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Gebirge Karte: Eggegebirge

Gebirge Lage und Zugehörigkeit

Zugehörigkeit: Europa » Eggegebirge
 

Gebirge Informationen zur Gebirgsgruppe: Eggegebirge

Informationen zur Lage und Bezeichnung:


ausführliche Beschreibung:

Das Eggegebirge (auch kurz die Egge genannt) ist ein bis etwa 464 mÂ ĂŒ. NHN hoher Mittelgebirgszug des NiedersĂ€chsischen Berglandes in den Kreisen Höxter, Lippe und Paderborn im östlichen Nordrhein-Westfalen, Deutschland.

Name

Der Ausdruck „Egge“ ist eine generelle niederdeutsche Bezeichnung fĂŒr langgestreckte HĂŒgelkĂ€mme bzw. BergrĂŒcken; sprachliches GegenstĂŒck sind die „Siepen/Siefen/Seifen“ (fĂŒr die die Eggen begleitenden KerbtĂ€ler). Bis ins 17. Jahrhundert trug das Eggegebirge gemeinsam mit dem nordwestlich fortlaufenden Teutoburger Wald den Namen Osning.

Geographie

Geographische Lage

Das Eggegebirge zieht sich im NiedersĂ€chsischen Bergland als Teil des Oberen Weserberglands vom SĂŒdostende des Teutoburger Waldes bei Horn-Bad Meinberg im Norden bis zum Tal der im weit sĂŒdwestlich gelegenen Rothaargebirge entspringenden Diemel bei Scherfede im SĂŒden und damit bis zum nördlichen Ende des Sauerlandes. Es liegt rund 15 km östlich der Großstadt Paderborn.

Über die Nahtstelle zwischen dem Eggegebirge und dem nach Nordwesten verlaufenden Teutoburger Wald gibt es unterschiedliche Ansichten (siehe Karte): Nach W. & L. Lippert (1996, S. 13 u. 150) und L. Maasjost (1972, S. 3) befindet sie sich nordnordwestlich der Lippischen Velmerstot (441,4 mÂ ĂŒ. NHN) an der SilbermĂŒhle (249,1 m) bzw. am Silberbach, der von Veldrom nordnordostwĂ€rts nach Leopoldstal fließt. Nordwestlich des Tals liegt die SĂŒdostflanke des Kniebergs (365,1 m), der neben dem sĂŒdlich davon, aber dennoch westlich des Silberbachtals gelegenen Buchenberg (ca. 385 m) zu den sĂŒdöstlichen Bergen des nordwestwĂ€rts gerichteten Teutoburger Waldes gehört. Von dieser Nahstelle zieht sich das Eggegebirge in Richtung SĂŒden unter anderem ĂŒber die Lippische (441,4 mÂ ĂŒ. NHN) und auch Preußische Velmerstot (ca. 464 m), die Hausheide (441,4 m; zwischen Altenbeken im Nordwesten und Bad Driburg im SĂŒdosten) und den Bierbaums Nagel (431,4 m) bis zum Hellberg (343,1 m) bei Scherfede, das am Unterlaufbeginn der Diemel liegt.

Bei der o. g. Grenzziehung bleibt allerdings offen, wo die Grenze des Teutoburger Waldes im SĂŒden verlaufen soll (? in der Karte).

S.Meisel (1959), Bearbeiterin der naturrĂ€umlichen Gliederung Deutschlands 1:200.000, Blatt Detmold, unterscheidet zwischen der "Egge" (im engeren Sinne) und dem (westlichen) Eggevorland, wobei beides zur naturrĂ€umlichen Haupteinheit "Egge-Gebiet" gehört. Danach erstreckt sich das Eggegebirge (im engeren Sinn) noch ĂŒber die Externsteine hinaus bis zum BĂ€renstein. Fraglich ist allerdings, dass die Berge um den Barnacken (446 m, siehe auch die dortigen AusfĂŒhrungen zur naturrĂ€umlichen Abgrenzung) noch zum Eggevorland gehören soll. Letzterer gehört unstrittig zum Teutoburger Wald und ist sogar dessen höchste Erhebung.

Die – im Gegensatz zur naturrĂ€umlichen Gliederung – nicht flĂ€chendeckende Landschaftsgliederung des StĂ€ndigen Ausschusses fĂŒr Geographische Namen (StAGN), erarbeitet von H. Liedtke (1994), bietet wegen ihres Kartenmaßstabs von 1:1.000.000 nur einen groben Anhaltspunkt. Aber auch hiernach erstreckt sich das Eggegebirge ĂŒber das Silberbachtal hinaus bis zu den Externsteinen.

Die Karte "Landschaften in Deutschland" des Bundesamtes fĂŒr Naturschutz (BfN) lĂ€sst das Eggegebirge wie die naturrĂ€umliche Gliederung am BĂ€renstein enden. Interessant ist hier die Grenzziehung zwischen Teutoburger Wald und (westlichem) Eggevorland, welche durch das BĂ€rental (= Tal der Strothe) verlĂ€uft. Das BĂ€rental mit seiner Fortsetzung nach Nordosten wĂ€re durchaus eine sinnvolle Abgrenzung zwischen Teutoburger Wald und Egge-Gebiet/Eggegebirge, da es sich hierbei um den tiefsten und sehr markanten Einschnitt zwischen den beiden GebirgszĂŒgen handelt.

Zusammen mit dem SĂŒdostteil des Teutoburger Waldes bildet das Eggegebirge den langgestreckten und 2711 kmÂČ großen Naturpark Teutoburger Wald/Eggegebirge, besonders frĂŒher auch Naturpark Eggegebirge und sĂŒdlicher Teutoburger Wald genannt.

Die AuslĂ€ufer des Eggegebirges, die sich teils jenseits der den Egge-Hauptkamm begleitenden LĂ€ngstĂ€ler und Talkessel befinden, grenzen im Nordwesten an die Senne, im Osten an das OberwĂ€lder Land, im SĂŒdosten an die Warburger Börde, im SĂŒden an das Tal der Diemel, im SĂŒdwesten an den Warburger Wald mit dem jenseits davon gelegenen Sintfeld und im Westen an die Paderborner HochflĂ€che mit Paderborn.

Rhein-Weser-Wasserscheide

Der Hauptkamm des Eggegebirges ist ein Teil der Rhein-Weser-Wasserscheide. WĂ€hrend das Wasser der meisten BĂ€che, die an der Ostseite des Kamms entspringen, ĂŒber Emmer und Nethe in die Weser fließt, entwĂ€ssern sich fast alle BĂ€che, die der Westseite des Kamms entfließen, ĂŒber die Lippe in den Rhein.

Berge

Zu den Bergen und BergauslĂ€ufern (teils lediglich Anhöhen des Egge-Hauptkamms), im Eggegebirge und seinen AuslĂ€ufern gehören – sortiert nach Höhe in Meter (m) ĂŒber Normalhöhennull (NHN; wenn nicht anders angeben in der Regel laut ) und mit nahen Ortschaften:

  • Preußische Velmerstot, auch Preußischer Velmerstot (464 m), zwischen Steinheim-Sandebeck, Horn-Bad Meinberg-Feldrom und -Leopoldstal mit Eggeturm (Aussichtsturm)
  • Feldromer Berg (446,3 m), Horn-Bad Meinberg-Feldrom
  • Hausheide (441,4 m), Bad Driburg
  • Lippische Velmerstot, auch Lippischer Velmerstot (441,4 m), Horn-Bad Meinberg-Leopoldstal
  • DĂŒbelsnacken (436,5 m), Altenbeken
  • NN (431,4 m), AT Bierbaums Nagel, westlich von Willebadessen-Borlinghausen
  • Rehberg (427,4 m), Bad Driburg-Langeland
  • Burg (423,0 m), Warburg-Bonenburg
  • Varenberg (415,2 m), Warburg-Bonenburg
  • FĂŒllenberg (ca. 415 m), Bad Driburg
  • Klusenberg (ca. 414 m), Bad Driburg
  • Nadel (413,5 m), Warburg-Hardehausen
  • Steinberg (410 m), Bad Driburg-Neuenheerse
  • Bentenberg (407,3 m), Lichtenau-Kleinenberg
  • Mittelberg (407 m), Bad Driburg-Neuenheerse
  • Ochsenberg (403,6 m), Altenbeken
  • Trötenberg (401,3 m), Altenbeken
  • Oberer Kleinenberg (396,4 m), Lichtenau-Kleinenberg
  • Netheberg (387,3 m), Bad Driburg-Neuenheerse
  • Zangenberg (386,6 m), Bad Driburg-Neuenheerse
  • Neuwaldsberg (382,4 m), Altenbeken
  • Schweinsberg (382 m), Bad Driburg
  • Iburg, auch Iberg (381,2 m), Bad Driburg
  • Holschenberg (380,1 m), Altenbeken
  • Paderborner Berg (380 m), Willebadessen
  • Reuterberg (379 m), Lichtenau
  • Keimberg (ca. 375,9 m), Altenbeken-Buke
  • Imkenberg (372 m), Lichtenau
  • Sommerberg (369,7 m), Altenbeken
  • Brocksberg (368,1 m), Altenbeken-Schwaney
  • WarthĂŒgel (367,6 m), Lichtenau-Kleinenberg
  • Kleeberg (365 m), Altenbeken

FließgewĂ€sser

Zu den FließgewĂ€ssern im Eggegebirge und seinen AuslĂ€ufern gehören (mit MĂŒndungsgewĂ€sser):

Schutzgebiete

Naturschutzgebiete

Diese Liste fĂŒhrt von Nord nach SĂŒd die Naturschutzgebiete auf, die den Hauptkamm der Egge betreffen und nördlich des WĂ€schebaches liegen. Sie liegen in den Kreisen Detmold, Paderborn und Höxter.

Vogelschutzgebiet

Im SĂŒden, zur Bundesautobahn 44 hin, ist das EuropĂ€ische Vogelschutzgebiet Egge ausgewiesen. Das Gebiet weist landesweit bedeutsame Brutvorkommen von Haselhuhn, Mittelspecht, Schwarzspecht und Schwarzstorch sowie bemerkenswerte Brutvorkommen von Neuntöter, Raufußkauz und Rotmilan auf.

Tourismus

Wandern

Das Eggegebirge hat ein ausgedehntes Wegenetz, das zum Wandern einlĂ€dt. Zumeist ĂŒber seinen Hauptkamm fĂŒhrt in Nord-SĂŒd-Richtung als Teil von Hermannshöhenweg und EuropĂ€ischem Fernwanderweg E1 der 70 km lange Eggeweg, einer der deutschen Fernwanderwege. Seit 2004 ist er ein vom Deutschen Wanderverband zertifizierter QualitĂ€tswanderweg.

SehenswĂŒrdigkeiten

Zu den Ausflugszielen und SehenswĂŒrdigkeiten im oder nahe dem Eggegebirge gehören:

  • Alte Eisenbahn, Bodendenkmal, ehemalige Eisenbahntunnelbaustelle von 1847
  • Bahnhof Altenbeken mit Eisenbahnknotenpunkt und nahem Altenbekener Viadukt; in Altenbeken
  • Bierbaums Nagel, Aussichtsturm; bei Borlinghausen
  • Bodostein; bei Bad Driburg-Langeland
  • Dicke Eiche, TausendjĂ€hrige Eiche mit elf Metern Stammumfang; bei Borlinghausen
  • Eggeweg, Wanderweg als Teil des Hermannshöhenwegs auf dem Egge-Hauptkamm
  • ErdfĂ€lle und Dolinen an zahlreichen Stellen des Eggegebirges
  • GlashĂŒtte aus dem Hochmittelalter um 1150 am DĂŒbelsnacken
  • Kloster Willebadessen, ehemaliges Benediktinerinnenkloster; in Willebadessen
  • Modellbundesbahn im historischen GĂŒterbahnhof von Bad Driburg
  • FĂŒrstenallee, historischer Abschnitt der heutigen Landesstraße 937; sĂŒdlich der Gauseköte
  • GedenkstĂ€tte Klusweide, zur Erinnerung an fĂŒnf von ehemaligen Kriegsgefangen am 20. Juli 1945 ermordete Deutsche; bei Bad Driburg
  • Iburg, Ruine einer vor 799 n. Chr. erbauten Burg mit benachbartem Aussichtsturm Kaiser-Karls-Turm von 1904; bei Bad Driburg
  • Preußische Velmerstot, höchster Berg im Eggegebirge; in den Gemarkungen von Horn-Bad Meinberg und Steinheim
  • Teutoburger Wald, direkt nordwestlich an das Eggegebirge anschließendes Nachbargebirge
  • Schwarzes Kreuz; bei Bad Driburg-Langeland

Verkehrsanbindung

Etwas nördlich des Eggegebirges verlĂ€uft jenseits der Nahtstelle zum Teutoburger Wald in SĂŒdwest-Nordost-Richtung die Bundesstraße 1, etwa in der Mitte fĂŒhrt in West-Ost-Richtung die B 64 durch das Gebirge und sĂŒdwestlich vorbei, im Übergangsbereich zum Warburger Wald verlĂ€uft die Bundesstraße 68 mit Anschluss an die nahen Bundesstraßen 7 und 252 sowie ĂŒber letztere zur Bundesautobahn 44.

Durch den Egge-Hauptkamm fĂŒhren in West-Ost-Richtung gemeinsam die Eisenbahnstrecken Hannover–Altenbeken, Kreiensen-Altenbeken und Herford–Himmighausen im 1632 m langen Rehbergtunnel. Im Bahnhof Altenbeken haben sie Anschluss an die Bahnstrecke Hamm–Warburg, die im 2880 m langen Eggetunnel in Nordwest-SĂŒdost-Richtung den Gebirgskamm unterquert.

Siehe auch

  • Ebbegebirge

Einzelnachweise

Literatur

  • Herbert Liedtke: Namen und Abgrenzungen von Landschaften in der Bundesrepublik Deutschland. Forschungen zur Deutschen Landeskunde, Bd. 239. Trier 1994. ISBN 3-88143-050-4
  • Willy & Lothar Lippert: Das Eggegebirge und sein Vorland. (Lippert WanderfĂŒhrer) Eggegebirgsverein. Bad Driburg. 1996. 5. Aufl.
  • Ludwig Maasjost: Das Eggegebirge. 3. Aufl. LandschaftsfĂŒhrer des WestfĂ€lischen Heimatbundes 4, Aschendorff Verlag. MĂŒnster 1972, ISBN 3-402-06340-9.
  • Sophie Meisel: Die naturrĂ€umlichen Einheiten auf Blatt 98 Detmold. Selbstverlag der Bundesanstalt fĂŒr Landeskunde. Bonn 1959

Weblinks

  • BfN-Landschaftssteckbrief
  • Eggegebirgsverein
  • Eggegebirgsverein Schwaney
  • Naturpark Teutoburger Wald / Eggegebirge


Quelle: Wikipedia
 

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Synonyme / Sprachen:
Egge


Staaten die sich in dieser Gebirgsgruppe befinden (1):
Deutschland Deutschland

Ausdehnung / Grenzen (nach WGS 84 dezimal):
nördlichster Punkt: 51.912642
südlichster Punkt: 51.492526
westlichster Punkt: 8.762847999
östlichster Punkt: 9.230909999


Das Gebirge hat eine Fläche
von etwa
935 km²

Die Länge der Grenze
beträgt ca.
100 km
 
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