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Gebirge Karte: Teutoburger Wald

Gebirge Lage und Zugehörigkeit

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Gebirge Informationen zur Gebirgsgruppe: Teutoburger Wald

Informationen zur Lage und Bezeichnung:


ausführliche Beschreibung:

Der Teutoburger Wald ist ein bis 446,4 mÂ ĂŒ. NHN hohes Mittelgebirge im NiedersĂ€chsischen Bergland. Es liegt heute in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen und erstreckt sich vom Tecklenburger Land vorbei an OsnabrĂŒck und durch Bielefeld bis nach Horn-Bad Meinberg im SĂŒdosten. Bis ins 17. Jahrhundert trug der Gebirgszug mit dem sĂŒdöstlich anschließenden Eggegebirge den Namen Osning und wird manchmal auch heute noch so genannt.

Überregional bekannt ist der Teutoburger Wald vor allem durch die Varusschlacht (auch Hermannsschlacht oder Schlacht im Teutoburger Wald genannt) zwischen Römern und Germanen im Jahr 9 n. Chr. Zu den touristischen Anziehungspunkten gehören das Hermannsdenkmal sowie die Externsteine und die Dörenther Klippen. Höchster Berg ist der Barnacken. DarĂŒber hinaus gilt er als lĂ€ngster Höhenzug Deutschlands.

Name

Im Jahr 1616 wurde der „Osning“ durch den Geografen und Historiker Philipp ClĂŒver in „Teutoburger Wald“ umbenannt – eine (RĂŒck-)Übersetzung des Namens teutoburgiensis saltus des Gebietes, wo dem römischen Schriftsteller Tacitus zufolge die Varusschlacht (clades Variana – die „Varusniederlage“) stattfand, in der ein römisches durch ein germanisches Heer unter FĂŒhrung des CheruskerfĂŒrsten Arminius besiegt wurde. ClĂŒver grĂŒndete seine Annahme auf den dort vorhandenen Teutberg. Als erster schloss sich der Blomberger Pastor Johannes Piderit 1627 dieser Meinung an. Eingang in den Sprachgebrauch fand der neue Name seit dem 18. Jahrhundert maßgeblich durch Ferdinand von FĂŒrstenberg, FĂŒrstbischof von Paderborn und MĂŒnster, der ihn 1669 in seine „Monumenta Paderbornensia“ ĂŒbernahm und auch auf von ihm herausgegebenen Landkarten druckte.

Noch heute Osning genannt wird der im SĂŒdosten von Bielefeld rund um den Ebberg (309,5 m) befindliche Teil des Teutoburger Waldes. Umgangssprachlich wird der Name Teutoburger Wald in der Region oft als Teuto abgekĂŒrzt. Ein Abschnitt des Gebirges bei Bad Iburg heißt Iburger Wald und der Teil zwischen Oerlinghausen und Horn-Bad Meinberg Lippischer Wald. Historisierend wurde der Teutoburger Wald auch als Teutgebirg bezeichnet, so bei Ludwig Altenbernd.

Geographie

Lage

Der Teutoburger Wald liegt im NiedersĂ€chsischen Bergland als Teil des Unteren Weserberglands. Bis auf den Abschnitt im Landkreis OsnabrĂŒck in Niedersachsen gehört er zu Nordrhein-Westfalen. Er erstreckt sich auf rund 105 km LĂ€nge vom im Tecklenburger Land gelegenen Hörstel im Nordwesten, sĂŒdlich an IbbenbĂŒren und OsnabrĂŒck vorbei, durch Ostwestfalen bei GĂŒtersloh, durch das Bielefelder Stadtgebiet und im Kreis Lippe vorbei an Oerlinghausen und Detmold bis nach Horn-Bad Meinberg im SĂŒdosten.

Bei Horn-Bad Meinberg liegt die Nahtstelle zum sĂŒdwĂ€rts gerichteten Eggegebirge: Sie befindet sich direkt sĂŒdöstlich des Kniebergs (365,1 m) an der SilbermĂŒhle (249,1 m) bzw. am Silberbach, der von Veldrom nordnordostwĂ€rts nach Leopoldstal fließt; neben dem sĂŒdlich des Kniebergs aber noch westlich des Bachtals gelegenen Buchenberg (ca. 385 m) gehört der Knieberg zu den sĂŒdöstlichen Bergen des Teutoburger Waldes. SĂŒdöstlich des Tals liegt die Nordflanke der Lippischen Velmerstot (441,4 m) mit dem jenseits bzw. sĂŒdlich davon gelegenen Preußischen Velmerstot (ca. 464 m) im Ă€ußersten Norden des Eggegebirges. SĂŒdwestlich der Gebirgsnahtstelle liegt die Senne als sandiges sĂŒdwestliches Vorland des sĂŒdöstlichen Teutoburger Waldes und als westliches Vorland des nördlichen Eggegebirges.

Der Teutoburger Wald ragt zusammen mit dem nördlich gelegenen Wiehengebirge weit in die Norddeutsche Tiefebene hinein. SĂŒdwestlich des Mittelgebirges liegt die WestfĂ€lische Bucht, östlich das Lipper Bergland. Der sĂŒdöstliche Teil des Teutoburger Waldes wird vor allem historisch bisweilen auch Lippischer Wald (Lippescher Wald) oder Lipper Wald (Lipperwald) genannt.

Die höchsten Erhebungen des Teutoburger Waldes befinden sich mit dem Barnacken (446,4 m) in seinem SĂŒdostteil. In Richtung Nordwesten fĂ€llt das bewaldete Gebirge nahezu kontinuierlich ab bis es sĂŒdsĂŒdöstlich von Hörstel am Huckberg (95,2 m) seine niedrigste Stelle erreicht.

Naturparks

Fast der gesamte Teutoburger Wald gehört zwei direkt benachbarten Naturparks an: In seinem Nordwestteil (nordwestlich von Bielefeld) und im nördlich gelegenen Wiehengebirge liegt der 1220 kmÂČ große Natur- und Geopark TERRA.vita und im SĂŒdostteil (sĂŒdöstlich von Bielefeld) und im Eggegebirge mit Randgebieten sĂŒdwĂ€rts bis zum Diemeltal der 2711 kmÂČ große Naturpark Teutoburger Wald/Eggegebirge (besonders frĂŒher auch Naturpark Eggegebirge und sĂŒdlicher Teutoburger Wald genannt).

Berge

Der Teutoburger Wald geht im SĂŒdosten in das Eggegebirge ĂŒber, so dass auf den ersten Blick nicht eindeutig ersichtlich ist, welcher Berg der höchste ist bzw. welcher Berg zu welchem Gebirge gehört. DiesbezĂŒglich werden teils auch noch die Lippische und Preußische Velmerstot erwĂ€hnt, die aber, wie oben beschrieben, geologisch gesehen zum Eggegebirge gehören.

Der Barnacken (446,4 m) im Ă€ußersten SĂŒdosten des Teutoburger Waldes nordwestlich des Silberbachtals ist der höchste Berg des gesamten Gebirges. Die höchste Erhebung in seinem Mittelteil ist der Dörenberg (331,2 m) bei GeorgsmarienhĂŒtte sĂŒdlich von OsnabrĂŒck. Die nordwestlichste Kuppe (im Osning) ĂŒber 200 m ist der Leedener Berg (202,4 m) bei Leeden nördlich von Lengerich und östlich von Tecklenburg, rund 450 m östlich der Bundesautobahn 1.

Im Volksmund wird der Teutoburger Wald im Stadtgebiet von Bielefeld als Bielefelder Berg bezeichnet. In der Regel ist damit aber nur der Gebirgspass gemeint, auf dem die Bundesautobahn 2 das Gebirge zwischen dem Eisgrundsberg (268,1 m) und dem Berg Auf dem Polle (320,4 m) sowie zwischen den Anschlussstellen Bielefeld-SĂŒd und Bielefeld-Ost auf maximal etwa 219 m Höhe ĂŒberquert.

Zu den Bergen und BergauslĂ€ufern (teils lediglich Anhöhen des Teuto-Hauptkamms), im Teutoburger Wald und seinen AuslĂ€ufern gehören – sortiert nach Höhe in Meter (m) ĂŒber Normalhöhennull (NHN; wenn nicht anders angeben in der Regel laut ) und mit nahen Ortschaften:

  • Barnacken (446,4 m), Horn-Bad Meinberg-Holzhausen
  • Hohlestein (433,2 m), Schlangen-KohlstĂ€dt; mit Hohlsteinhöhle
  • Oberer Langenberg (418,8 m), Horn-Bad Meinberg-Holzhausen
  • Stemberg (401,9 m), Horn-Bad Meinberg-Holzhausen, mit naher Ruine Falkenburg
  • Bielstein (393,6 m), Detmold-Hiddesen, mit Sendeanlage
  • Grotenburg (oder Teutberg; 386 m), Detmold-Hiddesen, mit Hermannsdenkmal und Ringwall
  • Stapelager Berg (365,2 m)
  • Knieberg (365,1 m), Horn-Bad Meinberg, sĂŒdöstlicher Endpunkt des Teutoburger Waldes
  • Hermannsberg (363,7 m)
  • Großer Ehberg (339,6 m), Detmold-Pivitsheide V. L.
  • Tönsberg (336,9 m), Oerlinghausen, mit HĂŒnenkapelle, Sachsenlager, Löns-Denkmal, Ehrenmal fĂŒr Gefallene des 1. Weltkriegs, WindmĂŒhlenstumpf Kumsttonne
  • Dörenberg (331,2 m), GeorgsmarienhĂŒtte, mit Hermannsturm (Aussichtsturm)
  • HĂŒnenburg (312,5 m), Bielefeld, ehemalige Fliehburg mit Fernmeldeturm und Aussichtsturm
  • Ebberg (309,5 m), Bielefeld-Senne, mit Eisernem Anton (Aussichtsturm)
  • HankenĂŒll (307,1 m), Dissen und Borgholzhausen
  • Hollandskopf (306,6 m), Borgholzhausen
  • Johannisegge (293 m), Borgholzhausen, mit Luisenturm (Aussichtsturm)
  • Großer Freeden (269 m), Hilter, Fauna-Flora-Habitat-Richtlinien-Schutzgebiet
  • Steinegge (266 m), Dissen am Teutoburger Wald
  • Hohnsberg (242 m), Bad Iburg
  • Westerbecker Berg (235 m), Lienen
  • Beutling (ca. 220 m), Melle-Wellingholzhausen, Naturschutzgebiet, Aussichtsturm
  • Urberg (218,1 m), Bad Iburg
  • Leedener Berg (202,4 m), Tecklenburg-Leeden
  • Johannisberg (197 m), Bielefeld
  • Kupferberg (197 m), Detmold-Heidenoldendorf
  • Limberg (194,3 m), Bad Iburg, Absturzort von Zeppelin LZ 7, 1910
  • Lammersbrink (191,9 m), GeorgsmarienhĂŒtte, mit Varusturm
  • Dörenther Klippen (159 m), IbbenbĂŒren
  • Klotenberg (159 m), Brochterbeck
  • Hagenberg (139,2 m), Bad Iburg
  • Birgter Berg (131,8 m), Hörstel-Birgte
  • Lagerberg (128,2 m) Hörstel-Riesenbeck
  • Riesenbecker Berg (134 m), Hörstel-Riesenbeck
  • Bergeshöveder Berg (118,2 m), Hörstel-Riesenbeck
  • Huckberg (95,2 m), Hörstel-Bevergern, nordwestlicher Endpunkt des Teutoburger Waldes

Wasserscheiden und FließgewĂ€sser

Der mittlere Abschnitt des Teutoburger Waldes ist ein Bestandteil der Weser-Ems-Wasserscheide. Sein Ă€ußerster SĂŒdosten, in dem sich der Lippische Wald und der oben erwĂ€hnte Barnacken befinden, ist ein Teil der Rhein-Weser-Wasserscheide. Die beiden Wasserscheiden begegnen sich in einem hydrographischen Wasserscheidepunkt, der seit dem Jahr 2009 mit dem Dreiflussstein markiert ist.

Die lĂ€ngsten FließgewĂ€sser, die den Teutoburger Wald entwĂ€ssern, sind die Ems (ca. 371 km), Lippe (ca. 220 km) und Hase (ca. 170 km). Zudem entspringen in dem im Mittelgebirge oder in seinem Vorland zahlreiche BĂ€che und mehrere kleine FlĂŒsse (alphabetisch sortiert):

  • Die Bever, vereinigt durch mehrere sĂŒdwestwĂ€rts fließende BĂ€che, ist ein Ems-Nebenfluss.
  • Die Dreierwalder Aa (Nordseite) fließt durch das Tal zwischen nordwestlichem Teutoburger Wald und dem Schafberg (westliche Fortsetzung des Wiehengebirges) nordwestwĂ€rts zur Ems.
  • Die DĂŒte entspringt am Nordosthang des Hohnsberges nordwestlich von Hilter, fließt durch GeorgsmarienhĂŒtte und mĂŒndet unterhalb von OsnabrĂŒck in die Hase.
  • Die Ems entspringt wie die Lippe in der Senne, in der weitere Ems-ZuflĂŒsse entstehen:
    • Die Dalke mĂŒndet nach Aufnahme des Wapelbaches westlich von GĂŒtersloh in die Ems.
    • Der Sennebach, mĂŒndet westlich von Rietberg rechtsseits in die Ems.
  • Der Floethe entspringt nahe Tecklenburg und fließt als Bevergerner Aa an der GebirgssĂŒdseite entlang nach Rheine, um dort als Hemelter Bach in die Ems zu mĂŒnden.
  • Glane und EltingmĂŒhlenbach entspringen bei Bad Iburg (SĂŒdseite) und mĂŒnden nach ihrer Vereinigung bei Hembergen in die Ems.
  • Die Hase fließt nordwĂ€rts zur Ems. Zehn Kilometer nördlich der Quelle zweigt von ihr die Else ab, um ostwĂ€rts in Richtung Weser zu fließen.
  • Die Hessel fließt westwĂ€rts zur Ems.
  • Der Johannisbach, grĂ¶ĂŸtes FließgewĂ€sser von Bielefeld, heißt ab der EinmĂŒndung der Lutter Aa und fließt ostwĂ€rts der Werre zu.
  • Der Knochenbach in Detmold mit seinem lĂ€ngeren Zufluss, der Wiembecke, mĂŒndet in die Werre.
  • Die Lippe, ein Rhein-Nebenfluss, entspringt bei Bad Lippspringe in der Senne.
    • Die Glenne, im Oberlauf Haustenbach genannt, mĂŒndet westlich von Lippstadt in die Lippe.
    • Die Thune, im Oberlauf Strothe genannt, mĂŒndet als Lippe-Zufluss in den Lippesee.
  • Die Lutter entspringt im Bielefelder Pass. UrsprĂŒnglich floss das gesamte Wasser der Lutterquellen in Richtung Ems, aber schon seit dem Mittelalter wird ein Teil in den Bohnenbach geleitet, der ab der Einleitungsstelle heute Lutter oder Lutterbach genannt wird und sich im Bielefelder Stadtteil Milse mit dem Johannisbach vereinigt.
  • Die Warmenau, Grenze von Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen im Raum Melle, entspringt nördlich von Werther im Ravensberger HĂŒgelland und fließt der Else zu.
  • Die Werre entspringt bei Detmold wenige Kilometer östlich des Kammgebirges im Lippischen Bergland, nimmt in Herford die Aa und bei Löhne die Else auf, bevor sie bei Bad Oeynhausen in die Weser mĂŒndet.
  • Die Windwehe entspringt in Oerlinghausen am Nordhang des Gebirges, fließt durch Leopoldshöhe und mĂŒndet in die Lutter (Lutterbach).

Geologie

Entstehungsgeschichte

Die geologische Entstehung des Teutoburger Waldes begann am Ende des Mesozoikums vor etwa 65–70 Millionen Jahren. Als Auswirkung der Saxonischen Bruchschollentektonik kam es zu einem Bruch zwischen den Großschollen der Rheinischen Masse und dem NiedersĂ€chsischen Tektogen; dieser Bruch wird heute als Osning-Spalte bezeichnet. Die nördliche Scholle schob sich ĂŒber die sĂŒdliche, richtete deren Gesteinsschichten teils senkrecht auf und ließ sie zum Teil sogar umkippen.

Die Gesteinsschichten, aus denen sich der Teutoburger Wald spĂ€ter wie beschrieben auffaltete, waren entstanden, als die Region wĂ€hrend des Mesozoikums bis vor rund 65,5 Millionen Jahren nahezu durchgĂ€ngig von Meeren bedeckt war. Auf dem Meeresgrund bildeten sich zunĂ€chst in der Trias, einem fĂŒr die Bildung der Gesteine des Teutoburger Waldes wichtigen Zeitabschnitt zwischen 251 und 199,6 Millionen Jahren vor heute, ĂŒberaus mĂ€chtige Sedimentablagerungen. Diese setzten sich zusammen aus vom Festland eingeschwemmtem Material, in der Hauptsache Sanden, und den Kalkschalen von Meerestieren. Weitere Sedimentschichten entstanden in der unteren und in der oberen Kreidezeit (ebenfalls Sande und Kalke). Die kreidezeitlichen Sedimente bilden vor allem im Nordteil des Teutoburger Waldes die HauptkĂ€mme. Unter ihrem eigenen Druck verfestigten sich die Sedimente. Aus dem Sand bildete sich Sandstein und aus den Kalkablagerungen Kalkstein.

Einen wesentlichen Anteil am heutigen Erscheinungsbild des Teutoburger Waldes mit seinen ausgeprÀgten LÀngstÀlern hatten zudem die Eiszeiten des QuartÀr mit ihren starken Erosionen.

KĂ€mme

Zum großen Teil besteht der Teutoburger Wald aus drei parallelen KĂ€mmen, von denen der nordöstliche und der sĂŒdwestliche an vielen Stellen von DurchbruchstĂ€lern durchschnitten werden, wĂ€hrend der mittlere nur an wenigen Stellen und ĂŒberwiegend nur gering eingeschnitten ist. Die KĂ€mme sind durch die unterschiedliche HĂ€rte der hier schrĂ€g aus der Tiefe hervortretenden Gesteinsschichten entstanden. Das Gebirge hat nur wenige sichtbare Felsen, darunter sind die Dörenther Klippen im Nordwesten und die Externsteine im SĂŒdosten.

Der geologisch Ă€lteste Kamm ist der nördliche, der aus Muschelkalk des Trias besteht. Aus der Unterkreide stammt der mittlere Kamm, zugleich der Hauptkamm des Teutoburger Waldes, dessen höchste Erhebung der Barnacken (446,4 m) ist. Dieser Kamm wird aus Osning-Sandstein gebildet. Geologisch am jĂŒngsten ist der sĂŒdliche Kamm aus Kalkstein der Oberkreide.

Besiedlungsgeschichte

Das schmale Kammgebirge des Teutoburger Waldes war – wie das Wiehengebirge und das Wesergebirge – vermutlich kaum besiedelt. In diesen Gebirgen wurden aber Burgen errichtet, wobei bevorzugt in die Ebene vorspringende Bergkuppen ausgenutzt wurden. Dort waren sie nur wenige Kilometer vom besiedelten Flachland entfernt, hatten gute Verbindung dorthin und konnten leicht erreicht werden. Zu den Flucht- oder Volksburgen der „Rhein-Weser-Germanen“ (vgl. Cherusker) um Christi Geburt sind (laut G. Mildenberger) die Grotenburg (am Hermannsdenkmal), die HĂŒnenburg bei Bielefeld und der Tönsberg in Oerlinghausen zu rechnen. Bei der Löwenburg in LĂ€mershagen, einem Bielefelder Stadtteil im Stadtbezirk Stieghorst, handelt es sich ebenfalls um eine Wallburg, die bis ins Hochmittelalter genutzt wurde. Ihr Name bezieht sich auf Heinrich den Löwen.

DarĂŒber hinaus gibt es im Teutoburger Wald zwei Ritterburgen, heute mehr rekonstruiert als original: Die Burg Ravensberg bei Borgholzhausen gab dem Ravensberger Land den Namen. SpĂ€ter verlegten die Grafen von Ravensberg ihren Hauptsitz auf die Sparrenburg in Bielefeld, deren Sparren heute Wappenzeichen der Stadt Bielefeld und des ganzen Ravensberger Landes ist und die bis in die ersten Jahrzehnte brandenburgischer Herrschaft Verwaltungssitz der Region war. Ein weiterer Grafensitz war die Burg Tecklenburg in Tecklenburg. Nachdem die Grafschaft Tecklenburg an Preußen gekommen war, wurde sie 1744 auf Anordnung der preußischen Regierung weitgehend abgerissen. Die Region ist nach diesem Grafensitz als Tecklenburger Land bezeichnet.

Im SpÀtmittelalter, der Zeit der geringsten Wald- und ausgedehntesten AckerflÀchen in Mitteleuropa, wurden auch Kammlagen landwirtschaftlich genutzt, die heute wieder bewaldet sind. Eine ehemalige nicht wieder aufgeforstete AckerflÀche dieser Art ist die Ochsenheide in Bielefeld.

Tourismus

Touristisch versteht sich die „Urlaubsregion Teutoburger Wald“ als ĂŒber den reinen Höhenzug des Teutoburger Waldes hinausgehend. Die gesamte Region Ostwestfalen-Lippe (Regierungsbezirk Detmold) und darĂŒber hinaus wird unter Teutoburger Wald vermarktet. Dabei macht man sich die relative Bekanntheit des Begriffs in Deutschland zu Nutze. Die Akzeptanz und die Identifikation mit dem Begriff Teutoburger Wald ist innerhalb der Region Ostwestfalen-Lippe unterschiedlich stark ausgeprĂ€gt. Seit dem Jahr 2001 engagiert sich der Natur- und Geopark TERRA.vita im Bereich des Teutoburger Waldes westlich von Bielefeld und erschließt insbesondere landschaftsgeschichtliche SehenswĂŒrdigkeiten fĂŒr Besucher.

Wandern

Fast alle bewaldeten Berge des Teutoburger Waldes sind mit einem ausgedehnten Wegenetz attraktiv zum Wandern. Zumeist ĂŒber seinen Hauptkamm fĂŒhrt als Teil der Hermannshöhen der 156 km lange Hermannsweg, einer der deutschen Fernwanderwege. Seit dem 5. September 2008 ist er ein vom Deutschen Wanderverband zertifizierter QualitĂ€tswanderweg. Zwischen den Bergen Bielstein im Westen und Grotenburg im Osten liegt das in Nord-SĂŒd-Richtung verlaufende und bei Wanderern beliebte Heidenbachtal. Ebenfalls nach den Kriterien des Deutschen Wanderverbands zertifiziert ist der Eggeweg, der zusammen mit dem Hermannsweg als Hermannshöhen beschildert und beworben wird. Weitere zertifizierte Wege in der Urlaubsregion Teutoburger Wald sind der Paderborner Höhenweg, der Viaduktwanderweg bei Altenbeken und der Hansaweg zwischen Herford und Hameln.

Gesundheit

Die Urlaubsregion Teutoburger Wald weist mit insgesamt sieben HeilbĂ€dern eine recht hohe Angebotsdichte im Bereich Gesundheit auf. Neben klassischen Kur- und Rehaaufenthalten entwickelt sich zunehmend auch privatbezahlter Gesundheitsurlaub, der nicht mit Wellness im engeren Sinne identisch ist. Die medizinische Kompetenz der Kliniken und Hotelangebote werden dabei verknĂŒpft.

SehenswĂŒrdigkeiten

Zu den Ausflugszielen und SehenswĂŒrdigkeiten im oder nahe dem Teutoburger Wald gehören:

  • ArchĂ€ologisches Freilichtmuseum Oerlinghausen, Freilichtmuseum am Barkhauser Berg
  • Dörenther Klippen, Sandstein-Felsformation mit Felsen Hockendes Weib; bei IbbenbĂŒren
  • Donoperteich, in einem Naturschutzgebiet zwischen Hiddesen und Pivitsheide V. H.
  • Eggegebirge, direkt sĂŒdöstlich an den Teutoburger Wald anschließendes Nachbargebirge
  • Externsteine, Sandstein-Felsformation; bei Horn-Bad Meinberg
  • Römerlager Bielefeld-Sennestadt, Römisches Marschlager aus der Zeit um Christi Geburt
  • Ruine Falkenburg, Ruine einer 1190 bis 1194 erbauten Burg; bei Detmold-Berlebeck
  • FĂŒrstenallee, historischer Abschnitt der heutigen Landesstraße 937; sĂŒdlich der Gauseköte
  • Gauseköte, Passhöhe im Teutoburger Wald
  • Hermannsdenkmal, 1838 bis 1875 erbautes Denkmal; bei Detmold-Hiddesen
  • Hermannsturm, Aussichtsturm auf dem Dörenberg; bei GeorgsmarienhĂŒtte
  • Hermannsweg, Wanderweg als Teil des Hermannshöhenweges auf dem Gebirgshauptkamm
  • Burg Ravensberg, 1080 errichtet; bei Borgholzhausen
  • Sparrenburg, vor 1250 errichtet; in Bielefeld
  • Seit 2018 befindet sich in Bad Iburg auf dem Urberg einer der ersten Weinberge in Niedersachsen.

Literatur

  • Fritz Mielert: UrvĂ€terland. L. Holzwarth-Verlag, Bad Rothenfelde 1927.
  • Naturschutzzentrum Senne (Hrsg.): Senne und Teutoburger Wald. tpk-Regionalverlag, Bielefeld 2008, ISBN 978-3-936359-32-9.
  • Peter Wells: Die Schlacht im Teutoburger Wald. Albatros, DĂŒsseldorf 2009, ISBN 978-3-491-96246-0.
  • Birgit Meineke: Zum Teutoburgiensis saltus bei Tacitus. Grenzen und Möglichkeiten einer Deutung. In: Eckhard Meineke, Heinrich Tiefenbach (Hrsg.): Mikrotoponyme. Jenaer Symposion 1. und 2. Oktober 2009 (= Jenaer Germanistische Forschungen. Neue Folge. Band 32). Winter, Heidelberg 2011, ISBN 978-3-8253-5949-2, S. 99–130.
  • Karl Erich AndrĂ©e: Der Teutoburger Wald bei Iburg. Inaugural-Dissertation zur Erlangung der DoctorwĂŒrde der hohen philosophischen FakultĂ€t der Georg-August-UniversitĂ€t zu Göttingen, Druck von Louis Hofer, Göttingen 1904, auf archive.org.
  • Oswald Reißert: Das Weserbergland und der Teutoburger Wald. Velhagen und Klasing, Bielefeld 1909.
  • Karsten Mosebach ; Florian Möllers: Auf stillen Pfaden : StreifzĂŒge durch den Geo.Naturpark im OsnabrĂŒcker Land, Teutoburger Wald und Wiehengebirge. Meinders und Elstermann, Belm bei OsnabrĂŒck 2002, ISBN 978-3-88926-889-1 (112 S.). 

Weblinks

  • Hermannshöhen – Hier lĂ€uft das Leben!, Informationen zum Wandern auf dem Kamm des Teutoburger Waldes, hermannshoehen.de
  • Urlaub & Freizeit im Teutoburger Wald, Urlaubs- und Freizeitregion Teutoburger Wald / Teutoburger Wald Tourismus, auf teutoburgerwald.de
  • Teutoburger Wald (Artenschutzhandbuch Kreis GĂŒtersloh), biostation-gt-bi.de
  • Terra Vita: Naturpark- und Geopark Nördlicher Teutoburger Wald, Wiehengebirge, OsnabrĂŒcker Land, auf naturpark-terravita.de
  • Naturpark Teutoburger Wald / Eggegebirge, auf naturpark-teutoburgerwald.de
  • Arminius / Varus. Die Varusschlacht im Jahre 9 n. Chr., Informationen und Ressourcen zur Varusschlacht und ihrer Rezeption im Internet-Portal „WestfĂ€lische Geschichte“ des LWL-Instituts fĂŒr westfĂ€lische Regionalgeschichte, MĂŒnster, auf westfaelische-geschichte.de
  • Geologie und der Abbau von BodenschĂ€tzen im Gebiet der heutigen Stadt Bad Iburg (Teutoburger Wald), aus geo-iburg.de.vu
  • Landschaftssteckbriefe des Bundesamts fĂŒr Naturschutz (BfN), auf bfn.de:
    • Bielefelder Osningkamm (Nr. 53002)
    • Werther-Oerlinghausener Osning-Vorberge (Nr. 53001)
    • OsnabrĂŒcker Osning (Nr. 53401)
    • SĂŒdliches Osningvorland (Nr. 53402)

Einzelnachweise




Quelle: Wikipedia
 

Kommentar Meinungen und Kommentare


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Staaten die sich in dieser Gebirgsgruppe befinden (1):
Deutschland Deutschland

Ausdehnung / Grenzen (nach WGS 84 dezimal):
nördlichster Punkt: 52.370569
südlichster Punkt: 51.74425
westlichster Punkt: 7.533874999
östlichster Punkt: 8.992309999


Das Gebirge hat eine Fläche
von etwa
2147 km²

Die Länge der Grenze
beträgt ca.
242 km
 
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