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Gebirge Karte: Barnimer Land

Gebirge Lage und Zugehörigkeit

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Gebirge Informationen zur Gebirgsgruppe: Barnimer Land

Informationen zur Lage und Bezeichnung:


ausführliche Beschreibung:

Der Barnim ist eine eiszeitlich gebildete Hochfläche und gleichzeitig eine historische Landschaft im mittleren und nordöstlichen Brandenburg und im Nordosten Berlins.

Als Teil der in der Weichseleiszeit gebildeten Zone der Brandenburgischen Platten und Urstromtalungen besteht der Barnim aus Grundmor√§nen, einem Endmor√§nenzug und Sanderfl√§chen zwischen dem Berliner Urstromtal im S√ľden und dem Eberswalder Urstromtal im Norden.

Anteil am Barnim haben heute die Landkreise Oberhavel, Barnim, Märkisch-Oderland und Oder-Spree. Auf Berliner Stadtgebiet liegen die Stadtbezirke Reinickendorf, Pankow, Lichtenberg und Marzahn-Hellersdorf zu großen Teilen auf dem Barnim.

Abgrenzung und Untergliederung

Abgrenzung

Die Grenze des Naturraumes Barnim kann recht genau gefasst werden, da sie fast ausschlie√ülich deutlich ausgepr√§gt ist. Die S√ľdgrenze bildet das Berliner Urstromtal, welches hier von der Spree durchflossen wird. Weiter s√ľdlich schlie√üt sich die Hochfl√§che des Teltow an. Die Grenze zwischen dem Barnim und dem weiter westlich gelegenen L√§ndchen Glien wird von einer von Nord nach S√ľd verlaufenden Urstromtalung eingenommen. Diese wird ihrerseits von einer glazialen Rinne durchzogen, die heute die Havelseen beherbergt. Im Norden und Nordosten begrenzt das Eberswalder Urstromtal den Barnim. Allerdings besitzt der nord√∂stliche Teil, das heutige Oderbruch, einen deutlich anderen landschaftlichen Charakter als die westlichen Abschnitte des Eberswalder Tales. Die Buckow-Rinne oder L√∂cknitz-Stobber-Rinne, die neben diesen beiden Fl√ľssen vom Roten Luch, vom Stobberbach und von Seenketten gepr√§gt wird, bildet die Grenze zum sich √∂stlich anschlie√üenden Land Lebus, mit dem der Barnim landschaftlich verwandt ist.

Untergliederung

Der Barnim wird traditionell in den Niederen oder Niederbarnim und den Hohen oder Oberbarnim untergliedert. Der Niederbarnim nimmt den s√ľdwestlichen Teil der Hochfl√§che ein, der Oberbarnim den nord√∂stlichen. Die Grenze zwischen den beiden Einheiten ist nicht genau definiert; meistens wird eine Linie von Strausberg √ľber den Gamengrund bis nach Eberswalde als Grenze gesetzt.

Die Untergliederung in Niederen und Hohen Barnim ist insofern berechtigt, da das Plateau des Niederen Barnims zum allergr√∂√üten Teil unter 80¬†m √ľ.¬†NN liegt. Lediglich in den Randgebieten zum Oberbarnim steigt das Plateau bis auf 90¬†m an. Gro√üe Teile der Barnimhochfl√§che im Berliner Stadtgebiet liegen sogar unter 60¬†m. Der Hohe Barnim besitzt hingegen gro√üfl√§chig H√∂hen √ľber 100¬†m √ľ.¬†NN. Der Semmelberg bei W√∂lsickendorf ist mit 157,6¬†m √ľ.¬†NN die h√∂chste Erhebung des Barnims. Weniger als 5¬†km entfernt liegt das Untere Oderbruch nur wenige Meter √ľber dem Niveau des Meeresspiegels.

Städte und Gemeinden

Bis zum starken Wachstum Berlins im ausgehenden 19. Jahrhundert war der Barnim nur d√ľnn besiedelt. F√ľr den √∂stlichen Teil gilt das bis heute. Au√üerhalb Berlins liegen auf dem Barnim mit Bernau und Strausberg nur zwei St√§dte mit mehr als 10.000 Einwohnern. Werneuchen, Altlandsberg und Biesenthal sind kleine Landst√§dte. Um den Barnim herum reihen sich perlschnurartig mehrere St√§dte, urspr√ľnglich geh√∂rte Berlin auch dazu. Des Weiteren z√§hlen zu dem Stadtring Oranienburg, Eberswalde, Bad Freienwalde (Oder), Wriezen, Buckow und Berlin-K√∂penick. Heute gilt der westliche Barnim als dicht besiedelt, zum Teil auch zersiedelt. Zahlreiche einwohnerstarke Dorfgemeinden existieren dort im Berliner Speckg√ľrtel.

Geologischer Bau, Oberflächenformen, Böden

Der Barnim verdankt seine Entstehung, wie fast ganz Brandenburg, den wiederholten Vorstößen des skandinavischen Inlandeises während des Eiszeitalters und wird daher zum allergrößten Teil aus eiszeitlichen Sedimenten aufgebaut.

Festgesteinsvorkommen

Als geologische Besonderheit stehen am s√ľdlichen Rand des Barnims bei R√ľdersdorf geologisch deutlich √§ltere Gesteine, Kalksteine aus dem oberen Buntsandstein und dem Muschelkalk, an der Erdoberfl√§che an. Die hohe Lage des R√ľdersdorfer Kalksteines wird mit einem Salzkissen im Untergrund erkl√§rt. Das zuwandernde Salz presste die dar√ľber befindlichen Schichten nach oben. Bereits in unmittelbarer N√§he des Steinbruches tauchen die Festgesteine schnell in gro√üe Tiefen ab und spielen f√ľr den geologischen Bau des Barnims daher nur eine untergeordnete Rolle.

Die Kalksteine werden dort bis heute in einem ausgedehnten Steinbruch abgebaut und besa√üen auch in der Vergangenheit eine gro√üe Bedeutung f√ľr die Baustoffversorgung Berlins (z.¬†B. Turm der Marienkirche).

Die R√ľdersdorfer Steinbr√ľche sind auch von wissenschaftshistorischem Interesse, da der schwedische Geologe Otto Torell im Jahre 1875 Gletscherschliffe auf der Oberfl√§che der Kalksteine nachweisen konnte. Die Inlandeistheorie wurde damit f√ľr das n√∂rdliche Mitteleuropa endg√ľltig belegt.

Elstereiszeit

Die Ablagerungen der ersten Eisvorst√∂√üe w√§hrend der Elstereiszeit k√∂nnen im Untergrund des Barnims M√§chtigkeiten bis zu mehr als 100 Meter erreichen. Besonders m√§chtig werden sie als F√ľllung Glazialer Rinnen. Elsterzeitliche Sedimente bestehen √ľberwiegend aus Geschiebemergel und Abs√§tzen von Eisstauseen. Schmelzwassersande und Kiese treten dagegen zur√ľck. Auf Grund der √úberlagerung mit den ebenfalls sehr m√§chtigen saalezeitlichen Sedimenten stehen sicher elsterzeitliche Ablagerungen nur ganz vereinzelt am Oderbruchrand direkt an der Erdoberfl√§che an. Auch zeigt die Oberkante der elsterzeitlichen Ablagerungen noch keine Beziehung zur Oberfl√§che des heutigen Barnims.

Saaleeiszeit

Erst die beiden Hauptvorst√∂√üe des Eises w√§hrend der Saaleeiszeit lie√üen den Barnim als Hochfl√§che deutlich hervortreten. Geologisch wird der Hauptteil des Barnims aus Sedimenten des j√ľngeren, des Warthevorsto√ües aufgebaut, der im Fl√§ming seine maximale Ausdehnung nach S√ľden erreichte. Der zugeh√∂rige Geschiebemergel steht auf dem Barnim an mehreren Stellen direkt an der Erdoberfl√§che an oder findet sich nur wenige Meter unterhalb. Die Ablagerungen des √§lteren, des Drenthe-Vorsto√ües, der noch weit nach S√ľden bis an die Nordgrenze der Mittelgebirge reichte, sind dagegen geringm√§chtiger und von den j√ľngeren warthezeitlichen Ablagerungen √ľberdeckt.

W√§hrend der saalezeitlichen Eisvorst√∂√üe wurden die √§lteren Sedimente im Untergrund zum Teil kr√§ftig gestaucht (gest√∂rt). Dies trifft besonders f√ľr die auch heute noch besonders hoch gelegenen Freienwalder H√∂hen (auch als Wriezener H√∂he bezeichnet) zu. Neben √§lteren eiszeitlichen Ablagerungen wurde gro√üfl√§chig Material aus dem Terti√§r in die Stauchmor√§nen eingepresst. So findet man am Barnimrand bei Bad Freienwalde und s√ľdlich davon an mehreren Stellen Tone aus dem Oligoz√§n und Sande aus dem Mioz√§n direkt an oder knapp unterhalb der Erdoberfl√§che. Bei Bad Freienwalde werden diese Tone in einer Tongrube abgebaut.

Weichseleiszeit

Der heutige Barnim wurde entscheidend durch den Vorsto√ü des weichselzeitlichen Inlandeises vor etwas mehr als 20.000 Jahren geformt. Er geh√∂rt damit eindeutig zum Jungmor√§nenland. Dabei wurde das Gebiet nur in der ersten Vorsto√üphase, dem Brandenburger Stadium, vom Eis vollst√§ndig √ľberfahren. Im Vorfeld des vorr√ľckenden Eises wurden sogenannte Vorsch√ľttsande und -kiese abgelagert, die gro√üfl√§chig mit M√§chtigkeiten um die 10 Meter vorhanden sind. Seine maximale Ausdehnung erreichte der weichselzeitliche Gletscher etwa 60¬†km s√ľdlich des Barnims, wo sich eine entsprechende Eisrandlage n√∂rdlich von Baruth befindet. W√§hrend dieser Zeit wurde √ľber den Vorsch√ľttsanden der Geschiebemergel abgelagert. Typisch f√ľr das mittlere Brandenburg ist seine relativ geringe M√§chtigkeit, die auf dem Barnim 5 Meter nur selten √ľberschreitet. Stellenweise fehlt er. Vereinzelt wurden auf dem Geschiebemergel noch Osz√ľge abgelagert.

Zwischen der Bildung der Brandenburger Eisrandlage und des weiter n√∂rdlich gelegenen Pommerschen Endmor√§nenzuges bildete sich auf dem Barnim und dem Lebus eine weitere Eisrandlage, die Frankfurter Eisrandlage. Sie ist in der Fachliteratur jedoch nicht unumstritten, da sie sich in ihrem Verlauf stark an die √§lteren, saalezeitlich gebildeten Stauchmor√§nen anlehnt. Echte Endmor√§nen wurden w√§hrend der Frankfurter Eisrandlage nur untergeordnet gebildet. Der Geschiebemergel n√∂rdlich der Eisrandlage entspricht dem des Brandenburger Vorsto√ües. Auch die zugeh√∂rigen Sander sind eher geringm√§chtig und nicht fl√§chendeckend vorhanden. Sie bilden sogenannte Schlauchsander, die die √§ltere Grundmor√§ne nur teilweise versch√ľttet bzw. erodiert haben. Am besten ausgebildet sind noch die Sander entlang des Pankeflie√ües (Pankesander) und der Sander bei Strausberg. Das Schmelzwasser der Sander floss im Berliner Urstromtal, welches sich zu dieser Zeit bildete, nach Westen ab.

Ob w√§hrend der j√ľngeren Vorsto√üphase, dem Pommerschen Stadium, das Eis zumindest den n√∂rdlichen Barnim noch erreicht hat, ist nicht sicher belegt. Markante Endmor√§nen dieses Vorsto√ües befinden sich wenige Kilometer n√∂rdlich von Eberswalde. Zu dieser Zeit entstand das Eberswalder Urstromtal. Im Bereich der hochgelegenen saalezeitlichen Stauchmor√§nen, vor allem s√ľdlich von Bad Freienwalde, fehlen weichselzeitliche Sedimente gro√üfl√§chig oder sie bilden nur eine d√ľnne Decke √ľber den √§lteren Ablagerungen.

Die R√§nder des Barnims wurden nachtr√§glich durch die Schmelzwassererosion in den Urstromt√§lern zum Teil kr√§ftig unterschnitten, so dass die Begrenzung des Barnims fast durchweg deutlich ist. Insbesondere die tiefe Ausr√§umung des Oderbruches f√ľhrte dort zu den f√ľr Tieflandsverh√§ltnisse extrem gro√üen H√∂henunterschieden.

Oberflächenformen (Geomorphologie)

Das Plateau des Barnim besteht größtenteils aus typischen Grundmoränenflächen. Sie sind flachwellig und recht seenarm, obwohl der Barnim zum Jungmoränenland gehört. Zerschnitten und merklich belebt wird das Plateau von mehreren Glazialen Rinnen. Am bekanntesten ist der Gamengrund östlich von Berlin, in dem sich mehrere aufeinanderfolgende schmale Seen befinden, wie der Gamensee und der Mittelsee.

Die Sander treten nur bedingt als geneigte Schwemmkegel in Erscheinung, da ihre Oberfl√§che durch j√ľngere Prozesse, vor allem durch das Austauen von Toteisbl√∂cken, relativ stark gest√∂rt wurde. Sie bilden daher sandige, aber recht wellige Fl√§chen, in die h√§ufig Seen eingelagert sind.

F√ľr brandenburgische Verh√§ltnisse extrem reliefreich sind die saalezeitlichen Stauchungsgebiete auf dem Hohen Barnim. Mit H√∂henunterschieden von deutlich mehr als 100 Meter auf weniger als 1¬†km Horizontalentfernung ist das Gebiet unmittelbar s√ľdlich von Bad Freienwalde das reliefst√§rkste in Brandenburg. Verst√§rkend f√ľr das Relief wirkte dort die Bildung von Trockent√§lern am Ende der Weichseleiszeit.

Gr√∂√üere Verbreitung haben D√ľnen nur auf dem westlichen und n√∂rdlichen Barnim, wo von den benachbarten Urstromtalungen Flugsand auf das Plateau geweht werden konnte. Ansonsten kommen D√ľnen und Flugsandfelder nur kleinr√§umig vor und besitzen daher keine gro√üe Bedeutung.

Böden

Auf den weit verbreiteten Geschiebemergelflächen haben sich Lessivés entwickelt. Meistens finden sich Übergangsformen zwischen der Fahlerde und der Braunerde, ganz vereinzelt auch Parabraunerden. Stauvernässung in Form von Pseudogleyen kommt nur untergeordnet vor.

Auf den Schmelzwassersandfl√§chen und auch auf den sandigen Stauchmor√§nen bildeten sich Braunerden. Je nach Zusammensetzung des Sandes k√∂nnen die Braunerden entweder schwach podsoliert oder, seltener, schwach lessiviert sein. St√§rker podsolierte Braunerden und vereinzelt auch Podsole finden sich auf den D√ľnenfl√§chen.

Die feuchten Niederungen werden von Niedermooren dominiert. Gleye treten untergeordnet auf. Die Moore zeigen fast immer deutliche Vererdungserscheinungen als Folge der Entwässerung. Nicht oder nicht mehr entwässerte Moore existieren nur noch an jung verlandeten Gewässern oder als Folge von Renaturierungsmaßnahmen.

Gro√üe Verbreitung besitzen im Berliner Stadtgebiet und auf dem westlichen Barnim die anthropogenen (vom Menschen erzeugte) B√∂den und Stadtb√∂den. Neben den Bodenversiegelungsfl√§chen dominieren junge Rohb√∂den. Bei letzteren √ľberwiegen Lockersyroseme und Pararendzinen. Es finden sich aber auch Hortisole (Gartenb√∂den), Regosole und Kolluvisole.

Berliner Balkon

Auf Berliner Stadtgebiet (Prenzlauer Berg) bildet der Barnim eine deutliche Steilkante zum Warschau-Berliner Urstromtal (37 m √ľber NN), welches dort nur vier Kilometer breit ist und im Berliner S√ľden wieder zum Teltow ansteigt. Am unbebauten Hang des sogenannten Berliner Balkons in Berlin-Mahlsdorf l√§sst sich ein H√∂henunterschied von 15 Metern vom Barnim zum Berliner Urstromtal ausmachen.

Hydrologie und Klima

Hydrologie

Wasserscheide

√úber den Barnim verl√§uft von S√ľdost nach Nordwest die Hauptwasserscheide zwischen Nord- und Ostsee beziehungsweise zwischen den Flusssystemen von Elbe und Oder. Ihr Verlauf entspricht grob der Frankfurter Eisrandlage. Lediglich im Nordwesten des Barnims entw√§ssern auch die Gebiete n√∂rdlich davon in Richtung Havel und weiter in die Elbe. Bekannte Punkte entlang der Wasserscheide befinden sich meistens in Talposition, zum Beispiel zwischen dem Wandlitzer See und dem Liepnitzsee oder innerhalb des Roten Luches.

Fließgewässer

Der Barnim wird von folgenden nat√ľrlichen Flie√üen und B√§chen zum Flusssystem der Havel und Spree entw√§ssert (gegen den Uhrzeigersinn):

  • Briese; m√ľndet in Hohen Neuendorf in die Havel
  • Tegeler Flie√ü; m√ľndet in Berlin-Tegel in den Tegeler See, der Anschluss an die Havel hat.
  • Panke; m√ľndet in Berlin-Mitte in die Spree
  • Wuhle; m√ľndet westlich von Berlin-K√∂penick in die Spree
  • Neuenhagener M√ľhlenflie√ü
  • Fredersdorfer M√ľhlenflie√ü
  • n√∂rdliche Zufl√ľsse der L√∂cknitz, eines Nebenflusses der Spree, wie das Lichtenower M√ľhlenflie√ü (auch Zinndorfer M√ľhlenflie√ü, Zinndorfer Flie√ü, oder Garzower M√ľhlenflie√ü)

Der Oder tributär sind folgende Fließe (im Uhrzeigersinn):

  • Finow; m√ľndet in die Oder
  • Schw√§rze und Nonnenflie√ü; m√ľnden in Eberswalde in die Finow
  • Batzlower M√ľhlenflie√ü; flie√üt √ľber den Friedl√§nder Strom im Oderbruch in die Alte Oder
  • Sophienflie√ü; m√ľndet in den Scherm√ľtzelsee, weiter in die St√∂bber und den Friedl√§nder Strom

Einige der aufgez√§hlten Flie√ügew√§sser haben kleinere Zufl√ľsse oder tragen lokal abweichende Bezeichnungen. Zus√§tzlich gibt es zahlreiche von Menschenhand angelegte Entw√§sserungsgr√§ben.

Seen und Kleingewässer

Die flachwelligen Grundmor√§nenlandschaften des Barnim sind, obwohl zum Jungmor√§nenland geh√∂rig, relativ seenarm. Nur vereinzelt finden sich isolierte Seen innerhalb des Plateaus wie der Haussee bei Seefeld (Gem. Werneuchen) oder der Wei√üe See in Berlin-Wei√üensee. Innerhalb der Sanderfl√§chen befinden sind auf Grund der Versch√ľttung und des nachfolgenden Austaus des Toteises h√§ufiger Seen. Vor allem das Seengebiet um Wandlitz ist bekannt.

Die meisten Seen innerhalb des Barnim befinden sich aber in Glazialen Rinnen. Sie sind in den meisten F√§llen langgestreckt und zeigen eine Ausrichtung von Nord/Nordost nach S√ľd/S√ľdwest wie beispielsweise eine kleinere Seenkette am √∂stlichen Barnimhang zur Stobberniederung, die sich vom Dolgensee (25¬†ha) √ľber den Kesselsee (3,5¬†ha) und Lettinsee (16¬†ha) nach Nordosten bis zum Klostersee (55¬†ha) bei Altfriedland zieht.

Zu den bekanntesten Seen des Barnims gehören:

  • der Liepnitzsee und der Wandlitzer See bei Wandlitz
  • der Gamensee im Gamengrund
  • der Straussee bei Strausberg

Zus√§tzlich zu den nat√ľrlich entstandenen Seen wurden zahlreiche Teiche als M√ľhlen- oder Fischteich angelegt. Am bekanntesten sind die Karower Teiche im Nordosten Berlins.

Klima

Der Barnim liegt, wie die umgebenden Regionen auch, im √úbergangsbereich vom ozeanischen Klima Westeuropas zum kontinentalen Klima Osteuropas. Auf Grund seiner bescheidenen Relativh√∂he besitzt der Niedere Barnim, im Gegensatz zum Hohen Barnim, keine ausgepr√§gten Witterungsunterschiede gegen√ľber seinem Umland. Auch auf dem Hohen Barnim sind die Differenzen zu seinem Umland gering, jedoch bei bestimmten Wetterlagen deutlich zu sp√ľren.

K√§ltester Monat ist der Januar mit Durchschnittstemperaturen um ‚ąí1¬†¬įC, w√§rmster der Juli mit ca. 18¬†¬įC (Station Berlin-Buch: Januar: ‚ąí0,8¬†¬įC; Juli: 17,8¬†¬įC, Zeitraum 1951‚Äď1980). Der Hohe Barnim ist nur unwesentlich k√§lter.

Der durchschnittliche Jahresniederschlag liegt auf dem Niederen Barnim etwas √ľber 550¬†mm mit einem ausgepr√§gten Sommermaximum und Winterminimum. Der Oberbarnim empf√§ngt mit Niederschlagsmengen um bzw. knapp √ľber 600¬†mm sp√ľrbar mehr Niederschlag. Auch gibt es dort ein sekund√§res Wintermaximum. Die trockenste Jahreszeit ist dort der Fr√ľhling.

Klimatisch interessant ist der deutliche Unterschied zwischen dem Hohen Barnim und dem zum Teil mehr als 100 Meter tiefer gelegenen Oderbruch im Osten. Es macht sich dort ein vergleichsweise deutlicher Regenschatten bemerkbar, der durch die s√ľdlich gelegenen H√∂hen des Landes Lebus und die H√∂hen um Chorin im Nordwesten noch verst√§rkt wird. W√§hrend der Hohe Barnim f√ľr brandenburgische Verh√§ltnisse vergleichsweise viel Niederschlag erh√§lt, ist das Oderbruch in seinem Regenschatten mit Niederschlagsmengen von deutlich unter 500¬†mm eine der (klimatisch gesehen) trockensten Regionen in Deutschland.

Siedlungsgeschichte

Altsteinzeit, Slawen, Etymologie

Siedlungsspuren lassen sich im Barnim f√ľr die Zeit der ausklingenden Vereisung im Jungpal√§olithikum nachweisen. Dabei folgten J√§ger und Sammler √ľberwiegend den Flussl√§ufen, wie arch√§ologische Funde im Bereich von Oranienburg, Eberswalde, Birkenwerder oder am Tegeler Flie√ü im Norden Berlins belegen. Vor rund 6000 Jahren entstanden an den B√§chen und Fl√ľssen mit der Herausbildung der Landwirtschaft erste Dauersiedlungen. Aus der j√ľngeren Bronzezeit liegen Funde von Bronzesicheln und Steintr√∂gen aus dem westlichen Barnim vor. Im Stadtgebiet von Strausberg wurde eine bronzezeitliche Besiedlung aus den Jahren 1200‚Äď700 vor unserer Zeit nachgewiesen.

Hier siedelte der germanische Stamm der Semnonen. Nach deren Abwanderung folgten im 6. und 7. Jahrhundert die slawischen Stämme der Sprewanen und wahrscheinlich der Rezanen, die bei Biesenthal / Wandlitz saßen. Am Finowfließ bei Biesenthal befand sich eine ausgedehnte slawische Burganlage.

Barnim ist ein im Slawischen h√§ufig vorkommender Eigenname, siehe Barnim I. oder Liste der Herz√∂ge von Pommern. Der Barnim wurde laut M√§rkischer F√ľrstenchronik von den Markgrafen Johann¬†I. und Otto¬†III. von Brandenburg um 1230 von dem pommerschen Herzog Barnim √ľbernommen und daher als nova terra nostra Barnem bezeichnet. Wolfgang H. Fritze hat 1986 aufgrund des aktuellen Forschungsstands diese Hypothese f√ľr die wahrscheinlichste erkl√§rt.

Aufsiedlungen des Plateaus ab 1230

W√§hrend bis in die slawische Zeit eher die Niederungen um den und die wenigen Flie√üe auf dem Barnim bevorzugte Standpunkte f√ľr die Gr√ľndung von D√∂rfern und Befestigungsanlagen gewesen waren, begann eine erste konsequente Aufsiedlung auch des Plateaus in den 1230er Jahren unter den gemeinsam regierenden askanischen Markgrafen Johann¬†I. und Otto¬†III. im Zuge des deutschen Landesausbaus nach Osten. Entsprechende Siedlungsaktivit√§ten gab es auch durch die wettinischen Markgrafen von Mei√üen. W√§hrend die Askanier √ľber den Nordrand des Oberbarnim √ľber Oranienburg bis ungef√§hr nach Strausberg vorgedrungen waren, stie√üen die Wettiner von S√ľden √ľber ihre Burgen in Mittenwalde und K√∂penick auf den Niederbarnim vor. Die Frage der Landesherrschaft √ľber diese Siedlungsgemengelage f√ľhrte zu den K√§mpfen um den Barnim und Teltow, dem Teltow-Krieg zwischen 1239 und 1245, den die Askanier f√ľr sich entschieden.

Nach j√ľngeren Untersuchungen versuchten die Wettiner unter dem Mei√üener Markgrafen Heinrich dem Erlauchten sehr wahrscheinlich mit einem D√∂rferkranz um H√∂now und Altlandsberg nord√∂stlich des heutigen Berlins eine Herrschaft auf dem Barnim zu errichten. Zudem hatte auch der Rivale der Askanier, das Erzstift Magdeburg unter Wilbrand von K√§fernburg, Besitz auf dem Plateau. Das von ihnen 1180 bei J√ľterbog gegr√ľndete Zisterzienserkloster Zinna besa√ü ausgedehnte L√§ndereien um R√ľdersdorf bei Berlin, wo die M√∂nche um 1230 den bis in die j√ľngere Zeit bedeutenden Kalksteinbruch R√ľdersdorf begr√ľndeten.

Nach dem Teltow-Krieg hatten die brandenburger Markgrafen die Herrschaft √ľber den Barnim inne. Dennoch verblieb ein gro√üer Teil des s√ľdwestlichen Barnim um R√ľdersdorf bis zur Linie Stobberbach/L√∂cknitz bis zur S√§kularisation im Besitz des Klosters Zinna. In einer Urkunde von 1247 best√§tigten Johann¬†I. und Otto¬†III. dem Kloster Zinna den Besitz auf dem Barnim ausdr√ľcklich.

Zur Stabilisierung ihrer Herrschaft gr√ľndeten die Askanier in der Mitte des 13. Jahrhunderts das Kloster Chorin und das Frauenkloster Friedland. Chorin und die Ruinen Friedlands mit der Klosterkirche gelten architekturhistorisch als bedeutsamste mittelalterliche Klosterbauten der Region.

Siedlungswelle nach dem Dreißigjährigen Krieg

Bis zum starken Wachstum Berlins im ausgehenden 19. Jahrhunderts blieb der Barnim weiterhin vergleichsweise d√ľnn besiedelt. Nach dem Drei√üigj√§hrigen Krieg gab es noch eine gr√∂√üere Siedlungswelle insbesondere mit holl√§ndischen Kolonisten, die bei der Trockenlegung des Havelbruchgebiets halfen. Doch blieben auch diese Bewegungen wie auch die steuer- und abgabebeg√ľnstigten Kolonistend√∂rfer in friderizianischer Zeit weitgehend auf die Fluss- und Kanalbereiche beschr√§nkt.

Rezeption

Die Barnim-Kaserne, das Barnim-Gymnasium Berlin und das Autobahndreieck Barnim sind nach der Landschaft benannt.

Literatur

  • Brandenburgisches Namenbuch, Teil 5: Die Ortsnamen des Barnim. Bearb. v. Gerhard Schlimpert, Weimar 1984.
  • Wolfgang H. Fritze: Zur Deutung und urspr√ľnglichen Beziehung des Landschaftsnamens ‚ÄěBarnim‚Äú. In: Jahrbuch f√ľr brandenburgische Landesgeschichte, 37 (1986), S.¬†41‚Äď50.
  • L. Lippstreu, N. Hermsdorf, A. Sonntag: Geologische √úbersichtskarte des Landes Brandenburg 1¬†: 300.000 ‚Äď Erl√§uterungen. Potsdam 1997, ISBN 3-7490-4576-3.
  • Carsten Rasmus, Bettina Klaehne: Wander- und Naturf√ľhrer Naturpark Barnim. KlaRas-Verlag, Berlin 2001. ISBN 3-933135-09-5.
  • Werner Stackebrandt, Volker Manhenke (Hrsg.): Atlas zur Geologie von Brandenburg. Landesamt f√ľr Geowissenschaften und Rohstoffe Brandenburg (heute: Landesamt f√ľr Bergbau, Geologie und Rohstoffe Brandenburg, LBGR), 2. Aufl., 142 S., 43 Karten, Kleinmachnow 2002, ISBN 3-9808157-0-6.
  • Reinhard E. Fischer: Die Ortsnamen der L√§nder Brandenburg und Berlin. Band 13 der Brandenburgischen Historischen Studien im Auftrag der Brandenburgischen Historischen Kommission, be.bra wissenschaft verlag Berlin-Brandenburg 2005, ISBN 3-937233-30-X, ISSN¬†1860-2436, Seite 43.
  • Ludger Gailing, Karl-Dieter Keim: Analyse von informellen und dezentralen Institutionen und Public Governance mit kulturlandschaftlichem Hintergrund in der Beispielregion Barnim. Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, Materialien der Interdisziplin√§ren Arbeitsgruppe Zukunftsorientierte Nutzung l√§ndlicher R√§ume (LandInnovation), Nr. 6, Berlin, 2006 bbaw.de (PDF; 1,3¬†MB)

Weblinks

  • Website des Landkreises Barnim
  • Naturportal der Tourismusverb√§nde Uckermark und Barnim

Einzelnachweise



Quelle: Wikipedia
 

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Synonyme / Sprachen:
Barnim


Staaten die sich in dieser Gebirgsgruppe befinden (1):
Deutschland Deutschland

Ausdehnung / Grenzen (nach WGS 84 dezimal):
nördlichster Punkt: 53.018914
südlichster Punkt: 52.552767
westlichster Punkt: 13.43730900
östlichster Punkt: 14.15863000


Das Gebirge hat eine Fläche
von etwa
1382 km²

Die Länge der Grenze
beträgt ca.
162 km
 
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