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Gebirge Lage und Zugehörigkeit

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Gebirge Informationen zur Gebirgsgruppe: Menorca

Informationen zur Lage und Bezeichnung:


ausführliche Beschreibung:

Menorca [m…ôňąn…Ē…ĺk…ô] ist die √∂stlichste und n√∂rdlichste Insel der spanischen autonomen Region Balearen. Ihr katalanischer Name bedeutet ‚Äědie Kleinere‚Äú, im Gegensatz zu Mallorca, ‚Äědie Gr√∂√üere‚Äú. Auf Menorca leben 93.397 Einwohner (Stand: 2019) auf 694 Quadratkilometern. Im Jahr 2006 betrug der Ausl√§nderanteil 14,2¬†% (12.543 Einwohner), der Anteil deutscher Einwohner 0,8¬†% (683). Hauptort ist Ma√≥ (spanisch/kastilisch: Mah√≥n).

Geografie

Geografische Daten

Die Insel hat eine Fl√§che von fast 700¬†km¬≤. Von Kap La Mola bis zur Landzunge Bajoli ist die Insel etwa 50¬†Kilometer lang und in Nord-S√ľd-Richtung 16¬†Kilometer breit.

Der Norden ist felsig und gepr√§gt von schroffen, zerkl√ľfteten, teilweise fjordartigen K√ľsten. Im Gegensatz dazu hat der S√ľden ein sanftes Relief mit einigen tiefen Schluchten, die K√ľste ist hier geradliniger mit Felsen und langen Sandstr√§nden. In der Mitte der Insel ragt der 357 Meter hohe Monte Toro empor, von dem aus man einen guten Rundblick hat.

Die ca. 285 Kilometer lange K√ľstenlinie bietet folgende Abwechslungen: Steilk√ľsten, abgeschiedene Buchten und lange Str√§nde sowie einige Naturh√§fen.

Landschaft

Au√üerhalb der beiden St√§dte Ciutadella und Ma√≥ wird das Bild der Insel vor allem von geruhsamer Beschaulichkeit gepr√§gt: viele von Steinmauern ges√§umte Felder, wei√ü get√ľnchte Bauernh√∂fe mit alter K√§setradition (siehe Mah√≥n-Menorca-K√§se), idyllische D√∂rfer und malerische Fischerorte.

Insgesamt ist die Insel sehr gr√ľn und waldreich und es wird viel Landwirtschaft betrieben. Der urspr√ľngliche Norden ist felsig und gepr√§gt von schroffen, zerkl√ľfteten, teilweise fjordartigen K√ľsten, der S√ľden wirkt sanfter, die K√ľste ist weniger zerkl√ľftet und weist mehrere touristisch nutzbare Str√§nde auf.

In Folge der sp√§ten Erschlie√üung durch den Tourismus wurde Menorca vor gro√üen Hotelbauten und Zersiedelung weitgehend bewahrt. Im Jahr 1993 wurde die Insel zu einem Biosph√§renreservat erkl√§rt. Heute steht fast die H√§lfte der Insel unter Landschafts- und Naturschutz. Viele unbebaute Str√§nde und Landschaften sind somit erhalten geblieben. Die Bauweise der Touristenunterk√ľnfte ist im Vergleich zu den Touristenzentren der Nachbarinseln (Mallorca, Ibiza) gro√üz√ľgiger. Menorca ist deshalb ein Ziel sowohl f√ľr Natur- und Kulturinteressierte als auch f√ľr Badebegeisterte.

Inseln

Folgende Inseln geh√∂ren zu Menorca und stehen unter der Verwaltung des Consell Insular de Menorca. Am 8. Oktober 1993 wurden die Inseln zum Schutz typischer Landschaften zum Biosph√§renreservat erkl√§rt und in die Vereinbarungen der UNESCO aufgenommen. Der Schwerpunkt liegt dabei auf dem Schutz einzelner Landschaftsteile: Naturdenkmale, gesch√ľtzte Landschaftsbestandteile, Schutz von Arten und Biotopen nach der Richtlinie 79/409/EWG √ľber die Erhaltung der wildlebenden Vogelarten und der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie zur Bildung eines europ√§ischen Biotopverbundsystems Natura 2000.

Comarcas und Gemeinden

Menorca ist in zwei Comarcas mit jeweils vier Gemeinden gegliedert:

  • Comarca de Ciutadella
    • Ciutadella de Menorca (spanisch: Ciudadela de Menorca)
    • Es Migjorn Gran (spanisch: San Crist√≥bal)
    • Ferreries (spanisch: Ferrerias)
    • Es Mercadal
  • Comarca de Mah√≥n
    • Alaior (spanisch: Alayor)
    • Es Castell (ehemals: Villacarlos)
    • Ma√≥ (spanisch: Mah√≥n)
    • Sant Llu√≠s (spanisch: San Luis)

Klima

Vorgeschichte

Die Spuren menschlicher Besiedlung kann man bis in die Jungsteinzeit, d.¬†h. bis 6000¬†Jahre v.¬†Chr., zur√ľckverfolgen. Wahrscheinlich gelangten die ersten neolithischen Siedler mit Booten von der franz√∂sischen Mittelmeerk√ľste auf die Balearen. Der √§lteste Hinweis auf die Existenz von Ackerbauern datiert aus dem 3.¬†Jahrhundert v.¬†Christus. Der √§lteste Kultbau ist die k√ľnstliche H√∂hle, ihr folgt die Naveta, der Prototalayot der Talayot-Kultur und das Hypostylon ‚Äď ein etwa 1,5¬†Meter in den Boden eingetiefter Raum mit Seitenmauerwerk und Pilastern, in der Mitte S√§ulen vom ‚Äěwestmediterranen polylithischen Typ‚Äú, deren Kapitelle die Deckenplatten tragen. Die j√ľngste eigenst√§ndige Kultbaueinheit der Insel ist die Taula, die eventuell ein √ľberdimensionales Hypostylon darstellt.

1995 und 1997 wurden auf Menorca in den Höhlen von Es Càrritx und Es Mussol im Westen der Insel außergewöhnliche archäologische Entdeckungen gemacht. In Es Càrritx trafen die Speläologen auf eine intakte Kollektivbestattung aus der Spätbronzezeit. Die etwa 35.000 Menschenreste, 4000 Keramikfragmente, 170 Metallobjekte, mehrere hundert Knochenknöpfe und Fayenceperlen befanden sich noch so, wie sie nach der letzten Bestattung um 820 v. Chr. liegen geblieben waren. Etwa 90 Meter vom Eingang entfernt entdeckte man ein Versteck, in dem Holz-, Metall- und Keramikgegenstände lagen, unter denen eine Reihe von bisher unbekannten Holz- und Hornzylindern mit menschlichem, rot gefärbtem Haar Aufsehen erregte.

√Ąhnlich gelagert sind die Funde aus Es Mussol: unter anderem entdeckte man in einer kleinen Kammer im H√∂hleninneren verschiedene Holzschnitzereien, insbesondere zwei K√∂pfe mit deutlich menschlichen Z√ľgen. Die Erforschung dieser Hinterlassenschaften stellt eine besondere Herausforderung f√ľr die bisher entwickelte arch√§ologische Theorienstruktur dar.

Geschichte

Menorca wurde von vielen V√∂lkern beeinflusst: Ph√∂niziern, Griechen, Karthagern, R√∂mern, Vandalen, Mauren, Spaniern, Briten und Franzosen. Der zum ersten Mal genannte Name der Insel war Nura ‚Äď Feuer auf ph√∂nizisch. Zur Zeit der R√∂mer hie√ü die Insel Minor ‚Äď die kleinere, woraus dann Menorca wurde.

Fr√ľhes Mittelalter

425 nahmen die Vandalen unter Gunderich die Balearen und mit ihnen Menorca in Besitz. Um 560 kamen sie unter das ostr√∂mische Kaisertum, von diesem an die Republik Pisa und 798 in die H√§nde der Mauren und geh√∂rten ‚Äď nach einem fr√§nkischen Intermezzo ‚Äď dann zum Kalifat von C√≥rdoba.

Mittelalter

Menorca wurde 1287 unter Alfons¬†III. von den Mauren zur√ľckerobert, die gesamte muslimische Bev√∂lkerung wurde versklavt. Menorca geh√∂rte nun ebenso wie Katalonien zur Krone Aragon. Zeitweise bildeten sie zusammen mit Teilen Kataloniens einen von einer Nebenlinie des aragonesischen K√∂nigshauses regierten selbst√§ndigen Staat, das K√∂nigreich Mallorca. 1344 eroberte Peter¬†IV. von Arag√≥n die Balearen. Nun wurden die Inseln mit den Stamml√§ndern der Dynastie vereinigt. Durch die Vereinigung der Kronen von Aragonien und Kastilien wurden sie schlie√ülich Teil der spanischen Monarchie.

Neuzeit

1708 wurde Ma√≥ von den Briten erobert. Der Friede von Utrecht (1713), mit dem der spanische Erbfolgekrieg beendet wurde, sprach Menorca dem britischen Empire zu. Im Siebenj√§hrigen Krieg wurde die Insel 1756 von Frankreich besetzt, im Pariser Frieden 1763 aber wiederum Gro√übritannien zugesprochen. Nach dem Eintritt Spaniens und Frankreichs in den Amerikanischen Unabh√§ngigkeitskrieg eroberten spanisch-franz√∂sische Truppen 1782 die Insel. Im Frieden von Versailles (1783) musste Gro√übritannien die Insel formell an Spanien zur√ľckgeben, von 1798 bis 1802 wurde Menorca jedoch erneut britisch besetzt.

1833 wurde die spanische Provinz der Balearischen Inseln gegr√ľndet. Im ausgehenden 19.¬†Jahrhundert gab es erste Ans√§tze einer regionalen Unabh√§ngigkeitsbewegung. Bereits 1931 wurde in der Zweiten Spanischen Republik f√ľr die Balearen ein Autonomie-Status vorgeschlagen, doch verhinderte der Ausbruch des Spanischen B√ľrgerkrieges weitere Entscheidungen in dieser Richtung. Da die Briten w√§hrend des Krieges weiterhin eine Flottenbasis auf Menorca behielten, sch√ľtzte sie dies vor einer sofortigen Machtergreifung der Putschisten. Als sich die bevorstehende Niederlage der Regierung jedoch abzeichnete, wurde die Insel am 7. Februar 1936 von Alan Hilgarth, dem britischen Konsul in Mallorca, an Bord der HMS Devonshire den Franquisten √ľbergeben. Erst am 1.¬†M√§rz 1983 trat das Autonomiestatut f√ľr die Balearen in Kraft.

Die beiden größten Städte der Insel sind:

  • Ma√≥ ‚Äď an einem langgezogenen Naturhafen gelegen. Der Aufschwung der Stadt begann unter der Herrschaft der Briten im 18. Jahrhundert. Aus strategisch-politischen Gr√ľnden wurde Ma√≥ 1722 zur Hauptstadt erkl√§rt. Heute vereint Ma√≥ englischen Stil mit mediterraner Atmosph√§re.
  • Ciutadella ‚Äď Die ehemalige Inselhauptstadt hat sich bis heute ihren mittelalterlichen Charme bewahren k√∂nnen. In Ciutadella gibt es einen alten Hafen, Kirchen, Adelspal√§ste und enge romantische Altstadtgassen, aber auch Einkaufs- und Ausgehm√∂glichkeiten.

Sprache

Amtssprachen sind Katalanisch und Spanisch (Kastilisch). Der auf der Insel gesprochene katalanische Dialekt wird Menorqu√≠ genannt. Seit 1983 ist Katalanisch gleichberechtigte Amtssprache. Die katalanische Sprache verbreitete sich infolge der Eroberung Menorcas durch Alfonso III. im Jahre 1287 durch die damalige Neubesiedlung der Insel mit Siedlern, die √ľberwiegend aus Katalonien stammten.

In das Menorquinische wurden aber auch zahlreiche W√∂rter und Ausdr√ľcke √ľbernommen, die aus der britischen Besatzungszeit stammen. Das Wort xoc beispielsweise bezeichnet die Kreide (englisch chalk), m√®rvels (englisch marbles = Marmor) oder auch b√≤til (englisch bottle = Flasche) wurden daraus abgeleitet.

1986 trat das Gesetz zur linguistischen Normalisierung der katalanischen Sprache in Kraft, das die Aufgabe hatte, die katalanische Sprache in der √Ėffentlichkeit zu f√∂rdern. Dadurch hat sich das Katalanische weiter gefestigt. Auf den Hinweisschildern der Insel Menorca findet man heute katalanische Namen vor wie zum Beispiel: port (statt puerto f√ľr Hafen), platja (statt playa f√ľr Strand), oder auch cam√≠ (statt camino f√ľr den Weg).

Wirtschaft und Infrastruktur

Transport

Der internationale Flughafen Menorca befindet sich im Osten der Insel, knapp vier Kilometer s√ľdwestlich dem Hauptort Ma√≥ (Mahon).

Der Hafen von Ma√≥ gilt als der gr√∂√üte Naturhafen des Mittelmeers mit t√§glichen F√§hrverbindungen nach Barcelona, Palma und Valencia. Vom Hafen in Ciutadella besteht eine Verbindung nach Alc√ļdia auf Mallorca.

Energieversorgung

Die Inselregierung fördert Konferenzen und Start-ups zur umweltfreundlichen Energiegewinnung und nachhaltigen Wasserwirtschaft.

  • Liste der Kraftwerke auf den Balearischen Inseln

Strände

√Ąhnlich wie Mallorca besitzt Menorca eine Vielzahl von Str√§nden und Badebuchten. Hinsichtlich der Beschaffenheit der Str√§nde unterscheiden sich die, wegen des Windes, eher von Surfern aufgesuchte Nordk√ľste (mehr dunkel und grobk√∂rnig) und die eher von Badeurlaubern aufgesuchte S√ľdk√ľste (hell und feinsandig) voneinander.

Menorquinische K√ľche

√úbersicht

Die menorquinische K√ľche ist einfacher und deftiger als die mallorquinische. Zus√§tzlich zu Oliven√∂l wird auch viel mit Butter und Sahne gekocht. Die Salsa Mahonesa, Vorl√§ufer der Mayonnaise, ist eine wichtige Beilage.

In Feinschmeckerkreisen wird die Caldereta de Langosta ger√ľhmt, deren Grundlage Langusten sind. Es handelt sich um eine Fischbr√ľhe √§hnlich der Bouillabaisse. Die Languste, in diesem Fall die im Mittelmeer h√§ufige Art Palinurus elephas, ist die Grundlage der Caldereta, die in den meisten Restaurants, die auf Fischk√ľche spezialisiert sind, angeboten werden.

Die Spezialität von Menorca

Eine besondere Spezialit√§t ist der K√§se der Insel, Queso Mah√≥n genannt. Er wird aus roher Kuhmilch hergestellt und verf√ľgt √ľber das Qualit√§tssiegel ‚ÄěDenominaci√≥n de Origen‚Äú. Dieses wird streng √ľberpr√ľft. Angeboten werden verschiedene Reifestufen. In Alaior gibt es viele K√§sereien; dort wurde auch die spanische Speiseeismarke La Menorquina gegr√ľndet.

Persönlichkeiten

  • Marc Mart√≠ Totxo (1531‚Äď1617), Theologe
  • Richard O‚ÄôCahan (1666‚Äď1736), Gouverneur
  • Claudio S. Grafulla (1812‚Äď1880), Musiker, Komponist und Dirigent
  • Francesc de Borja Moll i Casasnovas (1903‚Äď1991), Sprachwissenschaftler, Philologe
  • Josep Miquel Vidal i Hern√°ndez (1939‚Äď2013), Physiker, Forscher und Autor
  • Jos√© Roberto Torrent Prats (1904‚Äď1990), Maler
  • Joan Pons (* 1946), Operns√§nger
  • Chloe Morris (* 1985), spanische Dressurreiterin
  • Olivia Delc√°n (* 1992), Schauspielerin und Drehbuchautorin

Siehe auch

  • Liste katalanisch-spanischer Ortsnamen im katalanischen Sprachgebiet

Literatur

  • P. Castro, V. Lull, R. Mic√≥.: Cronolog√≠a de la prehistoria reciente de la pen√≠nsula Ib√©rica y Baleares (c. 2800-900).
  • Christoth Friedrich Heinrich Lindemann: Descripci√≥ geogr√†fica i estad√≠stica de l‚Äôilla de Menorca (1786). Neudruck: 2002, ISBN 84-95718-04-9.
  • Jos√© Mar√≠a Garrut Rom√°: Torrent. Maestros actuales de la pintura y escultura catalanas. 1981.
  • Jos√© Mar√≠a Garrut Rom√°: Torrent. La gran enciclopedia Vasca. 1981.

Weblinks

  • Informationen √ľber Menorca auf der offiziellen Website f√ľr den Tourismus in Spanien (deutsch)
  • Consell Insular de Menorca (mehrsprachig, auch deutsch)

Einzelnachweise



Quelle: Wikipedia
 

Kommentar Meinungen und Kommentare


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Staaten die sich in dieser Gebirgsgruppe befinden (1):
Spanien Spanien

Ausdehnung / Grenzen (nach WGS 84 dezimal):
nördlichster Punkt: 40.103286
südlichster Punkt: 39.784268
westlichster Punkt: 3.779297000
östlichster Punkt: 4.332732999


Das Gebirge hat eine Fläche
von etwa
1056 km²

Die Länge der Grenze
beträgt ca.
129 km
 
Menorca: Große Karte mit den Grenzen und Hütten, Gipfeln sowie Touren der Gebirgsgruppe
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