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Gebirge Karte: Teutoburger Wald

Gebirge Lage und Zugehörigkeit

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Gebirge Informationen zur Gebirgsgruppe: Teutoburger Wald

Informationen zur Lage und Bezeichnung:


ausführliche Beschreibung:

Der Teutoburger Wald ist ein bis 446,4┬ám┬á├╝.┬áNHN hohes Mittelgebirge im Nieders├Ąchsischen Bergland. Es liegt heute in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen und erstreckt sich vom Tecklenburger Land vorbei an Osnabr├╝ck und durch Bielefeld bis nach Horn-Bad Meinberg im S├╝dosten. Bis ins 17.┬áJahrhundert trug der Gebirgszug mit dem s├╝d├Âstlich anschlie├čenden Eggegebirge den Namen Osning.

├ťberregional bekannt ist der Teutoburger Wald vor allem durch die Varusschlacht (auch Hermannsschlacht oder Schlacht im Teutoburger Wald genannt) zwischen R├Âmern und Germanen im Jahr 9┬án.┬áChr. Zu den touristischen Anziehungspunkten geh├Âren das Hermannsdenkmal sowie die Externsteine und die D├Ârenther Klippen. H├Âchster Berg ist der Barnacken.

Name

Im Jahr 1616 wurde der ÔÇ×OsningÔÇť durch den Geografen und Historiker Philipp Cl├╝ver in ÔÇ×Teutoburger WaldÔÇť umbenannt ÔÇô┬áeine (R├╝ck-)├ťbersetzung des Namens teutoburgiensis saltus des Gebietes, wo dem r├Âmischen Schriftsteller Tacitus zufolge die Varusschlacht (clades Variana ÔÇô┬ádie ÔÇ×VarusniederlageÔÇť) stattfand, in der ein r├Âmisches durch ein germanisches Heer unter F├╝hrung des Cheruskerf├╝rsten Arminius besiegt wurde. Cl├╝ver gr├╝ndete seine Annahme auf den dort vorhandenen Teutberg. Als erster schloss sich der Blomberger Pastor Johannes Piderit 1627 dieser Meinung an. Eingang in den Sprachgebrauch fand der neue Name seit dem 18.┬áJahrhundert ma├čgeblich durch Ferdinand von F├╝rstenberg, F├╝rstbischof von Paderborn und M├╝nster, der ihn 1669 in seine ÔÇ×Monumenta PaderbornensiaÔÇť ├╝bernahm und auch auf von ihm herausgegebenen Landkarten druckte.

Noch heute Osning genannt wird der im S├╝dosten von Bielefeld rund um den Ebberg (309,5┬ám) befindliche Teil des Teutoburger Waldes. Umgangssprachlich wird der Name Teutoburger Wald in der Region oft als Teuto abgek├╝rzt. Ein Abschnitt des Gebirges bei Bad Iburg hei├čt Iburger Wald und der Teil zwischen Oerlinghausen und Horn-Bad Meinberg Lippischer Wald. Historisierend wurde der Teutoburger Wald auch als Teutgebirg bezeichnet, so bei Ludwig Altenbernd.

Geographie

Lage

Der Teutoburger Wald liegt im Nieders├Ąchsischen Bergland als Teil des Unteren Weserberglands. Bis auf den Abschnitt im Landkreis Osnabr├╝ck in Niedersachsen geh├Ârt er zu Nordrhein-Westfalen. Er erstreckt sich auf rund 105┬ákm L├Ąnge vom im Tecklenburger Land gelegenen H├Ârstel im Nordwesten, s├╝dlich an Ibbenb├╝ren und Osnabr├╝ck vorbei, durch Ostwestfalen bei G├╝tersloh, durch das Bielefelder Stadtgebiet und im Kreis Lippe vorbei an Oerlinghausen und Detmold bis nach Horn-Bad Meinberg im S├╝dosten.

Bei Horn-Bad Meinberg liegt die Nahtstelle zum s├╝dw├Ąrts gerichteten Eggegebirge: Sie befindet sich direkt s├╝d├Âstlich des Kniebergs (365,1┬ám) an der Silberm├╝hle (249,1┬ám) bzw. am Silberbach, der von Veldrom nordnordostw├Ąrts nach Leopoldstal flie├čt; neben dem s├╝dlich des Kniebergs aber noch westlich des Bachtals gelegenen Buchenberg (ca.┬á385┬ám) geh├Ârt der Knieberg zu den s├╝d├Âstlichen Bergen des Teutoburger Waldes. S├╝d├Âstlich des Tals liegt die Nordflanke der Lippischen Velmerstot (441,4┬ám) mit dem jenseits bzw. s├╝dlich davon gelegenen Preu├čischen Velmerstot (ca.┬á464┬ám) im ├Ąu├čersten Norden des Eggegebirges. S├╝dwestlich der Gebirgsnahtstelle liegt die Senne als sandiges s├╝dwestliches Vorland des s├╝d├Âstlichen Teutoburger Waldes und als westliches Vorland des n├Ârdlichen Eggegebirges.

Der Teutoburger Wald ragt zusammen mit dem n├Ârdlich gelegenen Wiehengebirge weit in die Norddeutsche Tiefebene hinein. S├╝dwestlich des Mittelgebirges liegt die Westf├Ąlische Bucht, ├Âstlich das Lipper Bergland.

Die h├Âchsten Erhebungen des Teutoburger Waldes befinden sich mit dem Barnacken (446,4┬ám) in seinem S├╝dostteil. In Richtung Nordwesten f├Ąllt das bewaldete Gebirge nahezu kontinuierlich ab bis es s├╝ds├╝d├Âstlich von H├Ârstel am Huckberg (95,2┬ám) seine niedrigste Stelle erreicht.

Naturparks

Fast der gesamte Teutoburger Wald geh├Ârt zwei direkt benachbarten Naturparks an: In seinem Nordwestteil (nordwestlich von Bielefeld) und im n├Ârdlich gelegenen Wiehengebirge liegt der 1220┬ákm┬▓ gro├če Natur- und Geopark TERRA.vita und im S├╝dostteil (s├╝d├Âstlich von Bielefeld) und im Eggegebirge mit Randgebieten s├╝dw├Ąrts bis zum Diemeltal der 2711┬ákm┬▓ gro├če Naturpark Teutoburger Wald/Eggegebirge (besonders fr├╝her auch Naturpark Eggegebirge und s├╝dlicher Teutoburger Wald genannt).

Berge

Der Teutoburger Wald geht im S├╝dosten in das Eggegebirge ├╝ber, so dass auf den ersten Blick nicht eindeutig ersichtlich ist, welcher Berg der h├Âchste ist bzw. welcher Berg zu welchem Gebirge geh├Ârt. Diesbez├╝glich werden teils auch noch die Lippische und Preu├čische Velmerstot erw├Ąhnt, die aber, wie oben beschrieben, geologisch gesehen zum Eggegebirge geh├Âren.

Der Barnacken (446,4┬ám) im ├Ąu├čersten S├╝dosten des Teutoburger Waldes nordwestlich des Silberbachtals ist der h├Âchste Berg des gesamten Gebirges. Die h├Âchste Erhebung in seinem Mittelteil ist der D├Ârenberg (331,2┬ám) bei Georgsmarienh├╝tte s├╝dlich von Osnabr├╝ck. Die nordwestlichste Kuppe (im Osning) ├╝ber 200┬ám ist der Leedener Berg (202,4┬ám) bei Leeden n├Ârdlich von Lengerich und ├Âstlich von Tecklenburg, rund 450┬ám ├Âstlich der Bundesautobahn┬á1.

Im Volksmund wird der Teutoburger Wald im Stadtgebiet von Bielefeld als Bielefelder Berg bezeichnet. In der Regel ist damit aber nur der Gebirgspass gemeint, auf dem die Bundesautobahn┬á2 das Gebirge zwischen dem Eisgrundsberg (268,1┬ám) und dem Berg Auf dem Polle (320,4┬ám) sowie zwischen den Anschlussstellen Bielefeld-S├╝d und Bielefeld-Ost auf maximal etwa 219┬ám H├Âhe ├╝berquert.

Zu den Bergen und Bergausl├Ąufern (teils lediglich Anh├Âhen des Teuto-Hauptkamms), im Teutoburger Wald und seinen Ausl├Ąufern geh├Âren ÔÇô┬ásortiert nach H├Âhe in Meter (m) ├╝ber Normalh├Âhennull (NHN; wenn nicht anders angeben in der Regel laut ) und mit nahen Ortschaften:

  • Barnacken (446,4 m), Horn-Bad Meinberg-Holzhausen
  • Hohlestein (433,2 m), Schlangen-Kohlst├Ądt; mit Hohlsteinh├Âhle
  • Oberer Langenberg (418,8 m), Horn-Bad Meinberg-Holzhausen
  • Stemberg (401,9 m), Horn-Bad Meinberg-Holzhausen, mit naher Ruine Falkenburg
  • Bielstein (393,6 m), Detmold-Hiddesen, mit Sendeanlage
  • Grotenburg (oder Teutberg; 386 m), Detmold-Hiddesen, mit Hermannsdenkmal und Ringwall
  • Knieberg (365,1 m), Horn-Bad Meinberg, s├╝d├Âstlicher Endpunkt des Teutoburger Waldes
  • Gro├čer Ehberg (339,6 m), Detmold-Pivitsheide V. L.
  • T├Ânsberg (336,9 m), Oerlinghausen, mit H├╝nenkapelle, Sachsenlager, L├Âns-Denkmal, Ehrenmal f├╝r Gefallene des 1.┬áWeltkriegs, Windm├╝hlenstumpf Kumsttonne
  • D├Ârenberg (331,2 m), Georgsmarienh├╝tte, mit Hermannsturm (Aussichtsturm)
  • H├╝nenburg (312,5 m), Bielefeld, ehemalige Fliehburg mit Fernmeldeturm und Aussichtsturm
  • Ebberg (309,5 m), Bielefeld-Senne, mit Eisernem Anton (Aussichtsturm)
  • Hanken├╝ll (307,1 m), Dissen und Borgholzhausen
  • Hollandskopf (306,6 m), Borgholzhausen
  • Johannisegge (293 m), Borgholzhausen, mit Luisenturm (Aussichtsturm)
  • Gro├čer Freeden (269 m), Hilter, Fauna-Flora-Habitat-Richtlinien-Schutzgebiet
  • Steinegge (266 m), Dissen am Teutoburger Wald
  • Hohnsberg (242 m), Bad Iburg
  • Westerbecker Berg (235 m), Lienen
  • Beutling (ca. 220 m), Melle-Wellingholzhausen, Naturschutzgebiet, Aussichtsturm
  • Urberg (218,1 m), Bad Iburg
  • Leedener Berg (202,4 m), Tecklenburg-Leeden
  • Johannisberg (197 m), Bielefeld
  • Kupferberg (197 m), Detmold-Heidenoldendorf
  • Limberg (194,3 m), Bad Iburg, Absturzort von Zeppelin LZ 7, 1910
  • Lammersbrink (191,9 m), Georgsmarienh├╝tte, mit Varusturm
  • D├Ârenther Klippen (159 m), Ibbenb├╝ren
  • Klotenberg (159 m), Brochterbeck
  • Hagenberg (139,2 m), Bad Iburg
  • Birgter Berg (131,8 m), H├Ârstel-Birgte
  • Lagerberg (128,2 m) H├Ârstel-Riesenbeck
  • Riesenbecker Berg (134 m), H├Ârstel-Riesenbeck
  • Bergesh├Âveder Berg (118,2 m), H├Ârstel-Riesenbeck
  • Huckberg (95,2 m), H├Ârstel-Bevergern, nordwestlicher Endpunkt des Teutoburger Waldes

Wasserscheiden und Flie├čgew├Ąsser

Der mittlere Abschnitt des Teutoburger Waldes ist ein Bestandteil der Weser-Ems-Wasserscheide. Sein ├Ąu├čerster S├╝dosten, in dem sich der Lippische Wald und der oben erw├Ąhnte Barnacken befinden, ist ein Teil der Rhein-Weser-Wasserscheide. Die beiden Wasserscheiden begegnen sich in einem hydrographischen Wasserscheidepunkt, der seit dem Jahr 2009 mit dem Dreiflussstein markiert ist.

Die l├Ąngsten Flie├čgew├Ąsser, die den Teutoburger Wald entw├Ąssern, sind die Ems (ca.┬á371┬ákm), Lippe (ca.┬á220┬ákm) und Hase (ca.┬á170┬ákm). Zudem entspringen in dem im Mittelgebirge oder in seinem Vorland zahlreiche B├Ąche und mehrere kleine Fl├╝sse (alphabetisch sortiert):

  • Die Bever, vereinigt durch mehrere s├╝dwestw├Ąrts flie├čende B├Ąche, ist ein Ems-Nebenfluss.
  • Die Dreierwalder Aa (Nordseite) flie├čt durch das Tal zwischen nordwestlichem Teutoburger Wald und dem Schafberg (westliche Fortsetzung des Wiehengebirges) nordwestw├Ąrts zur Ems.
  • Die D├╝te entspringt am Nordosthang des Hohnsberges nordwestlich von Hilter, flie├čt durch Georgsmarienh├╝tte und m├╝ndet unterhalb von Osnabr├╝ck in die Hase.
  • Die Ems entspringt wie die Lippe in der Senne, in der weitere Ems-Zufl├╝sse entstehen:
    • Die Dalke m├╝ndet nach Aufnahme des Wapelbaches westlich von G├╝tersloh in die Ems.
    • Der Sennebach, m├╝ndet westlich von Rietberg rechtsseits in die Ems.
  • Der Floethe entspringt nahe Tecklenburg und flie├čt als Bevergerner Aa an der Gebirgss├╝dseite entlang nach Rheine, um dort als Hemelter Bach in die Ems zu m├╝nden.
  • Glane und Eltingm├╝hlenbach entspringen bei Bad Iburg (S├╝dseite) und m├╝nden nach ihrer Vereinigung bei Hembergen in die Ems.
  • Die Hase flie├čt nordw├Ąrts zur Ems. Zehn Kilometer n├Ârdlich der Quelle zweigt von ihr die Else ab, um ostw├Ąrts in Richtung Weser zu flie├čen.
  • Die Hessel flie├čt westw├Ąrts zur Ems.
  • Der Johannisbach, gr├Â├čtes Flie├čgew├Ąsser von Bielefeld, hei├čt ab der Einm├╝ndung der Lutter Aa und flie├čt ostw├Ąrts der Werre zu.
  • Der Knochenbach in Detmold mit seinem l├Ąngeren Zufluss, der Wiembecke, m├╝ndet in die Werre.
  • Die Lippe, ein Rhein-Nebenfluss, entspringt bei Bad Lippspringe in der Senne.
    • Die Glenne, im Oberlauf Haustenbach genannt, m├╝ndet westlich von Lippstadt in die Lippe.
    • Die Thune, im Oberlauf Strothe genannt, m├╝ndet als Lippe-Zufluss in den Lippesee.
  • Die Lutter entspringt im Bielefelder Pass. Urspr├╝nglich floss das gesamte Wasser der Lutterquellen in Richtung Ems, aber schon seit dem Mittelalter wird ein Teil in den Bohnenbach geleitet, der ab der Einleitungsstelle heute Lutter oder Lutterbach genannt wird und sich im Bielefelder Stadtteil Milse mit dem Johannisbach vereinigt.
  • Die Warmenau, Grenze von Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen im Raum Melle, entspringt n├Ârdlich von Werther im Ravensberger H├╝gelland und flie├čt der Else zu.
  • Die Werre entspringt bei Detmold wenige Kilometer ├Âstlich des Kammgebirges im Lippischen Bergland, nimmt in Herford die Aa und bei L├Âhne die Else auf, bevor sie bei Bad Oeynhausen in die Weser m├╝ndet.
  • Die Windwehe entspringt in Oerlinghausen am Nordhang des Gebirges, flie├čt durch Leopoldsh├Âhe und m├╝ndet in die Lutter (Lutterbach).

Geologie

Entstehungsgeschichte

Die geologische Entstehung des Teutoburger Waldes begann am Ende des Mesozoikums vor etwa 65ÔÇô70 Millionen Jahren. Als Auswirkung der Saxonischen Bruchschollentektonik kam es zu einem Bruch zwischen den Gro├čschollen der Rheinischen Masse und dem Nieders├Ąchsischen Tektogen; dieser Bruch wird heute als Osning-Spalte bezeichnet. Die n├Ârdliche Scholle schob sich ├╝ber die s├╝dliche, richtete deren Gesteinsschichten teils senkrecht auf und lie├č sie zum Teil sogar umkippen.

Die Gesteinsschichten, aus denen sich der Teutoburger Wald sp├Ąter wie beschrieben auffaltete, waren entstanden, als die Region w├Ąhrend des Mesozoikums bis vor rund 65,5 Millionen Jahren nahezu durchg├Ąngig von Meeren bedeckt war. Auf dem Meeresgrund bildeten sich zun├Ąchst in der Trias, einem f├╝r die Bildung der Gesteine des Teutoburger Waldes wichtigen Zeitabschnitt zwischen 251 und 199,6 Millionen Jahren vor heute, ├╝beraus m├Ąchtige Sedimentablagerungen. Diese setzten sich zusammen aus vom Festland eingeschwemmtem Material, in der Hauptsache Sanden, und den Kalkschalen von Meerestieren. Weitere Sedimentschichten entstanden in der unteren und in der oberen Kreidezeit (ebenfalls Sande und Kalke). Die kreidezeitlichen Sedimente bilden vor allem im Nordteil des Teutoburger Waldes die Hauptk├Ąmme. Unter ihrem eigenen Druck verfestigten sich die Sedimente. Aus dem Sand bildete sich Sandstein und aus den Kalkablagerungen Kalkstein.

Einen wesentlichen Anteil am heutigen Erscheinungsbild des Teutoburger Waldes mit seinen ausgepr├Ągten L├Ąngst├Ąlern hatten zudem die Eiszeiten des Quart├Ąr mit ihren starken Erosionen.

K├Ąmme

Zum gro├čen Teil besteht der Teutoburger Wald aus drei parallelen K├Ąmmen, von denen der nord├Âstliche und der s├╝dwestliche an vielen Stellen von Durchbruchst├Ąlern durchschnitten werden, w├Ąhrend der mittlere nur an wenigen Stellen und ├╝berwiegend nur gering eingeschnitten ist. Die K├Ąmme sind durch die unterschiedliche H├Ąrte der hier schr├Ąg aus der Tiefe hervortretenden Gesteinsschichten entstanden. Das Gebirge hat nur wenige sichtbare Felsen, darunter sind die D├Ârenther Klippen im Nordwesten und die Externsteine im S├╝dosten.

Der geologisch ├Ąlteste Kamm ist der n├Ârdliche, der aus Muschelkalk des Trias besteht. Aus der Unterkreide stammt der mittlere Kamm, zugleich der Hauptkamm des Teutoburger Waldes, dessen h├Âchste Erhebung der Barnacken (446,4┬ám) ist. Dieser Kamm wird aus Osning-Sandstein gebildet. Geologisch am j├╝ngsten ist der s├╝dliche Kamm aus Kalkstein der Oberkreide.

Besiedlungsgeschichte

Das schmale Kammgebirge des Teutoburger Waldes war ÔÇô┬áwie das Wiehengebirge und das Wesergebirge┬áÔÇô vermutlich kaum besiedelt. In diesen Gebirgen wurden aber Burgen errichtet, wobei bevorzugt in die Ebene vorspringende Bergkuppen ausgenutzt wurden. Dort waren sie nur wenige Kilometer vom besiedelten Flachland entfernt, hatten gute Verbindung dorthin und konnten leicht erreicht werden. Zu den Flucht- oder Volksburgen der ÔÇ×Rhein-Weser-GermanenÔÇť (vgl. Cherusker) um Christi Geburt sind (laut G. Mildenberger) die Grotenburg (am Hermannsdenkmal), die H├╝nenburg bei Bielefeld und der T├Ânsberg in Oerlinghausen zu rechnen. Bei der L├Âwenburg in L├Ąmershagen, einem Bielefelder Stadtteil im Stadtbezirk Stieghorst, handelt es sich ebenfalls um eine Wallburg, die bis ins Hochmittelalter genutzt wurde. Ihr Name bezieht sich auf Heinrich den L├Âwen.

Dar├╝ber hinaus gibt es im Teutoburger Wald zwei Ritterburgen, heute mehr rekonstruiert als original: Die Burg Ravensberg bei Borgholzhausen gab dem Ravensberger Land den Namen. Sp├Ąter verlegten die Grafen von Ravensberg ihren Hauptsitz auf die Sparrenburg in Bielefeld, deren Sparren heute Wappenzeichen der Stadt Bielefeld und des ganzen Ravensberger Landes ist und die bis in die ersten Jahrzehnte brandenburgischer Herrschaft Verwaltungssitz der Region war. Ein weiterer Grafensitz war die Burg Tecklenburg in Tecklenburg. Nachdem die Grafschaft Tecklenburg an Preu├čen gekommen war, wurde sie 1744 auf Anordnung der preu├čischen Regierung weitgehend abgerissen. Die Region ist nach diesem Grafensitz als Tecklenburger Land bezeichnet.

Im Sp├Ątmittelalter, der Zeit der geringsten Wald- und ausgedehntesten Ackerfl├Ąchen in Mitteleuropa, wurden auch Kammlagen landwirtschaftlich genutzt, die heute wieder bewaldet sind. Eine ehemalige nicht wieder aufgeforstete Ackerfl├Ąche dieser Art ist die Ochsenheide in Bielefeld.

Tourismus

Touristisch versteht sich die ÔÇ×Urlaubsregion Teutoburger WaldÔÇť als ├╝ber den reinen H├Âhenzug des Teutoburger Waldes hinausgehend. Die gesamte Region Ostwestfalen-Lippe (Regierungsbezirk Detmold) und dar├╝ber hinaus wird unter Teutoburger Wald vermarktet. Dabei macht man sich die relative Bekanntheit des Begriffs in Deutschland zu Nutze. Die Akzeptanz und die Identifikation mit dem Begriff Teutoburger Wald ist innerhalb der Region Ostwestfalen-Lippe unterschiedlich stark ausgepr├Ągt. Seit dem Jahr 2001 engagiert sich der Natur- und Geopark TERRA.vita im Bereich des Teutoburger Waldes westlich von Bielefeld und erschlie├čt insbesondere landschaftsgeschichtliche Sehensw├╝rdigkeiten f├╝r Besucher.

Wandern

Fast alle bewaldeten Berge des Teutoburger Waldes sind mit einem ausgedehnten Wegenetz attraktiv zum Wandern. Zumeist ├╝ber seinen Hauptkamm f├╝hrt als Teil der Hermannsh├Âhen der 156┬ákm lange Hermannsweg, einer der deutschen Fernwanderwege. Seit dem 5. September 2008 ist er ein vom Deutschen Wanderverband zertifizierter Qualit├Ątswanderweg. Zwischen den Bergen Bielstein im Westen und Grotenburg im Osten liegt das in Nord-S├╝d-Richtung verlaufende und bei Wanderern beliebte Heidenbachtal. Ebenfalls nach den Kriterien des Deutschen Wanderverbands zertifiziert ist der Eggeweg, der zusammen mit dem Hermannsweg als Hermannsh├Âhen beschildert und beworben wird. Weitere zertifizierte Wege in der Urlaubsregion Teutoburger Wald sind der Paderborner H├Âhenweg, der Viaduktwanderweg bei Altenbeken und der Hansaweg zwischen Herford und Hameln.

Gesundheit

Die Urlaubsregion Teutoburger Wald weist mit insgesamt sieben Heilb├Ądern eine recht hohe Angebotsdichte im Bereich Gesundheit auf. Neben klassischen Kur- und Rehaaufenthalten entwickelt sich zunehmend auch privatbezahlter Gesundheitsurlaub, der nicht mit Wellness im engeren Sinne identisch ist. Die medizinische Kompetenz der Kliniken und Hotelangebote werden dabei verkn├╝pft.

Sehensw├╝rdigkeiten

Zu den Ausflugszielen und Sehensw├╝rdigkeiten im oder nahe dem Teutoburger Wald geh├Âren:

  • Arch├Ąologisches Freilichtmuseum Oerlinghausen, Freilichtmuseum am Barkhauser Berg
  • D├Ârenther Klippen, Sandstein-Felsformation mit Felsen Hockendes Weib; bei Ibbenb├╝ren
  • Donoperteich, in einem Naturschutzgebiet zwischen Hiddesen und Pivitsheide V.┬áH.
  • Eggegebirge, direkt s├╝d├Âstlich an den Teutoburger Wald anschlie├čendes Nachbargebirge
  • Externsteine, Sandstein-Felsformation; bei Horn-Bad Meinberg
  • R├Âmerlager Bielefeld-Sennestadt, R├Âmisches Marschlager aus der Zeit um Christi Geburt
  • Ruine Falkenburg, Ruine einer 1190 bis 1194 erbauten Burg; bei Detmold-Berlebeck
  • F├╝rstenallee, historischer Abschnitt der heutigen Landesstra├če┬á937; s├╝dlich der Gausek├Âte
  • Gausek├Âte, Passh├Âhe im Teutoburger Wald
  • Hermannsdenkmal, 1838 bis 1875 erbautes Denkmal; bei Detmold-Hiddesen
  • Hermannsturm, Aussichtsturm auf dem D├Ârenberg; bei Georgsmarienh├╝tte
  • Hermannsweg, Wanderweg als Teil des Hermannsh├Âhenweges auf dem Gebirgshauptkamm
  • Burg Ravensberg, 1080 errichtet; bei Borgholzhausen
  • Sparrenburg, vor 1250 errichtet; in Bielefeld
  • Seit 2018 befindet sich in Bad Iburg auf dem Urberg einer der ersten Weinberge in Niedersachsen.

Literatur

  • Fritz Mielert: Urv├Ąterland. L. Holzwarth-Verlag, Bad Rothenfelde 1927.
  • Naturschutzzentrum Senne (Hrsg.): Senne und Teutoburger Wald. tpk-Regionalverlag, Bielefeld 2008, ISBN 978-3-936359-32-9.
  • Peter Wells: Die Schlacht im Teutoburger Wald. Albatros, D├╝sseldorf 2009, ISBN 978-3-491-96246-0.
  • Birgit Meineke: Zum Teutoburgiensis saltus bei Tacitus. Grenzen und M├Âglichkeiten einer Deutung. In: Eckhard Meineke, Heinrich Tiefenbach (Hrsg.): Mikrotoponyme. Jenaer Symposion 1.┬áund 2.┬áOktober 2009 (=┬áJenaer Germanistische Forschungen. Neue Folge. Band┬á32). Winter, Heidelberg 2011, ISBN 978-3-8253-5949-2, S.┬á99ÔÇô130.
  • Karl Erich Andr├ęe: Der Teutoburger Wald bei Iburg. Inaugural-Dissertation zur Erlangung der Doctorw├╝rde der hohen philosophischen Fakult├Ąt der Georg-August-Universit├Ąt zu G├Âttingen, Druck von Louis Hofer, G├Âttingen 1904, auf archive.org.
  • Oswald Rei├čert: Das Weserbergland und der Teutoburger Wald. Velhagen und Klasing, Bielefeld 1909.
  • Karsten Mosebach┬á; Florian M├Âllers: Auf stillen Pfaden┬á: Streifz├╝ge durch den Geo.Naturpark im Osnabr├╝cker Land, Teutoburger Wald und Wiehengebirge. Meinders und Elstermann, Belm bei Osnabr├╝ck 2002, ISBN 978-3-88926-889-1 (112┬áS.).┬á

Weblinks

  • Hermannsh├Âhen ÔÇô Hier l├Ąuft das Leben!, Informationen zum Wandern auf dem Kamm des Teutoburger Waldes, hermannshoehen.de
  • Urlaub & Freizeit im Teutoburger Wald, Urlaubs- und Freizeitregion Teutoburger Wald / Teutoburger Wald Tourismus, auf teutoburgerwald.de
  • Teutoburger Wald (Artenschutzhandbuch Kreis G├╝tersloh), biostation-gt-bi.de
  • Terra Vita: Naturpark- und Geopark N├Ârdlicher Teutoburger Wald, Wiehengebirge, Osnabr├╝cker Land, auf naturpark-terravita.de
  • Naturpark Teutoburger Wald / Eggegebirge, auf naturpark-teutoburgerwald.de
  • Arminius / Varus. Die Varusschlacht im Jahre 9 n. Chr., Informationen und Ressourcen zur Varusschlacht und ihrer Rezeption im Internet-Portal ÔÇ×Westf├Ąlische GeschichteÔÇť des LWL-Instituts f├╝r westf├Ąlische Regionalgeschichte, M├╝nster, auf westfaelische-geschichte.de
  • Geologie und der Abbau von Bodensch├Ątzen im Gebiet der heutigen Stadt Bad Iburg (Teutoburger Wald), aus geo-iburg.de.vu
  • Landschaftssteckbriefe des Bundesamts f├╝r Naturschutz (BfN), auf bfn.de:
    • Bielefelder Osningkamm (Nr. 53002)
    • Werther-Oerlinghausener Osning-Vorberge (Nr. 53001)
    • Osnabr├╝cker Osning (Nr. 53401)
    • S├╝dliches Osningvorland (Nr. 53402)

Einzelnachweise




Quelle: Wikipedia
 

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Staaten die sich in dieser Gebirgsgruppe befinden (1):
Deutschland Deutschland

Ausdehnung / Grenzen (nach WGS 84 dezimal):
nördlichster Punkt: 52.370569
südlichster Punkt: 51.74425
westlichster Punkt: 7.533874999
östlichster Punkt: 8.992309999


Das Gebirge hat eine Fläche
von etwa
2147 km²

Die Länge der Grenze
beträgt ca.
242 km
 
Teutoburger Wald: Große Karte mit den Grenzen und Hütten, Gipfeln sowie Touren der Gebirgsgruppe
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