig durch die SG SchalksmĂŒhle-Halver (3. Liga West) vertreten.

Ebenfalls erstklassig sind zwei Kiersper Mannschaften im Motoball des DMSB. Der MSF Tornado Kierspe und der MBC Kierspe sind in der Nord-Staffel der zweigleisigen (Nord und SĂŒd) Bundesliga (Deutsche Motoball Meisterschaft, DMM) unterwegs.

Zentren des Reitsports im Sauerland sind Balve, in dem mit dem Balve Optimum jÀhrlich ein international bedeutendes Reitturnier stattfindet und das Heimat des Ehrenvorsitzenden der Deutschen Reiterlichen Vereinigung, Dieter von Landsberg-Velen, geworden ist, und Warstein, dessen Brauerei die Warsteiner Champions Trophy austrÀgt und das den erfolgreichen Springreiter Alois Pollmann-Schweckhorst hervorgebracht hat. Das Springreiten ist dabei die Haupt-Pferdesportart in diesen Orten.

Der Tennisclub Blau-Weiß Sundern war in den Jahren 2001 bis 2004 in der Bundesliga der Herren. Blau-Weiß Sundern wurde 2002 Vizemeister und in den Jahren 2003 und 2004 Deutscher Meister. Die Rhönrad-Weltmeisterschaft 2011 fand vom 1. bis 4. Juni in Arnsberg statt.

Der SauerlĂ€ndische Gebirgsverein ist der grĂ¶ĂŸte Verein der Region mit zirka 38.000 Mitgliedern. Der SGV fĂŒr Wandersport und Nordic Walking organisiert Veranstaltungen und engagiert sich im Naturschutz.

Seit etwa 2000 hat auch der Bikesport im Sauerland an Bedeutung gewonnen. DafĂŒr stehen unter anderem der Bikepark Winterberg, der Bikepark Warstein und die Bike Arena Sauerland zur VerfĂŒgung. JĂ€hrlich findet das zweitĂ€gige Mountainbike-Festival Mega Sports in Sundern-Hagen statt; allein am Bike-Marathon nehmen rund 1.600 Personen teil. 2008 waren Bad Fredeburg und Winterberg Etappenorte der 10. Deutschland Tour.

SehenswĂŒrdigkeiten

Historische Bauwerke

Burgen

Zahlreiche Burgen, Schlösser und Herrensitze sind Zeugnisse adeliger Herrschaft und ReprĂ€sentation der Vergangenheit. Die Lage der in der ersten HĂ€lfte des 10. Jahrhunderts entstandenen Grafenburg in Werl ist noch immer nicht völlig geklĂ€rt. Sie lag aber wohl in der NĂ€he des heutigen Kirchplatzes. Als die Werler Grafen ihren Sitz nach Arnsberg verlegten, bauten sie zunĂ€chst um 1060 die RĂŒdenburg, die spĂ€ter in den Besitz des Adelsgeschlechts der RĂŒdenberg ĂŒberging. Auf der anderen Talseite residierten die Grafen von Arnsberg-Werl auf der Burg Arnsberg seit etwa 1144. SpĂ€ter bauten die Erzbischöfe und KurfĂŒrsten von Köln die Anlage zum Schloss aus. Der letzte Bau wurde von Johann Conrad Schlaun fĂŒr Clemens August von Bayern erbaut und im SiebenjĂ€hrigen Krieg zerstört. Beide Arnsberger Burgen sind heute Ruinen.

Auch andere hochadelige Familien bauten zum Schutz ihrer Besitzungen Burgen. Dies gilt fĂŒr die ursprĂŒnglich von den Ezzonen erbaute Burg in Hachen. Auch der Anfang der Waldenburg bei Attendorn geht auf die Ezzonen zurĂŒck. SpĂ€ter war sie im Besitz unterschiedlicher Herren. Die Herren von Förde-Bilstein bauten zunĂ€chst die Peperburg, von der kaum etwas erhalten ist, und spĂ€ter die Burg Bilstein. Eine alte Burg ist auch die in Padberg. Die Vögte des Klosters Grafschaft errichteten im 12. Jahrhundert die Burg Nordenau. Eine der strategisch wichtigsten Burgen aus dem 12. Jahrhundert war die Burg Altenfils bei Brilon; sie wurde bereits im Mittelalter wieder aufgegeben.

Die Erzbischöfe von Köln erwarben verschiedene Burgen und legten zum Schutz ihres Besitzes StĂ€dte an, die auch militĂ€rische Funktionen ĂŒbernahmen. In Neheim zeugen die BurgmannshĂ€user Gransau, Drostenhof und Fresekenhof von der Vergangenheit der Stadt als Burg. Ähnlich gingen auch die Grafen von Arnsberg vor, indem sie beispielsweise Stadt und Burg Eversberg errichteten. Sie sollten den Besitz des Grafen von Arnsberg gegen Kurköln schĂŒtzen. Neben dem Erwerb Ă€lterer Burgen und der GrĂŒndung von StĂ€dten ließen die Erzbischöfe von Köln seit dem 12. Jahrhundert neue Burgen bauen. Dazu zĂ€hlen etwa die Burg Schnellenberg, erstmals erwĂ€hnt 1222, FĂŒrstenberg und Scharfenberg.

Auch die Grafen von der Mark und ihre VorgÀnger bauten zum Schutz gegen die Arnsberger Grafen und die Kölner Erzbischöfe Burgen. Als Stammburg der Grafen von der Mark fungierte die Burg Altena, nach der auch die benachbarte Stadt benannt wurde. Direkt an der Grenzlinie angelegt war die Burg Klusenstein auf einem Felsen oberhalb des Hönnetals.

Von den Burgen sind nur wenige erhalten. Die meisten sind heute Ruinen. In der rekonstruierten Burg Altena wurde 1912 die weltweit erste Jugendherberge eröffnet. Auch die ĂŒber 800 Jahre alte Burg Bilstein dient seit 1927 als Jugendherberge. Die Burg Schnellenberg wurde von den Freiherren von FĂŒrstenberg spĂ€ter ausgebaut und kann besichtigt werden.

HerrenhÀuser und Schlösser

Teilweise auf der Grundlage von Burgen, teilweise aus GĂŒtern des Niederadels hervorgegangen, existierten zahlreiche Schlösser und HerrenhĂ€user. Das Haus Letmathe im gleichnamigen Iserlohner Ortsteil ist ein Beispiel fĂŒr einen der vielen Herrensitze im Sauerland. Im Gegensatz dazu ist das Rittergut Listringhausen in Meinerzhagen nicht zu besichtigen. Beide GebĂ€ude gelten als Wahrzeichen ihrer Stadt. Aus dem ersten Jahrtausend nach Christus stammt das Gut Stockhausen in Meschede.

Insbesondere im Zeitalter des Barock wurden Ă€ltere GebĂ€ude zu Schlössern umgebaut. Andere wurden neu errichtet. Die Freiherren von FĂŒrstenberg beauftragten den Baumeister Ambrosius von Oelde mit dem Bau der Adolphsburg bei Oberhundem und ließen Burg Schnellenberg umbauen. Auch der Architekt Michael Spanner war in dieser Zeit vielerorts in der Region tĂ€tig. Zu seinen Schlossbauten zĂ€hlen der Umbau des Landsberger Hofes in Arnsberg und Haus Almerfeld in Brilon. Von dem von Schlaun umgebauten Schloss Hirschberg sind nur wenige Reste und das heute in Arnsberg stehende Hirschberger Tor erhalten.

Weitere Beispiele bekannter Schlösser sind Schloss Bruchhausen in Olsberg, Schloss Dahlhausen in Menden, Schloss Herdringen in Arnsberg, Schloss Körtlinghausen in RĂŒthen, Schloss Laer in Meschede, Wasserschloss Melschede in Sundern, Schloss Wocklum in Balve und Schloss Neuenhof in LĂŒdenscheid.

Sakrale Bauwerke

PrĂ€gende Bauwerke sind im Sauerland auch die Kirchen und Kapellen. Sie gehören zu den traditionellen Mittelpunkten der StĂ€dte und Dörfer der Region. FrĂŒheste kirchliche Ansiedlungen finden sich entlang des Hellwegs zwischen Werl, Soest und Paderborn. Die Geschichte des Stiftes Meschede reicht bis in die karolingische Zeit zurĂŒck. Das Mauerwerk des Westturms der heutigen Pfarrkirche St. Walburga stammt aus dem 9. Jahrhundert. Im 11. Jahrhundert herrschten die dreischiffigen Basiliken vor. Dazu zĂ€hlen etwa St. Clemens in Drolshagen, St. Dionysius in ThĂŒlen und St. Cyriakus in Berghausen. Der fĂŒr die Region typische Bautyp ist die westfĂ€lische Hallenkirche. Dazu zĂ€hlen St. Peter und Paul in Wormbach, der alte Teil von St. Alexander in Schmallenberg und St. Johannes Evangelist in Eversberg. Auch die St.-Blasius-Kirche in Balve mit ihrer Oktogonkuppel gehört in diesen Zusammenhang. Ein spĂ€ter Vertreter ist St. Heribert in Hallenberg. Außergewöhnlich ist der romanische Zentralbau der DrĂŒggelter Kapelle auf dem Haarstrang, deren Architektur zu zahlreichen Spekulationen Anlass gibt. Beispiele fĂŒr die frĂŒhe Gotik sind St. Nikolaus in Obermarsberg und St. Laurentius, die Kirche des Klosters Wedinghausen in Arnsberg.

Daneben gibt es zahlreiche weitere bemerkenswerte mittelalterliche Kirchenbauten. Dazu zÀhlen etwa die Oberste Stadtkirche und die Bauernkirche in Iserlohn, die St.-Vinzenz-Kirche in Menden, die Propsteikirche St. Petrus und Andreas in Brilon. Als SauerlÀnder Dom bekannt sind wegen ihrer Dimensionen die mittelalterliche Kirche St. Johannes Baptist in Attendorn und die aus moderner Zeit stammende Kirche St. Johannes Baptist in Neheim.

LÀngere Zeit wurden nur wenige Kirchen erbaut. Seit dem 17. Jahrhundert fand der Barock, teilweise in gotisierendem Stil, Eingang vor allem im kölnischen Teil der Region. Eine der Saalkirchen in diesem Stil war St. Gertrud in Oberkirchen, Àhnlich auch Maria Heimsuchung in Kohlhagen, St. Lambertus in Oberhundem und St. Peter und Paul in Eslohe. Aus der Zeit des Barock stammen auch die neue Stiftskirche St. Walburga in Meschede und St. Severin in Wenden.

Viele der Ă€lteren Kirchen wurden barock umgestaltet, insbesondere durch eine neue Innenausstattung. Diese prĂ€gt vielerorts die Kirchen bis heute. Viele KĂŒnstler kamen aus der Region. Zu nennen sind etwa Heinrich Strothmann, Johann Sasse, Heinrich Papen, Johann Theodor Axer und Johann Leonhard Falter. Im 20. Jahrhundert war Joseph Buchkremer der bedeutendste Kirchenarchitekt im Sauerland.

Bemerkenswert sind auch einige Klosterbauten und -kirchen. Dazu zĂ€hlen etwa im Gebiet der heutigen Stadt Arnsberg die Klöster Wedinghausen, Rumbeck und das Oelinghausen. Zu den Ă€ltesten Klöstern in Westfalen ĂŒberhaupt gehören das zuvor genannte Stift Meschede und das Kloster Obermarsberg. Die Klöster Grafschaft bei Schmallenberg und Bredelar sind ebenfalls Zeugen der Vergangenheit. Auch ihrer modernen Architektur wegen bemerkenswert ist die Abtei KönigsmĂŒnster in Meschede. Sie bildet die heute grĂ¶ĂŸte bewohnte Klosteranlage im Sauerland. Eine Sonderform zwischen Schloss und religiöser Einrichtung ist die Deutschordenskommende MĂŒlheim.

Die jĂŒdische Bevölkerung hat neben einigen Friedhöfen, wie denen in RĂŒthen oder Obermarsberg, deren Entwicklung bis in die frĂŒhe Neuzeit zurĂŒckreicht, einige Synagogen hinterlassen. Keine Synagoge wird nach dem Holocaust noch als Gotteshaus genutzt. Einige wurden so renoviert, dass ihre ehemalige Funktion noch erkennbar ist. Dazu zĂ€hlen die Synagoge in Padberg, die im 18. Jahrhundert im Fachwerkstil errichtet wurde, die Synagoge in Neheim und die Synagoge in Meschede. Andere GebĂ€ude wurden so stark umgebaut, dass ihr frĂŒherer sakraler Charakter, wie bei der Synagoge in Arnsberg, nicht mehr erkennbar ist. Eine ganze Reihe von Synagogen wie die in Brilon wurden wĂ€hrend der Novemberpogrome 1938 völlig vernichtet.

Die muslimische Bevölkerung, insbesondere Migranten aus der TĂŒrkei, grĂŒndeten ab den 1970er Jahren so genannte Hinterhofmoscheen in umgenutzten GebĂ€uden. Seit 1990 gibt es in Iserlohn mit der DÄ°TÄ°B-Moschee, in einem um- und angebauten FabrikgebĂ€ude, die erste Moschee mit Kuppel und Minarett. 2008 wurde mit der Fatih-Moschee in Meschede die erste komplett neue Moschee im Sauerland gebaut.

Fachwerk- und SchieferhÀuser

Das SauerlĂ€nder Landschaftsbild prĂ€sentiert zudem viele Ansiedlungen mit der charakteristischen schwarz-weißen Fachwerkarchitektur. In den 1920er Jahren beschrieb die Heimatschutzbewegung das „typische“ SauerlĂ€nder Haus als zweigeschossiges VierstĂ€nder-Hallenhaus mit schwarz gestrichenem Fachwerk, weiß gekalkten Ausfachungen, etwas Giebel- und Torbogenschmuck, gedeckt mit einem Schieferdach. Ein typisches Beispiel dieser Architektur ist der im Jahr 1769 in SauerlĂ€nder Fachwerk erbaute Stertschultenhof in Cobbenrode. Weitere sehenswerte Beispiele findet man in vielen SauerlĂ€nder Orten wie Hallenberg, Kirchveischede und Oberkirchen. Neben der Fachwerkarchitektur gibt es auch viele SchieferhĂ€user im Sauerland. Insbesondere in den Gebieten mit reichlichem Schiefervorkommen gibt es eine Reihe von Orten, die von solcher Bebauung geprĂ€gt sind.

Museen und KulturdenkmÀler

In LĂŒdenscheid befindet sich das Science Center PhĂ€nomenta. Auch das historische Museum in dieser Stadt erreicht vor allem mit seinen verschiedenen Wechselausstellungen ein ĂŒberregionales Publikum. Dasselbe gilt auch fĂŒr das Sauerland-Museum in Arnsberg und das Deutsche Höhlenmuseum Iserlohn. Das Deutsche Drahtmuseum in Altena ist weltweit das einzige seiner Art. In Bödefeld existiert im Rahmen der Biologischen Station Hochsauerlandkreis ein naturkundlich orientiertes Erlebnismuseum. In Dreislar erinnert das Schwerspatmuseum an die Bergbaugeschichte im Ort. Das Maschinen- und Heimatmuseum Eslohe widmet sich insbesondere der Technikgeschichte. Das Schieferbergbau- und Heimatmuseum Holthausen zeigt neben einer Dauerausstellung mit verschiedenen Themenbereichen regelmĂ€ĂŸig ĂŒberregional beachtete Sonderausstellungen und ist mit der SĂŒdwestfĂ€lischen Galerie verbunden. Zu den bemerkenswerten lokal- oder regionalgeschichtlichen Museen gehören das Stadtmuseum Brilon, das Stadtmuseum Iserlohn, das Museum Menden, das Museum der Grafschaft Mark in Altena und das SĂŒdsauerlandmuseum in Attendorn. Hinzu kommt eine Vielzahl von Heimatmuseen und Spezialmuseen.

Zahlreiche museumsĂ€hnliche Einrichtungen erinnern in der Region an die alte gewerbliche und industrielle Vergangenheit. Besucherattraktionen sind zweifellos das Erlebnisbesucherbergwerk Ramsbeck in Bestwig und die Historische Fabrikenanlage Maste-Barendorf in Iserlohn. Mit der Wendener HĂŒtte und der LuisenhĂŒtte Wocklum sind einige der Ă€ltesten Hochofenanlagen Deutschlands zu besichtigen. Die LuisenhĂŒtte in Balve ist mit ihrer vollstĂ€ndig erhaltenen Hochofenanlage, die mit Wasserkraft und Holzkohle betrieben wird, ein in Deutschland einzigartiges Industriemuseum. Das komplette 1865 stillgelegte HĂŒttenensemble mit Eisengießerei und Umfeld vermittelt die Geschichte des HĂŒttenwesens. FĂŒr Besucher ist auch der Kilianstollen in Marsberg geöffnet. Zwischen Herscheid und Plettenberg verkehrt zudem die MĂ€rkische Museums-Eisenbahn. Das WestfĂ€lische Landesmuseum fĂŒr Handwerk und Technik im MĂ€ckingerbachtal bei Hagen prĂ€sentiert als Freilichtmuseum die Geschichte von Handwerk und Gewerbe, mit Schwerpunkt der eisenverarbeitenden Industrie im Sauerland.

Siehe auch

  • Liste sauerlĂ€ndischer Persönlichkeiten

Literatur

Monographien

  • Stefan Baumeier, Christoph Köck (Hrsg.): Sauerland – Facetten einer Kulturregion. Schriften des WestfĂ€lischen Freilichtmuseums Detmold – Landesmuseum fĂŒr Volkskunde. Detmold 1994, ISBN 3-930271-20-6; darin BeitrĂ€ge zu: Symbolik der Region (Ch. Köck), Hausbau (J. Kleinmanns), Heimatschutzbewegung (S. Falk), FreirĂ€ume (R. Kirsch-Stracke), Wald und Forst (B. Selter), Möbel (H.-D. Joosten) und Frommes Wohnen (Ch. Aka).
  • Alfred Bruns: Die Straßen im sĂŒdlichen Westfalen. MĂŒnster 1992, ISSN 0942-6981 (= Landschaftsverband Westfalen-Lippe, Veröffentlichungen aus dem Archiv des Landschaftsverbandes, Band 1).
  • Rudolf BrĂŒschke, Norbert Föckeler (Hrsg.): JĂŒdisches Leben im Hochsauerlandkreis. Fredeburg 1994, ISBN 3-930271-18-4 (= Hochsauerlandkreis Schriftenreihe Bd. III).
  • Peter BĂŒrger (Hrsg.): Friedenslandschaft Sauerland – BeitrĂ€ge zur Geschichte von Pazifismus und Antimilitarismus in einer katholischen Region (= daunlots. internetbeitrĂ€ge des christine-koch-mundartarchivs am museum eslohe, Nr. 77). Eslohe 2015 (PDF-Datei).
  • Peter BĂŒrger (Hrsg.): SauerlĂ€ndische Friedensboten. Friedensarbeiter, Antifaschisten und MĂ€rtyrer des kurkölnischen Sauerlandes. Bd. 1 Norderstedt, 2015, Bd. 2 Norderstedt, 2018 [Biographien von WiderstandskĂ€mpfern gegen den Nationalsozialismus]
  • Ernst Dossmann: Auf den Spuren der Grafen von der Mark. Wissenswertes ĂŒber das Werden und Wachsen der ehemaligen Grafschaft Mark und ĂŒber den MĂ€rkischen Kreis. Iserlohn 1983, ISBN 3-922885-14-4.
  • Ernst Dossmann: Papier aus der alten Grafschaft Mark: Papierherstellung und Verarbeitung im Wirtschaftsraum zwischen Volme, Ruhr und Hönne: eine wirtschaftsgeographische und familiengeschichtliche Studie zur Entwicklung eines bedeutsamen sĂŒdwestfĂ€lischen Wirtschaftszweiges im Umkreis der StĂ€dte Hagen, Iserlohn, Hemer, Menden, Fröndenberg und Plettenberg. Iserlohn 1987, ISBN 3-922885-33-0.
  • Karl-Peter Ellerbrock, Tanja Bessler-Worbs (Hrsg.): Wirtschaft und Gesellschaft im sĂŒdöstlichen Westfalen. Dortmund 2001, ISBN 3-87023-192-0.
  • Jens Friedhoff: Sauerland und Siegerland. 70 Burgen und Schlösser. Stuttgart 2002.
  • Richard Götte: Flora im östlichen Sauerland. Verein fĂŒr Natur- und Vogelschutz im HSK e. V. Verbreitungskarten fĂŒr alle Farn- und BlĂŒtenpflanzen auf dem Gebiet der StĂ€dte Brilon, Marsberg, Olsberg, Winterberg, Medebach, Marsberg und der Gemeinde Bestwig, 2007, ISBN 978-3-00-021099-0.
  • Friedrich Wilhelm Grimme: Das Sauerland und seine Bewohner. Sauerland-Verlag, Iserlohn 1929.
  • Friedrich Albert Groeteken: Die Sagen des Sauerlandes. Zweite verbesserte und vermehrte Auflage. Philipp Glade, Schmallenberg 1926.
  • Albert K. Hömberg: Siedlungsgeschichte des oberen Sauerlandes. Thiele, GĂŒtersloh 1938.
  • Harm Klueting (Hrsg.): Das Herzogtum Westfalen,
    • Bd. 1: Das kölnische Herzogtum Westfalen von den AnfĂ€ngen der Kölner Herrschaft im sĂŒdlichen Westfalen bis zur SĂ€kularisation 1803. MĂŒnster 2009, ISBN 978-3-402-12827-5;
    • Bd. 2: Das ehemalige kurkölnische Herzogtum Westfalen im Bereich der heutigen Kreise Hochsauerland, Olpe, Soest und MĂ€rkischer Kreis (19. und 20. Jahrhundert). 2 TeilbĂ€nde. MĂŒnster 2012, ISBN 978-3-402-12862-6.
  • Ottilie Knepper-Babilon, Hanneli Kaiser-Löffler: Widerstand gegen die Nationalsozialisten im Sauerland – eine Untersuchung zum Verhalten der sauerlĂ€ndischen Bevölkerung wĂ€hrend der NS-Zeit. Herausgegeben vom Hochsauerlandkreis, Schriftenreihe Band IV. Podszun, Brilon 2003, ISBN 3-86133-309-0.
  • Peter Kracht: Sauerland, Siegerland und Wittgensteiner Land. Regionen in NRW Bd. 1, MĂŒnster 2005.
  • Georg Mieders: Flora des nördlichen Sauerlandes. Balve 2006, ISBN 3-89053-104-0.
  • Willi Mues: Der große Kessel. Eine Dokumentation ĂŒber das Ende des Zweiten Weltkrieges zwischen Lippe und Ruhr/Sieg und Lenne. Erwitte 1984.
  • Franz MĂŒhlen: Das Sauerland (WestfĂ€lische Kunst). MĂŒnchen/Westberlin 1987.
  • Herbert Nicke: Vergessene Wege. Das historische Fernwegenetz zwischen Rhein, Weser, Hellweg und Westerwald, seine Schutzanlagen und Knotenpunkte. NĂŒmbrecht 2001, ISBN 3-931251-80-2 (= Geschichte zwischen Berg, Wildenburg und SĂŒdwestfalen, Band 9).
  • Horst Nieder: Zeitreise durch das Sauerland. AusflĂŒge in die Vergangenheit. Gudensberg-Gleichen 2006, ISBN 3-8313-1515-9.
  • Otmar Plaßmann: Mittelalterliche Kunst im Sauerland – Bildhandbuch. Schriften des Klosters Grafschaft, Schmallenberg 2001.
  • Otmar Plaßmann: Barocke Kunst im Sauerland – Bildhandbuch. Schriften des Klosters Grafschaft, Schmallenberg 2005.
  • Dietmar Sauermann (Hrsg.): Gute Aussicht – BeitrĂ€ge und Bilder aus der FrĂŒhzeit des Fremdenverkehrs im Sauerland, Band 5 der Reihe Damals bei uns in Westfalen, Volkskundliche Kommission fĂŒr Westfalen des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe (MĂŒnster), GĂŒth Verlagsgesellschaft/Heckmann Verlag, Rheda-WiedenbrĂŒck 1990, ISBN 3-922828-48-5.
  • Johann Diederich von Steinen: WestphĂ€lische Geschichte 
 alle Texte ĂŒber das Sauerland (Volltext-PDF).
  • Achim Walder: Sehenswertes im Sauerland. MĂ€rkisches-, SĂŒdliches- und Hochsauerland. Walder Verlag, 2005, ISBN 3-936575-16-9.
  • Anselm Weyer: ArchitekturfĂŒhrer Sauerland. Berlin 2020, ISBN 978-3-86922-573-9.
  • Johannes Wolburg: Das Devon im Gebiet der oberen Lenne. Abhandlungen der Preußischen Geologischen Landesanstalt, Nr. 151, Berlin 1933.
  • Der Hochsauerlandkreis: Entwicklung und Wandel einer Region. Arnsberg 1996, ISBN 3-930264-12-9.
  • Der Kreis Iserlohn. Ein dynamischer Lebensraum im Sauerland. Mit einfĂŒhrenden Texten von Wulf-Dietrich von Borcke. Sauerland-Verlag, Iserlohn 1972, ISBN 3-87695-011-2.

Zeitschriften

  • daunlots. internetbeitrĂ€ge des christine-koch-mundartarchivs am museum eslohe, [1]
  • SĂŒdsauerland – Heimatstimmen aus dem Kreis Olpe. VierteljĂ€hrlich erscheinende Zeitschrift des Kreisheimatbundes Olpe, ISSN 0177-2899
  • SĂŒdWestfalen Archiv. Landesgeschichte im ehemals kurkölnischen Herzogtum Westfalen und der Grafschaft Arnsberg. JĂ€hrlich erscheinende historische Zeitschrift eines Arbeitskreises der Archivare der Region. ISSN 1618-8934
  • Sauerland. Zeitschrift des SauerlĂ€nder Heimatbundes. Erscheinungsweise vierteljĂ€hrlich, ISSN 0177-8110
  • Jahrbuch Hochsauerlandkreis. Hrsg. Hochsauerlandkreis, Erscheinungsweise jĂ€hrlich.

Weblinks

  • Erdgeschichtlicher Überblick – Zur Geologie des Sauerlandes (PDF; 281 kB)
  • Sauerland-Bilder, Fotoarchiv mit Bildern von Arnsberg bis Winterberg
  • Bergbau im Sauerland

Einzelnachweise und Anmerkungen



Quelle: Wikipedia
 

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