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Gebirge Karte: Kellerwald

Gebirge Lage und Zugehörigkeit

Zugehörigkeit: Europa » Rheinisches Schiefergebirge » Kellerwald
 

Gebirge Informationen zur Gebirgsgruppe: Kellerwald

Informationen zur Lage und Bezeichnung:
Naturraum 344 (D46).
Die Grenzen sind noch zu bearbeiten.

ausführliche Beschreibung:
Wikipedia.
outdooractive.com: Nationalpark * Naturpark * Gebirgsgruppe.

Der Kellerwald ist ein bis 675,3¬†m¬†√ľ.¬†NHN hohes und 514,5¬†km¬≤ gro√ües Mittelgebirge in Hessen, Deutschland. Er liegt im westlichen Zentrum des Westhessischen Berg- und Senkenlands an dessen Nahtstelle zu den Ausl√§ufern des Rothaargebirges und ist Teil des Rheinischen Schiefergebirges.

Der Kellerwald verf√ľgt √ľber eines der gr√∂√üten unzerteilten Buchenwaldgebiete Deutschlands und enth√§lt mit dem Nationalpark Kellerwald-Edersee den einzigen Nationalpark von Hessen. Der Naturpark Kellerwald-Edersee umfasst nahezu den gesamten Kellerwald.

Geographie

Lage

Der Kellerwald erstreckt sich in Nordhessen im Landkreis Waldeck-Frankenberg und im Schwalm-Eder-Kreis. Im Norden liegen der Edersee und der Affolderner See, nach deren Passieren die Eder den Kellerwald nach Osten verl√§sst. S√ľdlich des Ederaustritts f√§llt das Gel√§nde nach Osten zur Wildunger Senke ab, nach S√ľdosten zum Tal der Schwalm. Im S√ľden schlie√üt sich die zum Vogelsberg √ľberleitende Oberhessische Schwelle mit dem H√∂henzug Hemberg an. Nach S√ľdwesten geht der Kellerwald √ľber das Tal der Wohra in den Burgwald √ľber, im Westen befindet sich jenseits der Eder die Breite Struth.

Am Nordrand des Kellerwaldes bzw. am S√ľdufer des Edersees liegt der Wildpark Edersee mit der Greifenwarte Wildpark Edersee und dem Kellerwald-Informationszentrum Fagutop.

Naturräumliche Gliederung

√úbersicht

Der Kellerwald wird im Handbuch der naturr√§umlichen Gliederung Deutschlands zum Westhessischen Bergland (naturr√§umliche Haupteinheitengruppe 34) gez√§hlt. Ungeachtet dessen z√§hlt ihn der Autor der feiner gliedernden Folgepublikation Blatt 111 Arolsen, der Zugeh√∂rigkeit zum Rheinischen Schiefergebirge wegen, eher zum S√ľderbergland (33), setzt indes die Nummerierung des Handbuchs fort.

Er gliedert sich wie folgt (Flächen in Klammern per Umweltatlas Hessen):

  • 344 Kellerwald (345,91¬†km¬≤)
    • 344.0 Hoher Kellerwald (53,07¬†km¬≤)
      • 344.00 Jeust und Keller (40,87¬†km¬≤)
      • 344.01 L√∂wensteiner Berge (12,20¬†km¬≤)
    • 344.1 Mittelkellerwald (70,26¬†km¬≤)
    • 344.2 Wildunger Bergland (64,51¬†km¬≤)
    • 344.3 Gro√üe Hardt (40,78¬†km¬≤)
    • 344.4 Ederseetrog (Herzhausen-Hemfurther Edertal) (62,91¬†km¬≤)
    • 344.5 Niederkellerwald (54,38¬†km¬≤)
      • 344.50 Frankenauer Flur (21,46¬†km¬≤)
      • 344.51 Lotheimer T√§ler (22,90¬†km¬≤)
      • 344.52 H√∂hnscheid (10,02¬†km¬≤)

Mit Ederh√∂hen werden, in eher vagem Sprachgebrauch, die Einheit 344.3 und der s√ľdlich des Edersees gelegene Teil von 344.4 bezeichnet, die dem Gebiet des Nationalparks Kellerwald-Edersee entsprechen.

Kurzbeschreibung der Naturräume

Sich aneinanderreihende Kernst√ľcke und H√∂henschwerpunkte des Kellerwaldes sind der Jeust und Keller im S√ľden, der Mittelkellerwald und die Gro√üe Hardt im Norden.

Der im S√ľden des Kellerwaldes gelegene Naturraum Jeust und Keller, auch Hoher Kellerwald genannt, besteht aus dem 585¬†m hohen Jeust und dem 675,3¬†m hohen W√ľstegarten (Keller), dem h√∂chsten Berg des Kellerwaldes, und dessen Nebengipfeln Hunsr√ľck (635,9¬†m) und Sauklippe (584,4¬†m). Der Hohe Kellerwald ist nahezu vollst√§ndig bewaldet. Als ostnord√∂stlicher Sporn des Kellers, jenseits des Tals der Urff, leiten die in H√∂henlagen nur knapp 450¬†m erreichenden L√∂wensteiner Berge im s√ľdlichen Osten zum dem Kellerwald benachbarten Hessenwald (s.¬†u.) √ľber.

Dem schließt sich nördlich der Mittelkellerwald mit dem Hohen Lohr (656,7 m), der Großen Aschkoppe (639,8 m), dem Auenberg (610,7 m) an. Ein Ostausläufer ist der Pferdsberg (551,3 m). Der Mittelkellerwald ist geprägt durch starke Verwerfungen und unterschiedlich harte Gesteinsschichten. Hier wechseln sich Bergkuppen und Talsenken ab. In den Tälern liegen die Rodungsinseln kleinerer Dörfer.

Das Wildunger Bergland bildet einen sich nach Osten √∂ffnenden Trog um die Wilde und den Wesebach, der nach S√ľdwesten vom Mittelkellerwald und nach Nordwesten von der Gro√üen Hardt umschlossen ist. An der Nahtstelle zu beiden Naturr√§umen werden um 550¬†m H√∂he erreicht, bekanntester und markantester Berg ist indes der 518,5¬†m hohe Homberg bei Bad Wildungen im Osten.

Der Niederkellerwald im mittleren und n√∂rdlichen Westen bildet die Westabdachung des Kellerwaldes. Nordnordwestlich des Pferdsbergs folgen die Frankenauer Flur (bis 505,9¬†m) um Frankenau und schlie√ülich die Lotheimer T√§ler (H√∂henlagen bis knapp √ľber 400¬†m) dem Tal der Lorfe bis zu ihrer M√ľndung in die Eder und √ľbersteigen deren Ufer knapp. Im √§u√üersten Nordwesten des Kellerwaldes schlie√üt sich der Naturraum H√∂hnscheid mit der 490,1¬†m hohen H√∂hnscheid an.

Die stark gebirgige, fast v√∂llig bewaldete Gro√üe Hardt, das Gebiet des Nationalparks Kellerwald-Edersee, wird auch Ederberge, Ederh√∂hen oder ‚Ästim Mittelalter¬†‚Äď Hochgew√§lde genannt. Sie ist ein zum Ederseetrog geneigter und stark zerschnittener Kulmgrauwackenrumpf aus √ľber 50¬†einzelnen Erhebungen. Die T√§ler sind schmal und tief eingeschnitten und damit zur Besiedlung wenig geeignet, weshalb die Gro√üe Hardt vollkommen unbesiedelt ist. Im S√ľden liegt ein 550¬†bis 600¬†m hoher Bergr√ľcken, die Wasser- und Klimascheide des n√∂rdlichen Kellerwaldes. Hier befinden sich die drei h√∂chsten Berge der Gro√üen Hardt: Traddelkopf (626,4¬†m), Ahornkopf (604,1¬†m) und Dicker Kopf (603,7¬†m). Diese Berge fallen mit einer steilen S√ľdflanke bis zu 300¬†m tief in die T√§ler der Lorfe und nach S√ľdosten des Wesebachs ab, das Gel√§nde wirkt hier stellenweise subalpin. Im Westen trennt das √ľberwiegend landwirtschaftlich genutzte Lorfetal die Ederberge von der Frankenauer Flur und bildet eine deutliche L√ľcke in der sonst weitgehend geschlossenen Waldlandschaft. Nach Norden hin dacht sich der R√ľcken ‚Ästmehrfach abgetreppt¬†‚Äď langsam ab, bis er dann von gut 400¬†m H√∂he zum Edersee abf√§llt, dessen Wasseroberfl√§che bei Stauziel auf 244,97¬†m H√∂he liegt. Dabei wird das Klima sp√ľrbar trockener und milder. √Ėstlich des Banfebaches kam es zu einer dichten Zertalung, weshalb sich die Abdachungsfl√§che in kleinere R√ľcken, Buckel und Sporne aufl√∂st. Besonders deutlich ist dies an den folgenden Bergen im Inneren der Gro√üen Hardt zu erkennen: Geismarsberg, Himbeerkopf, Bleiberg, Wolfsberg, Hoher Sto√ükopf, Lingenkopf, Nordgipfel der Locheiche und Ochsenwurzelskopf. Westlich der Banfe sind die T√§ler sp√§rlicher. Hier haben sich gr√∂√üere Plateaus auf 420¬†bis 480¬†m H√∂he erhalten. Diese liegen beispielsweise auf dem Arensberg, der Bracht und dem Gebrannten.

Ganz im Norden des Kellerwaldes schlie√üt sich der Ederseetrog beiderseits des Edersees, dessen Randh√∂hen 400¬†m kaum √ľbersteigen, an die Gro√üe Hardt an.

Ausläufer des Kellerwaldes

Nicht zum eigentlichen Kellerwald gez√§hlt wird der Buntsandsteinr√ľcken des Hessenwaldes (zur Haupteinheit Ostwaldecker Randsenken), in den die L√∂wensteiner Berge nach Nordosten nahezu flie√üend √ľbergehen.

Auch die Waldstruth, die den Niederkellerwald nach Westen mit dem Rothaargebirge verbindet, z√§hlt nicht mehr zum Kellerwald. Zwar war sie von der Bundesanstalt f√ľr Landeskunde unter der Leitung von Emil Meynen und Josef Schmith√ľsen Mitte der 1950er Jahre noch als Teil der Haupteinheit Kellerwald aufgefasst worden, jedoch wurde sie vom gleichen Institut bei Umstrukturierungen in den folgenden Jahren der neugeschaffenen Haupteinheit Ostsauerl√§nder Gebirgsrand zugeschlagen.

Nicht naturr√§umlich zum Kellerwald geh√∂rig, jedoch geologisch noch Teil des Rheinischen Schiefergebirges und √ľberdies Teil des Naturparks Kellerwald-Edersee ist der kleine H√∂henzug Hemberg, der sich s√ľdlich an Jeust und Keller anschlie√üt. Da er gegen√ľber dem benachbarten W√ľstegarten bereits um eine H√∂henstufe von 200 Metern abf√§llt, wurde er den Gilserberger H√∂hen (Haupteinheit Oberhessische Schwelle) zugerechnet, deren n√∂rdlichsten Teil er darstellt. Geologisch reichen die Schiefergesteine noch weiter nach S√ľden, bis unmittelbar vor Gilserberg. In einer ostnord√∂stlichen Linie von Gilserberg nach Strang, dann nach Norden bis Jesberg und, nach Unterbrechung, bis Bad Zwesten gehend, werden sie von einem Zechstein¬≠g√ľrtel eingeschlossen.

Berge und Höhenlage

Der niedrigste Punkt des Kellerwaldes befindet sich am Rand des Edertals beim Ortsrand von Affoldern etwas unterhalb der Staustufe des Affolderner Sees auf 194¬†m H√∂he; dem entgegen liegt die h√∂chste Stelle mit 675,3¬†m H√∂he auf dem W√ľstegarten:

Zu den bekanntesten, nicht aber unbedingt zu den h√∂chsten Bergen des Kellerwaldes geh√∂ren (inkl. aller ‚ÄěSechshunderter‚Äú) ‚Ästnach H√∂he in Meter √ľber Normalh√∂hennull (NHN) sortiert; f√ľr diese und weitere Berge des Kellerwaldes siehe Liste von Bergen des Kellerwalds:

  • W√ľstegarten (675,3¬†m) ‚Äď mit Kellerwaldturm; Jeust und Keller
  • Hohes Lohr (656,7¬†m) ‚Äď mit Fernmeldeturm Hohes Lohr; Mittelkellerwald
  • Gro√üe Aschkoppe (639,8¬†m); Mittelkellerwald
  • Hunsr√ľck (635,9¬†m) ‚Äď Ausl√§ufer des W√ľstegarten; Jeust und Keller
  • Traddelkopf (626,4¬†m) ‚Äď h√∂chster Berg im Nationalpark Kellerwald-Edersee; Gro√üe Hardt
  • Winterberg (616,6¬†m) ‚Äď Ausl√§ufer der Gro√üen Aschkoppe; Mittelkellerwald
  • Auenberg (610,7¬†m) ‚Äď Osten des Mittelkellerwaldes
  • Kleine Aschkoppe (606,8¬†m) ‚Äď Ausl√§ufer der Gro√üen Aschkoppe; Mittelkellerwald
  • Ahornkopf (604,1¬†m) ‚Äď Ausl√§ufer der Traddelkopfs; Gro√üe Hardt
  • Dicker Kopf (603,7¬†m); Gro√üe Hardt
  • Jeust (585,0¬†m); Jeust und Keller
  • Talgang (566,1¬†m) ‚Äď S√ľden der Gro√üen Hardt
  • Pferdsberg (551,3¬†m) ‚Äď √§u√üerster Nordosten des Mittelkellerwaldes
  • Quernst (ca. 545¬†m) ‚Äď mit Ruine Quernstkirche (bei 534,9¬†m), Quernstkapelle ‚Äď Nordausl√§ufer des Talgang, s√ľdliche Gro√üe Hardt
  • Ermerod / Peterskopf (539,2¬†m / 506,6¬†m) ‚Äď mit Oberbecken der Pumpspeicherwerke Waldeck
  • Homberg (518,5¬†m) ‚Äď mit Aussichtsturm; Osten des Wildunger Berglandes

Gewässer

Am Nordwest- und Nordrand des Kellerwaldes flie√üt die Eder, die zum Edersee ‚Ästdem gr√∂√üten Stausee in Hessen¬†‚Äď und wenige Kilometer weiter flussabw√§rts zum Affolderner See aufgestaut ist. Die √ľbrigen Fl√ľsse und B√§che des Kellerwaldgebiets geh√∂ren gr√∂√ütenteils zum Flusssystem der Eder und damit zu dem der Weser. Dazu z√§hlen am Westrand des Gebirges Lengelbach und Lorfebach, an der Nordflanke Banfebach und an der Ostflanke (von Nord nach S√ľd) Wesebach, Wilde, Urff und Gilsa, wobei die beiden letztgenannten Flie√ügew√§sser in den √∂stlich den Kellerwald passierenden Eder-Zufluss Schwalm m√ľnden. Eine Ausnahme bildet die etwa im S√ľdwesten des Kellerwaldes entspringende und nach S√ľden abflie√üende Wohra, die in den Lahn-Zufluss Ohm m√ľndet und damit zum Flusssystem des Rheins geh√∂rt.

Klima

Im Kellerwald existiert ein schwach subatlantisch bis schwach subkontinental get√∂ntes √úbergangsklima. Er liegt im Regenschatten des westlich vorgelagerten und deutlich h√∂heren Rothaargebirges. Mit durchschnittlichen Niederschl√§gen von 600 bis 850¬†mm im Jahr und einer Jahresmitteltemperatur von 6,5 bis 8,5¬†Grad Celsius ist das Klima trockener und w√§rmer als im Rothaargebirge. Der Hohe Kellerwald weist ein etwas k√ľhleres und feuchteres Lokalklima als die n√∂rdlich gelegenen Ederberge und das Wildunger Becken auf. An den n√∂rdlichen Ederseeh√§ngen sind w√§rmeliebende Traubeneichen-Trockenw√§lder verbreitet, was auf ein relativ trockenes und warmes Lokalklima hindeutet, das auch von den zahlreichen Erholungssuchenden gesch√§tzt wird.

Geologie

Geologisch ist der vorwiegend aus pal√§ozoischen Gesteinen aufgebaute Kellerwald der √∂stlichste Ausl√§ufer des Rheinischen Schiefergebirges. Landschaftlich wird er als gesonderte Einheit jedoch auch zum Westhessischen Berg- und Senkenland gez√§hlt, weil die Fl√ľsse Eder und Itter eine geographische Grenze bilden. Wichtige Gesteinsarten sind die Kellerwald-Quarzite, Kieselschiefer, Tonschiefer, Grauwacke und Diabas. Eine regionale Besonderheit ist der dunkelrote Kellerwalder Achat, ein Eisenkiesel.

Flora und Fauna

Flora

Seit dem 19. Jahrhundert ist der n√∂rdliche Teil des Kellerwaldes, der seit 2004 als Nationalpark Kellerwald-Edersee ausgewiesen ist, als Jagdrevier der waldeckischen F√ľrsten von einem Gatter umgeben. Hier haben sich besonders urspr√ľngliche Buchenw√§lder erhalten, die jedoch auch durch hohe Wilddichten erheblich gesch√§digt wurden. √úber 30 Prozent der B√§ume sind √§lter als 140 Jahre. Die Jagd und nicht die forstliche Holznutzung stand im Vordergrund. Hauptbaumart ist die Buche, die hier auf bodensauerem Standort (Tonschiefer, Grauwacke, Quarzit) vorwiegend im Hainsimsen-Buchenwald vorkommt. Erw√§hnenswert sind die vielen Sonderstandorte an den Ederseesteilh√§ngen. Hier gibt es letzte Urwaldreste und knorrige Traubeneichenw√§lder mit Astloser Graslilie und den gr√∂√üten hessischen Vorkommen der Pfingstnelke.

Auf den Drieschen der Hochlagen wachsen Arnika und Heidenelke, in den Wiesen der Tallagen Breitbl√§ttriges Knabenkraut und M√§nnliches Knabenkraut. In der N√§he der ‚ÄěJ√§gersburg‚Äú bei Odershausen kommen einige seltene S√ľntel-Buchen vor. In k√ľhl-feuchten Bacht√§lern w√§chst der seltene, stark giftige Blaue Eisenhut. In lichten Eichen- und Buchw√§ldern auf kalkhaltigem Untergrund kommt die T√ľrkenbundlilie vor. An einigen Stellen finden sich gro√üe Best√§nde des seltenen M√§rzenbechers.

Fauna

Im Kellerwald br√ľten unter anderen noch oder wieder Schwarzstorch, Kolkrabe, sechs Spechtarten (darunter der Mittelspecht und der Grauspecht), Schwarzmilan und Rotmilan (der hier seine h√∂chste Siedlungsdichte in Hessen erreicht), Wanderfalke, Raufu√ükauz, Wespenbussard, Uhu und Raubw√ľrger.

Eine charakteristische Tierart des Kellerwaldes ist der Rothirsch. Im Nationalpark Kellerwald-Edersee kommen noch Damwild und Muffelwild vor. Daneben sind auch Rehwild und Wildschwein h√§ufig. Die Europ√§ische Wildkatze ist selten. Am Edersee wurden 1934 die ersten Waschb√§ren ausgesetzt, deren Heimat urspr√ľnglich Nordamerika ist. Fuchs, Dachs, Baum- und Steinmarder sowie Iltis und Hermelin kommen vor. Von den 19 in Hessen lebenden Fledermausarten wurden bisher 15 nachgewiesen. Ein weiteres Charaktertier des Kellerwaldes ist der Feuersalamander, der in Mitteleuropa stark an Laubw√§lder gebunden ist. Weitere typische Amphibienarten sind Fadenmolch und Geburtshelferkr√∂te. Im Nationalpark wurden bisher fast 1000 K√§ferarten aus √ľber 80 Familien nachgewiesen.

Naturschutzstatus

Nahezu der gesamte naturr√§umliche Kellerwald geh√∂rt zum Naturpark Kellerwald-Edersee, der √ľberdies im S√ľden noch den Hemberg umfasst. Der n√∂rdliche Teil in der Gr√∂√üe von 5.738¬†Hektar ist seit 1.¬†Januar 2004 als Nationalpark Kellerwald-Edersee ausgewiesen.

Au√üerdem ist ein gro√üer Bereich Teil des europ√§ischen Netzes Natura 2000 (FFH-Gebiet und Europ√§isches Vogelschutzgebiet) sowie in Teilen Bannwald. Weitere FFH-Gebiete sind unter anderen die Eichentrockenw√§lder an den n√∂rdlichen Ederseesteilh√§ngen und der obig erw√§hnte Keller im s√ľdlichen Teil des Naturparks sowie die Urff als lineares FFH-Gebiet von der Quelle bis zur M√ľndung in die Schwalm. Kleinr√§umig bestehen zudem mehrere Natur- und Landschaftsschutzgebiete. In erster Linie betrifft der Naturschutz dabei den Kellerwald als einen der letzten unzerschnittenen mitteleurop√§ischen Laubw√§lder von internationalem Rang. Der vorherrschende Waldtyp wird als bodensaurer Hainsimsen-Buchenwald (Rotbuchenwald) bezeichnet.

2005 wurde der Naturpark Kellerwald-Edersee vom Bundesamt f√ľr Naturschutz in das Programm ‚ÄěNaturschutzgro√üprojekt von gesamtstaatlich repr√§sentativer Bedeutung‚Äú aufgenommen, seit dem 25.¬†Juni 2011 geh√∂ren Teile des Nationalparks Kellerwald-Edersee zum UNESCO-Weltnaturerbe Buchenurw√§lder und Alte Buchenw√§lder der Karpaten und anderer Regionen Europas.

Siedlungsgeschichte

Bis zum Beginn des Mittelalters war der Kellerwald eine weitgehend menschenleere Waldwildnis. Menschen lebten nur an seinem Rand. Insbesondere die sehr fruchtbare Fritzlarer B√∂rde am Unterlauf der Eder ist seit dem Neolithikum kontinuierlich besiedelt. In der Gro√üen Hardt liegen s√ľd√∂stlich vom Berg Hardt (394¬†m) und nord√∂stlich von dessen S√ľds√ľdwestnachbar Bettelkopf (ca.¬†435¬†m) je ein H√ľgelgrab aus der Bronzezeit. Sie werden der Kultur der Streitaxtleute zugerechnet. Dies k√∂nnte darauf hindeuten, dass in dieser Zeit auch bereits das Edertal auf der H√∂he des heutigen Edersees zumindest periodisch besiedelt war. Auf dem Gipfel des W√ľstegarten existiert ein Ringwall, dessen Alter unbekannt ist. Nach einer Theorie stammt er aus dem 9.¬†Jahrhundert unserer Zeitrechnung (u.¬†Z.). Eine auf dem W√ľstegarten angebrachte Texttafel datiert dagegen sein Alter in die Eisenzeit, also in das 1.¬†Jahrtausend vor u.¬†Z. Er soll als befestigter Verteidigungsort und Kultplatz gedient haben. Reste einer keltischen Fliehburg namens H√ľnselburg aus der Lat√®nezeit liegen auf dem Lindenberg bei Basdorf n√∂rdlich des heutigen Edersees. Sie kann auf eine keltische Besiedlung des √∂stlichen Eder- und des Ittertales sowie der sich im Norden anschlie√üenden Hochfl√§chen in dieser Zeit hindeuten.

Die ersten Ortschaften im Kellerwald entstanden im Fr√ľhmittelalter, als die germanischen St√§mme langsam sesshaft wurden. Orte mit den Endungen -a (=¬†Wasser), -mar (=¬†Sumpf), -tar (=¬†Baum), -loh (=¬†Wald) sind dieser ersten Siedlungswelle zuzurechnen. Beispiele hierf√ľr sind Buchmar, Orke, Itter, V√∂hl und Asel. Diese Orte liegen vor allem am Rande des Kellerwaldes. In der zweiten gro√üen Siedlungswelle ab 800 entstanden die meisten der heutigen Ortschaften. Sie wird auch als die fr√§nkische Siedlungswelle bezeichnet. Typisch sind Ortsnamen mit den Endungen -heim, -hausen, -berg, -au, -dorf, -bach. Beispiele sind die Stadt Frankenau sowie die D√∂rfer Frebershausen, L√∂hlbach und Altenlotheim. Zwischen den V√∂hler Ortsteilen Kirchlotheim im Norden und Schmittlotheim im S√ľden befinden sich √∂stlich oberhalb der Eder und etwas s√ľdlich vom dortigen Hagenstein (Loreley des Edertals; 373,5¬†m) Reste einer Burg aus dem 8.¬†Jahrhundert, die als Burg am Backofen bezeichnet wird. Sie wurde im Zusammenhang mit den Sachsenkriegen (772‚Äď804) Karls des Gro√üen angelegt und vermutlich bereits vor der Fertigstellung aufgegeben, da sie nicht mehr ben√∂tigt wurde, als Karl den Krieg gegen die Sachsen gewann. Heute ist nur noch der doppelte Wallgraben erkennbar. Aus dieser Zeit stammt vermutlich auch die Quernstkirche auf dem Berg Talgang bei Frankenau. D√∂rfer und St√§dte der zweiten Siedlungsperiode liegen vor allem im besser zug√§nglichen mittleren Kellerwald, insbesondere in den T√§lern der Lorfe, des Wesebachs und im Wildunger Bergland. Die Stadt Frankenau ist vermutlich etwas √§lter als die meisten D√∂rfer der fr√§nkischen Landnahmezeit und diente urspr√ľnglich wohl als Festung gegen die Sachsen.

Die dritte gro√üe Siedlungswelle f√§llt in das Hochmittelalter. Im Jahr 1140 gr√ľndete Graf Poppo¬†I. von Reichenbach das Zisterzienserkloster Haina, das eine intensive Siedlungst√§tigkeit entfaltete. Ab der Mitte des 13.¬†Jahrhunderts drangen Bauern auf Initiative des Klosters Haina in die bisher noch nicht besiedelte Hohe Hardt im Norden des Kellerwaldes vor. Hier entstanden unter anderem die D√∂rfer Eselsbach, Eschenbruch, Wellenhausen, Denninghausen, Gossiershausen, Anmeshausen, Quernhorst und Alendorp. Diese konnten sich aber aufgrund der schlechten B√∂den nicht halten und fielen bis zum Ende des 14.¬†Jahrhunderts w√ľst. Im Hochmittelalter wurden auch zahlreiche Burgen errichtet. Dazu geh√∂ren die Burg Hessenstein, das Schloss Waldeck sowie die Burgruinen Keseburg, Sch√∂nstein, Densberg und L√∂wenstein.

Siedlungsstruktur und Bodennutzung

Der Naturpark Kellerwald ist etwa 40.000¬†ha gro√ü. In seinem Einzugsgebiet liegen zehn Gemeinden. Im Norden am Edersee sind dies V√∂hl, Waldeck und Edertal. In seinem Mittelteil befinden sich Bad Wildungen, Frankenau und Haina. Am S√ľdrand liegen Gem√ľnden (Wohra), Gilserberg, Jesberg und Bad Zwesten. In diesen Gemeinden leben rund 70.000 Menschen. Die Bev√∂lkerungsdichte liegt bei 77¬†Einwohner pro Quadratkilometer und ist damit eine der niedrigsten in der Bundesrepublik. Mehr als die H√§lfte der Menschen leben in D√∂rfern mit weniger als 500 Einwohnern.

Fast zwei Drittel des Kellerwaldes (62 %) sind bewaldet und nur knapp ein Drittel wird landwirtschaftlich genutzt. Etwa 70 % der landwirtschaftlichen Betriebe bewirtschaften gut ein Drittel der Landwirtschaftsfläche im Nebenerwerb. Ihre Betriebsgröße liegt bei durchschnittlich 10 ha.

Von der Waldfläche sind etwa 70 % Laubwälder (Buche, Eiche) und nur 26 % Nadelholz-Monokulturen von Fichte, Douglasie und Lärche. Letztere wurden erst seit 1800 im Kellerwald angepflanzt und sind hier nicht heimisch.

Namensursprung

Der Name des Naturraumes leitet sich von dem im s√ľdlichen Teil des Kellerwaldes gelegenen, oben erw√§hnten Bergkamm Keller ab. Der Ursprung dieses Namens wird auf zwei verschiedene Weisen gedeutet: Ab etwa 1600 wurde der Wald intensiv durch K√∂hlerei zur Gewinnung von Holzkohle genutzt, die die zahlreichen Eisen- und Kupferwerke f√ľr ihre Schmelz√∂fen als Brennstoff ben√∂tigten. So entstand der Name K√∂hlerwald oder mundartlich K√∂llerwald. Eine weitere Deutung bezieht sich auf den durch die intensive Nutzung stark gelichteten Wald: Kahler Wald. Aus K√∂llerwald bzw. Kahler Wald soll durch Lautverschiebung der Name Kellerwald entstanden sein.

Wandern

Durch den Kellerwald f√ľhren zahlreiche Wanderwege, darunter der Kellerwaldsteig, ein etwa 156¬†km langer Rundwanderweg, der die Berge und Orte vom Naturpark Kellerwald-Edersee und Nationalpark Kellerwald-Edersee miteinander verbindet. Au√üerdem existiert seit 2005 der Urwaldsteig Edersee, der auf etwa 68¬†km L√§nge rund um den Edersee f√ľhrt, wobei er durch die Trockeneichenw√§lder am n√∂rdlichen Ufer und durch den s√ľdlich des Stausees gelegenen Nationalpark Kellerwald-Edersee verl√§uft.

Einzelnachweise

Literatur

  • Norbert Panek: Kellerwald & Edersee. Natur- und Kulturf√ľhrer. Cogito, Nidenstein 2006, ISBN 978-3-932583-21-6.
  • Walter Zarges: Das Hochgew√§lde am Edersee. Frankberger Hefte 7, Frankenberg 1999, ISBN 3-922225-46-2.

Weblinks

  • Offizielle Seite der Edersee Touristic GmbH
  • Nationalpark Kellerwald-Edersee
  • Zweckverband Naturpark Kellerwald-Edersee
  • Karte/Luftbild des Kellerwaldes mit Naturraumgrenzen, den wichtigsten Erhebungen und Fl√ľssen/Placemarks (Google Earth erforderlich)
  • Landschaftssteckbrief Kellerwald des Bundesamtes f√ľr Naturschutz (Hinweise)


Quelle: Wikipedia
 

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Staaten die sich in dieser Gebirgsgruppe befinden (1):
Deutschland Deutschland

Ausdehnung / Grenzen (nach WGS 84 dezimal):
nördlichster Punkt: 51.201828
südlichster Punkt: 50.857977
westlichster Punkt: 8.888626
östlichster Punkt: 9.253922


Das Gebirge hat eine Fläche
von etwa
532 km²

Die Länge der Grenze
beträgt ca.
101 km
 
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