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Gebirge Informationen zur Gebirgsgruppe: Lake District

Informationen zur Lage und Bezeichnung:


ausführliche Beschreibung:

Der Lake District (deutsch „Seebezirk“) ist einer von fĂŒnfzehn Nationalparks des Vereinigten Königreichs. Als erster Nationalpark des Vereinigten Königreichs erhielt er im Juli 2017 den Status eines UNESCO-Welterbes. Er liegt in der Grafschaft Cumbria im Nordwesten Englands rund 130 km von Manchester entfernt und erstreckt sich ĂŒber 2172 kmÂČ. Die Cumbrian Mountains machen einen Großteil der eindrucksvollen Berg- und Seenlandschaft aus. Alle geographischen Punkte ĂŒber 3000 Fuß (914,4 m) in England liegen im Lake District, ebenso der grĂ¶ĂŸte natĂŒrliche See Englands, der Windermere.

Im Volksmund heißt die Gegend oftmals nur „The Lakes“. BerĂŒhmt wurde sie im frĂŒhen 19. Jahrhundert durch die Gedichte und Literatur William Wordsworths und anderer „Lake Poets“. Die bedeutendsten Wirtschaftszweige sind die Schafzucht und der Tourismus.

Geographie

Der Lake District ist rund 55 km lang und breit (Nord–SĂŒd bzw. West–Ost). Er ist das Ergebnis mehrerer Eiszeiten, vor allem aber der WĂŒrmeiszeit, die vor rund 15.000 Jahren endete. Das Eis schuf TrogtĂ€ler, von denen die meisten Seen aufweisen, die dem Nationalpark seinen Namen geben. In den oberen Regionen liegen zahlreiche Kare, ĂŒblicherweise mit kleinen Teichen (tarns). Die höheren HĂŒgelzonen sind felsig, in den unteren liegen ausgedehnte Hochmoore, bedeckt mit Adlerfarn und Besenheide. Unter der Waldgrenze erstrecken sich einheimische EichenwĂ€lder und im 19. Jahrhundert angepflanzte KiefernwĂ€lder. Das GelĂ€nde ist aufgrund der starken NiederschlĂ€ge grĂ¶ĂŸtenteils sumpfig. Die HĂŒgel und Berge im Lake District werden allgemein als fell bezeichnet (siehe auch Fjell).

Im Nordwesten liegen die TĂ€ler Borrowdale und Buttermere, miteinander verbunden durch den Honister Pass. Diese Region umfasst die Newlands-Fells, bestehend aus Dale Head (753 m) und Catbells (451 m). Im Norden liegen Grasmoor (852 m), Grisedale Pike (791 m) und die HĂŒgel um das Tal von Coledale, im Ă€ußersten Nordwesten Thornthwaite Forest und Lord’s Seat. Die HĂŒgel dieser Region bestehen aus Schiefer und besitzen kleine Kare mit Teichen.

Der westliche Teil ist die Gegend zwischen Buttermere und Wasdale, wobei der Sty Head die Spitze eines großen Dreiecks bildet. Das Ennerdale-Tal in der Mitte ist vom High-Stile-Grat (807 m), den Loweswater der Pillar-Gruppe (892 m) und dem Great Gable (892 m) umgeben. Weitere HĂŒgel sind Seatallan (692 m), Haystacks (597 m) und Kirk Fell (802 m). Diese Gegend ist durchwegs steil und felsig. Der Wast Water ist der tiefste See Englands.

Am tiefsten ist der zentrale Teil. Er besitzt die Form eines langen stiefelförmigen Grates zwischen Loughrigg Fell (335 m) ĂŒber dem beliebten Touristenort Ambleside und Keswick. Auf der West- bzw. Ostseite liegen die Seen Derwent Water und Thirlmere. Das Tal Great Langdale mit dem High Raise (762 m) ist bei Wanderern sehr beliebt. Der zentrale Grat ĂŒber den High Seat (608 m) ist besonders sumpfig.

Die östliche Region besteht aus einem Grat in Nord-SĂŒd-Richtung, dem Helvellyn Range. Er erstreckt sich vom Clough Head (726 m) zum Seat Sandal (736 m), wobei der Helvellyn mit 951 m der höchste Berg ist. Die westlichen HĂ€nge dieser Gipfel sind im Allgemeinen mit Gras bedeckt, wĂ€hrend die OsthĂ€nge von felsigen Talkesseln und Felsspitzen durchzogen sind. SĂŒdlich dieses Grates liegt die Fairfield-Gruppe (873 m) mit einer Ă€hnlichen Gestalt. Zwischen den TĂ€lern von Patterdale und Ambleside liegt der Red Screes (776 m). Auf der östlichen Seite von Patterdale liegen die Far Eastern Fells, ein ausgedehntes Hochmoor; High Street (828 m) ist dessen höchster Punkt. Weiter in Richtung SĂŒdosten liegt das Hochtal von Kentmere, wo sich der Übergang zu den Pennines befindet.

Der sog. Mittlere Westen (Mid West) ist dreiecksförmig, wobei die Irische See, Borrowdale und Great Langdale die Spitzen bilden. Dort liegen die Wastwater Screes ĂŒber dem Wasdale, der Glaramara-Grat (783 m) ĂŒber dem Borrowdale, die drei HĂŒgel Crinkle Crags (859 m), Bowfell (902 m) und Esk Pike (885 m) ĂŒber dem Tal von Langdale sowie in der Mitte Scafell Pike (978 m), Englands höchster Berg. Sca Fell (963 m), sĂŒdwestlich des Scafell Pike gelegen, ist nur ein paar Meter weniger hoch, besitzt aber auf seiner Nordseite eine ĂŒber 200 m hohe Felswand, den Scafell Cragg. Durch diese unberĂŒhrte Gegend zieht sich das Tal von Eskdale.

An der nördlichen Grenze zu den sĂŒdwestlichen HĂŒgeln liegen die PĂ€sse Hardknott und Wrynose. Die Passstraßen sind besonders eng und steil, mit scharfen Haarnadelkurven. Durch diese Region verlaufen in Nordost–SĂŒdwest-Richtung der Grat Furness Fells, der die TĂ€ler Coniston und Duddon Valley voneinander trennt. Auf der gegenĂŒberliegenden Seite von Duddon Valley liegen Harter Fell (649 m) sowie der Grat von Whitfell (573 m) zum Black Combe (600 m) und zum Meer. Im SĂŒden dieser Region liegt das Kirkby Moor.

Die sĂŒdöstliche Region ist das Gebiet zwischen Coniston Water und Windermere sowie östlich von Windermere. Hier gibt es keine besonders hohen Gipfel, sondern hauptsĂ€chlich kleinere HĂŒgel und Kuppen wie Gummer’s How (321 m) und Whitbarrow (215 m). Zwischen den beiden Seen liegt der ausgedehnte Wald Grizedale Forest. Im SĂŒdosten liegt die Stadt Kendal, im SĂŒdwesten die Morecambe Bay.

Der Lake District National Park

Der Lake District National Park ist einer von 15 Nationalparks im Vereinigten Königreich und der grĂ¶ĂŸte in England. Er umfasste ursprĂŒnglich 2.292 Quadratkilometer der Grafschaft Cumbria. Er wurde 2016 um 27 kmÂČ ausgeweitet und umfasst nun auch Gebiete vom Birkbeck Fells Common zum Whinfell Common und von Helsington Barrows zum Sizergh Fell, Gebiete nördlich von Sizergh Castle und Teile des Lyth Tals. Im Park gibt es 275 geschĂŒtzte DenkmĂ€ler, 1.741 EintrĂ€ge in die Liste der rund 2.000 denkmalgeschĂŒtzten GebĂ€ude und Strukturen, 21 Conservation Areas, neun registrierte Parks und GĂ€rten und den Westteil des Hadrianswalls, ein Weltkulturerbe.

Berge

Die elf höchsten Berge der Cumbrian Mountains resp. des Lake Districts:

  • Scafell Pike (978 m)
  • Sca Fell (964 m)
  • Helvellyn (950 m)
  • Skiddaw (931 m)
  • Great End (910 m)
  • Bowfell (902 m)
  • Great Gable (899 m)
  • Pillar (892 m)
  • Nethermost Pike (891 m)
  • Catstye Cam (890 m)
  • Esk Pike (885 m)

Viele Berge des Lake Districts werden als Wainwrights nach dem Autor Alfred Wainwright bezeichnet, der eine Reihe populĂ€rer WanderfĂŒhrer ĂŒber den Lake District geschrieben hat.

Seen

Trotz der Bezeichnung Lake District gibt es nur einen See im Nationalpark mit dem Zusatz Lake, den Bassenthwaite Lake. Abgesehen vom Innominate Tarn, enden alle anderen auf -water oder -mere. FĂŒr kleine Seen und Teiche ist auch die Bezeichnung tarn ĂŒblich.

  • Bassenthwaite Lake
  • Buttermere
  • Coniston Water
  • Crummock Water
  • Derwent Water
  • Ennerdale Water
  • Esthwaite Water
  • Haweswater Reservoir
  • Hayeswater
  • Innominate Tarn
  • Loweswater
  • Rydal Water
  • Thirlmere
  • Ullswater
  • Wast Water
  • Windermere

Es soll insgesamt rund 1000 Seen der unterschiedlichsten GrĂ¶ĂŸe im Lake District geben.

Geologie

Die Geologie des Lake District ist komplex, aber gut erforscht. Die Ă€ltesten Gesteine sind die Schieferschichten von Skiddaw und die vulkanischen Schichten von Borrowdale. Diese reichen bis ins Ordovizium vor rund 500 Millionen Jahren zurĂŒck. Die Skiddaw-Schieferschichten befinden sich am Nordrand des Nationalparks und waren wahrscheinlich Ablagerungen in einem flachen Meer; ihre Dicke ist unbekannt. Die höchsten Berge des Lake District bestehen aus den vulkanischen Borrowdale-Gesteinen, die weitgehend gegen Erosion resistent sind. SpĂ€tere Intrusionen fĂŒhrten dazu, dass an einigen Stellen magmatisches Gestein an die OberflĂ€che getreten ist. Die andere bedeutende Felsformation ist die Windermere-Gruppe aus der Silurzeit, bestehend aus Sandstein, das auf Ă€lterem Vulkangestein ruht.

Klima

Die dem Meer zugewandte Lage des Lake District sowie seine gebirgige Form haben zur Folge, dass diese Region die feuchteste in ganz England ist. Die durchschnittliche Niederschlagsmenge betrĂ€gt 2000 mm pro Jahr, wobei es jedoch bedeutende lokale Unterschiede gibt. Seathwaite im Borrowdale ist mit ĂŒber 5000 mm pro Jahr die feuchteste besiedelte Gegend der Britischen Inseln. Das am Ende des Borrowdale gelegene Keswick hingegen erhĂ€lt jĂ€hrlich nur 1470 mm Niederschlag und Penrith, knapp außerhalb des Lake District gelegen, sogar nur 870 mm. Die trockensten Monate sind MĂ€rz bis Juni, die feuchtesten Oktober bis Januar (der Unterschied ist jedoch nur geringfĂŒgig).

Der Lake District ist auch eine sehr windige Gegend. In den geschĂŒtzten TĂ€lern treten an durchschnittlich fĂŒnf Tagen pro Jahr Starkwinde auf, an der KĂŒste 20 Tage. Auf den Berggipfeln können an bis zu 100 Tagen Starkwinde auftreten. Das gemĂ€ĂŸigte Klima fĂŒhrt dazu, dass die Temperaturen im Lake District das Jahr hindurch nur wenig schwanken. Die mittleren Temperaturen in den TĂ€lern reichen von 3 °C im Januar bis 15 °C im Juli (zum Vergleich das auf demselben Breitengrad liegende Moskau, zwischen −10 °C und 19 °C). Schnee kann zwischen November und April fallen, der Gipfel des Helvellyn ist durchschnittlich wĂ€hrend 67 Tagen pro Jahr schneebedeckt. In den TĂ€lern bleibt der Schnee durchschnittlich wĂ€hrend 20 Tagen liegen. Auf den Gipfeln ist Nebel wĂ€hrend des ganzen Jahres ĂŒblich, wodurch die tĂ€gliche Sonnenscheindauer nur 2,5 Stunden betrĂ€gt (4,1 Stunden an den KĂŒstenebenen).

Fauna und Flora

Die Fauna und Flora der Region ist sehr reichhaltig, einige Arten sind endemisch. Der Lake District ist eines der letzten RĂŒckzugsgebiete der Eurasischen Eichhörnchen, die auf der ĂŒbrigen Insel von den nordamerikanischen Grauhörnchen verdrĂ€ngt wurden. Zu finden sind auch Kolonien mit Sonnentau. Das einzige Steinadlerpaar Englands lebt im Lake District. Rotwild besiedelt die HĂŒgel und TĂ€ler des Lake District.

In den Seen leben drei seltene und bedrohte Fischarten: die Kleine MarĂ€ne (Coregonus albula) (nur im Bassenthwaite Lake und im Derwent Water), der Schelly (Coregonus stigmaticus) (nur in Brothers Water, Haweswater, Red Tarn und Ullswater) und der Seesaibling (Buttermere, Coniston Water, Crummock Water, Ennerdale Water, Haweswater, Loweswater, Thirlmere, Wastwater und Windermere). Die Environment Agency hat im Juli 2002 neue Verordnungen bezĂŒglich der Fischerei erlassen, um die seltenen Arten zu schĂŒtzen. So ist beispielsweise das Verwenden lebender Fische als Köder verboten (oder als toter Köder in 14 Seen des Lake District). Angler, die sich nicht an die Verordnungen halten, mĂŒssen mit Bußen bis zu 2500 £ rechnen. Die 14 betroffenen Seen sind Bassenthwaite Lake, Brothers Water, Buttermere, Coniston Water, Crummock Water, Derwent Water, Ennerdale Water, Haweswater, Loweswater, Red Tarn, Thirlmere, Ullswater, Wastwater und Windermere.

Industrie und Landwirtschaft

WĂ€hrend der Jungsteinzeit war der Lake District ein bedeutender Herstellungsort von SteinĂ€xten, wie zahlreiche Funde in ganz Großbritannien beweisen. Der wichtigste Fundort an den HĂ€ngen der Langdale Pikes wird manchmal auch als „Steinaxtfabrik“ bezeichnet. Einige der Ă€ltesten Steinkreise Englands stehen mit diesem Gewerbe in Verbindung.

Seit der Römerzeit ist die Landwirtschaft der vorherrschende Erwerbszweig, vor allem die Schafzucht. Die Schafe, die am ehesten mit der Region in Verbindung gebracht werden, gehören der zĂ€hen Herdwick-Rasse an, auch Rough-Fell- und Swaledale-Schafe sind verbreitet. Die Schafzucht ist nicht nur fĂŒr die Wirtschaft der Region wichtig, sondern auch fĂŒr den Erhalt der Kulturlandschaft, die von den Besuchern geschĂ€tzt wird. Dazu gehört auch der Bau von Trockenmauern. An einigen Stellen gibt es auch Silage- und Milchproduktion. FĂŒr die Forstwirtschaft von Bedeutung sind die nichteinheimischen KiefernwĂ€lder. Im Jahr 2001 war die Gegend besonders stark von der Maul- und Klauenseuche betroffen. Tausende von Schafen mussten gekeult werden.

Vor allem vom 16. bis zum 19. Jahrhundert war der Bergbau im Lake District bedeutend. Abgebaut wurden Kupfer, Blei (hĂ€ufig durchsetzt von Silber), Baryt, Graphit und Schiefer. Das Unterholz der WĂ€lder wurde genutzt, um Holzkohle herzustellen. Einige SchiefersteinbrĂŒche sind noch in Betrieb, beispielsweise am Honister Pass. In der gesamten Region gibt es an den BerghĂ€ngen verlassene Minen. Der Abbau von Graphit hatte die Bildung einer Bleistift-Industrie zur Folge, insbesondere um Keswick. Mitte des 19. Jahrhunderts stammte die HĂ€lfte der weltweit produzierten Spulen fĂŒr die Textilindustrie aus dem Lake District. Seit dem 20. Jahrhundert ist jedoch der Tourismus der bedeutendste Wirtschaftszweig.

Entwicklung des Tourismus

Zu den frĂŒhesten Besuchern des Lake District, die zu Studienzwecken und zum VergnĂŒgen hierher reisten, gehört Celia Fiennes, die 1698 eine Reise durch ganz England unternahm. Dabei ritt sie durch Kendal und ĂŒber den Kirkstone Pass ins Patterdale. Ihre Erfahrungen und EindrĂŒcke hielt sie im Buch Great Journey to Newcastle and Cornwall fest.

1724 veröffentlichte Daniel Defoe den ersten Band von A Tour Thro' the Whole Island of Great Britain. Über Westmorland schrieb er:

“[
] the wildest, most barren and frightful of any that I have passed over in England, or even Wales itself; the west side, which borders on Cumberland, is indeed bounded by a chain of almost unpassable mountains which, in the language of the country, are called fells.”
(„[
] die wildeste, kahlste und furchterregendste Gegend, die ich in England oder sogar in Wales durchquert habe; die Westseite, die an Cumberland grenzt, wird wahrhaftig von einer Kette beinahe unpassierbarer Berge begrenzt, die in der Sprache des Landes als Fells bezeichnet werden.“)

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts stieg die Beliebtheit der Gegend bei Reisenden an. Die Hauptursache waren anhaltende Kriege in Kontinentaleuropa, was die Möglichkeit von Reisen dorthin einschrĂ€nkte. 1778 schrieb Pfarrer Thomas West A Guide to the Lakes, was die Ära des Tourismus einlĂ€utete. West listete „Stationen“ auf: Punkte, von denen aus Touristen die beste Aussicht auf die Landschaft genießen konnten. An einigen dieser Stellen wurden GebĂ€ude errichtet, damit die Besucher mehr Zeit hatten, die Schönheit der Landschaft zu wĂŒrdigen und ihren Sinn fĂŒr Ästhetik zu entwickeln. Die Überreste der Claife Station (am Westufer des Windermere unterhalb von Claife Heights) können heute besichtigt werden.

William Wordsworth schrieb 1810 seinen Guide to the Lakes, der 1835 bereits in der fĂŒnften Auflage veröffentlicht wurde und nun A Guide through the District of the Lakes in the North of England (ein FĂŒhrer durch den Bezirk der Seen im Norden Englands) hieß. Dieses Buch trug entscheidend dazu bei, die Region bekannt zu machen. Wordsworths Lieblingstal war Duddon Valley im SĂŒdwesten. Der bekannte Autor und Dichter Norman Nicholson kam aus dieser Gegend; der letzte der Lake Poets lebte im Dorf Millom und schrieb ĂŒber seine Heimat.

Der Bau von Eisenbahnen fĂŒhrte zu einer weiteren Expansion des Tourismus. Die Kendal and Windermere Railway war die erste, die den Lake District erreichte. Die Strecke zwischen Oxenholme und Kendal wurde 1846 eröffnet, der Abschnitt nach Windermere im Jahr 1847. Die Strecke nach Coniston im SĂŒden wurde 1848 eröffnet, jene von Penrith ĂŒber Keswick nach Cockermouth 1865. Als letzte folgte 1869 die Strecke nach Lakeside. Die Bahnen waren ursprĂŒnglich gebaut worden, um die im Lake District geförderten BodenschĂ€tze wegtransportieren zu können, doch dienten sie bald hauptsĂ€chlich dem Tourismus. Als ErgĂ€nzung zu den Bahnen verkehrten auf den Seen Ullswater, Windermere, Coniston Water und Derwent Water Dampfschiffe.

Die Zahl der Touristen stieg auch im Zeitalter der Automobile an, als die meisten Eisenbahnlinien geschlossen wurden. Die GrĂŒndung des Nationalparks im Jahr 1951 erfolgte, um die Umwelt im Lake District vor exzessiver wirtschaftlicher Ausbeutung zu schĂŒtzen und die Landschaft zu erhalten, ohne jedoch die Rechte der Besucher einzuschrĂ€nken (jedenfalls vorlĂ€ufig). Der Motorway M6, der am östlichen Rand des Lake District vorbeifĂŒhrt, erhöhte die ZugĂ€nglichkeit weiter.

Zur Beliebtheit der Region trug auch Pictorial Guide to the Lakeland Fells von Alfred Wainwright bei. Diese erstmals in den 1950er Jahren veröffentlichten ReisefĂŒhrer lieferten Informationen ĂŒber 214 Gipfel in der Region, mit sorgfĂ€ltig von Hand gezeichneten Karten und Panoramen sowie mit Geschichten aus der Region. Noch heute werden diese BĂŒcher von vielen Besuchern genutzt, die möglichst alle dieser Wainwrights erklimmen wollen.

Die lokale Wirtschaft ist heute vom Tourismus abhĂ€ngig. JĂ€hrlich besuchen etwa 14 Millionen Touristen die Gegend. Die Dampfschiffe auf dem Windermere sind die zweitbeliebteste kostenpflichtige Touristenattraktion des Vereinigten Königreiches. Eine negative Auswirkung des Tourismus ist die Erosion des Bodens, verursacht durch den Massenandrang von Wanderern. Auf dem Windermere wurde im Jahr 2000 fĂŒr Boote eine GeschwindigkeitsbeschrĂ€nkung von 11 Knoten (18,5 km/h) eingefĂŒhrt. Dieser Schritt wird von vielen, unter anderem der Nationalparkbehörde, begrĂŒĂŸt, da damit ein Weg zurĂŒck zur ruhigen Natur des Sees beschritten wird und der See gleichzeitig an AttraktivitĂ€t fĂŒr mehr Besucher gewinnt. Im Jahr 2006 mussten aus KostengrĂŒnden einige Touristeninformationszentren geschlossen werden.

Einfluss auf die Literatur

Der Lake District ist eng mit der englischen Literatur des 18. und 19. Jahrhunderts verbunden. Thomas Gray war 1769 der erste, der die Region bekannt machte, als er einen Bericht ĂŒber seine Grand Tour schrieb. Viel bekannter und einflussreicher sind jedoch die Werke von William Wordsworth. Sein Gedicht I Wandered Lonely as a Cloud, inspiriert durch den Anblick von Narzissen an den Ufern des Ullswater, gilt als eines der berĂŒhmtesten in englischer Sprache. Sechzig seiner achtzig Lebensjahre verbrachte er in dieser Region, zuerst als SchĂŒler in Hawkshead, spĂ€ter in Grasmere (1799–1813) und Rydal Mount (1813–1850).

Wordsworth und seine Frau liegen auf dem Friedhof von Grasmere begraben, sehr nahe bei Hartley Coleridge, der viele Jahre in Keswick, Ambleside und Grasmere lebte. Auch sein Vater Samuel Taylor Coleridge lebte einige Jahre in Keswick. Wordsworths Freund Robert Southey lebte von 1803 bis 1843 ebenfalls in Keswick und liegt auf dem Friedhof von Crosthwaite begraben. John Wilson war von 1807 bis 1815 Einwohner von Windermere. Thomas De Quincey verbrachte einen Großteil der Jahre 1809 bis 1828 in Grasmere, im ersten Haus, das Wordsworth bewohnt hatte. In Ambleside und Umgebung lebten Thomas Arnold und Harriet Martineau. Am Ufer des Coniston Water verbrachte John Ruskin seine letzten Lebensjahre.

Zu diesen Einwohnern und Einheimischen des Lake District kommen noch zahlreiche andere Dichter und Autoren hinzu, die der Gegend einen Besuch abstatteten oder mit den oben Genannten freundschaftlich verbunden waren. Dazu gehören Norman Nicholson, Percy Bysshe Shelley, Walter Scott, Nathaniel Hawthorne, Arthur Hugh Clough, Henry Crabb Robinson, Thomas Carlyle, John Keats, Alfred Tennyson, Matthew Arnold, Felicia Hemans und Gerald Massey.

WĂ€hrend des frĂŒhen 20. Jahrhunderts wohnte die beliebte Kinderbuchautorin Beatrix Potter auf der Hill Top Farm. Viele ihrer Geschichten um Peter Rabbit spielen im Lake District. Um die Landschaft vor der Zerstörung durch den Tourismus zu schĂŒtzen, kaufte sie Farmen auf, die sie weiter bewirtschaften ließ und schließlich dem National Trust vermachte – insgesamt mehr als 16 kmÂČ. Ihr Haus ist vor allem bei japanischen Touristen eine beliebte SehenswĂŒrdigkeit. Ihr Leben wurde 2006 unter dem Titel Miss Potter verfilmt, mit RenĂ©e Zellweger in der Titelrolle. Etwa zur selben Zeit wie Potter lebten auch Hugh Walpole und Arthur Ransome im Lake District.

Literatur

  • Tom Clare: Prehistoric Monuments of the Lake District. The History Press 2007 ISBN 978-0-7524-4105-4.
  • Erik Lorenz: Durch das Herz Englands. Schritt fĂŒr Schritt von KĂŒste zu KĂŒste. Wiesenburg, Schweinfurt 2014, ISBN 3-956321-04-9 (ausfĂŒhrlicher Erfahrungsbericht einer Wanderung durch den Lake District mit Farbfotos).
  • James Rebanks: Mein Leben als SchĂ€fer, ISBN 978-3-570-10291-6 (Beschreibung der Kulturlandschaft und des Lebens der SchĂ€fer dort).
  • Michael Pohl: Marco Polo Lake District. ISBN 978-3829729505 (ReisefĂŒhrer).

Weblinks

  • Lake District National Park Authority
  • Wanderungen im Lake District
  • Illustrierter ReisefĂŒhrer
  • Fotos aller 71 Berge im Lake District

Einzelnachweise

 

Kommentar Meinungen und Kommentare


Die höchsten Gipfel Die höchsten Gipfel

Die höchsten Hütten Die höchsten Hütten

 

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Bücher und Karten Bücher und Karten

Synonyme / Sprachen:
Cumbrian Mountains


Staaten die sich in dieser Gebirgsgruppe befinden (1):
Großbritannien Großbritannien

Ausdehnung / Grenzen (nach WGS 84 dezimal):
nördlichster Punkt: 54.89082609
südlichster Punkt: 54.00211903
westlichster Punkt: -3.66668701
östlichster Punkt: -2.60925292


Das Gebirge hat eine Fläche
von etwa
4592 km²

Die Länge der Grenze
beträgt ca.
259 km
 
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