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Gebirge Lage und Zugehörigkeit

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Gebirge Informationen zur Gebirgsgruppe: Zypern

Informationen zur Lage und Bezeichnung:


ausführliche Beschreibung:

Zypern (griechisch ÎšÏÏ€ÏÎżÏ‚ Kypros, tĂŒrkisch Kıbrıs) ist eine Insel im östlichen Mittelmeer. Sie ist die drittgrĂ¶ĂŸte Mittelmeerinsel nach Sizilien und Sardinien. Zypern gehört geographisch zu Asien, wird politisch und kulturell jedoch meist zu Europa gezĂ€hlt. Auf 9251 kmÂČ leben gut 1,12 Millionen Menschen (2011).

Die Insel ist seit 1974 de facto geteilt. Der SĂŒden wird von der Republik Zypern beherrscht, die völkerrechtlich weiterhin die ganze Insel umfasst (außer den britischen MilitĂ€rbasen Akrotiri und Dekelia). Der Nordteil steht jedoch unter Kontrolle der TĂŒrkischen Republik Nordzypern, welche nur von der TĂŒrkei anerkannt wird, die dieses Gebiet 1974 militĂ€risch besetzte, nachdem griechische Putschisten den Anschluss Zyperns an Griechenland durchsetzen wollten. Zwischen den beiden Gebieten liegt eine Pufferzone, die als „GrĂŒne Linie“ (Green Line/Ï€ÏÎŹÏƒÎčΜη ÎłÏÎ±ÎŒÎŒÎź/yeƟil hat) auch die Hauptstadt Nikosia teilt und von der Friedenstruppe der Vereinten Nationen in Zypern (UNFICYP) ĂŒberwacht und verwaltet wird.

Die „SouverĂ€nen britischen Basen“ Akrotiri und Dekelia sind Exklaven, die völkerrechtlich als Britische Überseegebiete zum Vereinigten Königreich gehören. FĂŒr Großbritannien war die Möglichkeit einer dauerhaften Nutzung der strategisch wichtigen Insel eine Bedingung fĂŒr die Entlassung Zyperns in die UnabhĂ€ngigkeit im Jahre 1960. Außerdem unterhalten die Briten auf der höchsten Erhebung der Insel, dem Mount Olympos, eine leistungsfĂ€hige Radaranlage und nahe der Exklave Dekelia die Ayios Nikolaos Station, die beide der FunkĂŒberwachung im Nahen Osten dienen und von der US-amerikanischen National Security Agency (NSA) mitgenutzt werden. Auf der Insel herrscht, wie auf Malta, Linksverkehr, ein Relikt aus der britischen Kolonialzeit, die von 1878 bis 1960 dauerte.

Die Republik Zypern ist seit dem 1. Mai 2004 Mitgliedstaat der EuropĂ€ischen Union (EU), und zwar mit ihrem völkerrechtlich anerkannten Territorium. De jure bedeutet das, dass auch der tĂŒrkische Norden der Insel Unionsgebiet darstellt, auf dem die Republik Zypern ihr Recht jedoch nicht ausĂŒben kann. Der Annan-Plan fĂŒr die Neuordnung der politischen Situation auf der Insel stieß in seiner letzten Fassung bei den griechischen Zyprern in einem Referendum auf Ablehnung.

Geographie

Lage

Zypern liegt im Nordosten des Levantischen Meeres. Die Entfernung zur SĂŒdkĂŒste der TĂŒrkei betrĂ€gt ca. 68 km, zur WestkĂŒste Syriens ca. 95 km, zur NordkĂŒste Ägyptens ca. 325 km, zur OstkĂŒste der griechischen Insel Rhodos ca. 394 km und zum griechischen Festland ca. 830 km.

Zypern liegt auf der Anatolischen Platte und wird geographisch zu Asien gezĂ€hlt. Vom SĂŒdrand Zyperns bis nach Rhodos erstreckt sich der Zypernbogen als Plattengrenze zwischen der Anatolischen und der Afrikanischen Platte.

GrĂ¶ĂŸe und Gestalt

Mit einer FlĂ€che von ca. 9251 kmÂČ ist Zypern nach Sizilien und Sardinien die drittgrĂ¶ĂŸte Insel im Mittelmeer (West-Ost-Ausdehnung ca. 230 km, Nord-SĂŒd-Ausdehnung ca. 95 km). Zyperns KĂŒsten sind insgesamt etwa 671 km lang.

FĂŒnf markante Kaps bzw. Halbinseln – griechisch ΑÎșÏÏ‰Ï„ÎźÏÎčα AkrotĂ­ria – prĂ€gen die Gestalt der Insel. Beginnend an der Nordostspitze der Insel sind dies (im Uhrzeigersinn):

  • im Nordosten an der Spitze der Halbinsel Karpas: Kap Apostolos Andreas (‚Kap des Apostels Andreas‘) – griechisch ΑÎșÏÏ‰Ï„ÎźÏÎčÎż Î‘Ï€ÎżÏƒÏ„ÏŒÎ»ÎżÏ… ΑΜΎρέα AkrotĂ­rio ApostĂłlou AndrĂ©a, tĂŒrkisch Zafer Burnu ‚Kap des Sieges‘
  • im SĂŒdosten: Kap Greko (‚Griechisches Kap‘) – griechisch ΚάÎČÎż ΓÎșρέÎșÎż KĂĄvo GrĂ©ko, tĂŒrkisch Greco Burnu; auch griechisch ΠηΎΏλÎčα PidĂĄlia, deutsch ‚die Steuerruder‘
  • im SĂŒden an den Spitzen der Halbinsel Akrotiri:
    • im Osten Kap Gata (‚Katzenkap‘) – griechisch ΚάÎČÎż Î“ÎŹÏ„Î± KĂĄvo GĂĄta, tĂŒrkisch Doğan Burnu ‚Falkenschnabel‘
    • im Westen Kap Zevgari – griechisch ΑÎșÏÎżÏ„ÎźÏÎčÎż Î–Î”Ï…ÎłÎŹÏÎč AkrotĂ­rio ZevgĂĄri, tĂŒrkisch Ä°kiz Burnu
  • im Westen an der Spitze der Halbinsel Akamas: Kap Akamas – griechisch ΑÎșÏÏ‰Ï„ÎźÏÎčÎż ΑÎșÎŹÎŒÎ±Ï‚ AkrotĂ­rio AkĂĄmas, tĂŒrkisch Arnavut Burnu
  • in der Mitte der NordkĂŒste an den WestauslĂ€ufern des Pentadaktylos: Kap Kormakitis – griechisch ΑÎșÏÎżÏ„ÎźÏÎčÎż ÎšÎżÏÎŒÎ±ÎșÎŻÏ„Î· AkrotĂ­rio KormakĂ­ti, tĂŒrkisch Koruçam Burnu

Landschaften

An der nordöstlichen KĂŒste entlang zieht sich die schroffe Gebirgskette des Pentadaktylos (BeƟparmak) mit zur KĂŒste hin steil abfallenden HĂ€ngen und dem Kyparissovouno (1024 m) als höchster Erhebung. Zum vulkanischen, waldreichen Troodos-Gebirge im Landesinneren gehört der Olympos (1952 m), der höchste Berg Zyperns. Das Troodos-Gebirge entstand durch die Überschiebung ozeanischer Kruste (siehe auch: Ophiolith), damit verbunden treten Chrom- und Asbest-LagerstĂ€tten auf. Zwischen den beiden Gebirgen erstreckt sich die fruchtbare Ebene Mesaoria (ÎœÎ”ÏƒÎ±ÎżÏÎŻÎ± ‚zwischen den Bergen‘) mit dem Zentrum Nikosia.

Die KĂŒste besteht aus ausgedehnten Sand- und KiesstrĂ€nden sowie aus steil abfallenden FelskĂŒsten mit kleinen Buchten. Die beiden grĂ¶ĂŸten Seen liegen nahe der KĂŒste (bei Akrotiri und Larnaka) und sind Salzseen. Auf Zypern gibt es keine natĂŒrlichen SĂŒĂŸwasserseen.

Klima

Auf Zypern herrscht mediterranes Klima mit deutlich kontinentaler AusprĂ€gung. Die Temperaturen sind höher als im nördlichen Mittelmeerraum und von der levantinischen KĂŒste wehen oft heiße WĂŒstenwinde ĂŒbers Meer. Das Mittelmeer um Zypern hat die höchsten Wassertemperaturen im gesamten Raum. Im Februar werden etwa 17 °C, im August um 28 °C erreicht.

Von Mai bis Oktober ist es trocken und vor allem im Landesinneren zum Teil sehr heiß. Nikosia hat im Juli und August eine durchschnittliche Höchsttemperatur von 37 °C, was nur 2 °C unter der Temperatur in Dubai liegt und 8 °C wĂ€rmer ist als auf Mallorca. In ExtremfĂ€llen steigt das Thermometer im Zentrum der Insel im Hochsommer auf 47 °C. An den KĂŒsten ist es wĂ€hrend des Sommers meist am Tag 30 bis 35 °C warm, in der Nacht kĂŒhlt es auf 20 bis 23 °C ab. Der Westen der Insel um die Stadt Paphos ist 2 bis 4 °C kĂŒhler als der Osten.

Regen fĂ€llt vor allem von November bis April. Im Winter liegen die Temperaturen zwischen 15 °C und 20 °C am Tage, von Zeit zu Zeit darĂŒber, selten darunter. Oberhalb von 1500 m kann es Schnee geben, Frost ist im Flachland hĂ€ufiger, an der KĂŒste jedoch praktisch auszuschließen.

Flora und Fauna

Zypern liegt im Biodiversity-Hotspot der Mittelmeerregion und auf der Insel kommen eine Reihe endemischer Arten vor.

Vegetation und Landnutzung

Zypern ist die waldreichste Insel im gesamten Mittelmeerraum. Schon in der Antike galt Zypern als die fruchtbarste unter den Inseln; sie war besonders bekannt fĂŒr guten Wein und hochwertiges Olivenöl und konnte ihren Eigenbedarf an Getreide decken.

Nach Eratosthenes war es ehemals dicht bewaldet, sogar die Ebenen waren mit Wald bedeckt und konnten so nicht zum Ackerbau genutzt werden. FĂŒr den Bergbau wurden Teile der WĂ€lder gerodet, um Brennstoff fĂŒr die VerhĂŒttung von Silber und Kupfer zu erhalten. Weiteres Holz wurde fĂŒr den Schiffbau benötigt, nachdem Kriegsschiffe den Handel gesichert hatten. Jeder konnte den Wald roden und das so gewonnene Land steuerfrei bebauen.

Im Troodos – dem „Schwarzwald“ Zyperns – wachsen die endemischen ErlenblĂ€ttrige Eichen und Zypern-Zedern. Die Schwarzkiefer (in der östlichen Unterart pallasiana) und Phönizischer Wacholder sind am Waldaufbau beteiligt. Hier wie auf der ĂŒbrigen Insel ist aber die Kalabrische Kiefer der hĂ€ufigste Waldbaum, ihr Anteil an der gesamten WaldflĂ€che macht etwa 90 % aus. An den flach abfallenden RĂ€ndern des Troodos wurde die natĂŒrliche Flora grĂ¶ĂŸtenteils verdrĂ€ngt von Apfel-, Birnen-, Pfirsich-, Mandel- und NussbĂ€umen sowie von WeinhĂ€ngen. Im Übrigen wird das Bild der Insel von, meist gepflanzten, Zypressen, Olivenhainen und JohannisbrotbĂ€umen geprĂ€gt.

Mindestens 1800 BlĂŒtenpflanzen sind bekannt. Der FrĂŒhling wird geprĂ€gt von Anemonen, Narzissen, Gladiolen, Iris, Affodill, Tulpen und Klatschmohn. Viele Arten von Orchideen kommen vor. Einige davon sind endemisch. Mit den ersten herbstlichen RegenfĂ€llen sprießen unter anderem Traubenhyazinthen und das endemische Zyprische Alpenveilchen. Die ursprĂŒnglich aus Brasilien stammende, weithin kultivierte Bougainvillea blĂŒht das ganze Jahr hindurch.

Es sind nur noch etwa 18,5 % der Insel (im Wesentlichen im Troodos und im Pentadaktylos) von Wald bedeckt. Eingriffe des Menschen, Beweidung mit Ziegen und hĂ€ufige WaldbrĂ€nde haben die WaldflĂ€chen vermindert. Es bestehen BemĂŒhungen den Waldbestand durch Neubepflanzung zu vergrĂ¶ĂŸern. Das Überleben neu gepflanzter BĂ€ume wird durch Wassermangel erschwert. Einige fremde Arten wurden eingefĂŒhrt (verschiedene Arten von Akazien und Eukalyptus).

Fauna

Meeresschildkröten legen an den KĂŒsten der Halbinseln Akamas und Karpas und von Varoscha bei Famagusta ihre Eier ab; um ihre ungehinderte Fortpflanzung zu ermöglichen, verabschiedete die zyprische Regierung ein Schutzprogramm: FĂŒr die Dauer der Eiablage werden die StrĂ€nde fĂŒr Menschen gesperrt.

Neben den im Mittelmeer ĂŒblichen Fischarten tummeln sich in den KĂŒstengewĂ€ssern im Osten der Insel auch Fische, die durch den Suez-Kanal aus dem Roten Meer ins Mittelmeer kamen, wie Flötenfische (Fistulariidae) und Kaninchenfische (Siganidae).

Auf der Insel heimisch sind zudem verschiedene Reptilienarten, darunter mehrere Echsen, von denen der Hardun die grĂ¶ĂŸte und auffĂ€lligste Art ist, und Schlangen wie die giftige Levanteotter.

Die Vogelwelt Zyperns umfasst 340 Arten. Die Insel ist ein Durchzugsgebiet vieler Zugvögel: 46 Arten verbringen das ganze Jahr auf Zypern, 27 der Zugvogelarten nisten auf der Insel. Die WĂ€lder des Troodos und die Höhenlagen des Pentadaktylos sind die vogelreichsten Gebiete: Unter anderem sind hier Buchfink, Fichtenkreuzschnabel, Chukarhuhn, Nachtigall und SeidensĂ€nger zu finden. Halsbandfrankolin, HĂ€herkuckuck, Eleonorenfalke, Steppenweihe und TeichwasserlĂ€ufer sind gesuchte Arten von „Birding-Tours“. SchuppengrasmĂŒcke und Zypern-SteinschmĂ€tzer sind zyprische Endemiten. Im Salzsee bei Larnaka kann man im Winter Flamingos beobachten.

Im Jahre 2004 wurde die Zypern-Maus (Mus cypriacus) entdeckt, eine MĂ€useart, die schon seit mindestens 10.000 Jahren auf Zypern lebt. Sie hat einen grĂ¶ĂŸeren Kopf, grĂ¶ĂŸere Ohren, Augen und ZĂ€hne als alle anderen bisher bekannten MĂ€usearten.

Fossilien und archĂ€ologische Funde belegen, dass auf Zypern bis in die Nacheiszeit Zwergflusspferde und Zwergelefanten lebten, die bereits in der Jungsteinzeit ausgestorben waren. Schweine, Rinder, Ziegen, Damhirsche und Wildschafe sowie FĂŒchse und Wildkatzen wurden von den ersten Bauern mitgebracht. Die Schafe, bekannt als Zypern-Mufflon, verwilderten und leben noch im Troodos und auf der Halbinsel Akamas. Die Zypern-Mufflons wurden im Laufe des 20. Jahrhunderts nahezu ausgerottet, der Bestand konnte zwischenzeitlich durch Schutzmaßnahmen gesichert werden. Die ebenfalls eingefĂŒhrten Rinder verschwanden nach relativ kurzer Zeit und wurden erst im Endneolithikum wieder eingefĂŒhrt.

Naturschutz

Die Republik Zypern muss als Teil der EU Natura 2000 SchutzflÀchen ausweisen und hat mittlerweile FFH-Gebiete festgelegt. Infolge von Strukturförderungsprogrammen förderte die EU Vorarbeiten zur Ausweisung von NATURA 2000 Gebieten in der Republik Nordzypern.

BirdLife Cyprus betreut im SĂŒden der Insel etliche Gebiete, ist stark gegen die Vogeljagd engagiert und arbeitet an der Ausweisung von FFH-Gebieten.

Bevölkerung

Es gibt zwei deutsche Bezeichnungen fĂŒr die Bewohner Zyperns: Zyprioten und Zyprer. Die Bezeichnung Zypriot leitet sich aus dem griechischen ΚυπρÎčώτης KypriĂłtis ab, wĂ€hrend Zyprer die regelmĂ€ĂŸige deutsche Ableitung aus der Landesbezeichnung Zypern ist. Die beiden Bezeichnungen sind bedeutungsgleich. Der Bezeichnung Zypriot haftet kein abfĂ€lliger Unterton an.

Seit der Teilung der Insel vertreten manche Quellen die Auffassung, dass Zyprer alle Bewohner der gesamten Insel, Zyprioten jedoch nur den griechischen Bevölkerungsteil meint. BegrĂŒndet wird diese Auffassung mit der Etymologie sowie damit, dass seit der Teilung eine sprachliche Unterscheidung sinnvoll sei. Andere Quellen sehen jedoch keinen solchen Bedeutungsunterschied.

Im deutschsprachigen Teil der Website der zyprischen Botschaft in Berlin werden beide Bezeichnungen verwendet, ohne dass ein Bedeutungsunterschied erkennbar wĂ€re. An einer Stelle ist sogar ausdrĂŒcklich von „griechischen“ und „tĂŒrkischen Zyprioten“ die Rede (Stand: November 2018).

Das deutsche AuswĂ€rtige Amt schreibt fĂŒr den amtlichen Gebrauch die Bezeichnung Zyprer vor (Stand: 2. Januar 2014).

In der Schweiz gibt es zum amtlichen Gebrauch von LĂ€ndernamen keine verbindliche Sprachregelung. Im Alltagsgebrauch ist Zypriot die Regel.

Zusammensetzung

Der Norden der Insel hat 294.406 (2011) und der SĂŒden 848.300 Einwohner (2015). Hinzu kommen 7500 britische MilitĂ€rangehörige und weitere 7000 Zyprer in Akrotiri und Dekelia und 917 Angehörige der UNFICYP (Februar 2007). Danach betrug die Bevölkerung Zyperns 1.038.461 Menschen. Hinzu kommen etwa 60.000 ArbeitskrĂ€fte aus EU-LĂ€ndern, die vor allem vor 2008 angeworben wurden.

Die auf der Insel lebenden etwa 778.000 Zyperngriechen machen etwa 72 % der Bevölkerung aus. Die Zahl der ZyperntĂŒrken betrug im Jahre 2011 294.406; allerdings sind hierin die etwa 80.000 TĂŒrken enthalten, die erst nach der Besetzung des Nordens Zyperns durch die tĂŒrkischen StreitkrĂ€fte im Juli 1974 angesiedelt worden sind, sowie weitere etwa 35.000 in Nordzypern stationierte tĂŒrkische Soldaten.

Im sĂŒdlichen Teil der Insel leben etwa 2000 ZyperntĂŒrken, im nördlichen Teil der Insel, vor allem in Rizokarpaso (Dipkarpaz), etwa 500 Zyperngriechen.

Neben einem eigenen Dialekt des Neugriechischen (Zypriotisches Griechisch), TĂŒrkisch und Arabisch wird Englisch als Bildungs- und Verkehrssprache gesprochen. Seit der tĂŒrkischen Besetzung leben etwa 200.000 Zyperngriechen aus dem tĂŒrkisch besetzten Norden im SĂŒden der Insel. Die ZyperntĂŒrken aus dem SĂŒden haben teilweise Ortschaften gegrĂŒndet, deren Namen an ihre Heimatorte erinnern. Manche Ă€lteren ZyperntĂŒrken sprechen auch griechisch, in einigen Dörfern auf der Halbinsel Karpas wird die Schwarzmeer-Mundart pontisches Griechisch gesprochen.

An der Nordspitze Zyperns gibt es Dörfer, deren maronitische Bevölkerung eine arabische Mundart spricht. Das in Kormakitis gesprochene Kormakiti-Arabisch ist in Wortschatz, Phonetik und Grammatik stark vom Griechischen beeinflusst. Die jungen MĂ€nner arbeiten aufgrund ihres Sonderstatuts (kein MilitĂ€rdienst) weitgehend im SĂŒden der Insel, wĂ€hrend Frauen, Kinder und alte Menschen die Felder bestellen.

Religion

Der grĂ¶ĂŸte Teil der Bewohner, etwa 77 %, sind orthodoxe Christen. Die Kirche von Zypern ist seit 431 autokephal und befindet sich in vollstĂ€ndiger Glaubensgemeinschaft mit den anderen orthodoxen Kirchen. Muslime stellen insgesamt 21 % der Bevölkerung und setzen sich zum ĂŒberwiegenden Teil aus der tĂŒrkischsprachigen Bevölkerung zusammen. Diese sind zu 99 % sunnitisch-muslimischen Glaubens.

Etwa 1 % der Bevölkerung gehört der römisch-katholischen Kirche des lateinischen Ritus an, sie gehören zum Lateinischen Patriarchat von Jerusalem. UngefĂ€hr ein weiteres Prozent der Einwohner ist ebenso in voller Einheit mit dem Papst, es sind die (katholischen) Maroniten, die den einzigen katholischen Erzbischof mit Sitz in Zypern aufweisen. FĂŒr beide Riten der Katholischen Kirche und zur diplomatischen Vertretung des Heiligen Stuhles gibt es eine eigene Apostolische Nuntiatur, die vom Nuntius fĂŒr das Heilige Land mitbetreut wird.

StÀdte

Eingebettet in die beiden Gebirgsketten liegt die fruchtbare Mesaoria-Ebene, in deren Zentrum die Stadt Nikosia (LefkoƟa) (etwa 282.285 Einwohner) liegt. Weitere grĂ¶ĂŸere StĂ€dte sind (von West nach Ost) die HĂ€fen Paphos (etwa 36.300 Einwohner), Limassol (etwa 148.700 Einwohner) und Larnaka (etwa 66.400 Einwohner) an der SĂŒdkĂŒste sowie Famagusta (Gazimağusa) (etwa 69.700 Einwohner) an der OstkĂŒste und Kyrenia (Girne) (etwa 69.163 Einwohner) an der NordkĂŒste. Daneben verdient das an der SĂŒdostkĂŒste gelegene und zu einem wichtigen Tourismuszentrum gewordene Dorf Agia Napa ErwĂ€hnung.

Famagusta und Kyrenia werden derzeit von der TĂŒrkischen Republik Nordzypern verwaltet.

Nikosia befindet sich jeweils zum Teil im von der Republik Zypern verwalteten SĂŒdteil der Insel, im von der TĂŒrkischen Republik Nordzypern verwalteten Nordteil der Insel und in der UN-Pufferzone. Nikosia (LefkoƟa) ist Hauptstadt sowohl der Republik Zypern als auch der TĂŒrkischen Republik Nordzypern.

Geschichte

Besiedlung und FrĂŒhgeschichte

Die erste stÀndige Besiedlung Zyperns erfolgte in der Jungsteinzeit. In Aetokremnos wurden zwar epipalÀolithische Befunde ausgegraben, eine lÀnger andauernde Besiedlung ist jedoch nicht belegt. Die neolithische Besiedlung erfolgte im 9. Jahrtausend v. Chr. von Syrien aus. Das bekannteste Dorf der Jungsteinzeit ist Khirokitia bei Kalavasos, weitere Fundorte aus dem prÀkeramischen Neolithikum (PPNB) sind Ais Yiorkis, Kastros, Lapta, Petra tou Limniti, Shillourokambos und Tenta.

Seit der Bronzezeit belieferte Zypern das östliche Mittelmeer mit Kupfer. In der ausgehenden Bronzezeit entstanden auf Zypern HandelsstÀdte wie Enkomi, die in engem Kontakt mit der Levante standen. Den Hethitern und Ugarit war Zypern (oder ein Teil der Insel) als Alaƥija bekannt.

Um 1200 v. Chr. kam die Insel unter mykenischen Einfluss. Lokal wurde Keramik hergestellt, die mykenische Vorbilder umsetzt, diese fand weiter Verbreitung in der Levante. Danach war Zypern Teil der assyrischen, Ă€gyptischen und persischen EinflusssphĂ€re. Das Königreich Salamis errang nach und nach die Vorherrschaft ĂŒber die Insel.

Griechen und Römer

332 v. Chr. gingen die Könige von Zypern zu Alexander dem Großen ĂŒber und Zypern wurde in dessen Reich eingebunden. Nach dem Zerfall des Reiches gehörte Zypern zum hellenistischen PtolemĂ€erreich. 58 v. Chr. gelangte die Insel unter römische Herrschaft, endgĂŒltig 31 v. Chr. Beim Aufstieg des Islam wurde Zypern 649 ĂŒberfallen und geplĂŒndert, es siedelten sich muslimische Einwohner an und noch bis 692 gingen die Tribute nach Damaskus. Dann wurde ein Vertrag zwischen dem Kaiser und den Kalifen ausgehandelt, welcher vorsah, dass die Steuereinnahmen Zyperns zwischen den Reichen geteilt wurden. Von 965 bis 1185 wurde Zypern erneut byzantinisch, bis es unter Isaak Komnenos unabhĂ€ngig wurde.

Kreuzritter, Genua und Venedig

1191 eroberte der englische König Richard Löwenherz, der den Dritten Kreuzzug mit anfĂŒhrte, die Insel. Noch im selben Jahr verkaufte er die Insel an den Templerorden, der sie ihm 1192 nach einem nur mit MĂŒhe niedergeschlagenen Aufstand der Zyprioten zurĂŒckgab. Richard verkaufte die Insel daraufhin an Guido von Lusignan, den abgesetzten Titularkönig von Jerusalem. Dessen Bruder und Erbe Amalrich erkannte 1196 den römisch-deutschen Kaiser Heinrich VI. als seinen Lehnsherren an, womit er seine Position gegen den formellen Anspruch des byzantinischen Kaisers legitimierte, und ließ sich von einem Stellvertreter Heinrichs zum König von Zypern krönen. Dieses lateinische Königreich bestand bis 1489.

Eine private Kompanie von Kaufleuten und Patriziern aus der Republik Genua besaß seit der Thronbesteigung von Heinrich I. im Jahre 1232 Handelsprivilegien auf Zypern. 1373 entsandten sie eine Flotte, welche die venezianischen Konkurrenten aus einigen Positionen verdrĂ€ngte und den Osten von Zypern zum genuesischen Protektorat machte. Mehrere Versuche des zypriotischen Königshauses, zusammen mit der Republik Venedig und den Visconti die genuesische Herrschaft abzuschĂŒtteln, misslangen. Nach StraßenkĂ€mpfen zwischen den Venezianern und Genuesen in Famagusta besetzte ein Geschwader unter Pietro di Campofregoso 1374 Famagusta und verlangte hohe Reparationen sowie einen jĂ€hrlichen Tribut. Fast ein Jahrhundert lang blieb Zypern danach ein genuesisches Protektorat. Famagusta wurde von König Jakob I. offiziell an Genua abgetreten.

Anders als die Republik Venedig verfĂŒgten die Genuesen nicht ĂŒber eine große Kriegsmarine und konnten den Besitz Zyperns nicht dauerhaft absichern. So ĂŒbertrugen sie die Verwaltung der Banco di San Giorgio. 1464 gelang es Jakob II. mit Hilfe Ă€gyptischer Truppen sowie spanisch-sizilianischer Söldner Kyrenia und Famagusta einzunehmen, finanziert wurden diese Unternehmen von Venedig aus, um Genua von der Insel zu vertreiben. Durch die Heirat Jakobs mit der Venezianerin Katharina Cornaro stieg der Einfluss der Serenissima erneut, sodass schließlich nach dem Tod Jakobs Katharina abdankte und 1489 Zypern an diese abtrat. Die Insel gehörte bis 1571 zur Republik Venedig.

Osmanische und britische Herrschaft

Die osmanische Herrschaft dauert von 1571 bis 1878 (de jure bis 1914). Im Jahr 1878 verpachtete das Osmanische Reich die Insel an Großbritannien im Gegenzug fĂŒr eine UnterstĂŒtzung gegen einen Vorstoß der Russen im Russisch-Osmanischen Krieg (1877–1878). Mit dem Eintritt des Osmanischen Reiches in den Ersten Weltkrieg (1914) auf Seiten der MittelmĂ€chte wurde die Insel von den Briten annektiert. Sie gehörte bis zum Inkrafttreten des Vertrags von Lausanne im Jahre 1923 formal noch zur TĂŒrkei, die darin die Annexion durch Großbritannien rĂŒckwirkend seit 1914 anerkannte. 1925 wurde Zypern Kronkolonie.

Die Bestrebungen der griechischen Zyprer zur Vereinigung Zyperns mit Griechenland fĂŒhrten 1931 zu einem Aufstand. Nach dem Zweiten Weltkrieg kam es wiederholt zu Unruhen. Ab 1950 ĂŒbernahm Makarios III. in seiner Doppelrolle als Erzbischof von Zypern und Ethnarch eine fĂŒhrende Rolle im politischen Kampf der griechischen Zyprer. Im Jahr 1955 begann die EOKA, eine griechisch-zypriotische Untergrundarmee, mit Terrorakten und AnschlĂ€gen den Kampf gegen die britische Kolonialmacht. Am 16. August 1960 wurde Zypern aufgrund des ZĂŒrcher und Londoner Abkommens zwischen Großbritannien, Griechenland und der TĂŒrkei unabhĂ€ngig. Parallel wurde auch das aktive und passive Frauenwahlrecht eingefĂŒhrt.

Zypernkonflikt nach der UnabhÀngigkeit

Nach Unruhen und Spannungen zwischen den Volksgruppen in der Republik Zypern wurde im Jahr 1964 eine Friedenstruppe der Vereinten Nationen stationiert (United Nations Peacekeeping Force in Cyprus, UNFICYP), um eine Eskalation des Zypernkonflikts zu verhindern. Dies gelang jedoch nicht. In einem von der griechischen Junta unterstĂŒtzten Putsch der Nationalgarde wurde 1974 PrĂ€sident Makarios gestĂŒrzt. Die nationalistisch orientierten Putschisten strebten die Angliederung an Griechenland an (Enosis). Als Folge von Pogromen und ethnischen SĂ€uberungen und unter Berufung auf ihre Rolle als Garantie- und Schutzmacht der tĂŒrkischen Inselbewohner intervenierte die TĂŒrkei und besetzte den Norden Zyperns. Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen bekrĂ€ftigte in seiner Resolution 353 die territoriale IntegritĂ€t und Unteilbarkeit der Republik Zypern und verlangte den sofortigen Abzug der tĂŒrkischen Truppen.

Am 16. August 1974 wurde ein Waffenstillstandsabkommen geschlossen, die Friedenstruppe der Vereinten Nationen ĂŒberwacht seitdem die Einhaltung des Waffenstillstandes, unter anderem durch regelmĂ€ĂŸige Patrouillen an der Green Line genannten Demarkationslinie.

1983 wurde im tĂŒrkisch besetzten Nordteil der Insel die TĂŒrkische Republik Nordzypern proklamiert. Der UN-Sicherheitsrat erklĂ€rte die Proklamation in seiner Resolution 541 fĂŒr völkerrechtswidrig. Die TĂŒrkei ist der einzige Staat, der die TĂŒrkische Republik Nordzypern anerkennt. Der sĂŒdliche Teil der Insel umfasst ca. 5384 kmÂČ, der nördliche ca. 3355 kmÂČ, dazu kommen britische MilitĂ€rbasen Akrotiri und Dekelia mit ca. 255 kmÂČ FlĂ€che und die Pufferzone mit ca. 4 %.

2003 wurde die Grenze zwischen den beiden Landesteilen erstmals wieder durchlĂ€ssig, als die Öffnung der GrenzĂŒbergĂ€nge fĂŒr beide Volksgruppen fĂŒr Besuche im jeweils anderen Teil der Insel zum 23. April 2003 erfolgte. 2004 scheiterte jedoch der Annan-Plan zur Wiedervereinigung in einer Volksabstimmung an der Ablehnung im griechischen Teil Zyperns. Der Annan-Plan hatte fĂŒr den griechischsprachigen SĂŒdteil Zyperns den Namen Griechisch-zyprischer Staat vorgesehen. HĂ€tte der Plan im SĂŒdteil Akzeptanz gefunden, wĂŒrde Zypern offiziell Vereinigte Republik Zypern heißen. Das tĂŒrkischsprachige Pendant im Nordteil, auf dem die TĂŒrkische Republik Nordzypern errichtet ist, hĂ€tte den Namen TĂŒrkisch-zyprischer Staat erhalten. Die TĂŒrkische Republik Nordzypern hĂ€tte sich aufgelöst.

Aufgrund der Ablehnung des Annan-Plans im SĂŒdteil, bei der sich 76 % der griechischen Zyprer gegen den Plan aussprachen, wurde die Republik Zypern am 1. Mai 2004 als de facto geteiltes Land Mitglied der EU. FĂŒr den Plan und den daraus resultierenden Zusammenschluss der Insel hatten 65 % der Bewohner des besetzten Teils gestimmt.

Am 9. Januar 2007 rissen tĂŒrkische Zyprer in Nikosia die Lokmacı-Barrikade, die seit 1967 das Symbol fĂŒr die Trennung darstellt, als „Zeichen des guten Willens“ ein. Am 8. MĂ€rz 2007 wurde daraufhin von griechischen Zyprern die Barrikade auch auf der griechischen Seite niedergerissen. Bei einem Treffen am 21. MĂ€rz 2008 zwischen den FĂŒhrern der griechischsprachigen und tĂŒrkischsprachigen Volksgruppen, Dimitris Christofias und Mehmet Ali Talat, begannen beide Seiten erneut Verhandlungen ĂŒber eine Vereinigung der beiden Teile der Insel zu fĂŒhren. Am 3. April 2008 öffnete ein GrenzĂŒbergang in der FußgĂ€ngerzone an der Ledrastraße in der Altstadt von Nikosia, dieser ist als einziger direkt im Zentrum und nur fĂŒr FußgĂ€nger und Radfahrer geöffnet.

Wirtschaft und Verkehr

Die meisten ArbeitsplĂ€tze bietet der tertiĂ€re Sektor, vor allem der Tourismus und der Finanzbereich. An zweiter Stelle liegt die Industrie, die hauptsĂ€chlich auf den BodenschĂ€tzen und der Landwirtschaft fußt. Die Arbeitslosigkeit wird auf 17,4 % geschĂ€tzt (Stand 2013).

Finanzdienstleistungen

Auf Zypern haben Banken nach den Kriegen im Libanon einen sicheren Hafen in unmittelbarer rĂ€umlicher NĂ€he gefunden, weshalb sie seit den 1980er Jahren boomten. Das britische Erbe stand fĂŒr StabilitĂ€t und Sicherheit, so dass zunĂ€chst viel Kapital aus den arabischen LĂ€ndern nach Zypern floss, spĂ€ter auch aus den USA und Großbritannien. In den letzten Jahren ist viel russisches Kapital geflossen. Der Finanzsektor wurde seitdem auf das Achtfache des Bruttoinlandprodukts aufgeblĂ€ht (EU-Durchschnitt: 3,5fach). Der Bankplatz Zypern galt als Zufluchtsort fĂŒr SteuerflĂŒchtlinge aus Europa und Russland.

Ende 2012/Anfang 2013 wurde das starke Engagement in griechischen Staatsanleihen den zypriotischen Banken zum VerhĂ€ngnis. Die großen Kursverluste auf die Staatspapiere und der folgende Schuldenschnitt fĂŒr Griechenland stĂŒrzten die Banken in eine Existenzkrise. Als im MĂ€rz 2013 der Konkurs mehrerer Banken, insbesondere der grĂ¶ĂŸten Institute Bank of Cyprus und Laiki Bank, drohte und damit ein Staatsbankrott der Republik Zypern, musste die EU mit einem Rettungspaket zur Hilfe kommen. Nach einer am 25. MĂ€rz 2013 getroffenen Vereinbarung werden der Republik Zypern 10 Milliarden Euro von internationalen Geldgebern zur VerfĂŒgung gestellt. Die Bedingung fĂŒr diese Rettungsaktion war, dass erstmals in einem GlĂ€ubigerbeteiligungs­verfahren die GlĂ€ubiger der Banken zwangsweise an der Rettung der Institute zu beteiligen seien. Es wurde vereinbart, dass Anlegern mit Guthaben von ĂŒber 100.000 € ein Teil ihrer Forderungen gestrichen wird – bei der Laiki Bank bis zu 50 %, bei der Bank of Cyprus bis zu 30 %. Die zuletzt zahlungsunfĂ€hige Laiki Bank soll abgewickelt, die Bank of Cyprus restrukturiert werden.

Insgesamt soll der Bankensektor der Republik Zypern auf einen wesentlich geringeren Umfang heruntergefahren werden. Der Tourismus, der bis 2013 den zweiten Platz bei der Wirtschaftsleistung einnahm, dĂŒrfte nach dem Niedergang des Bankensektors an die erste Stelle rĂŒcken.

Industrie und Handel

Die wichtigsten Industriebranchen sind die Produktion von Nahrungsmitteln und GetrÀnken, Zement- und Gipsproduktion, Schiffsreparatur und -erneuerung, Herstellung von Textilien, Chemikalien und Metallwaren sowie von Produkten aus Holz, Papier, Stein und Ton.

AusgefĂŒhrt werden im SĂŒden ZitrusfrĂŒchte, Kartoffeln, pharmazeutische Produkte, Zement, Kleidung und Zigaretten, im Norden ZitrusfrĂŒchte, Molkereiprodukte, Kartoffeln und Textilien.

EingefĂŒhrt werden im SĂŒden KonsumgĂŒter, Erdölprodukte und Schmiermittel, Halbfertigwaren, Maschinen, Transportequipment, im Norden Fahrzeuge, Erdöl, Zigaretten, Nahrungsmittel, Mineralien, chemische Produkte und Maschinen.

BodenschÀtze

Auf Zypern gibt es Kupfer und Asbest, in den Bergen befinden sich große Marmorgebiete und Pyritminen. Dort gibt es Gipsgestein und Salzablagerungen. An den StrĂ€nden wird Tonerde abgebaut. Das Kupfervorkommen war so bedeutend, dass das Metall seinen Namen daher hat. Der lateinische Name cuprum fĂŒr Kupfer ist abgeleitet von aes cyprium ‚zyprisches Erz‘.

Hohe Erwartungen knĂŒpft die Volkswirtschaft Zypern an bedeutende Erdgasfunde sĂŒdlich der Insel. 2011 stieß der US-Konzern Noble Energy etwa 130 km sĂŒdlich der Insel bei Probebohrungen in etwa 4500 Metern unter dem Meeresboden auf ein Erdgasfeld mit einem Umfang von, nach ersten SchĂ€tzungen, 255 Milliarden Kubikmeter. Der Beginn der Förderung ist fĂŒr 2018 geplant.[veraltet] Ein Jahr zuvor hatten sich Israel und Zypern auf eine Abgrenzung ihrer Wirtschaftszonen im östlichen Mittelmeer geeinigt. Anfang 2013 vergab die Regierung eine Konzession fĂŒr Bohrungen etwa 50 bis 100 km sĂŒdöstlich der Insel an die italienische Eni und die sĂŒdkoreanische Kogas, sowie eine Konzession fĂŒr Bohrungen etwa 150 km sĂŒdwestlich Zyperns an die französische Total. Im Konflikt um Erdgasvorkommen vor der KĂŒste Zyperns drohte der tĂŒrkische StaatsprĂ€sident Recep Tayyip Erdoğan am 13. Februar 2018 mit militĂ€rischer Gewalt. Seit dem 9. Februar 2018 hindern nach Angaben der Regierung in Nikosia tĂŒrkische Kriegsschiffe ein vom italienischen Energieunternehmen ENI gemietetes Bohrschiff daran, ein Erkundungsgebiet sĂŒdöstlich der Hafenstadt Larnaka zu erreichen.

Landwirtschaft

Auf Zypern werden vielfach ZitrusfrĂŒchte angebaut. Orangen- und Grapefruithaine bestimmen vor allem die Umgebung von Limassol und Morphou. Hinzu kommt die Erzeugung von GemĂŒse. Das „Land der roten Erde“ im SĂŒdosten der Insel gilt als GemĂŒsegarten Zyperns mit Kartoffeln, Auberginen, Tomaten, Gurken, Zwiebeln und anderen Arten. Zyprische Kartoffeln gehören zu den Export-Schlagern (meist nach Großbritannien). Feigen und GranatĂ€pfel wachsen im Nordwesten. Im SĂŒdwesten, bei Paphos, gibt es bedeutende WeingĂ€rten und ausgedehnte Bananenplantagen. Nördlich von Limassol liegt das kleine Weinbaugebiet Commandaria. Auf der gesamten Insel gibt es außerdem einige grĂ¶ĂŸere Olivenplantagen. Im nördlichen Teil werden bevorzugt GeflĂŒgel und LĂ€mmer aufgezogen.

Bei vielen Anbausorten (Obst, GemĂŒse und Getreide) sind zwei Ernten im Jahr durch das ausgesprochen milde Klima möglich. Fast jede Familie griechischer Zyprer hat irgendwo auf der Insel noch ein kleines StĂŒck Land, auf dem fĂŒr den Eigenbedarf angebaut wird. Fremde Hilfsarbeiter in der Landwirtschaft kommen immer hĂ€ufiger und völlig legal aus dem Norden, anders als in der Tourismusbranche (hier sind es in erster Linie polnische SaisonkrĂ€fte).

Die landwirtschaftlich genutzten FlĂ€chen werden jedoch seit dem EU-Beitritt immer kleiner (besonders in den Touristenregionen), da Briten und andere EU-Angehörige verstĂ€rkt Land und HĂ€user fĂŒr den Altersruhesitz kaufen.

Verkehr

Im Straßenverkehr gilt seit der britischen Zeit in beiden Teilen der Insel das Linksfahrgebot. Die Tempolimitangaben erfolgen dennoch in km/h. Die in den 1990er Jahren fertiggestellte Autobahn verbindet Paphos im Westen der Insel ĂŒber Limassol mit dem Osten der Republik Zypern und ĂŒber einen Abzweig in den Norden mit der Hauptstadt Nikosia. Eine in der Republik Zypern abgeschlossene Haftpflichtversicherung ist im Nordteil nicht gĂŒltig, dort muss eine separate Versicherung abgeschlossen werden. In der Republik Zypern gibt es zwei internationale VerkehrsflughĂ€fen in Larnaka und in Paphos. Im Nordteil der Insel liegt der Flughafen Ercan, der nur ĂŒber die TĂŒrkei angeflogen wird. Die bedeutendste Hafenstadt der Republik Zypern ist Limassol. RegelmĂ€ĂŸige FĂ€hrverbindungen bestehen nicht. Die Insel wird aber zunehmend von Kreuzfahrtschiffen angefahren. Im Jahr 2016 lag der Motorisierungsgrad (Personenkraftwagen pro 1000 Einwohner) bei 595.

Kultur

Museen

Auf Zypern gibt es viele vor allem historische Museen und einige fĂŒr Besucher zugĂ€ngliche archĂ€ologische AusgrabungsstĂ€tten. Die beiden wichtigsten archĂ€ologischen Museen sind das Zypern-Museum in Nikosia und das Pierides-Museum (Larnaka). Der grĂ¶ĂŸte archĂ€ologische Park ist der ArchĂ€ologische Park Pafos. In Nikosia befinden sich zudem im sĂŒdlichen und im nördlichen Teil der Stadt auch Museen, die von den beiden zum Teil sehr unterschiedlichen Perspektiven einen Einblick in die politische Geschichte Zyperns im 20. Jahrhundert geben.

Musik

KĂŒche

Die zyprische KĂŒche ist eine mediterrane KĂŒche, die durch die Geschichte Zyperns bedingt von zahlreichen EinflĂŒssen verschiedener Kulturen geprĂ€gt wurde. Hauptgrundlage der zyprischen KĂŒche sind jedoch die griechische und tĂŒrkische mit ihrer Vorliebe fĂŒr Gegrilltes und Eintopfgerichte, Zitrone, Joghurt, Petersilie und Knoblauch, jedoch allgemein weniger scharf als die tĂŒrkische und arabisch und italienisch geprĂ€gt unter Verwendung von weit mehr GewĂŒrzen und KrĂ€utern. Wein aus Zypern war bereits im antiken Rom berĂŒhmt und wird in der KĂŒche verwendet. Schließlich wurden der zyprischen KĂŒche durch die englische Kolonialzeit auch nordeuropĂ€ische und asiatische, darunter besonders indische Zutaten wie Currypulver und Ingwer einverleibt.

Siehe auch

  • Liste geteilter Inseln
  • Flagge Zyperns

Literatur

  • Franz Georg Maier: Cypern – Insel am Kreuzweg der Geschichte. Beck, MĂŒnchen 1982, ISBN 3-406-09089-3.
  • Pavlos Tzermias: Geschichte der Republik Zypern. Francke, TĂŒbingen 2004, ISBN 3-7720-8060-X.
  • Julia Chatzipanagioti: Griechenland, Zypern, Balkan und Levante. Eine kommentierte Bibliographie der Reiseliteratur des 18. Jahrhunderts. 2 Bde. Lumpeter & Lasel, Eutin 2006, ISBN 3-9810674-2-8.
  • Andreas Schneider: Zypern: [mit Nordzypern]. 1. Auflage. DuMont, Ostfildern 2005, ISBN 3-7701-6084-3.
  • Yiannis Papadakis: Echoes from the Dead Zone: Across the Cyprus Divide. I.B. Tauris, 2005, ISBN 978-0-85771-231-8.
  • SevgĂŒl Uludag: Cyprus the Untold Stories. Bibliopolis, Mannheim/Möhnesee 2005, ISBN 978-3-941336-27-8.
  • Arnold Sherman: Zypern: die gefolterte Insel; der griechisch-tĂŒrkische Zypernkonflikt und seine HintergrĂŒnde. Ahriman-Verlag, Freiburg i. Br. 1999, ISBN 3-89484-811-1.
  • A. Berger, J. Richard: Zypern. In: Lexikon des Mittelalters (LexMA). Band 9. LexMA-Verlag, MĂŒnchen 1998, ISBN 3-89659-909-7, Sp. 738–745. 

Weblinks

  • Institut fĂŒr interdisziplinĂ€re Zypern-Studien, WestfĂ€lische Wilhelms-UniversitĂ€t MĂŒnster
  • LĂ€nderinformationen des AuswĂ€rtigen Amtes
  • Zypern in Meyers Konversationslexikon, Vierte Auflage, 1885–1892
  • Francesco Molica: Zypern: Ist das Ende des Konflikts in Sicht? (Nicht mehr online verfĂŒgbar.) In: dieeuros.eu. Les Euros, 1. Dezember 2008, archiviert vom Original am 6. MĂ€rz 2016; abgerufen am 18. April 2019. 
  • Zypern – deutsche Zeitung der Insel
  • Friedenstruppe der Vereinten Nationen in Zypern
  • Liste der StaudĂ€mme auf Zypern (englisch und griechisch)
  • Christian Scheib, Roman Tschiedl: Aphrodite's Child – Erkundungen im zeitgenössischen Zypern (Radio-Feature), Radio Ö1, 15. April 2019
  • Cyprus revoking 'golden passports'. Bangkok Post

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