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Gebirge Karte: Bayerischer Wald

Gebirge Lage und Zugehörigkeit

Zugehörigkeit: Europa » B√∂hmisches Massiv » Bayerischer Wald
 

Gebirge Informationen zur Gebirgsgruppe: Bayerischer Wald

Informationen zur Lage und Bezeichnung:


ausführliche Beschreibung:

Der Bayerische Wald oder Bayerwald ist ein etwa 100¬†km langes und bis 1456¬†m¬†√ľ.¬†NHN hohes Mittelgebirge an der Grenze zwischen (Bayern) Deutschland und Tschechien. Der gr√∂√üte Teil davon liegt im Regierungsbezirk Niederbayern. Der Nordteil geh√∂rt zur Oberpfalz, im S√ľden reicht der Bayerwald bis zur Grenze Ober√∂sterreichs.

Geologisch und geomorphologisch geh√∂rt er zum B√∂hmerwald ‚Ästdem h√∂chsten Rumpfgebirge des B√∂hmischen Massivs¬†‚Äď und wird von diesem namentlich seit etwa 1830 unterschieden, als das Gebiet nach Einverleibung der Hochstifte Regensburg und Passau durchgehend bayerisch geworden war.

Entlang der tschechischen Grenze wurde das Gebirge zum Nationalpark Bayerischer Wald umgewidmet, dessen dichter Bewuchs sich langsam zu einem bodenst√§ndigen Urwald entwickelt. Das Schutzgebiet weist mehrere Informationszentren und ein Netz von Wanderwegen auf und setzt sich jenseits der Grenze im gr√∂√üeren Nationalpark B√∂hmerwald (҆umava) fort.

√úbersicht

Der Bayerische Wald bildet zusammen mit dem sich nordwestlich, jenseits der Cham-Further Senke anschlie√üenden Oberpf√§lzer Wald sowie dem s√ľdlich von Passau und jenseits der Donau gelegenen Neuburger Wald das gr√∂√üte zusammenh√§ngende Waldgebiet Bayerns und dieses zusammen mit dem B√∂hmerwald (tschechisch ҆umava) und dem Sauwald (s√ľd√∂stliche Fortsetzung nach Ober√∂sterreich) eines der gr√∂√üten Europas.

Der Bayerische Wald wird haupts√§chlich vom Regen und der Ilz zur Donau entw√§ssert, ein kleiner Teil in Grenzn√§he zu Tschechien wird √ľber die Moldau zur Elbe entw√§ssert.

Die h√∂chsten Berge des Bayerischen Waldes sind der Gro√üe Arber mit 1456¬†m und der Gro√üe Rachel (1453¬†m). Im Ostteil des Gebirges entstand 1970 Deutschlands erster Nationalpark, der Nationalpark Bayerischer Wald. Er wurde 1997 erweitert und bildet zusammen mit Tschechiens Nationalpark ҆umava eines der gr√∂√üten Schutzgebiete Europas.

In √§lteren kartografischen und lexikalischen Werken umfasst der Begriff ‚ÄěBayerischer Wald‚Äú nur die Gebirgsregion des Vorderen Waldes zwischen Donau und Regen, der seine h√∂chste Erhebung im Ein√∂driegel hat. Der Hintere Wald (zwischen Regen und b√∂hmischer Grenze) mit den Bergen Arber, Rachel, Lusen u.¬†a. galt fr√ľher als Teil des B√∂hmerwaldes. Der Sprachgebrauch der deutsch-bayerischen Beh√∂rden, der Fremdenverkehr, aber auch der fr√ľhere Eiserne Vorhang trugen dazu bei, dass der Begriff ‚ÄěBayerischer Wald‚Äú zunehmend auf die gesamte Mittelgebirgsregion diesseits der Grenze zwischen Bayern und B√∂hmen ausgedehnt wurde. Infolge der politischen Entwicklungen nach 1989, zuletzt mit dem Beitritt Tschechiens zum Schengenraum, ist aber der Trend erkennbar, das Mittelgebirge an der deutsch-tschechischen Grenze gerade auch in touristischer Hinsicht wieder als eine Einheit aufzufassen.

Der Tourismus hat im Bayerischen Wald einen hohen Stellenwert. Zwischen Natur, Wandern und Forstkultur gibt es auch mehrere Skigebiete. Ferner ist der Bayerische Wald bekannt f√ľr seine Glasbl√§serkunst im Raum Zwiesel sowie in den Geowissenschaften durch die Fundamentalstation Wettzell bei Bad K√∂tzting.

Die Einheimischen bezeichnen den Bayerischen Wald schlicht als ‚ÄěWoid‚Äú und nennen sich selbst ‚ÄěWaidler‚Äú.

Geomorphologie

Das Kerngebiet des Bayerischen Waldes (im weiteren Sinne) gliedert sich in den Hinteren Bayerischen Wald im Zentrum des B√∂hmerwaldes, die Regensenke und den Vorderen Bayerischen Wald. Hinzu kommen die Abdachungen der beiden Haupth√∂henz√ľge nach S√ľdosten und die des Vorderen nach Nordwesten. Fast alle kammartigen H√∂henz√ľge verlaufen von Nordwesten nach S√ľdosten; nachfolgend werden die wichtigsten Teillandschaften grob nach naturr√§umlichen und insbesondere geomorphologischen Gegebenheiten charakterisiert:

Hinterer Bayerischer Wald und Regensenke

Das Zentrum des B√∂hmerwaldes liegt zwischen Zwiesel im Westen und Vimperk im tschechischen Osten. Es handelt sich um eine reliefarme Plateaufl√§che, die fast √ľberall oberhalb 1000¬†m liegt. Nach Nordwesten, zum Gro√üen Falkenstein (1315¬†m) hin, steigt die Reliefenergie an; jenseits der Talung des Gro√üen Regens wird diese Linie kamm- bis gratartig ins K√ľnische Gebirge fortgesetzt mit Seewand/Zwercheck (bis 1343¬†m) und Osser (bis 1293¬†m), die unmittelbar an der deutsch-tschechischen Grenze liegen. Der niedrigere Fahrenberg (893¬†m) leitet schlie√ülich zum Hohen Bogen (bis 1079¬†m) √ľber, der in die Cham-Further Senke ausl√§uft.

Seine h√∂chsten H√∂hen erreicht das Mittelgebirge jedoch auf einer zweiten Kammlinie, die s√ľdwestlich vom Hauptkamm versetzt ist und ebenfalls von Nordwest nach S√ľdost streicht. Der Arber (bis 1456¬†m) hat nach Norden durch einen Bergr√ľcken Verbindung zur Seewand; nach Nordwesten wird seine Kammlinie √ľber das Schwarzeck (1236¬†m) bis zum Kaitersberg (1133¬†m) fortgesetzt; die obere Talung des Wei√üen Regen, der sogenannte Lamer Winkel, trennt diesen Kamm von dem des K√ľnischen Gebirges. Vom Arber aus nach S√ľdosten ist dieser Riegel zun√§chst durch das Zwieseler Becken mit der Stadt Zwiesel unterbrochen, jedoch liegen auf seiner Linie, jenseits des Beckens, mit Rachel (bis 1453¬†m), Lusen (1373¬†m) und Dreisesselberg (1333¬†m) weitere der h√∂chsten Berge des Bayerischen Waldes wie auch des B√∂hmerwaldes insgesamt. Fortgesetzt wird der Kamm au√üerbayerisch, an der Grenze Tschechiens zu √Ėsterreich, durch Pl√∂ckenstein (1379¬†m) und Hochficht (1338¬†m)

Das Zellertal, das sich von Bad K√∂tzting √ľber Bodenmais und nord√∂stlich Langdorfs bis Bettmanns√§ge zieht und sich im Relief andeutungsweise bis Spiegelau verl√§ngert, trennt schlie√ülich eine dritte, etwas niedrigere Kammlinie ab, die den Hinteren Bayerischen Wald nach S√ľdwesten abschlie√üt. Unmittelbar s√ľdwestlich dieser Senke zieht sich die Rand-Kammlinie vom Wurzer Spitz (817¬†m) √ľber den Weigelsberg (898¬†m) und den Wolfgangriegel (876¬†m) zum Kronberg (984¬†m) und, hinter dem Tal des Schwarzen Regen, √ľber den Eschenberg (1043¬†m) bis zum Kreuzberg (788¬†m) bei Oberkreuzberg.

An diesen dritten Kamm grenzt nach S√ľdwesten die H√ľgellandschaft der Regensenke. Hier liegen am Lauf des Schwarzen Regen viele der wichtigsten Orte des inneren Bayerischen Waldes wie Viechtach, Teisnach und Regen sowie, weiter s√ľd√∂stlich, Rinchnach und Kirchdorf im Wald. Im Durchschnitt etwa mittig durchzieht der Pfahl die Senke in ihre hercynische Hauptrichtung.

Vorderer Bayerischer Wald

S√ľdwestlich der Regensenke schlie√üt sich der bis 1121¬†m hohe Vordere Bayerische Wald an, dessen Kamm ebenfalls grob s√ľdostw√§rts verl√§uft, der allerdings deutlich in Einzelh√∂henz√ľge gegliedert ist, die jeweils eine abweichende Kammrichtung aufweisen.

Den √§u√üersten Nordwesten nehmen die Elisabethszeller Berge bei Elisabethszell ein, deren Kammrichting nach S√ľds√ľdosten weist. Sie erreichen am Hadriwa 922¬†m. Unmittelbar √∂stlich schlie√üen sich die Hirschensteinberge mit analoger Kammrichtung an. Ausgehend von der Zeller H√∂he (850¬†m), dem n√∂rdlichsten Berg des Vorderen √ľberhaupt, reicht dieser H√∂henzug bis zum Hirschenstein (1092¬†m). S√ľd√∂stlich des Hirschenstein liegt der Vogelsangwald mit dem Vogelsang (1022¬†m), der aus nur einem, von Nord nach S√ľd ausgerichteten R√ľcken besteht. Auf der n√∂rdlichen Verl√§ngerung dieses Kammes und bereits in der Regensenke liegt der Hornbergwald, der am Abendberg 844¬†m erreicht und somit das Innere der Senke deutlich √ľberragt.

Unmittelbar √∂stlich des Vogelsang verl√§uft, von Norden nach S√ľden, am auch den Hornbergwald √∂stlich rahmenden Kollbach-Teisnach-Talzug die Graflinger Pa√üsenke zwischen Gotteszell im Norden und Grafling im S√ľden. Sie stellt den markantesten Einschnitt des Vorderen Bayerischen Waldes dar und wird von der Bundesstra√üe 11 auf maximal 583,7¬†m passiert. Unmittelbar √∂stlich davon ragt in den Riegelbergen mit dem Ein√∂driegel (1121¬†m) n√∂rdlich und dem Breitenauriegel (1116¬†m) s√ľdlich des Zentrums der H√∂henschwerpunkt des Vorderen Bayerischen Waldes auf. S√ľdlich davon und durch die Staatsstra√üe St 2135 getrennt zieht sich eine Kette von Kuppen, die Haussteinberge und der Leopoldswald, nach Osten. Der Hausstein erreicht 917¬†m, der F√ľrberg im √§u√üersten Osten immerhin noch 880¬†m.

Auch der s√ľdlichste Teilgebirgszug, der Sonnenwald, ist eine von Westen nach Osten verlaufende Kette von einzelnen Kuppen; er ist s√ľdwestlich des F√ľrbergs nur durch einen schmalen R√ľcken mit dem Leopoldswald verbunden. Westlich der Mitte erreicht der Brotjacklriegel noch einmal 1011¬†m, √∂stlich davon der Aschenstein 944¬†m; auch die westlichen und √∂stlichen Randberge des Zugs erreichen noch deutlich √ľber 800¬†m. S√ľdlich des Brotjacklriegels rahmt der isolierte Stierberg (716¬†m) s√ľdwestlich von Zenting den Lallinger Winkel (s. u.) markant von Osten; er wird gemeinhin bereits zum Passauer Vorwald (s. u.) gez√§hlt.

Falkensteiner Vorwald

Den √§u√üersten Westen des Bayerischen Waldes nimmt der an den Vorderen westlich anschlie√üende Falkensteiner Vorwald ein. Er hat ein unspektakul√§res, buckeliges Relief. Von den wenigen die 700¬†m √ľberschreitenden Bergen ist der Gallner (709¬†m) der spektakul√§rste. Er liegt unmittelbar westlich der Elisabethszeller Berge und ist noch vom Relief des Vorderen Bayerischen Waldes gepr√§gt. Noch h√∂her, aber deutlich weniger prominent sind eine namenlose Anh√∂he nordwestlich von Zinzenzell mit 720¬†m und eine s√ľd√∂stlich von Wiesenfelden mit 740¬†m. Im donaunahen S√ľden, im Waxenberger Forst, erreicht der Kobelberg (703¬†m) noch knapp diese H√∂henschwelle.

Zwischen Roding und Wiesent wird der Falkensteiner Vorwald zentral durch eine nur leicht eingetiefte Senke geteilt, die dem s√ľds√ľdwestlichen Lauf des Regen bei Roding folgt. Im Norden wird sie vom Perlbach und im S√ľden von der Wiesent genutzt. Westlich dieser Senke ist der Hadriwa mit 677¬†m die h√∂chste Erhebung. Alle bislang genannten Berge bis auf den Gallner liegen rund um den namensgebenden Markt Falkenstein.

Der Westteil des Vorwaldes geht im S√ľden flie√üend und noch diesseits des Regen in die Juragesteine der Fr√§nkischen Alb √ľber; unmittelbar an der Gesteinsgrenze liegt Regenstauf. Unterhalb von Nittenau durchbricht der Regen eindrucksvoll den Vorwald in einem 90¬į-Knie und diversen kleineren Schleifen. ‚ÄěHauptberg‚Äú dieses im Relief bewegteren Landschaftsteils ist der Jugendberg (611¬†m) unmittelbar s√ľdwestlich Nittenaus, spektakul√§rer sind allerdings die H√§nge des 564¬†m hohen Gailenbergs unmittelbar im Regenknie. Auf der rechten, westlichen Regenseite erreicht der Schwarzberg unmittelbar √∂stlich von Maxh√ľtte-Haidhof noch 538¬†m.

Im Norden des Westteils des Falkensteiner Vorwaldes findet sich noch ein zweites, etwas weniger markantes Regendurchbruchstal: Das Reichenbacher Regental beginnt unmittelbar am Regenknick unterhalb Rodings, durchzieht Walderbach und endet unmittelbar unterhalb Reichenbachs. Demgegen√ľber geh√∂rt der weiter gefasste Regentalabschnitt zwischen beiden Durchbr√ľchen von Treidling bis zur Kernstadt Nittenaus, ebenso wie das Rodinger Regental, zum angrenzenden Oberpf√§lzischen H√ľgelland, w√§hrend der Talabschnitt bei Cham zur Cham-Further Senke gez√§hlt wird.

S√ľd√∂stlicher Bayerischer Wald

S√ľd√∂stlich an Regensenke und Vorderen Bayerischen Wald anschlie√üend setzt sich die Landschaft durch den Passauer Vorwald im historischen Abteiland fort, der insgesamt nur wenig mehr Reliefenergie aufweist als die Regensenke. Im Norden der Landschaft liegen Grafenau und Freyung, im S√ľden setzt sich die Landschaft s√ľdlich der Donau zwischen Vilshofen und Passau durch den Neuburger Wald fort. Im Osten, etwa ab Waldkirchen, geht das Abteiland in die Wegscheider Hochfl√§che √ľber, die sich flie√üend ins M√ľhlviertel Ober√∂sterreichs fortsetzt. Diese erreicht am Frauenwald 948¬†m. Nach Westen geht der Passauer Vorwald s√ľdlich des Hinteren Bayerischen Waldes in den gegen√ľber seinen n√∂rdlichen und nord√∂stlichen Randbergen um 400¬†m eingetieften Lallinger Winkel (Deggendorfer Vorwald) √ľber.

Restlinge und Arten der Verwitterung

In vielen geologischen Einheiten, wo der Granit vorherrscht, findet man freilegende, an den Ecken abgerundete große Felsblöcke. Sie werden Restlinge (fälschlich auch Findlinge) genannt. Die allmähliche Abrundung erfolgt, weil die Verwitterung an den Ecken der Blöcke stärker wirkt als an den Flächen. In der Geologie wird sie auch Wollsackverwitterung genannt.

Manche Felsbl√∂cke sind noch st√§rker gerundet, etwa in der Form eines Ellipsoids. Sie kann auch durch Druckentlastung entstehen, wenn das Gestein an die Erdoberfl√§che kommt. Diese gerundeten bzw. manchmal sogar kugel√§hnlichen Felsbl√∂cke finden sich auch im M√ľhl- und Waldviertel sowie in anderen Gebieten des B√∂hmischen Massivs.

Geologische Struktur

Der Bayerische Wald findet seine zun√§chst nordwestliche, dann nord√∂stliche Fortsetzung durch Oberpf√§lzer Wald, Fichtelgebirge, Erzgebirge und Sudeten. Geologisch ist er als S√ľdwestrand der B√∂hmischen Masse vom B√∂hmerwald jenseits der tschechischen Grenze und dem Sauwald auf √∂sterreichischer Seite nicht zu unterscheiden. Naturr√§umlich wird er mit dem Oberpf√§lzer Wald zur Haupteinheitengruppe Oberpf√§lzisch-Bayerischer Wald zusammengefasst.

Der Einfachheit halber wird von einer Unterscheidung zwischen B√∂hmerwald (urspr√ľnglich der Innere Bayerische Wald) und Bayerischer Wald abgesehen und stattdessen die orts√ľbliche Bezeichnung Bayerischer Wald f√ľr den gesamten Bereich des auf deutscher Seite gelegenen Mittelgebirgsraums angewandt, da im Sprachgebrauch der bayerischen Bev√∂lkerung mittlerweile der Begriff B√∂hmerwald eher mit den in Tschechien liegenden Gebieten gleichgesetzt wird. Es wird lediglich zwischen dem Vorderen und Hinteren Bayerischen Wald unterschieden, wobei als Grenzlinie zwischen ihnen das Lineament des Bayerischen Pfahls anzusehen ist. In Nord-S√ľd-Richtung wird zwischen dem oberen und unteren Wald unterschieden.

Beim Bayerischen Wald handelt sich um die Wurzelzone eines altpal√§ozoischen Gebirges, dessen Ausgangsgesteine als sp√§tproterozoisch bis silurisch eingestuft werden. Nach mehreren Phasen der Deformation und Metamorphose verwandelten sich die zumeist sediment√§ren, zum Teil aber auch plutonischen und vulkanischen Ausgangsgesteine im Laufe der Jahrmillionen in die heute anstehenden Gneise. Vor allem im Karbon und Fr√ľhperm wurden die Gneise von m√§chtigen Granitk√∂rpern durchdrungen. Eine Sonderstellung haben lediglich im Norden das aus Glimmerschiefern aufgebaute K√ľnische Gebirge und das Gabbro-Amphibolit-Massiv um Eschlkam und Neukirchen beim Heiligen Blut mit dem Hohen Bogen als s√ľdlichstem Ausl√§ufer.

Eine wichtige Linie, die den Bayerischen Wald in zwei Teile teilt, stellt die etwa 150¬†km lange St√∂rung des Pfahles dar. Urspr√ľnglich als gro√ür√§umige Verwerfung im Oberdevon bis Oberkarbon angelegt, wurde er im ausgehenden Pal√§ozoikum und im Fr√ľhmesozoikum bruchtektonisch als Fiederspaltensystem reaktiviert, das durch das Eindringen hydrothermaler L√∂sungen mit Quarz verf√ľllt wurde. Auf weiten Strecken ragt diese Quarzmauer aufgrund der Festigkeit des Gesteins bis zu etwa 30¬†m √ľber die Umgebung heraus. N√∂rdlich des Pfahles findet man in der Hauptsache Gneise, s√ľdlich davon eher Granite und Migmatite.

Zwischen Regensburg und Passau f√§llt ein deutlicher H√∂henunterschied zwischen den nord√∂stlichen Vorwaldbergen und der s√ľdwestlich gelegenen Donauebene (‚ÄěG√§uboden‚Äú) auf. Diese Trennlinie zwischen dem Terti√§rh√ľgelland und dem Bayerischen Wald wird durch den Donaurandbruch verursacht, eine geologische St√∂rung zwischen dem abgesunkenen und unter terti√§ren bzw. quart√§ren √úberlagerungen des Molassebeckens gelegenen kristallinen Grundgebirge und dem nordwestlich dieser Linie noch sichtbaren Teil, der dem Bayerischen Wald zugeh√∂rt.

Recht markant ist der H√∂henunterschied zwischen der 300 bis 350¬†m hoch gelegenen Donauebene und den h√∂chsten Gipfeln des Vorwaldes, zum Beispiel dem Ein√∂driegel mit 1121¬†m, also immerhin 800¬†m H√∂henunterschied auf nur wenigen Kilometern Horizontalentfernung. Aufgrund der Hebung des Bayerischen Waldes, von der auch der Neuburger Wald und der Sauwald betroffen war, kam es zu einem antezedenten Einschneiden der Fl√ľsse Inn und Donau in diesen Bereich des kristallinen Grundgebirges und somit zur Ausbildung einer engen Talzone ab Pleinting donauabw√§rts ins √Ėsterreichische und s√ľdlich von Passau, wo sich der Inn ein tief eingeschnittenes Bett geschaffen hat.

Eiszeitliche Formen

W√§hrend der Vordere Bayerische Wald in den Gipfelregionen nur wenig √ľber 1000¬†m erreicht (beispielsweise Brotjacklriegel 1016¬†m, Ein√∂driegel 1121¬†m, Breitenauriegel 1114¬†m, Vogelsang 1022¬†m, Hirschenstein 1092¬†m und Pr√∂ller 1048¬†m), liegen die Gipfelregionen im Hinteren Bayerischen Wald h√§ufig √ľber 1300 bis 1400¬†m (Pl√∂ckenstein 1378¬†m, Dreisesselberg 1333¬†m, Lusen 1371¬†m, Gro√üer Rachel 1453¬†m, Kleiner Rachel 1399¬†m, Kaitersberg 1133¬†m, Gro√üer Falkenstein 1315¬†m, Gro√üer Osser 1293¬†m, Zwercheck 1333¬†m, Gro√üer Arber 1456¬†m).

Insbesondere diese Regionen des Hinteren Bayerischen Waldes waren im Eiszeitalter von Schnee- und Eisfeldern bedeckt, die auch ihre Spuren hinterlassen haben. Hier waren auf den ausgedehnten Hochflächen eher ausgedehnte Verfirnungen als lange Gletscherzungen anzutreffen. Die Mächtigkeit des Gletschereises auf 1050 m Höhe lag bei etwa 125 m. Dort, wo sich die Gletscher einen Weg ins Tal bahnten, trifft man noch heute auf glazial bedingte Formen, wie Kare, Karoide und Karseen (Großer Arbersee, Kleiner Arbersee, Rachelsee) sowie Moränenwälle.

Das Gletscherende lag zum Beispiel in der N√§he des gro√üen Arbersees auf ca. 850¬†m H√∂he, das Zungenende des n√∂rdlich ausgerichteten Gletschers hinab zum kleinen Arbersees bei ca. 830¬†m H√∂he. Demnach gab es einen betr√§chtlichen H√∂henunterschied von √ľber 600¬†m von den Gipfelregionen bis zu den Endmor√§nen. Weitere Gletscherzungen flossen vom Gro√üen Rachel herab. Auch hier gibt es Kare und Karoide, die auf die eiszeitliche Vergletscherung schlie√üen lassen.

Klima

Die alte Volksweisheit ‚ÄěDreiviertel Jahr Winter, viertel Jahr kalt‚Äú schert das Klima im Bayerischen Wald allzu sehr √ľber einen Kamm. Sie stammt aus einer Zeit, in der vorwiegend landwirtschaftliche Interessen das Denken der Menschen pr√§gten. In Wirklichkeit ist das Klima der Region sehr vielschichtig und h√§ngt stark von der H√∂henlage ab, die immerhin von 300 bis √ľber 1400¬†m reicht. Es gibt im Bayerischen Wald Schneeh√∂hen von bis zu 3¬†Metern. Auf der anderen Seite befindet sich √∂stlich von Regensburg das kleinste Weinbaugebiet Bayerns. Weiterer Einflussfaktor ist die vorherrschende Gro√üwetterlage. Der Bayerische Wald liegt im √úbergangsbereich zwischen mitteleurop√§ischem und kontinentalem Klima. √úberwiegt der kontinentale Typ, bedeutet das im Winter kalte und trockene Lagen mit Minustemperaturen bis unter ‚ąí30¬†¬įC. Die Sommer sind dann trocken und warm mit gelegentlichen Gewittern an den Hauptk√§mmen. Bei √ľberwiegend atlantischem Einfluss dominieren im Winter Tiefdruckwetterlagen, die an den nach S√ľdwesten gerichteten H√§ngen oft enorme Neuschneemengen im Gep√§ck haben. Im Sommer ist es m√§√üig warm mit vielen Gewitterschauern. Allgemein ist zu sagen, dass der kontinentale Einfluss von West nach Ost zunimmt. Der B√∂hmerwald im Osten ist trockener und k√§lter, der Bayerische Wald weist h√∂here Niederschl√§ge und insgesamt h√∂here Temperaturen auf.

Niederschläge

An den Rändern des Bayerischen Waldes bis zu den Gipfellagen steigen die durchschnittlichen Niederschlagsmengen aufgrund des Steigungsregens und vermehrter Gewitterneigung in den Sommermonaten rasch an und erreichen in den Höhenlagen 1300 bis 1400 mm im Jahr. Im höher gelegenen Hinteren Bayerischen Wald sind die Niederschläge mit etwa 1500 bis 1600 mm noch höher anzusetzen als im Vorderen.

Allgemein jedoch sind die hier gemessenen Niederschlagswerte aufgrund der √∂stlicheren, kontinentaleren Lage des Bayerischen Waldes niedriger als beispielsweise in den vergleichbaren Regionen der Vogesen und des Schwarzwaldes. Wegen der Leelage des Regentales werden dort nur zwischen 800 mm und 900 mm erreicht. An der S√ľdwestseite des Vorderen Bayerischen Waldes sind es zwischen 1000 mm und 1200 mm. Ein weiterer Grund ist die Streichrichtung des Gebirges, die nur selten zu echtem Steigungsniederschlag mit im 90¬į-Winkel dazu verlaufenden Windrichtungen f√ľhrt.

Temperaturen

Die Luft im gesamten Gebiet ist außergewöhnlich trocken; Werte um 35 % relativer Luftfeuchte treten häufig auf.

Die Jahresmitteltemperaturen liegen in den Gipfellagen zwischen 3¬†¬įC und 4¬†¬įC, in den Tallagen zwischen 6,5¬†¬įC und 8¬†¬įC. Eine Besonderheit sind regionale Kaltluftseen in windgesch√ľtzten Tallagen. Nicht selten treten dort auch im Fr√ľhsommer noch Nachtfr√∂ste auf. Regelm√§√üig l√§sst sich dieser Effekt an der Meteomedia-Wetterstation Klingenbrunn-Bahnhof in der Gemeinde Spiegelau und an der Station Haidm√ľhle beobachten. Typisch f√ľr das kontinentale Klima ist auch die hohe Anzahl an Sommertagen mit Temperaturen √ľber 25¬†¬įC. In den Tallagen werden im langj√§hrigen Durchschnitt zwischen 35 und 45 solcher Sommertage verzeichnet.

Der Bayerische Wald war f√ľr seinen Schneereichtum bekannt. Dies galt speziell f√ľr die mittleren Lagen √ľber 700¬†m und die h√∂heren Lagen √ľber 1000¬†m. In den Kammlagen des (Vorderen) Bayerischen Waldes hielt sich die Schneedecke bis zu 120 Tage und im B√∂hmerwald bis zu 180 Tage. In schneereichen Wintern konnte dort die Schneeh√∂he √ľber 250¬†cm betragen. In den Tallagen unter 600¬†m und speziell im Regental wurden hingegen nur 60 (Raum Viechtach) bis 100 Tage (Raum Zwiesel) mit einer Schneedecke verzeichnet. Auch die Schneeh√∂hen erreichten dort selten mehr als 30¬†cm. Erstmals im Jahr 2020 war, abgesehen von den H√∂henlagen, nahezu keinerlei anhaltende Schneedecke zu verzeichnen.

Der Einflussbereich des Alpenföhns reicht oft bis an den Donaulauf und den Bayerischen Wald heran. Besonders an klaren Herbsttagen mit starkem Föhn ist deshalb von den Bergen des Bayerischen Waldes die Kette der Alpen zu erkennen.

Städte

Die größten Städte im Bayerischen Wald (nach der naturräumlichen Gliederung) sind:

  1. Passau (52.803 Einwohner)
  2. Deggendorf (33.721 Einwohner)
  3. Cham (16.990 Einwohner)
  4. Hauzenberg (11.703 Einwohner)
  5. Regen (10.888 Einwohner)
  6. Waldkirchen (10.826 Einwohner)

Geschichte

In drei L√§nder greift dieses Waldgebiet aus: Den in Tschechien liegenden B√∂hmerwald, den Bayerwald oder Bayerischen Wald und in einen Teil des M√ľhlviertels in Ober√∂sterreich. Bevor die Geschichte dieses Waldgebiets n√§her ausgeleuchtet wird, ist vorauszuschicken, dass der Begriff ‚ÄěBayerischer Wald‚Äú erst im fr√ľhen 19.¬†Jahrhundert gepr√§gt wurde (man nimmt an, zu touristischen Zwecken, um ein abgestecktes Gebiet begrifflich genauer eingrenzen zu k√∂nnen). Vorher gab es f√ľr diese Waldregion keine unterschiedlichen Bezeichnungen, sie war f√ľr Bewohner h√ľben wie dr√ľben der B√∂hmerwald, oder noch gebr√§uchlicher, einfach ‚Äěder Woid‚Äú.

Kelten- und Römerzeit

Das Gebiet des Bayerischen Waldes wird bereits im Altertum bei verschiedenen Autoren erw√§hnt. Der griechische Geograf Ptolem√§us bezeichnet das Waldgebiet als Gabreta hyle. Dieser Name wird mehrheitlich auf kelt. *kapr f√ľr Steinbock zur√ľckgef√ľhrt. Arch√§ologische Funde der Hallstatt- und Lat√®nezeit fehlen auf dem Gebiet des Bayerischen Waldes fast vollst√§ndig, auch sind keinerlei r√∂mische Niederlassungen nachgewiesen.

Der heutige Name und die Bezeichnung Bayern lassen sich auf den Stammesnamen der Bajuwaren, germ. *baio-warioz zur√ľckf√ľhren, dieser wiederum auf den keltischen Stamm der Boier. Belegte Personen- und Ortsnamen sind Boiorix (‚ÄěK√∂nig der Boier‚Äú) sowie Boiodurum und Boiotro (ein keltisches Oppidum und r√∂misches Kastell im heutigen Passau). Ein weiterer Nachhall findet sich im Gebietsnamen B√∂hmen (von germ. *boio-hemum > lat. boihaemum = Heim der Boier). Der r√∂mische Geschichtsschreiber Tacitus schreibt in seiner Germania (entstanden nach 98 n. Chr.): ‚Äěmanet adhuc Boihaemi nomen significatque loci veterem memoriam quamvis mutatis cultoribus‚Äú, √ľbersetzt: ‚ÄěGeblieben ist noch jetzt der Name Boihaemum und bewahrt so die Erinnerung an die Vergangenheit des Landes, wenn auch mit ge√§nderten Bewohnern‚Äú. Denn der im heutigen Ostbayern ans√§ssige Stammesteil der Boier waren zu dieser Zeit wohl bereits von den Markomannen assimiliert.

Wenngleich eine durchgehende Besiedelung des Gebiets als gesichert gelten kann, lassen sich die heutigen Bewohner nicht ohne weiteres auf die Urbev√∂lkerung zur√ľckf√ľhren.

Urspr√ľnglich ‚ÄěB√∂hmerwald‚Äú

Der Name B√∂hmerwald ist also uralt und auch gut tausend Jahre eher bezeugt als die slawische Bezeichnung ‚ÄěńĆechy‚Äú. Die Baiern selbst nannten den gro√üen Grenzwald im Norden ihres neuen Siedlungsgebietes urspr√ľnglich nur ‚ÄěNordwald‚Äú, was aus einer Urkunde K√∂nig Ludwigs des Deutschen aus dem Jahre 853 hervorgeht. Sp√§ter ist davon auch in der Niedernburger Schenkungsurkunde von 1010 die Rede, wo die Formulierung ‚Äěsilva quae vocatur Nortuualt‚Äú zu lesen ist. Aber allm√§hlich verschwand der Begriff vom Nordwald und wurde, ersichtlich in allen fr√ľhen Kartenwerken, als ‚ÄěBohemica silva‚Äú bezeichnet. Herauszugreifen ist da eine Deutschlandkarte aus dem Jahre 1491 von Nikolaus Cusanus, in der die Gegend von Passau und seinem n√∂rdlichen Grenzbirge verallgemeinernd ‚Äěsilva et montes Bohemia‚Äú (Wald und Berge B√∂hmens) genannt wird. Und Johannes Thurmair, genannt Aventin (1477 bis 1534), zeichnet in seiner Karte von ‚ÄěObern vnd Nidern Bairn‚Äú von 1523, der ersten Landkarte von ganz Bayern, den ‚Äěbehemisch waldt‚Äú n√∂rdlich der Donau ein, und zwar mit dem Zusatz ‚ÄěHercynie et Boiernie pars‚Äú woraus hervorgeht, dass der B√∂hmerwald in diesem Dokument nicht blo√ü ein Teil B√∂hmens ist. Dann berichtet der Kartograf Sebastian M√ľnster in der bekannten Weltbeschreibung ‚ÄěCosmographey‚Äú von 1544, dass mit dem B√∂hmerwald sogar das gesamte rautenf√∂rmige Ringgebirge gemeint ist, das das B√∂hmische Becken um Prag gleichsam einer Mauer umschlie√üt (was aber unter heutigen Historikern umstritten ist).

Die Besiedelung des Urwaldes erfolgte von bayerischer Seite seit dem Mittelalter vor allem durch die Donaukl√∂ster, wie etwa Niederaltaich oder Metten. Diese erweiterten ihren Einflussbereich √ľber die sp√§tere Grenzlinie hinaus in den B√∂hmerwald. Der √∂stliche Teil des Bayerischen Waldes (√∂stlich von Ilz und Sagwasser) befand sich seit etwa 1010 in Passauer Besitz. Im 13.¬†Jahrhundert konnte sich das Hochstift Passau vom Herzogtum Baiern l√∂sen und war von da an ein weitgehend selbst√§ndiger geistlicher Staat innerhalb des Heiligen R√∂mischen Reichs. Erst infolge der S√§kularisation in Bayern fiel das Gebiet 1805 an Bayern. Eine wichtige Lebensader des Passauer Landes war der Goldene Steig. Auf ihm wurde B√∂hmen mit Salz aus den Salinen des Ostalpenraums versorgt. Der von Passau ausgehende Saumweg entwickelte sich im 16.¬†Jahrhundert zum bedeutendsten Handelsweg S√ľddeutschlands. Ebenfalls von Bedeutung war im Gebiet des Bayerischen Waldes seit dem Mittelalter die Glaserzeugung. Eine Bl√ľtezeit erlebte sie im 18.¬†und 19.¬†Jahrhundert durch ihre Verbindung mit den Glash√ľtten im B√∂hmerwald.

Der Bayerische Wald

Erst im 19.¬†Jahrhundert, als nach der S√§kularisation das Hochstift Regensburg und das Hochstift Passau an Bayern gefallen und damit das diesseitige Gebiet des Waldgebirges von Regensburg bis Passau durchgehend bayerisch geworden war, entstand der Begriff Bayerischer Wald, der 1829 von Johann Daniel Albrecht H√∂ck in seiner Beschreibung des Unterdonaukreises als Landschaftsname eingef√ľhrt wurde. Das ma√ügebende Buch Der bayrische Wald (B√∂hmerwald) von Bernhard Grueber und Adalbert M√ľller aus dem Jahr 1846 beinhaltete bereits die bis heute fortbestehende Begriffsunsicherheit. Dort wird zun√§chst der B√∂hmerwald als einheitliches Gebirge beschrieben, wovon √Ėsterreich den eigentlichen B√∂hmerwald und den √∂sterreichischen besitze, Bayern dagegen den oberpf√§lzischen und den bayerischen Wald. Diese Abtrennung des Bayerischen Waldes allein durch die Landesgrenze vom ‚Äěeigentlichen‚Äú B√∂hmerwald bildet seit jeher ein Problem, da es geomorphologisch keine der Landesgrenze folgende Trennlinie gibt.

Der "Deutsche Schulatlas", erschienen 1910, trifft in dieser Frage daher folgende Unterscheidung: Lediglich die Landschaft zwischen Regensburg und Passau wird dort als "Bayerischer Wald" bezeichnet. Die Region auf beiden Seiten entlang der Grenze zum heutigen Tschechien wird ‚Ästausdr√ľcklich und eindeutig auch die Fl√§chen auf deutschem Gebiet¬†‚Äď ausschlie√ülich "B√∂hmerwald" genannt.

Dennoch wurde seit dem Ersten Weltkrieg zunehmend auf einer Unterscheidung bestanden. Am 12.¬†Mai 1930 kritisierte die Bayerische Waldzeitung unter der √úberschrift ‚ÄěMangelndes Geographiewissen‚Äú das Kreuzwortr√§tsel einer nicht n√§her benannten M√ľnchener Wochenzeitschrift, worin nach einem ‚ÄěBerg im B√∂hmerwald‚Äú gefragt wurde, worauf sich als Antwort das Wort ‚ÄěArber‚Äú ergab: ‚ÄěDer Verfasser dieses R√§tsels wei√ü entweder nicht, dass sich der Arber, der K√∂nig des Bay. Waldes, auf bayerischem Gebiete befindet, oder er kennt den Unterschied zwischen Bayerischer Wald und B√∂hmerwald nicht.‚Äú

Besonders nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Begriff B√∂hmerwald f√ľr das diesseits der Grenze liegende Gebiet von den bayerischen Beh√∂rden konsequent vermieden. Einen wichtigen Anteil hatte dabei das von 1948 bis 1951 in Landshut beheimatete Amt f√ľr Landeskunde, dessen Einteilung im ab 1953 erschienenen Handbuch der naturr√§umlichen Gliederung Deutschlands bis heute ma√ügebliche Grundlage aller naturr√§umlichen und √§hnlichen Gliederungen ist. Am 15.¬†November 1950 kam es zu einer offiziellen Vereinbarung, wonach die Bezeichnung B√∂hmerwald auf die au√üerhalb der deutschen Staatsgrenzen liegenden Gebirgsteile beschr√§nkt werden sollte. Innerhalb Bayerns sollte das betreffende Gebiet Hinterer Bayerischer und Hinterer Oberpf√§lzer Wald hei√üen. Diese Sprachregelung hat sich besonders in Bayern durchgesetzt, w√§hrend sie aber aus geografisch-geologischen Gr√ľnden mit Vorbehalt aufgenommen wird. Besonders auf √ľberregionalen Karten wird der Begriff Bayerischer Wald meist auf das Vorgebirge (den nach anderer Auffassung Vorderen Bayerischen Wald) beschr√§nkt und so der Bayerische Wald physikalisch vom B√∂hmerwald unterschieden.

Nationalparks

Im Bereich des ‚ÄěInneren Bayerischen Waldes‚Äú liegt zwischen Lusen und dem Gro√üen Falkenstein der Nationalpark Bayerischer Wald, der erste Nationalpark Deutschlands. Er wurde 1970 vom Freistaat Bayern mit zun√§chst 130¬†km¬≤ gegr√ľndet und 1997 mit der Staatswaldregion zwischen Gro√üem Rachel und Gro√üem Falkenstein auf 240¬†km¬≤ erweitert. Der Park umfasst einige Gebiete mit dichtem ‚ÄěUrwald‚Äú (in Mitteleuropa gibt es nur zwei kleine Bereiche, die noch Urwald sind, aber nicht in Deutschland), kleinen Seen und Regenmooren (die oft Hochmoor genannt werden) und reicht von etwa 700¬†m bis hinauf in die Hochlagen um 1450¬†m.

Mit dem tschechischen Nationalpark ҆umava bildet er das gr√∂√üte zusammenh√§ngende Waldgebiet Mitteleuropas. Schonung und Klima lie√üen in 35 Jahren ungewohnte, vielf√§ltige Naturw√§lder heranwachsen, nachdem die Bergfichten-Hochw√§lder der s√ľdwestlichen H√§nge gegen Mitte des 20.¬†Jahrhunderts von Luftverschmutzung und dem Borkenk√§fer gro√üteils vernichtet worden waren.

Daher gibt der Nationalpark als Anziehungspunkt des Tourismus zugleich Anschauung in Naturkunde, Umweltschutz und Kulturgeschichte. Dazu dienen vor allem die beiden Besucher-Informationszentren ‚ÄěHans-Eisenmann-Haus‚Äú in Neusch√∂nau und ‚ÄěHaus der Wildnis‚Äú in Ludwigsthal am Fu√üe des Gro√üen Falkensteins mit ihren weitl√§ufigen Freigehegen in denen die Besucher u.¬†a. B√§ren, Luchse, W√∂lfe, Wildschweine, Wildpferde oder Urrinder sehen k√∂nnen.

Die Routen der ‚ÄěIgelbusse‚Äú, Wanderwege und Steige bieten ein Netz von 300¬†km L√§nge und dennoch Raum f√ľr 30 Wildtierarten.

Naturparks

Der Naturpark Bayerischer Wald umfasst ein Gebiet n√∂rdlich der Donau bis zum Grenzkamm nach Tschechien und wird zu einem gro√üen Teil vom Landkreis Regen bestimmt. Tr√§gerorganisation ist der ‚ÄěNaturpark Bayerischer Wald e.¬†V.‚Äú mit Sitz in Zwiesel. Er besteht seit 1967 und ist damit einer der √§ltesten Naturparks in Bayern. Er ist nicht zu verwechseln mit dem Nationalpark Bayerischer Wald. Nordwestlich schlie√üt daran der Naturpark Oberer Bayerischer Wald an.

Sehensw√ľrdigkeiten

Zu den Sehensw√ľrdigkeiten im Bayerischen Wald geh√∂ren unter anderem:

Berge

Zu den Bergen im Bayerischen Wald geh√∂ren alphabetisch sortiert ‚Ästmit H√∂hen in Meter (m) √ľber Normalh√∂hennull (NHN):

Siehe auch

  • Waldgesellschaften Mitteleuropas
  • Naturpark Oberer Bayerischer Wald
  • K√ľnisches Gebirge
  • Ostbayern
  • Liste der Mittelgebirge in Deutschland

Literatur

Bildbände

  • Franz X. Bogner: Bayerischer Wald und B√∂hmerwald aus der Luft. Lang Edition, Freyung 2011, ISBN 978-3-942509-06-0.

Wissenschaftliche Werke

  • Karl-Friedrich Sinner, G√ľnter Moser: Waldwildnis grenzenlos. Nationalpark Bayerischer Wald, Buch &¬†Kunstverlag Oberpfalz, Amberg 2007 (2.¬†Aufl.), ISBN 3-935719-37-X.
  • Bernhard Grueber, Adalbert M√ľller: Der bayrische Wald (B√∂hmerwald), Regensburg 1846, Neudruck 1993, Grafenau, Morsak Verlag, ISBN 3-87553-415-8.
  • Georg Troll: Mineralvorkommen im √∂stlichen Bayerischen Wald. In: Der Aufschluss, Sonderband¬†31, 152¬†S. plus geol. Karte, VFMG, Heidelberg 1981, ISSN¬†0519-4334

Literarische Werke

  • Adalbert Stifter: Der Hochwald. Erstauflage 1841, im Internet: Der Hochwald Originaltext im Projekt Gutenberg-DE
  • Adalbert Stifter: Witiko. Erstauflage 1865

Einzelnachweise

Weblinks

  • Nationalpark Bayerischer Wald
  • Naturpark Bayerischer Wald


Quelle: Wikipedia
 

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Die höchsten Gipfel Die höchsten Gipfel

Die höchsten Hütten Die höchsten Hütten

Touren in diesem Gebirge Touren in diesem Gebirge

Bücher und Karten Bücher und Karten


Staaten die sich in dieser Gebirgsgruppe befinden (1):
Deutschland Deutschland

Ausdehnung / Grenzen (nach WGS 84 dezimal):
nördlichster Punkt: 49.334072
südlichster Punkt: 48.514785
westlichster Punkt: 12.090454
östlichster Punkt: 13.839383


Das Gebirge hat eine Fläche
von etwa
5109 km²

Die Länge der Grenze
beträgt ca.
364 km
 
Bayerischer Wald: Große Karte mit den Grenzen und Hütten, Gipfeln sowie Touren der Gebirgsgruppe
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